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Die Psalmen. Drittes Buch:

Psalm 73 - 76

Psalm 77 - 79

Psalm 80 - 83

Psalm 84 - 87

Psalm 88 - 89

 

Die Psalmen. Drittes Buch: Psalm 73 - 89

 

Psalm 73 - 76

 

Psalm 73

(Ein) Psalm Asaphs

1 Dennoch ist Elohim gut zu Israel,

zu den im Herzen Reinen.

2 Ich aber, ein wenig, und meine Füße wären abgebogen,

wie nichts wären meine Schritte abgeglitten,

3 denn ich war eifersüchtig auf die Prahler,

da ich den Wohlstand der Frevler sah.

4 Denn bis zu ihrem Tod (gibt es) keine Beklemmung (für sie),

und wohlgenährt ist ihre Statur.

5 Keiner von ihnen (muss) sich mühen wie (andere) Männer,

und wie (andere) Menschen werden sie nicht geplagt.

6 Daher ist der Stolz das Geschmeide ihres Nackens,

und Gewalttat hüllt sie ein wie ein Gewand.

7 Ihr Auge tritt hervor vom Fett,

die (lüsternen) Gedanken ihres Herzens treten noch deutlicher hervor.

8 Sie machen sich lustig und reden in der Bosheit der Erpressung,

von der Höhe herab reden sie.

9 Sie setzen ihren Mund in die Himmel,

und ihre Zunge ergeht sich auf dem Erdland.

10 So kehrt sich Sein (Gottes) Volk hierher zurück (zu ihnen hin um),

und Wasser in Fülle wird ihm (dem Volk) abgewrungen.

11 Und sie sprechen: Ach, wie sollte El es erkennen,

ja, ist denn Erkenntnis bei dem Höchsten?

12 Siehe, diese sind Frevler,

und als die Unbekümmerten des Äons häufen sie (ihr) Vermögen an.

 

  Asaph, der Sohn Berechjas, ein Levit aus dem Geschlecht Gersons, war ein Musiker und Sänger, der mit David die Bundeslade nach Jerusalem brachte und in der Weihestätte diente (1.Chron.6:24; 15:17; 16:5; 26:1).

  Anschaulicher kann man das Wohlergehen der Gottlosen nicht schildern. Dem Asaph ging dies sehr nahe. Wir können durchaus verstehen, dass er eifersüchtig und neidisch wurde und seine Füße fast verleitet waren, den Frevlern nachzufolgen. Auch Jeremia fragte: »Weshalb hat der Weg der Frevler Gelingen?« (Jer.12:1).

  Doch der Glaube, dass Elohim gut zu den reinen Herzens ist, hielt Asaph aufrecht. »Glückselig sind die im Herzen Reinen; denn sie sollen Gott sehen« (Mat.5:8).

 

13 Jedoch (scheinbar) nutzlos läuterte ich mein Herz

und badete meine Hände in Unschuld.

14 Und ich wurde den ganzen Tag geplagt,

und jeden Morgen (erfuhr) ich Züchtigung.

15 Wenn ich gesprochen hätte: Ich will erzählen, wie es ist –

siehe, so hätte ich die Generation Deiner Söhne verraten.

16 So überlegte ich, um dies zu erkennen;

das war Mühsal in meinen Augen.

17 Bis ich zu den Heiligtümern Els kam

(und) ihr (der Frevler) späteres (Los) verstand.

18 Ja, auf Glätte setzt Du sie,

bringst sie zu Fall zu Verheerungen hin.

19 Wie wurden sie zur Verödung wie in einem Augenblick,

weggerafft wurden sie, sie endeten in Wirren.

20 Wie ein Traum beim Erwachen (verachtet wird), mein Herr,

wirst Du beim Erwecken (zum Gericht) ihr Bild verachten.

 

  Dem Asaph kam der versucherische Gedanke, dass seine Lauterkeit umsonst sei, zumal sein Körper ihn morgens und auch tagsüber immer wieder plagte. Hätte er dies als ungerecht bezeichnet und in diesem Sinne davon erzählt, hätte er die Söhne Elohims verraten, in der Gemeinschaft der Heiligen Zweifel gesät und sie in ihrer Treue wanken gemacht.

  Asaph sann intensiv nach und machte sich viel Mühe, um zur rechten Erkenntnis zu kommen. Seine Mühsal war urplötzlich verflogen, als er an die Heiligtümer Els dachte. Dort herrscht Gerechtigkeit, dort wohnt der gerechte Richter. Vor dem Angesicht Els wurde ihm alles klar. Auf der Ebene der Menschen ist keine Lösung zu finden, sehr wohl aber, wenn man es mit den Augen Gottes betrachtet, im Lichte Seines Wortes. Dann ist offenbar, dass es darum geht, wo man die kommenden Äonen verbringt, im Königreich des Messias und in der Fülle des Segens oder im Tode.

  Wenn Jesus die Frevler zum Gericht vor dem großen, weißen Thron auferweckt, werden sie Seine Verachtung erfahren und in den zweiten Tod gehen (Off.20:12-15).

 

21 Als denn mein Herz gärte und meine Nieren sich stießen,

22 da war ich dumm und erkannte nichts,

wie ein Tier wurde ich vor Dir (befunden).

23 Und doch bin ich stets bei Dir,

Du hast meine rechte Hand erfasst.

24 Nach Deinem Rat leitest Du mich

und nimmst mich hernach in Herrlichkeit (auf).

25 Wer ist mir in den Himmeln (zugewandt)?

Und (wenn ich) bei Dir (bin), begehre ich (sonst) nichts auf dem Erdland.

26 Wenn auch meine Gesundheit und mein Herz dahin sind,

Fels meines Herzens und mein Teil ist Elohim für äonisch!

27 Denn siehe, die fern von Dir sind, (gehen) verloren,

Du bezähmst alle, die (sich) von Dir (abwenden) und huren.

28 Doch ich – gut ist es für mich, nahe bei Elohim (zu sein);

ich habe meine Bergung in Jewe, meinen Herrn, gesetzt,

zu verkünden alle Deine Werke!

 

  Besonders die Verse 23 bis 26 sind ein kraftvoller Zuspruch und haben schon vielen Gläubigen aller Zeiten starken Trost gespendet und große Zuversicht vermittelt. Mögen alle Heiligen in diesen Worten fest verankert sein!

  »Und doch bin ich stets bei Dir, Du hast meine rechte Hand erfasst« (Vers 23). Das steht auch in Jesaia 41:10 geschrieben: »Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir. Achte nicht (auf das Ängstigende), denn Ich bin dein Elohim! Ich festige dich, Ich helfe dir auch, und Ich umfange dich (schützend) mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.« Und wir sagen mit Paulus, dass uns gar nichts und gar niemand scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Röm.8:39).

  »Nach Deinem Ragt leitest Du mich« (Vers 24 a). Dementsprechend bitten wir, dass der Geist Gottes uns führen möge, damit wir uns als wahre Söhne Gottes erweisen (Röm.8:14). Und wie getrost dürfen wir sein, da wir wissen, dass unser Gott und Vater alles nach Seinem weisen Liebesratschluss bewirkt (Eph.1:11).

  »… und nimmst mich hernach in Herrlichkeit (auf)« (Vers 24 b). Angesichts der Herrlichkeit des Königreichs verliert der Tod seinen Schrecken, wie auch Psalm 49:16 (vgl. Ps. 17:15) sagt: »Aber Elohim wird meine Seele loskaufen aus der Hand des Scheols (des Ungewahrbaren, frei: des Totenreichs), denn Er nimmt mich (in Seine Hand).«

  »Und (wenn ich) bei Dir (bin), begehre ich (sonst) nichts auf dem Erdland« (Vers 25 b). Unser Herr Jesus Christus ist unser Ein und Alles! (Möge es so sein.) Dies kommt auch in Galater 2:20 zum Ausdruck: »Zusammen mit Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus. Was ich aber von nun an im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben, dem des Sohnes Gottes, der mich liebt und Sich Selbst für mich dahingegeben hat.«

  »Nahe bei Elohim« (Vers 28 a) waren die Heiligen Israels. Aber mehr noch: In Christus Jesus dürfen wir heute sein. Gott hat uns in die Gemeinschaft mit Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, hineinberufen (1.Kor.1:9).

  Erfüllt mit dem Zuspruch dieses Psalms, fließen unsere Herzen über, sodass wir zu jeder Gelegenheit alle herrlichen Werke Jewes verkünden (Vers 28 b), und nicht nur diese, sondern auch allen Reichtum der Gnade, den wir in Christus Jesus haben.

 

Psalm 74

Zum Klugwerden. Von Asaph

1 Warum, Elohim, verschmähst Du (uns) für Dauer

(und) raucht Dein Zorn gegen das Kleinvieh Deiner Weide?

2 Gedenke Deiner Zeugenschar,

die Du in der Vorzeit erworben

(und) erlöst hast als Stamm Deines Losteils,

des Berges Zion, auf dem Du wohnst.

3 Erhebe Deine Füße wegen der für Dauer (bestehenden) Verheerungen;

alles zertrümmerte der Feind im Heiligtum.

4 Deine Bedränger brüllen im Innern (der Stätte) Deiner bezeugenden (Worte),

sie stellen ihre Zeichen als (Sieges-)Zeichen auf.

5 Erkannt wird's – (es ist) wie ein mit Beilen nach oben Ausholender im Gestrüpp der Bäume,

6 und nun zerschlagen sie ihre (Zions) Gravierungen allesamt mit der Brechstange und mit Hämmern.

7 Dem Feuer geben sie Dein Heiligtum preis,

zum Erdland hinab entheiligen sie die Wohnung Deines Namens.

8 Sie sprachen in ihrem Herzen: Wir schinden sie allesamt. –

Sie verbrannten alle (Stätten) der bezeugenden (Worte) Els im Erdland.

9 Unsere Zeichen sehen wir nicht (mehr),

kein Prophet ist mehr da,

und nicht ist einer unter uns, der erkennt, bis (zu) was (es führt).

10 Bis wann noch, Elohim, schmäht (Dich) der Bedrängende

(und) verschmäht der Feind Deinen Namen für Dauer?

11 Wozu ziehst Du Deine (linke) Hand und Deine rechte zurück?

Handle abschließend (sie vertilgend) aus dem Innern Deines Gewandbausches.

 

  Wir wissen nicht, auf welches Ereignis sich dieser Psalm bezieht. Man denkt zuerst an die Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr 587 v.Chr. durch König Nebukadnezar von Babel (2.Kön.25:9; Jer.52:13; 2.Chron.36:19). Asaph lebte aber zur Zeit Davids. Entweder sprach Asaph prophetisch oder der Psalm stammt von einem Nachfahren Asaphs, der den Namen seines berühmten Vorvaters trug.

  Das Loblied beginnt mit einer Wehklage über die Zerstörung Zions, ja über den Zorn Elohims gegen die Herde Seiner Weide, das Volk Israel. Warum handelt der edle Hirte nicht im Sinne Seines Volkes?

  Elohim möge doch der Schar derer gedenken, die Seinen Namen und Sein Wort bezeugen. Er hat sie in der Vorzeit, von den Patriarchen an und dann nach der Rettung aus Ägypten unter dem Gesetzesbund, erworben.

  Die bezeugende Schar ist der Stamm Seines Losteils. Stamm bedeutet sowohl Volksstamm als auch Zepter und bezeichnet nach Jeremia 10:16 das ganze Volk Israel, nach dem Zusammenhang des Verses zwei wohl aber den Kern des Volkes, nämlich die Auserwählten, die Gläubigen, die Erlösten.

  Wie lange soll das Darniederliegen Zions dauern? Wie lange soll der Tempel in Trümmern liegen? Das ist nämlich nicht nur eine Schmach für Israel, sondern eine Kränkung Elohims durch den Feind. Daher der Appell, dass Elohim doch Seine Hand aus Seinem Gewandbausch ziehe und gegen die Feinde vorgehe!

  Bei aller Wehklage aber weiß Asaph, dass Elohim der in allem Handelnde ist. Er hat alles bewirkt, Er kann alles wenden.

 

12 Und (dies bleibt), Elohim ist mein Regent von der Vorzeit an,

der Rettungen wirkt inmitten des Erdlands.

13 Du, Du zerbröckeltest das Meer in Deiner Stärke,

Du zerbrachst die Häupter der Ungeheuer auf den Wassern.

14 Du zerknicktest die Häupter des Leviatans,

Du gabst ihn, den Verdorrten, dem Volk zur Speise.

15 Du, Du machtest Quelle und Bach aus Spalten (hervorbrechen),

Du, Du ließest beständige Ströme vertrocknen.

16 Dein ist der Tag, ebenso Dein die Nacht.

Du, Du bereitest das Erleuchtete und die Sonne.

17 Du, Du setztest alle Begrenzungen des Erdlands fest.

Sommer und Winter – Du, Du formtest sie.

 

  Asaph hält an seinem Elohim fest und verherrlicht Ihn aufgrund aller Seiner Taten von der Vorzeit an. Der Begriff »Vorzeit« ist zeitlich nicht genau definiert; es kommt auf den Zusammenhang an. Bei Asaph reicht er bis zum Sechstagewerk zurück (1.Mose 1:3-2:4). In anderen Zusammenhängen könnte er auch das Erdland von alters her umfassen (1.Mose 1:1; 2.Pet.3:5).

  Elohim ist der Herrscher und Verfüger. Viele Rettungen mancherlei Art hat Er den Seinen im Laufe der Äonen verschafft.

  Beim Auszug aus Ägypten spaltete Er das Meer (2.Mose 14:21). Unter den »Häuptern der Ungeheuer auf den Wassern« (Vers 13) darf man die Machthaber Ägyptens verstehen (Jes.27:1; 51:9; Hes.29:3; 32:2).

  Der Leviatan ist ein vielleicht krokodilähnliches den Satan darstellendes Tier, dessen Charakter an Ägypten denken lässt, das verdorrte, also niederging (2.Mose 12:12), als Israel auszog, und dem Volk zur Speise wurde; dies insofern, als die Ägypter Israel ihre Schätze mitgaben und von den Ausziehenden ausgebeutet wurden (2.Mose 12:35,36).

  Auf den Zug durch die Wildnis unter Mose spaltete Jewe die Felsen und gab dem Volk Wasser (2.Mose 17:6; Jes.48:21).

  Der Strom, der vertrocknete, war der Jordan, damals, als Israel in Kanaan einzog (Jos.3:13).

  Unter dem »Erleuchteten« (Vers 16) sind die am vierten Tag sichtbar gewordenen Leuchten, die Sonne, der Mond und die Sterne, zu sehen (1.Mose 1:14).

  Alle Begrenzungen des Erdlands, auch der Jahreszeiten, die es seit dem Ausgang Noahs aus der Arche gibt (1.Mose 8:22), setzte Elohim fest. Der Apostel Paulus nahm in Athen darauf Bezug, als er sagte, dass Gott die den Nationen zugeordneten Fristen und Wohngrenzen festsetzte (Ap.17:26).

  Asaph ist davon überzeugt, dass dieser herrliche und allmächtige Elohim dem Volk Israel auch in der Zukunft helfen wird. Er wird Sein Volk nicht für dauernd verstoßen (Röm.11:1,15,26).

