Jeremias Berufung (Jer. 1+2)

Anklage, Ruf zur Umkehr, Verheißungen (Jer. 3+4)

Die Gründe für das Gericht (Jer. 5+6)

Die Falschheit Judas (Jer. 7+8)

Sittenverfall und falsche Götter (Jer. 9+10)

Des Volkes Bundesbruch und die Folgen (Jer. 11-13)

Jeremias Fragen sowie Entsagungen (Jer. 14-16)

»Heile mich, Jewe, so bin ich geheilt« (Jer. 17-19)

Bekenntnisse Jeremias und seine Worte wider die Könige Judas (Jer. 20-22)

Weitere Gerichtsprophetien (Jer. 23-25)

Jeremia vor Gericht (Jer. 26-28)

Jeremias Brief an die Verschleppten (Jer. 29+30)

Der neue Bund (Jer. 31)

Verheißung der Wiederherstellung Judas und Israels (Jer. 32+33)

Vor dem Untergang (Jer. 34-36)

Jeremias Dienst unter dem Überrest (Jer. 40-43)

Wider den Götzendienst Judas (Jer. 44-47)

Wider Moab und andere Völker (Jer. 48+49)

Babels Fall und seine Auswirkung auf Israel (Jer. 50+51)

Die Eroberung und Zerstörung Jerusalems (Jer. 52)

Jeremias Verhaftung und Jerusalems Zerstörung (Jer. 37-39)

Das Buch Jeremia

Jeremias Berufung (Jer. 1 + 2)

Einführung

Der Prophet Jeremia wirkte in den Jahren 628 bis 587 v. Chr. in Juda unter den Königen Josia (640 - 609), Joachas (609), Jojakim (609 - 598), Jojachin (598) und Zedekia (598 - 587) sowie nach dem Fall Jerusalems bis mindestens 582 v. Chr. Zu seiner Zeit war das Wort Jewes, des Elohims Israels, auch durch die Propheten Zephanja, Habakuk, Hesekiel und Daniel zu hören.

Jeremia lebte in einer Epoche gewaltiger politischer Umbrüche, und zwar des Niedergangs Judas, des Untergangs Assurs (609), der Niederlage Ägyptens bei Karkemisch (605), des Aufstiegs Babels, der mehrmaligen Eroberung Jerusalems durch Babel (607, 598, 587) und der Wegführung seines Volkes in die babylonische Gefangenschaft in drei Etappen (606, 598, 587).

Der Name Jeremia, heb. IRMIE, punktiert JiRMöJaHu, bedeutet »Jewe schleudert hoch«.

Jeremias Botschaft war vor allem das kommende Gericht Jewes über das götzendienerische Juda. Nach der Verschleppung des Volkes war seine Verkündigung von Verheißungen und Trost geprägt.

Jeremia hat die Niederschrift seiner Botschaft nicht chronologisch geordnet, was dem Leser einige Schwierigkeiten macht; sein Buch ist stattdessen thematisch geordnet.

Wir entdecken folgende spiegelbildliche Gliederung:

A. 1:1 - 3 Einleitung

B. 1:4 - 19 Jeremias Berufung

C. 2:1 - 20:18 Prophezeiungen für die Juden

D. 21:1 - 35:19 Geschichtliches (nicht chronologisch)

E. 36:1 - 32 Baruchs Aufgabe

D. 37:1 - 45:5 Geschichtliches (nicht chronologisch)

C. 46:1 - 51:64 a Prophezeiungen für die Nationen

B. 51:64 b Ende des Dienstes Jeremias

A. 52:1 - 34 Abschluss

Kapitel 1

Die Zeit des Wirkens Jeremias

1 Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, einer von den Priestern in Anatot im Land Benjamin,

2 zu dem das Wort Jewes geschah in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs Judas, im dreizehnten Jahr seines Regierens;

3 und es geschah auch in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas, bis voll zu Ende war das elfte Jahr Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs Judas, bis zur Verschleppung Jerusalems im fünften Monat.

...

Jeremia war ein Levit; er stammte aus Anatot, einer der den Priestern zugewiesenen Städte (Jos. 21:18). Die heute Anata genannte Stadt lag etwa fünf Kilometer nordöstlich von Jerusalem.

Mehr als vierzig Jahre lang wirkte Jeremia im nach der Wegführung der Nordstämme nach Assur im Jahr 722 v. Chr. verbliebenen Südreich der Stämme Juda und Benjamin. Das dreizehnte Jahr der Regierung Josias war 628 v. Chr., das elfte Jahr Zedekias war 587 v. Chr. Jeremias Dienst war damit aber nicht zu Ende.

Jeremias Berufung

4 Und das Wort Jewes geschah zu mir, sprechend:

5 Noch ehe Ich dich im Bauch umdrängte, erkannte Ich dich, und noch ehe du aus dem Mutterschoß herausgingst, heiligte Ich dich; Ich gab dich den Nationen zum Propheten.

6 Aber ich sprach: Ach, Jewe, mein Herr, da! Nicht weiß ich zu reden, denn ich bin ein Jüngling.

7 Da sprach Jewe zu mir: Sprich nicht: Ein Jüngling bin ich. Denn auf alles zu, wohin Ich dich entsende, gehst du, und alles, was Ich dir gebiete, redest du.

8 Fürchte dich nicht aufgrund ihres Angesichts, denn Ich bin mit dir, dich zu überschatten (beschützen) ¬ Treuewort Jewes ¬.

9 Und Jewe entsandte Seine Hand und ließ sie auf meinen Mund gelangen, und Jewe sprach zu mir: Da! Ich gebe Meine Worte in deinen Mund.

10 Siehe! Ich bestimme dich an diesem Tag über die Nationen und über die Königtümer, um auszureißen und abzubrechen und verloren gehen zu lassen und zu zerstören, (aber auch) um zu bauen und zu pflanzen.

...

Jewe sprach (Vers 4); Seine Worte sind lebendig und wirksam (Heb. 4:12); sie brachten Jeremia in einen unerwarteten neuen Stand. Bei Jewe stand dies schon seit Langem fest. Bereits im Mutterleib hatte Er den Jeremia geheiligt, das heißt für sich abgesondert, und zwar zu der Aufgabe, Ihm als Prophet, ja als Sein Mund zu dienen, gar gegenüber den Nationen (Vers 5). Jewes Augen sahen seinen Embryo (Ps. 139:16).

Den Einwand Jeremias, dass er ein Jüngling sei und nicht reden könne (Vers 6), ihm also Ausbildung und Erfahrung fehle, ist aus menschlicher Sicht durchaus berechtigt. Doch in der Kraft des Geistes Jewes vermag ein Mensch in Seinem Auftrag zu reden. Schließlich sollten es nicht Jeremias eigenen Worte sein; sondern Jewes

Worte, die er hörte, diese sollte er aussprechen. Jewe bekräftigte die Berufung Jeremias mit der Verheißung, dass er gehen werde, wohin immer er gesandt werden würde, und reden werde, was auch immer Jewe ihm gebieten wird (Vers 7).

»Fürchte dich nicht!« (Vers 8). Wir Menschen bedürfen immer wieder dieses persönlichen Zuspruchs Gottes, und gerade Jeremia in einem gottlosen Land unter Menschen, die Jewes Worte nicht hören wollen und schon gar nicht eine Gerichtsandrohung, musste um sein Leben fürchten.

Neben der Zusage Jewes, Jeremia zu beschützen, bekam der junge Mann eine Vision, in der er die Hand Jewes auf seinen Mund gelangen sah (Vers 9). Dies war eine eindrückliche Belehrung für ihn, dass es nicht auf sein eigenes Wissen und seine Redekunst ankommen sollte, sondern Jewe ihm die Worte geben wird.

Übrigens haben auch wir heute die Worte Gottes in unserem Mund, wenn wir uns mit ihnen ernähren (1. Tim. 4:6) und sie uns reichlich und nicht spärlich innewohnen lassen (Kol. 3:16).

Dann umriss Jewe den Dienstaufrag des Propheten (Vers 10). Er soll Gericht verkündigen, aber auch Wiederherstellung verheißen, zum Beispiel dass Israel aus der Gefangenschaft wieder zurückkehren werde (Jer. 24:5). Jeremia dürfte erkannt habe, dass der Götzendienst seines Volkes das Gericht Jewes erfordert, dass Gericht schließlich aber auch zurechtbringen wird. Erfreulich war seine Botschaft zunächst nicht; sie wird ihm viele Feinde schaffen.

Die Vision vom Mandelzweig und die vom angeblasenen Topf

11 Und das Wort Jewes geschah zu mir, sprechend: Was siehst du, Jeremia? Und ich sprach: Einen Zweig des Mandelbaums (des wachen Baums) sehe ich.

12 Und Jewe sprach zu mir: Du hast wohlgetan, (dies) zu sehen, denn Ich wache über Mein Wort, es zu tun.

13 Und das Wort Jewes geschah ein zweites Mal zu mir, sprechend: Was siehst du? Und ich sprach: Einen angeblasenen Topf (einen Topf, unter dem das Feuer angeblasen ist) sehe ich, und sein Angesicht (Vorderseite, Ausguss) ist vom Angesichts des Nordens her (gen Süden gerichtet).

14 Und Jewe sprach zu Mir: Von Norden her wird das Böse (das Unheil) geöffnet (ausgegossen) auf alle Bewohner des Landes zu.

15 Denn da! Ich bin der, der allen Sippen der gen Norden (gelegenen) Königtümer ruft ¬ Treuewort Jewes ¬, sodass sie kommen, und jeder wird seinen Thron vor die Öffnung der Tore Jerusalems stellen und wider all ihre Mauern ringsum und wider alle Städte Judas.

16 Und Ich rede Meine Gerichtsworte, sie (die in Juda) (betreffend), aufgrund all ihres Bösen, da sie Mich verließen und anderen Elohim räucherten und sich den Werken ihrer Hände huldigend hinwarfen.

17 Du aber, du wirst deine Lenden gürten und stehst auf und redest zu ihnen alles, was Ich, ja Ich dir gebiete. Werde nicht bestürzt aufgrund ihres Angesichts, dass Ich dich nicht ihnen angesichts bestürzt mache.

18 Ich aber, da! Ich mache dich am heutigen Tag zur Stadt der Wehrfestung und zur Säule aus Eisen und zu Mauern aus Kupfer gegen das ganze Land, die Könige Judas, seine Fürsten, seine Priester und das Volk des Landes.

19 Und sie werden gegen dich streiten, aber dich nicht übermögen (zu bezwingen vermögen), denn Ich bin mit dir ¬ Treuewort Jewes ¬, dich zu überschatten (beschützen).

...

Zwei weitere Visionen rüsteten den Propheten zu.

Jewe werde über Sein Wort wachen (Verse 11 + 12).

Was Er sage, das werde Er auch tun (Hes. 12:28). Ja, so ist es: »Es (Mein Wort) kehrt nicht leer zu Mir zurück, sondern es tut, was Mir gefällt, und lässt gelingen, wozu Ich es sende« (Jes. 55:11).

Der gesichtete Mandelbaum (heb. SchQD, punktiert SchaQeD) verdeutlicht dies, denn das Wort für ihn ist mit dem Wort »Wachender« (heb. SchQD, punktiert SchoQeD) eng verwandt. Der Mandelbaum ist der Wachende, weil er als erster Baum bereits Ende Januar erwacht und zu blühen beginnt.

Der geschaute angeblasene Topf (Verse 13 - 16), dessen Wasser bald erhitzt sein und über Juda ausgegossen werden wird, ist ein bedrohliches Bild. Das Gericht über Juda wird durch feindliche Völker von Norden her hereinbrechen. Gottes Zuchtrute wird Babel sein, das zwar im Osten liegt, aber von Norden her heranziehen wird (Jer. 25:9).

Eine solche Botschaft zu verkündigen, macht unbeliebt und wird Jeremia in Gefahr bringen (Verse 17 + 18). Er soll sich aber keinesfalls ängstigen, andernfalls würde Jewe Selbst ihn in vertiefte Angst verketten. Ein Prophet, der sich fürchtet, ist untauglich. Doch Jewe machte Jeremia an diesem Tag wie zu einer eisernen Säule und schwer befestigten Stadt. Er kräftigte, festigte und stählte Sein Werkzeug.

Seine Volksgenossen werden wider ihn streiten (Vers 19), ihn angreifen und töten wollen (Jer. 20:10, 11; 26:8, 12), aber Jewe wird ihn beschützen. »Wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns sein?« (Röm. 8:31.

Kapitel 2

Israels Untreue trotz Jewes Treue

1 Und das Wort Jewes geschah zu mir, sprechend:

2 Gehe, und du rufst vor den Ohren Jerusalems, sprechend: So spricht Jewe: Ich gedenke dir (dir zugute) die Huld deiner Jugendzeiten, die Liebe deiner Brautzeiten, dein Hinter-Mir-Hergehen in der Wildnis, im Land, wo nichts Gesätes war.

3 Heilig war Israel dem Jewe, der Anfang (das Erste, das Beste) Seines Einkommens (Seiner Ernte); alle, die es essen, werden schuldig: Böses kommt über sie ¬ Treuewort Jewes ¬.

4 Höret das Wort Jewes, Haus Jakob, und all ihr Sippen des Hauses Israel.

5 So spricht Jewe: Was fänden eure Väter in Mir als Arges, dass sie sich von Mir entfernten und hinter dem Dunst (der Nichtigkeit) hergingen und umdunstet (benebelt) wurden?

6 Und nicht sprachen sie: Wo ist Jewe, der uns aus dem Land Ägypten heraufbrachte, der uns in der Wildnis gehen ließ, im Land der Steppe und der Grube, im Land der Dürre und des Todesschattens, im Land, das niemand durchreiste und wo kein Mensch wohnte?

7 Und Ich brachte euch zum Land der furchtbaren Flur, seine Frucht und sein Gutes zu essen; und ihr kamt und verunreinigtet Mein Land, und Mein Losteil belegtet ihr mit Gräueln.

8 Die Priester sprachen nicht: Wo ist Jewe? Und die die Zielanweisung Ergreifenden (Handhabenden) kannten Mich nicht näher, und die Hirten (die Führer des Volkes) übertraten gegen Mich, und die Propheten prophezeiten mittels des Baals und liefen hinter denen her, die nichts nützen.

9 Daher hadere Ich noch weiterhin mit euch ¬ Treuewort Jewes ¬, und mit den Söhnen eurer Söhne werde Ich hadern.

10 Denn ¬ geht doch hinüber zu den Küsten der Zyprier und sehet, und entsendet gen Kedar (in Nordostarabien) und versteht völlig und sehet: Ja, es geschah wie dieses (Folgende):

11 Tauschte je eine Nation die Elohim? Und doch sind sie nicht Elohim! Aber Mein Volk vertauschte seine Herrlichkeit gegen das, was nichts nützt.

12 Entsetzt euch, ihr Himmel, über dieses, und schaudert, ja, werdet überaus verwüstet (erschüttert)! Treuewort Jewes.

13 Denn zweifach Böses tat Mein Volk: Mich verließen sie, den Born der lebendigen Wasser, um sich Zisternenbrunnen auszuhauen, zerbrochene Zisternenbrunnen, die die Wasser nicht halten.

...

Die Treue Jewes, der Israel aus Ägypten heraufgebracht hatte, war dem Volk unauslöschlich eingeprägt und in Erinnerung, und doch ¬ unfassbar ¬: Israel, das in der Wildnis unter Mose wenigstens teilweise Jewe huldigte und Ihn liebte, war ganz und gar untreu geworden.

Ebenso wie die Erstlingsfrucht des Feldes war Israel heilig für Jewe (Vers 3) und Ihm so wichtig, dass Er Unheil über alle brachte, die sich an Seinem Volk vergreifen wollen. Und jetzt lief Israel hinter Dunst her, hinter Nichtigkeiten (Vers 5), sie trieben Götzendienst und verübten viele weitere Gräuel (Vers 7). Kein Mensch fragte mehr nach Jewe (Verse 6 + 8). Aus diesen Gründen werde Jewe gegen sie streiten (Vers 9).

