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Das fünfte Buch Mose

 

 

Ein Rückblick

(5. Mose 1 - 3)

 

Ermahnung zum Gehorsam

(5. Mose 4 + 5)

 

Höre, Israel: Jewe ist einzig!

(5 Mose 6 - 9)

 

Der Elohim der Elohim

(5. Mose 10-13)

 

Der Zehnte, das Sabbatjahr, die drei Hauptfeste

(5. Mose 14-17)

 

Der Prophet gleichwie Mose, Kriegs- und andere Vorschriften

(5. Mose 18:1 - 23:1)

 

Verschiedene Vorschriften
(5. Mose 23:2 - 27:26)

 

 

 

 

Ein Rückblick

(5. Mose 1 - 3)

 

Einführung

 

  Das fünfte Buch Mose trägt im Hebräischen den Titel »Dies sind die Worte«. Die lateinische Bezeichnung »Deuteronomium« ist unpassend, weil es sich nicht um ein »zweites Gesetz« handelt, sondern Mose die Tora (»Zielanweisung«) erläuternd und bekräftigend durchspricht. Das Buch ist eine Belehrung über die Tora. Mose ermahnt kurz vor seinem Tod und dem Einzug in das verheißene Land zur ganzen Hingabe an Jewe, den Elohim Israels, und zum Bundesgehorsam. Er sprach »diese Worte« und schrieb sie nieder (5. Mose 31:9, 26); das war im Jahr 1420 v. Chr., vierzig Jahre nach dem Auszug aus Ägypten.

  Im Neuen Testament finden sich mehr als achtzig Zitate oder Bezugnahmen auf dieses wichtige, durchaus auch prophetische Buch.

 

Gliederung

 

1. Einleitung (1:1 - 4)

2. Erste Rede: Historische Einführung (1:5 - 4:43)

2.1 Rückblick (1:5 - 3:29)

2.2 Ermahnung zum Gehorsam (4:1 - 43)

3. Zweite Rede: Die Bundesbestimmungen (4:44 - 26:19)

3.1 Erinnerung an die Tora (4:44 - 5:33)

3.2 Die großen Gebote (6 - 11)

3.3 Einzelne Gebote (12 - 26)

4. Dritte Rede: Bundeserneuerung, Segen und Fluch (27 + 28)

5. Vierte Rede: Zusammenfassung, Aufruf zum Gehorsam (29 + 30)

6. Der Übergang von Mose auf Josua (31 - 34)

6.1 Ernennung Josuas (31.1 - 29)

6.2 Das Lied des Mose (31:30 - 32:43)

6.3 Moses letzte Ermahnung (32:44 - 52)

6.4 Moses Segen über die zwölf Stämme (33)

6.5 Moses Tod (34)

 

 

Kapitel 1

 

Einleitung

 

1 Diese sind die Worte, die Mose zu ganz Israel geredet hat jenseits des Jordans, in der Wildnis, in der Steppe gegen Suph hin, zwischen Paran und Tophel und Laban und Chazerot und Di Sahab.

2 Elf Tage waren es vom Horeb des Wegs zum Bergland Seirs bis Kadesch Barnea.

3 Und es geschah im vierzigsten Jahr (1420 v. Chr.) im elften Monat (Schebath, Januar/Februar), am ersten Tag des Monats, da redete Mose zu den Söhnen Israels gemäß allem, was Jewe ihm sie betreffend geboten hatte,

4 nachdem er Sichon geschlagen hatte, den König des Amoriters, der in Heschbon (seinen) Sitz hatte, und Og, den König von Basan, der (seinen) Sitz in Aschtarot und in Edrei hatte.

...

 

  Mose brachte seine gewaltige Wortverkündigung östlich des Jordans im Land Moab dar (5. Mose 1:5; 34:1), etwa auf der Höhe von Jericho. Die in Vers 1 genannten Orte sind nicht mehr identifizierbar.

  Mose war der größte Prophet Israels; er war der Mittler des Bundes Jewes mit dem Volk Seiner Auswahl und erkannte Jewe von Angesicht zu Angesicht (5. Mose 18:15 - 19; 34:10 - 12).

  Die Siege über Sichon und Og werden in 4. Mose 21:21 - 35 und

5. Mose 2:24 - 3:11 geschildert.

  Vom Berg Horeb, auch Sinai genannt, bis Kadesch Barnea sind es nur 250 km, die in elf Tagesreisen zu bewältigen waren; von dort aus hätten sie das Land Kanaan erobern sollen (4. Mose 13:26,30; 14:8),

wegen ihres Ungehorsams aber waren sie nun schon im vierzigsten Jahr unterwegs, nun aber geläutert und bereit, das Land einzunehmen. Mögen sie sich die Worte Moses zu Herzen nehmen und dort nicht vergessen!

 

 

Das verheißene Land

 

5 Jenseits des Jordans, im Land Moab war's, dass Mose geneigt war (beabsichtigte; darauf ausgerichtet war), diese Tora (Zielanweisung) zu erklären (erläutern), sprechend:

6 Jewe, unser Elohim, redete zu uns am Horeb, sprechend: Lange (genug) für euch des Bleibens an diesem Berg.

7 Wendet euch und zieht weg euretwegen und kommt zum Bergland des Amoriters und zu all seinen Mitbewohnern in der Steppe, im Bergland und in der Niederung und im Negev (Südland) und im Hafen des Meeres (Mittelmeeres). (Kommt zum) Land des Kanaaniters und zum Libanon, bis zu dem großen Strom, dem Strom Euphrat.

8 Siehe, Ich gab das Land vor euer Angesicht. Kommt und übernehmt das Land rechtmäßig als Besitz, das Jewe euren Vätern, dem Abraham, dem Isaak und dem Jakob, zugeschworen hat, es ihnen zu geben und ihrem Samen (Nachkommen) nach ihnen.

...

 

  »Jewe, unser Elohim« (Vers 6); hierauf liegt die Betonung, Er ist es,

dem die Verherrlichung gebührt, Er ist es, der da handelt.

  Jeder Israelit wusste, dass er von Abraham an in einer göttlichen Verheißungslinie stand. Jewe hatte ihnen dieses Land bereits gegeben (Vers 8); sie mussten es nur noch betreten und übernehmen. Man übersehe übrigens nicht, dass das verheißene Land bis zum Euphrat reicht (Vers 7; 1. Mose 15:18).

 

 

Moses Traglast

 

 

9 Und ich sprach zu euch zu jener Zeit, sprechend: Nicht kann ich, ich allein, euch tragen.

10 Jewe, euer Elohim, mehrte euch, und da! Ihr seid am heutigen Tag wie die Sterne der Himmel, sodass ihr viele seid.

11 Jewe, der Elohim eurer Väter, wird euch, so viele ihr auch seid, tausendmal hinzufügen, und Er segnet euch, so wie Er zu euch geredet hat.

12 Ach, wie trage ich, ich allein, eure Belastung und eure Traglast und euren Hader?

13 Gewährt, (ja nehmt) euch weise und verständige und anerkannte Mannen für (jeden) eurer Stämme, sodass ich sie als eure Häupter festlege im (Rahmen der anderen Häupter).

14 Und ihr antwortetet mir und spracht: Gut ist die Sache, die zu tun du geredet hast.

15 Und ich nahm die Häupter eurer Stämme, weise und anerkannte Mannen, und ich gab sie als Häupter über euch, Fürsten der Tausendschaften und Fürsten der Hundertschaften und Fürsten der Fünfzigschaften und Fürsten der Zehnschaften, und Vorsteher, euren Stämmen zugeordnet.

16 Und ich gebot euren Richtern in jener Zeit, sprechend: Hört an, was zwischen euren Brüdern ist, und ihr richtet mit Gerechtigkeit zwischen einem Mann und seinem Bruder oder seinem Gast (Beisassen).

17 Nicht sei's, dass ihr im Gericht das Angesicht kennt (ungerecht bevorzugt, weil ihr es kennt); wie den Kleinen, so hört ihr den Großen an. Versteckt euch nicht aufgrund des Angesichts (Ansehens) eines Mannes, denn das Gericht, es ist Elohims. Aber die Sache, die euch zu hart ist, bringt ihr zu mir heran, sodass ich sie anhöre.

18 Und ich gebot euch in jener Zeit all die Worte, die ihr tun (solltet).

...

 

  Der Mehrungssegen war schon gewaltig, und Jewe wird Israel gar vertausendfachen (Verse 10 + 11).

  Allerdings war die Last, all die Probleme dieses großen Volkes zu tragen, für Mose allein zu schwer (Verse 9 + 12). Die Lösung sie ging auf den Rat Jetros, des Schwiegervaters Moses, zurück (2. Mose 18:13 - 27)  bestand in einer wohlüberlegten Organisation der zivilen und militärischen Angelegenheiten und der Rechtsprechung. Diese »weltlichen« Regelungen hatten immer Jewe im Blick. Ihm zu Ehren solle Israel ein heiliges Volk werden, und die Richter (Verse 16 + 17) sollten entscheiden, wie Elohim entscheiden würde.

  All die Worte, die Israel tun sollte (Vers 18), die gesamte Tora, hatte Mose seinem Volk bereits vorgetragen. Jetzt erklärte er sie ihnen (Vers 5).

 

 

Das Versagen Israels nach dem Bericht der Kundschafter

 

19 Und wir zogen weg vom Horeb und gingen durch all jene große und gefürchtete Wildnis, die ihr gesehen habt, des Wegs zum Bergland des Amoriters, so wie Jewe, unser Elohim, uns geboten hatte, und wir kamen bis Kadesch Barnea.

20 Und ich sprach zu euch: Ihr kamt (nun) bis zum Bergland des Amoriters, das Jewe, unser Elohim, uns gibt.

21 Siehe, Jewe, dein Elohim, gab das Land vor dein Angesicht; (steige) hinauf, übernehme es rechtmäßig als Besitz, so wie Jewe, der Elohim deiner Väter, zu dir geredet hat. Fürchte (dich) nicht, und werde nicht bestürzt!

22 Da nahtet ihr, ihr alle, zu mir und spracht: Wir wollen Mannen vor uns her entsenden, sodass sie das Land für uns erforschen und uns Bericht über den Weg zurückbringen, auf dem wir hinaufsteigen, und über die Städte, zu denen wir kommen.

23 Und die Sache gefiel mir wohl in meinen Augen. Und ich nahm zwölf Mannen aus euch, je einen Mann pro Stamm.

24 Und sie wandten sich und (stiegen) hinauf gen das Bergland und kamen bis zum Bachtal Eschkol und spionierten es (das Land) aus.

25 Und sie nahmen mit ihrer Hand von der Frucht des Landes und brachten's herab zu uns und brachten uns den Bericht und sprachen: Gut ist das Land, das Jewe, unser Elohim, uns gibt.

26 Aber ihr willigtet nicht ein, hinaufzusteigen, und ihr erbittertet euch gegen (den Befehl des) Mundes Jewes, eures Elohims.

27 Und ihr wurdet verdrossen in euren Zelten und spracht: Im Hass Jewes gegen uns führte Er uns aus dem Land Ägypten heraus, um uns in die Hand des Amoriters zu geben, um uns zu vertilgen.

28 Wohin (steigen) wir hinauf? Unsere Brüder machten unser Herz zerfließen, sprechend: Ein Volk ist's, ein großes und hohes, mehr als wir; Städte sind, große und (mit Mauern) umwehrte bis zu den Himmeln, und wir sahen dort auch noch Söhne der Anakiter (Enakiter, sehr hochwüchsige Menschen).

29 Da sprach ich zu euch: Es gibt nichts, was euch scheuchen wird, und nichts, vor denen ihr euch fürchten (müsstet)..

30 Jewe, euer Elohim, der euch angesichts wandelt, Er, Er wird für euch streiten gemäß allem, was Er euch in Ägypten vor euren Augen getan hat,

31 und was Er in der Wildnis (getan hat), wo du gesehen hast, dass Jewe, dein Elohim, dich trug, so wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf all dem Weg, den ihr gewandelt seid, bis zu eurem Kommen bis zu diesem Ort.

32 Aber in dieser Sache wart ihr keine Jewe, eurem Elohim, Glaubenden (Vertrauenden),

33 der (doch) vor eurem Angesicht auf dem Weg wandelte, euch einen Ort zu erkunden, dass ihr lagern konntet, euch des Nachts im Feuer den Weg sehen zu lassen, auf dem ihr gingt, und tags in der Wolke.

34 Und Jewe hörte die Stimme eurer Worte und ergrimmte und schwor, sprechend:

35 (Wehe), wenn ein Mann inmitten dieser Mannen aus dieser bösen Generation das gute Land sehen wird, das Ich euren Vätern zu geben geschworen habe,

36 außer Kaleb, der Sohn Jephunes, er, er wird es sehen, und ihm gebe Ich das Land, das er betreten hatte, und seinen Söhnen, weil er erfüllte, Jewe nachzufolgen.

... 

 

  Diese auch in 4. Mose 13 und 14 geschilderten Ereignisse mit den Eckpunkten des Unglaubens, gar des Hasses des Volks (Verse 27 + 32), sowie der überzeugenden Treue und väterlichen Führung Jewes von Ägypten bis Kadesch Barnea  vor kurzem noch hatten sie alle Taten Jewes gesehen, erlebt, erfahren (Verse 30, 31, 33) , und des Weiteren das schwerwiegende, in 38 Jahren vollstreckte Gericht über diese Generation (Vers 35), waren so einschneidend und eindrücklich, dass Israel sie nie vergessen wird. Ob das Volk daraus lernen wird, wie schwach das Fleisch gegenüber der Sünde ist, und auf Jewe zu vertrauen? Das Gericht musste sein, damit die Sünde nicht zunehme.

  Lassen auch wir heute uns ermahnen, Gott uneingeschränkt zu glauben, unsere Zuversicht auf Ihn zu setzen und keinesfalls zu murren, wie es jene einst in den Zelten taten (Vers 27; vgl. 1. Kor. 10:10. 11).

 

 

Moses Versagen

 

37 Auch noch erzürnte Sich Jewe eurethalben gegen mich, sprechend: Auch noch du, nicht wirst du dorthin kommen.

38 Joschua, der Sohn Nuns, der vor deinem Angesicht steht, er, er wird dorthin kommen; ihm gib Halt, denn er, er wird es (das Land) Israel zulosen.

...

 

  Mose hatte im Jahr 1421 v. Chr. in Kadesch in der Wildnis Zin gegen den Befehl Jewes nicht zu dem Felsen gesprochen, dass er Wasser gebe, sondern ihn zweimal mit seinem Stab geschlagen. Zwar hatte das erbitterte Volk Ihn zu dieser unbedachten Handlung hingerissen, aber schließlich war er es, der Jewe nicht geglaubt und Ihn nicht geheiligt hatte, dort, an den Wassern von Meriba, den Haderwassern (4. Mose 20:7 - 13; 27:14; Ps. 106:33).  Deshalb durfte Mose das verheißene Land nicht betreten; er hatte übrigens für dort keinen Auftrag gehabt.

  Der Gesetzesbund fordert völligen Gehorsam, gar in allen Punkten (5. Mose 27:26; Gal. 3:10). Und unser Gnadenstand ebenfalls(2. Kor. 10:5)! Nehmt euch diesen Vorfall zu Herzen!

 

 

Weiterer Ungehorsam Israels

 

39 Und eure kleinen Kinder, von denen ihr spracht: »Zu Plündergut werden sie, und eure Söhne, welche am heutigen Tag Gutes und Böses nicht erkennen (unterscheiden können), sie, sie werden dorthin kommen, und ihnen gebe ich es (das Land), und sie, sie übernehmen es rechtmäßig als Besitz.

40 Ihr aber, wendet euch, ja euch und zieht weg gen die Wildnis den Weg zum Meer des Schilfs (östlicher Arm).

41 Da antwortetet ihr und spracht zu mir: Wir verfehlten gegen Jewe; (aber nun), wir, wir wollen hinaufsteigen und streiten gemäß allem, was Jewe, unser Elohim, uns gebot. Und ihr schürztet um ein jeder seine Kriegsgeräte, und ihr nahmt es leicht, gen das Bergland hinaufzusteigen.

42 Da sprach Jewe zu mir: Sprich zu ihnen: Nicht (steigt) ihr hinauf und nicht streitet ihr, denn nicht bin Ich in eurer Mitte; und so werdet ihr nicht zerwuchtet angesichts eurer Feinde.

43 Und ich redete zu euch, aber ihr hörtet nicht, und ihr erbittertet (euch) und stiegt hinauf gen das Bergland.

44 Da ging der Amoriter, der Bewohner jenes Berglands, heraus, euch zu begegnen. Und sie verfolgten euch, so wie's die Bienen tun, und sie zerschlugen euch in Seir bis Chorma (Horma).

45 Und ihr kehrtet zurück und weintet angesichts Jewes, aber Jewe hörte nicht auf eure Stimme, und Er (lieh) euch nicht (Sein) Ohr.

46 Und ihr bliebt viele Tage in Kadesch gemäß den Tagen, die ihr bliebt (eben gemäß den Tagen, die ihr bleiben musstet).

...

 

  Nur die Generation der unter Zwanzigjährigen sollte in das Land Kanaan gelangen (Vers 39; 4. Mose 14:29). Von ihnen forderte man wegen geringerer Erkenntnis (Vers 39) keine Rechenschaft; sie hatten übrigens auch keinen Wehrdienst zu leisten (4. Mose 1:45).

  Die Älteren aber  sie sollten umkehren zum Schilfmeer, wie damals auch der östliche Arm des Roten Meeres genannt wurde, der Golf von Akaba (Vers 40). Zwar bekannten sie ihre Sünde (Vers 41), doch ihre Sündenerkenntnis war sehr oberflächlich, denn sie waren sogleich ungehorsam und wollten das Land nun nach eigenem Gutdünken erobern, was ihnen eine bittere Niederlage einbrachte (4. Mose 14:39 - 45). Und schließlich zerfielen ihre Leichname in der Wildnis (Heb. 3:17)

 

 

 

Kapitel 2

 

38 Jahre später; die Umgehung Edoms

 

1 Und wir wandten uns und zogen gen die Wildnis den Weg zum Meer des Schilfs (1459 v. Chr.), so wie Jewe zu mir geredet hatte. Und wir umkreisten (umzogen) das Bergland Seir viele Tage (1421 v. Chr.).

2 Und Jewe sprach zu mir, sprechend:

3 Es sei euch genug, dieses Berglands zu umkreisen (umziehen), wendet euch, ja euch gen Norden.

4 Und dem Volk gebiete, sprechend: Ihr geht nun hinüber innerhalb der Grenze euer Brüder, der Söhne Esaus, den in Seir Wohnenden; und sie werden sich vor euch fürchten, ihr aber, hütet euch überaus.

5 Befehdet (Bekriegt) sie nicht, denn nichts werde Ich euch von ihrem Land geben, nicht die Trittlänge einer Fußsohle, denn als rechtmäßig übernommenen Besitz gab Ich dem Esau das Bergland Seir.

6 Speise kauft ihr von ihnen gegen Silber, sodass ihr esst, und auch noch Wasser erwerbt ihr von ihnen gegen Silber, sodass ihr trinkt,

7 denn Jewe, dein Elohim, segnete dich in allem Tun deiner Hand. Er erkannte dein Gehen durch diese große Wildnis; diese vierzig Jahre war Jewe, dein Elohim, mit dir; nicht ermangeltest du (irgendeiner) Sache.

8 Und wir gingen hinüber, weg von unseren Brüdern, den Söhnen Esaus, den in Seir Wohnenden, weg vom Weg der Steppe, weg von Elat und von Ezon Geber (bei Elat gelegene Hafenstadt Edoms am nördlichen Ende des Golf von Akaba), und wir wandten uns und gingen hinüber den Weg gen die Wildnis Moab.

...

 

  Israel umging das Gebiet Edom und erwarb als gesegnetes und keinen Mangel leidendes Volk von ihnen das Nötige gegen Silber. Im Grunde ermangeln nur die Jewe Fürchtenden keiner Sache (Ps. 23:1; 34:10), es war in der Wildnis wohl eher Jewes Treue, dass ihr Bedarf stets gedeckt wurde.

 

 

Vor der Grenze Moabs

 

9 Und Jewe sprach zu mir: Bedränge Moab nicht, und befehde sie nicht im Streit, denn nicht werde Ich dir von seinem Land rechtmäßigen Besitz geben, denn den Söhnen Lots gab Ich Ar (Stadt Moabs) als rechtmäßigen Besitz.

10 Die Emiter wohnten vordem darin, ein großes und zahlreiches und hohes Volk wie die Anakiter (Enakiter);

11 zu den Rephaim (Rephaitern) werden sie, gar noch sie, gerechnet, wie die Anakiter, und die Moabiter nennen sie Emiter.

12 Und in Seir wohnten vordem die Horiter, und die Söhne Esaus entrechteten sie und vertilgten sie, weg von ihrem Angesicht, und wohnten an ihrer statt, so wie Israel dem Land, das sein rechtmäßig übernommener Besitz ist, getan hat, das Jewe ihnen gab.

13 Nun, steht auf und geht für euch über den Bach Sered (Grenzbach Moabs)! Und wir gingen über den Bach Sered.

14 Die Tage aber, die wir wandelten von Kadesch Barnea, bis wir über den Bach Sered gingen, waren achtunddreißig Jahre, bis die ganze Generation der Kriegsmannen völlig dahingegangen war, weg aus dem Inneren des Lagers, so wie Jewe ihnen geschworen hatte.

15 Wie denn auch noch die Hand Jewes gegen sie war, sie wegzuschaffen, weg aus dem Innern des Lagers, bis sie völlig dahin waren.

16 Und es geschah: Als all die Kriegsmannen völlig dahingegangen waren, ja zum Sterben (gekommen waren), weg aus dem Innern des Volks,

17 da redete Jewe zu mir, sprechend:

18 Du gehst am heutigen Tag bei Ar über die Grenze Moabs.

...

 

  Die Moabiter als von Lot abstammende nahe Verwandte Israels (1. Mose 19:37) sollten nicht bekämpf werden. Das Land, das Jewe ihnen gegeben hatte, war ihnen verbürgt, ebenso wie das Land, das Jewe Israel gab (Verse 9 + 12).

  Wenn die Moabiter die hochgewachsenen Emiter und die Söhne Esaus die Horiter vernichten konnten, wie konnte Israel dann einst so kleingläubig sein und meinen, Jewe könnte ihnen nicht den Sieg über die ebenso großen Anakiter geben (4. Mose 13:33)?

  Die Rephaim, die Emiter und die Horiter waren übrigens zur Zeit Abrahams und Lots um 1882 v. Chr. von Kedorlaomer besiegt worden (1. Mose 14:1 - 6).

  Achtunddreißig Jahre waren um, und die einst murrende und widerspenstige und Jewe nicht glaubende Generation war vergangen (Vers 14; 4. Mose 14; Ps. 106:25, 26; Heb. 3:16 - 19; Jud. 5). »Furchtbar  ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen« (Heb. 10:31).

  Als die Zeit der Erfüllung gekommen war, gingen sie über die Grenze Moabs. 

 

 

Das Land Amon

 

19 So du den Söhnen Amons zugegen nahst, bedränge sie nicht und befehde sie nicht, denn nicht werde Ich dir vom Land der Söhne Amons rechtmäßigen Besitz geben, denn den Söhnen Lots (1. Mose 19:38) gab Ich es als rechtmäßig übernommenen Besitz.

20 Als ein Land der Rephaim wird gar noch jenes gerechnet; die Rephaim wohnten vordem darin, und die Amoniter nennen sie Samsumiter:

21 ein großes und zahlreiches und hohes Volk wie die Anakiter. Und Jewe vertilgte sie, weg von ihrem Angesicht, und sie entrechteten sie und wohnen (dort) an ihrer statt,

22 so wie er den Söhnen Esaus getan hat, den in Seir Wohnenden, dass Er den Horiter vertilgte, weg von ihrem Angesicht; und sie entrechteten sie und wohnen (dort) an ihrer statt bis zu diesem Tag.

23 Und die Awiter wohnten in dem Grasland bis Gaza. Die Kaphtoriter (Philister; 1. Mose 10:14), die, die aus Kaphtor (Kreta) kamen, vertilgten sie und wohnten (dort) an ihrer statt.

...

 

  Das Land Amon lag nördlich von Moab zwischen dem Arnon und dem oberen Jabok.

 

 

Der Sieg über Sichon

 

24 Steht auf, zieht weg und geht über den Bach Arnon. Siehe, Ich gab Sichon, den König Hesbons (Stadt im Ostjordanland etwa auf der Höhe von Jericho), in deine Hand, den Amoriter und sein Land. Beginne, übernehme rechtmäßig als Besitz und befehde ihn im Streit.

25 An diesem Tag beginne Ich, die Angst und die Furcht vor dir auf das Angesicht der Völker unter all den Himmeln zu geben, sodass sie ein Gerücht von dir hören und erbeben und durchschmerzt sind aufgrund deines Angesichts.

26 Und ich entsandte Beauftragte aus der Wildnis Kedemot (nördlich des Arnon gelegen) zu Sichon, dem König Hesbons, mit Worten des Friedens, sprechend:

27 Ich will durch dein Land hindurchziehen. Auf dem Weg, ja auf dem Weg, werde ich gehen, nicht werde ich mich abkehren, weder zur Rechten noch zur Linken.

28 Speise lässt du mich dir abkaufen gegen Silber, sodass ich esse, und Wasser gibst du mir gegen Silber, sodass ich trinke. Nur mit meinen Füßen will ich hindurchziehen.

29 Tue mir so, wie mir die Söhne Esaus taten, die in Seir Wohnenden, und die Moabiter, die in Ar Wohnenden  bis ich über den Jordan gehe zu dem Land, das Jewe, unser Elohim, uns gibt.

30 Aber Sichon, der König Hesbons, willigte nicht ein, uns durch sein Gebiet hindurchziehen zu lassen, denn Jewe, dein Elohim, hatte seinen Geist verhärtet und sein Herz verfestigt, um ihn in deine Hand zu geben, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

31 Und Jewe sprach zu mir: Siehe, Ich begann dir angesichts Sichon und sein Land dahinzugeben. Beginne, übernehme rechtmäßig, ja übernehme rechtmäßig sein Land als Besitz.

32 Und Sichon zog aus, uns zu begegnen, gen Jahaz zum Streit, er und all sein Volk.

33 Und Jewe, unser Elohim, gab ihn uns angesichts dahin, und wir schlugen ihn und seine Söhne und all sein Volk.

34 Und wir eroberten alle seine Städte zu jener Zeit und verbannten jede Stadt der Sterblichen, auch die Frauen und die Kinder; nicht ließen wir einen Überlebenden verbleiben.

35 Nur das Getier plünderten wir für uns und die Beute der Stadt, die wir erobert hatten.

36 Von Aroer an, (der Stadt), die am Ufer des Baches Arnon (liegt), und der Stadt, die im Bachtal ist, bis nach Gilead hin, war keine Burgstadt, die uns zu überragend war; diese alle gab Jewe, unser Elohim, uns angesichts dahin.

37 Nur dem Land der Söhne Amons nahtest du nicht und all den Seiten des Baches Jabok und den Städten im Bergland und allem, betreffs dessen Jewe, unser Elohim, geboten hatte.

...

 

  Sichon stimmte dem Durchzug Israels nicht zu, weil der alles bewirkende Gott, der alle Gedanken und Handlungen hervorruft (Ps. 115:3; 135:6; Eph. 1:11), seinen Geist verhärtet hatte (Vers 30), ebenso wie Er einst das Herz des Pharaos verhärtet hatte (2. Mose 4:21; 7:3).

»Demnach erbarmt Er Sich nun, wessen Er will; aber Er verhärtet auch, wen Er will« (Röm. 10:18).

  Sehr bedeutsam ist, dass Jewe die Furcht vor Israel auf alle Völker legte (Vers 25), was beim Durchzug durch das Schilfmeer seinen Anfang genommen hatte (2. Mose 15:4). Jewe hatte verheißen, dass Er Sein Grauen vor Israel entsenden werde (2. Mose 23:27).

 

 

Kapitel 3

 

Der Sieg über Og

 

1 Und wir wandten uns und stiegen den Weg gen Basan (fruchtbares Gebiet im Ostjordanland) hinauf. Und Og, der König Basans, ging hinaus, uns bei Edrei zum Streit zu begegnen, er und all sein Volk.

2 Und Jewe sprach zu mir: Fürchte ihn nicht, denn Ich gab ihn und all sein Volk und sein Land in deine Hand, und du tust ihm so, wie du Sichon, dem König des Amoriters tatest, der in Hesbon residierte.

3 Und Jewe, unser Elohim, gab auch noch Og, den König Basans, und all sein Volk in unsere Hand, und wir schlugen ihn, ohne ihm einen Überlebenden verbleiben zu lassen.

4 Und wir eroberten in jener Zeit alle seine Städte; es gab keine Burgstadt, die wir nicht von ihnen einnahmen: sechzig Städte,

den ganzen Distrikt Argob, das Königreich Ogs in Basan.

5 All diese waren mit hochsteigender Mauer umwehrte Städte, (mit) Doppeltor und Riegel, abgesehen von den Städten des Freilands, deren Menge überaus (groß) war.

6 Und wir verbannten sie, so wie wir Sichon, dem König Hesbons, taten, ja wir verbannten jede Stadt der Sterblichen, auch die Frauen und die Kinder.

7 Aber all das Getier und die Beute der Städte plünderten wir für uns.

8 Und wir nahmen in jener Zeit das Land ein aus der Hand der zwei Könige des Amoriters jenseits des Jordans vom Bach Arnon an bis zum Berg Hermon

9  die Sidonier nennen den Hermon Sirjon, und der Amoriter nennt ihn Senir,

10 alle Städte der Ebene und das ganze Gilead und das ganze Basan bis Salka und Edrei, die Städte des Königreichs Ogs in Basan.

11 Denn nur Og, der König Basans, war von den Übrigen der Rephaim (Rephaiter) verblieben. Da! Sein Bett, ein Bett aus Eisen, ist es nicht in der Stadt Raba der Söhne Amons? Neun Ellen war seine Länge und vier Ellen seine Breite nach dem Ellenmaß eines Mannes.

...