 

18 Gedenke an dieses, Jewe: Der Feind schmäht,

und ein verruchtes Volk verschmäht Deinen Namen.

19 Gib die Seele Deiner Turteltaube (ein Kosewort für Israel) nicht dem Wildgetier,

vergiss das Leben Deiner Gedemütigten nicht für dauernd.

20 Blicke auf den Bund,

denn die finsteren Winkel des Erdlands sind voller begehrter Gewalttat.

21 Nicht soll der Zermalmte geschändet zurückkehren;

der Gedemütigte und der Bedürftige werden Deinen Namen loben.

22 Stehe auf, Elohim, führe Deinen Rechtsstreit!

Gedenke Deiner Schmach vonseiten des Verruchten den ganzen Tag.

23 Vergiss nicht die Stimme Deiner Bedränger,

des ständig steigenden Getöses der wider Dich Aufständischen.

 

  Der Psalm endet mit den Bitten an Jewe, der Gedemütigten und Seines Bundes zu gedenken sowie andererseits gegen den Feind vorzugehen.

  Und Elohim gedachte Seines Volkes und brachte es im Jahr 536 v. Chr. (Esra 2) aus der babylonischen Gefangenschaft zurück. Im Jahr 535 v. Chr. wurde der Grund für den Bau des zweiten Tempels gelegt (Esra 3:8-11).

 

Psalm 75

Dem Chorleiter: (Nach der Weise:) Verderbe nimmer!

(Ein) Psalm Asaphs. (Ein) Lied

2 Wir danken Dir, Elohim, wir danken,

denn Dein Name ist nahe;

man erzählt Deine Wunder.

3 Wenn ich bezeugte (Worte) nehme,

richte ich, ja ich (zurechtbringend) mit gerade (zum Ziel führenden Anordnungen).

4 Das Erdland und alle seine Bewohner zergehen;

Ich habe ihre Säulen zugemessen.

 

Zwischenspiel

 

5 Ich sprach zu den Prahlern: Prahlt nicht!,

und zu den Frevlern: Erhöht nicht das Horn (das heißt: eure Macht, euer Großtun),

6 erhöht nicht euer Horn zur Höhe,

redet nicht vorlaut mit (gerecktem) Hals

7 – denn niemand vom Ausgangsort der Sonne noch vom Westen (ist da außer Mir)

und niemand von der Wildnis der Berge –,

8 denn Elohim ist der Richter,

diesen erniedrigt Er, und diesen erhöht Er.

9 Denn ein Becher ist in der Hand Jewes,

und Wein schäumt, gefüllt mit Mischtrank,

und Er lässt von diesem ausgießen;

seine Hefen jedoch (müssen) ausschlürfen, ja trinken alle Frevler des Erdlands.

10 Ich aber, ich verkünde für äonisch,

ich will dem Elohim Jakobs psalmen.

11 Und alle Hörner der Frevler haue ich ab;

erhöht werden die Hörner des Gerechten.

 

  Nahe ist den Heiligen der Name Elohims, überaus nahe ist ihnen das Wort, in ihrem Mund und in ihrem Herzen (5.Mose 30:14; Röm.10:8). Wir lassen uns das Wort Christi reichlich innewohnen (Kol.3:16).

  Jewe hat die Grundsäulen des Erdlands eingemessen, als Er es gründete, das Erdland von alters her, das aus und durch Wasser bestand (Hiob 38:4-6; 2.Pet.3:5; 1.Mose 1:1).

  Jewe wird Sein Volk nicht verderben (siehe Vers 1 und 5.Mose 9:26), sondern retten (Röm.11:15,26)). In den kommenden Äonen werden die Gläubigen frohlocken und Elohim Loblieder singen und spielen. Ihre Hörner, ihre Macht wird erhöht werden, wird Israel doch das regierende und priesterliche Volk auf Erden sein (2.Mose 19:6; 1.Pet.2:9; Off.20:6).

  Zusammenfassend ist zu sagen, dass Elohim der Allmächtige ist, die Menschen aber nur Erdreich sind. Die Frevler sind schnell dahin, die Gerechten aber leben für die Äonen. Lobpreis und Dank sei Jewe, dem Elohim Israels!

 

Psalm 76

Dem Chorleiter: In Saitenspielen

(Ein) Psalm von Asaph. (Ein) Lied

2 Erkannt ist Elohim in Juda,

groß ist Sein Name in Israel.

3 Und in Salem ist Seine Hütte

und Seine Heimstatt in Zion.

4 Dort zerbrach Er funkensprühende (Pfeile) des Bogens,

Schutzschild und Schwert und Kriegswehr.

 

Zwischenspiel

 

  Besonders der Stamm Juda hat Elohim erkannt. Erkennen bedeutet sich einsmachen mit einem anderen, innerlich erfassen, persönlich erfahren, vertraut sein.

  Elohim ist der gefürchtete Kriegsherr, der die Wappnung des Feindes zerbricht. Vielleicht war dieser Psalm ein Lobgesang über die wunderbare Vernichtung des assyrischen Heeres unter Sanherib im Jahr 707 v. Chr. (2.Kön.19:35).

  Jewe der Heere wohnt in Salem, das heißt Frieden, auch: Vollkommenes (1.Mose 14:18; Heb.7:1,2), und ist ein anderer Name für Jerusalem.

  Zion (»Verdorrtes«) ist der auf dem südöstlichen Hügel Jerusalems erbaute Teil der Stadt, der auch »Davidsstadt« genannt wird. Der Begriff wurde im Laufe der Zeit auf den Bezirk der Weihestätte und auf ganz Jerusalem ausgedehnt. Jewe hat Sich herabgelassen, dort zu wohnen (Jes.8:18; Joel 4:17,21; Sach.8:3), was besagt, dass Er dort Seinem Volk besonders nahe ist.

 

5 Erleuchtet bist Du,

edler als Berge von aufteilbarem (Raubgut).

6 Zur Beute wurden die Kriegsrecken (mutigen) Herzens;

sie schlummern ihren Schlaf,

und alle gewappneten Mannen finden ihre Hände nicht (um zur Tat schreiten zu können).

7 Durch Dein Schelten, Elohim Jakobs,

betäubst Du den Streitwagen und das Ross.

8 Du, Du bist gefürchtet,

und wer besteht vor Deinem Angesicht vom Dann (vom Zeitpunkt) Deines Zorns an?

9 Von den Himmeln her ließest Du Dein Rechtswalten hören.

Das Erdland fürchtet (sich) und hat Muße,

10 seitdem Elohim Sich zum Gericht erhob,

um alle Demütigen des Erdlands zu retten.

 

Zwischenspiel

 

  Bei dem Elohim Jakobs stehen Licht und Klarheit sowie Adel; allein Sein Wirken ist vollkommen.

  In der Heilsgeschichte geht es zunächst um die Rettung der Auserwählten; diese sind es, die sich als Gerechte erweisen und als Demütige (Jes.11:4). Frevlern gibt Jewe das äonische Leben nicht. Doch denen, die Ihn lieben und Seine Gebote halten, erfüllt Er den Bund in großer Huld (Neh.1:5).

  Schon damals vermochte niemand vor dem Zorn Jewes zu bestehen. Und dann, wenn der Tag des Zorns gekommen, der letzte Jahrsiebener angebrochen ist (Dan.9:27), werden alle dies erkennen und sagen: Wer vermag vor Ihm zu bestehen? (Off.6:17).

 

11 Denn (selbst) der hitzige Zorn des Menschen bekennt Dich,

und den Rest des hitzigen Zorns legst Du wie eine Schürze um.

12 Gelobet und erstattet (eure Gelübde) Jewe, eurem Elohim,

alle, die rings um Ihn sind!

Bringet dem Furchtgebietenden (reichlich) Vergütung!

13 Er entzieht den Geist der Herzöge,

Er ist gefürchtet von den Regenten des Erdlands.

 

  Wenn jemand über Gott zornig ist, bekennt er dessen Wege, wenn auch dadurch, dass er damit nicht einverstanden ist.

  Und wenn die Mächtigen beraten und Beschlüsse fassen – Gott ist es, der ihnen den Geist verwehrt, ihre Gedanken blockiert und lenkt, wohin Er will, damit das geschehe, was Sein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehe (Ps.2:2; Ap.4:25-28).

  Groß und herrlich ist der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!

 

Psalm 77 - 79

 

Psalm 77

 

Dem Chorleiter

Über Jöditun

Von Asaph. (Ein) Lied

2 Meine Stimme (ergeht) zu Elohim, und ich will schreien,

meine Stimme (ergeht) zu Elohim, und Er (leiht) mir Sein Ohr.

3 Am Tag meiner Bedrängnis forsche ich nach meinem Herrn,

nachts rinnt meine Hand aus (wird meine Hand blutleer beim Erheben im Gebet),

aber sie erschlafft nicht.

Meine Seele weigert sich, getröstet zu werden.

4 Will ich Elohims gedenken, so bin ich erregt,

will ich nachsinnen, so verschmachtet mein Geist.

 

Zwischenspiel

 

5 Du hältst die Lider meiner Augen (offen),

ich bin aufgewühlt und kann nicht reden.

6 Ich berechne die Tage der Vorzeit,

die Jahre der Äonen.

7 Ich will meines Saitenspiels in der Nacht gedenken,

mit meinem Herzen will ich nachsinnen,

und mein Geist spürt (folgenden Fragen) nach:

8 Ist es für die Äonen, dass der Herr (uns) verschmäht

und nicht fortfährt, Wohlgefallen (an uns) zu haben?

9 Geht Seine Huld auf Dauer zu Ende,

hat (Sein) Ausspruch den Abschluss (gefunden)

für Generation und Generation?

10 Vergisst Elohim, Gnade zu (erweisen),

wenn Er im Zorn Seine Erbarmungen verschloss?

 

Zwischenspiel

 

  Jöditun diente zur Zeit Davids und Salomos in der Weihestätte (1.Chron.16:41,42; 25:1,3; Ps.39:1; 62:1).

  Welch eine herzzerreißende Schilderung der Not eines wahren Israeliten, den die Frage umtreibt, für wie lange Elohim Sich von Seinem Volk (vgl. Verse 16 und 21) abgewandt habe.

  Dabei berechnet oder bedenkt er die Tage der Vorzeit, die Jahre der Äonen, in denen Elohim doch von Adam an herrlich gehandelt und Israel gesegnet hatte. Wenn er nun zwar nicht alles auf das Jahr genau berechnet, so spürt er doch exakten Zusammenhängen in abgegrenzten Zeiträumen nach. Wir sollen von der Vorzeit lernen. »Gedenket der Anfänge des Äons« (Jes.46:9). »Gedenket der Tage des Äons, verstehet die Jahre von Generation zu Generation« (5.Mose 32:7). Ein möglichst genauer Überblick über die Jahre der Heilsgeschichte ist von großem Nutzen.

 

11 Da sprach ich: (Grund) meines (flehentlichen) Bestürmens (Elohims) ist:

(zu erkennen) die Jahre der Rechten (also des Handelns) des Höchsten.

12 Ich will gedenken der Handlungen Jes,

fürwahr, ich will gedenken Deiner wunderbaren (Werke) von der Vorzeit an.

13 Und ich sinne murmelnd über all Dein Wirken nach,

und über Deine Veranlassungen will ich nachsinnen.

14 Elohim, im Heiligtum ist Dein Weg.

Wer ist ein El, so groß wie Elohim?

15 Du bist der El, der Wunderbares tut,

Du hast Deine Stärke unter den Völkern erkennbar gemacht.

16 Mit Deinem Arm erlöstest Du Dein Volk (aus Ägypten),

die Söhne Jakobs und Josephs.

 

Zwischenspiel

 

  Ja, wer ist ein El, so groß wie der Elohim Israels, gar des ganzen Alls? Keiner ist Ihm gleich (Jes.40:18). Er tat Wunderbares, gerade Israel hat es erfahren, und Er wird wieder Wunderbares tun, unzählige Wunder (Hiob 5:9).

17 Die Wasser sahen Dich, Elohim,

die Wasser sahen Dich, sie wirbelten,

auch bebten die Wassertumulte.

18 Die Wolken ergossen Wasser, die Äther ließen ihre Stimme hören,

auch Deine zersplitternden (Geschosse) kamen heran.

19 Die Stimme Deines Donners war im Wirbelwind,

Blitze erleuchteten das Wohnland,

das Erdland erbebte und schütterte.

20 Im Meer ist Dein Weg,

und Deine Pfade sind in vielen Wassern,

aber (die Spur) Deiner Fersen wurde nicht erkannt.

21 Du leitetest Dein Volk wie das Kleinvieh

durch die Hand Moses und Aarons.

 

  Unter mannigfaltigen Naturerscheinungen führte Jewe Israel aus dem ägyptischen Sklavenhaus heraus.

  Äther ist die feine Substanz zwischen den Sternen.

  Durch die Wasser des Schilfmeers hindurch rettete Jewe Sein Volk, »aber die Spur Deiner Fersen wurde nicht erkannt.« Eigentlich sollten sich angesichts dieses Ereignisses auch heute noch alle Menschen und Nationen diesem Gott unterordnen, Ihm alle Verherrlichung geben und Ihm allein hingebungsvoll dienen. Fleisch aber kann sich Gott nicht unterordnen (Röm.8:7) und nimmt erst recht nichts von den Tiefen des Geistes Gottes an (1.Kor.2:14).

  Asaph aber weiß, dass Jewe, der Elohim Israels, ein großer El ist und alles überaus herrlich zur Vollendung bringen wird. Ja, unser Gott und Vater wird alles durch und in Christus Jesus in Herrlichkeit vollenden.

 

Psalm 78

Zum Klugwerden. Von Asaph

1 Leihe (dein) Ohr, mein Volk, meiner Zielanweisung,

reckt euer Ohr zu den Aussprüchen meines Mundes.

2 Ich will meinen Mund mit Vergleicheziehendem auftun,

ich will sprudeln Rätsel von der Vorzeit an,

3 die wir gehört und erkannt haben

und die unsere Väter uns erzählten.

4 Nicht verhehlen wir sie ihren Söhnen,

als solche, die der späteren Generation erzählt, was zum Lobpreis Jewes (dient),

und Seine Stärke und Seine Wunder, die Er tat.

5 Und Er hat ein Zeugnis in Jakob aufgerichtet,

und eine Zielanweisung legte Er in Israel fest,

die Er unseren Vätern gebot, sie ihren Söhnen bekannt zu machen,

6 damit (auch) die spätere Generation erkenne,

die Söhne, die geboren werden, aufstehen und es ihren Söhnen erzählen.

7 Und so werden sie ihr innerstes Streben auf Elohim richten

und die Handlungen Els nicht vergessen

und Seine Gebote felsenfest bewahren.

8 Und sie werden nicht wie ihre Väter,

eine widerspenstige und erbitterte Generation,

eine Generation, die ihr Herz nicht bereitete

und deren Geist El nicht treu war.

 

  Zuerst zeigt Asaph das Ziel dieses Loblieds auf, dass Israel nämlich aus der Vergangenheit lernen und künftig gehorchen sowie seine Kinder und Kindeskinder unterrichten und sie zur Erkenntnis Jewes führen soll.