Jeremia sollte dies öffentlich ausrufen (Vers 2). Und hinzufügen, dass die in Juda sich mal in West und Ost umschauen mögen, ob es sich unter den Nationen denn jemals zugetragen habe, dass sie ihre Elohim getauscht hätten (Verse 10 + 11). Das war noch nie geschehen, nur Israel hat das getan. Unter den Himmelsbewohnern herrscht Entsetzen darüber; die Geister sind erschüttert (Vers 12). Und du, Mensch in Juda und Benjamin: Wie kannst du nur den lebendigen und Leben spendenden Gott verlassen und dich inhaltslosen Dingen, ja Götzen zuwenden (Vers 13)? König David hatte es noch gewusst: »Bei Dir (Jewe) ist der lebendige Born, in Deinem Licht sehen wir das Licht" (Ps. 36:10).

Bitter ist es, Jewe zu verlassen

14 Ist Israel ein Diener, oder ist er ein im Haus geborener (Diener)? (Nein.) Weshalb wurde er (denn aber) zu Plündergut?

15 Wider ihn brüllten Junglöwen, ließen ihre Stimme hören, und sie machten sein Land zur Öde; seine Städte ¬ eine jede wurde angezündet, sodass kein Bewohner (mehr) darin ist.

16 Auch noch (dies): die Söhne Nophs und von Tachpanches (Städte in Ägypten) weiden dir (dem Volk) den Scheitel ab.

17 (Was) dir dies antut, ist's nicht dies, dass du Jewe, deinen Elohim verließest in der Zeit, da Er dich auf dem Weg führte?

18 Und nun, was (nützt) dir der Weg nach Ägypten, um die Wasser des Schichor (Schwarzroter; vmtl. östlicher Nilarm) zu trinken? Und was (nützt) dir der Weg nach Assur, um die Wasser des Stroms (Euphrat) zu trinken?

19 Deine bösen (Taten) züchtigen dich, und deine Abkehrungen ¬ (jede einzelne) erweist dir Recht (zeigt dir, was die gerechte Strafe dafür ist). Und so erkenne und sieh, dass es böse und bitter ist, dass du Jewe, deinen Elohim, verließest und dass dir nicht Meinethalben Angst ist ¬ Treuewort meines Herrn, Jewe der Heere ¬.

...

Den Junglöwen vergleichbare Eroberer verwüsteten das Land und plünderten es aus (Vers 14 + 15). Die Ägypter beuteten Juda aus (Vers 16). Pharao Necho band König Joachas im Jahr 609 v. Chr., legte Juda Tribut auf und setzte Jojakim zum König ein (2. Kön. 23:33- 36).

Woran lag das? Sie hatten Jewe verlassen (Vers 17). Und wer Ihn verlässt, den verlässt Er auch (2. Chron. 15:2).

Nun suchte Juda seine politische und militärische Sicherheit bei Ägypten und Assur (Vers 18). Statt des Bundes mit Jewe zu gedenken, wollten sie sich mit fremden Nationen verbünden. Dies war neben der Abkehr von Jewe ihre weitere Sünde.

Mithin waren es ihre bösen Taten, die das Verderben über sie gebracht hatten (Vers 19). Die Folgen ihrer Verfehlungen sollten nun ihre Lehrmeister sein. O, dass sie sich doch belehren ließen!

Judas Götzendienst

20 Denn vom Äon an zerbrach Ich (wiederholt) dein Joch, riss Ich deine Züchtigungen (züchtigenden Fesseln) auseinander, du aber sprachst: Nicht diene ich (den Götzen)! Doch auf jedem hohen Hügel und unter jedem üppigen Baum warst du eine hurende Götzendienerin.

21 Ich aber, Ich hatte dich als Edelrebe gepflanzt, alles von ihr war Same der Wahrheit (Echtheit), aber wie hast du dich Mir verwandelt zu entarteten (Reben) des ausländischen Rebstocks!

22 Denn auch wenn du dich mit Natron wäschst und dir Reinigungsmittel mehrst, (bleibt) deine Vergehung (doch) unentfernbar vor Meinem Angesicht ¬ Treuewort Jewes meines Herrn ¬.

23 Wie sprichst du: Nicht wurde ich verunreinigt, hinter den Baalen her wandelte ich nicht! Siehe deinen Weg (dein Treiben) in der Schlucht (Ben Hinnom), erkenne, was es ist, das du getan hast, du flinkes Dromedarfohlen, das seine Wege (Brunftwege) verdrillt (das kreuz und quer läuft und unentwirrbaren Kontakt hat).

24 Eine Wildeselin, eine wildnisbelehrte (wildniserfahrene), übereingekommen, erquickt (man) seine Seele (mir ihr), schnappt sie nach Luft ¬ wer veranlasst sie, von ihrer Geilheit umzukehren? Alle, die sie suchen, werden nicht matt, in ihrer Brunftzeit finden sie sie.

25 Enthalte deinem Fuß vor, barfuß (zu sein) (Lauf dir nicht die Füße nach den Götzen wund) und deiner Kehle, (nach den Götzen und den damit verbundenen Hurereien) zu dürsten. Aber du hast schon gesprochen: Hoffnungslos (vergeblich) (sei es)? Nein! Denn ich liebe den Fremden (fremden Götter), und hinter ihnen gehe ich her.

26 Wie ein Dieb beschämt ist, wenn er gefunden wird, also werden beschämt die vom Hause Israel, sie, ihre Regenten, ihre Fürsten und ihre Priester und ihre Propheten,

27 die, die zum Baum (Holz, Holzfigur) sprechen: Mein Vater bist du! und zum Stein (Steinfigur): Du, du hast mich geboren! Denn sie wandten Mir das Genick zu und nicht das Angesicht, aber in der Zeit, da ihnen Böses (geschah), sprachen sie (zu Mir): Steh auf und rette uns!

28 Und wo sind deine Elohim (Götter), die du dir gemacht hast? Sie mögen aufstehen, wenn sie dich retten (können) in der Zeit, da dir Böses (geschieht)! Denn entsprechend der Zahl deiner Städte sind deine Elohim geworden, Juda!

...

Mit drastischen Worten erhob Jeremia schwere Vorwürfe gegen Juda. Seit jeher hatte Jewe sie aus Drangsalen befreit, und dennoch rannten sie jetzt in ungezügelter Geilheit den Götzen nach und hurten sie an jeder Opferstätte (Vers 20).

Als Edelrebe hatte Jewe sie in das Land eingepflanzt; Ihn trifft kein Versäumnis (Vers 21). Israel aber brachte bittere und giftige Trauben hervor (5. Mose 32:32; Jes. 5:1 - 7).

Juda versuchte zwar, dies alles zu leugnen (Vers 23), aber sahen sie denn nicht ihr Treiben an der Opferstätte Tophet in der Schlucht Ben Hinnom unterhalb Jerusalems, wo sie gräulichsten Götzendienst verübten, wobei sie sogar ihre Kinder opferten (Jer. 7:31; 32:35).

Fremden Göttern nachzulaufen (Vers 25) bedeutet, den Ehebund mit Jewe zu brechen (Jer. 3:9); das ist Hurerei im übertragenen Sinne, wobei die buchstäbliche Hurerei dann nicht ausbleibt. Und wer eine hölzerne oder steinerne Skulptur als seine Eltern anredet (Vers 27), lebt in einem schrecklichen Wahn, vom Satan dazu verführt.

Inzwischen hatte sogar jede Stadt in Juda ihre eigenen, speziellen Götzen (Vers 28). Da sie ihnen in der Not nicht halfen ¬ wie konnte man nur seine Hoffnung auf sie setzen? ¬, riefen sie Jewe an; jetzt sollte ihnen der lebendige Elohim helfen (Vers 27). Aber die Zeit war gekommen, dass Jewe Sein Volk nicht mehr erhörte und Juda zuschanden machte.

Judas Wahnhaftigkeiten

29 Warum hadert (führt ihr einen Wortstreit) mit Mir? Ihr alle, ihr übertratet (das Gesetz) gegen Mich ¬ Treuewort Jewes ¬.

30 Zum Wahnhaften (vergebens) schlug Ich eure Söhne, sie nahmen Züchtigung nicht an; euer Schwert (fraß) eure Propheten wie ein Verderben bringender Löwe.

31 Ihr, die Generation, sehet (beachtet) das Wort Jewes! Wurde Ich eine Wildnis für Israel oder ein Land der Dunkelheit? Weshalb spricht Mein Volk: Wir schweifen (frei) umher, wir kommen nicht wieder zu Dir.

32 Vergisst eine Jungfrau ihren Schmuck, eine Braut ihre geknüpften (Zierbänder)? Aber Mein Volk hat Mich unzählige Tage lang vergessen.

33 Was bereitest du deinen Weg so gut vor, um Liebe (Liebschaften) zu suchen? Daher hast du deine Wege auch noch des Bösen belehrt (in das Böse eingeführt);

34 auch noch wurde an deinen Gewandzipfeln Blut gefunden von Seelen schuldloser Dürftiger (Armer); nicht beim Einbruch fandest (ertapptest) du sie, sondern aufgrund all dieser (deiner Abwege).

35 Und du sprachst: Ich bin unschuldig; (es sollte) doch Sein Zorn umkehren, von mir weg. Da! Ich bin der mit dir ins Gericht (Gehende), da du sprachst: Nicht verfehlte ich!

36 Was gehst du so überaus (schnell) weg, um deinen (politischen Brunft-) Weg zu ändern (zu wechseln)? Du wirst auch noch aufgrund von Ägypten beschämt werden, so wie du aufgrund von Assur beschämt wurdest.

37 Auch noch aus diesem (Land) wirst du hinausgehen, und deine Hände (sind wehklagend) über deinem Haupt, denn Jewe verwarf deine (politischen) Absicherungen, und du hast in Bezug auf sie kein Gelingen.

...

Trotz all seiner Verfehlungen war Juda so unverfroren, mit Jewe einen Rechtsstreit führen zu wollen (Vers 29). Aber die Untreue Judas war längst erwiesen: Trotz der Treue Jewes und Seiner zur Umsinnung führen sollenden Züchtigungen sündigen sie weiterhin (Vers 30). Sie töteten sogar die von Jewe gesandten Propheten(1. Kön. 19:10; Neh. 9:26; Ap. 7:52).

Doch immer wieder ermahnte Jewe Sein Volk, so auch jetzt durch Jeremia und den eindrücklichen Vergleich mit einer Braut, die ihren Schmuck ¬ unvorstellbar, dass sie ihn vergisst (Vers 32). Ebenso undenkbar war es, dass Israel Jewe vergessen würde (vgl. Jes. 1:3). Und doch ¬!

Juda trieb nicht nur Götzendienst und bändelte mit fremden Nationen an (Vers 33), sondern beging auch noch Verbrechen und vergoss unschuldiges Blut (Vers 34). Sie töteten Arme, nicht etwa weil sie beim nächtlichen Einbruch ertappt und geschlagen worden wären, sodass sie starben (2. Mose 22:1), sondern willkürlich.

Obwohl das Land von Gräueln übersät und verunreinigt war (Verse 20 + 23), sagten sie: »Ich bin unschuldig!« (Vers 35). Den Tadel Jewes schienen sie gar nicht gehört zu haben.

Keine der Nationen, weder Ägypten noch Assur, würde Juda helfen können (Vers 36; vgl. Vers 18; Jes. 30:3; Hos. 7:11). So kehrte zum Beispiel das ägyptische Heer im Jahr 589 v. Chr. angesichts der Babylonier wieder um (Jer. 37:7).

Dem gottlosen Volk wird nichts gelingen (Vers 37). Der Segen Jewes ruht auf denen, die Ihn fürchten. Juda aber wird zuschanden werden (Jer. 22:20, 22).

Anklage, Ruf zur Umkehr, Verheißungen

(Jer. 3 + 4)

Kapitel 3

Anklage

1 (Jewe fuhr fort) zu sprechen: Ja, ein Mann entsendet (entlässt) seine Frau, und sie geht von ihm weg und wird einem anderen Mann (zu eigen), darf er zu ihr noch zurückkehren? Wird dann jenes Land etwa nicht befleckt, ja nicht befleckt? Du aber, du hurtest mit vielen Gefährten, und (doch) kehrst du zu Mir zurück (oder: und (doch meinst) du, zu Mir zurückkehren (zu dürfen)) ¬ Treuewort Jewes ¬.

2 Erhebe deine Augen auf die Bergkämme zu und sieh! Wo bist du nicht beschlafen worden? An den Wegen saßest du, ihnen (den Fremden) zugewandt wie ein Araber in der Wildnis, und du beflecktest das Land mit deinen Hurereien und mit deinem Bösen.

3 Und Regenschauer wurden (dir) vorenthalten, und es (kam) kein Spätregen, aber du hattest die Stirn einer hurenden Ehefrau, du weigertest dich, dich zu schämen.

4 (Ist's) nicht (so), von nun an rufst du Mir zu: Mein Vater, der Altvertraute meiner Jugendzeiten bist du.

5 Wahrt Er Schuld für äonisch, hütet Er (sie) für Dauer? Da! So redetest du und tatest (zugleich all) die Bosheiten und obsiegtest (meintest, auf der siegreichen Seite zu sein).

...

Ein halsstarriges Volk! Sie hurten und schämten sich nicht. Das Bild von der entlassenen Ehefrau fußt auf 5. Mose 24:1 - 4. Ihr begieriges Verhalten glich am Weg wartenden Prostituierten und Karawanen auflauernden Arabern (Vers 2). Strafen brachten sie nicht zur Umkehr (Vers 3).

Jetzt riefen sie Jewe als ihren Vater an, mit dem sie von frühen Zeiten an vertraut seien und sündigten Ihm dennoch frech ins Angesicht (Vers 4). Er werde ihnen ihre Schuld sicherlich vergeben (Vers 5), sodass man also weiterhin Böses tun könne.

Wohl steht geschrieben: »Nicht für äonisch hadere Ich (streite Ich gegen euch), und nicht für Dauer werde Ich ergrimmt« (Jes. 57:16) und: »Nicht für Dauer hadert Er, und nicht für äonisch wahrt Er Schuld« (Ps. 103:9), aber gegen diese Güte Gottes zu handeln, ist überaus verwerflich. Der Apostel Paulus schreibt in diesem Zusammenhang: »Was wollen wir nun vorbringen? Dass wir in der Sünde beharren sollten, damit die Gnade zunehme? Möge das nicht gefolgert werden« (Röm. 6:1, 2).

Die Verräterin

6 Und Jewe sprach zu mir in den Tagen des Königs Josia (640 - 609 v. Chr.): Hast du gesehen, was die Abkehrigkeit (das Weib Abkehrigkeit), Israel, getan hat? Sie ging auf jeden hohen Berg und unter jeden üppigen Baum und hurte dort.

7 Und Ich sprach: Nachdem sie all dieses getan hat, wird sie zu Mir umkehren. Aber sie kehrte nicht um, und die Verräterische, ihre Schwester Juda, sah es.

8 Und Ich sah ¬ (und zwar) denn aufgrund all der Ursachen (Sachverhalte) ¬, dass die Abkehrigkeit, Israel, Ehebruch (trieb); Ich entsandte sie und gab ihr die Abschneidungsurkunde (die Scheidungsurkunde). Aber (dennoch) fürchtete sich die Verräterin, ihre Schwester Juda, nicht, und so ging sie hin und hurte, auch noch sie.

9 Und es geschah: Aufgrund des Verlautens ihrer Hurerei wurde das Land befleckt, und sie brach die Ehe mit dem steinernen und mit dem hölzernen (Götzen).

10 Und auch noch bei alledem kehrte (sie) nicht zu Mir um, die Verräterische, ihre Schwester Juda, mit ihrem ganzen Herzen, sondern in Falschheit (tat sie es) ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Juda war ihrer Schwester Israel, den zehn Nordstämmen, bedenkenlos gefolgt, obwohl sie Jewes Gericht mit angesehen hatte, dass Israel nämlich im Jahr 722 v. Chr. nach Assur verschleppt worden war (Vers 8). Juda hatte nichts gelernt und blieb unbelehrbar; ihre Hinwendung zu Jewe unter König Josia, der den Götzendienst abschaffte und den Dienst im Tempel wiederherstellte (2. Chron. 34:1 - 21), war nicht tiefgreifend, sondern wurde im Laufe der Jahre zu Heuchelei (Vers 10). Wie einst Israel. verherrlichte Juda Jewe mit den Lippen, aber ihr Herz war weit von Ihm entfernt (Jes. 29:13). Die falschen Herzen sind Jewe ein Gräuel (Spr. 11:20).