 

  Wie konnte Israel nun auch noch Og besiegen und ein riesiges Gebiet erobern? Weil es Gottes Wille war und weil ohnehin nichts infolge der Wappnung eines Heeres oder der Kraft der Menschen geschieht, »sondern infolge Meines Geistes, spricht Jewe der Heere« (Sach. 4:6).

  Die Maße des Bettes Ogs weisen auf eine außergewöhnliche Körpergröße der Rephaiter hin.

 

 

Die Verteilung des Ostjordanlands

 

12 Und dieses Land übernahmen wir in jener Zeit rechtmäßig als Besitz. (Alles), von Aroer an, das am Bach Arnon (liegt), und die Hälfte des Berglandes Gilead und seine Städte gab ich dem Rubeniter und dem Gaditer.

13 Und das übrige Gileads und ganz Basan, das Königreich Ogs, gab ich der Hälfte des Stammes Manasse, der ganze Distrikt von Argob bis zum ganzen Basan hin; jenes wird »Land der Rephaim« gerufen.

14 Jair, der Sohn Manasses, nahm den ganzen Distrikt Argob bis zur Grenze des Geschuriters und des Maachiters; und er nannte sie nach seinem Namen, (das Gebiet) Basan: »Belebte (Städte) Jairs«; so ist's bis zu diesem Tag.

15 Und dem Machir gab ich Gilead.

16 Und dem Rubeniter und dem Gaditer gab ich von Gilead bis zum Bach Arnon, ja der Mitte des Bachs, und das Angrenzende, und bis zum Bach Jabok, der Grenze der Söhne Amons,

17 und die Steppe und den Jordan und das Angrenzende, vom (See) Kineret (Genezareth) bis zum Meer der Steppe, dem Meer des Salzes (Totes Meer), unten an den Hängen des (Berges) Pisga gen Sonnenaufgang.

...

 

  Jair (Vers 14) und Machir (Vers 15), beide Söhne Manasses, werden besonders erwähnt, sicherlich weil sie wesentlichen Anteil an den Eroberungen hatten (4. Mose 32:39, 41).

 

Ermahnung zur Kampfbereitschaft

 

18 Und ich gebot euch in jener Zeit, sprechend: Jewe, euer Elohim, gab euch dieses Land, es zu errechten (rechtmäßig als Besitz zu übernehmen). Als Krieger geht ihr hinüber angesichts eurer Brüder, der Söhne Israels, alle Söhne des gewappneten (Heeres).

19 Nur eure Frauen und eure Kinder und euer Vieh  ich erkenne, dass ihr viel Vieh habt , sie sollen in euren Städten bleiben, die ich euch gab,

20 bis Jewe euren Brüdern das Ruhen verschafft hat und sie, auch noch sie, das Land errechten, das Jewe, euer Elohim, ihnen jenseits (vom Osten aus gesehen) des Jordans gibt. Und dann kehrt ihr (in das Ostjordanland) zurück, ein jeder zu seinem Errechteten, das ich euch gegeben habe.

21 Und dem Josua gebot ich in jener Zeit, sprechend: Deine Augen sind die, die alles gesehen haben, was Jewe, euer Elohim, diesen zwei Königen getan hat. Ebenso wird Jewe all den Königtümern tun, wohin du hinübergehst.

22 Nicht fürchtest du sie, denn Jewe, euer Elohim, Er ist der für euch Streitende.

...

 

  Ruben, Gad und halb Manasse hatten nun ihre Stammesgebiete. So bestand die Gefahr, dass sie sich an der Eroberung des Landes westlich des Jordans nicht mehr beteiligen. Doch Mose hatte ihnen das Versprechen abgenommen (4. Mose 32:16 - 22). Nun wird also ganz Israel das verheißene Land gemeinsam einnehmen. Ihre Familien konnten die östlichen Stämme ohne Sorge zurücklassen, weil Jewe, der ihnen das Land gegeben hatte, dafür auch garantierte.

 

Mose vom Übergang über den Jordan ausgeschlossen

 

23 Und ich berief mich auf die Gnade Jewes in jener Zeit, sprechend:

24 Jewe, mein Herr! Du, Du begannst, Deinem Diener Deine Größe und Deine kraftvolle Hand zu zeigen. Wer wäre der El in den Himmeln und auf der Erde, der etwas wirkt gemäß Deinem Gewirkten und gemäß Deinen machtvollen Taten!

25 Ich will doch hinübergehen und das gute Land sehen, das jenseits des Jordans (liegt), dieses gute Bergland und den Libanon!

26 Aber Jewe wallte über gegen mich um euretwillen, und Er hörte nicht auf mich. Und Jewe sprach zu mir: Lass es genug sein; fahre nicht fort, nochmals in dieser Sache zu Mir zu reden.

27 Seige auf das Haupt des Pisga und erhebe deine Augen gen das Meer und gen Norden und gen rechts (Süden) und gen Sonnenaufgang, und sehe (erfasse) mit deinen Augen, denn nicht wirst du über diesen Jordan gehen.

28 Und gebiete (im Sinne von: beauftragen, bevollmächtigen) dem Josua und gib ihm Halt und festige ihn, denn er, er wird hinübergehen angesichts dieses Volks, und er, er wird ihnen das Land zulosen, das du sehen wirst.

29 Und wir hatten unseren Platz in der Schlucht, die sich gegen Bet Peor zu (befand).

...

 

  Jewe gewährte dem Mose die Bitte nicht, weil er an den Hader-Wassern zu Kadesch in der Wildnis Zin gegen die Anweisung, zu dem Felsen zu sprechen, damit er Wasser gebe, ihn zweimal geschlagen und Jewe somit vor Augen des Volks nicht geheiligt hatte (4. Mose 20:7 - 13; Ps. 106:32, 33).

  Er durfte aber das Land sehen, sehend kennen lernen, und zwar vom Berg Nebo aus, dem höchsten Gipfel des Berges Pisga, der sich gegenüber von Jericho erhebt.

 

 

 

Ermahnung zum Gehorsam

(5. Mose 4 + 5)

 

Hört und tut die Gesetze

 

1 Und nun, Israel, höre auf die Gesetze und die Rechtsetzungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land errechtet (rechtmäßig als Besitz übernehmt), das Jewe, der Elohim eurer Väter, euch gibt.

2 Nicht fügt ihr (etwas) zum Wort hinzu, das ich euch gebiete, und nicht mindert ihr (etwas) von ihm, zu hüten die Gebote Jewes, eures Elohims, die ich euch gebiete.

3 Eure Augen sind die, die sahen, was Jewe infolge (eures Dienstes für den Götzen) Baal Peor getan hat, denn die ganze Mannschaft, die hinter dem Baal Peor hergewandelt war, sie vertilgte Jewe, dein Elohim, aus deinem Innern.

4 Ihr aber, die Jewe, eurem Elohim, Anhangenden, Lebende seid ihr alle am heutigen Tag.

5 Siehe, ich lehrte euch Gesetze und Rechtsetzungen, so wie Jewe, mein Elohim, mir geboten, also zu tun inmitten des Landes, wohin ihr kommt, es zu errechten.

6 Und so hütet und tut ihr sie, denn dieses ist eure Weisheit und eure Verständigkeit vor den Augen der Völker, die (von) all diesen Gesetzen hören werden. Und sie werden sprechen: Wirklich, ein weises und verständiges Volk ist diese große Nation.

7 Denn wo gibt es eine große Nation, die Elohim hat, die ihr nahe sind so wie Jewe, unser Elohim, in all unserem Rufen zu Ihm?

8 Und welche große Nation ist, der so gerechte Gesetze und Rechtsetzungen (zu eigen sind) wie diese ganze Tora (Zielanweisung), die ich am heutigen Tag vor euer Angesicht gebe?

...

 

  "Israel, höre!“ (Vers 1). Hören und tun, das waren die Glaubensschritte unter dem Gesetz, um am Leben zu bleiben und gesegnet zu werden (5. Mose 30:16). Paulus erinnerte daran: „Mose schreibt von der Gerechtigkeit aus Gesetz, dass der Mensch, der sie alle tut, in ihr Leben haben wird" (Röm. 10:5; 3. Mose 18:5). Heute ist es umgekehrt: Die Gnade, in der wir stehen, und unser Gesegnetsein in Christus Jesus bewegen uns, zu hören und zu tun, was der Herr Jesus uns, Seiner Leibesgemeinde (Eph. 1:23), durch den Apostel Paulus gebietet (Phil. 4:9).

  "Israel, höre!“ Nimm dir das Wort Jewes zu Herzen! Seine Worte sind Geist und sind Leben (Joh. 6:63).

  Nichts darf dem Wort Jewes hinzugefügt werden, und keinerlei Abstriche dürfen gemacht werden (Vers2; vgl. Röm. 12:3; 1. Kor. 4:6). Das war lebensgefährlich, das brachte den Tod, zumindest wurde man als Lügner befunden (Spr. 30:6). „Ich bezeuge jedem, der die Prophetenworte dieser Rolle hört: Wenn jemand etwas zu ihnen hinzusetzt, so wird Gott über ihm die Plagen hinzusetzen, von denen in dieser Rolle geschrieben ist. Und wenn jemand etwas von den Worten der Rolle dieser Prophezeiung wegnimmt, so wird Gott ihm seinen Anteil am Holz des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, wovon in dieser Rolle geschrieben ist“ (Offb. 22: 18,19).

  Israel soll und kann glauben und treu sein, weil ihre Augen alles gesehen haben, was Jewe getan hat, zum Beispiel (Vers 3) auch die Tötung der 24.000, die mit dem Baal Peor und den Töchtern Moabs gehurt hatten (4. Mose 25:1-9; 1. Kor. 10:8). Wir heute übrigens wandeln nicht durch Wahrnehmung, sondern durch Glauben (2. Kor. 5:7).

  Wenn die Israeliten die Tora hören und tun, werden die Völker sie als weise und verständig einstufen (Vers 6), dies auf Jewe zurückführen und mehr oder weniger erkennen, dass ihre Furcht vor Jewe die Grundlage ihrer Weisheit ist (Spr. 1:7). Israel ist ein Zeugnis Jewes an die Welt.

  Nur Israel hat einen lebendigen Elohim, der ihnen nahe ist (Vers 7), da Er in ihrer Mitte wohnt (2. Mose 25:8) und in ihrer Mitte wandelt (3. Mose 26:12).

  So gerechte Gesetze wie Israel (Vers 8) hat keine Nation, denn sie stammen von dem, der wahrhaft gerecht ist (5. Mose 32:4; Jes. 45:21; Ps. 11:7).

 

 

Haltet den Bund!

 

9 Nur hüte dich, ja dich, und hüte deine Seele überaus, dass du nicht die Sachen vergisst, die deine Augen sahen, und dass sie sich nicht abkehren von deinem Herzen alle Tage deines Lebens. Und du gibst sie zu erkennen deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne,

10 (zum Beispiel den) Tag, an welchem zu standest angesichts Jewes, deines Elohims, am Horeb, als Jewe zu mir sprach: Versammle Mir das Volk, sodass Ich sie Meine Worte hören lasse, dass sie lernen, Mich zu fürchten all die Tage, die sie auf dem Erdboden leben, und dass sie ihre Söhne lehren.

11 Da nahtet ihr und standet unten am Berg, und der Berg war wie ein (alles) im Feuer Aufzehrender bis zum Herzen der Himmel, Finsternis (war), Gewölk und Wetterdunkel.

12 Und Jewe redete zu euch aus der Mitte des Feuers; ihr hörtet die Stimme (den Schall) der Worte, aber ihr saht kein (dem Jewe) Gleichendes (kein Abbild), außer der Stimme (war nichts wahrzunehmen).

13 Und Er tat euch Seinen Bund kund, den Er euch zu tun gebot, die zehn Worte, und Er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.

14 Und mir gebot Jewe in jener Zeit, euch Gesetze und Rechtsetzungen zu lehren, dass ihr sie in dem Land tut, wohin ihr hinübergeht, es zu errechten.

...

 

  Mose ermahnte sein Volk strengstens, die Begebenheiten am Berg Horeb nicht zu vergessen und den dort gestifteten Bund zu halten, dessen Kern die Zehn Gebote sind. Mose ließ nicht ab, das Volk in diesem Sinne zu lehren (Vers 14). Dementsprechend hatten die Väter ihre Söhne und Enkel immer wieder zu belehren (Verse 9 + 10; Ps. 78,5).

 

  Näheres über das Geschehen am Horeb ist in 2. Mose 19 und 20 zu lesen.

  Nichts von Jewe Selbst hatten die Israeliten an jenem Berg gesehen (Vers 12), weil Gott Geist ist (Joh. 4:24) und mithin unsichtbar (Kol. 1:15; 1.Tim. 1:17).

 

 

 

Warnung vor Götzendienst

 

15 Und so hütet ihr euch überaus bezüglich eurer Seelen, denn nicht saht ihr irgendein Gleichendes an dem Tag, als Jewe am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch redete,

16 dass ihr nicht verderbt und euch eine Götzenskulptur macht, gleichend irgendeinem Götzenbild nach dem Körperbau eines Männlichen oder Weiblichen,

17 nach dem Körperbau irgendeines Getiers, das auf der Erde ist, nach dem Körperbau irgendeines geflügelten Vogels, der in den Himmeln flattert,

18 nach dem Körperbau irgendeines auf dem Erdboden sich Regenden, nach dem Körperbau irgendeines Fisches, der in den Wassern unter (der Oberfläche) des Landes ist.

19 Und dass du deine Augen nicht gen die Himmel erhebst und die Sonne und den Mond ansiehst und die Sterne, ja das ganze Heer der Himmel, und du versprengt (von Jewe weggerissen) wirst und dich ihnen huldigend hinwirst und ihnen dienst, die Jewe, dein Elohim, all den Völkern zuteilte, die unter all den Himmeln sind.

20 Euch aber nahm Jewe und ließ euch herausgehen aus dem eisernen Schmelzbecken, aus Ägypten, Ihm zum Volk des Losteils (Eigentumsvolk) zu werden, wie es an diesem Tag zu ersehen ist.

21 Und Jewe erzürnte sich gegen mich aufgrund eurer Worte, und Er schwor, dass ich nimmer über den Jordan gehen und nimmer in das gute Land kommen werde, das Jewe, dein Elohim, dir als Losteil gibt.

22 Denn ich sterbe in diesem Land, nicht gehe ich über den Jordan. Ihr aber werdet hinübergehen, und ihr errechtet dieses gute Land.

23 Hütet euch, ja euch, dass ihr den Bund Jewes, eures Elohims, nicht vergesst, den Er mit euch geschnitten hat, und ihr euch eine Götzenskulptur macht, irgendein Gleichendes, betreffs dessen Jewe, dein Elohim, gebot.

24 Denn Jewe, dein Elohim, Er ist ein fressendes Feuer, ein eifernder El.

25 So du denn Söhne zeugst und Söhne der Söhne und ihr gejahrt (älter geworden) seid im Land, und ihr verderbt es und macht eine Götzenskulptur, irgendein Gleichendes, und ihr tut das in den Augen Jewes, deines Elohims, Böse, Ihn zu grämen,

26 (so nehme) Ich am heutigen Tag die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, dass ihr verloren, ja verloren gehen werdet, (und zwar) schnell, von dem Land weg, wohin ihr über der Jordan geht, es zu errechten. Nicht werdet ihr auf ihm (eure) Tage verlängern (vermehren), denn vertilgt, ja vertilgt, werdet ihr.

27 Und Jewe wird euch unter die Völker zerstreuen, und ihr verbleibt

(mit wenigen) Sterblichen an Zahl unter den Nationen, wohin Jewe euch führen wird.

28 Und ihr werdet dort den Elohim dienen, dem Machwerk von Menschenhänden, dem Baum (Holz) und dem Stein, die nicht sehen und nicht hören und nicht essen und nicht riechen.

...

 

  Schärfstens warnte Mose vor dem Götzendienst, denn Jewe, der Elohim Israels, ist ein verzehrendes Feuer (Vers 24; Heb. 12:29), das die Götzendiener frisst. Dabei wird übrigens das Land gereinigt. Jewe ist ein eifernder El, der niemanden neben sich duldet, der Menschen wegen.

  Da Mose selbst nicht über den Jordan gehen wird (Vers 21) und somit die Götzenverehrung im verheißenen Land nicht wird ahnden können, wird Jewe dies tun. Mose nahm die Himmel und die Erde zu Zeugen dafür, dass es wahr ist, was er sagt, dass Israel nämlich im Falle der Abtrünnigkeit vertilgt und unter die Völker zerstreut werden würde (Vers 27). Und dort würden sie den Götzen dienen (Vers 28); es ist schrecklich, dem Götzendienst mit seinen zerstörerischen Kräften dahingegeben zu werden!

  Sonne, Mond und Sterne hatte Jewe den Völkern zugeteilt (Vers 19), und zwar zu Zeichen und zur Bestimmung der Zeiten, der Tage und Jahre (1. Mose 1:14), aber nicht zur Anbetung.

 

 

Israel wird Jewe suchen

 

29 Und ihr sucht von dort aus Jewe, deinen Elohim, und du wirst Ihn finden, so denn du Ihm nachforschst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele.

30 In deinen Bedrängnissen und so dich all diese Begebenheiten finden in der Späte der Tage, so wirst du umkehren zu Jewe, deinem Elohim, und auf Seine Stimme hören.

31 Denn ein (Sich) erbarmender El ist Jewe, dein Elohim; nicht lässt Er dich los, und nicht verdirbt Er dich, und nicht vergisst Er den Bund deiner Väter, den Er ihnen zugeschworen hat.

32 Denn frage doch bezüglich der Tage des Anfangs, die vor dir waren, von dem Tag an, da Elohim den Adam auf der Erde erschuf, und (frage) vom einem Ende der Himmel bis (zum anderen) Ende der Himmel, (ob etwas) geschah wie diese große Sache oder (ob etwas) gehört wurde wie (dieses).

33 Hörte je ein Volk die Stimme Elohims, des aus der Mitte des Feuers Redenden, so wie du, ja du, sie hörte, und (blieb) leben?

34 Oder (hat jemals ein) Elohim versucht zu kommen, um Sich eine Nation aus dem Innern einer Nation zu nehmen infolge von Erprobungen, infolge von Zeichen und infolge von Überführungen (überführenden Beweisen) und infolge von Streit und infolge einer mächtigen Hand und infolge eines ausgestreckten Arms und infolge von großen furchterregenden (Ereignissen), gemäß allem, was Jewe, euer Elohim, für euch in Ägypten dir zu Augen tat?

35 Dir, dir wurde es gezeigt, um zu erkennen, dass Jewe, ja Er, der Elohim ist, keiner sonst noch, Er allein.

36 Von den Himmeln ließ Er dich Seine Stimme hören, dich in Zucht zu nehmen, und auf der Erde ließ Er dich sein großes Feuer sehen, und du hörtest Seine Worte aus der Mitte des Feuers.

37 Und zufolge dessen, dass Er deine Väter geliebt hat und in seinem (verheißenen) Samen die nach ihm (Kommenden) erwählte, ließ Er dich mit Seinem Angesicht aus Ägypten herausgehen infolge Seiner großen Kraft,

38 um Nationen zu entrechten, große und überaus starke, mehr als du, von deinem Angesicht weg, um dich herzuzubringen und dir ihr Land als Losteil zu geben, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

39 So erkennst du es am heutigen Tag und lasst es zurückfinden zu deinem Herzen, dass Jewe, ja Er, der Elohim ist in der Himmeln oben und auf der Erde unten, (und) keiner sonst noch.

40 Und du hütest Seine Gesetze und seine Gebote, die ich dir am heutigen Tag gebiete, dass es dir wohl ergehe und deinen Söhnen nach dir, und damit du (dir deine) Tage verlängerst (lange lebst) auf dem Erdboden, den Jewe, dein Elohim, dir gibt, ja all die Tage.

...

 

  In der Zerstreuung und in den Drangsalen erst wird Israel Jewe aufrichtig suchen (Vers 29; Jer. 29:13), der in Jesus Christus zu ihnen gekommen war. Und sie werden umkehren (Vers 30) – nicht schon in den Pogromen des europäischen Mittelalters, sondern in der Endzeit.

"Siehe, Er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird Ihn sehen, auch die Ihn durchstochen haben, und wehklagen werden um Ihn alle Stämme des Landes. Ja, Amen!" (Off.1:7). Und: "Jeder, der an Ihn (Jesus) glaubt, wird nicht zuschanden werden" (Röm. 10:11; Jes. 28:16). "Denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen sollte, wird gerettet werden" (Röm. 10:13).

  Denn Jewe ist voller Erbarmen (Vers 31; 2. Mose 34:6) und wird Sein Volk aus der Zerstreuung zurückbringen und in ihrem Land versammeln (5. Mose 30:3; Jes. 60:1-11).

  Jewe nimmt Sich eine Nation aus dem Innern einer Nation (Vers 34). Es handelt sich um die Auswahl aus Israel, um den "Überrest nach der Gnadenauswahl" (Röm. 11:5). "Denn nicht der ist Jude, der es sichtbar ist; noch ist das Beschneidung, was sichtbar am Fleisch geschieht; sondern der ist Jude, (der es innerlich), im Verborgenen ist; und Beschneidung des Herzens ist im Geist, nicht im Buchstaben" (Röm. 2:28,29). "Nicht alle, die aus Israel stammen, sind Israel; auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind; sondern es heißt: In Isaak wird dir Same berufen werden. Dies bedeutet: Nicht die Kinder des Fleisches, nicht diese sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung rechnet Er als Samen" (Röm. 9: 6-8). "Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auswahl hat es erlangt" (Röm. 11:7).

  Das erwählte Volk – es wurde aus dem Samen der Väter erwählt (Vers 37), wie denn auch 5. Mose 10:15 sagt: "Nur deinen Vätern strebte Jewe zu, sie zu lieben, und Er erwählte in ihrem Samen die nach ihnen (Kommenden)." Vgl: Psalm 105:6.

 

 

Die Städte des Asyls westlich des Jordans

 

41 Damals schied Mose drei Städte ab jenseits des Jordans, gen Aufgang der Sonne,

42 dass ein Mörder (Totschläger) dorthin fliehe, der seinen Genossen mordete (erschlug), ohne dass er (diese) Erkenntnis hatte (ohne Vorsatz), und er hasste ihn nicht gestern und ehegestern; und er fliehe zu einer von diesen Städten und bleibt leben:

43 Bezer in der Wildnis im Land der Ebene für den Rubeniter und Ramot in Gilead für den Gaditer und Golan in Basan für den Manassiter.

44 Und dies ist die Zielanweisung (Tora), die Mose dem Angesicht der Söhne Israels vorlegte.

45 Dies sind die Zeugenden (bezeugenden Worte) und die Gesetze und die Rechtsetzungen, die Mose zu den Söhnen Israels bei ihrem Auszug aus Ägypten geredet hat.

46 Jenseits des Jordans war's, in der Schlucht gegenüber Bet Peor im Land Sichons, des Königs des Amoriters, der seinen Sitz in Hesbon hatte, den Mose und die Söhne Israels bei ihrem Auszug aus Ägyptern geschlagen hatten.

47 Und sie errechteten sein Land und das Land Ogs, des Königs Basans, das Land der zwei Könige des Amoriters, die jenseits des Jordans gen Aufgang der Sonne waren,

48 von (der Stadt) Aroer an, die am Ufer des Bachs Arnon (liegt) bis zum Berg Sion, er ist der Hermon,

49 und die ganze Steppe jenseits des Jordans gen Sonnenaufgang bis zum Meer der Steppe (Salzmeer, Totes Meer) unten an den Hängen des (Berges) Pisga.

...

 

  Drei weitere Städte westlich des Jordans wurden ebenfalls zu Asylstätten erklärt (Vers 41; Jos. 20:7).

  Wurde ein Mensch ermordet oder erschlagen, so hatte sein nächster männlicher Verwandter sein Blut zu rächen. Lag aber kein Vorsatz vor (Vers 42), sondern war es versehentlich geschehen, so konnte der Täter in eine der Asylstädte fliehen, wo sein Leben geschützt war (2. Mose 21:13; 4. Mose 35:9-34; 5. Mose 19:1-13).

  Die Verse 44 bis 49 bilden die Überleitung zur zweiten Rede des Mose (Kap. 5-26) mit der eindringlichen Erinnerung an die vor 40 Jahren gegebenen Bundesgebote.

  Wenn im Zusammenhang mit den Gesetzen und Rechtsetzungen von "Zeugenden" (Vers 45) gesprochen wird, so darf damit anklingen, dass die Worte Jewes zum Leben zeugen, Leben hervorbringen.

  Von den Siegen über Sichon und Og lasen wir bereits in 4. Mose 21:21-35 und 5. Mose 2:24 - 3:11.

 

 

Kapitel 5

 

Rückblick auf das Geschehen am Horeb

 

1 Und Mose rief ganz Israel zu und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Gesetze und die Rechtsetzungen, die ich am heutigen Tag vor euren Ohren rede. Und ihr lernt sie, und ihr hütet (sie), sie zu tun.

2 Jewe, unser Elohim, schnitt mit uns einen Bund am Horeb.

3 Nicht mit unseren Vätern schnitt Jewe diesen Bund, sondern mit uns, ja uns, diesen, die wir am heutigen Tag hier sind, mit uns, all den Lebenden.

4 Angesicht gegen Angesicht redete Jewe mit euch am Berg aus der Mitte des Feuers.

5 Ich stand zwischen Jewe und euch in jener Zeit, euch das Wort Jewes zu berichten, denn ihr fürchtetet (euch) aufgrund des Angesichts des Feuers, und ihr stiegt nicht zum Berg hinauf. (Er redete), sprechend:

...

 

  Nicht hier und jetzt gab Mose die Tora, sondern er wiederholte sie, gelegentlich leicht verändernd und erläuternd (Vers 1). Der Bund wurde am Horeb geschlossen; er war aber nicht Vergangenheit, sondern schloss die jetzt und fernerhin Lebenden ein (Vers 3).

  Mose hatte eine einzigartige Stellung, denn er war der Mittler zwischen Jewe und dem Volk (Vers 5). Israel hatte Mose ersucht: "Rede du mit uns, und wir wollen hören, aber nicht möge Elohim mit uns reden, dass wir nicht sterben" (2. Mose 20:19). So war es Mose, der die "lebendigen Aussagen" (Ap. 7:38) empfing und weitergab.

  Beachten wir Galater 3:19,20: „Was soll nun das Gesetz? Zugunsten (der Offenbarmachung) der Übertretungen wurde es hinzugefügt (bis der Same käme, dem die Verheißung gegolten hat), angeordnet durch Boten in der Hand eines Mittlers. Der Mittler ist aber nicht (nur Mittler von) einem. Gott aber ist Einer." Für das gesamte Volk war Mose der Mittler, der das Gesetz durch Boten, also durch Älteste oder auch Läufer der Stämme, die in seiner Hand waren, mithin unter seinem Befehl standen, zu all den Stämmen und Sippen bringen ließ. Ein Einzelner benötigt keinen Mittler, kann sich aber eines solchen bedienen. Hier wird betont, dass die Mittlerschaft Moses des Volkes wegen war, denn mit Mose redete Jewe von Angesicht zu Angesicht (2. Mose 33: 11; 5. Mose 34:10).

 

 

Die zehn Gebote

 

Das erste Gebot

 

6 Ich bin Jewe, dein Elohim, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, aus dem Haus der Dienstschaft.

7 Nicht seien dir andere Elohim zu Meinem Angesicht hinzu (oder: Mir ins Angesicht).

  Die zehn Gebote sind zum ersten Mal in 2. Mose 20:2-17 verzeichnet.

  "Ich bin." Mit diesen Worten stellte sich der Einzige vor, der nicht erschaffen wurde, der schlechthin Seiende, ohne den niemand Leben haben kann. "Ich bin Jewe, dein Elohim." Ich bin der alles Werdenmachende, der da sein wird und der da ist und der da war, dein Elohim, der jetzt speziell dir, Israel, zugewandte Elohim, der für alles Verantwortliche, der alles Verfügende. Seine Machtfülle und Kraft hat Er Seinem auserwählten Volk deutlich gezeigt.

  Sollte Israel sich anderen Elohim zuneigen oder zusätzlich andere zulegen, die doch allesamt nicht lebendig sind und kein Leben und keine Frucht hervorbringen, wäre dies nicht nur wahnhaft, sondern eine völlige Verkennung Jewes, eine Missachtung, eine Kränkung, ja Feindschaft – mit fürchterlichen Folgen für den Menschen.

 

Das zweite Gebot

 

8 Nicht machst du dir eine Götzenskulptur, irgendein Gleichendes dessen, was in den Himmeln oben und was auf der Erde unten und was in den Wassern unter (der Oberfläche) des Landes ist.

9 Nicht wirfst du dich ihnen (huldigend) hin, und nicht wirst du ihnen dienstbar, denn Ich, Jewe, dein Elohim, bin ein eifernder El, der die Vergehung der Väter an Söhnen und an Drittgliedern und an Viertgliedern der Mich Hassenden heimsucht,

10 der aber Huld gewährt Tausenden der Mich Liebenden und den Hütern Meiner Gebote.

...

 

  Jewe eifert danach, die Menschen zu erziehen und zu züchtigen, damit sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden. Er sucht die Menschen heim, das heißt Er setzt sie sich vor Sein Angesicht, um Neues in ihnen zu wirken.

 

Das dritte Gebot

 

11 Nicht hebst du den Namen Jewes, deines Elohims, zum Wahnhaften an, denn nicht entschuldet Jewe den, der Seinen Namen zum Wahnhaften anhebt.

...

 

  Der Name Jewes ist ernsthaft und aufrichtig anzurufen, nicht im Wahn der Täuschung oder Heuchelei, nicht im Wahn der Spielerei oder Bedeutungslosigkeit. "Geheiligt werde Dein Name!"

 (Mat. 6:9).

Das vierte Gebot

 

12 Zu hüten ist der Tag des Sabbats, ihn zu heiligen, so wie Jewe, dein Elohim, dir gebot.

13 Sechs Tage dienst du und tätigst all deinen Auftrag,

14 aber der siebente Tag ist Sabbat dem Jewe, deinem Elohim. Nicht tätigst du irgendeinen Auftrag, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Diener und deine Magd (auch: Amme) und dein Stier und dein Esel und all dein Getier und dein Gast (Fremdling, Beisasse), der innerhalb deiner Tore ist, damit dein Diener und deine Magd ruhen wie du.