  Schon Mose hatte dem Volk eingeschärft, all die wunderbaren Ereignisse nicht zu vergessen und sie den Söhnen weiterzusagen. Aber sie erbitterten Jewe immer wieder (Ps.106:29; 4.Mose 25:1-9; 5.Mose 9:7,24; 31:27¸1.Kor.10:5-10).

  Unser Herr Jesus Christus griff übrigens Vers zwei dieses Psalms auf, wie in Matthäus 13:34,35 berichtet: »Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Scharen, und ohne Gleichnis redete Er nichts zu ihnen, damit erfüllt werde, was durch den Propheten angesagt war: Ich werde Meinen Mund in Gleichnissen auftun; Ich werde ausstoßen, was vom Niederwurf an verborgen war.«

 

9 Die Söhne Ephraims, gerüstete, Bogen erhebende Schützen,

sie wandten sich um am Tag des Angriffs.

10 Sie bewahrten den Bund Elohims nicht,

und sie weigerten sich, nach Seiner Zielanweisung zu wandeln.

11 Und sie vergaßen Seine Veranlassungen

und Seine Wunder, die Er sie hatte sehen lassen.

 

  Einst half der Stamm Ephraim dem Richter Jephtah (1121-1115

v. Chr.) im Kampf gegen die Ammoniter nicht (Rich.12:1-6). In Ephraim nahm der Götzendienst seinen Anfang (Rich.17:5), der nach der Reichsteilung das gesamte Nordreich Ephraim, auch Israel genannt, erfasste (2.Kön.17:15; Hes.20:21).

 

12 Vor ihren Vätern tat Er Wunderbares,

im Erdland Ägypten, dem Gefild Zoans.

13 Er spaltete das Meer und ließ sie hindurchgehen

und stellte die Wasser auf wie einen Wall.

14 Und Er leitete sie tags mittels einer Wolke

und die ganze Nacht mittels des Lichtes des Feuers.

15 Er spaltete Felsen in der Wildnis

und tränkte sie wie mit großen tumultenden Wassern.

16 Und Er machte Fluten aus dem Steilfelsen hervorgehen

und machte Wasser hinabstürzen wie Ströme.

17 Doch sie fuhren fort, gegen Ihn zu verfehlen,

gegen den Höchsten zu erbittern im verdorrten (Land).

 

  Hier werden uns ausgewählte Aspekte des Auszugs Israels aus Ägypten in Erinnerung gerufen. Man lese nach in 2.Mose 13:21; 14 und 17:6.

  Zoan war eine ägyptische Hauptstadt im Bezirk Gosen im östlichen Nildelta und steht hier symbolisch für ganz Ägypten.

 

18 Und sie erprobten El in ihrem Herzen,

indem sie Speise für ihre Seele erfragten.

19 Und sie redeten gegen Elohim,

sie sprachen: Kann El (uns) einen Tisch in der Wildnis bereiten?

20 Ja, Er schlug den Felsen,

und Wasser flossen und Bäche flossen über.

Kann Er aber auch noch Brot geben?

(Und) ob Er Seinem Volk Fleisch bereitet?

21 Darum, als Jewe dies hörte, wallte Er über,

und Feuer entfachte sich gegen Jakob,

und überdies stieg Zorn gegen Israel auf,

22 denn sie vertrauten nicht auf Elohim,

und sie sicherten sich nicht in Seiner Rettung.

 

  In diesen Versen wird 4.Mose 11:1-10 angesprochen. Jewe auf die Probe zu stellen, ob Er dies oder jenes  könne, ist höchst ungebührlich und dem Glauben zuwider. Der Apostel Paulus warnt auch uns davor (1.Kor.10:9). Er zeigt auch auf, woher der wahre Trank kommt, indem er schreibt: »Alle tranken dasselbe geistliche Getränk, denn sie tranken aus dem geistlichen Felsen, der folgte. Der Felsen aber war der Christus« (1.Kor.10:4).

 

23 Und (doch) gebot Er den Äthern droben

und öffnete die Türen der Himmel.

24 Und Er ließ Manna zum Essen auf sie regnen,

und Getreide der Himmel gab Er ihnen.

25 Brot der Recken (der himmlischen Kampfmächtigen) aß ein jeder,

Er sandte ihnen Zehrung zur Sättigung.

26 Er ließ einen Ostwind in den Himmeln wegziehen

und führte in Seiner Stärke einen Südwind herbei.

27 Und Er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub

und flatterndes Geflügel wie Sand der Meere,

28 und Er ließ sie mitten in Sein Lager fallen,

rings um Seine Wohnungen.

29 Und sie aßen und wurden überaus satt,

und Er brachte ihnen, wonach sie verlangten.

30 Noch hatten sie nicht von ihrem Verlangen abgelassen,

noch war ihre Speise in ihrem Mund,

31 da stieg der Zorn Elohims gegen sie auf,

und Er brachte (welche) inmitten ihrer Stämmigsten um,

und die auserwählten Jungmannen Israels beugte Er nieder.

 

  An einem Abend bedeckten Wachteln das Lager (2.Mose 16:13), und jeden Morgen außer am Sabbat lasen sie das Manna, »Zuteilung«, auf. Manna war graupelig, weiß wie Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen (2.Mose 16:13-31).

  Doch noch während sie aßen und satt wurden, war der Geist des Eigensinns, der Undankbarkeit und des eigensüchtigen Schwelgens in ihnen, sodass der Zorn Elohims gegen sie entbrannte.

  Das Manna ist ein Bild auf unseren Herrn Jesus Christus, der den Juden sagte: »Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern Mein Vater gibt euch das wahrhafte Brot aus dem Himmel; denn das Brot Gottes ist der, der aus dem Himmel herabsteigt und der Welt Leben gibt (Joh.6:31-33).

 

32 Trotz all diesem verfehlten sie weiter

und glaubten nicht an Seine Wunder.

33 Da brachte Er ihre Tage im Dunst (in Nichtigkeit) zu Ende

und ihre Jahre in Rastlosigkeit.

34 Wenn Er sie umbrachte, forschten sie nach Ihm

und kehrten um und suchten El frühe.

35 Und sie dachen daran, dass Elohim ihr Fels ist

und El, der Höchste, ihr Erlöser.

36 Und sie machten Ihn mit ihrem Mund ihnen geneigt,

aber dabei logen sie Ihn mit ihrer Zunge an.

37 Und nicht war ihr Herz für Ihn bereitet,

und nicht waren sie Seinem Bund treu.

38 Doch Er erbarmte Sich, beschirmte ihre Vergehung und verdarb (sie) nicht;

und vermehrt wandte Er Seinen Zorn ab,

und nicht erweckte Er all Seinen hitzigen Zorn.

39 Und Er gedachte daran, dass sie Fleisch sind,

(wie der) Wind, der dahinfährt und nicht zurückkehrt.

 

  Wenn Elohim sie strafte, kehrten sie um und suchten Ihn frühe, richteten mithin am Morgen ihre Gedanken auf Ihn aus und gedachten Seines Wortes. Aber sie hatten ein nur kurzes Gedächtnis; dennoch blieb Er ihnen treu und erbarmte Sich ihrer, ist Jewe doch »mitleidsvoll und gnädig, langsam zum Zorn und groß an Huld und Treue« (2.Mose 34:6).

  Leider musste unser Herr Jesus Christus auch Jahrhunderte später noch sagen: »Ihr Heuchler! Trefflich hat Jesaia (29:13) von euch prophezeit: Dieses Volk ehrt Mich mit den Lippen, ihr Herz aber ist weit von Mir entfernt; in eitler Weise verehren sie Mich und lehren die Vorschriften der Menschen als Lehren« (Mat.15:7-9).

 

40 Wie oft haben sie sich in der Wildnis gegen Ihn erbittert

(und) betrübten sie Ihn in der Einöde.

41 Immer wieder erprobten sie El

und machten dem Heiligen Israels Kummer.

42 Sie gedachten nicht Seiner Hand,

des Tages, an dem Er sie aus den Bedrängnissen loskaufte,

43 Er, der in Ägypten Seine Zeichen setzte

und Seine überzeugenden Beweise im Gefild Zoans (tat).

44 Und Er verwandelte ihre Flüsse zu Blut,

und sie konnten ihre Fluten nicht trinken.

45 Er entsandte Ungeziefer gegen sie, und es fraß sie,

und den Frosch, und er verdarb sie.

46 Und Er gab dem Käfer ihren Ernteertrag

und den Ertrag ihrer Mühe der Heuschrecke.

47 Er brachte ihren Weinstock im Hagel um

und ihre Maulbeerfeigenbäume im Wettersturz.

48 Und Er lieferte ihre Lasttiere dem Hagel aus

und ihre Viehherden den Blitzen.

49 Er entsandte das Entbrennen Seines Zorns gegen sie,

Aufwallen und Drohen der bösen (Dinge).

50 Er bahnte Seinem Zorn einen Steg,

nicht hielt Er ihre Seele vom Tod zurück,

und ihr Wildgetier lieferte Er der Seuche aus.

51 Und Er schlug jeden Erstgeborenen in Ägypten,

den Anfang der Zeugungskräfte in den Zelten Hams.

52 Und Er ließ Sein Volk wie das Kleinvieh wegziehen,

und Er führte sie wie eine Herde in der Wildnis,

53 und Er leitete sie sicher,

sodass sie sich nicht ängstigten;

doch ihre Feinde bedeckte das Meer.

 

  Asaph erinnerte an die Plagen, mit denen Elohim Ägypten geschlagen hatte (2.Mose 7-12).

54 Und Er brachte sie zur Grenze Seiner heiligen Stätte,

zum Berg, diesem, den Seine Rechte erworben hat.

55 Und Er trieb Nationen vor ihrem Angesicht aus,

und Er wies ihnen (Israel) (das) Losteil mit dem Schnurmaß zu,

und Er ließ die Stämme Israels in ihren Zelten wohnen.

56 Doch sie erprobten Elohim, den Höchsten,

und erbitterten sich gegen Ihn,

und Seine bezeugenden (Worte) bewahrten sie nicht.

57 Und sie wandten sich weg und (wandelten) verräterisch wie ihre Väter,

sie waren verdreht wie ein trügerischer Bogen.

58 Und sie grämten Ihn mit ihren (Weihe-)Kuppen,

und mit ihren Schnitzgötzenbildern ereiferten sie Ihn.

59 Elohim hörte es und wallte über

und verwarf Israel überaus.

60 Und Er ließ die Wohnung in Silo fahren,

das Zelt, in dem Er inmitten der Menschen wohnte.

 

  Jewe, ihr treuer und herrlicher Elohim, brachte sie in das verheißene Land und gab ihnen Zion, den Berg Seines Heiligtums. Doch sie opferten den Götzen auf den Kuppen der Hügel (Hes.20:28). Deshalb verwarf Er Israel.

  Er gab sogar Seine Wohnung in Silo auf. Von der Zeit Josuas an stand in dieser Stadt im Losteil Ephraims das Zelt des Zeugnisses (Jos.18:1). Samuel wurde dort von dem Priester Eli unterwiesen (1.Sam.1:3,25). Im Jahr 1120 v. Chr. eroberten die Philister Silo und nahmen die Bundeslade mit, die sie sieben Monate später zurückgaben (1.Sam.4:11; 5:1; 6:1,13; Jer.7:12). Danach wurde die Lade im Hause Abinadabs in Kirjat Jearim in Juda von seinem Sohn Elieser gehütet (1.Sam.7:1).

 

61Und Er gab Seine Stärke (Israel) in Gefangenschaft

und Seine Zierde (Israel) in die Hand des Bedrängers.

62 Und Er lieferte Sein Volk dem Schwert aus,

und gegen Sein Losteil wallte Er auf.

63 Seine auserwählten (Jungmannen) fraß das Feuer,

und Seine Jungfrauen wurden nicht (im Brautlied) gelobt.

64 Seine Priester fielen mittels des Schwertes,

und Seine Witwen weinten nicht.

65 Da wachte mein Herr wie ein Schlafender auf,

wie ein Mächtiger, jubelnd vom Wein,

66 und Er schlug die Ihn Bedrängenden zurück,

gab sie der Schmach des Äons (preis).

 

  Wie im Buch der Richter nachzulesen, wurde Israel immer wieder von den Nachbarvölkern bedrängt und auch besiegt (auch Priester fielen, wie Hophni und Pinhas; 1.Sam.4:10,17), aber auch wieder befreit, wenn ein Mann oder eine Frau des Glaubens aktiv wurde, zum Beispiel Debora (Rich.4+5). Die Zeit der Richter erstreckte sich vom Tode Josuas bis zum Regierungsantritt Sauls, also etwa von 1395 bis 1065 v. Chr.

 

67 Und Er verwarf das Zelt Josephs,

und den Stamm Ephraim erwählte Er nicht,

68 aber Er erwählte den Stamm Juda,

den Berg Zion, den Er liebt.

69 Und Er baute Sein Heiligtum, den Höhen (der Himmel) gleich,

wie das Erdland gründete Er es für äonisch.

70 Und Er erwählte David, Seinen Diener,

und nahm ihn aus den Kleinviehhürden.

71 Von hinter den Muttertieren weg brachte Er ihn,

zu hirten Jakob, Sein Volk, und Israel, Sein Losteil.

72 Und er hirtete sie gemäß der vollendeten (Lauterkeit) seines Herzens,

und er leitete sie nach dem Verständnis seiner Hände.

 

  Der Segen Jakobs für seine zwölf Söhne wies dem Stamm Juda die Regierungsgewalt zu (1.Mose 49:10). Aus diesem Stamm erwählte Jewe Sich David (1.Sam.16:12; 2.Sam.5:2). Damit war der Stamm Joseph, genau gesagt: der starke Stamm des einen seiner Söhne, Ephraim (1.Mose 48:20), verworfen. Auch im tausendjährigen Königreich Israels wird David unter dem Messias, Jesus, die Herrschaft ausüben (Hes.34:23).

 

Psalm 79

(Ein) Psalm Asaphs

1 Elohim, es kamen Nationen in Deinem Losteil an,

sie verunreinigten den Tempel Deines Heiligen,

legten Jerusalem als Schutthaufen.

2 Sie gaben die Leichen Deiner Diener den Flüglern der Himmel zur Speise,

das Fleisch Deiner Huldiger dem Wildgetier des Erdlands.

3 Sie schütteten ihr Blut rings um Jerusalem wie Wasser aus,

und keiner begräbt.

4 Wir wurden unseren Nachbarn zur Schmach,

zum Hohnlachen und Spott für die um uns her.

5 Bis zu was noch, Jewe, zürnst Du dauerhaft,

verzehrt Dein Eifer wie Feuer?

6 Schütte Deinen Zorn auf die Nationen aus, die Dich nicht kennen,

auf die Regententümer, die Deinen Namen nicht anrufen.

7 Denn er (der Feind; Jer.10:25) verzehrte Jakob,

und seine Heimat machten sie öde.