Kehre um!

11 Und Jewe sprach zu mir: Die Abkehrigkeit, Israel, hat ihre Seele mehr gerechtfertigt (hat sich gerechter verhalten) als die Verräterin Juda.

12 Gehe hin, und du rufst diese Worte gen Norden und sprichst: Kehre um, Abkehrigkeit, Israel ¬ Treuewort Jewes ¬. Nicht lasse Ich Mein Angesicht (Meine Gesichtszüge) fallen gegen euch, denn Ich bin huldvoll ¬ Treuewort Jewes ¬, nicht wahre Ich (Schuld) für äonisch.

13 Jedoch erkenne deine Vergehung, dass du gegen Jewe, deinen Elohim, (das Gesetz) übertreten hast und du deine Wege zu fremden (Göttern) hin ausstreutest (ausweitest) unter jedem üppigen Baum. Aber auf Meine Stimme hörtet ihr nicht ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Juda war tiefer in die Sünde verstrickt als Israel, weil es trotz des mahnenden Beispiels Israels nicht umsinnte (Vers 11).

Es fällt auf, dass Jeremia die seit Jahrzehnten verschleppten Nordstämme auffordert, umzukehren und ihnen verheißt, dass ihre Schuld nicht für alle Äonen aufbewahrt wird (Vers 12). Bereits im kommenden Äon, im tausendjährigen Königreich Israels, werden sie gerettet sein. Jewe wird mit dem Haus Juda und dem Haus Israel den neuen Bund, der in Jesu Blut gestiftet ist, schließen (Jer. 31:31 - 34; Heb. 8:8 - 12). »Wie könnte Ich dich dahingeben, Ephraim, dich ausliefern, Israel!« (Hos. 11:8). Nur ¬ mögen sie ihre Schuld erkennen (Vers 13).

Verheißungen

14 Kehrt um, abtrünnige Söhne ¬ Treuewort Jewes ¬, denn Ich, Ich eignete Mich euch zu (bin euer Eigner)! So nehme Ich euch, einen aus einer Stadt und zwei aus einer Sippe und bringe euch gen Zion.

15 Und Ich gebe euch Hirten nach Meinem Herzen, und sie hirten euch mit Erkenntnis und Klugheit.

16 Und es geschieht: So ihr euch denn mehrt und fruchtbar seid im Land in jenen Tagen ¬ Treuewort Jewes ¬, nicht spricht man dann noch: Die Lade des Bundes Jewe!, und nicht mehr (steigt) sie im Herzen auf, und nicht gedenkt man ihrer, und nicht vermisst man sie, und nicht wird sie nochmals angefertigt werden.

17 In jener Zeit nennt man Jerusalem »Thron Jewes«, und alle Nationen werden zu ihr hin konzentriert (ausgerichtet), zum Namen Jewes hin, zu Jerusalem hin. Und nicht folgen sie noch weiterhin der Verstocktheit ihres bösen Herzens.

18 In jenen Tagen gehen (kommen) das Haus Juda, überdies auch das Haus Israel, und sie kommen vereint aus dem Land des Nordens zu dem Land, das Ich euren Vätern zugelost habe.

...

Die abtrünnigen Söhne (Vers 14) werden eines Tages »Söhne des lebendigen Els« heißen (Hosea 2:1), und zwar aufgrund der Treue, in der Jewe Sich ihnen zugewandt und zu ihrem Eigner gemacht hat. Jeremia ruft sie auf, umzukehren. Jewe spricht: »Kehre um zu Mir, denn Ich erlöste (Vergangenheitsform) dich« (Jes. 44:22). Dann werden sie erkennen, was auf Golgatha geschah. »Dein Erlöser ist der Heilige Israels« (Jes. 54.5).

Jesus wird Israel sammeln, einen aus einer Stadt und zwei aus einer Sippe. Der Überrest nach der Gnadenauswahl wird umkehren (Jes. 10:22; 27:12; Röm. 11:5; Mat. 24:31). »Von zwei mit dem Mühlstein Mahlenden wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen werden« (Mat. 24:41; Luk. 17:34).

Geisterfüllte treue und weise Hirten wird der Herr Jesus Seinem Volk geben (Vers 15). Diese werden die zwölf Apostel sein (Ap. 20:28) sowie König David und viele andere (Jer. 23:4, 5; Hes. 34:23).

Im tausendjährigen Königreich und danach auf der neuen Erde wird Israel sehr zahlreich sein (Vers 16). Das ist ein Segen Elohims (5. Mose 30:5, 16). Ihre Zahl wird wie der Sand des Meeres sein (Hos. 2:1).

Die Bundeslade wird nicht mehr gebraucht werden, ist die Tora, die Zielanweisung (das Gesetz), doch in ihren Herzen (Jer. 31:33; Hes. 36:27) und nicht mehr in der Lade, die vermutlich zusammen mit dem Tempel im Jahr 587 v. Chr. verbrannte (Jer. 52:13). Zukünftig wird Jesus, der Messias, vom Thron im Allerheiligsten aus regieren (Vers 17; Hes. 43:7). Alle Nationen werden zu Jesus hin blicken, und ihre Delegationen ziehen nach Jerusalem hinauf, um Weisungen zu empfangen (Jes. 2:2, 3; 60:3; Micha 4:1, 2; Sach. 8:22) und anzubeten (Sach. 14:16). Böses werden sie nicht mehr tun, wie sie denn auch ihre Schwerter einschmelzen (Jes. 2:4; Micha 4:3).

Juda und Israel (Ephraim) werden wieder eins sein, eine Nation (Vers 18; Hes. 37:19, 22; Hos. 2:2). Aus allen Himmelsrichtungen kommen sie zurück, überwiegend aus dem Norden (Jes. 11:12; 43:6; Jer. 16:15; 23:8).

Sündenbekenntnis und Ruf um Gnade

19 Und Ich, Ich hatte zu Mir gesprochen: Wie (gern) setzte Ich dich unter den Söhnen ein, und (wie gern) gebe (Ich) dir ein begehrtes Land, ein stattliches Losteil, die Heere (die Dienstbaren) der Nationen! Und Ich sprach zu Mir: »Mein Vater« werdet ihr Mich rufen (nennen), und ihr werdet nicht hinter Mir weg umkehren.

20 Nun aber, wie eine Ehefrau, die ihren Gefährten verrät, ebenso habt ihr Mich verraten, Haus Israel ¬ Treuewort Jewes ¬.

21 Eine Stimme wird auf den Bergkämmen gehört, ein Weinen, Rufe der Söhne Israels um Gnade, denn sie verbogen ihren Weg, vergaßen Jewe, ihren Elohim.

22 Kehrt um, (ihr) abtrünnigen Söhne, Ich will eure Abkehrigkeiten heilen! ¬ Da! Wir treffen bei Dir ein, denn Du, Jewe, bist unser Elohim.

23 Nun aber (Ja doch), in Falschheit war (das) von den Hügeln her, das Getümmel auf den Bergen; nun aber (wahrlich), in Jewe, unserem Elohim, (steht) die Rettung Israels.

24 Und (all unsere) beschämenden (Taten) fraßen den Ertrag der Mühe unserer Väter von unseren Jugendzeiten an, ihr Kleinvieh und ihr Rindvieh, ihre Söhne und ihre Töchter.

25 Wir wollen uns herniederlegen in unserer Beschämung, und unsere Schande bedeckt uns, denn gegen Jewe, unseren Elohim, verfehlten wir, wir und unsere Väter von unseren Jugendzeiten an bis zu diesem Tag, und nicht hörten wir auf die Stimme Jewes, unseres Elohims.

...

Diese Schilderung des Sündenbekenntnisses und der Umkehr Israels in der Späte der Tage (Hos. 3:5) sollte nun auch Juda den Weg aufzeigen.

Was Jewe Sich wünscht, nämlich Israel zu sammeln und als ihr Vater angerufen zu werden (Vers 19), wird geschehen, denn alles, was Ihm wohlgefällt, das tut Er auch in den Himmeln und auf der Erde (Ps. 135:6). Noch aber ist Juda abtrünnig (Vers 20). Aber ¬ die Zeit ist nicht mehr fern ¬ die von Jesus belehrten Gläubigen und treuen werden El mit »Unser Vater in den Himmeln« anbeten (Mat. 6:9).

Israel und Juda werden ihre Sünden erkennen und bekennen und weinend flehentlich um Gnade bitten (Vers 21). Jewe will sie von ihren Abwegen heilen (Vers 22). Da Sein Wille geschieht, wird Er es auch tun. Er trägt alle Vergehungen (Hos. 14:3). Und Er Selbst ist es auch, der ihre Herzen beschneidet, sodass sie Ihn lieben (5. Mose 30:6).- Jewe Selbst bewegt sie, umzukehren, und so werden sie umkehren (Jer. 31:18).

Israels Götzendienst war nur Lug und Trug und führte zum Niedergang des ganzen Landes (Vers 23). Schließlich aber wird Jewe Seinen Geist auf sie ausgießen und ihre Gesinnung ändern (Sach. 12:10; Off. 1:7).

Kapitel 4

Letzte Mahnung für Juda

1 Wenn du umkehrst, Israel (dieser Begriff wird hier für Juda angewandt) ¬ Treuewort Jewes ¬, zu Mir umkehrst, und wenn du deine abscheulichen (Götzenbilder) von Meinem Angesicht wegnimmst, so musst du nicht entwandern (wirst du nicht verschleppt werden).

2 Und schwörst du (dann): »Bei Jewe, dem Lebendigen!«, in Wahrheit, in Rechterweisung und in Rechtfertigung, so werden sich die Nationen in Ihm segnen und in Ihm rühmen.

3 Denn so spricht Jewe zur Mannschaft Judas und zu Jerusalem: Rodet euch eine Lichtung, und säet nicht zu den Dornen hin.

4 Werdet beschnitten für Jewe, und nehmt die Vorhäute eures Herzens weg, Mannschaft Judas und Bewohner Jerusalems, dass Meine Zorneshitze nicht wie Feuer herausgeht und (alles) aufzehrt ¬ und kein Löschender (ist da) ¬ aufgrund des Angesichts der Bosheit eurer Handlungen.

...

Möge Juda sich warnen lassen und umkehren, damit nicht der Zorn Jewes über sie komme und Babel dem Reich Juda ein Ende mache (Vers 1).

Nach Jesu Wiederkunft werden sie die Worte des Auferstandenen und Lebendigen in Aufrichtigkeit bekräftigen (Vers 2). Dann werden alle Nationen sich in Jesus gesegnet wissen und rühmen (Jes. 45:25; Jer. 9:23). Dies alles wird geschehen, weil Juda und Israel auf Jewes Stimme gehört haben werden (1. Mose 22:18).

Es war notwendig, nicht mehr länger unter die Dornen, also sinnlos zu säen (Mat. 13:7) und den Boden endlich recht zu bestellen, den Herzensboden (Vers 3). Wenn man nicht am Herzen beschnitten war, war die Beschneidung nichts nütze (Vers 4; Röm. 2:29). Nur Jesus kann die Herzen beschneiden, das heißt den alten Menschen abtun; und dies wird geschehen: Jesus wird Sich Seines Volkes annehmen und sie, ihre Herzen beschneidend, zu neuen Menschen und zu Seinem Volk machen (5. Mose 10:16; 30:6).

Das Gericht aus dem Norden

5 Berichtet's in Juda und lasst's in Jerusalem hören und sprecht's und stoßt (in den) (blast mit dem) Schophar im Land. Ruft, (den Auftrag) erfüllend, und sprecht: Versammelt euch, auf dass wir in die Festungsstädte gehen.

6 Erhebt ein Mahnzeichen (Banner, Panier) gen Zion, (bringt) euch in ringsum starke (Befestigungen) (in Geborgenheit), (bleibt) nicht stehen, denn Böses bringe Ich vom Norden und großen Zerbruch.

7 Ein Löwe (stieg) aus seinem Gestrüpp herauf, und ein Verderber der Nationen zog aus seinem Ort, um dein Land zur Ödnis zu machen, deine Städte zu zerstieben, weil kein Bewohner (mehr darin ist).

8 Ob diesem umschürzt euch mit Sackgewändern, klagt und heult, denn nicht kehrte das Entbrennen des Zorns Jewes von uns ab.

9 Und es geschieht an jenem Tag ¬ Treuewort Jewes ¬, da schwindet das Herz des Königs und das Herz der Fürsten, und die Priester sind entsetzt, und die Propheten staunen.

10 Da sprach ich: Ach, Jewe, mein Herr! Nun aber (ist's so): Du (schlugst) dieses Volk und Jerusalem mit Wahn, ja Wahn, (als Du) sprachst: Friede sei euch!, und (nun) reicht das Schwert bis an (unsere) Seele.

11 In jeder Zeit spricht man zu diesem Volk und zu Jerusalem: Ein Weißglutwind von den Bergkämen in der Wildnis ist auf dem Weg zur Tochter Meines Volkes, nicht um zu worfeln und nicht um zu säubern.

12 Ein fülliger (gewaltiger) Wind kommt Mir von diesen (Bergkämmen) her; nun (rede) auch noch Ich, Ich rede (verhänge) Gericht (in Bezug auf) sie (Juda).

13 Da! Wie Wolken steigt er (der Löwe) herauf, und wie die Windhose sind seine Streitwagen, flinker als Geier seine Rosse; wehe uns, denn wir sind dahingerafft.

...

Jewe, Er Selbst ist's, der das gewaltige babylonische Heer von Norden her über Juda ringt (Vers 6). Der Schophar war ein Widderhorn, das zu besonderen Anlässen geblasen wurde, auch zu Beginn und Ende eines Kampfes (Vers 5).

Der Löwe (Verse 7 + 13) war Nebukadnezar, König Babels von 606 bis 562 v. Chr., der Jerusalem 607, 598 und 587 v. Chr. eroberte und Teil um Teil des Volkes in die Gefangenschaft führte. Sein Auszug aus Babel, von den in Vers sieben die Rede ist und der die völlige Vernichtung Judas zur Folge hatte, ist nach 2. Könige 25:1 auf 589 v. Chr. zu datieren.

Wohl hatte Jewe gesagt: Friede sei euch! (Vers 10), zum Beispiel in Jesaja 9:6; 26:3, 12; 32:18; 52:7 und 54:10, aber für andere Zeiten und unter der Bedingung der Umkehr und Treue. Kein Friede ist den Frevlern (Jes. 48:22; 57:21). Und für jetzt hatte Jewe Gericht angekündigt (Jer. 1:14; 2:9, 35). Die falschen Propheten allerdings hatten Frieden vorausgesagt (Jer. 5:12; 6:14; 14:13, 14; 23:16, 17). Da Juda die Wahrheit nicht liebte, hatte Gott ihnen diese falschen Propheten und eine Wirksamkeit des Irrtums gesandt, damit sie der Lüge glaubten (vgl. 2. Thess. 2:11).

Gericht wird über Juda kommen; das babylonische Heer, einem bis zur Weißglut erhitzten Wüstenwind vergleichbar, wird alles niederstrecken (Vers 11). Mithin sieht Juda sich bereits als dahingerafft an (Vers 13).

Wasche dein Herz, Jerusalem!

14 Wasche dein Herz vom Bösen, Jerusalem, damit du gerettet wirst. Bis wann lässt du in deinem Innern Berechnungen (Planungen, Gedanken) deines Ichhaften nächtigen?

15 Denn eine Stimme berichtet aus Dan und lässt Ichhaftes hören aus den Bergen Ephraims.

16 Machet, dass die Nationen (dessen) gedenken. Da! Lasst's hören auf Jerusalem zu: Umdränger (Belagerer) kommen aus einem fernen Land und lassen ihre Stimme wider die Städte Judas hören.