15 Und du gedenkst, dass du Diener warst im Land Ägypten und Jewe, dein Elohim, dich von dort mit mächtiger Hand und mit ausgestrecktem Arm herausgeführt hat; darum gebot dir Jewe, dein Elohim, den Tag des Sabbats zu machen (anzuberaumen).

...

 

  Der Ruhetag diente dem Jewe (Vers 14), zu Seiner Verherrlichung, der Seinem Volk diese Arbeitspause gewährte, das in Ägyptern keinen freien Tag hatte (Vers 15). Die Grundlage dafür war, dass Jewe am siebenten Schöpfungstag "aufhörte" ("sabbatete"; 1. Mose 2:3) und Sich erquickte (2. Mose 31:17). Israel sollte den Sabbat zum Zeichen zwischen Jewe und sich heiligen, zum Zeichen dafür, dass Jewe das Volk heiligte (2. Mose 31:13).

  Gemäß dem Evangelium des Apostels Paulus (Gal. 1:12; 2:7) ist uns, den Gliedern der Leibesgemeinde (Eph. 1:23), in der gegenwärtigen heilsgeschichtlichen Verwaltung (Eph. 3.2) der Sabbat nicht geboten (Röm. 14:5,6; Gal. 4:8-11; Kol. 2:16,17).

 

Das fünfte Gebot

 

16 Verherrliche deinen Vater und deine Mutter, so wie Jewe, dein Elohim, dir gebot, damit sich deine Tage längern (mehren) und damit es dir wohl sei auf dem Erdboden, den Jewe, dein Elohim, dir gibt.

...

 

..Die Eltern sind zu fürchten (3. Mose 19:3), mit Ehrfurcht ist ihnen zu begegnen. Der Apostel Paulus schreibt: "Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn; denn dies ist nur gerecht. Ehre deinen Vater und deine Mutter (welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist), damit es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden" (Eph. 6:1-3).

  Übrigens sind alle Gebote aber auch gegeben, damit es gar dem gesamten Volk für äonisch wohl ergehe (5. Mose 5:29; 6:2; Spr. 3:1, 2).

 

Das sechste, siebente, achte und neunte Gebot

 

17 Nicht mordest du,

18 und nicht ehebrichst du

19 und nicht stiehlst du,

20 und nicht antwortest du deinem Genossen als Zeuge des Wahnhaften.

...

 

..Der Apostel Paulus verknüpft diese Gebote mit der Liebe: "Seid niemandem irgendetwas schuldig, außer einander zu lieben, denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das Gebot: du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch zeugen, du sollst nicht begehren, oder irgendein anderes Gebot, es gipfelt in diesem Wort, in dem "Lieben sollst du deinen Nächsten wie dich selbst!" Die Liebe bewirkt dem Nächsten nichts Übles; folglich ist die Liebe nun die Vervollständigung des Gesetzes" (Röm. 13:8-10).

 

Das zehnte Gebot

 

21 Und nicht begehrst du die Frau deines Genossen, und nicht verlangst du nach dem Haus deines Genossen, nach seinem Gefild und seinem Diener und seiner Magd (auch: Amme), seinem Stier und seinem Esel und allem, was deinem Genossen (zu eigen ist).

...

 

  Es ist berechtigt, allerlei zu begehren, so das tägliche Brot und die tausend kleinen und großen Dinge des Alltags (Mat. 6:11; 1. Tim. 6:8), aber nicht, was dem Nächsten gehört.

  Begehrlichkeit ist bereits Sünde, und diese Sünde ist der Anfang vieler Straftaten. Dies machte unser Herr mit dem Wort deutlich: "Jeder, der eine Frau anblickt, um sie zu begehren, treibt mit ihr schon Ehebruch in seinem Herzen" (Mat. 5:28). Ein anderes Seiner Worte ist: "Seht zu und bewahrt euch vor jeder Habgier; denn wenn jemand auch Überfluss hat, so besteht sein Leben doch nicht aus seinem Besitz" (Luk. 12:15).

  Darum mögen wir uns an dem genügen lassen, was unser treuer Gott und Vater uns zumisst. "Geldgier sei nicht eure Weise, euch genüge, was vorhanden ist; denn Er hat versichert: Keinesfalls würde Ich dich preisgeben noch je dich verlassen" (Heb. 13:5).

  Der Mensch kann der Begierde nicht ohne Weiteres ausweichen, weil die Sünde in ihm wohnt (Röm. 7:7,8, 17-20); nur die Gnade (Röm. 7:25) kann ihn stärken, nicht zu begehren.

 

Mose als Mittler

 

22 Diese Worte redete Jewe zu eurer ganzen Versammlung am Berg aus der Mitte des Feuers der Wolke und des Wetterdunkels mit großer Stimme, und nichts fügte Er hinzu; und Er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.

23 Und es geschah: Als ihr die Stimme hörtet aus der Mitte der Finsternis und der Berg wie in Feuer brannte, da nahet ihr zu mir, ja alle Häupter eurer Stämme und eurer Ältesten,

24 und ihr spracht: Da! Jewe, unser Elohim, zeigte uns Seine Herrlichkeit und Größe, und Seine Stimme hörten wir aus der Mitte des Feuers. An diesem Tag sahen wir, dass Elohim mit dem Menschen

redet und dieser lebenbleibt.

25 Und nun, warum sollen wir sterben! Denn dieses große Feuer wird uns fressen. Wenn wir fortfahren, die Stimme Jewes, unseres Elohims, noch weiterhin zu hören, so sterben wir.

26 Denn wer von allem Fleisch ist, der die Stimme des lebendigen Elohims, des aus der Mitte des Feuers Redenden, hörte wie wir und lebengeblieben ist?

27 Nahe du und höre alles, was Jewe, unser Elohim, sprechen wird; und du redest zu uns alles, was Jewe, unser Elohim, zu dir reden wird, und wir hören's und tun's.

28 Und Jewe hörte die Stimme eurer Worte in eurem Reden zu mir, und Jewe sprach zu mir: Ich hörte die Stimme der Worte dieses Volks, die sie zu dir geredet haben; sie machten alles wohl, was sie redeten.

29 Wer gibt's, dass ihnen dies (zur Gesinnung) ihres Herzens werde, Mich zu fürchten und alle Meine Gebote zu hüten all die Tage, damit es ihnen und ihren Söhnen wohl sei für äonisch.

30 Geh, sprich zu ihnen: Kehret euch zu euren Zelten.

31 Aber du, stehe hier bei mir, und Ich will das ganze Gebot zu dir reden und die Gesetze und die Rechtsetzungen, die du sie lehrst, sodass sie sie tun in dem Land, das Ich ihnen gebe, es zu errechten.

32 Und ihr hütet, alles zu tun, so wie Jewe, euer Elohim, es euch gebot, nicht kehrt ihr euch ab, weder zur Rechten noch zur Linken.

33 Auf dem gesamten Weg, den Jewe, euer Elohim, euch gebot, geht ihr, damit ihr lebt und es euch gut sei und ihr (eure) Tage verlängert in dem Land, das ihr errechten werdet.

...

 

  Von der Mittlerschaft Moses schrieben wir bereits zu Vers 5.

  Sie hörten die Stimme Jewes und starben nicht. Wieso? Nach ihrer Erkenntnis würden sie aber sterben, wenn Jewe noch länger in Verbindung mit dem verzehrenden Feuer zu ihnen sprechen würde. Meines Erachtens starben sie nicht, solange die zehn Gebote noch nicht völlig ausgesprochen und gegeben waren. "Denn das Gesetz bewirkt Zorn, wo aber kein Gesetz ist, gibt es auch keine Übertretung" (Röm. 4:15). "Sünde ... wird nicht angerechnet, wenn kein Gesetz da ist" (Röm. 5:13). Die Sünde wohnte nun allerdings in ihrem Körper (Röm. 7:17, 20, 23), demzufolge sie mit ihrem Tod rechnen mussten. Aufgrund der ihnen innewohnenden Sünde konnten sie die Gebote ja nicht halten.

 

 

Höre, Israel: Jewe ist einzig!

(5 Mose 6 - 9)

 

Kapitel 6

 

Und du liebst Jewe, deinen Elohim

 

1 Und dies ist das Gebot, die Gesetze und die Rechtsetzungen, die Jewe euer Elohim, gebot, euch zu lehren, sie zu tun in dem Land, wohin ihr hinübergeht, es zu errechten,

2 damit du fürchtest Jewe, deinen Elohim, zu hüten all Seine

Satzungen und Seine Gebote, die ich dir gebiete, du und dein Sohn und der Sohn deines Sohnes, alle Tage deines Lebens, und damit sich deine Tage verlängern (mehren).

3 Und so hörst du, Israel, und hütest, sie zu tun, dass es dir wohl sei und dass ihr euch überaus mehrt, so wie Jewe, der Elohim deiner Väter, zu dir geredet hat – ein Land ist's, das fließt von Milch und Honig.

4 Höre, Israel: Jewe, unser Elohim, Jewe ist einzig (oder: Einer)!

5 Und du liebst Jewe, deinen Elohim, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Übermaß

(an Kraft).

6 Und diese Worte, die ich dir am heutigen Tag gebiete, sie seien

auf deinem Herzen.

7 Und du wetzt (schärfst) sie deinen Söhnen ein und redest mittels ihnen (mittels dieser Worte), wenn du in deinem Hause bist und wenn du auf deinem Weg gehst und wenn du liegst und wenn du aufstehst.

8 Und du knüpfst sie als Zeichen auf deine Hand, und sie seien als Gebinde zwischen deinen Augen.

9 Und du schreibst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore.

10 Und es wird (geschehen): So denn Jewe, dein Elohim, dich zu dem

Land bringt, das Er deinen Vätern, dem Abraham, dem Isaak und

dem Jakob zugeschworen hat, es dir zu geben, große und gute

Städte, die du nicht erbaut hast,

11 und Häuser, gefüllt mit allen Guten, die du nicht gefüllt

hast, und ausgehauene Zisternen, die du nicht ausgehoben hast,

Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast, und du

dann isst und satt wirst:

12 Hüte dich, ja dich, dass du Jewe nicht vergisst, der dich aus dem

Land Ägypten herausführte, aus dem Haus der Dienstschaften.

13 Jewe, deinen Elohim, fürchtest du, und Ihm dienst du, und

in Seinem Namen schwörst du.

14 Nicht geht ihr hinter anderen Elohim her, einem von den Elohim

der Völker, die rings um euch sind

15 - denn ein eifernder El ist Jewe, dein Elohim, in deinem Innern

-, dass nicht der Zorn Jewes, deines Elohims, gegen dich entbrennt und Er dich vertilgt, weg vom Angesicht des Erdbodens.

 

  Vers vier wird das „Sch(e)ma“ („Höre“) genannt; es ist das Herzstück des Glaubensguts Israels: „Höre, Israel: Jewe, unser Elohim, Jewe ist einzig (oder: Einer)!“

  „Höre, Israel!“ Ja, wenn sie doch hören würden in dem Sinne,

das Gehörte auch zu tun!

  „Jewe, unser Elohim." Jewe, das bedeutet: der alles Werdenmachende, der da sein wird, der da ist und der da war; Er ist der Elohim, der im Gegensatz zu den Götzen der anderen Völker lebendig ist und Sich erklärtermaßen des Volkes Israel von Herzen und kraftvoll und in besonderer Weise annimmt.

  "Jewe ist einzig (oder: Einer)!“ Er ist einzig: Wer ist schon so einmalig und einzigartig, dass er unvergänglich, unsichtbar und überaus herrlich ist (vgl. 1. Tim. 1:17)? Er ist Einer: Er ist in Sich nicht dual, sondern unial. Und es gibt auch nur diesen Einen, da ist keiner sonst noch (5. Mose 4:35,39; Jes. 45:5-7).

  Ja, Gott ist einer: "Gott ist einer, ebenso ist einer auch Mittler

zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus" (1. Tim. 2:5)

  Unser Herr Jesus Christus bezeichnete Ihn als den allein wahrhaften

Gott (Joh. 17:3)

  Auf die Frage eines Schriftgelehrten hin wiederholte Jesus die Verse vier und fünf wie folgt: „Das erste Gebot von allen ist: Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist  e i n  Herr. Lieben sollst du den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen

Seele, mit deiner ganzen Denkart und aus deinem ganzen Vermögen.

Dieses ist das erste Gebot. Das Zweite aber ist ihm gleich: Lieben sollst du deinen Nächsten wie dich selbst! – Kein anderes Gebot ist größer als diese“ (Mark. 12: 29,30; Mat. 22:37; Luk. 10:27).

  Diesen herrlichen Einen sollte Israel mit ganzer Hingabe lieben.

  Die Gebote sollten im Alltag in der Familie immer wieder angesprochen werden, was besondere Unterrichtsstunden sicherlich nicht ausschloss (Vers7).

  Man sollte sich die Gebote auf die Hand und an die Stirn binden (Vers  8) (vermutlich nicht während der Arbeit, sicherlich aber am Sabbat), im Grunde aber auf die Tafeln des Herzen schreiben (Spr. 7:3). Leider musste unser Herr Jesus harte Kritik üben: „Sie tun alle ihre Werke nur, um von den Menschen angeschaut zu werden; denn sie verbreitern ihre Denkzeichenriemen und vergrößern ihre Quasten" (Mat. 23:5).

  Man durfte schwören (Vers 13), sollte aber nicht falsch schwören

(3. Mose 19:12), um den Namen Jewes nicht zu entheiligen. Unser

Herr Jesus Christus vertiefte die Thematik, indem Er sagte: „Ich aber

sage euch, überhaupt nicht zu schwören.  „Euer Wort sei vielmehr:

Ja, ja; nein, nein. – Alles darüber hinaus aber ist vom Bösen (Mat.

5:33-37).

 

Aufforderung zum Tun

 

16 Nicht erprobt ihr Jewe, euren Elohim, so wie ihr Ihn in Massa

erprobtet.

17 Ihr hütet, ja hütet die Gebote Jewes, eures Elohims, und Seine

Bezeugenden (Worte) und Seine Gesetze, die Er dir gebot.

18 Und du tust das in den Augen Jewes Gerade und Gute, damit es

dir wohl sei und du hineinkommst und errechtet das gute Land,

das Jewe deinen Vätern zugeschworen hat,

19 hinwegzustieben all deine Feinde, weg von deinem Angesicht,

so wie Jewe geredet hat.

20 So denn dein Sohm dich später fragt, sprechend: Was ist's um

die Bezeugungen und die Gesetze und die Rechtsetzungen, die Jewe,

unser Elohim, euch gebot?,

21 so sprichst du zu deinem Sohn: Diener waren wir dem Pharao

in Ägypten, aber Jewe führte uns aus Ägypten heraus mit mächtiger Hand.

22 Und Jewe gab große und böse Zeichen und Überführungen

(überzeugende Beweise) in Ägypten, am Pharao und an seinem ganzen Haus uns zu Augen.

23 Und Er führte uns von dort heraus, um uns herzubringen,

uns das Land zu geben, das Er unseren Vätern zugeschworen hat.

24 Und Jewe gebot uns, all diese Gesetze zu tun, Jewe, unseren

Elohim, zu fürchten, uns zum Guten all die Tage, uns am Leben zu

erhalten, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

25 Und zur Rechtfertigung wird er uns, so denn wir hüten, das

ganze Gebot zu tun angesichts Jewes, unseres Elohim, so wie

Er uns gebot.

 

  Die Ereignisse in Rephidim, aufgrund des Haderns der Söhne Israels

von Mose alsdann Massa (Erprobung) und Meriba (Haderei)

genannt, sind in 2. More 17: 1-7 ausführlich beschrieben.

  Es ist Unglaube, Gott auf die Probe stellen zu wollen, und ausdrücklich untersagt (Vers 6), wie auch unser Herr Jesus dem Satan

entgegnete (Mat. 4:7) und der Apostel Paulus betont (1. Kor. 10:9;

siehe auch Heb. 3:8,9).

  Gerechtfertigt, für gerecht erklärt, wurde der Israelit, der das

ganze Gebot tat (Vers 25). Verdammt wurde der, der es nicht tat

(5. Mose 27:26). Gemäß dem Evangelium der Beschneidung führt

Jakobus aus, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein (Jak. 2:14-26). Mit anderen Worten: „Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Königsreich der Himmel eingehen, sondern nur, wer den Willen Meines Vaters in den Himmeln tut“ (Mat. 7:21).

  Aus der Sicht des Evangeliums der Unbeschnittenheit (Gal. 2:7), das

dem Apostel Paulus enthüllt wurde (Gal. 1:12), verhält es sich heute so: „So wie bei Abraham: er glaubte Gott, und es wird ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.  …Doch alle, die aus Gesetzeswerken sind, stehen unter dem Fluch; denn es ist geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bei allen in der Rolle des Gesetzes geschriebenen Geboten bleibt, um sie zu erfüllen (5. Mose 27:26). Dass aber vor Gott niemand durch das Gesetz gerechtfertigt wird, ist offenkundig; denn der Gerechte wird aus Glauben leben. Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern wer alle Gebote erfüllt, wird in ihnen leben (Vers 24; 3. Mose 18:5). Christus hat uns aus dem Fluch des Gesetzes erkauft ..." (Gal 3:6-14).

 

Kapitel 7

 

Die Austilgung der Kanaaniter

 

1 So denn Jewe, dein Elohim, dich zu dem Land bringt, wohin du

kommst, es zu errechten, und Er so viele Nationen abstreift, weg

von deinem Angesicht: den Hetiter und den Girgaschiter und den Amoriter und den Kanaaniter und den Perisiter und den Chiwiter und den Jebusiter, sieben Nationen, zahlreiche und überaus starke, mehr als du,

2 und so Jewe, dein Elohim, sie dir angesichts dahingibt und du sie

schlägst: du verbannst, ja verbannst (rottest aus) sie. Nicht schneidest

du einen Bund mit ihnen, und nicht gewährst du ihnen Gnade.

3 Und nicht verschwägerst du dich mit ihnen: deine Tochter gibst du

nicht seinem Sohn, und seine Tochter nimmst du nicht für deinen Sohn,

4 denn er wird deinen Sohn abkehrig machen, hinter Mir weg (Mir

nicht mehr nachfolgend), sodass sie anderen Elohim dienen, und der

Zorn Jewes wird gegen euch entbrennen, und Er vertilgt dich schnell.

5 Sondern so tut ihr ihnen: ihre Altäre brecht ihr ab, ihre Standbilder

zerbrecht ihr, und ihre Ascherim (Glücksgöttinnen aus Holz) haut

ihr ab, und ihre Götzenskulpturen verbrennt ihr im Fener.

6 Denn ein heiliges Volk bist du dem Jewe, deinem Elohim, dich

erwählte Jewe, dein Elohim, Ihm zum Volk des Sonderguts zu werden

aus all den Völkern, die auf dem Angesicht des Erdbodens sind.

7 Nicht aufgrund eures Vielseins, (dass ihr etwa) mehr wärt als all

die Völker, strebte Jewe euch zu und erwählte euch, denn ihr seid

wenigen als all die Völker,

8 sondern aufgrund der Liebe Jewes zu euch und aufgrund dessen,

dass Er den Schwur hütete, den Er euren Vätern geschworen hat,

führte Jewe euch mit mächtiger Hand heraus und kaufte dich

los aus dem Haus der Dienstschaften, aus der Hand des Pharaos,

des Königs Ägyptens.

9 Und so erkennst du, dass Jewe, dein Elohim, ja Er, der Elohim

ist, der in Treue verbundene El, der Hüter des Bundes und der Huld

den Ihn Liebenden und den Hütern Seiner Gebote auf tausend

Generationen.

10 Und Er erstattet (vergibt) denen, die Ihn hassen, auf das Angesicht

eines jeden (von ihnen), ihn verloren gehen zu lassen; nicht gibt

Er Verzug dem Ihn Hassenden, auf sein Angesicht erstattet

Er´s ihm.

11 So hütest du das Gebot und die Gesetze und die Rechtsetzungen,

die ich dir am heutigen Tag gebiete, sie zu tun.

 

  Jewe übte gerechtes Gericht über die Völker in Kanaan (Verse 1+2);

ihr Sündenmaß war voll (1. Mose 15:16), die Zeit war reif zum Gericht.

  Auch heute ist eine Ehe mit einem Ungläubigen immer ein Glaubenshemmnis (Verse 3+4; 2. Kor. 6:14; 1. Kor. 5:6; Gal. 5:9).

  Israel ist das Sondergut (Vers 6), das spezielle Eigentum Jewes, die einzige heilige, also Ihm angehörende Nation, unterschieden von allen

anderen Völkern (2. Mose 19:5,6;  3. Mose 20:26).

  Aufgrund Seiner Liebe handelt Jewe an ihnen (Vers 8); Gott ist Liebe (1. Joh. 4:8,10,16); Seine Liebe, erwiesen in der Dahingabe Seines Sohnes

für alle Menschen, wird sie alle an Sein Herz ziehen.

  Die tausend Generationen (Vers 9; Ps. 105:8) darf man auf dem Hintergrund von etwa 30.000 Jahren auf der neuen Erde (Offb. 21)

sehen.

 

Der Segen des Gehorsams

 

12 Und es geschieht: (In der) Folge (davon, dass) ihr diese Rechtsetzungen hört und sie hütet und tut, wird Jewe, dein Elohim, dir den Bund und die Huld hüten, die Er deinen Väter zugeschworen hat.

13 Und Er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren,

und er wird die Frucht deines Bauches segnen und die Frucht deines

Erdbodens, dein Getreide und deinen Süßwein und dein frisch ausgepresstes Öl, den Wurf deiner Rinder-Tausendschaften und das überaus Gemehrte deines Kleinviehs auf dem Erdboden, den Er deinen Vätern zugeschworen hat, sie dir zu geben.

14 Ein gesegnetes wirst du, mehr als all die Völker; nicht wird

inmitten von dir ein Unfruchtbarer oder eine Unfruchtbare sein,

noch inmitten von deinem Getier.

15 Und Jewe wird jede Krankheit von dir wegnehmen, und all die

bösen Siechtümer Ägyptens, die du (genau) kennst, Er legt sie nicht auf dich, und Er gibt sie auf alle dich Hassenden.

 

  Wenn Israel die Gebote bewahrt und tut, dann liebt es seinen

Elohim. Jesus sagt: „Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es,

der Mich liebt. Wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden; auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren“

(Joh. 14:21). Und die geliebte und gesegnete Nation, alsdann auch

wiedergeboren, wird ein Segen auf der Erde sein (1. Mose 12:2,3)

und alle Völker zu Jüngern Jesu machen (Mat. 28:19).

 

Verheißungen für den Kampf

 

16 Und du wirst all die Völker fressen, die Jewe, dein Elohim, dir gibt; nicht verschont sie dein Auge, und nicht dienst du ihren Elohim,

denn eine Schlinge wäre es dir.

17 So du denn in deinem Herzen sprichst: Zahlreiche sind diese

Nationen, mehr als ich, ach, wie kann ich sie errechten?

18 Nicht fürchtest du dich vor ihnen. Gedenke, ja du gedenkst, was

Jewe, dein Elohim, dem Pharao und ganz Ägypten getan hat;

19 du gedenkst der großen Eroberungen, die deine Augen gesehen

haben, und der Zeichen und der Überführungen (überzeugenden Beweise) und der mächtigen Hand und des ausgestreckten Arms, infolge deren Jewe, dein Elohim, dich herausführte. Ebenso wird Jewe, dein Elohim, all den Völkern tun, aufgrund deren Angesicht du dich fürchtest.

20 Und auch noch die Hornisse wird Jewe, dein Elohim, gegen sie

entsenden, bis die Verbliebenen verloren gegangen sind und die Verborgenen, weg von deinem Angesicht.

21 Nicht wirst du gescheucht aufgrund ihres Angesichts, denn Jewe,

dein Elohim, ist in deinem Innern, ein großer und gefürchteter El.

22 Und Jewe, dein Elohim, wird diese Nationen abstreifen, weg von

deinem Angesicht, (aber jeweils nur) wenig, ja wenig (aber nur nach

und nach); nicht wirst du sie schnell dahinmachen können, dass die

Wildtiere des Gefilds sich nicht über dich her vermehren.

23 Und Jewe, dein Elohim, wird sie dir angesichts dahingeben und sie

mit großer Durchschallung (tumultendem Lärm) durchschallen (verstören), bis sie vertilgt sind.

24 Und Er wird ihre Regenten in deine Hand geben, und du wirst

ihren Namen verloren gehen lassen unter den Himmeln. Niemand

wird sich gegen dein Angesicht aufstellen, bis du sie vertilgt hast.

25 Die Götzenskulpturen ihrer Elohim verbrennt ihr im Feuer;

nicht begehrst du das Silber und das Gold an ihnen, und nicht

nimmst du dir's, dass du dadurch nicht in eine Schlinge gerätst,

denn ein Gräuel ist es Jewe, deinem Elohim.

26 Und nicht bringst du einen Gräuel in dein Haus, sodass du (dadurch selbst) Bannendes (im Bann Bringendes) wirst wie jenes: du verabscheust, ja verabscheust es, und du (betrachtest) es als Gräuel, ja als Gräuel, denn Bannendes ist es.

 

  Israel soll nicht auf die starken Nationen blicken, sondern auf

Jewe. So wie Er am Pharao gehandelt hatte, wird Er an den Kanaanitern tun (Verse 18 + 19). Denken wir nur an die Heuschreckenplage in Ägypten, wenn Jewe die Hornissen entsenden wird (Vers 20). Ihr Stich ist sehr schmerzhaft und kann für Menschen tödlich sein. Ein Hornissenschwarm kann ein ganzes Dorf umbringen (2. Mose 23:28).

  Israel wird Kanaan nach und nach erobern (Vers 22), damit der

Ackerboden ohne Unterbrechung wieder bearbeitet und das Land

nicht öde wird (2. Mose 23: 29,30) und die wilden Tiere sich nicht

ungehindert vermehren können.

  Alle Götzen sind im eroberten Laud zu vernichten, selbst das

Silber und das Gold der Figuren ist zu verbrennen (Vers 25). Dem

Götzendienst soll nicht die geringste Chance in Israel gegeben werden.

 

Kapitel 8

 

Gedenkt der Wohltaten Jewes!

 

1 All das Gebot, das ich die am heutigen Tag gebiete, hütet ihr, um

es zu tun, damit ihr lebt und euch mehrt und hineinkommt und

das Land errechtet, das Jewe euren Vätern zugeschworen hat.

2 Und du gedenkst all des Weges, den Jewe, dein Elohim dich gehen

ließ diese vierzig Jahre in der Wildnis, um dich zu demütigen,

um dich zu erproben, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist

ob du Seine Gebote hüten wirst oder nicht.

3 Und Er demütigte dich und ließ dich hungern, und Er speiste dich

mit dem Man (Manna; übersetzt: Zuteilung), das du nicht näher gekannt hattest und deine Väter nicht näher gekannt hatten, um dich

erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht aufgrund des Brotes

allein lebt, sondern der Mensch auf Grund all dessen, was aus dem Mund Jewes herausgeht, lebt.

4 Deine Kleidung auf dir nützte sich nicht ab, und dein Fuß schwoll

nicht an, diese vierzig Jahre.

5 Und so erkennst du mit deinem Herzen, dass so, wie ein Mann

seinen Sohn züchtigt, Jewe, dein Elohim, dich züchtigt.

6 Und du hütest die Gebote Jewes, deines Elohims, um in Seinen

Wegen zu gehen und Ihn zu fürchten.

7 Denn Jewe, dein Elohim, bringt dich in ein gutes Land, ein Land

mit Wasserbächen, Quellen und unterirdischen Wassern, die im Tal

und im Bergland heraustreten,

8 ein Land des Weizens und der Gerste und des Rebstocks und des

Feigenbaums und des Granatapfels, ein Land der Olive und des Honigs,

9 ein Land, in dem du nicht als Befürsorgter (Fürsorgeempfänger)

Brot essen wirst – nicht wirst du darin irgendeinen Mangel haben –, ein Land, dessen Steine Eisen sind und aus dessen Gebirgen du Kupfer aushauen wirst.

10 Und du wirst essen und satt werden und wirst Jewe, deinen

Elohim, segnen aufgrund des guten Landes, das Er dir gegeben hat.

11 Hüte dich, ja dich, dass du Jewe, deinen Elohim, nicht vergisst

(und dann) Seine Gebote und Seine Rechtsetzungen und Seine Satzungen nimmer hütest, die ich dir am heutigen Tag gebiete.

12 Dass nicht, wenn du isst und satt wirst und du gute Häuser

baust und (darin) wohnst

13 und dein Rindvieh und dein Kleinvieh sich mehrt und

Silber und Gold sich dir mehren und alles, was dir (zu eigen

ist), sich mehrt,

14 dein Herz sich erhöht und du Jewe, deinen Elohim, vergisst,

den, der dich aus dem Land Ägypten herausführte, aus dem Haus

der Dienstschaften,

15 den, der dich gehen ließ in der großen und gefürchteten Wildnis,

wo Saraph-Schlange und Skorpion sind und dürstendes (Land) ist, wo keine Wasser sind; den, der dir Wasser aus dem Kieselfelsen herausführte,

16 den, der dich mit Man in der Wildnis speiste, welches deine

Väter nicht näher gekannt hatten, um dich zu demütigen und um

dich zu erproben, dir wohl zu tun in deinen Späteren (deiner Zukunft),

17 und du (dann nicht) in deinem Herzen sprichst: Meine Kraft und

die große Stärke meiner Hand verschaffte mir diese Wappnung

(dieses große Vermögen).

18 Und so gedenkst du Jewes, deines Elohim, denn Er ist der dir Kraft Gebende, Wappnung zu gewinnen, um Seinen Bund aufzustellen, den Er deinen Vätern zugeschworen hat, wie an diesem Tag

(zu ersehen ist).

19 Und es wird (geschehen): Wenn du Jewe, deinen Elohim, vergisst, ja vergisst und hinter anderen Elohim herwandelst und ihnen dienst

und dich ihnen (huldigend) hinwirfst: Ich bezeuge am heutigen Tag

gegen euch, dass ihr verloren gehen, ja verloren gehen werdet.

20 Wie die Nationen, die Jewe verloren gehen lässt, weg von eurem

Angesicht, ebenso werdet ihr verloren gehen in der Folge davon, dass

ihr nicht auf die Stimme Jewes, eures Elohims, hört.