8 Denke nicht daran, uns die Vergehungen der Vorfahren (anzurechnen)!

Mögen Deine Erbarmungen uns schnell zuvorkommen,

denn wir verarmten überaus.

9 Hilf uns, Elohim unserer Errettung,

um der Sache der Herrlichkeit Deines Namens willen,

und beschütze uns und beschirme uns bezüglich unserer Verfehlungen

um Deines Namens willen.

 

  Der Grund für die Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr 587 v. Chr. durch König Nebukadnezar von Babel (2.Kön.25:9; Jer.52:5-7) war die Untreue Israels. Sie hatten den Bund mit Jewe gebrochen (Jer.31:32). Sie hatten über die Maßen gesündigt und getan, was übel in den Augen Jewes war. Für den Fall des Ungehorsams gegenüber Seinen Geboten hatte Mose den Fluch bereits angekündigt (5.Mose 28:15-68). Und dann sprach der Prophet Jeremia im Jahr 608 v. Chr. den Fluch gegen Jerusalem aus und dass die Stadt den Nationen gegeben werde (Jer.26:6). Seitdem »wird Jerusalem von den Nationen getreten, bis die Fristen der Nationen erfüllt sind«, wie unser Herr Jesus sagte (Luk.21:24).

  Auch die Frommen hatten unter dem Unheil zu leiden, das über das gesamte Volk und Land gekommen war. Aber sie wenden sich betend und flehend an den, der alles bewirkte und der allein auch imstande ist, alles zu wenden.

  Die Bitte, die Völker zu richten, die Elohim gebrauchte, um Israel zu züchtigen (die Israel aber auch selber vernichten wollten), entsprach der Gerechtigkeit unter dem alten Bund (Jer.10:25) und wurde mit der  Eroberung Babylons durch die Meder und Perser im Jahr 539 v. Chr. erfüllt.

  Das Ersuchen, die Vergehungen der Vorfahren nicht anzurechnen (Vers 8), ist durchaus begründet, weil Mose aus dem Mund Jewes vernommen hatte, dass Er die Vergehungen der Väter an den Söhnen und den Söhnen der Söhne, ja an der dritten und vierten Generation, heimsuche (2.Msoe 34:7). Über die Generation Jesu zum Beispiel kam im Jahr 70 n. Chr. alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, vom Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Zacharias (Mat.23:35).

  Asaph fleht um Errettung, nicht nur um des Volkes willen, sondern »um der Sache der Herrlichkeit Deines Namens willen« (Vers 9). Eine Niederlage Israels wurde immer auch als eine Schmach seines Gottes angesehen. Darum möge Elohim schnell handeln, Sich Seines Volkes erbarmen und Sich als der wahre Gott erweisen.

 

10 Warum sprechen die Nationen: Wo ist ihr Elohim?

Lass unter den Nationen die Rache für das ausgeschüttete Blut Deiner Diener erkannt werden.

11 Vor Dein Angesicht kommt das Stöhnen des Gebundenen;

gemäß der Größe Deines Armes lass die todgeweihten Söhne übrig.

12 Und bringe unseren Nachbarn ihre Schmähung,

mit der sie Dich schmähten, mein Herr,

siebenfach in ihren Gewandbausch zurück.

13 Wir aber, Dein Volk und das Kleinvieh Deiner Weide,

wir danken Dir für äonisch,

Generation um Generation erzählen wir, was Dich lobt!

 

  Eine siebenfache Vergeltung (Vers 12) entsprach einer alten Regel. Wer es wagen würde, Kain umzubringen, würde siebenfach gerächt werden (1.Mose 4:15). Ein Dieb hatte das Gestohlene siebenfach zu erstatten (Spr.6:31). Und alsbald wird das Blut der Heiligen Israels in globaler Weise in der siebenjährigen Zeit der Zornesgerichte Jewes gerächt (Off.6:10; 19:2).

  In den beiden kommenden Äonen wird das wiedergezeugte und treue Israel den Herrn Jesus Christus, seinen Retter, allezeit loben und preisen – zur Verherrlichung Seines Gottes und Vaters.

 

Psalm 80 - 83

 

Psalm 80

Dem Chorleiter: (nach der Weise:) Den Lilien

(Eine) Bezeugung von Asaph. Psalm

2 Hirte Israels, leihe (Dein) Ohr,

der Du Joseph wie das Kleinvieh führst

(und über) den Cherubim sitzt, erstrahle!

3 Erwecke Deine Macht angesichts Ephraims und Benjamins und Manasses,

und gehe zur Rettung auf uns zu.

4 Elohim, bringe uns zurück

und lass Dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.

5 Jewe, Elohim der Heere, bis wann noch raucht Dein Zorn

gegen das Gebet Deines Volkes?

6 Du speistest sie mit Brot der Tränen

und tränktest sie mit Tränen aus dem Dreimaß(-Krug).

7 Du setztest uns unseren Nachbarn zum Rechtsstreit (zum »Zankapfel«),

und unsere Feinde hohnlachen für sich.

8 Elohim der Heere, bringe uns zurück

und lass Dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.

 

  Dieses Loblied und Klagelied zugleich nimmt vermutlich auf die Verschleppung der Nordstämme nach Assur im Jahr 722 v. Chr. Bezug (2.Kön.18:11). Darauf weisen die Namen Joseph sowie seiner Söhne Ephraim und Manasse hin. »Ephraim« war zudem ein Begriff für das Nordreich.

  Asaph spricht Jewe, den Elohim Israels, mit der vertrauensvollen Bezeichnung »Hirte« an und bringt damit seine Überzeugung zum Ausdruck, dass Israel sehr gut geführt und umsorgt, aber auch weise gezüchtigt und erzogen wird. Aber sie hatten Jewe verworfen (4.Mose 11:20; Jer.6:19). Einst weilte dieser edle Hirte in einem menschlichen Körper unter ihnen: Jesus (Joh.10:11). Wieder verwarfen sie Ihn (Mark.8:31).

  Außerdem nennt Asaph Ihn den Elohim der Heere, dem alle Macht zur Verfügung steht. Jewe wird für Sein Volk streiten (Off.19:11-21).

  Der Hirte Israels thront über den Cherubim. Das sind Geister höchsten Ranges, die eine Mehrzahl von Geschöpfen vertreten (»Cherub« ist mit »Wie viele seiend« zu übersetzen).  Sie befinden sich inmitten des Thrones und ringsum den Thron Gottes und werden in Offenbarung 4:6-8 als Tiere dargestellt. Der dem Löwen gleiche Cherub vertritt und repräsentiert das Wildgetier, der dem Kalb gleiche die Haustiere, der einem Menschen gleiche die Menschheit und der einem Geier gleiche die Vögel. »Sie haben tags und nachts keine Ruhe und sagen: Heilig, heilig, heilig! Herr, Gott, der Allgewaltige, der da war und der da ist und der da kommt!«

  Sollte Jewe Elohim Sein zorniges Angesicht Israel wieder in Gnade und Erbarmen erstrahlen lassen, dann werden sie gerettet sein. Dieses Licht ging ihnen auf, als Jesus kam, und wird ihnen wieder leuchten, wenn Er wiederkommt.

 

9 Du ließest einen Rebstock aus Ägypten wegziehen,

Du vertriebst Nationen und pflanztest ihn (ein).

10 Du wandtest Dich seinem Angesicht zu,

und er verwurzelte seine Wurzeln und füllte das Erdland.

11 Die Berge wurden von seinem Schatten bedeckt

und von seinen Zweigen die Zedern Els.

12 Er entsandte seine jungen Triebe bis zum Meer

und zum Strom (Euphrat) seine saugenden (Wurzelsprossen).

13 Warum brachst Du Breschen in seine Mauern,

sodass alle des Weges Vorübergehenden ihn abrupfen?

14 Das Schwein aus dem Wald frisst ihn ab,

und die Säugetiere des Feldes weiden ihn ab.

 

  Mehrere Male in der Heiligen Schrift wird Israel mit einem Rebstock und einem Weinberg verglichen, zum Beispiel in Jesaia 5:1-7. Unser Herr Jesus Christus Selbst nennt Sich den wahrhaften Weinstock, weil Israel nur in Ihm Frucht bringen kann (Joh.15:1,4).

  Wunderbar und herrlich, ja ein Wunder war der Auszug Israels aus Ägypten und sein Einzug in das Land Kanaan (2.Mose 12:41). Und Israel durfte sich, besonders unter David und Salomo, segensreich ausbreiten und an Einfluss gewinnen. Doch damit ist es jetzt vorbei. Der Rebstock ist kahl, der Weinberg verwüstet.

 

15 Elohim der Heere, kehre doch wieder!

Blicke von den Himmeln her und sieh (uns an),

und suche Deinen Rebstock (wohlwollend) heim

16 und auch den Setzling, den Deine Rechte gepflanzt,

und den Sohn, den Du Dir gefestigt.

17 Er (der Rebstock) ist im Feuer verbrannt, gerodet.

Durch das Schelten Deines Angesichts gehen sie verloren.

18 Deine Hand sei über dem Mann Deiner Rechten,

auf dem Sohn Adams, den Du Dir gefestigt.

19 Und so wenden wir uns nicht von Dir weg;

Du belebst uns, und in Deinem Namen werden wir (Dich) anrufen.

20 Jewe, Elohim der Heere, bringe uns zurück!

Lass Dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.

 

  Elohim, wende Dich uns wieder zu, stelle uns wieder her, bringe uns zurück ins Land, ist Israel doch Dein Rebstock, ja Dein Sohn (Vers 16). Wie Mose es gegenüber dem Pharao ausgesprochen hatte: »So spricht Jewe: Mein Sohn, Mein Erstgeborener, ist Israel« (2.Mose 4:22).

  Wer ist der Mann Seiner Rechten, der Sohn Adams (Vers 18)? Nach dem Textzusammenhang ist es Benjamin, was mit »Sohn der Rechten« übersetzt wird. Israel bedeutet für Elohim, was Benjamin für Jakob bedeutete, der von seiner Lieblingsfrau Rahel geboren wurde (1.Mose 35:18). Auch der Begriff »Sohn Adams" oder »Menschensohn« bezieht sich hier auf Israel.

  Da Israel aber ohne den Messias nichts ist und Matthäus 2:15 das Wort aus Hosea 11:1: »Aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn« auf Jesus deutet, leuchtet unser Herr Jesus Christus in all diesen Worten des Psalms auf.

 

Psalm 81

Dem Chorleiter: Auf die Kelterweise

Von Asaph

2 Jubelt Elohim zu, der unsere Stärke ist,

jauchzet dem Elohim Jakobs!

3 Hebt das Psalmsingen an und lasst das Tamburin erschallen,

die liebliche Harfe samt der Laute.

4 Stoßt zur Neumondfeier in den Schophar

(und) am Vollmond zum Tag unseres Festes.

5 Denn es ist Gesetz für Israel,

ein Recht für den Elohim Jakobs.

6 Er setzte sie (die Neumondfeier) in Joseph ein,

als Er gegen das Land Ägypten auszog.

Eine Sprache, die ich nicht näher kannte, höre ich nun.

7 Ich habe seine Schulter der Bürde entzogen,

seine Hand vom Tragkorb befreit.

8 In der Bedrängnis riefst du, und Ich befreite dich,

Ich antwortete dir in der Verbergung des Donnergetöses,

Ich prüfte dich an den Wassern Meribas.

 

Zwischenspiel

 

  Mit den Freudenrufen und -gesängen beginnt dieses Loblied, das besonders zu den zwei folgenden Anlässen gesungen und gespielt wurde:

- zur Neumondfeier, dem Fest des stets mit dem Neumond

  beginnenden Monats (3.Mose 23:24),

- und zu dem Fest am Tag des Vollmonds, und zwar dem

  Laubhüttenfest, das am 15. Tag des siebenten Monats (Etanim,

  September/Oktober) gefeiert wurde.

  Der Schophar ist das Widderhorn, das zu besonderen Anlässen geblasen wurde.

  Die Sprache (wörtl. Lippe), die Israel nicht näher kannte und nun hörte, war nicht die der Ägypter, sondern es war die Sprache Jewes, ihres Elohims, die sie während ihrer Versklavung in Ägypten nicht hörten, dann aber im Zusammenhang mit dem Kommen des Mose (2.Mose 6:1-8) sowie dem Exodus und dann am Berg Sinai vernahmen (2.Mose 19:3-6).

  In Meriba haderte das Volk mit Mose, weil es kein Wasser hatte, und stellte es Jewe auf die Probe, indem sie sprachen: »Ist Jewe bei uns oder nicht? (2.Mose 17:1-7). Damals schlug Mose Wasser aus dem Felsen (siehe auch 1.Kor.10:4). Wie Vers acht sagt, war das ganze Geschehen aber zugleich auch eine Erprobung Israels vonseiten Jewes.

 

9 Höre, mein Volk, und ich will gegen dich bezeugen:

Israel, wenn du doch auf Mich hörtest!

10 Kein fremder El sei unter dir,

und wirf doch nicht einem auswärtigen El (huldigend) hin.

11 Ich bin Jewe, dein Elohim,

der dich aus dem Land Ägypten heraufgebracht hat.

Tue deinen Mund weit auf, und Ich werde ihn füllen.

12 Aber mein Volk hörte nicht auf Meine Stimme,

und Israel wollte nicht zu Mir.

13 Da entsandte Ich es in die Verhärtung ihres Herzens,

sie gingen in ihren (eigenen) Ratschlüssen einher.

14 Wenn doch Mein Volk auf Mich hören würde,

Israel in Meinen Wegen wandeln würde.

15 Alsbald würde Ich ihre Feinde zum Bücken (bringen)

und Meine Hand gegen die sie Bedrängenden umwenden.

16 Als Hasser Jewes leugnen (heucheln) sie Ihm gegenüber,

und das wird ihre Zeit (des Befeindet- und Bedrängtwerdens) für äonisch sein.

17 Und er (vermutlich Joseph; Vers 6) speiste es (das Volk) (einst) mit dem Fett (das heißt: dem Besten) des Weizens,

und (dementsprechend) würde Ich dich mit Honig aus dem Felsen sättigen.

 

  Viele Male wurde Israel ermahnt zu hören (2.Mose 15:26; 5.Mose 4:1; 6:3,4). Aber sie waren ein widerspenstiges und widersprechendes Volk (Jes.65:2; Röm.10:21) und hörten und gehorchten nicht (Hos.9:17).

  Somit gab Jewe sie dahin und verstockte sie (Jes.6:9,10; Joh.12:40; Röm.1:24).

  Wenn sie hören würden, würden Gerechtigkeit, Frieden und Wohlstand ihr Land, ihr Herz und ihren Mund füllen (Jes.48:18; Mat.5:6) und Jewe würde sie mit Honig, nicht nur mit Wasser, aus dem Felsen sättigen. Der Felsen ist Jewe Selbst, wie Er überhaupt die Quelle von allem ist (5.Mose 32:4).

    Zu Vers 16 ist anzumerken, dass die Feinde Jewes im Millennium Unterwerfung heucheln und dann sogar, vom Satan verführt, gegen Jerusalem ziehen werden (Off.20:7-9). 