17 Wie Feldhüter sind sie wider sie (Jerusalem) ringsum, denn gegen Mich ist sie (Jerusalem) erbittert (widerspenstig) ¬ Treuewort

Jewes ¬.

18 Dein Weg (Wandel) und deine Handlungen taten (bewirkten) dir dieses; dies ist dein Böses, denn bitter ist's, denn es reichte bis zu deinem Herzen.

...

Reinige dein Herz, Jerusalem! Noch war die Rettung vor dem Feind möglich (Vers 14). Aber Eile tat not, denn Boten aus den nördlichen Gebieten Israels berichteten bereits, dass das Heer im Anmarsch sei (Vers 15; Jer. 8:16).

Wie konnte es dazu kommen, dass Jerusalem ringsum eingeschlossen werden würde (Vers 17; 2. Kön. 25:2; Jer. 52:4)? Es lag an der Widerspenstigkeit Judas gegen Jewe. Ihr alles bewirkender Gott hatte sie in die Widerspenstigkeit eingeschlossen, damit sie dereinst Sein Erbarmen erfahren und zu schätzen wissen sollten (Röm. 11:32). Zunächst bedurfte ihre bittere und bis ins Herz reichende Bosheit der gerechten Strafe (Vers 18). An ihrer Ernte sollten sie erkennen, was sie gesät hatten. »So mögen sie essen von der Frucht ihres Weges (Wandels) und ihrer Ratschlüsse satt werden« (Spr. 1:31).

Jeremias Aufschrei

19 Meine Eingeweide, meine Eingeweide! Ich bin durchschmerzt. Meine Herzwände! Mein Herz brodelt mir, ich (kann) nicht schweigen, denn die Stimme des Schophars hörst du, meine Seele, ja Kampfgebrüll.

20 Zerbruch über Zerbruch wird ausgerufen, denn dahingerafft ist das ganze Land, urplötzlich sind dahingerafft meine Zelte, in einem Augenblick meine Teppiche.

21 Bis wann noch muss ich das Mahnzeichen (Banner, Panier) sehen, die Stimme des Schophars hören? ¬

22 Denn torhaft ist Mein Volk, Mich erkennen sie nicht. Unsinnige Söhne sind sie, und sie sind nicht verständig. Weise sind sie, Böses zu tun, aber wohlzutun erkennen sie nicht. ¬

23 Ich (Jeremia) sehe das Land, und da! Es ist Tohuwabohu (das heißt Chaos und durch und durch zerstört), und sehe zu den Himmeln, und ihr Licht ist nicht mehr da.

24 Ich sehe die Berge, und da! Sie schüttern, und all die Hügel entfernen sich flink.

25 Ich sehe, und da! Kein Mensch ist da, und alles Flatternde der Himmel, sie sind verstoßen.

26 Ich sehe, und da! Die fruchtbare Flur ist nun Wildnis, und all ihre Städte sind abgebrochen aufgrund des Angesichts Jewes, aufgrund des Angesichts des Entbrennens Seines Zorns.

...

Jeremia krümmte sich vor Leibschmerzen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Schon war ihm, als hörte er das Signalhorn zur Schlacht und sei das ganze Land dahingerafft (Verse 19 - 21).

Vers 22 ist eine Rede Jewes. Als töricht und unverständig bezeichnet Er Sein Volk. »Keiner ist verständig«, wiederholt Paulus in Römer 3:11. Und die Weisheit, die sie besitzen, ist verdorben: »Weise sind sie, Böses zu tun.« Wenn es um Böses ging, wandten sie all ihre Klugheit auf. Weil sie keine Gotteserkenntnis hatten, noch nicht einmal Furcht vor Gott (Röm. 3:18; Ps. 36:2).

Was Jeremia kommen sah, war unfassbar: Erde und Himmel, Berge und Hügel, Mensch und Tier, Fluren und Städte werden bis ins Mark getroffen sei (Verse 23 - 26). Jeremia sah ein Tohuwabohu, das ihn an das Chaos vor der Wiederherstellung der Erdoberfläche im Sech-Tage-Werk erinnerte (1. Mose 1:2).

Die Seele Judas ermattete

27 Denn so spricht Jewe: Eine Öde wird all das Land, aber gänzliches (Gericht) tätige Ich nicht.

28 Darob trauert das Land und werden die Himmel oben verdüstert, da Ich geredet habe, da Ich geplant habe, und Ich werde nicht umgestimmt, und Ich kehre nicht davon um.

29 Aufgrund der Stimme des Berittenen und des den Bogen Hochreißenden entweicht jede Stadt. Sie (die Einwohner der Städte) kommen in Dickichten an, und an den Felsüberhängen (steigen) sie hinauf; jede Stadt ist verlassen, und niemand wohnt darin.

30 Und du, Dahingeraffte, was wirst du tun? So denn du dich (wie eine Hure) bekleidest mit zweimal (also intensiv) Gefärbtem, so denn du dich schmückst mit goldenem Schmuck, so denn du deine Augen mit Antimonstreifen schminkst, machst du dich (nur) zum Wahnhaften (in der Einbildung) schön. (Deine) Liebhaber verwarfen dich, deine Seele suchen sie.

31 Denn eine Stimme wie die einer Kranken höre Ich, Drängnis wie die einer den Erstling Gebärenden: die Stimme der Tochter Zion. Sie ächzt, sie breitet ihre Hände aus: Wehe doch mir, denn meine Seele ermattete vor den Umbringern.

...

Jewe hatte das Gericht fest beschlossen (Vers 28). Er wird aber kein völliges Gericht vollziehen (Vers 27). Das ist der einzige Trost. Ein Überrest wird verbleiben (Jes. 1:9; 10:22; 17:6; Jer. 5:18; Röm. 9:27 - 29).

Mit der in Vers 30 beschriebenen Hure ist Juda gemeint. Mit welchen Nationen sie jetzt auch noch buhlen möge ¬ alle haben Juda verworfen und suchen ihren Tod (Klgl. 1:2).

Absolut hoffnungslos, deprimiert und zusammengebrochen verbleibt Juda nur noch ein verzweifeltes Wimmern in Todesangst (Vers 31). Bald werden sie dahingeschlachtet werden (Klgl. 2:21).

Die Gründe für das Gericht

(Jer. 5 + 6)

Kapitel 5

Das Gericht ist begründet

1 Durchstreift die Straßen Jerusalems und sehet doch und erkennt und sucht auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ja ob da ein Rechterweisungen Tätigender ist, ein Glaubenstreue Suchender, so verzeihe Ich ihr (der Stadt).

2 Und wenn sie (die Bewohner) sprechen: Bei Jewe, dem Lebendigen!, ist's doch daher, dass sie in Falschheit schwören.

3 Jewe, sind nicht Deine Augen der Glaubenstreue zugewandt? Du schlugst sie, aber sie erbebten nicht, Du machtest sie völlig darnieder, sie weigerten sich, Züchtigung anzunehmen. Sie gaben ihrem Angesicht mehr Festigkeit, als ein Steilfels hat, sie weigerten sich, umzukehren.

4 Ich aber, ich (Jeremia) sprach: Jedoch die Armen sind es, sie sind töricht, denn nicht erkennen sie den Weg Jewes, die Rechtsetzung durch ihren Elohim.

5 Ich will meinetwegen zu den Großen gehen und will mit ihnen reden, denn sie, sie erkennen den Weg Jewes, die Rechtsetzung durch ihren Elohim. Jedoch sie, allesamt zerbrachen sie das Joch, verwarfen die Züchtigungen.

6 Darum schlägt sie ein Löwe aus dem Wald, ein Wolf der Steppen rafft sie dahin, ein Leopard wacht wider ihre Städte: Jeder, der aus ihnen hinausgeht, wird zerrissen, denn ihrer Übertretungen sind viele, gewaltig sind ihre Abkehrigkeiten.

7 Weshalb sollte Ich dir verzeihen? Deine Söhne verließen Mich und schworen bei den Nicht-Elohim. Und Ich ließ sie schwören, aber sie brachen die Ehe, und im Haus der Hure schneiden sie sich (Ritzmale) ein.

8 Wohlgenährte (brünstige), Samen ergießende Rosse wurden sie, jedermann wiehert zur Ehefrau seines Gefährten hin.

9 Sollte Ich an solchen (etwa) nicht heimsuchen ¬ Treuewort Jewes ¬, und ob Meine Seele sich gegen eine Nation wie diese nicht rächen sollte?

...

Jewe würde durchaus verzeihen (Vers 1); wer aber mit einer Stirn, härter als Felsen (Vers 3), die Umkehr verweigert, zieht sich wie angekündigt die Flüche des Bundes zu (3. Mose 26:22; 5. Mose 28:63).

Ob vielleicht nur die Armen nicht Bescheid wissen (Vers 4)? Nein, die Oberschicht ordnet sich ebenfalls Jewe nicht unter (Vers 5). Folglich wird das babylonische Heer wie die vereinten wilden Tiere über sie alle herfallen (Vers 6).

Einst schwörten sie Jewe Treue (2. Mose 19:8; 5. Mose 5:27; 26:17), jetzt aber schwuren sie bei Nicht-Göttern (Vers 7) und hurten sowohl buchstäblich als auch geistlich mit fremden Nationen und deren Götzen (Vers 8). Jewes Rache musste daher gerechterweise und zu ihrer Züchtigung vollstreckt werden (Vers 9; 3. Mose 26:25). Jewe ist ein eifernder und rächender El (Nah. 1:2). ¬ Mögen wir zu schätzen lernen, dass wir heute in der Zeit der überströmenden Gnade leben (Röm. 5:20, 21; Eph. 2:8; 3:2) und nichts zu unserer Verurteilung ist (Röm. 8:1).

Jewes Rede an Babel

10 Steigt hinauf auf ihre (Jerusalems) Umwehrungen und verderbt sie, aber gänzliches Gericht dürft ihr nicht tätigen! Nehmt weg ihre Schosse, denn sie sind dem Jewe nicht (zu eigen).

11 Denn sie verrieten, ja verrieten Mich, das Haus Israel und das Haus Juda ¬ Treuewort Jewes ¬.

12 Sie verleugneten Jewe und sprachen: Nicht ist Er, und nicht wird Böses über uns kommen, und Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.

13 Und die Propheten (Jewes) werden zu Wind werden, und des Redens (der Wahrheit) ist keiner unter ihnen (fähig); es wird ihnen (selbst) solches, (was sie prophezeien), getan werden.

...

Die Menschen meinten, das Unheil werde sie nicht treffen; Jewe Selbst hatte ihnen diesen wahnhaften Gedanken eingegeben (Jer. 4:10).

Durch Seinen Geist pflanzte Jewe den Babyloniern Seinen Willen ins Herz; dies machte Er mit den Versen 10 bis 13 Seinem Volk bekannt. Völliges Gericht wollte Jewe nicht tätigen (Jer. 4:27); mithin setzte Er Babel eine Grenze (Vers 10).

Die Propheten, die Juda ablehnte (Vers 13), waren Jeremia und seine Zeitgenossen Habakuk, Zephanja, Hesekiel und Daniel.

Eine Nation aus der Ferne

14 Daher, so spricht Jewe, der Elohim der Heere: Weil ihr dieses Wort geredet habt, da! Ich gebe Meine Worte, dass sie in deinem (Jeremias) Mund zu Feuer werden, und (gebe) dieses Volk als Holz, und es frisst sie.

15 Da! Ich bringe eine Nation aus der Ferne über euch, Haus Israel ¬ Treuewort Jewes ¬; sie ist eine urständige (schon lange fest bestehende) Nation, sie ist eine Nation vom Äon an, eine Nation, deren Zunge (Sprache) du nicht (näher) kennst, und nicht hörst (verstehst) (du), was sie redet.

16 Ihr Köcher ist wie ein geöffnetes Grab, sie alle sind Mächtige.

17 Und sie (jene Nation) isst deine Ernte und dein Brot, sie essen deine Söhne und deine Töchter, sie isst dein Kleinvieh und dein Rindvieh, isst deinen Rebstock und deinen Feigenbaum, sie entmachtet deine befestigten Städte, in denen du dich sicherst, mit dem Schwert.

18 Aber auch noch in jenen Tagen ¬ Treuewort Jewes ¬, nicht tätige Ich an euch gänzliches Gericht.

...

Nicht nur diese, sondern alle Worte, die Jeremia sprach, legte Jewe in den Mund des Propheten (Vers 14; Jer. 1:9). Jewes Wort war damals Gericht bringendes Feuer und wie ein Schmiedehammer, der Felsen zerschmetterte (Jer. 23:29); heute brennt das Wort der Liebe und Gnade in unseren Herzen.

Die Nation aus der Ferne (Vers 15) ist das bereits in den Kapiteln 1:15 und 4:16 erwähnte Babel. Die Babylonier sind die Fremden, denen Juda nach Vers 19 dienen wird. Babel besteht vom Äon an (1. Mose 10:10). Nimrod, ein Enkel Hams, gründete das Königreich. Die Sprache der Babylonier (akkadisch) kannten die Israeliten zwar, aber nicht näher, sodass sie sie nicht verstanden (Jes. 28:11).

Nach der Schilderung des kommenden Unheils (Verse 16 + 17) sprach Jewe Seinem Volk nochmals (Jer. 4:27) mit den Worten zu, dass Sein Gericht kein völliges sein werde (Vers 18).

Warum?

19 Und es geschieht: So ihr denn sprecht: Zufolge von was tat Jewe, unser Elohim, uns all dieses an?, so sprichst du zu ihnen: So wie ihr Mich verlassen und ausländischen Elohim gedient habt in eurem Land, also werdet ihr Fremden dienen in einem Land, das euch nicht (zu eigen ist).

20 Berichtet dies im Hause Jakob, und lasst es hören in Juda, sprechend:

21 Hört doch dies: Ein unsinniges Volk (ist's), und kein Herz hat es, Augen sind ihnen, aber nicht sehen sie, Ohren sind ihnen, aber nicht hören sie.

22 Wollt ihr Mich nicht fürchten ¬ Treuewort Jewes ¬, aufgrund Meines Angesichts nicht erbeben? Der Ich den Sand dem Meer als Grenze gelegt habe ¬ ein Gesetz des Äons ¬, und nicht geht es über sie (die Grenze) hin, und seine Wogen schwanken, aber nicht überwinden sie (sie), und sie tumulten (tosen), aber nicht gehen sie über sie hin.

23 Aber diesem Volk wurde (erwuchs) ein widerspenstiges und erbittertes Herz; sie kehrten sich ab und gingen weg.

24 Und nicht sprachen sie in ihrer Brust: Wir wollen doch Jewe, unseren Elohim, fürchten, den, der den Platzregen gibt, sowohl Erstregen als auch Spätregen zu seiner Zeit, der die Siebener (Wochen), ja uns die Satzungen (Regelmäßigkeiten) der Ernte hütet.

25 Eure Vergehungen änderten diese (festgesetzten Zeiten), und eure Verfehlungen enthielten euch das Gute vor.

26 Denn Frevler werden in Meinem Volk gefunden. Es gewahrt's, wie die Schlingenleger die Schlinge auslegen; sie stellen die Verderbungsfalle auf, verfangen Mannen.

27 Wie ein mit Flatterndem gefüllter Käfig, ebenso sind ihre Häuser mit Trug gefüllt; dadurch wurden sie groß und bereichern (sie) sich.

28 Sie wurden fett (wörtl.: ölig), sie waren tätig (Übersetzung unsicher), auch gehen sie über von Worten des Bösen. Das Recht setzen, ja setzen sie nicht durch, die Rechtsdurchsetzung für den Verwaisten, sodass sie (es ihnen, den Verwaisten, etwa) gelingen ließen, und die Rechtssache der Dürftigen richten sie nicht.

29 Sollte Ich an solchen (etwa) nicht heimsuchen ¬ Treuewort Jewes ¬, und ob Meine Seele sich gegen eine Nation wie diese nicht rächen sollte?

30 Verödung und Schauderhaftes ist im Land geschehen.

31 Die Propheten prophezeien in Falschheit, und die Priester walten (propagieren) ihnen (den Propheten) in die Hände ¬ und Mein Volk liebt es so; doch was wollt ihr in seiner (des Volkes) Späte (Zukunft) tun?