 

  Mose erinnerte Israel an Jewes Wohltaten und ermahnte es, sie

nicht zu vergessen.

  Die vierzig Jahre in der Wildnis dienten der Demütigung, damit

sich niemand überhebe (Verse 2 + 14), sowie zur Erprobung, um zu

erkennen, was in ihrem Herzen ist. Nicht dass Jewe dies nicht wüsste,

hat Er doch ihre Herzen Selbst gebildet (Ps. 33:15), sondern sie sollten

erfahren, was in ihnen ist.

  Nicht vom Brot allein lebt der Mensch (Vers 3). Unser Herr Jesus

bekräftige dies: „Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch Gottes Mund ausgeht" (Mat. 4:4; Luk. 4:4).

  Wir leben überhaupt nur, weil Christus das All durch sein machtvolles Wort trägt (Heb. 1:3) und somit auch uns. Und unser Brot ist Seine Gabe, die Er uns mit Seinem verfügenden Wort zuteilt.

  Keinen Mangel wird  Israel im verheißenen Land im Königreich

Jewes leiden (Vers 9). „Jewe ist mein Hirte, nicht habe ich Mangel“

(Ps. 23:1) werden alle lobpreisend singen. Eisen ist in der

Araba, dem Grabenbruch zwischen dem See Genezareth und dem Roten Meer, reichlich vorhanden, auch nahe des Karmel und des Hermon.

  Kupfer wurde in der Nähe von Ezjon- Geber (im Raum Elat) gefördert.

  Die Israeliten sollten erkennen, dass all ihre Kraft und all ihr Reichtum und jeder Segen nicht aus ihnen ist, sondern allein von Jewe kommt (Vers 17). Nichts ist aus uns – alles ist Gnade!

  Nun, ihr Israeliten, gedenkt der treuen Führung Jewes und verherrlicht Ihn sowohl mit dem Mund als auch mit eurem ganzen

Gehorsam!

 

Kapitel 9

 

Warnung vor Selbstgerechtigkeit

 

1 Höre, Israel, du gehst am heutigen Tag über den Jordan, zu

kommen, um Nationen zu errechten, große und überaus starke, mehr

als du, Städte, große und (mit Mauern) umwehrte bis an die Himmel.

2 Ein großes und hohes hochgewachsenes Volk ist's, Söhne der Anakiter (Enakiter), die du, ja du, näher kennst, und von denen du, ja du, gehört hast: "Wer kann bestehen angesichts der Söhne Anaks?“

3 So erkennst du denn am heutigen Tag, dass Jewe, dein Elohim, ja Er,

der dir angesichts Hinübergehende ist als ein fressendes Feuer; Er, Er

wird sie vertilgen, und Er, Er wird sie beugen dir angesichts, und du

wirst sie entrechten und sie schnell verloren gehen lassen, so, wie

Jewe zu dir geredet hat.

4 Nicht sprich in deinen Herzen, wenn Jewe, dein Elohim, sie dir angesichts hinwegstiebt, sprechend: Infolge meiner Rechtfertigung (öffentlich erklärten Gerechtigkeit) brachte mich Jewe hierher, um dieses Land zu errechten, da doch Jewe infolge des Frevels dieser Nationen sie entrechtet, weg von deinem Angesicht.

5 Nicht infolge deiner Rechtfertigung und ob der Geradheit deines

Herzen kommst du hinein, um ihr Land zu errechten, sondern

infolge des Frevels dieser Nationen entrechtet Jewe, dein Elohim, sie,

weg von deinem Angesicht, und um das Wort erstehen zu machen

(in die Tat umzusetzen), das Jewe deinen Vätern, dem Abraham, den

Isaak und dem Jakob, zugeschworen hat.

6 So erkennst du denn, dass nicht infolge deiner Rechtfertigung

Jewe, dein Elohim, dir dieses gute Land gibt, es zu errechten;

denn ein Volk harten Genicks (hartnäckig) bist du.

 

  Wohl hatte Israel den Kampf aufzunehmen, aber der Sieg

kommt von Jewe (Spr. 21:31). Wie schnell könnten sie stolz werden!

Und wie leicht sieht man den Grund für den Sieg in der eigenen Gerechtigkeit! Dieser Dünkel aber wäre Sünde und würde Jewe die Ehre nehmen.

  Keinerlei Verdienst hat Israel; es liegt am verdienten gerechten Gericht Jewes über die Kanaaniter (Verse 4 + 5), im Grunde aber allein an der Liebe Jewes (5. Mose 7:8), die Ihn gegenüber Abraham, Isaak und Jakob schwören ließ. Und Vers 6 lässt deutlich werden, dass es angesichts der Hartnäckigkeit Israels nichts anderes als nur die Gnade Jewes sein kann, dass sie das Land erobern können.

  Dreimal bekommt Israel von Mose gesagt, dass es das Land nicht

um der eigenen Gerechtigkeit willen einnehmen wird. Solche Wiederholungen betonen die Aussage und erleichtern das Lernen, Auswendiglernen und Merken.

 

Erinnerung an das Versagen des Volkes

 

7 Gedenke, vergiss nicht, welcherweise du Jewe, deinen Elohim, in der Wildnis ergrimmt hast. Von dem Tage an, da du aus dem Land Ägypten herausgingst bis zu eurem Kommen zu diesem Ort wart ihr Erbitterer gegen Jewe.

8 Und am Horeb ergrimmtet ihr Jewe, und Jewe erzürnte Sich gegen

euch, euch zu vertilgen.

9 in (der Zeit), als ich auf den Berg hinaufstieg, um die steinernen Tafeln zu nehmen, die Tafeln des Bundes, den Jewe mit euch geschnitten hat. Und ich weilte auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte – Brot aß ich nicht, und Wasser trank ich nicht –

10 und Jewe gab mir die zwei steinernen Tafeln, beschrieben mit dem

Finger Elohims; und auf ihnen (war) gemäß all den Worten (geschrieben), die Jewe mit euch auf dem Berg aus der Mitte des Feuers am Tag der Versammlung geredet hat.

11 Und es geschah am Ende der vierzig Tage und vierzig Nächte, da gab mir Jewe die zwei steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes.

12 Und Jewe sprach zu mir: Steh auf, steige schnell hinab von diesem

(Ort), denn verdorben hat's dein Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast. Sie kehrten sich schnell ab von dem Weg, den Ich ihnen geboten habe; sie machten sich ein Gussbild.

13 Und Jewe sprach zu mir, sprechend: Ich sah dieses Volk, und da!

Ein Volk harten Genicks ist es.

14 Lass los von Mir (im Sinne von: dass Ich Mich entferne), und Ich

vertilge sie und wische ihren Namen aus unter den Himmeln,

dich aber mache Ich zu einer Nation, überaus stark und zahlreich,

mehr als sie.

15 Da wandte ich mich und stieg von dem Berg herab – und der

Berg war wie ein sich im Feuer Aufzehrender --, und die zwei

Tafeln des Bundes waren auf meinen beiden Händen.

16 Und ich sah, und da! Ihr hattet verfehlt gegenüber Jewe,

eurem Elohim. Ihr hattet euch ein Kalb als Gussbild gemacht,

hattet euch schnell abgekehrt von dem Weg, den Jewe euch geboten

hatte.

17 Da ergriff ich die zwei Tafeln und warf sie aus meinen beiden

Händen und zerbrach sie vor euren Augen.

18 Und ich fiel nieder angesichts Jewes wie anfänglich vierzig Tage und vierzig Nächte – Brot aß ich nicht, und Wasser trank ich nicht aufgrund all eurer Verfehlung, in welcher ihr verfehlt hattet im Tun des in den Augen Jewes Bösen, Ihn zu grämen.

19 Denn ich war entmutigt aufgrund des Angesichts des Zorns und

der Zorneshitze, worin Jewe über euch ergrimmt war, euch zu vertilgen. Und Jewe hörte auf mich auch noch in jenem Mal.

20 Auch gegen Aaron erzürnte sich Jewe überaus, ihn zu vertilgen,

und ich betete auch noch zugunsten Aarons in jener Zeit.

21 Und eure Verfehlung, die ihr gemacht habt: das Kalb, ich nahm

es und verbrannte es im Feuer und zerschlug es, es zermahlend, um

es wohl (perfekt) zu machen, bis es zu Staub zerdünnt war.

Und ich warf seinen Staub in den von dem Berg hinabstürzenden

Bach.

22 Auch in Tabera und in Massa und in Kibrot Hataawa ergrimmntet

ihr Jewe.

23 Und als Jewe euch von Kadesch Barnea aus entsandte, sprechend:

Steigt hinauf und errechtet das Land, das Ich euch gegeben habe, da erbittertet ihr gegen (den Befehl des) Mundes Jewes, eures Elohims, und nicht vertrautet ihr Ihm und nicht hörtet ihr auf Seine Stimme.

24 Erbitterer wart ihn gegenüber Jewe von dem Tage an, da ich euch

näher kannte.

 

  Die Geschichte Israels war eine des ständigen Versagens; sie waren

ungehorsam und widerspenstig und kränkten und erzürnten Jewe

viele Male. Und die Verehrung des goldenen Kalbs war extremer

Götzendienst und ein Schlag ins Angesicht Jewes. Allein die Tragkraft Jewes bezüglich dieser und der anderen Sünden konnte dazu

führen, dass sie das verheißene Land erlangen.

  Die Ereignisse, an die Mose erinnerte, sind in 2. Mose 32 aufgezeichnet. Zu Vers 22 siehe 4. Mose 11:3 + 34 sowie 2. Mose 17:2-7, und zu Vers 23 siehe 4. Mose 13:.26; 14:3.

 

Moses Fürbitte

 

25 Und ich fiel nieder angesichts Jewes – die vierzig Tage und die

vierzig Nächte, die ich mich niederfallen ließ –, denn Jewe hatte

gesprochen, euch zu vertilgen.

26 Und ich betete zu Jewe und sprach: Jewe, mein Herr, verdirb nicht

dein Volk und dein Losteil, das Du in Deiner Größe losgekauft hast,

das Du aus Ägypten herausgeführt hast mit Deiner mächtigen Hand.

27 Gedenke Du Deiner Diener, des Abraham, des Isaak und des Jakob.

Wende Dich nicht zu der Verhärtung dieses Volks und zu seinem

Freveln und zu seiner Verfehlung,

28 dass man in dem Land, aus dem Du uns heraufgeführt hast,

nicht spreche: Weil Jewe es nicht vermochte, sie zu dem Land zu bringen, von dem Er zu ihnen geredet hatte, und aufgrund Seines Hasses gegen sie führte Er sie heraus, um sie in der Wildnis zu töten.

29 Und (doch sind) sie Dein Volk und Dein Losteil, das Du herausgeführt hast infolge Deiner großen Kraft und infolge Deines ausgestreckten Arms.

 

  Ohne die Fürbitte Moses – was wäre aus dem verhärteten und untreuen Volk geworden? Mose liebte sein Volk und setzte sich für es ein, aber mehr noch ging es ihm um die Ehre Jewes, dem allein alle Ehre gebührt und der sehr wohl fähig ist, Seine Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob vor den Augen der Nationen und damit zur Belehrung der Menschheit zu erfüllen. Der Lobpreis sei dem Erbarmen Jewes!

 

 

 

Der Elohim der Elohim

(5. Mose 10-13)

 

Kapitel 10

 

Die zwei steinernen Tafeln

 

1 In jener Zeit sprach Jewe zu mir: Meißle dir zwei steinerne

Tafeln wie die ersten, und steige zu Mir herauf auf den Berg.

Und du machst dir eine Lade aus Holz.

2 Und Ich werde auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den

ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast, und du legst sie in

die Lade.

3 Und ich machte eine Lade aus Akazienholz und meißelte zwei steinerne Tafeln wie die ersten und stieg hinauf auf den Berg, und

die zwei Tafeln waren in meiner Hand.

4 Und Er schrieb auf die Tafeln gemäß der ersten Schrift die zehn

Worte, die Jewe zu euch geredet hat am Berg aus der Mitte des Feuers

am Tag der Versammlung; und Jewe gab sie mir.

5 Und ich wandte mich und stieg von dem Berg hinab. Und ich

legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte, und sie wurden

dort (befunden), so wie Jewe mir geboten hatte.

6 Und die Söhne Israels zogen weg von Beerot Bene-Jaakan

nach Moserah. Dort starb Aaron und wurde dort begraben, und

sein Sohn Eleasar tat an seiner statt Priesterdienst.

...

 

  Auf Moses Fürbitte hin (5. Mose 9:25-29) vertilgte Jewe Israel nicht, zumal das Zerbrochensein der Tafeln einen gewissen Schutz für Israel vor der Vernichtung darstellte, „denn das Gesetz bewirkt Zorn; wo aber kein Gesetz ist, gibt es auch keine Übertretung" (Röm. 4:15).

  Dreißig Tage trauerte das Volk um Aaron (4. Mose 20:28,29; 33:38)

 

Die Aussonderung der Leviten

 

7 Von dort zogen sie weg nach Gudgodah und von Gudgodah nach Jotbatah, einem Land mit Wasserbächen (4. Mose 33:33).

8 In Jener Zeit schied Jewe den Stamm des Levi ab, um die Lade

des Bundes Jewes zu tragen, angesichts Jewes zu stehen, Ihm zu

amtieren und in Seinem Namen zu segnen; so ist's bis zu diesem Tag.

9 Darum wurde dem Levi kein Anteil (am Land) und Losteil (Stammesgebiet) mit seinen Brüdern (zugelost); Jewe Selbst ist sein Losteil, so wie Jewe, dein Elohim, ihn betreffend geredet hat.

...

 

  Jene Zeit (Vers 8), die Zeit der Absonderung des Stammes Levi, war

die am Berg Sinai (4. Mose 8:6,14; 18:23,24; 26:62).

 

Nochmalige Fürbitte Moses

 

10 Und ich, ich stand auf dem Berg wie in den ersten Tagen,

vierzig Tage und vierzig Nächte, und Jewe hörte auf mich auch

noch in jenem Mal; nicht willigte Jewe ein, dich zu verderben.

11 Und Jewe sprach zu mir: Steh auf, geh zu dem Zug (den Wegziehenden), vor dem Volk her, sodass sie hineinkommen und das

Land errechten, das Ich ihren Vätern zugeschworen habe, es ihnen zu geben.

...

Was erfragt Jewe von dir?

 

12 Und nun, Israel, was erfragt (erbittet) Jewe, dein Elohim,

von dir, als nur Jewe, deinen Elohim zu fürchten, auf all Seinen

Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und Jewe, deinem Elohim,

zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit all deiner Seele;

13 zu hüten die Gebote Jewes und Seine Satzungen, die Ich dir am

heutigen Tag gebiete, dir zum Guten.

14 Da! Denn Jewe, deinem Elohim, sind die Himmel und die Himmel

der Himmel, die Erde und alles, was in ihr ist.

15 Nur deinen Vätern strebte Jewe zu, sie zu lieben, und Er erwählte

aus ihrem Samen die nach ihnen (Kommenden), ja euch (erwählte Er)

aus all den Völkern.

16 Und so beschneidet ihr die Vorhaut eures Herzens und verhärtet

nicht nochmals euer Genick,

17 denn Jewe, euer Elohim, Er ist der Elohim der Elohim und der

Herr der Herren, der El, der große, mächtige und gefürchtete, der

das Angesicht nicht (parteiisch bevorzugend) erhebt und keine

Bestechung nimmt,

18 der dem Verwaisten und der Witwe Recht verschafft und der den

Beisassen liebt, dass Er ihm Brot und Kleidung gibt.

19 Und so liebt ihr auch den Beisassen, denn Beisassen wart ihr

im Land Ägypten.

20 Jewe, deinen Elohim, fürchtest du, Ihm dienst du, und Ihm

hangst du an, und in Seinem Namen schwörst du.

21 Er ist dein Lob (dein Ruhm; das, was dich lobt), und Er ist dein

Elohim, der an dir das Große und diese gefürchteten (Dinge) getan hat, die deine Augen gesehen haben.

22 Zu siebzig Seelen stiegen deine Väter nach Ägypten hinab,

und nun machte dich Jewe, dein Elohim, wie die Sterne der Himmel, sodass ihr viele seid.

...

 

  Nun, Israel, was erfragt Jewe von dir? Die grundlegende Anweisung

des Verses 12 für den Wandel Israels in Treue und Wohlverehrung

wird viele Male ausgesprochen (3. Mose 19:18; 5. Mose 6:5; 11:13; 30:16; Mat. 22:37; Mark. 12:30; Luk. 10:27). Lieben soll Israel Jewe; hierzu stellt Jesus klar: „Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt" (Joh. 14:21).

  Die Himmel der Himmel, ja das All ist des Herrn (Vers 14). Er ist der allgewaltige und souveräne Gott und Verfüger. Jesus Christus „trägt das All durch Sein machtvolles Wort" (Heb. 1:3).

  Zu den Himmeln gehören auch die überhimmlischen Bereiche, die

über dem sichtbaren Firmament, in denen wir, die Leibesgemeinde,

in den zwei zukünftigen Äonen niedergesetzt sein werden (Eph. 1:3;

2:6; 2. Tim. 4:18).

  Der Herr über alle Menschen hat sich den Samen Abrahams erwählt

(Vers 15; Ps. 105:6), um sie alle zu segnen (1. Mose 12:3). Abrahams

Nachkommen sind Jewes Auserwählte, soweit sie nicht Kinder des

Fleisches, sondern der Verheißung sind (Röm. 9:6-8). Jewe hat Israel

zuerst geliebt, wie an der Auserwählung zu ersehen; solcherweise

geliebt, können sie nun Jewe lieben.

  Beschneiden sollen sie die Vorhaut ihres Herzens, ablegen sollen

sie fleischliches Verhalten (Vers 16). “Denn nicht der ist Jude, der

es sichtbar ist; noch ist das Beschneidung, was sichtbar am Fleisch geschieht; sondern der ist Jude, (der es innerlich), im Verborgenen, ist; und Beschneidung der Herzens ist im Geist, nicht im Buchstaben" (Röm. 2:28,29).

  Übrigens sind auch wir, die Glieder der Gemeinde, die Christi Leib

ist (Eph. 1:23), beschnitten (Phil. 3:3), und zwar in der Beschneidung

des Christus, durch Seinen Tod (Kol. 2:11).

  Jewe, der Elohim der Elohim (Vers 17), ist der Höchste über allen, "der König der Könige und der Herr der Herren“ (1. Tim. 6:15; Off. 17:14). Ihm, „dem König der Äonen, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott sei Ehre und Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!" (1. Tim. 1:17).

  Dieser “Vater der Herrlichkeit" (Eph.1:17) ist zugleich “der Vater

des Mitleids und Gott allen Zuspruchs" (2. Kor. 1:3), der Sich um

die Witwen und Waisen kümmert und ein Herz für die Armen

und die Fremdlinge hat (Ver 18).

  Siebzig Seelen (es wurden nur die männlichen gezählt) (Vers 22) zogen einst unter Jakob nach Ägypten (1. Mose 46:26,27; 2. Mose 1:5). Jetzt betrug die Zahl der wehrfähigen Männer und der dienstfähigen Leviten rund 625.000 (4. Mose 2:32; 3:39). Schon damals deutete es sich an, und im Tausendjahrreich und vollends auf der neuen Erde wird es so sein, dass Israel so zahlreich wie die Sterne der Himmel ist, wie bereits dem Abraham verheißen (1. Mose 15:5).

 

 

Kapitel 11

 

Die großen Taten Jewes

 

1 Und so liebst du Jewe, deinen Elohim, und hütest, ja hast Seine

Obhut (die dir obliegende Obhut) und (hütest) Seine Satzungen

und Seine Rechtsetzungen und Seine Gebote all die Tage.

2 Und ihr erkennt am heutigen Tag – denn nicht euren Söhnen

(ist's gesagt), die nicht erkannt und nicht gesehen hatten –

die Züchtigung Jewes, eures Elohims, Seine Größe, Seine mächtige Hand und Seinen ausgestreckten Arm

3 und Seine Zeichen und Seine Werke, die Er inmitten Ägyptens

dem Pharao tat, dem König Ägyptens, und seinem ganzen Land,

4 und was Er dem Heer Ägyptens getan hat, seinen Rossen und

seinen Fahrzeugen (Streitwagen), da Er die Wasser des Schilfmeers

über ihr Angesicht fluten ließ, als sie (euch) hinter euch her verfolgten, und Jewe (gab) sie verloren bis zum heutigen Tag,

5 und was Er euch in der Wildnis getan hat, bis ihr zu diesem Ort kamt,

6 und was Er dem Datan und dem Abiram tat, den Söhnen

Eliabs, des Sohnes Rubens, als die Erde ihren Mund aufsperrte und sie verschlang und ihre Häuser und ihre Zelte und all den Bestand (Gegenstände, Tross) auf ihren Fußspuren inmitten ganz Israels;

7 denn eure Augen sahen all die großen Werke Jewes, die Er getan hat.

...

 

  Diese großen Taten Jewes verpflichteten Israel zur hingebungsvollen Beachtung seiner Gebote. Nicht die Kinder ermahnte Mose

jetzt (Vers 2), sondern die, die all die Wunder erlebt hatten. Diese waren aufgefordert, ihre Kinder zu lehren (5. Mose 6:7,20-25).

  Vierzig Jahre lang war Israel in der Schule Jewes, um Ihn kennen zu lernen und ihren Gehorsam einzuüben. Auch aus den Gerichten Jewes, zum Beispiel über Datan und Abiram (4. Mose 16), konnten sie nur lernen.

 

Ein fruchtbares Land ist´s

 

8 Und so hütet ihr all das Gebot, das ich dir am heutigen Tag gebiete,

damit ihr Halt habt und hineinkommt und das Land errechtet,

wohin ihr hinübergeht, um es zu errechten,

9 und damit ihr eure Tage vermehrt auf dem Erdboden, den Jewe

euren Vätern zugeschworen hat, ihn ihnen zu geben und ihrem Samen, ein Land, das von Milch und Honig fließt.

10 Denn das Land, wohin du kommst, es zu errechten, nicht wie

das Land Ägypten ist es, aus dem ihr herausgegangen seid, wo du

deinen Samen sätest und ihn tränktest infolge (des Schöpfradtretens) deines Fußes wie einen Garten des Grünen (des Gemüses),

11 sondern das Land, wohin ihr hinübergeht, es zu errechten,

ist ein Land der Berge und Täler – von dem Regen der Himmel trinkt es Wasser ,

12 ein Land, dem Jewe, dein Elohim, nachforscht (auf das Er Acht hat); stets sind die Augen Jewes, deines Elohims, darauf (gerichtet), vom Anfang des Jahres bis zur Späte des Jahres.

13 Und es wird geschehen: Wenn ihr auf meine Gebote hört, ja hört,

die ich euch am heutigen Tag gebiete, Jewe, euren Elohim, zu lieben

und Ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele,

14 so werde Ich den Regen eures Landes in seiner Zeit geben, Erstregen und Spätregen, und du wirst dein Getreide einsammeln

und deinen Süßwein und dein frisch ausgepresstes (Öl).

15 Und Ich werde Kräuter auf dein Gefild geben für dein Getier,

und du wirst essen und satt werden.

16 Hütet euch, ja euch, dass euer Herz nicht (fremden Einflüssen)

zugänglich wird und ihr euch abkehrt und anderen Elohim dient

und euch ihnen huldigend hinwerft

17 und der Zorn Jewes gegen euch entbrennt und Er die

Himmel einhält und kein Regen sein wird und der Erdboden

seinen Ertrag nicht gibt und ihr schnell verloren geht, weg von

dem guten Land, das Jewe euch gibt.

...

 

  In Ägypten regnete es kaum, alles Wasser musste geschöpft und

über Kanäle verteilt sowie auch wie zum Beispiel bei Gemüsegärten

gegossen werden. In Israel aber gab Jewe im Herbst (September/

Oktober) den Frühregen, der die Saat keimen ließ, und im Frühjahr

(März/April) den Spätregen, der die Frucht reifen ließ, die dann im Mai oder Juni geerntet wurde.

  An Gottes Segen ist alles gelegen, heute unabhängig vom Verhalten der Menschen, denn Gott ist mit ihnen allen versöhnt (2. Kor. 5:19); damals aber hing der Segen aufgrund des Gesetzesbundes

unübersehbar von der Treue des  wie bereits gesagt – in der

Schule Gottes stehenden Volkes ab.

 

 

 

Das Wort Jewes sei Israel immer gegenwärtig

 

18 Und ihr legt diese meine Worte auf euer Herz und auf eure

Seele und ihr knüpft sie als Zeichen auf eure Hand, und sie

seien als Gebinde zwischen euren Augen,

19 und ihr lehrt sie eure Söhne, indem (ihr) diese Worte gebraucht,

wenn du in deinem Haus bist und auf deinem Weg gehst und

wenn du liegst und wenn du aufstehst,

20 und du schreibst sie auf die Pfosten deines Hauses und

an deine Tore,

21 damit sich eure Tage mehren und die Tage eurer Söhne

auf dem Erdboden – den Jewe euren Vätern zugeschworen

hat, (ihn) ihnen zu geben – wie die Tage der Himmel

über der Erde.

22 Denn wenn ihr all dieses Gebot hütet, ja hütet, das ich

euch gebiete, es zu tun, (nämlich) Jewe, euren Elohim, zu

lieben, auf all Seinen Wegen zu gehen und Ihm anzuhangen,

23 so wird Jewe euch angesichts all diese Nationen entrechten,

und ihr entrechtet Nationen, größere und viel stärkere als ihr.

24 Jeder Ort, den eure Fußsohle betritt, wird euch (zu eigen),

von der Wildnis und dem Libanon, von dem Strom, dem

Strom Euphrat, bis zum westlichen Meer wird eure Grenze sein.

25 Niemand wird sich gegen euer Angesicht aufstellen; euer

Angstverbreitendes und euer Furchterregendes wird Jewe, euer

Elohim, über das Angesicht all des Landes geben, das ihr betreten

werdet, so wie Er zu euch geredet hat.

...

 

  Entsprechend der Ermahnung, das Wort Jewes stets im Herzen

zu haben, schreibt der Apostel Paulus uns: „Lasst das Wort Christi

euch reichlich innewohnen, belehrt und ermahnt auch gegenseitig in

aller Weisheit" (Kol. 3:16).

  Die Tage Israels auf der Erde werden sich mehren und so viele sein,

wie die Tage der Himmel über der Erde (Vers 21), das bedeutet:

solange die Erde besteht , also bis zum Abschluss der Äonen.

  Das zukünftige Gebiet Israel wird von der Wildnis Sinai bis

zum Libanon und vom Mittelmeer bis zum Euphrat reichen (Vers 24).

Wegen ihres Ungehorsams ist dies bislang noch nicht geschehen.

  Der Schrecken vor Israel fiel zur Zeit der Landnahme auf Kanaan. Die Hure Rahab in Jericho wusste darum (Jos. 2:9).

 

Segen und Fluch

 

26 Siehe, am heutigen Tag lege ich Segnung und Fluch vor euer

Angesicht:

27 die Segnung, darum, dass ihr auf die Gebote Jewes, eures Elohims,

hört, die ich euch am heutigen Tag gebiete,

28 und den Fluch, wenn ihr nicht auf die Gebote Jewes, eures Elohims, hört und wenn ihr euch abkehrt von dem Weg – den ich euch am heutigen Tag gebiete –, um hinter anderen Elohim herzugehen,

die ihr nicht näher kanntet.

29 Und es sei: So denn Jewe, dein Elohim, dich zu dem Land

bringt, wohin du kommst, es zu errechten, so gibst du

die Segnung auf den Berg Garizim und den Fluch auf den Berg Ebal.

30 Sind sie nicht jenseits (das meint hier: westlich) des Jordans

hinter dem Weg gen Sonnenuntergang im Land des Kanaaniters,

dem Bewohner der Steppe, gegen Gilgal (erster Lagerplatz nach dem

Überqueren des Jordans), neben den Götterbäumen (Terebinthen) Mores (Hain bei Sichem)?

31 Denn ihr geht über den Jordan, um hineinzukommen,

das Land zu errechten, das Jewe, euer Elohim, euch gibt; und ihr

werdet es errechten und in ihm wohnen.

32 Und ihr hütet, dass ihr all die Gesetze und die Rechtsetzungen tut, die ich am heutigen Tag vor euer Angesicht lege.

...

 

  Die beiden Berge Garizim und Ebal (Vers 29) liegen nahe bei

Sichem im Losteil Ephraims. Der Garizim ist der Berg der Segnung

und der Ebal der Berg der Fluchs. Der Erstgenannte ist übrigens

fruchtbar, der andere kahl.

  Entsprechend der Anweisung Moses baute Josua auf dem Ebal einen Altar (5. Mose 27:4.5; Jos. 8:30) und hieß die sechs Stämme Simeon, Levi, Juda, Issachar, Joseph und Benjamin sich auf dem Berg Garizim aufstellen sowie die sechs Stämme Ruben, Gad, Ascher, Sebulon, Dan und Naphtali am Berg Ebal einfinden

(5. Mose 27: 12,13; Jos. 8:33). Und dann rief Josua alle Worte der Tora aus, die Segnung und den Fluch, alles, was Mose aufgeschrieben hatte (Jos. 8:34).

  Die Versammlung des ganzen Volkes an den beiden Bergen diente zur Einschärfung der Gebote und zur eindringlichen, unvergesslichen Darstellung, dass Israel in der Spannung von gut und böse steht. Das Gute und das Böse wurde ihnen vorgelegt.

 

Kapitel 12

 

Vorschriften für den Gottesdienst

 

1 Dies sind die Gesetze und die Rechtsetzungen, die ihr hütet,

sie zu tun im Land, das Jewe, der Elohim deiner Väter, dir gegeben

hat, es zu errechten, all die Tage, die ihr auf dem Erdboden lebt.

2 All die Orte gebt ihr verloren, zu verloren, wo die Nationen, die

ihr errechtet, ihren Elohim gedient haben, (die Orte) auf den hohen

Bergen und auf den Hügeln und unter jedem üppigen Baum.

3 Und ihr brecht ihre Altäre ab und zerbrecht ihre Götzenstandbilder,

und ihre Ascherim (hölzernen Götzenfiguren) verbrennt ihr im Feuer,

und die Götzenskulpturen ihrer Elohim haut ihr ab, und lasst ihren Namen aus jenem Ort verloren gehen.