  Die Freude, die dieser Psalm zum Ausdruck bringt, ist nicht vollkommen. Erst wenn Israel in seiner Gesamtheit gerettet ist (Röm.11:26) und als wiedergeborenes Volk wirklich hört, dann werden sie für die beiden kommenden Äonen feiern, danken, jubeln und Jewe von Herzen preisen. Sein Volk wird in die Sabbatruhe und in das Feiern eingehen (Heb.4:9,10).

 

Psalm 82

(Ein) Psalm Asaphs

1 Elohim stellt sich in der Zeugenschar Els auf,

inmitten der Elohim stellt Er richtig (oder: schafft Er Recht):

2 Bis wann noch richtet ihr mit Arg

und erhebt ihr das Angesicht der Frevler?

 

Zwischenspiel

 

  Wer ist El (hebr. AL, punktiert EL)? El ist ein Titel dessen, dem alles zu eigen und zu dem hin alles ist; Er ist der Eine, der Sich alle unterordnet, allen ihre Plätze zuweist und alle zu Sich hinführt. El ist der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Das Wort »El« wird auch für falsche Götter gebraucht.

  Wer ist Elohim (hebr. ALEIM, punktiert ÄLoHIM)? Elohim ist die Mehrzahlform von Eloah (hebr. ALUE, punktiert ÄLOaH) und eine Bezeichnung für Gott wie auch Seinen Sohn Jesus Christus. El ist in Elohim so wie Gott durch Seinen Geist in Jesus Christus ist (Joh.14:10; 2.Kor.5:190). Elohim ist der alles Garantierende, der alles Verfügende, der alle zu El hin unterordnet. Dieser Titel wird auch für Engel (Ps.8:6; Heb.2:7), für falsche Götter und für Menschen mit entsprechenden Funktionen gebraucht.

  Nun zu Vers eins:

  Elohim stellt Sich in der Schar der Zeugen Els auf. Die Zeugen sind die Gläubigen, die El Bezeugenden, die hier versammelt wurden, in diesem Fall dem Inhalt dieses Psalms gemäß die Elohim unter den Gläubigen, also diejenigen, die als Richter in Israel die Aufgabe haben, die Menschen durch eine gerechte Rechtsprechung auf Elohim hin auszurichten.

  Elohim ermahnt die Richter, weil sie die Person ansehen und folglich nicht gerecht richten, ja Frevler sogar begünstigen. »Das Angesicht eines Frevlers zu erheben, ist nicht gut« (Spr.18:5; 3.Mose 19:15; Jak.2:1-9).

 

3 Verschafft (doch) Recht den Armen und Verwaisten,

rechtfertigt den Gedemütigten und Rechtlosen.

4 (Wirket, dass) der Arme und Bedürftige entrinne,

beschützt sie vor der Hand der Frevler.

5 Nichts erkennen sie, und nichts verstehen sie,

in Verfinsterung wandeln sie;

(so) gleiten die Fundamente des Erdlands (hinweg).

6 Ich, Ich sprach (zwar): Elohim seid ihr,

und Söhne des Höchsten seid ihr alle;

7 nun aber: Wie (ein anderer) Mensch werdet ihr sterben,

und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen.

8 Stehe auf, Elohim, bringe das Erdland zurecht!

Denn Du, Du wirst Dein Losteil bekommen unter all den Nationen.

 

  Statt den Armen zu ihrem Recht zu verhelfen, hatten die Richter den Frevlern Vorteile verschafft. Da die Richter demnach nichts von der Gerechtigkeit und Herrlichkeit Elohims erkannt hatten und in der Finsternis wandelten (Vers 5), glitten die sittlichen und rechtlichen Fundamente der Gesellschaft hinweg. Der Niedergang ihres Volkes wurde von ihnen nicht aufgehalten.

  Bei Vers sechs (»Elohim seid ihr«) ist nicht an Geister zu denken, sondern – wie bereits gesagt – an die Richter, die zum Beispiel auch in 2.Mose 21:76 im Zusammenhang mit ihrer Aufgabe, das Ohr eines Knechtes zu durchbohren, der nicht frei werden will, »Elohim« genannt werden. Unser Herr Jesus Christus sagte den Juden deutlich, wer diese Elohim sind, als sie Ihm vorwarfen, Sich Selbst zu Gott zu machen: »Ist in eurem Gesetz nicht geschrieben: Ich sage: Götter seid ihr –? (Psalm 82:6). Wenn Er jene Götter hieß, zu denen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann doch nicht aufgelöst werden), wieso sagt ihr zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt ausgesandt hat: Du lästerst – weil Ich sagte: Ich bin Gottes Sohn –?« (Joh.10:34-36).

  »Söhne des Höchsten seid ihr alle«, ja, denn in Lukas 3:38 ist zu lesen, dass Enos (der Sohn) des Seth war, dieser des Adam und dieser des Gottes. Und Paulus verkündigte auf dem Areopag in Athen: »In Ihm (Gott) leben wir und bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Denn Seines Geschlechts sind auch wir« (Ap.17:28).

  Die ungerechten Richter werden ihr Urteil erhalten. Elohim wird sie vorzeitig töten (Vers 7), falls sie aufgrund Seiner Zurechtweisung in dieser Versammlung nicht umsinnen.

  Das Loblied schließt mit der Bitte an Elohim, das Erdland zurechtzubringen, denn nur Er allein vermag gerecht zu richten. Jesus Christus wird dies zu Beginn des tausendjährigen Königreichs Israels tun: »Wenn aber der Sohn des Menschen in Seiner Herrlichkeit kommt und alle heiligen Boten mit Ihm, dann wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen. Alle Nationen werden vor Ihm versammelt werden, und Er wird sie voneinander sondern, so wie der Hirte die Schafe von den Ziegenböcken sondert« (Mat.25:31,32).

  Jesus Christus wird alle Nationen als Sein Losteil, Seinen Segens- und Aufgabenbereich, empfangen (Vers 8), die Königsherrschaft über die ganze Welt für die Äonen der Äonen (Off.11:15). »Jewe sprach zu Mir: Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich geboren. Heische von Mir, und Ich will Dir Nationen als Dein Losteil geben und Dir zum Besitz die Enden des Erdlands« (Ps.2:7,8). Darüber hinaus hat der Vater Seinen Sohn, Jesus, »zum Losteilinhaber von allem gesetzt« (Heb.1:2). 

 

Psalm 83

(Ein) Lied. (Ein) Psalm Asaphs

2 Elohim, nicht sei Dir Stillbleiben!

Schweige nicht, und habe nicht Muße, El.

3 Denn siehe, Deine Feinde machen Tumult,

und die Dich hassen, erheben das Haupt.

4 Gegen dein Volk (ersinnen) sie listige geheime (Pläne),

und sie beraten sich gegen Deine (bei Dir) Geborgenen.

5 Sie sprechen: Gehet (im Sinne von: Auf!), und wir vertilgen sie aus den Nationen,

sodass des Namens Israel nicht weiter gedacht wird.

6 Denn sie beraten sich einmütigen Herzens,

schneiden (schließen) gegen Dich einen Bund:

7 Die Zelte Edoms und die Ismaeliter,

Moab und die Hagriter,

8 Gebal, Ammon und Amalek,

Philistäa samt den Bewohnern von Tyrus.

9 Auch Assur hat sich mit ihnen verpflichtet,

sie wurden ein Arm der Söhne Lots.

 

Zwischenspiel

 

  Der historische Hintergrund dieses Loblieds lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen; manche denken an die in 2.Chronik 20:1-30 geschilderte Bedrängnis etwa im Jahr 864 v. Chr. während der Regierungszeit Josaphats von Juda (887-862 v. Chr.).

  All die aufgezählten Völker wollten Israel auslöschen. Die Moabiter und Ammoniter waren Nachkommen der Söhne Lots, die Ismaeliter solche des ersten Sohnes Abrahams. Die Edomiter und Amalekiter stammen von Esau ab, die Hagriter vermutlich von Hagar, der Magd Saras. Die Städte Gebal und Tyrus lagen in Phönizien am Mittelmeer. Zusammen mit den Philistern im Südwesten gesehen, war Israel eingekreist; zudem hatte die Großmacht Assur ihre Hilfe angeboten.
  Im gegenwärtigen bösen Äon verhält es sich durchgängig so, dass die Nationen Israel loswerden wollen, ja Gott loswerden wollen (Vers 6).  Im Grunde ist es schon immer Satans Absicht, Israel zu vernichten, sei es in Ägypten (2.Mose 1:16) oder in der Zukunft am Ende des Millenniums (Off.20:7-9), wozu auch die Ermordung Jesu, des Königs der Juden, gehörte.

  Doch was auch immer der Satan und die ihm hörigen Nationen (Luk.4:6; Eph.2:2) planen – man vergleiche Psalm 2:1-3 – Jesus Christus lebt und siegt. Er ist »hocherhaben über jede Fürstlichkeit und Obrigkeit, Macht und Herrschaft, auch über jeden Namen, der nicht allein in diesem Äon, sondern auch in dem zukünftigen genannt wird« (Eph.1:21).

10 Tue ihnen wie dem Midian,

wie dem Sisera, wie dem Jabin im Bachtal Kison.

11 Sie wurden vertilgt zu En-Dor,

sie wurden Dung für den Erdboden.

12 Setze sie, ihre Edlen, wie Oreb und wie Seeb,

und wie Sebach und wie Zalmunna alle ihre Verehrten,

13 (sie), die da gesprochen: Wir wollen die begehrten (Fluren) Elohims einnehmen!

14 Mein Elohim, setze sie wie Rollkraut (im Wind rollende Pflanze),

wie Stroh vor dem Wind.

15 Wie Feuer den Wald verzehrt,

und wie die Lohe die Berge entflammt,

16 so wirst Du sie in Deinem Stürmen verfolgen

und mit Deinem Wirbelwind rastlos machen.

17 Fülle ihr Angesicht mit Entehrung,

sodass sei Deinen Namen suchen, Jewe.

18 Sie werden beschämt und rastlos bis zur Zeit des Bezeugens (in der die Bezeugung des Namens Jewe im Vordergrund steht)

und werden entwürdigt und kommen um.

19 Und so erkennen sie, dass Du

– Dein Name, Jewe, Du allein –

der Höchste bist über dem ganzen Erdland.

 

  Wie es den namentlich genannten Feinden einst ergangen ist, ist in 4.Mose 31:7 und Richter 4:21,22; 7:25 und 8:21 nachzulesen. Der Sieg lag nicht in der Stärke Israels begründet; es war eher schwach, aber Jewe stritt für sie, wie Er auch in 2.Chronik 20:16 sagt: »Nicht euer ist der Kampf, sondern Elohims.«

  Die Beschämung der Feinde und ihr Umkommen ist zum einen nicht unbegrenzt und dient zum andern nach Gottes Vorsatz einem bestimmten Zweck:

  - die einen werden Jewe schon zu Lebzeiten suchen (Vers 17),

- die anderen werden erst vor dem großen, weißen Thron erkennen,

  dass Jewe der Höchste ist (Vers 19), denn Gott, unser Retter »will,

  dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit

  kommen« (1.Tim.2:4).

Psalm 84 - 87

 

Psalm 84

Dem Chorleiter: Auf die Kelterweise

Den Söhnen Korahs. (Ein) Psalm

2 Wie freundlich sind Deine Wohnungen (im Zelt des Zeugnisses),

Jewe der Heere!

3 Meine Seele sehnt sich und verschmachtet sogar nach den Vorhöfen Jewes,

mein Herz und mein Fleisch jubeln dem lebendigen El zu.

4 Auch der Vogel hat ein Haus gefunden

und die Wildtaube ein Nest für sich, in das sie ihre Brut setzte:

(Es sind) Deine Altäre, Jewe der Heere,

mein Regent und mein Elohim.

5 Glückselig sind die Bewohner Deines Hauses,

immerzu loben sie Dich.

 

Zwischenspiel

 

  Das Loblied 84 – es ähnelt dem Psalm 42 – wurde wohl von den Söhnen Korahs, eines Leviten (2.Mose 6:21,24), vorgetragen. Und die Pilger auf dem Weg nach Jerusalem werden es voller Sehnsucht gesungen haben.

  Nicht nur die Vögel, sondern die gesamte Schöpfung findet ihren Frieden und ihre Erfüllung im Hause Jewes. Glückselig sind, die in der Nähe Jewes sind, in Seinem Heiligtum. Der Psalmist erwähnt die Altäre besonders, weil die Verfehlungen darauf gesühnt werden und ungetrübte Gemeinschaft mit El und große Freude daraus folgen.

  Und wie glücklich dürfen wir heute sein, die wir in die Gemeinschaft mit Christus Jesus berufen wurden (1.Kor.1:9) und in Ihm am Vaterherzen sind!

 

6 Glückselig der Mensch, dessen Stärke in Dir ist,

(die, denen) Hochwege in ihrem Herzen sind.

7 Sie gehen durch die (dürre) Tiefebene des Bakastrauchs,

und sie setzen sie (die Tiefebene) als Quelle (sie wird ihnen wie zu einer Quelle),

zudem umhüllt (sie) der Frühregen mit Segnungen.

8 Sie gehen von Wohlgewappnetsein zu Wohlgewappnetsein,

(bis sie) vor Elohim in Zion erscheinen.

9 Jewe, Elohim der Heere, höre mein Gebet,

leihe (mir Dein) Ohr, Elohim Jakobs!

 

Zwischenspiel

 

  Glückselig der Mensch, der durch den Glauben an Jewe innerlich stark und zuversichtlich ist. Und der Gottes hohe Wege des Heils in seinem Herzen hat und demzufolge auch die Hochwege zur Wanderung nach Jerusalem betritt.

  Wenn die Treuen Israels dabei durch dürre Gegenden ziehen, etwa durch das Tal, wo der Bakastrauch, eine Springkrautart, wächst, dann werden sie auch dort in der Erwartung ihres herrlichen Ziels erquickt. Jewe gibt den sich nach Zion Sehnenden Seinen Segen, so wie der Frühregen im Oktober und November nach der heißen und trockenen Sommerzeit ein elementarer Segen für den Erdboden ist.

  So schreiten sei von Wappnung zu Wappnung, von Vollversorgtsein zu Vollversorgtsein, von Kraft zu Kraft, bis sie dann in der Weihestätte eintreffen und dort anbeten: »Jewe, Elohim der Heere, höre mein Gebet, leihe (mir Dein) Ohr, Elohim Jakobs!« (Vers 9).

 

10 (Du) unser Rundumbeschützer, siehe, Elohim,

und blicke auf das Angesicht Deines Gesalbten.

11 Denn besser ist ein Tag in Deinen Vorhöfen als sonst tausend.

Ich habe es erwählt, an der Schwelle im Hause meines Elohims zu sein,

als in den Zelten des Frevlers eine Schlafstätte zu haben.

12 Denn Sonne und Rundumbeschützer ist Jewe Elohim;

Gnade und Herrlichkeit gibt Jewe.

Nicht enthält Er Gutes dem vor, der in Makellosigkeit wandelt.

13 Jewe der Heere,

glückselig der Mensch, der sich in Dir sichert!