...

Wenn sie fragen, warum die Katastrophe eingetreten sei; werden sie es aufgrund der Prophetenworte wissen und begreifen (Vers 19). Die Züchtigung entspricht ihrem Vergehen: So wie sie fremden Göttern gedient hatten, werden sie einem fremden Volk dienen müssen.

Unsinnig war das Volk (Vers 21), weil es keine Gottesfurcht hatte (Spr. 1:7). Deshalb sehen und hören sie nichts, sind sie mithin unverständig (Jes. 6:9; Hes. 12:2; Ap. 28:26). Schon angesichts der an der Schöpfung erkennbaren Macht Jewes sollten sie Ihn fürchten (Vers 22). Das Meer überschreitet seine Grenze nicht, Israel aber ging über alle Worte Jewes hinweg. Die Furcht gebührte Jewe auch deshalb, weil Er Seinem Volk den lebensnotwendigen Frühregen im Herbst und Spätregen im Frühjahr gab (Vers 24). Ein Siebener ist eine Woche, ebenso auch die sieben Wochen zwischen dem Fest der Erstlingsgarbe (3. Mose 23:19, 11) und dem Fest der Erstlingsfrüchte (Pfingsten; 3. Mose 23:15 - 21).

Wenn man fett und selbstzufrieden geworden ist (Vers 28), meint man, Gott nicht mehr zu brauchen (5. Mose 32:15), und dann ist dem gesteigerten Egoismus und damit dem Bösen Tür und Tor geöffnet. Das muss gerichtet und auf diese Weise zurechtgebracht werden (Vers 29; Jer. 5:9).

Dass die Menschen von den Propheten und Priestern betrogen wurden (Vers 31), ließen sie sich gern gefallen, hatten sie doch selber an der Ungerechtigkeit ihre Lust (2. Thess. 2:12; Röm. 1:32; Luk. 6:26). Die Folgen bedachten sie nicht.

Kapitel 6

Das Gericht wird kommen

1 (Bringt) euch in Bergungen, ihr Söhne Benjamins, aus dem Innern Jerusalems, und stoßt in Tekoa in den Schophar, und erhebt über Bet-Hakerem (Städte im Losteil Juda) ein Zeichen, denn Böses lugt von Norden her aus und großer Zerbruch.

2 Die (sich) heimisch (Fühlende) und die (sich) Behagende ¬ die Tochter Zion ¬ bringe Ich zum Schweigen (oder: Aufhören).

3 Zu ihr kommen Hirten (Heerführer) und ihre Herden (Truppen), sie schlagen ihr gegenüber ringsum Zelte auf, sie weiden ein jeder seinen Handlungsbereich ab.

4 (Sie rufen:) Heiligt wider sie (Jerusalem) einen Krieg, steht auf, und wir wollen am Mittag hinaufsteigen! ¬ (Juda spricht:) Wehe uns, denn der Tag hat sich gewendet, denn es streckt sich der Schatten des Abends. ¬

5 (Die Feinde rufen:) Steht auf, und wir wollen in der Nacht hinaufsteigen und ihre Hochburgen verderben!

6 Denn so spricht Jewe der Heere: Fällt Bäume, und schüttet einen Damm wider Jerusalem auf! Sie ist die Stadt, die heimgesucht werden soll, all das in ihrem Innern ist Erpressungsgut.

7 Wie eine Zisterne ihre Wasser aus einer Höhlung (sammelt), ebenso (sammelt) sie aus einer Höhlung ihr Böses. Gewalttat und Dahinraffen werden in ihr gehört, Krankheit und Schlagwunde (in ihr) sind stets vor Meinem Angesicht.

8 Lass (dich) erziehen, Jerusalem, dass nicht meine Seele von dir weggerenkt wird, dass Ich dich nicht als Öde lege, als Land, das nicht bewohnt ist.

...

Der Benjaminit Jeremia sprach seine in die Hauptstadt geflohenen Stammesgenossen, deren Losteil nördlich von Juda lag, besonders an (Vers 1). Sie sollten in das unwegsame Gelände im Süden des Landes

weitereilen. Tekoa lag etwa 18 km südlich von Jerusalem. Es war höchste Alarmstufe, die durch das Blasen des Schophars und Signalzeichen angezeigt wurde.

Die Babylonier werden ihre Verschanzungen rings um Jerusalem aufschütten (Vers 3; 2. Kön. 25:1).

»Heiligt einen Krieg!« (Vers 4), klingt wie ein Widerspruch in sich, meint aber, dass dieser Krieg der Opfer wert sei. Und wenn es auch nur eine Redewendung war, so war dieser Krieg Jewes Wille und Jewes Krieg. Die Feinde waren so stark, dass sie sogar zu den unüblichen Zeiten Mittag und Nacht (Vers 5) angreifen konnten.

Die Worte Jewes in Vers sechs richten sich an die Babylonier. Vermutlich gehört dieser Vers noch zu ihrer Rede. Was Jewe durch Seine Propheten gesagt hatte, hatte sich auch bis zu ihnen herumgesprochen.

Nochmals, praktisch in letzter Minute, appellierte Jewe an Seine geliebt Stadt (Vers 8).

Die Not des Propheten

9 So spricht Jewe der Heere: Kahl gemacht, ja kahl gemacht wie ein Rebstock wird der Überrest Israels. Lass deine Hand wie ein Erntender (immer wieder) an die Triebe zurückehren. ¬

10 (Jeremia spricht:) Zu wem soll ich reden und (wem) bezeugen, sodass sie hören? Da! Ihr Ohr hat Vorhaut, sodass sie nicht aufmerken können. Da! Das Wort Jewes wurde ihnen zur Schmach, sie haben kein Gefallen daran.

11 Und mit dem hitzigen Zorn Jewes in ich gefüllt, bin erschöpft, sein Gefäß zu sein. ¬ (Jewe spricht:) Gieß ihn (den Zorn) aus auf die Kinder draußen und zugleich über den Kreis der (zum Heeresdienst) Erwählten, denn auch noch der Mann samt seiner Frau wird (in der Zornesglut) verfangen, der Alte samt dem Vollbetagten.

12 Und ihre Häuser fallen andern zu, Gefilde und Frauen ebenso, denn Ich strecke Meine Hand wider die Bewohner des Landes aus ¬ Treuewort Jewes ¬.

13 Denn von ihrem Kleinen bis zu ihrem Großen bevorteilt, ja bevorteilt sich jeder, und vom Propheten bis zum Priester ist ein jeder von ihnen ein Täter der Falschheit.

14 Und sie heilen den Zerbruch Meines Volkes auf leichte (Art), indem sie sprechen: Friede, Friede!, aber da ist kein Friede.

15 Sie taten Beschämendes, denn Gräuel taten sie. (Aber) selbst im Beschämtwerden schämten sie sich nicht, auch Erröten kennen sie nicht. Daher werden sie fallen inmitten der Fallenden; in der Zeit, da Ich sie heimsuche, werden sie straucheln, spricht Jewe.

...

Nochmals kündigt Jewe das Gericht an (Vers 9). Der verbleibende Überrest wird immer geringer (Jes. 1:9; Röm. 9:27).

Zum Leidwesen Jeremias hat niemand Interesse an seinem Prophetenwort (Vers 10). Jesaja hatte einst gefragt: »Wer glaubt unserer Botschaft?« (Jes. 53:1). Juda verachtete das Wort Jewes und hinterging Seine Propheten (2. Chron. 36:16). Jewe hatte sie verstockt (Jes. 6:10; vgl. 5. Mose 29:3). So prallten die Halsstarrigen, die an Herzen und Ohren Unbeschnittenen, stets mit dem heiligen Geist zusammen (Ap. 7:51). Dies musste aus heilsgeschichtlichen Gründen so sein und dem Dienst des Apostels Paulus den Weg bereiten. Ihre jetzige Verwerfung ist der Welt Versöhnung (Röm. 11:15). Doch selbst unter den heute Versöhnten gibt es viele, die die gesunde Lehre des Apostels Paulus nicht ertragen können (2. Tim. 4:3) und das dem Petrus gegebene Evangelium der Beschneidung vorziehen (Gal. 1:6 - 9, 12; 2:7). Aber auch die, die nicht auf den von Paulus gelegten Grund bauen, werden gerettet werden (1. Kor. 3:10, 15).

Jeremia hatte sich die Botschaft Jewes zu eigen gemacht. In Übereinstimmung mit Jewes Willen war er ebenfalls mit Zorn erfüllt (Vers 11). Der Zorn aber sprengte seinen Brustraum. So durfte und sollte er der Zornesglut freien Lauf lassen und sie auf die Frevler ausgießen.

Die Priester und falschen Propheten (Vers 13) verkündigten Frieden (Vers 14; Jer. 8:11; 23:17). Jewe hatte sie in diesen Wahn hineingegeben (Jer. 4:10). Das Volk hörte deren gute Nachrichten gern. Der Druck auf Jeremia aber wuchs, denn mit der falschen Botschaft »Friede, Friede!« wurde er zugleich der Lüge bezichtigt.

Fragt nach den Stegen des Äons!

16 So spricht Jewe: Stellt euch an die Wege und seht und fragt nach den Stegen des Äons. Wo ist dieser, der Weg des Guten, und geht ihn, und findet Ruhe für eure Seele! Aber sie sprechen: Nicht gehen wir.

17 Und Ich mache Achthabende über euch erstehen; (sie rufen:) Merket auf den Schall des Schophars! Sie aber sprechen: Nicht merken wir auf.

18 Daher hört, ihr Nationen, und erkenne es, du bezeugende Schar, was gegen jene geschehen wird.

19 Höre, Erde! Da! Ich bringe Böses über dieses Volk, die Frucht ihrer Berechnungen (planenden Gedanken, bösen Anschläge), denn auf meine Worte merkten sie nicht auf, und Meine Tora (Zielanweisung) ¬ ja sie verwarfen das in ihr (Geschriebene).

20 Was soll Mir dies, dass Weihrauch aus Schebha (Saba) kommt und das gute Würzrohr aus einem fernen Land? Eure Hinaufweihegaben sind nicht zum Wohlgefallen, und eure Opfer sind Mir nicht angenehm.

21 Daher, so spricht Jewe: Da! Ich gebe diesem Volk Strauchelblöcke (Steine des Strauchelns, Steine des Anstoßes), sodass sie durch sie straucheln, Väter und Söhne zusammen, der Anwohner und sein Gefährte, sie gehen verloren.

...

»Fragt nach den Stegen des Äons!« (Vers 16). Fragt nach den Wegen Noahs, Abrahams, Moses, Davids und anderer Gläubigen der Vorzeit. Fragt nach deren guten Wegen. Der gute Weg war stets der, in Treue zu Jewe zu stehen. Bei Ihm allein findet die Seele ihre Ruhe (vgl. Mat. 11:28). Aber Juda wollte nicht (Mat. 23:37).

Unter den Achthabenden oder Wächtern dürfen wir die Propheten verstehen (Vers 17).

Der ganze Erdkreis soll es hören, alle sollen daraus lernen und Bescheid wissen: Die Widerspenstigkeit Judas gegen Jewe ist es, die Böses über sie bringt (Verse 18 + 19). Sie verachteten das Wort des lebendigen Gottes. »Irret euch nicht: Gott lässt Sich nicht spotten; denn was auch ein Mensch sät, das wird er auch ernten; denn wer in sein Fleisch sät, wird aus dem Fleisch Verderben ernten; wer aber in den Geist sät, wird aus dem Geist äonisches Leben ernten.« (Gal. 6:7 , 8).

Weihrauch (Vers 20) war Bestandteil der Würze für den Räucheraltar (2. Mose 30:34 - 36), und Würzrohr diente zur Herstellung des im Tempel verwendeten Salböls (2. Mose 30:23 - 28). Selbst wenn die Menschen dies alles in genauer Beachtung des Gesetzes des Mose darbrachten ¬ es verherrlichte Jewe nicht, weil sie es nicht von Herzen taten. Sie hatten vergessen: »Hören (gehorchen) ist besser als Opfer, aufmerken ist besser als das Fett der Widder« (1. Sam. 15:22). Viele Male musste Jewe Sein Missfallen an den Opfern äußern (Jes. 1:22 - 15; Micha 6:6 - 8; vgl. Mat. 23:23). »Das Opfer der Frevler ist Jewe ein Gräuel« (Spr. 15:8).

Folglich gab Jewe Sein Volk dahin, sodass es strauchelte (Vers 21).

Die Strauchelblöcke waren die falschen Propheten und die Götzen, aber auch Gold und Silber verleiteten zur Sünde (Hes. 7:19; 14:3, 4, 7).

Ein Volk kommt vom Norden her

22 So spricht Jewe: Da! Ein Volk kommt aus dem Land des Nordens, und eine große Nation wird erweckt von den Hüftseiten (diese sind Norden und Süden) der Erde her.

23 Bogen und Wurfspieß führen sie, sie sind grausam und erbarmen sich nicht. Ihre Stimme tumultet (tost) wie das Meer, und auf Rossen reiten sie, sind wie ein Mann zum Kampf geordnet ¬ wider dich, Tochter Zion.

24 (Juda spricht:) Wir hörten sein (des Volkes) (uns) Aufhorchenmachendes, unsere Hände sind erschlafft; Bedrängnis erfasste uns, eine Wehe wie die einer Gebärenden.

25 Gehe nicht hinaus auf das Gefild, und gehe nicht auf dem Weg (auf der Landstraße), denn ein Schwert ist dem Feind zu eigen, von rings umher begierig.

26 Tochter meines Volkes, bekleide dich mit Sackgewand, und wiege dich in der Asche (hin und her), stelle eine Trauer an wie um den Einzigen, eine bittere Klage, denn urplötzlich kommt der Dahinraffende über uns. ¬

...

Babel, der grausame Feind, ist im Kommen begriffen; die Menschen sind vor Angst wie erdrosselt; es bleibt ihnen nur das bittere Jammern.

Jeremia als Metallprüfer

27 Als Turmwächter gab Ich dich gegen Mein Volk, als Festung, sodass du ihren Weg erkennst und prüfst (als Metallprüfer prüfst).

28 Sie alle sind widerspenstige sich Abkehrende, mit Klatschkram wandeln sie umher, sind Kupfer und Eisen, sie alle, sie sind Verderbenbringende.

29 (Jeremia berichtet:) Der Blasebalg glüht (schnaubt), vom Feuer ist das Blei alldahin, ergebnislos schmolz, ja schmolz er (der Blasebalg); die Bösen sind nicht auseinander gebracht (ausgeschieden) worden.

30 »Verworfenes Silber!«, so ruft man ihnen zu (nennt man sie), denn Jewe verwarf inmitten von ihnen (nahezu alle).

...

Jewe hatte längst erkannt, dass Sein Volk dem geringwertigen Kupfer und Eisen gleicht (Vers 28); sie wandelten mit Klatschkram umher, verbrachten ihre Tage mit leerem Geschwätz. ¬ Mögen wir Heilige jedoch davon abstehen (1. Tim. 6:20) und keine faulen Worte äußern (Eph. 4:29).

Aber nun sollte auch Jeremia von hoher Warte aus Juda auf seine Echtheit als Silber prüfen (Vers 27). Er stellte fest, dass der Schmelzprozess, der reines Silber hervorbringen sollte, erfolglos war; das Blei hatte die Schlacke nicht abgezogen, und nun war es verbraucht, und die Schlacke war im Silber geblieben (Vers 29). Vergeblich hatte Jewe, der Schmelzer (Jer. 9:6), Sein Volk durch das Feuer der Gerichte, mithin durch Seine Zurechtbringungsbemühungen, zu reinigen versucht, ab er es blieb von den Bösen durchdrungen.

So musste Jeremia zustimmen, dass Juda »verworfenes Silber« war, unreines, zu verschmähendes, unbrauchbares, und sein Volk nun verworfen war (Vers 30). Wie denn geschrieben steht: »Alle meiden sie Ihn (Gott) und sind zugleich unbrauchbar geworden« (Röm. 3:12; Ps. 14:3). ¬ Heute ist Israel wieder verworfen (Röm. 11:15). Es ist nur ¬ wie es auch damals war ¬ ein Überrest nach der Gnadenauswahl vorhanden (Röm. 11:5).