4 Nicht tut ihr also dem Jewe, einem Elohim,

5 sondern (ihr kommt) zu dem Ort, den Jewe, euer Elohim, erwählen wird aus all euren Stämmen, Seinen Namen dort festzulegen.

Seinem Wohnort forscht ihr nach (habt ihr im Sinn), und dorthin

kommst du

6 und dorthin bringt ihr eure Hinaufweihegaben (Brandopfer) und

eure Opfer und eure Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und

eure Gelübde und eure freiwilligen Spenden und die Erstlinge

eures Rindviehs und eures Kleinviehs;

7 und ihr esst dort angesichts Jewes, eures Elohims, und ihr freut euch bei jedem Ausstrecken eurer Hand (bei allem Verrichten eurer Arbeit), ihr und eure Häuser (das meint: Familien), womit Jewe, dein Elohim, dich gesegnet hat.

8 Nicht tut ihr dort gemäß allem, was wir hier am heutigen Tag

tun, indem ein jeder all das in seinen Augen Gerade tut.

9 Denn nicht kamt ihr bis jetzt zu der Ruhestatt und zu dem

Losteil, das Jewe, dein Elohim, dir gibt.

10 Und so ihr über den Jordan gegangen seid und in dem Land

wohnt, das Jewe, euer Elohim, euch zulost, und Er euch Ruhe bereitet hat, weg von all einen Feinden ringsum, sodass ihr

in Sicherheit wohnt,

11 so sei es: Der Ort, den Jewe, euer Elohim, erwählen wird,

Seinen Namen dort wohnen zu lassen, dorthin bringt ihr

alles, was ich euch gebiete: eure Hinaufweihegaben und eure Opfer,

eure Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und alles Erlesene eurer

Gelübde, die ihr Jewe geloben werdet.

12 Und ihr freut euch angesichts Jewes, eures Elohims, ihr und eure

Söhne und eure Töchter und eure Diener und eure Mägde (auch:

Ammen) und der Levit, der innerhalb eurer Tore ist, denn er hat

keine Zuteilung und (kein) Losteil zusammen mit euch.

13 Hüte dich, ja dich, dass du nicht hinaufweihst deine Hinaufweihegaben an jedem Ort, den du siehst,

14 sondern an dem Ort, den Jewe in einem deiner Stämme erwählen

wird, dort weihst du deine Hinaufweihegaben hinauf, und dort

tust du alles, was ich dir gebiete.

...

 

  Israel sollte nicht in Versuchung geraten, Götzen anzubeten; deshalb waren alle Götzenbilder zu zerstören (Vers 3).

  Jewe werde einen bestimmten Ort erwählen, wo Er gegenwärtig

sein wolle (Vers 5); nur dort waren die Gaben und Opfer darzubringen (Verse 5, 11, 14). Der Ort konnte wechseln, zumal das Zelt

des Zeugnisses ohnehin fortbewegt werden konnte. Zuerst stand das Heiligtum in Schilo (Silo) (Jos. 18:1), dann in Sichem (Jos. 24:1,25, 26), dann in Gibeon (1. Chron. 16:39,40), des Weiteren im Hause Abinadabs (1. Sam. 7:1) und im Hause Obed Edoms (2. Sam. 6:11) und schließlich in Jerusalem (2. Sam. 6:12).

  Die mannigfachen Gaben und Opfer werden im 3. Buch Mose im Einzelnen bestimmt (Vers 6). Manche Darbringungen wurden von

dem Priester und dem Opfernden samt seiner Familie gemeinsam 

gegessen. In der Gegenwart Jewes ging es dabei ehrfurchtsvoll und fröhlich zu (Verse 7 + 12).

  Im verheißenen Land sollte nicht mehr so gehandelt werden (Vers 8), wie es bislang gemäß 3. Mose 17:3,4 geschah, dass man nämlich die Opfertiere im Lager oder auch außerhalb des Lagers schächtete. An dem bestimmten Ort hatte dies künftig zu geschehen.

  Die Leviten (Vers 12) – sie hatten kein eigenes Stammesgebiet –

taten für alle Stämme Dienst am Zelt des Zeugnisses und waren

daher von diesen zu versorgen.

 

Vom profanen und vom geheiligten Fleisch

 

15 Doch nach allem Vorhaben deiner Seele darfst du schlachtopfern

und Fleisch essen gemäß der Segnung Jewes, deines Elohims,

die Er dir innerhalb deiner Tore gegeben hat; der Bemakelte und

der Reine dürfen es essen, wie (sie) die stattliche (Gazelle) und wie sie

den Hirsch (essen dürfen).

16 Nur das Blut esst ihr nicht; auf das Land schüttest du es wie Wasser.

17 Nicht kannst du innerhalb deiner Tore essen: den Zehnten deines

Getreides und deines Süßweins und deines frisch gepressten (Öls) noch die Erstlinge deines Rindviehs und deines Kleinviehs, noch all

deine Gelübde, die du gelobst, noch deine freiwilligen Spenden, noch

das Hebopfer deiner Hand,

18 sondern angesichts Jewes, deines Elohims, isst du es an dem Ort, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Diener und deine Magd (auch: Amme) und der Levit, der innerhalb deiner Tore ist; und du freust dich angesichts Jewes, deines Elohims, bei jedem Ausstrecken (jeder verrichteten Arbeit) deiner Hand.

19 Hüte dich, ja dich, dass du den Leviten nicht verlässt all deine Tage auf deinem Erdboden.

20 So denn Jewe, dein Elohim, deine Grenze weitet – so wie Er

zu die geredet hat –, und du sprichst: Ich will Fleisch essen!,

denn deine Seele verlangt, Fleisch zu essen, so darfst du nach

allem Vorhaben deiner Seele Fleisch essen.

21 So denn der Ort dir zu fern ist, den Jewe, dein Elohim, erwählen

wird, Seinen Namen dort festzulegen, so schlachtopferst du von deinem Rindvieh und von deinem Kleinvieh, das Jewe dir gegeben hat – so wie ich dir gebot –, und du darfst es innerhalb deiner Tore essen

nach allem Vorhaben deiner Seele.

22 Nur ebenso, wie die stattliche (Gazelle) und der Hirsch gegessen

werden, ebenso isst du es; der Bemakelte und der Reine, sie dürfen

es vereint (zusammen) essen.

23 Nur habe (festen inneren) Halt, nimmer das Blut zu essen, denn

das Blut, es ist die Seele, und nicht isst du die Seele mit dem Fleisch.

24 Nicht isst du es: auf das Land schüttest du es wie Wasser.

25 Nicht isst du es, damit es dir wohl ergehe und deinen Söhnen

nach dir, denn du tust das in den Augen Jewes Gerade.

26 Nur deine heiligen (Darbringungen), die dir werden (die auf dich zu tun zukommen), sie trägst du (lädst du dir auf) und kommst zu dem Ort, den Jewe erwählen wird.

27 Und deine Hinaufzuweihenden (Brandopfer), das Fleisch und

das Blut, machst du auf dem Altar Jewes, deines Elohims, bereit,

und das Blut deiner Opfer wird an den Altar Jewes, deines Elohims,

ausgeschüttet, aber das Fleisch darfst du essen.

28 Hüte dies, und du hörst all diese Worte, die ich dir gebiete,

damit es dir wohl ergehe und deinen Söhnen nach dir bis zum

Äon, denn du tust das in den Augen Jewes, deines Elohims, Gute

und Gerade.

...

 

  Auf seinem Grundstück durfte jeder Israelit das Fleisch

auch seiner als Opfer geeigneten Haustiere essen, ebenso wie man

das Fleisch der Wildtiere aß. Reine und unreine Menschen durften

es essen, denn der Ort war ja nicht heilig (Verse 15, 20-22). Die in der

Tora vorgeschriebenen Gaben und Opfer aber waren im Heiligtum

zu erbringen (Verse 17, 18, 26, 27).

  Nur das Blut durfte in keinem Fall gegessen werden (Verse 16, 23-

25), denn es symbolisiert die lebende Seele (solange das Blut zirkuliert, lebt das Geschöpf) und dient zur Sühnung der Sünden

(3. Mose 17: 11, 14). Das Blut Jesu Christi aber erst ist das vollkommene und alles vollendende, das die Sünden nicht mehr nur schirmt (zudeckt), sondern ganz und gar wegnimmt (Heb. 9: 12-14; 10.2-4). Jesus, Er Selbst, ist die Sühne für alle Sünden (1. Joh. 2:2; 4:10; Röm. 3:25).

 

Warnung vor Götzendienst

 

29 So denn Jewe, dein Elohim, die Nationen abschneidet, wohin du

kommst, sie zu errechten durch dein Angesicht (Entgegentreten),

und du errechtest sie und wohnst in dem Land,

30 so hüte dich, ja dich, dass du nicht in Schlingen (gelegt) wirst – ihnen nachfolgend – nach ihrem Vertilgtsein weg von deinem Angesicht, und dass du nicht ihren Elohim nachforschst, sprechend: Ach, wie dienten diese Nationen ihren Elohim! So will ich ebenso tun, auch noch ich

31 Nicht tust du also dem Jewe, deinem Elohim, denn alles, was

dem Jewe ein Gräuel ist, den Er hasst, taten sie ihren Elohim;

denn auch noch ihre Söhne und ihre Töchter verbrannten sie

ihren Elohim im Feuer.

...

 

  Wahnhaft und grauenhaft war der Götzendienst der Kanaaniter,

verbunden mit allen sexuellen Perversitäten, gar ihre Kinder opferten

sie. Und was sie opferten, opferten sie den Dämonen (1. Kor. 10:20).

Ihre Vernichtung war gerecht, zumal Jewe noch zugewartet hatte,

bis ihr Sündenmaß voll war (1. Moe 15:16).

  Die Warnung vor dem Götzendienst war wegen der Schwachheit

des Fleisches absolut notwendig. Leider aber beachtete Israel

die Worte Moses nicht (2. Kön. 17: 6-17).

 

Kapitel 13

 

Verhalten gegenüber Verführern und falschen Propheten

 

1 All das Wort, das ich euch gebiete: ihr hütet es, um es zu tun;

nicht fügst du (etwas) auf es hinzu, und nicht minderst du (etwas)

von ihm.

 

 

Gegenüber einem falschen Propheten

 

2 So dann in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder ein Träume

Träumender und er gibt dir ein Zeichen oder einen überzeugenden

Beweis,

3 und das Zeichen oder der überzeugende Beweis (das Wunder)

kommt, von denen er zu dir geredet hat, sprechend: Wir wollen

hinter anderen Elohim hergehen, die du nicht näher kanntest,

und ihnen dienstbar werden!,

4 so hörst du nicht auf die Worte jenes Propheten oder auf den

die Träume Träumenden, denn Jewe, eurer Elohim, erprobt euch,

um zu erkennen, ob es so ist, dass ihr Jewe, euren Elohim, liebt

mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele.

5 Hinter Jewe, eurem Elohim, geht ihr her, und Ihn fürchtet ihr,

und auf Seine Stimme hört ihr, und Ihm dient ihr, und Ihm

hangt ihr an.

6 Aber jener Prophet oder jener Träume Träumende wird getötet,

denn er redete Widerspenstigkeit wider Jewe, euren Elohim – den,

der euch aus dem Land Ägypten herausführte, und den, der dich

loskaufte aus dem Haus der Dienstschaft –, um dich zu versprengen von dem Weg weg, auf welchem dir Jewe, dein Elohim, zu gehen gebot. Und so zehrst du hinweg das Böse aus deiner Mitte.

  

 

  Im Volk Gottes haben böse Menschen keinen Platz. Nicht jeder, der

zu Jesus sagt: Herr! Herr!, wird im tausendjährigen Königreich leben,

sondern nur, „wer den Willen Meines Vaters in den Himmeln tut“

(Mat. 7:21). Israel wird eine „heilige Nation“ sein (1. Petr. 2:9).

  Wunder! Auch der Satan tut Wunder (2. Kor. 11:13-15; Eph. 6:11;

2. Thess. 2:9; Off. 12:9).

 

Gegenüber verführerischen Angehörigen

 

7 So denn dein Brüder, der Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn

oder deine Tochter oder die Frau deines Busens oder dein Genosse,

der dir wie deine Seele ist, dich heimlich verleitet, sprechend: Wir

wollen gehen und anderen Göttern dienen!, die du nicht näher

kanntest, du und deine Väter;

8 jene sind von den Elohim der Völker, die rings um euch sind,

der dir nahen oder der von dir fernen, von einem Ende der Erde bis (zum anderen) Ende der Erde:

9 Nicht willigst du ihm ein, und nicht hörst die auf ihn, und

nicht verschont dein Auge ihn, und nicht verschonst du, und

nicht bedeckst du ihn (deckst du es zu),

10 sondern du bringst ihn um, ja bringst ihn um: deine Hand soll

zuerst wider ihn sein, ihn zu töten, und später die Hand all des

Volks.

11 Und du steinigst ihn mit Steinen, sodass er stirbt, denn er suchte

dich zu versprengen von Jewe, deinem Elohim, weg, dem, der

dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, aus dem Haus der Dienstschaft.

12 Und ganz Israel, sie hören´s und fürchten (sich), und nicht tun

sie weiterhin etwas wie diese böse Sache in deiner Mitte.

...

 

  Andere Götter zu verehren als Jewe allein verdient den Tod.

Sogar geliebte Personen können einen Israeliten verleiten. Auch

unser Herr Jesus sprach davon: „Des Menschen Feinde werden

seine eigenen Hausgenossen sein" (Mat. 10:36).

 

Gegenüber einer ganzen Stadt

 

13 So denn du (sprechen) hörst in einer deiner Städte, die

Jewe, dein Elohim, dir gibt, dort zu wohnen, sprechend:

14 Mannen, Söhne der Niedertracht, gingen aus deiner Mitte

hervor und versprengten (vertrieben von Jewe weg) die Bewohner

ihrer Stadt, sprechend: Wir wollen gehen und anderen Elohim

dienen! – die ihr nicht näher kanntet,

15 so forschst du nach und untersuchst und erfragst

sorgfältig, und da! Wahrheit (ist's), bereitet worden ist die

Sache (die Tatsache besteht), dieser Gräuel wurde in deiner Mitte

getan:

16 du schlägst, ja schlägst die Bewohner jener Stadt mit dem

Mund des Schwerts. Verbanne (vernichte) sie (die Stadt) und alles, was in ihr ist, und ihr Getier mit dem Mund des Schwerts.

17 Und all ihre Beute scharst du zur (häufst du auf in der) Mitte ihres Platzes, und du verbrennst im Feuer die Stadt und all ihre Beute gänzlich dem Jewe, deinem Elohim; und sie wird ein (Hügel mit) Abhang für den Äon, nicht wird sie nochmals erbaut werden.

18 Und nicht soll deiner Hand etwas von dem Bannenden

(in Bann Bringenden) anhangen, damit Jewe vom Entbrennen

Seines Zorns umkehrt und dir Erbarmungen gibt und Sich deiner

erbarmt und dich mehrt, so wie Er deinen Vätern zugeschworen

hat,

19 so denn du auf die Stimme Jewes, deines Elohims, hörst,

all Seine Gebote zu hüten, die ich dir am heutigen Tag gebiete,

das in den Augen Jewes, deines Elohims, Gerade zu tun.

...

 

  Nichts soll von der untreuen, abgefallenen Stadt übrig bleiben,

gar nichts von ihr soll noch verwertet werden. Götzendienst ist

mit Stumpf und Stiel auszutilgen. Die Bestrafung darf nicht

zum Gewinn für andere werden, ansonsten wäre eine objektive

Beurteilung des Sachverhalts nicht möglich.

 

 

 

Der Zehnte, das Sabbatjahr, die drei Hauptfeste

(5. Mose 14-17)

 

Kapitel 14

 

Verbot heidnischer Trauerbräuche

 

1 Söhne seid ihr dem Jewe, eurem Elohim. Nicht schneidet

ihr euch Ritzmale ein, und nicht legt ihr euch eine Glatze

zwischen euren Augen an für einen Toten.

2 Denn ein heiliges Volk bist du dem Jewe, deinem Elohim,

und dich erwählte Jewe, Ihm zum Volk des Sonderguts zu werden

aus all den Völkern, die auf dem Angesicht des Erdbodens sind.           ...

 

  "Werdet, dem Heiligen gemäß, der euch berufen hat, selbst

Heilige in allem Verhalten, weil geschrieben ist (3. Mose 19.2): Heilige sollt ihr sein; denn Ich bin heilig“ (1. Petr. 1: 15,16). Als Ebenbilder Elohims verunstalten Heilige ihren Körper nicht.

 

Reine und unreine Tiere

 

3 Nicht isst du irgendeinen Gräuel.

4 Dies ist das Getier, das ihr essen dürft: den Stier, das Lamm

der Schafe und das Lamm der Ziegen,

5 den Hirsch und die stattliche (Gazelle) und das Damwild und

Steinbock und Strotzer (Gazellen- oder Antilopenart) und

Antilope und Bergziege

6 und jedes Getier, das gespaltene Klauen hat, das auch in

beiden Klauen einen Schlitz hat, und das wiederkäuende

Getier, jenes dürft ihr essen.

7 Jedoch dies esst ihr nicht von den Wiederkäuenden und von

den gespaltene Klauen Habenden, deren Klaue geschlitzt ist:

das Kamel und den Hasen und den Klippdachs, denn sie sind

zwar wiederkäuendes Getier, haben aber keine gespaltene

Klaue: Bemakelte sind sie euch.

8 Und das Schwein esst ihr nicht, denn es hat zwar gespaltene

Klauen, käut aber nicht wieder: bemakelt ist es euch. Von

ihrem Fleisch esst ihr nicht, und ihre Leiche berührt ihr nicht.

9 Dies dürft ihr essen von allem, was in den Wassern ist:

alles, was Flosse und Schuppe hat, dürft ihr essen,

10 aber alles, was keine Flosse und Schuppe hat, esst ihr nicht:

bemakelt ist es euch.

11 Jeden reinen Vogel dürft ihr essen.

12 Und diese sind's, von denen ihr nicht esst: den Geier und den

mit der Klaue zerreißenden (Raubvogel) und den Schreistarken

(eine Geierart)

13 und den Milan und die Weihe und die Krähe, ja das zu

ihrer Art Gehörende,

14 und jeden Raben, ja das zu seiner Art Gehörende,

15 und die Tochter der Straußin und den Gewalttuenden (ein Raubvogel) und die Möwe und den Kraller (ein Raubvogel), ja das zu seiner Art Gehörende,

16 den Kauz und die Eule und die Hauchende (eine Vogelart)

17 und den Speier (eine Vogelart) und den Schoßgeier und den

Werfer (ein Raubvogel, der seine Opfer vom Felsen stürzt)

18 und den Storch und den Reiher, ja das zu seiner Art Gehörende,

und den Wiedehopf und die Fledermaus

19 und all das flatternde Gewimmel: bemakelt ist es euch, nicht

werden sie gegessen.

20 Jeden reinen Flatterer dürft ihr essen.

21 Nicht esst ihr von irgendeiner Leiche. Dem Beisassen (Fremdling),

der innerhalb deiner Tore ist, gibst du es, und er darf es essen,

oder dem Ausländer ist's zu verkaufen; denn ein heiliges Volk bist du

dem Jewe, deinem Elohim. Nicht kochst du ein Böckchen in der

Milch seiner Mutter.

...

 

  Es können zwar auch hygienische und auf gesunde Ernährung

bedachte Kriterien eine Rolle spielen, doch geht es darum, dass

das Volk Jewes stets an Reinheit denkt und diese Beispiele sie

zur Reinheit des Herzens bewegen mögen. Jeder Bereich des

Alltags sollte Jewe geweiht sein. Vergleiche 3. Mose 11.

  Hasen sind Wiederkäuer, weil sie ihre zweite Kotform, die

weichen Kügelchen (Caecotrophe), sofort wieder schlucken (Vers 7).

  Mit dem flatternden Gewimmel (Verse 19 + 20) sind Insekten gemeint. Reine Insekten, zum Beispiel Heuschrecken und Grashüpfer, durften gegessen werden (3. Mose 11:20-22).

  Ein Böckchen in der Milch seiner Mutter zu kochen (Vers 21),

ist eine Grausamkeit an der Mutter (Spr. 12:10). Die Milch soll das

Leben fördern, aber nichts zur Vernichtung des Böckchens beitragen.

 

Der Zehnte

 

22 Du gibst, ja gibst den Zehnten von allem Ertrag deines Samens,

der aus dem Gefild herausfährt Jahr um Jahr.

23 Und du isst angesichts Jewes, deines Elohims, an dem Ort,

den Er erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen,

den Zehnten deines Getreides, deines Süßweins und deines (frisch)

gepressten (Öls) und die Erstlinge deines Rindviehs und deines

Kleinviehs, damit du lernst, Jewe, deinen Elohim, zu fürchten all die Tage.

24 Und so denn dir der Weg zu weit ist, so denn du sie (die Abgabe) nicht tragen kannst, so denn der Ort dir zu fern ist, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird, Seinen Namen dort festzulegen, so denn Jewe, dein Elohim, dich segnet,

25 so gibst du sie gegen Silber hin, und du umschließt das Silber

in deiner Hand und wandelst zu dem Ort, den Jewe, dein Elohim,

erwählen wird.

26 Und du gibst das Silber gegen alles, was deine Seele verlangt,

gegen Rindvieh und gegen Kleinvieh und gegen Wein und gegen

Berauschendes und gegen alles, was deine Seele von dir erfragt;

und du isst dort angesichts Jewes, deines Elohims, und du

freust dich, du und dein Haus (deine Hausgemeinschaft).

27 Und den Leviten, der innerhalb deiner Tore ist, nicht verlässt du

ihn, denn ihm ist kein Anteil und Losteil mit dir.

28 Am Ende von je drei Jahren fährst du heraus den ganzen

Zehnten deines Ertrags jenes Jahres, und du belässt ihn innerhalb

deiner Tore.

29 Und es kommt der Levit – denn ihm ist kein Anteil und

Losteil mit dir – und der Beisasse und der Waise und die

Witwe, die innerhalb deiner Tore ist, und sie essen und werden

satt, damit Jewe, dein Elohim, dich segnet bei allem Wirken deiner

Hand, das du tust.

...

 

  Der Zehnte war für die Leviten, die Armen und zur Huldigung

Jewes bestimmt (3. Mose 27:30; 4. Mose 18:20-32).

  Landwirtschaftliche Produkte und Vieh über weite Strecken

zu bringen (Verse 24-26), war sehr beschwerlich. Deshalb durfte der

Zehnte in Geld und dieses sodann in der Nähe des Heiligtums

wieder in die Sache umgetauscht werden.

  In jedem dritten Jahr bewahrte man den Zehnten zuhause

auf, um den Leviten, die ja im ganzen Land zerstreut wohnten, den

Beisassen und den Witwen und Waisen geben zu können (Verse 27 -

29; vgl. 5. Mose 26: 12-15). Die am Heiligtum dienenden Leviten

wurden sicherlich nicht vergessen, zumal ja alle Opfer und freiwilligen Gaben und solche aufgrund von Gelübden dorthin zu bringen waren (5. Mose 12:11).

 

Kapitel 15

 

Das Jahr der Freigabe (Das Erlassjahr)

 

1 Am Ende von je sieben Jahren (das heißt im Sabbatjahr) gewährst du eine Freigabe.

2 Und dies ist die Sache der Freigabe: Jeder Eigner hat freizugeben

die von seiner Hand verliehene Gabe (Leihgabe), die er seinem

Genossen verliehen hat; nicht treibt er seinen Genossen und seinen

Bruder (zur Rückgabe) an, denn er rief dem Jewe eine Freigabe aus.

3 Den Ausländer darfst du antreiben, aber was, dir gehörend, bei

deinem Bruder ist, dies gebe deine Hand frei.

4 Nur dass nicht ein Bedürftiger bei dir ist, denn es segnet, ja

segnet dich Jewe im Land, das Jewe, dein Elohim, dir als Losteil

gibt, es zu errechten,

5 wenn nur du auf die Stimme Jewes, deines Elohims, hörst, ja

hörst, zu hüten, dass du all dieses Gebot tust, das ich dir am

heutigen Tag gebiete.

6 Denn Jewe, dein Elohim, segnete dich, so wie Er zu dir geredet

hat. Und du verleihst gegen Schuld vielen Nationen, du aber,

nicht leihst du gegen Schuld; und du herrschst über viele

Nationen, aber über dich herrschen sie nicht.

7 So denn bei dir ein Bedürftiger befunden wird, einer aus

deinen Brüdern in einem deiner Tore in deinem Land, das Jewe,

dein Elohim, dir gibt, nicht verfestigst du dein Herz, und nicht

schließt du deine Hand schnell zu, weg von deinem Bruder,

dem Bedürftigen,

8 sondern du öffnest, ja öffnest, ihm deine Hand, und gegen

Schuld verleihst, ja verleihst, du ihm, genug für seinen Mangel,

woran´s ihm ermangelt.

9 Hüte dich, ja dich, dass nicht ein Wort der Niedertracht in

deinem Herzen ersteht, sprechend: Es naht das siebente Jahr,

das Jahr der Freigabe!, und dass dann dein Auge böse ist gegen

deinen Bruder, den Bedürftigen, und du ihm nicht gibst, und er

aufgrund von dir zu Jewe ruft, und in dir eine Sünde ersteht.

10 Du gibst, ja gibst, ihm, und nicht werde dein Herz übel, wenn

du ihm gibst, denn dieser Sache halber wird Jewe, dein Elohim,

dich segnen in all deinem Tun und in jedem Ausstrecken (in jeder

verrichteten Arbeit) deiner Hand.

11 Denn nicht wird es den Bedürftigen nicht mehr geben inmitten des

Landes; darum gebiete ich dir, sprechend: Du öffnest, ja öffnest

deine Hand deinem Bruder, deinem Gedemütigten (Armen) und

deinem Bedürftigen in deinem Land.

...

 

  Grundsätzliches zum Sabbatjahr findet sich in 2. Mose 23:10,11

und 3. Mose 25:1-7. In jenem Jahr sollte sich Weiteres zutragen,

nämlich die Freigabe, der Erlass von Schulden. Dies konnte im

Grunde nur im Glauben an den Segen Jewes geschehen und würde so

zu Seiner Verherrlichung dienen.

  Wäre Israel gehorsam, gäbe es keine Armen unter ihnen (Verse

4 + 5). Mose kannte aber seine Landsleute und erließ daher diese

notwendigen Vorschriften Jewes.

  Möge kein Israelit knauserig sein! Jesus betonte es: „Dem, der

dich bittet, gib; und von dem, der von dir leihen will, wende

dich nicht ab!" (Mat. 5:42); „Tut Gutes und leiht aus, ohne irgendetwas davon zurückzuerwarten! Euer Lohn in den Himmeln wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein" (Luk. 6:35).

Und König Salomo wusste schon längst: „Einer teilt reichlich aus

und hat immer mehr; ein anderer kargt, wo er nicht soll, und wird

doch ärmer" (Spr. 11,24).

  Vers 6 gehört zu den herrlichen Verheißungen für Israel, das ein

königliches Priestertum, eine über alle Nationen herrschende, heilige

Nation werden wird (2. Mose 19:6; 1. Petr. 2:9). In der Parallelstelle

5. Mose 28:12,13 heißt es weiter: „Und Jewe gibt dich als Haupt

und nicht als Schwanz, und du wirst nur aufwärts (steigen), und

nicht wirst du dich abwärts erstrecken, so denn du auf die Gebote

Jewes, deines Elohims, hörst!“ – Möge Gott ihnen die Ohren auftun!

 

Die Entlassung oder Bindung eines Dieners

 

12 So denn dir dein Bruder verkauft wird, der Hebräer oder

die Hebräerin, so dient er dir sechs Jahre, aber im siebenten Jahr

entsendest du ihm als Freien von dir weg.

13 Und so denn du ihn als Freien von dir weg entsendest, so

entsendest du ihn nicht leer:

14 Du lädst, ja lädst ihm auf seinen Nacken von deinem Kleinvieh

und von deiner Tenne und von deiner Kufe; von dem, womit

Jewe, dein Elohim, dich gesegnet hat, gibst du ihm.

15 Und du gedenkst, dass du im Land Ägypten Diener warst

und Jewe, dein Elohim, dich losgekauft hat; darum gebiete ich

dir diese Sache am heutigen Tag.

16 Und es sei: So denn er zu dir spricht: Ich gehe nicht hinaus von

dir weg!, denn er liebt dich und dein Haus, denn gut ist's ihm bei dir,

17 so nimmst du den Pfriem und gibst ihn durch sein Ohr und

in die Tür, und er wird dir zum Diener für den Äon, und gar

noch deiner Magd (auch: Amme) tust du also.

18 Nicht hart sei´s in deinem Auge, dass du ihn als Freien von dir

weg entsendest, denn das Doppelte an Lohn eines Gedungenen (Tagelöhners) erdiente er dir sechs Jahre, und Jewe, dein Elohim, wird

dich segnen in allem, was du tust.

...

 

  Um eine Schuld abzutragen, sollte kein Hebräer länger als sechs

Jahre dienen (Vers 2). Mit dem siebenten Jahr ist nicht das Sabbatjahr

gemeint, sondern das jeweilige.

  Die Entlassung eines Dieners ist in 2. Mose 21:1-11 geregelt.

Mit den Versen hier im 5. Buch Mose kommt hinzu, dass er nicht leer

weggeschickt werden durfte, was ihm den neuen Anfang erleichterte.

Wie denn der Apostel Paulus schreibt: „Ihr Herren, bietet den

Sklaven Recht und Billigkeit dar, weil ihr wisst, dass auch ihr

einen Herrn im Himmel habt" (Kol. 4:1).

 

Über Erstlinge

 

19 Alle Erstlinge, die geboren werden inmitten deines Rindviehs

und inmitten deines Kleinviehs, das Männliche heiligst du dem Jewe,

deinem Elohim: nicht richtest du Dienst aus mittels des Erstlings

deines Stiers, und nicht scherst du den Erstling deines Kleinviehs.

20 Angesichts Jewes, deines Elohims, isst du es Jahr um Jahr,

an dem Ort, den Jewe erwählen wird, du und den Haus.