 

  Wessen Angesicht möge Elohim segnend anblicken? Das des Gesalbten, hebr. MSchICh, punktiert MaSchIaCh, griech. christos, deutsch Messias wie auch Christus. Das Wort wird für Priester (3.Mose 4:3) und Könige (1.Sam.24:7; 2.Sam.19:22; Jes.45:1) gebraucht sowie prophetisch für den Sohn Gottes (Ps.2:2,7; Dan.9:26). Wer ist hier in Vers zehn gemeint? Der König, der Hohepriester oder Jesus, ohne den kein anderer Gesalbter etwas wäre? Vermutlich meinte der Beter den König, was durchaus nahe lag, weil das Ergehen des Volkes an dessen Treue und Entscheidungen hing.

  Es ist besser, in der Weihestätte den niedrigsten Dienst zu tun und zu fegen, als es sich mit Frevlern wohlergehen zu lassen.

  Jewe Elohim ist die wahre Sonne, »das wahrhafte Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet« (Joh.1:9), und der wahre Schutzschild. Glückselig der Mensch, der auf Ihn vertraut; dem werden Gnade und Herrlichkeit von Jewe her zufließen.

  Der gläubige Israelit sehnt sich nach dem Tempel und wir, die Körpergemeinde (Eph.1:22,23), danach, inmitten der überhimmlischen Regionen und Geschöpfe niedergesetzt zu werden (Eph.2:7).

 

Psalm 85

Dem Chorleiter

Den Söhnen Korahs. (Ein) Psalm

2 Du (bist voller) Wohlwollen, Jewe, gegenüber Deinem Erdland,

Du lässt die Gefangenen Jakobs zurückkehren.

3 Du trägst die Vergehung Deines Volkes,

Du bedeckst all ihre Verfehlung.

 

Zwischenspiel

 

4 Du hast all Dein Überwallen (Deinen Ingrimm) weggesammelt,

Du hast die Hitze Deines Zorns abgewandt.

5 Stelle uns wieder her, Elohim unserer Errettung,

und zerbrich Deinen Gram über uns.

6 Ist es für äonisch, dass Du gegen uns zürnst,

Deinen Zorn hinziehst von Generation zu Generation?

7 Ist es nicht so, dass Du, ja Du, uns wiederum belebst,

sodass sich Dein Volk in Dir freut?

8 Jewe, lass uns Deine Huld sehen,

und Deine Errettung (wollest) Du uns geben.

 

  Dieses Loblied lässt sich überschreiben mit »Der Elohim der Errettung stellt Israel wieder her« und wie folgt gliedern:

         Rückblick (Verse 2 + 3),

         Bitte (Verse 4-8),

         Verheißung (Verse 9-14).

  Israel hatte das Wohlwollen Jewes, die Befreiung aus Gefangenschaften und die Bedeckung ihrer Sünden bereits mehrfach erfahren. Jetzt aber müssen sie wieder um Errettung flehen. Dabei wusste der Psalmist, dass Jewe Liebe ist und gerecht und mit dem Ziel der Erziehung und geistlichen Reifung züchtigt. Dass doch Sein Zorn bald aufhören möge! Wie lange soll es noch dauern, bis Jewe Israel wieder herstellt?

  Die nach Babel Verschleppten werden wieder heimkehren; das hatte Jewe ihnen verkündigt (Jer.30:18; Hes.39:25).

  Sehr bedeutsam ist das Evangelium des Verses drei, wonach Jewe Selbst die Sünden des Volkes trägt. Ja, Jesus, der Messias, trug ihre Krankheiten und wurde aufgrund ihrer Übertretungen durchbohrt (Jes.53:4,5). Der Prophet Micha rief anbetend aus: »Wer ist ein El wie Du, der die Vergehungen trägt und über die Übertretungen des Überrests Seines Losteils hinweggeht? Sein Zorn hält nicht für die (weitere) Zeit des Bezeugens an, denn Er hat Gefallen an der Huld (daran, Huld zu erweisen). Er kehrt um (vom Zorn), Er erbarmt Sich unser, Er unterwirft unsere Vergehungen (beendet also ihre Herrschaft); und Du wirfst all ihre Verfehlungen weg in die Schatten (die Tiefen) des Meeres. Du wirst dem Jakob Wahrheit erweisen, Gnade dem Abraham, (eben dies), was Du unseren Vätern von den Tagen der Vorzeit an geschworen hast« (Mich.7:18-20).

  »Ist es für äonisch, dass Du gegen uns zürnst?« (Vers 6). Nein, denn »Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vervollständigung der Nationen (in den Ölbaum) eingehe. Und sodann wird Israel als Gesamtheit gerettet werden, so wie geschrieben steht: Eintreffen wird der Bergende aus Zion, abwenden wird Er die Unfrömmigkeit von Jakob. Und dies ist Mein Bund mit ihnen, wenn Ich ihre Sünden wegnehme« (Röm.11:25-27).

 

9 Ich will hören, was der El, was Jewe redet,

denn Er redet Frieden zu Seinem Volk, und zu Seinen Huldigern;

mögen sie nicht zur Narrheit zurückkehren.

10 Jedoch ist Seine Errettung nahe denen, die Ihn fürchten,

sodass Herrlichkeit in unserem Land wohne.

11 Gnade und Wahrheit haben sich getroffen,

Gerechtigkeit und Frieden sich geküsst.

12 Wahrheit sprosst aus dem Land,

und Gerechtigkeit lugt von den Himmeln hernieder.

13 Überdies gibt Jewe das Gute,

und unser Land gibt seinen Ertrag.

14 Die Gerechtigkeit wandelt vor Seinem Angesicht,

und (diese) legt Er als Weg für ihre Schritte an.

 

  Die Antwort Jewes ist die Verheißung des Friedens für Sein Volk. Mögen sie nur nicht zur Narrheit zurückkehren, entsprechend dem, was Petrus schreibt: »Denn wenn sie durch die Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus dem Unflat der Welt entflohen sind, dann doch wieder in diese Dinge verflochten werden und unterliegen, so ergeht es ihnen zuletzt ärger als zuvor« (2.Pet.2:20).

  Die Errettung der Treuen aus Israel – das sind die, die Ihn fürchten und Seine Gebote tun, die Auserwählten – ist nahe. Sie war nahe, als Jesus kam und heroldete: »Sinnet um! Denn das Königreich der Himmel hat sich genaht!« (Mat.4:17), und ist jetzt ganz nahe, da die Zeit der Verwerfung Israels zu Ende geht.

  Im Königreich des Messias werden Gnade und Wahrheit (Vers 11) herrschen. »Gnade und Wahrheit sind durch Jesus Christus geworden« (Joh.1:17). Er nimmt all die Seinen in Gnaden an. Durch Seinen Geist erneuert, werden sie die Wahrheit lieben und nicht mehr lügen. Welch eine Wohltat für die Menschen!

  Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen. Gerechtigkeit ist Voraussetzung für Frieden. Wo Gerechtigkeit herrscht, gibt es keinen Streit.

  Israel wird in der göttlichen Gerechtigkeit wandeln, die Jesus ihnen als Weg für ihre Schritte angelegt hat. Gerechtigkeit ist Weg und wichtiger Bestandteil der Glückseligkeit in Israel und auf dem gesamten Erdland. Und die Herrlichkeit Jewes wird über Israel leuchten (Jes.60:1).

 

Psalm 86

(Ein) Gebet Davids

1 Jewe, recke Dein Ohr (zu mir hin), antworte mir,

denn ich bin gedemütigt und bedürftig.

2 Hüte meine Seele, denn ich huldige Dir.

Du, mein Elohim, rette Deinen Diener, der sich zu Dir hin sichert.

3 Sei mir gnädig, mein Herr,

denn zu Dir rufe ich den ganzen Tag.

4 Erfreue die Seele Deines Dieners,

denn zu Dir hin, mein Herr, erhebe ich meine Seele.

5 Denn Du, mein Herr, bist gut und verzeihst

und (erzeigst) viel Huld allen, die Dich anrufen.

 

  Viele Bitten richtet König David an Jewe, seinen Elohim, und preist und verherrlicht Ihn zugleich. Jewe ist groß an Huld, Erbarmen und Treue (Joel 2:13). Er ist gut und gibt gute Gaben. »Wenn ihr nun, die ihr doch böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen Gutes geben, die Ihn bitten!« (Mat.7:11).

 

6 (Leihe Dein) Ohr, Jewe, meinem Gebet,

und merke auf die Stimme meiner Rufe um Gnade.

7 Am Tag der Bedrängnis rufe ich Dich an,

denn Du antwortest mir.

8 Keiner ist wie Du inmitten der Elohim, mein Herr,

und keine Taten sind wie Deine!

9 Alle Nationen, die Du gemacht hast, werden kommen

und sich (huldigend) vor Deinem Angesicht niederwerfen, mein Herr,

und Deinen Namen verherrlichen.

10 Denn groß bist Du und tust Wunder,

Du, Elohim, Du allein.

  Jewe, der Elohim Israels und des gesamte Alls, ist einzig (5.Mose 6:4). Mit wem wäre Er zu vergleichen? (Jes.40:25). Er spricht: »Ich bin Jewe, und da ist sonst keiner; außer Mir ist kein Elohim (Jes.45:5; 46:9). »Mein Ratschluss ersteht, und alles, was Mir wohlgefällt, tue Ich« (Jes.46:10).

  Im Königreich Jesu Christi werden alle Nationen Gesandtschaften zum Berg Zion schicken, zum Tempel des Elohims Jakobs, um dort Worte und Weisungen Jesu zu empfangen (Jes.2:2,3), wie es auch das Lied des Mose und des Lämmleins sagt: »Alle Nationen werden eintreffen und vor Deinen Augen anbeten, da Deine gerechten Wege offenbart wurden« (Off.15:4).

 

11 (Weise) mir das Ziel an, Jewe, Deinen Weg!

Ich wandle in Deiner Wahrheit.

Eine mein Herz, Deinen Namen zu fürchten.

12 Ich danke Dir, mein Herr, mein Elohim, mit meinem ganzen Herzen,

und ich will Deinen Namen verherrlichen für äonisch.

13 Denn Deine Huld ist groß über mir,

und Du beschützt meine Seele vor dem unteren Scheol.

 

  Die Worte Davids: »Ich wandle in Deiner Wahrheit« dürfen mit der Bitte um die Anweisung des Ziels und des entsprechenden Weges verknüpft werden, sodass er also in der Wahrheit Jewes wandle, im Lichte Seines Wortes, wahrhaftig und in Erkenntnis der Realitäten sowie seine Gebote haltend (2.Joh.4).

  Man beachte auch die Bitte um die Einigung seines Herzens, weg vom Hin und Her verschiedener Tendenzen. Jetzt und in den kommenden Äonen will David seinen Herrn dafür verherrlichen.

  Er weiß auch, dass Jewe seine Seele vor dem Scheol schützen wird, dass er mithin weder jetzt durch Feindeshand zu Tode kommen noch in den zukünftigen Äonen im Scheol sein wird.

  Der Scheol, hebr. SchAUL, punktiert SchöOL, abzuleiten von fragen, erfragen, ist der Begriff, der die Antwort auf die Frage nach dem Verbleib der Toten ist. Die Toten sind im Ungewahrbaren (griech. Hades, von aidês, unwahrnehmbar), frei zu umschreiben mit »Totenreich«. Die Toten sind unwahrnehmbar, zumal sie nicht existieren (Pred.9:5,6,10; Ps.6:6; 39:14; 115:17; 1.Kor.15:18). Ohne Geist ist da kein lebendiger Mensch mehr (Luk.8:55).

  In allem weiß David sich in der Huld Gottes geborgen, der ihn nicht verlassen noch versäumen, sondern retten wird.

 

14 Elohim, Vermessene sind wider mich aufgestanden,

und die Schar der Schreckenerregenden sucht meine Seele,

und nicht stellen sie sich Dich als gegenwärtig (vor Augen).

15 Du aber bist mein Herr, der El, der Sich erbarmt und gnädig ist,

langsam zum Zorn und groß an Huld und Wahrheit.

16 Wende Dich zu mir und sei mir gnädig.

Erzeige Deinem Diener Deine Stärke,

und rette den Sohn Deiner Magd.

17 Tue an mir ein Zeichen zum Guten,

damit die, die mich hassen, es sehen und beschämt sind,

dass Du, Jewe, mir hilfst und mich tröstest.

 

  Wer nicht um die Gegenwart Gottes weiß, wird vermessen und tut Böses. Mögen die Frevler durch das, was Jewe dem David an Gutem tut, lernen und zur Umsinnung gebracht werden!

  David durfte bereits zur Erkenntnis der Wahrheit (1.Tim.2:4) kommen und rühmt das Erbarmen und die Gnade Els, seines Herrn (2.Mose 34:6).

 

Psalm 87

Den Söhnen Korahs. (Ein) Psalm. (Ein) Lied

1 Seine (Jewes) Gründung (Zion) ist in den heiligen Gebirgen.

2 Jewe liebt die Tore Zions

mehr als alle Wohnungen Jakobs.

3 Verherrlichtes ist das in dir Geredete,

du Stadt des Elohim!

 

Zwischenspiel

 

4 Ich lasse Rahabs und Babels gedenken unter denen, die Mich erkennen.

Siehe! Philistäa und Tyrus mit Kusch: Dieser ist dort geboren.

5 Aber von Zion wird gesprochen werden:

Mann für Mann wurde in ihr geboren,

und Er, der Höchste, Er bereitet sie (die Burg Zion).

6 Jewe zählt auf, indem Er die Völker aufschreibt:

Dieser ist dort geboren.

 

Zwischenspiel

 

7 Und Liedersänger und -spieler wie auch Flötenspieler (sagen):

All meine Quellen sind in dir (in Zion)!

 

  Dieses Loblied spricht davon, dass Jewe Zion, in der alle Quellen sind, liebt und bereitet. Es tut der Ehre Jewes, des Elohims Israels, keinen Abbruch, dass Zion hier als Quelle genannt wird, ist Zion doch alles nur aus Ihm und durch Ihn.

  Zion, übersetzt: Verdorrte, auf dem Berg Zion, dem Südosthügel Jerusalems, erbaut, wird als Burgstadt bezeichnet (Jes.33:20; Ps.48:3) und als Jagdburg auch »Stadt Davids« genannt (2.Sam.5:7; 1.Kön.8:1). Der heilige Berg wird mit »Zion« angesprochen (Ps.2:6), den Jewe erwählte und liebt (Ps.78:68) und wo Er wohnt (Jes.8:18). Der Name »Zion« wurde im Laufe der Zeit auch für den Tempelbezirk und dann auch für ganz Jerusalem gebraucht. Entscheidend ist, dass Jewe Seinem Volk auf Zion in besonderer Weise nahe ist, weil sein Heiligtum dort steht.

  Jewe hat Zion gegründet (Vers 1), und Er liebt Zion mehr als alle anderen Stätten in Israel (Vers 2).

  In dieser Stadt wird zukünftig nur Herrliches und Jewe Verherrlichendes geredet werden (Vers 3). Man mache sich klar, was in Jesaia 2:3 geschrieben steht: »Von Zion wird die Zielanweisung (an alle Völker) ausgehen und das Wort Jewes von Jerusalem.« »Und der Name der Stadt ist von dem Tage an (dem Tag der Wiederkunft Jesu Christi): Jewe ist dort!« (Hes.48:35).