Die Falschheit Judas

(Jer. 7 + 8)

Kapitel 7

Falschheit und falsche Sicherung

1 Das Wort, das zu Jeremia geschah von Jewe, sprechend:

2 (Nimm) Stand im Tor des Hauses Jewes, und du rufst dort dieses Wort aus. Und du sprichst: Hört das Wort Jewes, ganz Juda, (ihr) in diesen Toren Ankommenden, um euch dem Jewe (huldigend) hinzuwerfen.

3 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Machet wohl (führet gut) eure Wege und eure Handlungen, so will Ich euch an diesem Ort wohnen lassen.

4 Sichert euch nicht in euch selber, in Worten der Falschheit, sprechend: (Beim) Tempel Jewes, (beim) Tempel Jewes. Diese (sind Worte der Falschheit).

5 Denn wenn ihr eure Wege und eure Handlungen wohlmacht, ja wohlmacht, wenn ihr Gerechtigkeit tätigt, ja tätigt zwischen jedermann und seinem Gefährten,

6 ihr den Fremdling, die Waise und die Witwe nicht erpresst und ihr nicht unschuldiges Blut ausschüttet an diesem Ort und ihr nicht hinter anderen Elohim hergeht, euch zum Bösen,

7 so lasse Ich euch an diesem Ort wohnen, in dem Land, das Ich euren Vätern gegeben habe vom Äon an und bis zum Äon.

8 Da! Ihr sichert euch in euch selber, in Worten der Falschheit; nimmer nützen sie.

9 Wie (verhält es sich)? Stehlen, morden und ehebrechen und Falsches schwören und dem Baal (dem Götzen Kanaans) räuchern und hinter anderen Elohim herwandeln, die ihr nicht (näher) kennt?

10 Und (dann) kommt ihr und nehmt Stand Mir angesichts in diesem Haus, auf das zu Mein Name ausgerufen wird; und ihr sprecht: Wir sind geborgen!, um all diese Gräuel (weiterhin) zu tun.

11 Ist dieses Haus, auf das zu Mein Name ausgerufen wird, in euren Augen eine Brescher-Höhle (eine Höhle der Breschenschlagenden, also der Räuber) geworden? Da! Auch Ich, Ich sah es ¬ Treuewort Jewes

...

Diese Verse sind der Anfang der sogenannten Tempelrede Jeremias, die bis Kapitel 10:25 reicht.

Vermutlich stand Jeremia an einem großen Festtag in einem der Tore zum Vorhof des Tempels, als alle erwachsenen Männer dort zu erscheinen hatten (2. Mose 23:17; 34:23) und somit »ganz Juda« seine Botschaft zu Gehör bekam (Vers 2). ¬ Ob sie wohl hörende Ohren hatten?

Mit dem »Ort« (Verse 3 + 7), an welchem Juda wohnen bleiben dürfe, wenn sie einen guten Lebenswandel führten, ist das gesamte verheißene Land gemeint.

Sich dem Tempel nähernd, sprachen sie immer wieder: »Beim Tempel Jewes, beim Tempel Jewes, beim Tempel Jewes!« (Vers 4).

Die Wiederholungen waren als Indiz für ihre die Wahrheit verdeckende Heuchelei zu verstehen. Und es war Heuchelei, reine Heuchelei; ihre Herzen waren Jewe nicht zugewandt. Der Tempel galt ihnen wie ein Amulett; da Jewe darin wohnt, werde Er die Stadt um Seines Namens willen vor den Feinden bewahren. Dass Jewe aber nicht das Gebäude, sondern das Herz ansieht (1. Sam. 16:7), hatten sie vergessen.

»Wir sind geborgen« (Vers 10), und zwar durch den Tempel, wie sie meinten. Aber der Tempel glich einer Räuberhöhle, in die sich die Räuber zwischen ihren Gräueltaten kurz zurückziehen (Vers 11; Mat. 21:13; Mark. 11:17; Luk. 19:46). Sie hatten den Tempel praktisch entheiligt, da sie nur an sich selber dachten.

Rettung und Segen waren an Bedingungen geknüpft (Verse 5 - 7), die sie aus dem Gesetz des Mose aber doch hätten kennen sollen. ¬ Wir heute sind ohne Bedingungen allein in der Gnade gesegnet.

Vers elf schließt mit dem Wort Jewes: »Ich sehe es.« Das Sehen aber war der Auftakt zum Handeln, und zwar nach alldem, was in Juda zu sehen war, zum richtenden Handeln.

Ankündigung der Verwerfung

12 So denn, geht doch zu Meinem Ort (Meiner Stätte), welcher in Schilo war, wo Ich anfangs Meinen Namen wohnen ließ, und sehet, was Ich ihm tat aufgrund des Angesichts des Bösen Meines Volkes Israel.

13 Und nun, weil ihr all diese Werke tatet ¬ Treuewort Jewes ¬ und Ich zu euch redete, früh (aufstehend) und redend, ihr aber nicht hörtet, und Ich euch rief, ihr aber nicht antwortetet:

14 So tue Ich dem Haus, auf das zu Mein Name gerufen wird, in welchem ihr euch sichert, und dem Ort, den Ich euch und euren Vätern gegeben habe, so wie Ich der (Stadt) Schilo tat.

15 Und Ich werfe euch von Meinem Angesicht hinweg, so wie Ich all eure Brüder wegwarf, allen Samen Ephraims.

...

In Schilo, einer Stadt im Losteil Ephraims, stand das Zelt des Zeugnisses in der Zeit von Josua bis David (Jos. 18:1; Ri. 21:19;

1. Sam. 1:3). Im Jahr 1120 v. Chr. schlugen die Philister die Israeliten und nahmen ihnen die Bundeslade weg (1. Sam. 4:10, 11; Ps. 78:60). Dementsprechend war auch der Tempel nicht unangreifbar. Und ebenso wie das Nordreich verworfen und im Jahr 722 v. Chr. nach Assur verschleppt wurde (2. Kön. 17:18 - 23), werde Jewe auch das Südreich Juda verwerfen.

16 Du aber, (Jeremia,) bete nicht zugunsten dieses Volks und erhebe nicht ihnen zugunsten Flehen und Gebet, und komme Mir nicht (bittend) entgegen, denn Ich höre dich nicht.

17 Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems?

18 Die Söhne lesen das Holz auf, und die Väter entzünden das Feuer, und die Frauen kneten Teig, um Opferkuchen für die Himmelskönigin (Göttin Astarte) zu bereiten und um anderen Elohim Trankopfer zu opfern, um Mich zu grämen.

19 Grämen sie Mich ¬ Treuewort Jewes ¬ (und etwa) nicht sich selbst zur Beschämung ihres Angesichts?

20 Daher, so spricht Jewe, mein Herr: Da! Mein Zorn und Meine Zorneshitze brechen über diesen Ort herein, über die Menschen und über das Getier und über die Bäume des Gefilds und über die Frucht des Erdbodens; und sie (die Zorneshitze) zehrt auf (brennt) und erlischt nicht.

...

Jewe verwehrte dem Jeremia jegliche Fürbitte (Vers 16). Das hätten wir nicht erwartet. Das läuft unserer von der Gnade geprägten heilsgeschichtlichen Verwaltung (griech. oikonomia, Haushaltung, Verfahrensordung) völlig zuwider. Aber der Zorn Jewes musste über Juda ausgegossen werden ¬ anders waren sie nicht zurechtbringen.

Die Familien überall in Juda dienten der Himmelskönigin (Verse 17 + 18). Dies ist eine Bezeichnung für die babylonische Göttin Ischtar, der die kanaanäische Göttin Astarte entspricht. Sie hieß auf Hebräisch Aschera, auf Griechisch Artemis, ferner auf Lateinisch Diana und auf althochdeutsch Ostarun und war die Göttin der Glückseligkeit, der Fruchtbarkeit und der Liebe. Stephanus sprach vor dem Synedrium zwar nicht von ihr, was er aber sagte, war typisch für Israel: »Da wandte Sich Gott von ihnen ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels Gottesdienst darzubringen« (Ap. 7:42).

So kränkte Juda Jewe überaus (Vers 19). Heute rechnet Er den Menschen die Kränkungen, die sie Ihm zufügen, nicht an (2. Kor. 5:19).

Die Zorneshitze Jewes werde nicht erlöschen (Vers 20). Sie erlosch erst im Jahr 536 v. Chr. mit der Erlaubnis des persischen Königs Kyros II. des Großen, den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen und aus dem Exil zurückkehren zu dürfen (Esra 1:2, 3; 2; Jer. 25:11).

Sie gehorchten nicht

21 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Fügt (nur) euren Opfern eure Hinaufweihegaben hinzu und esst Fleisch! (Aber was soll Mir glaubensloses Ritual?)

22 Denn nicht redete Ich (darüber) mit euren Vätern, und nicht gebot Ich ihnen an dem Tag, da Ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, mit Worten bezüglich der Hinaufweihegabe und des Opfers,

23 sondern dieses Wort gebot Ich ihnen, sprechend: Hört auf Meine Stimme, und Ich werde euch zum Elohim, und ihr, ihr werdet Mir zum Volk. Und ihr wandelt auf all dem Weg, den Ich euch gebieten werde, damit es euch wohlergehe.

24 Aber nicht hörten (gehorchten) sie, und nicht reckten (streckten aus) sie ihr Ohr, und sie wandelten in (ihren) Ratschlüssen, im Harnisch (in der Verstockung) ihres bösen Herzens, und sie waren hinter (Mir) und nicht zu (Meinem) Angesicht (gewandt).

25 Von dem Tang an, da eure Väter aus dem Land Ägypten herausgingen, bis zu diesem Tag entsandte Ich all Meine Diener, die Propheten, zu euch, des Tages früh aufstehend und entsendend.

26 Aber nicht hörten sie auf Mich, und nicht reckten sie ihr Ohr, und sie verhärteten ihr Genick, sie taten Böses, mehr als ihre Väter.

27 Und redest du all diese Worte zu ihnen, so werden sie nicht auf dich hören, und rufst du ihnen zu, so werden sie dir nicht antworten.

28 Und du sprichst zu ihnen: Dies ist die Nation (derer), die nicht auf die Stimme Jewes, ihres Elohims, hörten und Erziehung nicht annahmen; verloren ging die Glaubenstreue, und (sie) ist abgeschnitten (verschwunden) aus ihrem Mund.

...

Jewe lehnte die Opfer Judas ab (Vers 21). Damit war Er aber nicht gegen die Opfer, die Er durch Mose angeordnet hatte, sondern nur gegen ihre formelle Darbringung ohne rechte Gesinnung. Was sollten Sündopfer (3. Mose 4:13 - 21), wenn sie weiterhin sündigen wollten? Hinaufweihegaben (Brandopfer; 3. Mose 1) standen für die völlige Hingabe an Jewe. Ihre Herzen waren aber ganz und gar nicht Jewe zugewandt.

Beim Auszug aus Ägypten hatte Jewe nur das Passah angeordnet (2. Mose 12:1 - 14), aber noch nicht von Opfern und Darbringungen gesprochen (Vers 2). Jewe hatte Israel geboten, auf Seine Stimme zu hören (2. Mose 15:26). »Gehorchen ist besser als Opfer, aufzumerken besser als Fett der Widder« (1. Sam. 15:22). Und das Wort Jewes in Hosea 6:6 lautet: »Huld (von Herzen kommende Ehrerbietung) gefällt Mir und nicht Opfer, und Erkenntnis Elohims mehr als Hinaufweihegaben.«

Juda aber hörte nicht nur nicht auf die Propheten (Vers 25) und damit auf Jewe (Vers 26), sondern steinigte die Propheten sogar (Mat. 23:37). Wie denn auch Jesaja sagte, dass sie ein Volk von Erbitterten (hartnäckig Widerspenstigen), Verleugnern und Ungehorsamen sind (Jes. 30:9).

Der grauenhafte Götzendienst hat furchtbare Folgen

29 Schere (das Haar) deiner Weihe, (Juda,) und wirf es weg, und erhebe auf den Bergkämmen ein Jammern, denn Jewe verwarf und ließ fahren die Generation Seines Überwallens (überkochenden Zorns),

30 denn die Söhne Judas taten das in Meinen Augen Böse ¬ Treuewort Jewes ¬. Sie setzten ihre abscheulichen (Götzen) in das Haus, auf das zu Mein Name gerufen wird, um es zu verunreinigen,

31 und bauten die Kuppen des Tophet (Opferstätte für Moloch, einen Götzen der Ammoniter), das in der Schlucht des Sohnes Hinnoms ist, um ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer zu verbrennen, was Ich nicht geboten habe noch in Mein Herz hinaufgestiegen ist.

32 Daher, da! Tage kommen ¬ Treuewort Jewes ¬, und dann wird nicht mehr von dem Tophet gesprochen und der Schlucht des Sohnes Hinnoms, sondern von der Schlucht des Umbringens, und man wird im Tophet begraben, weil sonst kein Ort da ist.

33 Und die Leichen dieses Volkes werden den Flatternden der Himmel zur Speise und dem Getier des Landes; und keiner bringt (sie) zum Zittern (scheucht sie auf).

34 Und Ich mache, dass in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems aufhören die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Hochzeiters und die Stimme der Braut, denn zum verwüsteten (Stätte) wird das Land.

...

Das Wort »deiner« in Vers 29 steht im Hebräischen in der weiblichen Form, sodass nicht Jeremia, sondern die Stadt Jerusalem aufgefordert wurde, ihr Haar zum Zeichen der Trauer zu scheren und aufs Ärgste zu jammern.

Viel Böses taten die Söhne Judas (Vers 30). So stellte zum Beispiel König Manasse (698 - 643 v. Chr.) Götzenaltäre und -statuen im Tempel und im Vorhof auf (2. Kön. 21:4, 7).

Das Tophet (Vers 31; übersetzt: Bepauken) war die abscheuliche dem Götzen Moloch geweihte Opferstätte in der Schlucht des Sohnes Hinnoms (heb. Ben Hinom). Über Hinnom und seinen Sohn wissen wir nichts. Die Schlucht liegt unterhalb der südlichen Flanke Jerusalems (Jos. 15:8). Sie wird im Neuen Testament Gehenna genannt.

Manche Familien begingen die grauenhafte Sünde, ihre Kinder dem Moloch hin ins Feuer zu werfen (2. Kön. 17:17; 21:6). So etwas hatte Jewe ausdrücklich verboten (3. Mose 20:2; 5. Mose 18:10; 2. Kön. 23:10).

Die bei der Eroberung Jerusalems umgebrachten Menschen würden im Tophet begraben werden (Vers 32), das heißt nicht, dass sie dort ein Grab bekämen, sondern dass ihre Leichen dort hingeworfen würden. Die Schlucht werde dann einen neuen Namen bekommen: Schlucht des Umbringens (vgl. Jer. 19:6, 11). Das einstige Götzenheiligtum wird zum schauerlichen Ort verwesender, übel riechender Leichenhaufen. Die wilden Tiere werden sich an den Leichen gütlich tun (Vers 33). Mose hatte es vorausgesagt (5. Mose 28:26).

Kapitel 8

Sie werden den Tod vorziehen

1 In jener Zeit ¬ Treuewort Jewes ¬ da wird man herausholen die Gebeine der Könige Judas und die Gebeine seiner Fürsten und die Gebeine der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bewohner Jerusalems aus ihren Gräbern.

2 Und man wird sie ausbreiten der Sonne und dem Mond und allem Heer der Himmel, welche sie liebten und denen sie dienten und hinter denen her sie wandelten und denen sie nachforschten und denen sie sich (huldigend) hinwarfen. Nicht werden sie gesammelt und nicht werden sie begraben, zu Dung auf dem Angesicht des Erdbodens werden sie.

3 Und der Tod wird erwählt, mehr als das Leben, von all dem Überrest der Verbliebenen aus dieser bösen Sippe an all den Orten, wohin Ich die Verbliebenen versprengte ¬ Treuewort Jewes der Heere ¬.