21 Und so denn an ihm ein Gebrechen (gefunden) wird, es sei humpelnd oder blind, irgendein böses Gebrechen: nicht opferst du es

Jewe, deinem Elohim.

22 Innerhalb deiner Tore darfst du es essen, der Bemakelte und

der Reine gemeinsam, wie du die Stattliche (die Gazelle) und wie du

den Hirsch essen darfst.

23 Nur sein Blut isst du nicht, auf das Land schüttest du es wie

Wasser.

...

 

  Alles Erste gehörte Jewe, auch die Erstlinge der Haustiere (2. Mose

13:2; 34:19). Nur mit dem Besten konnte man Jewe verherrlichen.

Tiere mit Gebrechen standen den Wildtieren gleich, die gegessen, aber

nicht geopfert werden durften.

 

Kapitel 16

 

Die drei jährlichen Hauptfeste

 

Das Fest der Ungesäuerten

 

1 Zu hüten ist der Monat Abhibh („Ähriger“; anderer Name für Nisan),

und du bereitest das Passah dem Jewe, deinem Elohim, denn im Monat Abhibh führte Jewe, dein Elohim, dich des Nachts aus Ägypten heraus.

2 Und du schlachtopferst das Passah dem Jewe, deinem Elohim, Kleinvieh und Rindvieh, an dem Ort, den Jewe erwählen wird, Seinen

Namen dort wohnen zu lassen.

3 Nicht isst du Gegorenes dazu, sieben Tage isst du Ungesäuerte

dazu; Brot der Demütigung ist´s  denn in Übereilung gingst

du aus dem Land Ägypten heraus –, damit du alle Tage deines

Lebens deines Auszugs aus dem Land Ägypten gedenkst.

4 Und nicht sieht man bei dir innerhalb all deiner Greuze

Gesäuertes sieben Tage, und nicht bleibt die Nacht hindurch von dem

Fleisch, das du am Abend des ersten Tages schlachtopferst, (etwas) bis zum Morgen.

5 Nicht kannst du das Passah schlachtopfern innerhalb eines deiner Tore, die Jewe, dein Elohim, die gibt,

6 sondern (du gehst) zu dem Ort, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird, Seinen Namen (dort) wohnen zu (lassen); dort schlachtopferst du das Passah am Abend, beim Untergang der Sonne, zur bezeugten Zeit deines Auszugs aus Ägypten.

7 Und du kochst und isst es an dem Ort, welchen Jewe, dein Elohim,

erwählen wird, und am Morgen wendest du dich und wandelst zu deinen Zelten (an jenem Ort).

8 Sechs Tage isst du Ungesäuerte, und am siebenten Tag ist Enthaltsamkeitstag zu (Ehren) Jewes, deines Elohims, nicht tätigst du einen Auftrag (um etwas herzustellen).

...

 

  Der Monat Nisan war wegen der hohen Bedeutung des Passahs und des Exodus besonders zu beachten (Vers 1).

  Am Passahtag, dem 14. Nisan, war ein Opfer vom Kleinvieh zu

erbringen (2. Mose 2:5,21), nach Vers 2 auch vom Rindvieh. Nichts von dem Fleisch durfte bis zum Morgen aufbewahrt werden. Von der

Knechtschaft sollte nichts in die Freiheit übertragen werden (Vers 4).

  Vom 15. bis 21. Nisan war das Fest der ungesäuerten Brote zu

feiern (Verse 3-8; 2. Mose 12:15-20). Das Ungesäuerte erinnerte Israel daran, dass sie in großer Eile auszogen und keine Zeit hatten, den Teig zu säuern (2. Mose 12:34). Da Sauerteig symbolisch für Übles steht, wies das ungesäuerte Brot, das „Brot der Demütigung (oder: des Elends)“ (Vers 3), das Volk intensiv auf ein demütiges Leben in Reinheit hin. Der Apostel Paulus schreibt: „Wisst ihr nicht, dass ein klein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Daher reinigt euch gründlich von dem alten Sauerteig, damit ihr ein frischer Teig seid, wie ihr ja als Heilige ungesäuert seid; denn als unser Passah wurde Christus für uns geopfert. Lasst uns daher das Fest nicht im alten Sauerteig begehen, noch im Sauerteig des Üblen und der Bosheit, sondern im ungesäuerten Teig der Aufrichtigkeit und Wahrheit" (1.Kor. 5:6-8).

 

Das Fest der Siebener (das Wochenfest)

 

9 Sieben Siebener (an Tagen, also Wochen) zählst du dir: vom Beginnen der Sense im aufrechtstehendem (Getreide) beginnst du, sieben Siebener zu zählen.

10 Und du machst zu (Ehren) Jewes, deines Elohims, ein Fest der Siebener mit einem freiwilligen Spendenbeitrag deiner Hand, den du gibst, so, wie Jewe, dein Elohim, dich segnen wird.

11 Und du freust dich angesichts Jewes, deines Elohims, du und dein

Sohn und deine Tochter und dein Diener und deine Magd (auch:

Amme) und der Levit, der innerhalb deiner Tore ist, und der Beisasse und die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte sind, an dem Ort, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen.

12 Und du gedenkst, dass du Diener warst in Ägypten, und du hütest und tust diese Gesetze.

...

 

  Die sieben Siebener waren vom Tag nach dem 15. Nisan (der war

ein Festsabbat) zu zählen (3. Mose 23:6,15,16), und zwar sieben

gewöhnliche Sabbate; der Tag nach dem siebenten Sabbat war

alsdann der fünfzigste Tag, an welchem dieses Fest, das „Fest der

Erstlingsfrüchte" (2. Mose 23:16; 34:22; 4. Mose 28:26) (später nach

dem griechischen Wort für „fünfzig“ auch Pfingsten genannt),

zu feiern war.

  Da Jewe die Israeliten gesegnet haben wird (Vers 10), sollten auch

sie Jewe und anderen im Segen geben (Verse 10 + 11) und ein freudiges Fest in großer und guter Gemeinschaft zu Ehren Jewes feiern.

 

Das Fest der Hütten (das Laubhüttenfest)

 

13 Das Fest der Hütten begehst du bei dir sieben Tage, wenn du

(den Ertrag) deiner Tenne und deiner Kufe eingesammelt hast.

14 Und du freust dich an deinem Fest, du und dein Sohn und deine

Tochter und dein Diener und deine Magd und der Levit und der

Beisasse und die Waise und die Witwe, die innerhalb deiner Tore

sind.

15 Sieben Tage feierst du das Fest zu (Ehren) Jewes, deines Elohims,

an dem Ort, den Jewe erwählen wird, denn Jewe, dein Elohim, wird

dich segnen mit all deinem Ertrag und in allem Tun deiner

Hände; und du wirst dich freuen.

16 Dreimal im Jahr erscheinen alle deine Männlichen vor dem

Angesicht Jewes, deines Elohims, an dem Ort, den Er erwählen

wird: am Fest der Ungesäuerten und am Fest der Siebener und

am Fest der Hütten, und nicht erscheint einer vor dem Angesicht

Jewes ohne Spende:

17 jedermann (spendet) gemäß der Gabe seiner Hand, gemäß

der Segnung Jewes, deines Elohims, die Er dir gegeben hat.

...

 

  Die Ernte war eingebracht, das landwirtschaftliche Jahr war zu

Ende; jetzt feierte Israel voller Freude über den Ertrag und in

Dankbarkeit gegen Jewe das Laubhüttenfest. Es war – wie

man in Deutschland sagen würde – das Erntedankfest.

  „… der Hütten“ wurde dieses Fest genannt, weil Israel nach

dem Auszug aus Ägypten in Hütten gewohnt hatte (3. Mose 23:43).

Es begann am 15. Tag des siebenten Monats, also des Etanim, auch

Tischri genannt (Sept./Okt.), mit einem Festsabbat und endete am

achten Tag wiederum mit einem Festsabbat (3. Mose 23: 34,36,39).

  Alle sieben Jahre war dem Volk bei dieser Gelegenheit die

Tora vorzulesen (5. Mose 31:10-13).

  Von den sieben im Gesetz das Mose festgelegten Festen waren das

Fest der Ungesäuerten, das Fest der Siebener und das Fest der Hütten

die drei Hauptfeste, zu denen alle Männer von dreißig Jahren

an am Heiligtum zu erscheinen hatten. Ihre Familien, ja ihr 

ganzes Haus, durften mit dabei sein. Es war ein von der Freude

bestimmtes Fest für alle (2. Mose 23:14-19; 34:23-26).

 

Rechtspflege

 

18 Richter und Vorsteher gibst du dir in all deinen Toren, die Jewe,

dein Elohim, dir gibt, deinen Stämmen zugeordnet; und sie richten

das Volk mit Rechtsurteilen der Gerechtigkeit.

19 Nicht reckst du (dehnst du nach Belieben) die Rechtsprechung, nicht kennst du (bevorzugst du aufgrund des Kennens) das Angesicht, und nicht nimmst du Bestechung an, denn die Bestechung blendet die Augen der Weisen und verdreht die Worte der Gerechten.

20 Gerechtigkeit, ja Gerechtigkeit, verfolgst du (ihr jagst du nach),

damit du lebst und das Land errechtest, das Jewe, dein Elohim,

dir gibt.

21 Nicht pflanzt du dir eine Aschera (Glücksgöttin aus Holz) (auf),

ja irgendein Hölzernes, neben dem Altar Jewes, deines Elohims,

den du dir machen (bauen) wirst.

22 Und nicht lässt du dir ein Götzenstandbild erstehen; solches

hasst Jewe, dein Elohim.

...

 

  Auch wir jagen der Gerechtigkeit nach (1. Tim. 6:11). Eine wohlgeordnete Regierung und Verwaltung sowie Justiz sind ein großer Segen.

 

Kapitel 17

 

Strafrecht

 

1 Nicht opferst du Jewe, deinem Elohim, einen Stier oder ein Lamm,

an dem ein Gebrechen ist, ja irgendeine böse Sache, denn

ein Gräuel ist es Jewe, deinem Elohim.

2 So denn gefunden wird in deiner Mitte, inmitten eines deiner Tore,

die Jewe, dein Elohim, dir gibt, – Mann oder Frau – (jemand),

der das in den Augen Jewes, deines Elohims, Böse getan hat, Seinen

Bund zu übergehen,

3 und hinging und anderen Elohim diente und sie sich ihnen (huldigend) hinwarfen, ja der Sonne oder dem Mond oder all dem Heer der Himmel, was ich nicht gebot,

4 und es wird dir berichtet, und du hörst es, so forscht du sorgfältig nach, und da! Wahrheit ist's, geschehen ist die Sache, dieser

Gräuel wurde in Israel getan,

5 so lässt du herausführen jenen Mann oder jene Frau, die diese böse

Sache getan hat, zu deinen Toren – den Mann oder die Frau – und

du steinigst sie mit Steinen, sodass sie sterben.

6 Auf die Aussage des Mundes zweier Zeugen oder dreier Zeugen

wird der (zum) Tod (Bestimmte) getötet; nicht wird er getötet auf die

Aussage des Mundes eines einzelnen Zeugen.

7 Die Hand der Zeugen soll zuerst gegen ihn sein, ihn zu töten,

und später die Hand all des Volks, und so bewirkst du, dass das Böse

aus deiner Mitte hinweggezehrt wird.

8 So denn dir zu wunderbar (außergewöhnlich) ist eine Sache der

Rechtfindung zwischen Blut und Blut, zwischen Rechtswalten und

Rechtswalten und zwischen Plage und Plage  Streitsachen inmitten

deiner Tore , so stehst du auf und steigst hinauf zu dem Ort, den

Jewe, dein Elohim, erwählen wird.

9 Und du kommst zu den Priestern, den Leviten, und zu dem Richter, der in jenen Tagen ist, und du forschst (fragst) nach, und sie berichten

dir (teilen dir mit) das Wort des Urteils.

10 Und du tust gemäß (der Aussage des) Mundes, ja des Wortes, das sie  dir berichten von jenem Ort aus, den Jewe erwählen wird, und du

hütest (achtest darauf), dass du gemäß allem tust, was sie dir als

Ziel (angeben).

11 Auf (die Aussage des) Mundes hin, ja der Zielanweisung, die sie

dir als Ziel angeben, und aufgrund des Urteilsspruchs, den sie zu dir

sprechen, tust du; nicht kehrst du dich von dem Wort ab, das sie

dir berichten, weder zur Rechten noch zur Linken.

12 Aber der Mann, der in Vermessenheit handelt, (nämlich) nicht auf

den Priester zu hören, der dort steht, um Jewe, deinem Elohim, zu

amtieren, oder auf den Richter: jener Mann muss sterben; und

so bewirkst du, dass das Böse aus Israel hinweggezehrt wird.

13 Und all das Volk, sie hören (es) und fürchten (sich), und

nicht vermessen sie sich noch weiterhin.

...

 

  In einem heiligen Volk hatte das Böse keinen Raum. Eklatante

Verletzungen der Bundesbestimmungen waren mit dem Tod zu bestrafen. Die Aussage eines einzigen Zeugen konnte nicht ohne Weiteres überprüft werden; darum mussten es zwei oder drei sein (Vers 6); die Äußerungen mussten selbstverständlich übereinstimmen. Das war ein eminent wichtiger Schutz für den Beschuldigten. Außerdem war er selbst anzuhören (5. Mose 1:16; Joh. 7:51).

  Die Zeugen hatten den ersten Stein zu werfen (Vers 7); sollten

sie falsch ausgesagt haben, traf sie dasselbe Urteil wie das, was sie

herbeigeführt hatten (5. Mose 19:18,19).

  War der Fall zu schwierig, waren die Priester und Richter zu befragen (Verse 8 + 9). Deren Urteil war zu vollstrecken. Ein Verstoß gegen das höchstrichterliche Urteil war Vermessenheit und mit dem Tode zu bestrafen, ebenso wie auch andere Sünden in Vermessenheit, also absichtliche und wissentliche (4. Mose 15:30).

 

Vorschriften für die zukünftigen Könige

 

14 So denn du zu dem Land kommst, das Jewe, dein Elohim, dir

gibt, und du es errechtest und in ihm wohnst, und du sprichst:

Ich will einen König über mich festlegen wie all die Nationen,

die rings um mich her sind –:

15 Du legst, ja legst einen König über dich fest, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird; aus der Mitte deiner Brüder legst du einen König über dich fest; nicht kannst du einen ausländischen Mann über

dich setzen, der nicht dein Bruder ist.

16 Nur mehre er sich nicht Rosse und führe das Volk nicht nach

Ägypten zurück um der Mengen der Rosse willen, so doch Jewe zu

euch sprach: Nicht sollt ihr wieder zurückkehren auf diesem Weg.

17 Und nicht mehre er sich Frauen, und nicht kehre sich sein Herz

ab, und Silber und Gold, nicht mehre er sich's überaus.

18. Und es geschehe: Sowie er auf dem Thron seines Königtums sitzt,

so schreibe er sich eine Abschrift dieser Tora (Zielanweisung) auf

(eine Urkunde der) gezählten (Worte) von der, die angesichts der

Prieser, der Leviten, ist.

19 Und sie (die Tora) wird bei ihm (befunden), und er liest

darin alle Tage seines Lebens, damit er lernt, Jewe, seinen Elohim, zu

fürchten, zu hüten alle Worte dieser Zielanweisung und diese

Gesetze, sie zu tun,

20 dass nimmer sich sein Herz erhöht, von seinen Brüdern weg, und

dass nimmer er sich von dem Gebot abkehrt, weder zur Rechten noch

zur Linken, damit sich die Tage seines und seiner Söhne Königtums

verlängern inmitten Israels.

...

 

  Es war unausbleiblich für ein Volk, das Jewe ohnehin nur

halbherzig gehorchte, einen Menschen zum König haben zu wollen.

Darum waren diese Bestimmungen wichtig. In 1. Mose 49:10 war

bereits angekündigt, dass der Herrscherstab bei Juda liege.

  Ein ausländischer König (Vers 15) würde Israel nicht der Tora

gemäß regieren.

  Rosse, Frauen und Schätze sollte der König sich nicht mehren

(Verse 16 + 17). Rosse bedeuteten militärische Macht; der König

sollte sich aber auf Jewe verlassen und nicht auf seine Streitwagen.

Frauen, besonders aus politischen Gründen geheiratete ausländische,

konnten die Gedanken des Königs auf andere Elohim lenken

und Schätze ihn hochmütig machen. Leider versagte König

Salomo in all diesen drei Punkten (1. Kön. 11:4).

  Später, als das Volk Samuel um euren König bat, war dies

übel in seinen Augen, denn damit hatte Israel Jewe verworfen.

Aber Jewe wies Samuel an, ihnen einen König zu geben (1. Sam.

8:6,7; 10:19).

  Nach Gottes Heilsplan musste Israel Erfahrungen mit

menschlichen Königen machen, um sie dafür zuzubereiten,

Jesus und damit Jewe wieder als ihren König anzunehmen.

  Der König sollte alle Tage seines Lebens in der Abschrift der

den Leviten anvertrauten und in der Bundeslade liegenden Tora

(5. Mose 31: 9,26) lesen, um das Volk dem Willen Jewes gemäß

regieren zu können. „Gib Acht auf das Lesen“, wird auch uns

gesagt (1. Tim. 4:13).

 

 

Der Prophet gleichwie Mose, Kriegs- und andere Vorschriften

(5. Mose 18:1 - 23:1)

 

Kapitel 18

 

Die Rechtsetzung bezüglich der Priester

 

1 Nicht sei den Priestern, den Leviten, ja dem ganzen Stamm Levi, eine Zuteilung und ein Losteil mit Israel; die Feueropfer für Jewe und Seinen (Jewes) Losteil essen sie,

2 aber nicht sei ihm (Levi) ein Losteil inmitten seiner Brüder: Jewe Selbst ist sein Losteil, so wie Er zu ihm geredet hat.

3 Und dies sei die Rechtsordnung bezüglich der Priester vonseiten

des Volks, vonseiten der das Opfer Opfernden, ob Stier, ob Lamm:

jeder gibt dem Prieser den Arm (den Bug) und die Kinnbacken und den Magen.

4 Den Erstling (das Erlesenste) deines Getreides, deines Süßweins und deines frischgepressten (Öls) und den Erstling (das Erlesenste) der Schur deines Kleinviehs gibst du ihm;

5 denn ihn erwählte Jewe, dein Elohim, aus all deinen Stämmen, dass er dastehe, um im Namen Jewes zu amtieren, er und seine Söhne all die Tage.

6 Und so denn der Levit aus einem deiner Tore, aus ganz Israel, kommt, wo er als Gast ist, so komme er in aller Gewissheit seiner Seele zu dem Ort, den Jewe erwählen wird.

7 Und er amtiere im Namen Jewes, seines Elohims, wie alle seine Brüder, die Leviten, die dort angesichts Jewes stehen.

8 Eine Zuteilung wie (die andere) Zuteilung essen sie, abgesehen von seinem Verkaufserlös aus dem väterlichen (Vermögen).

 

  Der Stamm Levi hatte kein eigenes Losteil in Israel. Jewe Selbst war ihr Losteil (5. Mose 10:8,9; Hes. 44:28). Dementsprechend sei Jesus uns das Ein und Alles.

 

  Priester waren nur die Leviten, die Nachkommen Aarons waren

(4. Mose 3:10). Die anderen Leviten arbeiteten als Diener der Priester

(4. Mose 18:1-7; Neh. 12:47). Allesamt wurden sie von den elf

Stämmen unterhalten. Etwas Ähnliches haben wir auch heute:

Der Apostel Paulus schreibt: „So verordnet der Herr auch denen,

die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium zu leben“

(1. Kor. 9:14).  

Warnung vor Okkulten

 

9 So denn du zu dem Land kommst, das Jewe, dein Elohim, dir

gibt, nicht lernst du gemäß den Gräueln jener Nationen zu tun.

10 Nicht werde bei dir gefunden einer, der seinen Sohn oder seine

Tochter im Feuer (in den Tod) hinüberführt oder ein Wahrsager

von Wahrsagungen oder ein Umwölkender (Beschwörer, Hypnotiseur)

oder ein Weissagender oder Zauberer

11 oder ein mit einem Geheimbund Verbündeter oder einer, der ein Medium (einen Mediumgeist) oder einen Handlinienleser befragt, oder ein bei den Toten Nachforschender.

12 Denn ein Gräuel für Jewe ist jeder, der dies tut, und dieser Gräuel halber entrechtet Jewe, dein Elohim, sie (diese Nationen) von deinem Angesicht weg.

13 Makellos wirst du (oder: werde du) mit Jewe, deinem Elohim.

14 Denn diese Nationen, die du errechtest, hören auf die Umwölkenden und auf die Wahrsager, du aber, nicht gab (bestimmte)

dir's ebenso Jewe, dein Elohim.

 

  Wegen dieser abscheulichen Praktiken wurden die kanaanäischen

Völker ausgerottet. Deutlicher konnte die Warnung für Israel

nicht ausfallen! Doch was tat dieses Volk? ... Gott aber hat

Sich immer einen Überrest nach der Gnadenauswahl übrig behalten (Röm. 11:5).

  Wer vorgibt, mit Toten Kontakt zu haben, hat in Wirklichkeit Verbindung mit Dämonen.

                                             

"Einen Propheten wie mich“

 

15 Einen Propheten wie mich, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern,

wird Jewe, dein Elohim, dir erstehen machen; auf Ihn hört ihr

16 gemäß allem, was du am Horeb von Jewe, deinem Elohim,

erfragtest am Tag der Versammlung, sprechend: Ich fahre nicht

fort, die Stimme Jewes, meines Elohims, zu hören, und nicht will

ich dieses große Feuer nochmals sehen, sodass ich nicht sterbe.

17 Und Jewe sprach zu mir: Sie taten wohl mit dem, was sie

geredet haben.

18 Einen Propheten wie dich mache Ich ihnen erstehen aus der Mitte ihrer Brüder, und Ich gebe Meine Worte in Seinen Mund,

und Er redet zu ihnen alles, was Ich Ihm gebieten werde.

19 Und es sei: Der Mann, der nicht auf Meine Worte hört,

die Er in Meinem Namen reden wird, Ich, Ich fordere es von ihm.

20 Jedoch der Prophet, der sich vermisst, ein Wort in Meinem

Namen zu reden, das Ich ihm nicht zu reden gebot, und der

im Namen anderer Elohim redet, jener Prophet muss sterben.

21 Und so denn du in deinem Herzen sprichst: Ach, wie erkennen wir das Wort, das Jewe nicht geredet hat?

22 Was der Prophet im Namen Jewes redet, und das Wort geschieht

nicht und kommt nicht zustande, so ist jenes das Wort, das Jewe

nicht geredet hat; in Vermessenheit redete es der Prophet, lass dir

aufgrund von ihm nicht bange sein (oder: verkrieche dich nicht).

 

  Jesus, der Messias, Er ist der Prophet wie Mose. Dieses verkündigten Petrus dem gesamten Volke in der Halle Salomos (Ap. 3:22, 23) und

Stephanus vor dem Synedrium (Ap. 7:37). Und Jesus Selbst sagt von Mose: „Jener schreibt von Mir" (Joh. 5:46).

 

  Zwischen dem Sohn Gottes und Mose gibt es viele Parallelen:

·      Beider Worte stehen gleich, wie denn Jesus sagt: „Wenn ihr aber den Schriften jenes Mannes nicht glaubt, wie werdet ihr Meinen Worten glauben?“ (Joh. 5:47).

·      Beide sind mit dem Vater vertraut: Jewe redete mit Mose von Mund zu Mund; Mose erblickte die Gleichheit Jewes (4. Mose 12:8; 5. Mose 34:10; 2. Mose 34:6). Und Jesus bezeugt: „Ich aber bin mit Ihm (dem Vater) vertraut, weil Ich von Ihm bin und derselbe Mich ausgesandt hat“ (Joh. 7:29; 8:19,55).

·      Beide waren Mittler eines Bundes, Mose des alten (5. Mose 5:1-5; 28:69, Jesus des neuen Bundes mit Israel (Heb. 8:6); Er hat ihn durch Sein Blut gestiftet, und bald wird es in Kraft treten. Dieser Becher, den Jesus nach dem Mahl nahm, „dieser Becher ist der neue Bund in Meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Luk. 22:20).

·      Moses Angesicht strahlte die Herrlichkeit Jewes aus (2. Kor. 3:7). Und mehr noch Jesus: „Er ist die Ausstrahlung Seiner (Gottes)

Herrlichkeit und das Gepräge Seines Wesens" (Heb. 1:3).

 

  Wie nun, wie ist es mit einem Menschen, der nicht auf des Propheten, auf Jesu Worte hört? Vers 19 gibt die Antwort: „Ich, Ich

(Jewe) fordere es von ihm." Saulus war ein solcher Mensch, der nicht hörte, ja Jesus gar verfolgte. Saulus hätte vor Damaskus von Jewe getötet werden dürfen. Aber Jesus rügte ihn nur („Saul, Saul, was verfolgst du Mich?"; Ap. 9:4), weil Er mit Paulus für die Zeit der Verwerfung Israels (Röm. 11:15,25) eine besondere heilsgeschichtliche Verwaltung, nämlich die der überströmenden Gnade für alle Nationen (Eph. 3:2), beginnen wollte (Ap. 9:15).

  Sodann sprach Mose die Erkennungszeichen der falschen Propheten an (Verse 20-22):

a) wenn er redet, was Jewe ihm nicht zu reden gebot;

b) wer im Namen anderer Elohim redet;

c) wenn das Wort nicht eintrifft.

 

  Ein echter Prophet redet das Wort Jewes, ist Ihm treu und befolgt das Gesetz, außerdem gehen seine Worte in Erfüllung. Was aber, wenn die Zeit der Erfüllung noch in weiter Ferne liegt? Dann prüfe man die Worte an der Schrift (1. Joh. 4:1-3).

 

Kapitel 19

 

Drei Zufluchtsstädte

 

1 So denn Jewe, dein Elohim, die Nationen abschneidet (vernichtet),

deren Land Jewe, dein Elohim, dir gibt, und du sie errechtest und in ihren Städten und in ihren Häusern wohnst,

2 so scheidest du dir drei Städte inmitten deines Landes ab, das Jewe, dein Elohim, dir gibt, es zu errechten.

3 Bereite dir den (jeweiligen) Weg (dorthin), und du teilst in drei

Teile das Gebiet deines Landes, das dir Jewe, dein Elohim, zulost,

und es geschehe, dass jeder Totschläger (wörtl.: Mörder) dorthin flieht.

4 Und dies ist die Sache des Totschlägers, der dorthin flieht, sodass

er leben bleibt: wer seinen Genossen erschlägt, ohne es zu erkennen,

und er hasste ihn weder gestern noch ehegestern,

5 und wer mit seinem Genossen im Wald ankommt, um Bäume

zu fällen, und seine Hand schwingt die Axt, um den Baum ab-

zuschneiden, und er streift dabei das Eisen von dem Stiel ab,

und es findet seinen Genossen, sodass er stirbt: jener, er fliehe

zu einer dieser Städte, sodass er leben bleibt,

6 dass nicht der Löser des Blutes (der Bluträcher) den Totschläger verfolgt, weil sein Herz sich erhitzte, und es ihn einholt, weil der Weg lang ist, und er ihn, ja jene Seele, erschlägt, und ihm doch kein Urteil zum Tod (gebührt), denn er hasste ihn weder gestern noch ehegestern.

7 Darum gebiete ich dir, sprechend: Drei Städte scheidest du dir ab.

8 Und wenn Jewe, dein Elohim, deine Grenze weitet, so wie Er

deinen Vätern zugeschworen hat, und Er dir all das Land gibt, das

Er deinen Vätern zu geben geredet hat

9  so denn all dieses Gebot du hütest, es zu tun, das ich dir am heutigen Tag gebiete, Jewe, deinen Elohim, zu lieben und auf Seinen Wegen zu gehen all die Tage –, so fügst du dir noch drei Städte zu diesen dreien hinzu,

10 sodass nicht schuldloses Blut ausgeschüttet wird im Inneren deines Landes, das Jewe, dein Elohim, dir als Losteil gibt, und Blutschuld auf dir sei.

11 So denn aber ein Mann seinen Genossen hasste und ihm auflauert und wider ihn aufsteht und ihn, ja seine Seele, erschlägt, sodass er stirbt, und er flieht zu einer der Zufluchtsstädte,

12 so entsenden die Ältesten seiner Stadt und holen ihn von

dort, und sie geben ihn in die Hand des Bluträchers, sodass stirbt.

13 Nicht schone ihn dein Auge; und so zehrst du hinweg

das schuldlose Blut (die Sünde des Vergießens schuldlosen Blutes)

aus Israel, und es wird dir gut ergehen.

14 Nicht setzt du zurück die Grenze deines Genossen, die die

Vorfahren als Grenze setzten in deinem Losteil, mit dem du

in dem Land belost wirst, das Jewe, dein Elohim, dir gibt, es zu errechten.

 

  Zufluchtsstädte für die Unglücklichen, die jemanden versehentlich getötet hatten, waren eine weise Einrichtung. Wir lasen davon bereits in 2.Mose 21:13, 4. Mose 35: 6-28 und 5. Mose 4:41-43. Der Bluträcher war der nächste oder ein naher Verwandter des Getöteten. Nach dem Tode des amtierenden Hohepriesters durfte der Totschläger als freier Mann an seinen Ort zurückkehren.

  Grenzsteine zu versetzen, war und ist ein Verbrechen (Vers 14;

5. Mose 27.17).

 

Zeugen

 

15 Nicht steht ein einzelner Zeuge gegen einen Mann auf bezüglich

irgendeiner Vergehung oder irgendeiner Verfehlung, ja infolge

irgendeines Verfehlens, in welchem er verfehlt habe, sondern auf

Aussage des Mundes zweier Zeugen oder auf Aussage des Mundes

dreier Zeugen wird eine Sache bestätigt.

16 So denn ein Zeuge einer Gewalttat gegen einen Mann aufsteht,

um eine widersetzliche Antwort zu geben,

17 es nehmen die beiden Mannen, die den Hader (Streit) haben,

angesichts Jewes Stand, angesichts der Priester und der Richter,

die in jenen Tagen sind.