  Der Herr und König Jesus wird Sein wiedergezeugtes Volk Israel, das Ihn als den Sohn Gottes und Messias erkannt hat, der anderen – ehemals feindlichen – Nationen gedenken lassen (Vers 4), denen sie einst die Rettung nicht gönnten (Ap.13:45; 17:5), zumal im tausendjährigen Königreich ein Hochweg von Ägypten nach Assur sein wird und beide Nationen Jewe dienen werden (Jes.19:23). »An jenem Tag wird Israel als Drittes sein mit Ägypten und Assur, ein Segen inmitten des Erdlands, die Jewe der Heere gesegnet hat, indem Er sprach: Gesegnet ist Mein Volk Ägypten und Assur, das Werk Meiner Hände, und Israel, Mein Losteil« (Jes.19:24,25). Außerdem nimmt Jewe aus all den Nationen einzelne Menschen zu Priestern, zu Leviten (Jes.66:21). Und im Übrigen wird Israel alle Nationen zu Jüngern Jesu machen (Mat.28:19).

  Rahab ist eine bildliche Bezeichnung für Ägypten (Jes.30:7; Ps.89:11), was mit einem Ungeheuer verglichen wird (Jes.51:9). Tyrus war die phönizische Insel- und Handelsstadt am Mittelmeer. Kusch war das damalige Äthiopien, im heutigen Nubien südlich von Ägypten gelegen.

  Seinem Sohn wird Jewe alle Nationen bis an die Ränder des Erdlands geben (Ps.2:8; 47:8,9). Er wird jeden Menschen und alle Völker aufschreiben (Vers 6) und einen jeden nach seiner Abstammung einem Volk zuschreiben.

  Besonders gesegnet aber werden die, die in Zion geboren sind (Vers 5). Zu dem Überrest in Jerusalem, zu all den zum äonischen Leben Aufgeschriebenen – dies mag auch die dort geborenen Ausländer einschließen – wird gesprochen werden: »Heilig!« (Jes.4:3).

  »Und Liedersänger und -spieler wie auch Flötenspieler (sagen): All meine Quellen sind in dir (in Zion)!« (Vers 7).

  Voll überströmender Freude werden sie alle samt dem ganzen Volk singen und spielen und preisen: »All meine Quellen sind in dir«, nach dem Zusammenhang in Zion, und zwar daher, weil Jesus Selbst dort anwesend ist (Hes.43:7).

  Vom Tempel in Jerusalem wird buchstäblich Wasser ausgehen. »Siehe, Wasser gingen heraus unterhalb des Eingangs des Hauses gen Osten« (Hes.47:1). In Psalm 46:5 heißt es: »Ein Strom (und) seine Kanäle erfreuen die Stadt Elohims.« Sommers wie winters wird die eine Hälfte der Wasser in das (ehemalige) Tote Meer und die andere Hälfte in das Mittelmeer fließen (Sach.14:8; siehe auch Sach.13:1; Off.22:1).

  Da Jewe in Jesaia 12:3 sagt: »Und ihr werdet Wasser schöpfen mit Wonne aus den Quellen der Rettung«, und Israel zuvor bekannt hat, dass El seine Rettung ist, dass Jewe ihm zur Rettung wurde (Jes.12:2), wird uns deutlich, dass die buchstäblichen Quellen Ausdruck der geistlichen Quelle sind. So konnte unser Herr Jesus, ausgehend von dem Wasser der Quelle Jakobs, gegenüber einer Frau aus Samaria von Sich als dem lebendigen Wasser sprechen: »Wer von dem Wasser trinkt, dass Ich ihm geben werde, der wird für den Äon keinesfalls dürsten; sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm eine Wasserquelle werden, die in das äonische Leben sprudelt« (Joh.4:14).

  Und am letzten Tag des Laubhüttenfestes des Jahres 31 n. Chr. rief Jesus laut aus: »Wenn jemand dürstet, komme er zu Mir und trinke! Wer an Mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen (Jes.44:3). – Das sagte Er aber von dem Geist, den künftig die erhalten sollten, die an Ihn glauben« (Joh.7:37-39).

  Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist also die wahre Quelle des Lebens in Freude und Kraft und Zuversicht. Die Quelle liegt keinesfalls in den Menschen. Nichts ist aus uns – alles ist Gnade! In Christus liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen und werden sie den Gläubigen aufgeschlossen (Kol.2:3).

 

Psalm 88 - 89

 

Psalm 88

(Ein) Lied. (Ein) Psalm. Den Söhnen Korahs

Dem Chorleiter (auf die Weise): Alldahinsein

Zum Demütigen. Klugmachendes von Heman, dem Esrachiter

 

Dieser Psalm schildert eine Anrufung Jewes in Todesnot.

  Heman war ein Nachkomme Serachs (daher Esrachiter genannt), des Sohnes Judas und der Tamar (1.Chron.2:3-6).

 

2 Jewe, Elohim meiner Rettung,

des Tages schreie ich und auch in der Nacht vor Dir.

3 Zu Deinem Angesicht komme meine Gebet,

recke Dein Ohr zu meinem Flehen.

4 Denn meine Seele ist satt infolge von Bösem,

und mein Leben ist (nahe) an den Scheol gelangt.

5 Ich werde zu den in die Zisterne Hinabgestürzten gerechnet,

ich bin wie ein Mächtiger ohne festen Halt,

6 (allem) entledigt, (wie) unter Toten,

wie Durchbohrte, im Grabe Liegende,

derer Du nicht mehr gedenkst,

und sie, weg von Deiner Hand sind sie abgetrennt.

7 Du setztest mich in die unteren (Räume) der Zisterne,

in die Finsternisse, in die (dunklen) Schatten.

8 Auf mir lastet Deine Zorneshitze,

und durch all Deine Brecher demütigst Du (mich).

 

Zwischenspiel

 

9 Meine Engvertrauten entferntest Du von mir,

Du setztest mich ihnen zum Gräuel;

ich bin versperrt, und ich (kann) nicht herausgehen.

10 a Mein Auge verschmachtet aufgrund meiner Demütigung.

 

  Heman schildert seine bedrückende Situation – auch unseres Herrn Jesu Seele war einst tief betrübt bis an den Tod (Mat.26:38) – in bewegten Worten, wehklagend, aber sich stets an Jewe wendend, der alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt (Eph.1:11) und allein imstande ist, alle Probleme zu lösen, nennt Heman doch Jewe den Elohim seiner Rettung (Vers 2).

  Der Scheol (Vers 4) ist ein abstrakter Begriff für die Antwort auf die Frage, wo die Toten seien: Sie sind im Unwahrnehmbaren, in der Nichtexistenz, frei ausgedrückt: im Totenreich. Die Toten sind von Jewes Hand und mithin Handlungen abgetrennt (Vers 6); Er handelt nicht an ihnen und durch sie.

 

10 b Ich rufe Dich an, Jewe, an jedem Tag,

ich breite meine Hände zu Dir aus.

11 Wirst Du für Tote Wunderbares tun?

Ob die im Tod Erschlafften aufstehen und sie Dir danken?

 

Zwischenspiel

 

12 Wird im Grab von Deiner Huld erzählt,

von Deiner Treue im Abaddon (am Ort der Verlorenheit)?

13 Werden Deine wunderbaren (Taten) in der Finsternis erkannt

und Deine Rechtfertigung im Lande des Vergessens?

 

  Nichts wissen die Toten, sie haben kein Bewusstsein, und nichts erkennen sie (Pred.9:5,10).

  Für uns Gläubige gehört die Auferstehung zum Kern unseres Glaubensgutes. »Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, so ist unsere Heroldsbotschaft inhaltslos und inhaltslos auch euer Glaube« (1.Kor.15:14; siehe auch 1.Sam.2:6; Jes. 26:19).

  Heman sieht sich schon als dem Tode verfallen. In dieser Lage weist er Jewe darauf hin, dass er Seiner dann aber nicht gedenken und Ihm nicht huldigen könne.

 

14 Ich aber, zu Dir, Jewe, rufe ich um Rettung,

und am Morgen (kommt) Dir mein Gebet zuvor.

15 Warum, Jewe, verschmähst Du meine Seele

und verbirgst Dein Angesicht vor mir?

16 Gedemütigt und (im Begriff) auszuhauchen bin ich von Jugend an,

ich trage Dein Grauen (das von Dir erregte Grauen),

ich bin verstört.

17 Dein entbrannter (Zorn) ergeht über mich,

Deine Schrecknisse bezähmen mich;

18 sie umkreisen mich wie Wasser den ganzen Tag,

sie sind rundum wider mich vereint.

19 Du entferntest den (mich) Liebenden und den Gefährten,

meine Engvertrauten sind (jetzt nur noch die) Umfinsterung.

 

  In all seiner Not tat Heman mit seinem Flehen das, was in Jesaia 50:10 geschrieben steht: »Der in Verfinsterungen wandelt und dem nichts mehr erglänzt (aufleuchtet), der sichere sich in dem Namen Jewes und lehne sich an seinen Elohim an.«

 

Psalm 89

Klugmachendes

Von Etan, dem Esrachiter

 

  Etan war ein Levit, ein Sohn Serachs und mithin ein Esrachiter, der zur Zeit des Königs David lebte; er war ein Weiser (1.Kön.5:11; 1.Chron.2:6; 15:19).

  Das Loblied 89, dieser Königspsalm, beschreibt Jewes Größe und Herrlichkeit und preist Ihn für die dem David gegebenen Verheißungen (Verse 2-38), befasst sich mit der Frage, warum das Königreich aber dennoch darniederliegt (Verse 39-46) und bringt die Bitte zum Ausdruck, doch der vorigen Huld wieder zu gedenken (Verse 47-53).

 

2 Von den Hulderweisungen Jewes will ich für äonisch singen und spielen,

von Generation zu Generation will ich Deine Treue (anderen) zur Erkenntnis bringen.

3 Denn ich sprach: Für äonisch erbaut Er (Seine) Huld;

die Himmel bereitest Du, Deine Treue in ihnen .

4 Ich schnitt (schloss) einen Bund mit Meinem Auserwählten,

Ich schwor David, Meinem Diener:

5 Bis zum Äon bereite Ich deinen Samen,

und Ich erbaue deinen Thron für Generation und Generation.

 

Zwischenspiel

 

  Dem Lobpreis liegt die Segensverheißung Jewes an König David zugrunde, die der Prophet Nathan aussprach: Jewe wird dir (dem David) ein Haus bauen. Deinem Samen nach dir werde Ich das Königtum bereiten bis zum Äon. Dein Thron wird bereitet sein bis zum Äon (2.Sam.7:11-16; 1.Chron.17:10-14; 2.Chron.28:4,7; Ps.132:11). Jesaia durfte verkündigen: »Der Mehrung des Fürstentums und dem Frieden ist kein Ende auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu bereiten und zu fördern durch Zurechtbringung und Rechtfertigung von nun an bis zum Äon. Der Eifer Jewes der Heere wird dies tun« (Jes.9:6). Und ein Bote Gottes sagte zu Mirjam, der Mutter Jesu, in Bezug auf ihren Sohn: »Gott der Herr wird Ihm den Thron Seines Vaters David geben. Über das Haus Jakobs wird Er für die Äonen König sein, und Seine Königsherrschaft wird (für die Äonen) keinen Abschluss haben« (Luk.1:32,33; vgl. Ap.2:30).

  David wird also immer Nachkommen auf seinem oder besser: für seinen Königsthron haben, und bis zum Äon wird das Königreich bereitet sein, bis zum Beginn des Äons des tausendjährigen Königreichs, wenn sein Sohn Jesus, der Messias, den Thron einnimmt.

 

6 Und die Himmel bekennen (all) Dein Wunderbares, Jewe,

und Deine Treue in der Versammlung der Heiligen.

7 Denn wer im Äther (könnte) mit Jewe verglichen (werden)?

Wer gleicht Jewe inmitten der Söhne der Elim?

8 El ist Scheu erregend (und) groß im vertraulichen (Kreis) der Heiligen

und gefürchtet in Seinem ganzen Umkreis.

9 Jewe, Elohim der Heere, wer birgt wie Du, Je?

Und Deine Treue ist rings um Dich her.

10 Du herrschst über das anschwellende Meer,

über das Erheben seiner Wogen;

Du, Du besänftigst sie.

11 Du, du zermalmtest Rahab wie einen Durchbohrten,

mit dem Arm Deiner Stärke zerstreutest Du Deine Feinde.

12 Dein sind die Himmel, und Dein ist das Erdland,

das Wohnland und seine Fülle;

Du, Du gründetest sie.

13 Norden und Süden, Du, Du erschufst sie.

Tabor und Hermon jubeln in Deinem Namen.

14 Dein ist der machtvolle Arm,

Deine Hand erstarkt, Deine Rechte wird erhöht.

15 Gerechtigkeit und Zurechtbringung sind Deines Thrones Grundfesten,

Huld und Wahrheit gehen Deinem Angesicht voran.

 

  Nun preist Etan die Größe und Allmacht Jewes, Seine Gerechtigkeit, Treue und Herrlichkeit. Und damit steht fest, dass Er Seine Verheißungen problemlos erfüllen wird.

  Die Himmel, die all das Wunderbare Jewes bekennen (Vers 6), sind sowohl die himmlischen Geschöpfe, die dies mit ihrem Mund tun, wie auch die Himmel selbst in ihrer Majestät.

  Die Versammlung der Heiligen (Vers 6) findet dem Zusammenhang nach in den Himmeln statt. Demnach sind jene Heiligen die Jewe treuen, auserwählten Geister, seien sie Fürstlichkeiten oder Boten (Engel; 1.Tim.5:21).

  Das Wunderbare ist das Wunderbarsein Jewes sowie die darin begründeten Wunder der Schöpfung und der Ereignisse und die der Naturordnung übergeordneten Ordnungen.

  Äther (Vers 7) ist die feine Substanz zwischen den Sternen.

  Wer sind die Söhne der Elim (Vers 7)? Elim ist der Plural von El und eine Rangbezeichnung dessen, dem alles zu eigen und zu dem hin alles ist (Röm.11:36). Der Titel »El« wird auch für Götzen gebraucht, die sich diese Eigenschaften anmaßen. Die Elim sind die Geschöpfe und in diesem Sinne Söhne, die Geister, die die himmlischen Heerscharen bilden. Sie sind heilig, das heißt sie gehören Gott an, und sie dienen El.

  Und wer gleicht Jewe inmitten der Söhne der Elim? Niemand. Jesus Christus ist »hocherhaben über jede Fürstlichkeit und Obrigkeit, Macht und Herrschaft, auch über jeden Namen, der nicht allein in diesem Äon, sondern auch in dem zukünftigen genannt wird« (Eph.1:21; siehe auch Jes.45:5-7; 46:9,10).