...

Aus seinem Grab herausgeholt zu werden und damit der Vergessenheit anheimzufallen, war eine größere Schande, als unbestattet zu bleiben (2. Kön. 23:17).

Die Gestirne, die sie anbeteten (2. Kön. 21:3 - 5; Ap. 7:42) und denen ihre Gebeine hingeworfen werden, werden sie nicht auferwecken können.

Den Verbliebenen und Zerstreuten, Verschleppten und Versklavten, die den Tod dem Leben vorziehen, wird man kaum einen Vorwurf machen können. Selbstmord ist Mord, muss aber in extremen Ausnahmesituationen akzeptiert werden. Vor dem Suizid bewahrt werden dürfte derjenige, der Gott glaubt, dass gar nichts und gar niemand ihn von der Liebe Gottes zu scheiden vermag, die in Christus Jesus ist (Röm. 8:35 - 39).

Ein Volk ohne Einsicht

4 Und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe: Fällt man und steht nicht wieder auf, oder kehrt einer (vom richtigen Weg) ab und kehrt nicht wieder zurück?

5 Weshalb wiederholt dieses Volk ¬ Jerusalem ¬ andauernde Abkehr? Sie halten am Trug fest, weigern sich umzukehren.

6 Ich merkte auf und hörte ¬ nicht recht reden sie; keiner ist umgestimmt (bereuend) über seinem Bösen, sprechend: Was hab' ich (denn) getan? Jeder von ihnen wiederholte zu laufen wie die in der Schlacht (alles) überrennenden Rosse.

7 Selbst der Storch in den Himmeln erkennt seine festgelegten Zeiten, und die Turteltaube und der Mauersegler und der Kranich hüten (beachten) die Zeit ihres Kommens, aber Mein Volk erkennt die Rechtsordnung Jewes nicht.

...

Es ist selbstverständlich, dass ein Gestürzter wieder aufsteht und ein Vogel die Zeit seiner Rückkehr nicht versäumt, aber dem Volk Juda ging das Selbstverständliche ab: die Umkehr von bösen Wegen. »Ein Stier erkennt seinen Erwerber und ein Esel die Krippe seines Eigners, Israel aber erkennt (Mich) nicht, Mein Volk versteht (Mich) nicht« (Jes. 1:3). Die Tiere haben mehr Einsicht als Israel!

Falschheit über Falschheit

8 Ach, wie sprecht ihr: Weise sind wir, und die Tora (Zielanweisung) Jewes ist bei uns! Nun aber, da! Zur Falschheit machte es die Lügenschreibfeder der Schreibenden (Schriftgelehrten).

9 Die Weisen wurden beschämt, sind bestürzt und verfangen. Da! Das Wort Jewes verwarfen sie, und was ist ihnen nun Weisheit?

10 Daher gebe Ich ihre Frauen anderen zu eigen; ihre Gefilde den (sie) rechtmäßig (in Besitz Nehmenden), denn vom Kleinen bis zum Großen bevorteilt, ja bevorteilt sich jeder von ihnen, vom Propheten bis zum Priester ist jeder von ihnen ein Täter der Falschheit.

11 Und sie heilen den Zerbruch der Tochter Meines Volkes auf leichte Weise, sprechend: Friede, Friede!, aber da ist kein Friede.

12 Sie wurden beschämt, denn Greuel taten sie. Doch sogar im Beschämtwerden schämten sie sich nicht, und Zuschandenwerden kennen sie nicht; daher werden sie inmitten der Fallenden fallen, in der Zeit ihrer Heimsuchung werden sie strauchelnd werden, spricht Jewe.

...

Im Prinzip hatten sie Recht: sie waren weiser als die Nationen, weil sie das Gesetz des Mose besaßen (Vers 8; 5. Mose 4:6; Röm. 2:17, 18). Doch die Schriftgelehrten verdrehten das Wort Jewes. Später musste Jesus sie scharf kritisieren: »Ihr macht das Wort Gottes um eurer Überlieferungen willen ungültig« (Mat. 15:6).

Wo war nun ihre Weisheit (Vers 9)? »Vorgebend, weise zu sein, sind sie töricht geworden (Röm. 1:22). Die Weisheit dieser Welt ist bei Gott Torheit (1. Kor. 3:19).

»Friede, Friede!«, ertönte es im ganzen Land (Vers 11; Jer. 6:14). Das Volk hörte diese Botschaft gern. Aber da war kein Friede. Die Friedensparolen werden übrigens kurz vor dem Tag des Herrn wieder zu hören sein (1. Thess. 5:3).

Den Lügenrednern schlug kein Gewissen (Vers 12). Ihre Herrlichkeit bestand in ihrer Schande (Phil. 3:19).

Nur Schrecken ist zu erwarten

13 Ich werde sie wegsammeln, ja wegsammeln ¬ Treuewort Jewes ¬. Keine Trauben (mehr sind) am Rebstock und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist zersetzt, denn Ich bestimmte ihnen solche, die über sie hinwegschritten. ¬

14 Weshalb sitzen wir noch herum? Versammelt euch, und wir gehen in die befestigten Städte und halten dort still, denn Jewe, unser Elohim, machte uns still (brachte uns zum Schweigen) und tränkte uns mit giftigem Wasser, denn wir sündigten gegen Jewe.

15 (Da gibt es wohl ein) Harren auf Frieden, aber da ist kein Gutes, auf die Zeit der Heilung, aber (siehe) da: (da ist nur) Schrecken!

16 Aus Dan hörte man das Schnauben seiner (des Feindes) Rosse, aufgrund der Stimme des lauten Jauchzens seiner Recken schütterte (bebte) das ganze Land. Und sie kamen und fraßen das Land und seine Fülle, die Stadt und die Bewohner in ihr. ¬

17 Denn da! Ich bin es, der Schlangen gegen euch entsendet, ja Vipern, die man nicht beflüstern (beschwören) kann, und sie werden euch beißen ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Rebstock und Feigenbaum ¬ sie werden radikal abgelesen werden (Vers 13) ¬waren Symbole für Israel (Ps. 80:9 - 16; Jer. 24:5; Hos. 9:10; 10:1). Die Menschen zogen sich in die befestigten Städte zurück (Vers 14).¬ Mit vor Angst zugeschnürter Kehle starrten sie auf das giftige Wasser und die giftigen Schlangen (Verse 14 + 17), die hier für Babel stehen, und manche kamen sogar zu der Erkenntnis, dass sie gegen Jewe gesündigt hatten. Aber jetzt war es zu spät. Gegen das giftige Wasser und die Giftschlangen während der Wanderung durch die Wildnis Sinai gab es göttliche Heilmittel (2 Mose 15:25; 4. Mose 21:8). Doch nun blieben nur Schrecken und Todesfurcht (Vers 15).

Das Heer Nebukadnezars befand sich schon im Losteil Dans und rückte immer näher (Vers 16; Jer. 4:15). Nicht nur das Land bebte unter seiner alles verzehrenden Gewalt (Vers 16), sondern auch die Herzen aller in Juda.

Jeremias Klage

18 Ich reiße mich über dem Kummer zusammen; mir ist mein Herz siech.

19 Da! Die Stimme des Rufs um Rettung der Tochter meines Volkes (kommt) aus einem fernen Land: Ist Jewe nicht in Zion, ja, ob ihr König nicht darin ist? ¬ Weshalb grämten sie Mich mit ihren Götzenskulpturen, mit ausländischen Dunst-(Nichtigkeits-)Gebilden?

20 Die Ernte ging vorüber, der Sommer ist ganz vorbei, und wir, wir wurden nicht gerettet.

21 Aufgrund des Zerbruchs der Tochter meines Volkes bin ich zerbrochen; ich bin verdüstert, (innerliche) Verödung (Lähmung) hält mich (fest).

22 Ist kein Mastix (ein Harz; Balsam) in Gilead (Losteile der Stämme Gad, Ruben und Manasse auf der Ostseite des Jordans), ja, ob kein Heiler dort ist? Weshalb denn (kommt) keine Genesung auf die Tochter meines Volkes?

23 Wer gibt's, dass mein Haupt Wasser wäre und mein Auge eine Quelle der Tränen, so würde ich tags und nachts die (von Waffen) Durchbohrten (Erschlagenen) der Tochter meines Volkes beweinen.

...

Jeremia war aufs Äußerste bedrückt. Der Kummer über sein Volk brach ihm das Herz.

Jeremia hörte von den Rufen nach Rettung der 606 und 598 v. Chr. von Nebukadnezar nach Babel Weggeführten. Ob denn ihr Retter nicht in Zion und für sie tätig sei (Vers 19)? Da fällt den Verzweifelten der Sachverhalt ein: sie hatten Jewe mit ihrem Götzendienst gekränkt (Vers 19 b).

Jeremia klagt und stellt die rhetorische Frage, ob es keinen Balsam für Juda gebe, keine heilende Salbe (Vers 22); er weiß, es gibt kein Heilmittel für solche, die am Bösen festhalten. Es blieb nur das Gericht. Aufgrund ihrer Bosheit und Härte und ihres unumsinnenden Herzens speicherten sie sich selbst Zorn auf für den Tag des Gerichts Gottes, der jedem seinen Werken gemäß vergelten wird (Röm. 2:5, 6).

In Anbetracht all der Tatsachen kann Jeremia nur noch weinen, unaufhörlich weinen (Vers 23). Jeremia ¬ der weinende Prophet. Jesus handelte ähnlich, als Er über Jerusalem schluchzte (Mat. 23:37; Luk. 13:34).

Das Mitleiden Jeremias entsprach dem Gottes, dem Vater des Mitleids und Gott allen Zuspruchs (2. Kor. 1:3), der jetzt aber eine andere Sprache mit Seinem Volk reden musste, um es zurechtzubringen.

Sittenverfall und falsche Götter

(Jer. 9 + 10)

Kapitel 9

Vom sittlichen Verfall des Volkes

1 Wer gibt mir (Jeremia) in der Wildnis ein Nachtquartier für Reisende, so will ich mein Volk verlassen und von ihnen weggehen, denn sie alle sind Ehebrecher, Verräter (bezüglich der) Enthaltsamkeit (am Sabbat enthält man sich der Arbeit) (oder: eine Rotte von Verrätern). ¬

2 Und sie spannten ihre Zunge, ihren Bogen der Falschheit, und nicht zur Glaubenstreue hin sind sie mächtig im Lande, denn von Bösem zu Bösem gingen sie hinaus (aus dem Haus), und Mich erkennen sie nicht ¬ Treuewort Jewes ¬.

3 Hütet euch, jedermann vor seinem Gefährten, und sichert euch nicht in irgendeinem Bruder, denn jeder Bruder überlistet, ja überlistet, und jeder Gefährte wandelt Klatschkram (redend).

4 Und sie bewitzen (nasführen, zum Narren halten) jedermann seinen Gefährten, und Wahrheit reden sie nicht; sie lehrten ihre Zunge, Falschheit zu reden, sie sind erschöpft vom Verkrümmen (der Wahrheit).

5 Du wohnst inmitten des Trugs; im Trug weigerten sie sich, Mich zu erkennen ¬ Treuewort Jewes ¬.

6 Daher, so spricht Jewe der Heere: Da! Ich bin ihr Schmelzer, und Ich prüfe sie; denn wie sollte ich anders tun angesichts der Tochter Meines Volks?

7 Ein geschächteter (seeleloser, erbarmungsloser) Pfeil ist ihre Zunge, Trug redete sie. Mit seinem Mund redet einer Frieden mit seinem Gefährten, aber in seinem Innern lauert er ihm auf.

8 Sollte Ich aufgrund von diesem sie nicht heimsuchen ¬ Treuewort Jewes ¬, ob sich an einer Nation wie dieser Meine Seele nicht rächen sollte? ¬

9 Über die Berge erhebe ich Weinen und Wehgesang und über begehrte (Fluren der) Wildnis eine Bejammerung, denn sie wurden angezündet, sodass niemand mehr darüber hingeht, und nicht mehr hört man die Stimme des Viehs; vom Flatternden der Himmel bis zum Getier wurden sie verstoßen, (sie) zogen weg. ¬

10 Und Ich mache Jerusalem zu Geröll, zum Gehege der Untiere (Schakale), und die Städte Judas mache Ich zur Öde, sodass niemand mehr darin wohnt. ¬

11 Wer ist der weise Mann, sodass er dies versteht, und (wer ist's), zu dem der Mund Jewes geredet hat, ja, dass er es berichtet? Auf was hin ist das Land verloren gegangen, ist angezündet wie die Wildnis, sodass keiner mehr darüber hingeht? ¬

12 Und Jewe sprach: Aufgrund dessen, dass sie Meine Tora (Zielanweisung) verließen, die Ich vor ihr Angesicht gab, und sie nicht auf Meine Stimme hörten und nicht ihr gemäß wandelten

13 und in der Umharnischung (Panzerung, Verschlossenheit) ihres Herzens und hinter den Baalim einhergingen, was ihre Väter sie gelehrt hatten.

14 Daher, so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich speise sie, ja dieses Volk, mit Wermut, und Ich tränke sie mit Giftwassern,

15 und Ich zerstreue sie unter die Nationen, die sie nicht näher gekannt hatten, sie und ihre Väter, und Ich entsende das Schwert hinter ihnen her, bis Ich sie dahingemacht habe.

...

Der sittliche Verfall des Volkes war erschütternd, und die Folgen werden es nicht minder sein.

Jeremia wollte lieber sein Volk verlassen (Vers 1), als seine Seele durch das Mitansehenmüssen ihrer Sünden ständig peinigen zu lassen (vgl. 2. Pet. 2:7, 8). Und sie schritten zu Ärgerem fort (vgl. 2. Tim. 3:13).

Heißt es in Vers 2 noch »Mich erkennen sie nicht«, so sagt Vers 5, dass sie sich weigerten, Jewe zu erkennen; sie wollten nichts mit Ihm zu tun haben.

Da die Güte Jewes Sein Volk nicht zur Umsinnung brachte, muss Er sie schmelzen (Vers 6). Vom Schmelzen wie man Silber ausschmilzt, sprach Jewe mehrfach (Jes. 1:25; 48:10; Sach. 13:9; Mal. 3:3; Ps. 66:10). Wer die Barmherzigkeit Jewes ablehnt, muss durch Zornesgerichte zurechtgebracht, geschmolzen, geläutert werden.

In Erwartung der fast völligen Vernichtung seines Volkes und Landes brach Jeremia wieder in Jammern und Weinen aus (Vers 9; vgl. Jer. 8:23).

Auf die Frage Jeremias, wer denn weise sei zu verstehen, warum das Land verwüstet werden würde (Vers 11) ¬ an sich war Israel aufgrund der Tora weise (5. Mose 4:6) ¬, folgt die Feststellung Jewes, dass Israel den Gesetzesbund verlassen und Ihm nicht gehorcht hatte (Vers 12). Darum werde Jewe sie unter alle Nationen zerstreuen ¬ Mose hatte es schon angesagt (5. Mose 28:64) ¬, und sie würden »alldahingemacht« werden (Vers 15). Das hebräische Wort für alldahinsein, KLE, punktiert KaLaH, bedeutet aber auch »vervollständigt sein«, sodass keine völlige Vernichtung zum Ausdruck gebracht wird, sondern dass Unvollständiges beendet und etwas Neues heraufgeführt wird.

Aufforderung zum Wehgesang

16 So spricht Jewe der Heere: Versteht und ruft die Bejammernden (den Dienst der Bejammerung Tuenden), sodass sie kommen, und entsendet zu den weisen (Klageweibern), sodass sie kommen

17 und sich beeilen und über uns einen Wehgesang erheben, sodass die Tränen aus unseren Auen herabstürzen und unsere Wimpern von Wasser triefen.

18 Denn der Schall des Wehgesangs wird gehört aus Zion: Wie sind wir dahingerafft! Wir sind überaus beschämt, denn wir mussten das Land verlassen, denn sie warfen (rissen) unsere Wohnungen nieder.