18 Und die Richter forschen sorgfältig nach, und da! Der Zeuge ist

ein Zeuge der Falschheit, Falschheit antwortete er (sagte er aus) gegen

seinen Bruder,

19 so tut ihr ihm, so wie er geplant hatte, seinem Bruder zu tun,

und so zehrst du hinweg das Böse aus deiner Mitte.

20 Und die Verbliebenen (Übrigen) hören es und fürchten sich und

fahren nicht fort, gemäß dieser bösen Sache in deiner Mitte zu tun.

21 Und nicht schone dein Auge: Seele gegen Seele, Auge gegen Auge,

Zahn gegen Zahn, Hand gegen Hand, Fuß gegen Fuß.

 

  Erst zwei übereinstimmende Zeugenaussagen konnten als Beweismittel dienen (Vers 15; 4. Mose 35:30; Mat. 18:16). Der Übeltäter hatte nicht nur Böses getan, sondern gegen Jewe gehandelt, wie Hebräer 10:28 deutlich macht: „Wenn jemand das Gesetz des Moses verwirft, muss er ohne Mitleid auf zwei oder drei Zeugen hin sterben.“

 

  Ein falscher Zeuge (Vers 19) war ein gemeiner Verbrecher, er wurde

nicht entschuldet (Spr. 19:5) und musste hart bestraft werden. Ihn traf die dem zu Unrecht Beschuldigten zugedachte Strafe.

 

  Das von den Richtern festzusetzende Strafmaß musste verhältnismäßig sein: Zum Beispiel ein Zahn gegen ebenfalls einen Zahn und nicht zwei (2. Mose 21:23-25; 3. Mose 24:20). Der Vollzug war Aufgabe der richterlichen Gewalt und nicht Sache der Selbstjustiz (Mat. 5:38).

 

 

Kapitel 20

 

Kriegsvorschriften

 

1 So denn du hinausgehst zum Streit wider deinen Feind, und du

siehst Rosse und Fahrzeuge (Streitwagen), ein Volk, zahlreicher als du: nicht fürchtest du dich vor ihnen, denn Jewe, dein Elohim, ist mit

dir, der dich aus dem Land Ägypten heraufgebracht hat.

2 Und es geschehe: Sowie ihr zu dem Streit naht, so kommt der

Priester herzu und redet zu dem Volk.

3 und spricht zu ihnen: Höre, Israel, ihr naht am heutigen Tag zum

Streit wider eure Feinde; nicht erweiche euer Herz, fürchtet und

übereilt euch nicht, und lasst euch nicht ihrer angesichts scheuchen,

4 denn Jewe, euer Elohim, wandelt mit euch, um für euch mit

euren Feinden zu streiten, um euch zu retten.

5 Und die Vorsteher reden zu dem Volk, sprechend: Wer ist der Mann,

der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat?

Er gehe und kehre zurück zu seinem Haus, dass er nicht sterbe

im Streit und ein anderer Mann es einweihe.

6 Und wer ist der Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht entheiligt (in Gebrauch genommen) hat? Er gehe und kehre zurück zu seinem Haus, dass er nicht sterbe im Streit und ein anderer Mann ihn entheilige.

7 Und wer ist der Mann, der sich eine Frau angelobte und sie noch nicht nahm? Er gehe und kehre zurück zu seinem Haus, dass er nicht sterbe im Streit und ein anderer Mann sie nehme.

8 Und die Vorsteher fahren fort, zu dem Volk zu reden und sprechen:

Wer ist der Mann, da sich fürchtet und zarten Herzens ist? Er gehe und kehre zurück zu seinem Haus, sodass nicht das Herz seiner Brüder zerfließt wie sein Herz.

9 Und es geschehe: Sowie die Vorsteher zu dem Volk zu reden vervollständigt haben, bestimmen die Fürsten des Heeres das Haupt (die Spitze, den Vortrupp) des Volks.

10 So denn du nahst zu einer Stadt, um wider sie zu streiten, so

rufst du ihr zu: „Zum Frieden!“

11 Und es geschehe. Wenn sie dir „Friede“ antwortet und dir öffnet,

so geschehe es: all das Volk, das in ihr gefunden wird, sie werden

dir zur Fronschaft und dienen dir.

12 Und wenn sie nicht Frieden mit dir macht, ja mit dir Streit vollführt, so umdrängst du sie.

13 Und gibt sie Jewe, dein Elohim, in deine Hand, so schlägst du all

ihre Männlichen mit dem Munde (der Schneide) des Schwerts.

14 Nur sei´s, dass du dir plünderst die Frauen und die kleinen

Kinder und das Getier und alles, was in der Stadt gefunden wird, all
ihre Beute; und du isst die Beute deiner Feinde, die Jewe, dein
Elohim, dir gegeben hat.
15 So tust du all den Städten, den überaus fernen von dir, die
nicht von den Städten dieser (der kanaanäischen) Nationen sind.
16 Nur sei´s, dass du von den Städten dieser Völker, die Jewe, dein
Elohim, dir als Losteil gibt, nicht das Leben irgendeines Hauchs
erhältst,
17 sondern du verbannst, ja verbannst (vernichtest) sie: den

Hetiter und den Amoriter, den Kanaaniter und den Perisiter,
den Hiwiter und den Jebusiter, so wie Jewe, dein Elohim,  dir gebot,
18 damit sie euch nicht lehren, gemäß all ihren Gräueln zu tun,
die sie für ihre Elohim getan haben, und ihr (somit) wider Jewe,
euerem Elohim, verfehlt.
19 So denn du eine Stadt viele Tage umdrängst, wider sie zu
streiten, ja sie zu ergreifen (einzunehmen), nicht verdirbst du ihre Bäume, eine Axt darauf schwingend, denn von ihm isst du, und nicht schneidest du ihn ab. Denn, ist der Baum des Gefilds (etwa) ein Mensch, dass er aufgrund deines Angesichts in Umdrängung komme?
20 Nur einen Baum, von dem du erkennst, dass er kein Baum zur
Speise ist, ihn darfst du verderben und abschneiden und damit eine
Umdrängung (ein Belagerungswerk) gegen die Stadt bauen, die mit
dir Streit vollführt, bis sie hinabgestürzt (gefallen) ist.
...


  Israel sollte sich nicht sorgen: der Kampf war Jewes Sache (Verse
1+4)! Dementsprechend befand sich auch ein Priester beim Heer
(Vers 2), der den Kriegern zusprach (Verse 2-4).

 

  Ein neues Haus, ein neuer Weinberg und eine beabsichtigte Hochzeit (Verse 5 - 7) konnten die Sinne eines Mannes ablenken; darum durfte er umkehren. Das Gesetz nahm Rücksicht auf ihn, denn "gut ist Jewe zu allen, und Seine Erbarmungen gehen über all Seine Werke" (Ps. 145:9). Im Übrigen gehörten furchtsame Männer nicht in die
Streitkräfte (Vers 8). Wenn alsdann das Herr schließlich nur aus
Männern bestand, die ungeteilten Herzens waren und auf Jewe
vertrauend furchtlos waren, war es bestens für den Kampf gerüstet.

  Auch im Kieg durfte die Humanität nicht vernachlässigt werden.
Bevor man zu kämpfen begann, war Frieden anzubieten (Vers 10).
Dies konnte für beide Seiten von Vorteil sein.

  Man beachte übrigens den Unterschied zwischen den sehr fernen
Städten (Verse 13-15) und den kanaanäischen, den vernichtungswürdigen (Verse 16-18).

 

 

Kapitel 21


Im Falle eines unbekannten Mörders

 

1 So denn ein Durchbohrter auf dem Erdboden gefunden wird, den
Jewe, dein Elohim, dir gibt, ihn zu errechten, ein im Gefild Gefallener,
und man erkennt nicht, wer ihn erschlagen hat,
2 so gehen deine Ältesten und deine Richter hinaus und messen

(den Abstand) zu den Städten hin, die rings um den Durchbohrten sind.
3 Und es geschehe: Die Stadt, die dem Durchbohrten die nahe ist: Die
Ältesten jener Stadt nehmen eine Kalbin des Rindviehs, mit der
noch nicht Dienst getan wurde, die noch nicht im Joch gezogen hat,
4 und die Ältesten jener Stadt bringen die Kalbin hinab zu einem
zuständigen (im ursprünglichen Zustand befindlichen) Bachtal, wo
(der Erdboden) nicht bedient und nicht besät wird, und sie
brechen dort im Bachtal der Kalbin das Genick.
5 Und die Priester, die Söhne Levis, kommen herzu – denn sie
erwählte Jewe, dein Elohim, Ihm zu amtieren und im Namen
Jewes zu segnen –, und auf (Aussage) ihres Mundes geschieht`s.
bei jedem Hader (Streit) und jeder Plage (jedem Schaden).
6 Und alle Ältesten jener Stadt, die dem Durchbohrten die nahen sind,
sie baden ihre Hände über der Kalbin, deren Genick im Bach
(gebrochen wurde).
7 Und sie antworten (dem Geschehen) und sprechen: Unsere Hände
schütteten dieses Blut nicht aus, und unsere Augen sahen es nicht.
8 Verschirme Dein Volk Israel (schirme es von Rechtsansprüchen und Gerichtsfolgen ab), das Du losgekauft hast, Jewe, und nicht gib Gericht für schuldloses Blut ins Innere Deines Volkes Israel. Und verschirmt wird ihnen die Blutschuld.
9 Und so zehrst du, ja du, hinweg das schuldlose Blut (diese Schandtat) aus deiner Mitte, denn du tust das in den Augen Jewes Gerade.

...


  Der Mord musste gesühnt werden, wenn auch nur zeichenhaft
durch den Tod eines Kalbes. Die Ältesten der nächstgelegenen Stadt
bezeugten ihre Unschuld, indem sie ihre Hände badeten (Vers 6;
Ps. 26:6; Mat. 27:24). Das Blut wurde vom Bachwasser fortgewaschen. Das Land war auf die Bitte an Jewe hin frei vom Gericht über die böse Tat.
  Sollte der Mörder später erkannt werden, enthob ihn dies nicht
seinem Urteil.

Weibliche Kriegsgefangene


10 So denn du hinausgehst zum Streit wider deine Feinde, und Jewe,
dein Elohim gibt den Feind in deine Hand, und du führst Gefangene

von ihm gefangen hinweg,
11 und du siehst inmitten der Gefangenen eine Frau, schön, ansehnlich, und du strebst ihr zu und nimmst sie dir zur Frau,
12 so bringst du sie ins Innere deines Hauses, und sie rasiert ihr
Haupt und schneidet ihre Nägel,
13 und sie nimmt die Kleidung ihrer Gefangenschaft von sich weg
und wohnt in deinem Haus und beweint ihren Vater und ihre

Mutter einen Monat an Tagen. Und danach darfst du zu ihr eingehen
und sie dir zueignen, und sie wird dir zur Frau.
14 Und es geschehe: Wenn du nicht mehr Gefallen an ihr hast, so ent-
sendest du sie (wohin) ihre Seele (es wünscht), aber du verkaufst, ja
verkaufst sie nicht gegen Silber; nicht behandelst du sie brutal,
dafür, dass du sie (durch die Scheidung) gedemütigt hast.

  Eine solche Gefangene war keine aus den kanaanäischen Völkern,
die ja auszurotten waren (5. Mose 7:1-4; 20:16-18), sondern eine
aus der Ferne (5.Mose 20:14,15). Der Frau war ein Monat Zeit zu

lassen, ihre Eltern zu beweinen und sich auf die neue Situation
einzustellen. Mit dem Abschneiden ihrer Haare war ihr bisheriges
Leben abgeschnitten. Doch die Haare wachsen, und sicherlich unterrichtete der Mann sie über die Sitten und Gebräuche Israels und vor allem über Jewe, den Elohim Israels, und die Tora.

 

Über das Erbrecht des Erstgeborenen


15 So denn einem Mann zwei Frauen (zu eigen) werden, die eine wird die Geliebte und die andere die Gehasste (das meint: die Zurückgesetzte), und sie gebären ihm Söhne, die Geliebte und die Gehasste, und der Sohn, der Erstling, wird der Verhassten (zu eigen),

16 und es geschieht: An dem Tag, da er seinen Söhnen zulost, was ihm
gehört, kann er nicht den Sohn der Geliebten zum Erstling machen
gegenüber dem Angesicht des Sohnes der Gehassten, der der Erstling ist,
17 sondern den Erstling, der Sohn der Gehassten, erkennt er an, indem
er ihm zwei (Anteile) des zugesprochenen (Erbes) von allem gibt, was
ihm gehört, denn er ist der Anfang (Erste) seiner Zeugungskraft: ihm ist die Rechtsetzung betreffs der Erstlingschaft.


  Die Einehe ist die ideale. In einer Vielehe ist es unvermeidlich, dass
der Mann die eine Frau mehr liebt als die andere. Aber beim Erben durfte es nicht nach Gefühlen gehen. Der Erstgeborene hatte eine herausragende Stellung und bekam dementsprechend zwei Anteile des Erbes.

 

Bestrafung widerspenstiger Söhne


18 So denn ein Mann einen widerspenstigen und erbitterten Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und die Stimme seiner Mutter hört, und sie züchtigen ihn, aber er hört nicht auf sie,
19 so ergreifen ihn sein Vater und seine Mutter und führen ihn

hinaus zu den Ältesten seiner Stadt und zum Tor seines Ortes
20 und sprechen zu den Ältesten seiner Stadt: Dieser unser Sohn ist
widerspenstig und erbittert, er hört nicht auf unsere Stimme, ist ein Getriebener und Zecher.
21 Und alle Mannen seiner Stadt überschütten ihn mit Steinen, sodass
er stirbt; und so zehrst du das Böse aus deinem Inneren hinweg; und
ganz Israel hört es und fürchtet sich.

  Die Eltern zu ehren, war das erste Gebot mit einer Verheißung
(2. Mose 20:12; Eph. 5:2). Wer von Vater oder Mutter übel redete,

musste getötet werden (2. Mose 21:17; Mat. 15:4).


  Es ging hier nicht um seltene Vorkommnisse, sondern um eingefleischte Feindschaft gegen die Eltern, die Repräsentanten Gottes. Ein solches Verhalten war geeignet, die Moral der Volksgemeinschaft zu zerrütten. Das Urteil zu sprechen, war Aufgabe der Ältesten.
 

Über Gehängte


22 Und so denn ein Mann zu einem Todesurteil hin verfehlt und er
wird getötet, und du hängst ihn an einen Baum,
23 so bleibt seine Leiche nicht über Nacht an dem Baum, sondern du
begräbst, ja begräbst ihn an jenem Tag, denn ein Fluch Elohims
ist ein Gehängter; und nicht bemakelst du deinen Erdboden, den

Jewe, dein Elohim, dir als Losteil gibt.

  Die übliche Hinrichtungsart war die Steinigung. Nicht ein Lebendiger wurde aufgehängt, sondern der Leichnam.
Der Apostel Paulus greift diese Bibelstelle in Galater 3:13,14 auf:
"Christus hat uns aus dem Fluch des Gesetzes erkauft, weil Er um unsertwillen zum Fluch wurde; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt. (Und Er wurde zum Fluch,) damit der Segen Abrahams in Jesus Christus unter die Nationen gebracht werde, sodass wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben erhalten mögen."

  Unser Herr Jesus Christus wurde zum Träger des Fluchs über die
Sünde; wir sind frei!

 

Kapitel 22

 

Schutz des Eigentums


1 Nicht siehst du den Stier deines Bruders oder sein Lamm als Versprengte (Umherirrende) und verheimlichst (entziehst) dich von ihnen weg: du bringst, ja bringst sie zurück zu deinem Bruder.
2 Wenn aber dein Bruder nicht nahe zu dir hin ist und du ihn nicht
näher kennst, so holst du es in dein Haus; und es bleibt bei dir, bis
dein Bruder danach forscht, und dann bringst du es ihm zurück.
3 Und so tust du seinem Esel, und so tust du seiner Umtuchung
(seinem Gewand), und so tust du allem Verlorenen deines Bruders,
das ihm verloren geht und du es findest; nicht kannst du dich
(diesbezüglich) verheimlichen.
4 Nicht siehst du den Esel deines Bruders oder seinen Stier als
Hingefallene am Weg und verheimlichst dich von ihnen weg: aufrichten, ja aufrichten, tust, ja tust, du (sie zusammen) mit ihm.


  Wie denn unser Herr Jesus sagt: „Alles nun, was auch immer ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das erweist auch ihr ihnen
ebenso! Denn dies ist das Gesetz und die Propheten" (Mat. 7:12).
Ein in einen Brunnen gefallenes Tier durfte man sehr wohl auch
an einem Sabbat herausziehen (Luk. 14:5).

 

Schutz des Geschlechterunterschieds


5 Nicht seien Gerätschaften eines mächtigen (Mannes) auf einer Frau,
und nicht bekleidet sich ein mächtiger (Mann) mit der Umtuchung
(Bekleidung) einer Frau, denn ein Gräuel ist dem Jewe, deinem Elohim, ein jeder, der dies tut.

 

  Für einen Mann typische Gerätschaften, wie zum Beispiel Waffen
und manche Werkzeuge, sollen nicht an einer Frau gesehen werden.
Sie würde sich damit dem Mann gleichstellen. Ein Mann sei ein Mann, und eine Frau sei eine Frau, dies auch in der Kleidung ausdrückend. Ein Mann, der sich den äußeren Anschein
einer Frau gibt, missachtet die Schöpfungsordnung der unterschiedlichen Geschlechter und ist ein Gräuel.

 

 

 

Zum Schutz der Natur


6 So denn deinem Angesicht auf dem Weg ein Vogelnest begegnet
in irgendeinem Baum oder auf der Erde mit Ausgeschlüpften oder
mit Eiern und die Mutter verweilt auf den Ausgeschlüpften oder auf
den Eiern: nicht nimmst du die Mutter über den Söhnen weg;
7 du entsendest, ja entsendest (lässt frei) die Mutter, und die Söhne darfst du dir nehmen, damit es dir gut ergehe und du (dir deine) Tage

verlängerst (mehrst).

 

  Gott kümmert sich auch um die Kreatur. Der mütterliche Dienst ist
auch bei Tieren so wichtig, dass er nicht zunichte gemacht werden darf.

Eine Bauvorschrift


8 So denn du ein neues Haus baust, so machst du einen Schutzzaun für dein Dach, sodass du nicht Blutschulden auf dein Haus legst, wenn einer von ihm herabfällt, ja herabfällt.


  Flachdächer – man ruhte sich dort gern aus oder tat auch manche
Hausarbeiten – bedurften eines Geländers oder einer Mauer.


Vermischungsverbote

 

9 Nicht besäst du deinen Weinberg zwieartig, dass nicht heilig wird
(dem Heiligtum verfällt) die Frucht des Samens, den du säst, und
der Ertrag des Weinbergs.
10 Nicht pflügst du mit einem Ochsen und mit einem Esel in einem
(Gespann).
11 Nicht bekleidest du dich mit Mischgewebe, Wolle und Flachs vereint.


  Vermischungen waren zu vermeiden (vgl. 3. Mose 19:19). Israel sollte darauf achten, dass der Satan das Wort der Wahrheit nicht mit anderen Thesen vermischt. Immerhin bedeutet „Babel", "Vermischung", „Vermengung", "Verwirrung". Reinheit und Eindeutigkeit aber ziert das Volk Israel. Rind und Esel gemeinsam vor den Pflug zu spannen, wäre grausam (Spr. 12:10). Auch wir dürfen uns nicht mit Ungläubigen zusammenjochen lassen (2. Kor. 6:14).


Quasten

 

12 Großquasten machst du dir an die vier Zipfel deiner Bedeckung
(deines Gewands), mit der du dich bedeckst.

  Die Quasten an den Gewandzipfeln am unterem Saum an ihnen war eine Schnur aus Violettpurpur – wiesen Israel ständig darauf hin, die Gebote zu tun und Heilige zu werden (4. Mose 15:37-41). Leider vergrößerten manche ihre Quasten, um von den Menschen angestaunt zu werden (Mat. 23:5)!

  Einst rührte eine blutflüssige Frau eine Quaste des Obergewands
Jesu im Glauben an, und sie war auf der Stelle geheilt; so auch
viele andere, die dies taten (Mat. 9:20; 14:36; Mark. 6:56; Luk 8:44)

 

Sittlichkeitsvorschriften


13 So denn ein Mann eine Frau nimmt und zu ihr eingeht und sie
dann hasst (gering schätzt)
14 und er bürdet ihr Veranlassungen zu Wortemachereien (Anschuldigungen) auf und lässt einen bösen Namen (Ruf) über sie ausgehen und spricht: Diese Frau nahm ich und nahte ihr, und nicht
fand ich ihre Jungfräulichkeiten!,
15 so nehmen der Vater der Maid und ihre Mutter (die Zeichen)
der Jungfräulichkeiten der Maid und bringen sie hinaus zu den Ältesten der Stadt gen das Tor.
16 Und der Vater der Maid spricht zu den Ältesten: Meine Tochter gab ich diesem Mann zur Frau, und nun hasst er sie.
17 Und da! Er, er veranlasste Wortemachereien, sprechend: Nicht fand
ich deiner Tochter Jungfräulichkeiten! (Aber) dies (ist das Zeichen)
der Jungfräulichkeiten meiner Tochter. Und sie breiten das Tuch (mit
den Blutspuren) angesichts der Ältesten der Stadt aus.

18 Und die Ältesten jener Stadt nehmen den Mann und züchtigen ihn.
19 Und sie strafen ihn mit hundert (Schekel) Silber und geben´s
dem Vater der Maid, denn er ließ einen bösen Namen (Ruf) über
eine Jungfrau Israels ausgehen; und ihm ist sie (weiterhin) zur
Frau, er kann sie all seine Tage nicht entsenden (entlassen).
20 Wenn aber diese Sache als Wahrheit (erfunden) wurde, wenn
nicht die Jungfräulichkeiten der Maid gefunden wurden,
21 so führen sie die Maid hinaus zur Öffnung des Hauses ihres Vaters,
und die Mannen ihrer Stadt steinigen sie mit Steinen, sodass sie
stirbt, denn sie tat eine Verruchtheit in Israel, zu huren im Haus
ihres Vaters. Und so zehrst du das Böse aus deiner Mitte weg.

22 So denn ein Mann bei einer Frau liegend gefunden wird,
einer einem Eigner (Ehemann) Zugeeigneten (Ehefrau), so sterben sie,
ja sogar sie beide: der Mann, der bei der Frau lag, und die Frau.
Und so zehrst du hinweg das Böse aus Israel.
23 So denn eine Maid, eine Jungfrau, einem Manne angelobt wurde,
und ein Mann findet sie in der Stadt und liegt bei ihr,
24 so führt ihr sie beide hinaus zum Tor jener Stadt und steinigt
sie mit Steinen, sodass sie sterben: die Maid aufgrund der Sache,
dass sie nicht geschrien hat in der Stadt, und der Mann aufgrund der Sache, dass er die Frau seines Genossen gedemütigt hat. Und so
zehrst du hinweg das Böse aus deiner Mitte.
25 Wenn aber der Mann die angelobte Maid im Gefild findet,
und der Mann packt sie und liegt bei ihr, so stirbt der Mann, der
bei ihr lag, er allein.
26 Aber der Maid tust du nicht die geringste Sache an, die Maid hat
nicht zum Tode verfehlt, denn so wie ein Mann wider seinen Genossen

aufsteht und ihn, ja jene Seele, ermordet, ebenso ist diese Sache.
27 Denn im Gefild fand er sie; die angelobte Maid schrie, aber es war
kein Retter für sie da.
28 So denn ein Mann eine Maid, eine Jungfrau, findet, die nicht angelobt ist, und er ergreift sie und liegt bei ihr, und sie werden gefunden,
29 so gibt der Mann, der bei ihr lag, dem Vater der Maid fünfzig
(Schekel) Silber, und sie wird ihm zur Frau, dafür, dass er sie gedemütigt hat; nicht kann er sie entsenden (entlassen) all seine Tage.

Kapitel 23


1 Nicht sei's, dass ein Mann die Ehefrau seines Vaters nimmt, und
nicht sei´s, dass er den Gewandzipfel (die Bedeckung) seines Vaters enthüllt (aufdeckt).


  In einem heiligen Volk achtet man auf die Reinheit des
Sexuallebens; vgl. 3. Mose 18:6-18.
  Die Züchtigung des Verleumders (Vers 18) bestand in vierzig Schlägen (weniger einem) (5. Mose 25:3; 2. Kor. 11:24). Ein Schekel wog vermutlich 12 g.


  Eine Angelobung war ebenso verbindlich wie eine Eheschließung (vgl. Mat. 1:18,24)


  Die Differenzierung der Strafvorschriften ist wohlbegründet.


  Zu Kapitel 23:1: Die Frau des Vaters, sei´s die Mutter oder die
Stiefmutter, ist tabu. Wer die Frau seines Vaters anblickt, enthüllt
die Blöße seines Vaters, die dem Vater gehörende Blöße (3. Mose 18:8; 20:11; 5. Mose 27:20; 2. Kor. 5:1).

 

 

Verschiedene Vorschriften

(5. Mose 23:2 - 27:26)

 

Kapitel 23

Wer nicht in die Versammlung kommen darf

2 Nicht kommt ein durch Malmen (an den Hoden) Verwundeter oder
ein am Penis Verschnittener in die Versammlung Jewes.
3 Nicht kommt ein Bastard (Mischling, außereheliches Kind) in die
Versammlung Jewes, auch noch die zehnte Generation von ihm
komme nicht in die Versammlung Jewes.
4 Nicht kommt ein Amoriter oder ein Moabiter in die Versammlung Jewes, auch noch die zehnte Generation von ihnen komme nicht in die Versammlung Jewes – so ist's bis zum Äon ,
5 aufgrund der Sache, dass sie euch nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen sind auf dem Weg bei eurem Auszug aus Ägypten, und dass er (der Moabiter) Bileam, den Sohn Beors, aus Petor in Aram Naharajim, wider dich gedungen hat, um dich zu verfluchen.
6 Aber nicht willigte Jewe, dein Elohim, ein, auf Bileam zu hören,
und Jewe, dein Elohim, wandte dir den Fluch zur Segnung um,
denn Jewe, dein Elohim, liebt dich.
7 Nicht forschst (suchst) du nach ihrem Frieden und ihrem Guten all
deine Tage für äonisch.
8 Nicht betrachtest du den Edomiter als Gräuel, denn dein Bruder
ist er. Nicht (betrachtest) du den Ägypter als Gräuel, denn du warst
ein Gast (Fremdling) in seinem Land.

9 Söhne, die ihnen geboren werden, die dritte Generation von ihnen
kommt in die Versammlung Jewes.

...

 

  Ein an den Geschlechtsteilen Verstümmelter (Vers 2) war kultisch nicht makellos und durfte daher nicht zu den Versammlungen am Zelt des Zeugnisses und später des Tempels kommen. Sein persönlicher
Glaube war damit nicht in Frage gestellt.

  Unter dem Bastard (Vers 3) dürfen wir hier einen Mischling aus
einer Verbindung mit einem männlichen Amoniter oder Moabiter
verstehen.
  Die Amoniter und die Moabiter waren die Nachkommen der

blutschänderischen Vereinigung Lots mit seinen Töchtern (1. Mose 19:30 - 38) und Israel feindlich gesonnen (5. Mose 2:28). Die Ereignisse um Bileam sind in 4. Mose 22-24 ausführlich geschildert.

  Die Edomiter, Nachkommen Esaus, des Bruders Jakobs (1. Mose 25:26) und die Ägypter, die Joseph und Jakob freundlich aufgenommen hatten, waren günstig zu behandeln (Verse 8+9).

Reinerhaltung des Heerlagers

10 So denn du hinausgehst ins Heerlager wider deine Feinde, so hütest du dich vor jeder bösen Sache.
11 So denn inmitten von dir ein Mann ist, der nicht rein ist durch
ein Begegnis (einen Samenerguss) während der Nacht, so geht er hinaus nach außerhalb des Lagers, nicht kommt er zur Mitte der Lagers.
12 Und es geschehe: Wenn der Abend sich zuneigt, badet er mit Wasser und beim Untergehen der Sonne (also am Nachmittag) darf er wieder zur Mitte das Lagers kommen.
13 Und lege eine Seite außerhalb des Lagers fest, und du gehst dorthin hinaus nach draußen.

14 Und einen Pflock (ein Holzstück) habe du neben deiner Gerätschaft und es geschehe, wenn du da draußen sitzt, da schachtest du mit ihm und kehrst um und bedeckst dein Ausgeschiedenes.
15 Denn Jewe, dein Elohim, wandelt im Innern deines Lagers,
dich zu bergen und deine Feinde dir angesichts dahinzugeben,
und dein Lager sei ein heiliges, sodass Er bei dir in keiner Sache
eine Blöße (einen Mangel) sieht und hinter dir umkehrt.
...

 

  Nicht nur kultische, sondern auch hygienische Reinheit ist
vonnöten. Jewe wandelte im Lager Israels. Ein schmutziges Lager
würde von einer nachlässigen Glaubenshaltung gegenüber Jewe
sprechen.


Schutz eines entflohenen Sklaven

16 Nicht trägst du dazu bei, dass ein Diener eingesperrt wird, indem du ihn seinem Herrn (auslieferst), ihn, der sich zu dir hin in Bergung
bringt, weg von seinem Herrn.
17 Bei dir wohne er in deiner Mitte in dem Ort, den er erwählt,
in einem deiner Tore, in dem ihm guten; nicht schindest du ihn.

...

 

  Hier ging es um einen ausländischen Sklaven (vgl. 1. Sam. 30:13,15). Und geschunden werden durften Fremdlinge ohnehin nicht, weil die Israeliten selber Fremdlinge in Ägypten waren (2. Mose 22:20).

 

Keine Kultprostitution


18 Nicht werde eine von den Töchtern Israels eine (der Hurerei) Angeheiligte (Geweihte; Kultprostituierte), und nicht werde einer von den Söhnen Israels ein (der Hurerei) Angeheiligter.
19 Nicht bringst du den Sold einer Hure oder den Kaufpreis eines
Hundes (das meint eines der Hurerei Geweihten) in das Haus Jewes,

deines Elohims, zu irgendeinem Gelübde, denn ein Gräuel sind Jewe,
deinem Elohim, auch diese, beides.

...

 

  Kultprostitution war nicht nur Hurerei, sondern darüber hinaus Götzendienst.