  Jewe herrscht auch über das Meer (Vers 10), sei es, dass Jesus den Wellen des Sees Genezaret gebot, still zu werden (Mat.8:26), oder dass Er Rahab zermalmte (Vers 11), indem Er die Streitwagen der Ägypter im Schilfmeer mit Wasser bedeckte (2.Mose 14:28). Wie auch Mirjam, sprach: »Gewaltiges wirkt Er mit Seinem Arm; Er zerstreut Stolze in der Denkart ihres Herzens. Er stürzt Machthaber von ihren Thronen und erhöht Niedrige« (Luk.1:51,52). »Rahab« ist eine symbolische Bezeichnung für Ägypten, das in Jesaia 51:9 mit einem Ungeheuer verglichen wird (siehe auch Jes.30:7).

  Der Tabor ist ein Berg in der Nähe von Nazaret; der Hermon ist ein hohes Gebirge im Nordosten Israels.

  In Vers neun finden wir die Namen Jewe (hebr. IEUE, unpunktiert) und Je (hebr. IE, punktiert JaH) vor. Jewe bedeutet »Wird sein (IE)- seiend (U)-war (E)«, auch: »Er (macht) werden«, nach Offenbarung 1:8 frei formuliert: »Der da ist und der da war und der da kommt«. Wenn nur die Zukunft angesprochen werden soll, wird Sein Name ihr angepasst und nur die erste Silbe genannt, wie Jesus denn nach Vers neun Israel bergen wird.

 

16 Glückselig das Volk, das das Jauchzen kennt!

Jewe, im Licht Deines Angesichts wandeln sie.

17 In Deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag,

und in Deiner Rechtfertigung werden sie erhöht.

18 Denn die Zierde ihrer Stärke bist Du,

und in Deinem Wohlwollen erhöhst Du unser Horn (unsere Macht).

19 Denn Jewe (gehört) unser Rundumschutz

und dem Heiligen Israels unser Regent.

 

  Finsternis beherrscht alle Völker. Welches Volk aber kennt wahrhaftes Jauchzen? Nur Israel, das von Jewe geliebte, was besonders im Jobeljahr deutlich wurde (3.Mose 25:8-13), in welchem alle Knechte freigelassen wurden und jeder seinen verlorengegangenen Besitz wiedererhielt.

  Im Licht des Angesichts Jewes (Vers 16) wandeln sie, wenn sie Sein Wort beachten, ihr Licht für ihren Weg, des weiteren, wenn Jesus, das Licht, zu Seinem Volk wiedergekommen ist (Jes.60:1), und vollends im letzten Äon, wenn es weder der Sonne noch des Mondes bedarf, sondern das Lämmlein ihre Leuchte ist (Off.21:23).

  Der Rundumschutz oder Schild (Vers 19) ist im Grunde Jewe, hier aber ist der König gemeint, der für den Schutz seines Volkes sorgt. Dabei weiß der Psalmist, dass ihr Schutz bei Jewe steht und der König dem Heiligen Israels – jener ist Jewe, ist Jesus – gehört.

  Nach der Beschreibung der Größe und Herrlichkeit Jewes in den Versen 6-19 befassen sich die folgenden Verse 20-38 mit den Zusagen an David.

 

20 Damals redetest Du in einem Gesicht zu Deinen Huldigern und sprachst:

Ich legte Hilfe auf einen Mächtigen,

Ich erhöhte einen aus dem Volk Erwählten.

21 Ich fand David, Meinen Diener,

mit Meinem heiligen Öl salbte Ich ihn,

22 sodass Meine Hand bereitet werde mit ihm,

auch Mein Arm ihn festigt.

23 Nicht wird ein Feind ihn täuschen,

und ein Sohn des Argen wird ihn nicht demütigen.

24 Und ich zerschlage ihn Bedrängende, weg von seinem Angesicht,

und seine Hasser zerwuchte Ich.

25 Und Meine Treue und Meine Huld sind mit ihm,

und in Meinem Namen wird sein Horn erhöht.

26 Und Ich lege seine (linke) Hand auf das Meer

und seine rechte auf die Ströme.

27 Er, er wird Mich anrufen: Mein Vater bist Du,

mein El und Fels meiner Rettung!

28 Ja, Ich setze ihn als Erstgeborenen,

den Regenten des Erdlands als Obersten.

29 Für äonisch bewahre ich ihm Meine Huld,

und Mein Bund ist ihm anvertraut.

30 Und ich setze seinen Samen für die Zeit des Bezeugens

und seinen Thron wie die Tage der Himmel.

  Der Mächtige und Erwählte (Vers 20) ist David (1.Sam.13:14). Jewe sprach zu Samuel: »Steh auf, salbe ihn, denn dieser ist es!« Und Samuel salbte ihn, und der Geist Jewes kam auf David (1.Sam.16:12,13).

  Jewes Hand selbst wird bereitet (Vers 22); Jewe gebraucht David also für Seine Pläne.

  Mit dem Meer ist das Mittelmeer gemeint (Vers 26), über das David herrschen wird, und mit den Strömen der Euphrat und der Nil, die aber für alle Ströme des gesamten Erdlands stehen dürften.

  David wird Jewe anrufen: »Mein Vater bist Du!« Dies entspricht den Worten Jewes: »Ich, Ich werde ihm zum Vater, und er, er wird Mir zum Sohn, und Ich werde Mich nicht von ihm abkehren« (1.Chron.17:13; vgl. 2.Sam.7:14).

  Auch wir, die Glieder der Körpergemeinde Christi, haben Gott zum Vater, haben den Sohnesstand inne und rufen Ihn an mit »Abba, lieber Vater!« (Röm.8:15; Gal.4:5-7; Eph.1:5).

  David, der Regent Israels, wird im Range eines Erstgeborenen über alle Regenten des Erdlands regieren (Vers 28). Selbstverständlich ist Jesus Christus der »König der Könige und Herr der Herren« (Off.19:16), Sein Ihm untergeordneter Regierungschef aber ist David.

  Jewe wird David Seine Huld für die Äonen bewahren und ihm den Bund anvertrauen (Vers 29), ebenso wie dem ganzen Volk Israel gilt: »Denn die Berge werden weichen und die Hügel gleiten, aber Meine Huld weicht nicht von dir, und der Bund Meines Friedens gleitet nicht, spricht Jewe, dein Erbarmer« (Jes.54:10; 55:3).

  Davids Thron und Regierungsgewalt über das ganze Erdland (Vers 30) wird für alle Tage bestehen, bis unser Herr Jesus Christus zum Abschluss der Äonen, »bei der Vollendung«, Sein Regierungsamt dem Vater übergeben und jede Königsherrschaft aufgehoben wird (1.Kor.15:24).

 

31 Wenn seine Söhne Meine Zielanweisung verlassen

und nicht in Meinen Rechtsordnungen wandeln,

32 wenn sie Meine Satzungen entheiligen

und Meine Gebote nicht hüten,

33 so suche Ich ihre Übertretung mit dem Stecken heim

und ihre Vergehung mit Plagen.

34 Aber Meine Huld entferne Ich nicht von ihm,

und Ich handle nicht trügerisch in Meiner Treue.

35 Nicht entheilige Ich Meinen Bund,

und was über Meine Lippen gegangen ist, ändere ich nicht.

36 Eines schwor Ich in meinem Heiligtum:

»Wenn ich David belüge …!«

37 Sein Same wird für äonisch

und sein Thron wie die Sonne Mir gegenwärtig sein,

38 wie der Mond für äonisch bereitet wird

und der Zeuge im Äther treu ist.

 

Zwischenspiel

 

  Nach 5.Mose 17:19 hatten die Könige sich des Gesetzes kundig zu machen und danach zu handeln. Doch selbst wenn sie sündigen und folglich gezüchtigt werden, entzieht Jewe ihnen dennoch nicht Seine Huld; der Bund bleibt in Kraft, die Verheißung bleibt bestehen. So hatte Jewe es durch Samuel gesagt (2.Sam.7:14,15). Die Garantie für dies alles ist die Auferstehung Jesu Christi, wie Petrus es in seiner Pfingstrede herausarbeitet (Ap.2:29-31).

  In Vers 36 finden wir eine Schwurformel vor; sie besagt, dass Jewe David keinesfalls belügen wird.

  Der Thron Davids wird herrlich sein wie die Sonne. Etan nennt den Mond einen treuen Zeugen dafür im Äther (der feinen Substanz im All).

 

39 Du aber, Du hast uns verschmäht und verworfen,

Du hattest überwallenden (Grimm) gegen Deinen Gesalbten.

40 Du gabst den Bund Deines Dieners preis,

Du entheiligtest seine Weihe-Insignien zur Erde hinab.

41 Du (schlugst) Breschen in all seine Mauern,

Du legtest seine Wehrfestungen in Trümmer.

42 Es plünderten ihn die des Weges Vorüberziehenden aus,

er wurde seinen Nachbarn zur Schmach.

43 Du erhöhtest die Rechte der ihn Bedrängenden,

Du ließest all seine Feinde sich freuen.

44 Auch ließest Du zurückweichen die felsenharte (Schneide) seines Schwertes,

und in der Schlacht ließest Du ihn nicht aufkommen.

45 Du hast seine Reinheit aufhören lassen,

und seinen Thron hast Du abgesägt (gestürzt) zur Erde hin.

46 Du hast die Tage seiner Jungfrauen verkürzt,

hülltest ihn mit Beschämung ein.

 

 

Zwischenspiel

 

  Aber der Gesalbte und Diener Jewes, der König – welcher, wird nicht gesagt – erfuhr eine Niederlage und eine Schmach nach der anderen, sein Königreich lag in Trümmern, und er selbst war mit Schande bedeckt.

  Bei alldem weiß der Lobsänger Etan, dass dies vordergründig zwar die Feinde getan haben, es eigentlich aber Jewe, der Elohim Israels, bewirkt hatte. Die Feinde waren nur Gottes Werkzeuge gewesen. In den acht Versen sagt er vierzehnmal »Du«. Indem Etan um die Allmacht und das Allesbewirken Jewes weiß, ist seine Klage nicht hoffnungslos, ja voller Erwartung, da der, der das eine tat, auch das andere tun wird, nämlich Seine Verheißungen erfüllen und das Königreich Israel wieder herstellen.

 

47 Bis zu was noch, Jewe, verbirgst Du Dich auf Dauer,

zehrt Dein Zorn auf wie Feuer?

48 Gedenke, was für ein aufgewühltes (Gemächte) ich bin,

auf welch Wahnhaftes hin Du alle Söhne Adams erschaffen hast!

49 Wer ist ein Mächtiger, der lebt und den Tod nicht sehen wird,

der seine Seele aus der (zugreifenden) Hand des Scheols entkommen macht?

 

Zwischenspiel

 

50 Wo sind Deine vorigen Hulderweisungen, mein Herr,

die Du dem David in Deiner Treue zugeschworen hast?

51 Gedenke, mein Herr, der Schmach Deiner Diener,

auf dass ich all die vielen Völker in meinem Gewandbausch trage,

52 die (als) Deine Feinde geschmäht, Jewe,

die geschmäht haben die Fersen Deines Gesalbten.

53 Gesegnet sei Jewe für äonisch!

Amen und Amen.

 

  Wie lange noch wird Jewe Seinen Zorn über Israel ergießen (Vers 47)? »Ich will euch, meine Brüder, über dieses Geheimnis nicht in Unkenntnis lassen …: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vervollständigung der Nationen (in den Ölbaum) eingehe. Und sodann wird Israel als Gesamtheit gerettet werden, so wie geschrieben steht: Eintreffen wird der Bergende aus Zion; abwenden wird Er die Unfrömmigkeit von Jakob. Und dies ist Mein Bund mit ihnen, wenn Ich ihre Sünden wegnehme« (Röm.11:25-27).

  Mit dem Hinweis auf die Niedrigkeit und Schwachheit des Menschen (Vers 48) appelliert Etan an das Erbarmen Jewes. Sterbliche sind wir.

  Wer wird dem Tod entgehen (Vers 49)? Alle (von uns, die wir lebend entrückt werden, abgesehen; 1.Kor.15:51; 1.Thess.4:13-17) werden in den Scheol eingehen; das heißt so viel wie: in die Frage, in den Bereich, nach dem man bezüglich des Verbleibs der Toten fragt (Scheol: hebr. SchAUL; vgl. fragen, hebr. SchAL), griechisch Hades, das heißt: das Unwahrnehmbare, frei umschrieben: das Totenreich. Und zwar, wenn der von Gott festgesetzte Zeitpunkt gekommen ist (Hiob 14:5). Bis dahin aber verhält es sich so, dass Jewe »mich dem Tod nicht hingibt« (Ps.118:18).

  Die Bitte, des dem David geleisteten Schwurs sowie der Schmach der Diener Jewes zu gedenken (Verse 50 und 51 a), würde Etan nicht äußern, wenn er nicht wüsste, dass Jewe sie erfüllt. Alle Diener Gottes, alle Heiligen, wo und wann auch immer, »alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2.Tim.3:12). Aber sie erachten ihre um Christi willen erfahrene Schmach wie Mose, der die Schmach des Christus für größeren Reichtum erachtete als die Schätze Ägyptens (Heb.11:26). Und Petrus spricht zu: »Geliebte, lasst euch die unter euch zur Probe entstandene Feuersbrunst der Leiden nicht befremdlich sein, als ob euch etwas Fremdes widerführe, sondern in dem Maße, wie ihr an den Leiden des Christus teilnehmt, freut euch, damit ihr auch bei der Enthüllung Seiner Herrlichkeit frohlocken und euch freuen möget. Wenn ihr wegen des Namens Jesu Christi geschmäht werdet, seid ihr glückselig, da der Geist der Herrlichkeit und der Kraft und der Geist Gottes auf euch ruht« (1.Pet.4:12-14).

  Das Tragen all der ehemals feindlichen Völker im Gewandbausch (Verse 51 b und 52) dürfte nicht besagen, dass Israel sich dereinst an ihnen rächen wird, zumal die Zornesgerichte bereits in der Endzeit vollzogen wurden, sondern dass Israel sich um die Völker kümmern wird. Es wird alle Nationen zu Jüngern Jesu machen (Mat.28:19). Beim Regieren Israels über die Nationen mit »eiserner Keule« (Off.2:27), also mit strenger Gewalt, wird es allerdings große Unterschiede geben, wie in Jesaia 19:23,24 und in Matthäus 25:31-46 nachzulesen ist (siehe auch den Kommentar dazu auf www.biblischelehre.de).

  Psalm 89 schließt mit dem Lobpreis: »Gesegnet sei Jewe für äonisch!« Ja, »dem König der Äonen, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen, weisen Gott sei Ehre und Verherrlichung für die Äonen der Äonen!« (1.Tim.1:17). Damit ist gewiss, dass Er herrlich an Israel und dessen König handeln wird. Seine Treue ist unwandelbar, die Berufung Israels ist unbereubar (Röm.11:29) und erstreckt sich auf die beiden kommenden Äonen, den des tausendjährigen Königreichs und den der neuen Erde und des neuen Himmels (Off.21:1).

  Das dritte Buch der Loblieder endet mit einem zweimaligen Amen; der Vater und der Sohn sprachen mithin: Treulich ist es so; so wird es geschehen; es ist unumstößlich!

 

 

 

 

Dieter Landersheim

Höhenstraße 11

65824 Schwalbach a. Ts.

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