Zinsnahme

20 Nicht legst du deinem Bruder Wucherzins auf mit Wucher bei Silber, mit Wucher bei Speise, mit Wucher bei irgendeiner Sache, die (als Wucher) beißt.
21 Dem Ausländer darfst du Wucherzins auflegen, aber deinem
Bruder legst du keine Wucherzinsen auf, damit Jewe, dein Elohim,
dich segnet in jeder verrichteten Arbeit deiner Hand in dem Land,
wohin du kommst, es zu errechten.

...

 

  Wucher und Zins sind im Hebräischen zwei ganz verschiedene Worte. Und die Worte für Wucher und beißen (beides tut weh) unterscheiden sich nur durch die später vorgenommene masoretische Vokalisation.
  Nur ein verarmter oder in Not geratener Bruder lieh sich etwas. Von
ihm Zinsen zu nehmen, wäre schon Wucher und überhaupt eine Missachtung der Bruderschaft des heiligen Volkes.
  Darlehen an Ausländer dürften gewöhnlich geschäftlicher Natur
gewesen sein.

Gelübde

22 So denn du Jewe, deinem Elohim, ein Gelübde gelobst, verziehe
nicht, es zu erstatten, denn Jewe, dein Elohim, fordert, ja fordert
es von dir, und du würdest verfehlen in dir.
23 Aber so denn du meidest zu geloben, so ist diesbezüglich kein
Verfehlen in dir.
24 Das aus deinen Lippen herausgegangene, du hütest es und tust es,
so wie du Jewe, deinem Elohim, das was du mit deinem Mund geredet hast, in Willigkeit gelobtest.

...

 

  Wer den Mund auftut, sei es zu einem Versprechen gegenüber einem
Menschen oder besonders zu einem Gelübde gegenüber Jewe, der lasse gesunde Vernunft walten und überlege, was er sagt. “Besser ist, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erstattest" (Pred. 5:4).
  Weiteres über Gelübde ist in 3. Mose 27:1-12, 4. Mose 30, Sprüche
20:25 und Pred. 5:3-5 zu finden.

 

Im Weinberg und auf den Feldern


25 So denn du zum Weinberg deines Genossen kommst, so darfst du
Trauben essen gemäß dem Verlangen deiner Seele zu deiner Sättigung, aber in ein Gefäß gibst du nichts hinein.
26 So denn du zum aufrechtstehenden (Getreide) deines Genossen kommst, so darfst du die Vollähren mit deiner Hand pflücken, aber eine Sense schwenkst du nicht über das aufrechtstehende (Getreide)
deines Genossen

...

  Man durfte sich kurz laben, aber nicht ernten. Einst rupften auch
die Jünger Jesu Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen
davon (Mark. 2:23; Luk. 6:1). Da Jewe alles gnädig hat wachsen
lassen, sollte man auch mit einem Vorübergehenden gnädig sein.


Kapitel 24

 

Über die Scheidung

1 So denn ein Mann eine Frau nimmt und sie sich zueignet
und es geschieht: Wenn sie nicht Gnade findet in seinen Augen,
weil er an ihr eine Blöße (einen Mangel) in einer Sache fand,
und er schreibt ihr eine Scheidungsurkunde und gibt sie in ihre
Hand und entsendet sie aus seinem Haus,

2 und sie geht hinaus aus seinem Haus und wandelt weg und wird
einem anderen Mann zu eigen,
3 und der spätere Mann hasst sie und schreibt ihr eine Scheidungsurkunde und gibt sie in ihre Hand und entsendet sie aus seinem Haus, oder so denn der spätere Mann stirbt, der sie sich zur Frau nahm:
4 nicht kann ihr erster Eigner, der sie entsandt hatte, sie wieder
nehmen, dass sie ihm zur Frau wird, nachdem sie sich bemakeln ließ,
denn ein Gräuel ist dies angesichts Jewes. Und so bewirkst du, dass
das Land nicht verfehlt, das Jewe, dein Elohim, dir als Losteil gibt.
...


  Eine Scheidung war endgültig und sollte daher wohlüberlegt
sein. Eine Frau war kein Spielball.
  Unser Herr Jesus stellte klar: „Mose gestattet euch wegen eurer
Hartherzigkeit, eure Frauen zu entlassen; aber von Anfang an ist
es nicht so gewesen. Daher sage Ich euch: Wer seine Frau (leichtfertig) entlässt – nicht etwa wegen Hurerei – und eine andere heiratet, bricht die (rechtmäßig immer noch bestehende) Ehe; und wer die Entlassene heiratet, bricht auch die Ehe" (Mat. 19:8,9; 5:31,32).

Frisch verheiratet – und der Wehrdienst?


5 So denn ein Mann eine neue Frau nimmt (kürzlich eine Frau nahm),
nicht geht er mit dem Heer hinaus, und nichts soll ihm in irgendeiner Sache übertragen werden; schuldlos (frei von jeder Verpflichtung)
ist er für sein Haus ein Jahr; und er erfreut seine Frau, die er
(sich) genommen hat.
...


  Ebenso erfreue er sich seiner Frau.
  Es wäre im Übrigen nicht gut, wenn er in einer Schlacht
stürbe, ohne Nachkommen zu haben (5. Mose 20:7).

 

Pfändung


6 Nicht pfändet einer ein Mühlsteinpaar oder einen oberen, beweglichen Mühlstein, denn die Seele pfändet er.
...


  Der Mühlstein war lebenswichtig. Ohne ihn könnte die Familie
das tägliche Brot nicht zubereiten.

 

Menschenraub


7 So denn ein Mann gefunden wird, der eine Seele (einen Menschen) aus seinen Brüdern, aus den Söhnen Israels, stiehlt und ihn brutal behandelt oder ihn verkauft, so stirbt jener Stehler. Und so zehrst
du das Böse aus deinem Innern weg.

...

  Menschenraub, praktisch immer mit dem Verkauf in ausländische
Sklaverei verbunden, war ein extremes Verbrechen, sowohl an dem
Betroffenen als auch an dem Volk Gottes.


 Aussatz


8 Hüte dich vor der Plage des Aussatzes, ja, es ist überaus zu hüten
und gemäß allem zu tun, was euch die Priester, die Leviten, als
(Handlungs-) Ziel anweisen; so wie ich ihnen gebot, so hütet ihr,
es zu tun.
9 Gedenkt an das, was Jewe, dein Elohim, der Mirjam auf dem Weg
bei eurem Herausgehen aus Ägypten getan hat.

...


  Die Vorschriften für den Umgang mit Aussatz finden sich
in 3. Mose 13 - 14. Was der Mirijam geschah, ist in 4. Mose 12 festgehalten.
  Einem vom Aussatz Gereinigten sagte Petrus gemäß Vers 8: „Gehe

hin, zeige dich dem Priester und bringe für deine Reinigung
das, was Mose anordnete, ihnen zum Zeugnis" (Mark. 1:44).

 

Leihe


10 So denn du deinem Genossen verleihst, ein Darlehen gibst, ja
irgendetwas: nicht kommst du in sein Haus, um den Leihbetrag
zu pfänden;
11 draußen stehst du, und der Mann, dem du verliehen hast, bringt
das Pfand zu dir nach draußen heraus.
12 Und wenn es ein gedemütigter (armer) Mann ist, legst du
dich nicht im (Besitz) seines Pfandes nieder;
13 du bringst zurück, ja bringst ihm zurück das Pfand beim Untergang der Sonne, sodass er sich in seinem Tuch hinlegt und dich
segnet; und dies wird dir zur Rechtfertigung (zur erklärten Gerechtigkeit) angesichts Jewes, deines Elohims.


  Die Nächstenliebe gebietet, dem Bedürftigen entgegenzukommen.
Und so er sein Tuch, gemeint ist sein Mantel, mit dem er sich nachts
bedeckte, als Pfand gegeben hatte, musste es zurückgegeben werden,
denn worin sollte er schlafen (2. Mose 22:25,26)?

 

Tagelöhner


14 Nicht erpresst du einen Gedungenen, einen gedemütigten (armen)
und bedürftigen, von deinen Brüdern oder von deinem Beisassen,
der in deinem Land innerhalb deiner Tore ist;
15 an seinem Tag gibst du ihm seinen Lohn, und nicht geht die
Sonne darüber unter – denn gedemütigt (arm) ist er, und nach
ihm (dem Lohn) neigt er seine Seele –, sodass er nicht wegen dir
zu Jewe ruft und in dir eine Verfehlung erstehe.
...


  „Wer den Armen erpresst, schmäht seinen Macher (Schöpfer),

aber wer dem Bedürftigen Gnade erweist, verherrlicht ihn" (Spr. 14:31).


Jeder für seine eigene Sünde


16 Nicht werden Väter getötet aufgrund (der Sünde) der Söhne
und Söhne werden nicht getötet aufgrund (der Sünde) der Väter,
ein jeder wird infolge seines (eigenen) Verfehlens getötet.
...


  Der Gedanke, das Urteil an einem anderen vollstrecken zu lassen,
konnte durchaus aufkommen. Hier wird ein klares Nein dazu
gesagt (vgl. Jer. 31:30; Hes. 18:4,20; 2. Chron. 25:4).


Beisassen, Witwen und Waisen


17 Nicht reckst (dehnst, verbiegst) du das Recht eines Beisassen
(Fremdlings, Ausländers) oder eines Verwaisten, und nicht pfändest
du das Gewand einer Witwe.
18 Und du gedenkst, dass du ein Diener warst in Ägypten und Jewe,
dein Elohim, dich von dort losgekauft hat; darum gebiete ich dir
diese Sache zu tun.
...


  Möge sich erweisen, dass Israel aus seiner Zeit in Ägypten gelernt
hat. Sollte es die Schwachen aber lieblos behandeln, würde es
wohl ebenfalls gerichtet werden.

Keine Nachlese


19 So denn du deine Ernte in deinem Gefild erntest und du
vergisst eine Garbe im Gefild, nicht kehrst du um, sie zu
nehmen: dem Beisassen, dem Verwaisten und der Witwe sei sie,
damit Jewe, dein Elohim, dich segnet in allen Werken deiner Hände.

20 So denn du deinen Ölbaum abklopfst, nicht säuberst du
hinter dir: dem Beisassen, dem Verwaisten und der Witwe sei es.
21 So denn du deinen Weinberg aberntest, machst du's nicht
kahl hinter dir: dem Beisassen, dem Verwaisten und der Witwe sei es.
22 Und du gedenkst, dass du Diener warst im Land Ägypten;
darum gebiete ich dir, diese Sache zu tun.
...


  Auf diese Weise mussten die Armen nicht betteln und konnten
etwas für ihre Ernährung tun. Und der Grundstückseigner
konnte seine Dankbarkeit für die reiche Ernte Jewe gegenüber andeuten. Und gern erinnern wir uns an die Moabiterin Rut, die auf dem Feld des Boas Nachlese halten durfte (Rut 2).


Kapitel 25


Die Prügelstrafe


1 So denn Hader (Streit) zwischen Mannen ist und sie zum Gericht
herzukommen, und man richtet sie, und man rechtfertigt den
Gerechten und verurteilt den Frevler,
2 so geschehe es: Wenn der Frevler ein zu schlagender Sohn ist,
so lässt ihn der Richter niederlegen, und einer schlägt ihn
ihm angesichts dem Umfang seines Frevels angemessen in (bestimmter) Zahl.
3 Mit vierzig (Schlägen) schlägt er ihn, nicht fügt er hinzu,
dass nicht, so er hinzufügt, ihn über diese hinaus mit vielen
Schlägen zu schlagen, dein Bruder dir zu Augen entehrt wird.
...


  In den Sprüchen 20:30 steht geschrieben: „Wundstriemen

sind Therapie gegen Böses, und (erziehende) Schläge sind sie
den Kammern des Bauches."
  Die Zahl der Schläge musste angemessen sein (Luk. 12:47)
damit die Würde des Menschen nicht verletzt würde. Das
Maß von vierzig Schlägen durfte nicht überschritten werden,
andernfalls würde die Züchtigung zur Erniedrigung des
Menschen führen. Es wurde üblich, für den Fall, dass man sich
verzählte, nur 39 Schläge zu geben (2. Kor. 11:24).


Der dreschende Ochse


4 Nicht verschließt du einem Ochsen das Maul, wenn er drischt.
...


  Man führte Ochsen über die Tenne, um die Ähren zum Worfeln
aufzubrechen. Es wäre grausam, sie dabei nicht fressen zu lassen.
Doch "der Gerechte erkennt die Seele seines Tiers" (Spr. 12:10)
und hat Mitgefühl.

  Der Apostel Paulus nimmt das Wort: „Du sollst einem
dreschenden Rind keinen Maulkorb anlegen“ als Beispiel dafür,
dass "der Arbeiter (der Verkündiger des Evangeliums) seines Lohnes wert ist, „vor allem die, die sich im Wort und in der Lehre mühen"

(1. Tim. 5:17,18; vgl. 1. Kor 9:9-12).

Die Schwagerehe


5 So denn Brüder vereint wohnen und es stirbt einer von ihnen
und er hat keinen Sohn, es werde die Frau des Toten nicht nach
draußen entsandt, einem fremden Mann (zu eigen zu werden): ihr
Schwager komme auf sie zu und nehme sie sich zur Frau und
eheliche sie als Schwager.
6 Und es geschehe: Der Erstling, den sie gebiert, ersteht auf den        

Namen seines toten Bruders, sodass sein Name nicht ausgewischt
wird aus Israel.
7 Wenn aber der Mann nicht Gefallen daran hat, seine Schwägerin
zu nehmen, so gehe seine Schwägerin hinauf gen das Tor zu den
Ältesten und spreche: Mein Schwager weigert sich, seinem Bruder
einen Namen in Israel erstehen zu machen; nicht willigt er ein,
als Schwager mich zu ehelichen.
8 Und die Ältesten seiner Stadt rufen ihn und reden zu ihm; und
besteht er darauf und spricht: Nicht habe ich Gefallen daran, sie zu nehmen!,
9 so komme seine Schwägerin vor den Augen der Ältesten herzu zu ihm, und sie ziehe seine Sandale aus, weg von seinem Fuß, und spucke gegen sein Angesicht und antworte und spreche: So werde dem Mann getan, der das Haus seines Bruders nicht erbaut.
10 Und sein Name werde in Israel gerufen: „Haus des Sandalenlosen".
...

  Keine Familie des auserwählten Volkes sollte aussterben und das
verheißene Königreich nicht erlangen – wenn sie nur treu gewesen
wären! Bei der Schwagerehe ging es auch um den Erhalt des gemeinsam ererbten familiären Besitzes.
  Sie wird im Falle von Onan und Tamar (1. Mose 38:8-11), im
Falle des Boas und der Rut (Rut 3:2, 12; 4:7) und von den
Sadduzäern gegenüber Jesus erwähnt (Mat. 22:23-28; Mark. 12:
18-23; Luk. 20.27-33).

Was eine Frau keinesfalls tun darf


11 So denn Mannen Zwist miteinander haben, ein Mann und sein
Bruder, und die Frau des einen naht, um ihren Mann dem Zugriff

zu entziehen, weg von der Hand des ihn Schlagenden, und sie streckt
ihre Hand aus und hält seine Schamteile fest,
12 so schneidest du ihre Hand ab; nicht schone dein Auge.

...


  Dies ist die einzige Vorschrift im Gesetz des Mose, die eine
körperliche Verstümmelung vorsah. Eine solche Tat einer zur
Unterordnung unter den Mann angehaltenen Frau war nicht nur
extrem schamlos und die Zeugungsfähigkeit eventuell beeinträchtigend, sondern eine Überhebung über den Mann und eine Herabwürdigung des Mannes.

 

Korrektes Maß


13 Nicht sei dir in deinem Beutel Gewichtsstein und Gewichtsstein,
ein großer und ein kleiner.
14 Nicht sei dir in deinem Haus Epha und Epha, ein großes
und ein kleines.

15 Ein vollkommener und gerechter Gewichtsstein sei dir, ein vollkommenes und gerechtes Epha sei dir, damit sich deine Tage verlängern (mehren) auf dem Erdboden, den Jewe, dein Elohim dir gibt.
16 Denn ein Gräuel ist dem Jewe, deinem Elohim, ein jeder dies alles
Tuende, jeder Arg Tuende.

...

  Richtiges Gewicht und richtiges Maß sind unverzichtbare
Voraussetzungen für Handel und Wandel. Wer auf Jewe blickt,
der Seinem Volk für den Fall der Treue Segen verheißen hat, wird
nicht versucht zu betrügen. Gerechtigkeit erhöht eine Nation (Spr.
14:34).


Gedenke des Amalek!


17 Gedenke dessen, was Amalek dir auf dem Weg getan hat,

bei eurem Auszug aus Ägypten,
18 der dir auf dem Weg begegnete und deine Nachzügler schlug,
all die Schwachen hinter dir, als du ermattet und ermüdet warst,
ja er, der Elohim nicht fürchtet.
19 Und es geschehe: Wenn Jewe, dein Elohim, dir Ruhe verschafft,
weg von all deinen Feinden ringsum, in dem Land, das Jewe,
dein Elohim, dir als Losteil gibt, es zu errechten, dann
wischst du weg das Gedenken Amaleks unter den Himmeln;
nicht vergisst du es!
...

 
  Die Amalekiter waren Nachkommen Amaleks, des Enkels Esaus
(1. Mose 36:12), und beständige Feinde Israels. Sie wohnten im
nördlichen Arabien, auf der Halbinsel Sinai, in Kanaan (4. Mose 14;
39-45) und nach dem Auszug Israels in dem des Heeres entleerten
Ägypten, damals dem “Haupt der Nationen” (4. Mose 24:20). Sie waren die Hyksos.

...

  Vers 18 nimmt wohl Bezug auf die Ereignisse in Rephidim im
Jahr 1460 v. Chr. (2. Mose 17:8-16). In Vollzug der Anordnung,
das Gedenken an Amalek auszutilgen (Vers 19), schlugen Saul um
1038 v. Chr. (1. Sam. 15:1-7) und David im Jahr 1025 v. Chr.

(1. Sam. 30:17) sie.


Kapitel 26


Die Erstlingsfrucht


1 Und es geschehe: So denn du zu dem Land kommst, das Jewe, dein
Elohim, dir als Losteil gibt, und du es errechtest und darin wohnst,
2 so nimmst du vom Anfang (von den Erstlingen) einer jeden
Frucht des Erdbodens, die du einbringst von deinem Land, das
Jewe, dein Elohim, dir gibt, und legst sie in einen Korb und
wandelst zu dem Ort, den Jewe, dein Elohim, erwählen wird,
Seinen Namen dort wohnen zu lassen.
3 Und du kommst zu dem Priester, der in jenen Tagen ist, und
sprichst zu ihm: Ich berichte am heutigen Tag dem Jewe, deinem Elohim, dass ich zu dem Land gekommen bin, das Jewe unseren Vätern zugeschworen hat, es uns zu geben.
4 Und der Priester nehme den Korb aus deiner Hand, und er belasse
ihn angesichts des Altars Jewes, deines Elohims.
5 Und du antwortest und sprichst angesichts Jewes, deines
Elohims: Ein verlorener Aramäer war mein Vater; und er stieg
hinab gen Ägypten und war dort zu Gast (war Beisasse) inmitten
von wenigen Sterblichen und wurde dort zu einer großen, überaus
starken und zahlreichen Nation.
6 Und die Ägypter taten uns Böses und demütigten uns und
legten einen harten Dienst auf uns.
7 Da schrien wir zu Jewe, dem Elohim unserer Väter, und Jewe
hörte unsere Stimme und sah unsere Demütigung und unser
Mühen und unsere Unterdrückung.
8 Und Jewe führte uns heraus aus Ägypten mit mächtiger Hand und
mit ausgestrecktem Arm und infolge von großen Furchterregungen
und infolge von Zeichen und infolge von überführenden (Beweisen),
9 und er brachte uns zu diesem Ort und gab uns dieses Land,
ein Land, das von Milch und Honig fließt.
10 Und nun, da! Ich bringe den Anfang der Frucht der Erdbodens,
den Du, Jewe, mir gegeben.  Und du belässt sie angesichts

Jewes, deines Elohims, und wirfst huldigend dich hin angesichts
Jewes, deines Elohims.
11 Und du erfreust dich an all dem Guten, das Jewe, dein Elohim,
dir und deinem Hause gegeben hat, du und der Levit und der
Beisasse, der in deiner Mitte ist.

...

  Ein Korb mit den Erstlingsfrüchten war der sichtbare Dank
an Jewe. Mit feierlichen und Jewe lobpreisenden Worten wurde
er angesichts des Altars niedergestellt.
  Jakob konnte gewissermaßen als Aramäer bezeichnet werden (Vers 5), weil sein Großvater Abraham ein Nachkomme Arpachschads, des Bruders Arams, eines Sohnes Sems, war (1. Mose 10:22), Abraham in Haran in Padan Aram gewohnt hatte (1. Mose 11:31), weil Jakobs Mutter Rebekka aus Padan Aram stammte (1. Mose 25:20) und Jakob
viele Jahre bei seinem Onkel Laban, einem Aramäer, in Padan
Aram gedient hatte (1. Mose 28:7).


Der Zehnte des dritten Jahrs


12 So denn du vollendetest, allen Zehnten Deines Einkommens zu
verzehnten im dritten Jahr, dem Jahr des Zehnten, und ihm
dem Leviten, dem Beisassen, dem Verwaisten und der Witwe gabst,
sodass sie innerhalb deiner Tore essen und satt werden,
13 so sprichst du angesichts Jewes, deines Elohims: Ich schaffte
die heilige (Darbringung) aus dem Haus, und auch noch gab ich
sie dem Leviten und dem Beisassen, dem Verwaisten und der
Witwe gemäß all Deinem Gebot, das Du mir gebotest; nicht

überging ich eines von Deinen Geboten, und nicht vergaß ich sie.
14 Nicht aß ich in meiner Wehklage davon, und nicht zehrte ich
davon, als ich bemakelt (unrein) war, und nicht gab ich davon für
einen Toten (bei einer Beerdigungsfeier); ich hörte auf die Stimme
Jewes, meines Elohims, ich tat gemäß allen, was Du mir gebotest.
15 Luge aus von dem Gehege Deines Heiligtums, von den Himmeln,
und segne Dein Volk Israel und den Erdboden, den Du uns gegeben
hast, so wie Du unseren Vätern geschworen hast: ein Land
fließend von Milch und Honig.
...


  In jedem dritten Jahr war der Zehnte innerhalb der Tore
an die Schwachen zu verteilen (5. Mose 14:28,29). In all den
anderen Jahren war er zum Heiligtum zu bringen (5. Mose 12:18;
14:23).

Hüte die Gesetze!


16 An diesem Tag gebietet Jewe, dein Elohim, dir, diese Gesetze
und diese Rechtsetzungen zu tun; und du hütest und tust sie
mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele.
17 Jewe veranlasstest du zu sprechen am heutigen Tag, dass Er dir
zum Elohim wird und dass du auf Seinen Wegen gehst und dass du
Seine Gesetze und Seine Gebote und Seine Rechtsetzungen hütest
und dass du auf Seine Stimme hörst.
18 Und Jewe veranlasste dich zu sprechen am heutigen Tag, dass
du Ihm zum Volk des Sonderguts wirst, so wie Er zu dir geredet
hat, und dass du all Seine Gebote hütest,
19 und dass Er dich als oberste über all die Nationen setzt, die
Er gemacht hat zum Lobpreis und zum Namen und zur Zierde,
und dass du Jewe, deinem Elohim, ein heiliges Volk wirst, so
wie Er geredet hat.
...


  Mose schloss seine Rede mit der feierlichen Betonung der
gegenseitigen Bundesverpflichtungen. „Heute" (Verse 17+18) sprach er sie aus, und sie gelten an jedem neuen „Heute" (vgl. Heb. 4:7).

  Israel ist das Volk des Sonderguts (Vers 18; 2. Mose 19:5; 5. Mose
7:6), das besondere Eigentum Jewes.

  Israel wird die oberste Nation werden (Vers 19; 5. Mose 28:1,13).
Wenn Christus Seine Königsherrschaft über die ganze Erde für die
Äonen der Äonen antritt (Off. 11:15), werden die Überwinder mit
Ihm auf dem Thron sitzen und alle Nationen streng regieren (Off.
2:26,27; 3:21).

  Ein heiliges Volk wird Israel sein (Vers 19): „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum (oder: eine regierende Priesterschaft), eine heilige Nation, ein Volk, Ihm zur Aneignung” (1. Pet. 2:9; 2. Mose 19:6). Sie werden ein Segen für alle Nationen sein (1. Mose 12.3) und sie zu Jüngern Jesu machen (Mat. 28:19).

Kapitel 27


Der Gedenkaltar


1 Und Mose und die Ältesten Israels geboten dem Volk, sprechend:
Zu hüten ist all das Gebot, das ich euch am heutigen Tag gebiete.
2 Und es geschehe: An dem Tag, da ihr über den Jordan geht zu
dem Land, das Jewe, dein Elohim, dir gibt, da richtest du dir große
Steine auf und kalkst sie mit Kalk.

3 Und du schreibst auf sie, wenn du hinübergegangen bist,
alle Worte dieser Tora (Zielanweisung) um deswillen, dass du zu dem
Land kommst, das Jewe, dein Elohim, dir gibt, ein Land, fließend
von Milch und Honig, so wie Jewe, der Elohim deiner Väter, zu dir geredet hat.
4 Und es geschehe: Wenn ihr über den Jordan gegangen seid, errichtet ihr diese Steine – diese, die ich euch am heutigen Tag gebiete
auf dem Berg Ebal, und du kalkst sie mit Kalk.
5 Und du baust dort einen Altar dem Jewe, deinem Elohim, einen
Altar aus Steinen; nicht schwingst du ein Eisen über sie:
6 aus vollkommenen (unbearbeiteten) Steinen baust du den
Altar Jewes, deines Elohims, und du weihst auf ihm hinauf
Hinaufzuweihendes (Brandopfer) dem Jewe, deinem Elohim.
7 Und du opferst Friedensgaben und isst dort und freust dich
angesichts Jewes, deines Elohims.
8 Und du schreibst auf die Steine alle Worte dieser Tora (Zielanweisung), sie sorgfältig klar (gravierend).

...

  Dies alles tat Josua kurze Zeit darauf (Jos. 8:30-32).
  Die Steine, von denen in den Versen 2 bis 4 und 8 die Rede ist,
mussten bearbeitet werden, um sie beschreiben zu können. Die
Steine des Alters dagegen sollten unbehauen sein; keine menschliche
Ausschmückung sollte hinzugefügt werden.

 

Aufstellung zum Segen und zum Fluch


4 Und Mose und die Priester, die Leviten, redeten zu ganz Israel,
sprechend: Schweige und höre, Israel! An diesem Tag wurdest du
Jewe, deinem Elohim, zum Volk.
10 Und du hörst auf die Stimme Jewes, deines Elohims, und tust

Seine Gebote und Seine Gesetze, die ich dir am heutigen Tag gebiete.
11 Und Mose gebot dem Volk an jenem Tag, sprechend:
12 Diese stellen sich auf dem Berg Garizim auf, um das Volk zu
segnen, wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon und Levi,
Juda und Issachar und Joseph und Benjamin.
13 Und diese stellen sich auf dem Berg Ebal auf, auf den Fluch
zu: Ruben, Gad und Ascher und Sebulon, Dan und Naphtali.

  Diese Zeremonie hatte Mose bereits mit Kapitel 11:26-32
angeordnet. Der Berg Garizim liegt im Süden und der Berg Ebal
im Norden von Sichem.


  Als kurze Zeit später die eine Hälfte der Volkes dem Berg
Garizim und die andere Hälfte dem Berg Ebel entgegen stand,
rief Josua alle Worte der Tora aus, die Segnung und den
Fluch, den Segen bei Gehorsam und den Fluch bei Ungehorsam
(Jos. 8:33-35). Israel, das Volk unter dem Gesetzesbund, wusste
nun Bescheid.


Zwölf Verdammungssprüche

 

14 Und die Leviten antworten und sprechen zu jedermann Israels
mit lauter Stimme:
15 Verdammt ist der Mann, der eine Götzenskulptur oder ein Gussbild macht, einen Gräuel dem Jewe, ein Machwerk der Hände des Handwerkers, und es in Verbergung aufstellt. Und all das Volk,
sie antworten und sprechen: Amen.
16 Verdammt ist der seinen Vater und seine Mutter Entehrende.
Und all das Volk spricht: Amen.

17 Verdammt ist, der die Grenze seines Genossen zurücksetzt. Und
all das Volk spricht: Amen.
18 Verdammt ist, der einen Blinden im Weg beirrt. Und all
das Volk spricht: Amen.
19 Verdammt ist der das Recht eines Beisassen, eines Verwaisten
und einer Witwe Reckende (Dehnende, Beugende). Und all das
Volk spricht: Amen.
20 Verdammt ist, wer bei der Frau seines Vaters liegt, denn er
enthüllte den Gewandzipfel (die Decke, das Laken) seines Vaters.
Und all das Volk spricht: Amen.
21 Verdammt ist, wer bei irgendeinem Tier liegt. Und all das
Volk spricht: Amen.
22 Verdammt ist, wer bei seiner Schwester, der Tochter seines Vaters
oder der Tochter seiner Mutter, liegt. Und all das Volk spricht: Amen.
23 Verdammt ist, wer bei seiner Schwiegermutter (auch Schwägerin) liegt. Und all das Volk spricht: Amen.
24 Verdammt ist der seinen Genossen in Verbergung Schlagende. Und all das Volks spricht: Amen.
25 Verdammt ist der Bestechung Nehmende, um eine Seele zu
erschlagen, schuldloses Blut auszuschütten. Und all das Volk
spricht: Amen.
26 Verdammt ist der, der die Worte dieser Zielanweisung (Tora)
nicht verwirklicht, sie zu tun (indem er sie ausführt). Und all
das Volk spricht: Amen.
...


  Der Apostel Paulus zitiert den abschließenden und das ganze Gesetz
umfassenden Vers 26 in Galater 3:10: “Verflucht ist jeder, der nicht
bei allen in der Rolle des Gesetzes geschriebenen Geboten bleibt, um sie zu erfüllen.”

 

Dieter Landersheim

Höhenstraße 11

65824 Schwalbach a. Ts.

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