19 Denn hört, ihr Weiber, das Wort Jewes, und euer Ohr nehme das Wort Seines Mundes auf. Und lehrt eure Töchter den Wehgesang, und die Ehefrau lehre ihre Gefährtin die Bejammerung.

20 Denn der Tod stieg in unsere Fenster hinauf, er kam in unseren Hochburgen an, abzuschneiden (wegzuraffen) das Kind von der Straße, die Erwählten (wehrdiensttauglichen Jünglinge) von den Plätzen.

21 Rede du: So (lautet) das Treuewort Jewes: Die Leichen der Menschen werden wie Dung auf das Angesicht des Gefilds fallen und wie eine Garbe hinter dem Ernter (Schnitter), und da ist keiner, der aufsammelt.

...

Eigentlich sollten von Zion her Freudenrufe und Jauchzen zu hören sein (Sach. 9:9) ¬ umso schmerzlicher jetzt der bittere, verzweifelte Wehgesang!

Israel wird bald wieder Anlass zum Jammern haben, wie unser Herr Jesus auf dem Weg zu Seiner Hinrichtung ankündigte: »Ihr Töchter Jerusalems, jammert nicht über Mich, jammert indessen vielmehr über euch selbst und über eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, an denen man sagen wird: Glückselig sind die Unfruchtbaren, Leiber, die nicht geboren, und Brüste, die nicht genährt haben! Dann wird man anfangen, den Bergen zuzurufen: Fallt auf uns!, und den Hügeln: Bedeckt uns!« Luk. 23:28 - 30).

Worin man sich rühmen soll

22 So spricht Jewe: Nicht prahle (lobe sich selber, rühme sich) der Weise in seiner Weisheit, und nicht prahle der Mächtige in seiner Macht, nicht prahle der Reiche in seinem Reichtum,

23 sondern in diesem prahle der Prahlende (rühme sich der sich Rühmende): Klug zu werden und Mich zu erkennen, dass Ich, Jewe, es bin, der da erschafft die Huld, das Recht und die Rechtfertigung im Land, denn an diesem habe Ich Gefallen ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Nur Jewe kann bewirken, dass Huld, Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen im Lande herrschen, denn Gerechtigkeit und rechtes Gericht (Zurechtbringung) sind Seines Thrones Basis, und Huld und Wahrheit gehen Seinem Angesicht voran (Ps. 89:15). Darum gilt es, Ihn zu erkennen. Ihn zu erkennen, das ist das äonische Leben (Joh. 17:3). Und wer Ihn erkannt hat und in Ihm lebt, rühmt sich nicht mehr selber, sondern der rühmt sich glaubend im Herrn (1. Kor. 1:31).

Heimsuchung der Unbeschnittenheit des Herzens

24 Da! Tage kommen ¬ Treuewort Jewes ¬, da suche Ich heim an allen Beschnittenen, auch an den Unbeschnittenen,

25 an Ägypten und Juda und an Edom und an den Söhnen Ammons und an Moab und an allen mit gestutztem Bart, die in der Wildnis wohnen, denn all die Nationen sind Unbeschnittene, und das ganze Haus Israel, sie sind unbeschnittenen Herzens.

...

Das Abschneiden eines Stückchens Fleisches ermahnte die Israeliten stets daran, alle und jede fleischliche Gesinnung abzulegen. Wer die Vorhaut seines Herzens nicht wegnahm, rief die Zorneshitze Jewes hervor (Jer. 4:4).

Der Apostel Paulus schreibt: »Beschneidung ist zwar nützlich, wenn du das Gesetz in die Tat umsetzt; wenn du aber ein Übertreter des Gesetzes bist, ist deine Beschneidung Unbeschnittenheit geworden. ... Denn nicht der ist Jude, der es sichtbar ist; noch ist das Beschneidung, was sichtbar am Fleisch geschieht; sondern der ist Jude, der es innerlich, im Verborgenen, ist; und Beschneidung des Herzens ist im Geist, nicht im Buchstaben; dem wird Lobpreis zuteil, zwar nicht von Menschen, sondern von Gott« (Röm. 2:25 - 29).

Kapitel 10

Die Götter des Dunstes im Vergleich zu dem lebendigen Elohim

1 Hört das Wort, das Jewe über euch redet, Haus Israel!

2 So spricht Jewe: Den Weg (die Weise) der Nationen erlernt nicht, und durch die Zeichen der Himmel werdet nicht bestürzt, wenngleich die Nationen durch sie bestürzt werden.

3 Denn die (rituellen) Satzungen der Völker: ein Dunstgebilde ist es, denn Hölzernes ist's, einer haute es aus dem Wald heraus, ein Machwerk der Hände des Bearbeiters, gemacht mit dem Beil (Hohleisen);

4 mit Silber und Gold verschönt er es, mit Nägeln und mit Hämmern geben sie ihnen (den Figuren) Halt, sodass nichts torkelt.

5 Wie eine Palme aus Metalltreibarbeit sind sie und reden nicht; sie müssen getragen, ja getragen werden, denn sie können nicht gehen. Fürchtet (euch) nicht vor ihnen, denn sie tun nicht Böses, und auch wohltun können sie nicht.

6 Keiner ist wie Du, Jewe! Groß bist Du, und groß ist Dein Name aufgrund (Deiner) Macht.

7 Wer sollte Dich nicht fürchten, Regent der Nationen? Denn Dir gebührt es, denn inmitten aller Weisen der Nationen und in all ihrer Regierung ist keiner wie Du!

8 Und einheitlich verdummen und narren sie; das Züchten (das Bemühen um Ertrag): es ist Holz (hölzern, nichtssagend).

9 Gestampftes Silber wird aus Tarsis (Hafenstadt an der iberischen Westküste) gebracht und Gold aus Uphas (Lage unbekannt), Machwerk des Bearbeiters und der Hände des Schmelzers ist's. Violettpurpur und Rotpurpur ist ihre Kleidung, Machwerk der Weisen (Fachkundigen) sind sie alle.

10 Aber Jewe Elohim ist Wahrheit; Er ist der lebendige Elohim und der äonische König. Aufgrund Seines Grimmes schüttert das Land, und nicht können Nationen Sein Drohen ertragen.

11 Dementsprechend sprecht ihr zu ihnen (den Götzen): Die Elah (die Götter), die die Himmel und das Firmament nicht erschufen, sie werden sich aus dem Land und unter diesen Himmeln verlieren.

12 Der das Land in Seiner Kraft erschuf, der das übrige Land in Seiner Weisheit bereitete, Er streckte die Himmel in Seiner Verständigkeit aus.

13 Zum Schall (des Donners) gibt Er das Getümmel (Gewirbel) der Wasser in den Himmeln, und Er machte Nebel aufsteigen vom Ende des Landes, Blitze machte Er dem Regen und machte den Wind herausgehen aus seinen Vorratskammern.

14 Dumm ist jeder Mensch, fern von Erkenntnis, beschämt ist jeder Schmelzer aufgrund seiner Götzenskulpturen, denn Trug ist sein Gusswerk, und nicht ist Geist darin.

15 Dunstgebilde sind sie, Machwerk, das Hintergehungen (dient); in der Zeit der Heimsuchung gehen sie verloren.

16 Nicht wie diese ist das ausgeglichene Losteil Jakobs, denn der Former des Alls ¬ Er (ist's), und Israel ist der Stamm Seines Losteils, Jewe der Heere ist Sein Name.

...

Was sollen die lächerlichen Götzen? Wie kann man nur auf sie hereinfallen? Weil Fleisch sich Gott nicht unterordnen kann (Röm. 8:7) und Gott viele Menschen in die Begierden ihres Herzens dahingegeben hat (Röm. 1:24). ¬ Götzendienst ist nicht harmlos, weil Dämonen dahinter stehen. »Was die Nationen opfern, das opfern sie den Dämonen« (1. Kor. 10:20). Jeder, der einem Götzen vertraut, wird charakterlich in das Bild seines Götzen umgestaltet (Ps. 115:8).

Niemand ist Jewe gleich (Vers 6; Ps. 86:8). Er allein ist groß und herrlich. Er ist der Regent der Nationen (Vers 7). Wenngleich zur Zeit noch nicht sichtbar, ist Er der allezeit Allmächtige und alles Bewirkende (Eph. 1:11). »Jewe regiert«, wusste schon der Psalmist (Ps. 93:1).

»Jewe Elohim ist Wahrheit« (Vers 10). An Ihn, den allein wahren Gott, in welchem nur Wahrheit ist, soll man sich halten. Er ist der lebendige Elohim; Götzen dagegen sind ganz und gar nicht lebendig. Er ist der äonische König; Er wird in den beiden bevorstehenden Äonen von Jerusalem aus regieren. Demgemäß soll Israel zu den Nationen sagen ¬ vermutlich ist Vers 11 in Aramäisch, der damaligen Handelssprache, abgefasst ¬, dass ihre Elah (Götter) Abgötter sind (Ps. 96:5).

Dumm ist jeder Mensch (Vers 14). Erkenntnis und Weisheit wachsen ihm nur in der Furcht Jewes (Ps. 111:10; Spr. 1:7) und durch Sein Wort zu.

Jewe ist ganz anders als ein geistloses Gusswerk; Er ist der Schöpfer des Alls, der Sich Israel als Basis für Sein Handeln auf der Erde auserwählt hat (Vers 16). Daher auch ist das Losteil Jakobs ein elementar anderes als das der Nationen; es wird nicht verloren gehen. Israel ist Jewes Sondergut (2. Mose 19:5). Der Begriff »Stamm« kann einen Stecken, ein Zepter wie auch einen Volksstamm oder gar ein Volk bezeichnen. Hier ist dieses Wort wohl so zu verstehen, dass Israel der Mittelpunkt, das Zepter oder das Volk zur Regierung des die gesamte Erde umfassenden Losteils Jewes ist.

Ankündigung der Wegführung

17 Sammle deinen Kram aus dem Land zusammen, die du in der Belagerung festsitzt.

18 Denn so spricht Jewe: Da! Diesmal schleudere Ich die Bewohner des Landes weg, und Ich bedränge sie, damit sie (die Feinde) sie finden. ¬

19 (Jeremia spricht, sich mit Juda identifizierend:) Wehe mir aufgrund meines Zerbruchs! Krankmachend ist meine Schlagwunde! Und ich, ich sprach: Dies ist eben die Krankheit, und ich werde sie tragen.

20 Mein Zelt ist dahingerafft, und all meine umspannenden Seile sind auseinander gerissen. Meine Söhne gingen von mir hinaus, und sie sind nicht mehr da. Da ist keiner mehr, der mein Zelt ausstreckt, und keiner, der meine Teppiche erstellt (oder: ausbreitet).

21 Denn dumm wurden die Hirten, und nach Jewe forschten sie nicht; darum wurden sie nicht klug, und ihre ganze Herde wurde zerstreut.

22 Stimme (Wortlaut) des Gehörten: Da! Es kommt! Und großes Schüttern (kommt) aus dem Land des Nordens, die Städte Judas zur Öde zu machen, zum Gehege der Untiere (Schakale).

...

Juda wird belagert werden (Vers 17), und dann wird das ganze Volk weggeschleudert, weggeführt (Vers 18) und zerstreut (Vers 21). Jerusalem wird einem zerstörten Zelt gleichen (Vers 20) und das Land zur Öde werden (Vers 22). Große Schuld daran haben die Hirten, die Führer des Volkes (Vers 21).

Juda sieht dies alles auf sich zukommen und wehklagt (Vers 19). Jeremia wehklagt ebenfalls, mit seinem Volk mitfühlend. Juda muss diese Last tragen, und Jeremia trägt sie mit. Der Glaubende kann die Last in Erwartung der zukünftigen Rettung tragen (Micha 7:9).

Das Gebet des Propheten

23 Jewe, ich erkenne, dass es dem Menschen nicht (zu eigen ist) seinen Weg (zu bestimmen), nicht dem wandelnden Mann, seine Schritte zu bereiten.

24 Züchtige mich erziehend, Jewe, jedoch nur in der Zurechtbringung, nicht in deinem Zorn, dass Du mich nicht weniger werden lässt.

25 Schütte Deine Zorneshitze auf die Nationen aus, die Dich nicht näher kennen, und auf die Sippen, die Deinen Namen nicht näher kennen, und auf die Sippen, die Deinen Namen nicht anrufen, denn sie fraßen Jakob, ja sie fraßen ihn und machten ihn alldahin, und seine Heimat machten sie öde.

...

Jeremia hatte erkannt, dass Jewe der Allmächtige ist, der alles Bewirkende (Vers 23 Eph. 1:11), der alles werden macht, der alle Gedanken und Entscheidungen hervorruft. Viele Male bezeugt die Heilige Schrift, dass Jewes Ratschluss ersteht und Er alles, was Ihm gefällt, in den Himmeln und auf der Erde tut (Jes 45:7; 46:9, 10; Ps. 115:3; 135:6; Spr. 16:1). »Das Herz des Menschen erdenkt sich seinen Weg, aber Jewe bereitet seine Schritte« (Spr. 16:9). Auch König Nebukadnezar erkannte: »Alle, die auf Erden weilen, sind wie nichts zu rechnen. Seinem Willen gemäß verfährt Er mit der Heerschar der Himmel und mit denen, die auf Erden weilen. Tatsächlich kann niemand Seiner Hand wehren und zu Ihm sagen: Was tust Du?« (Dan. 4:32).

Dann bat Jeremia um eine maßvolle Züchtigung (Vers 24; Ps. 6:2), zumal Gottes Gerichte sinnvoll sind und zurechtbringend. Wieder identifizierte der Prophet sich mit seinem Volk, bereit, die Züchtigung mitzutragen. Der Prophet Habakuk weiß: »Im Zorn gedenkst Du, Dich zu erbarmen« (Hab. 3:2).

In Jeremia 46:28 findet sich Jewes Zusage der Erhörung der Bitte. Jewe wird Israel mit Maßen züchtigen.

Die Vergeltung der bösen Taten der Nationen (auch wenn wir nicht in der Lage sind, das rechte Maß für die im Auftrag Jewes Israel zerstörenden Nationen zu finden) ist nur gerecht (Vers 25; Ps. 79:6). Schon dem Abraham war gesagt worden: »Ich will segnen, die dich segnen; und Ich verdamme den, der dich verflucht« (1. Mose 12:3). Und Mose bekräftigte: »Wer dich segnet, wird gesegnet, und wer dich verdammt, wird verdammt« (4. Mose 24:9; 5. Mose 30:7). Das ist gerecht.

Des Volkes Bundesbruch und die Folgen

(Jer. 11 - 13)

Kapitel 11

Die Worte des Bundes

1 Das Wort, das Jeremia von Jewe zuteilwurde, sprechend:

2 Hört die Worte dieses Bundes, und ihr redet zu jedem in Juda und zu den Bewohnern Jerusalems.

3 Und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe, der Elohim Israels: Verdammt ist der Mann, der nicht auf die Worte dieses Bundes hört,

4 die Ich euren Vätern gebot an dem Tag, da Ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, aus dem eisernen Schmelzbecken, sprechend: Hört auf Meine Stimme, und ihr tut gemäß allem, was Ich euch gebiete, und ihr werdet Mir zum Volk, und Ich, Ich werde euch zum Elohim,

5 um den Schwur zu erfüllen, den Ich euren Vätern schwor, ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt, wie an diesem Tag (zu ersehen ist). Und ich antwortete und sprach: Amen, Jewe!

6 Und Jewe sprach zu mir: Rufe all diese Worte in den Städten Judas aus und in den Straßen Jerusalems, sprechend: Hört die Worte dieses Bundes, und ihr tut sie.

7 Denn Ich bezeugte, ja bezeugte euren Vätern an dem Tg, da Ich sie aus dem Land Ägypten heraufbrachte, und bis zu diesem Tag, früh aufstehend und bezeugend, sprechend: Hört auf Meine Stimme!

8 Aber nicht hörten sie, und nicht reckten sie ihr Ohr, und sie gingen jedermann in der Panzerung seines bösen Herzens; so brachte Ich über sie alle Worte dieses Bundes, die Ich ihnen zu tun geboten hatte und die sie nicht getan haben.

...

Wer Jewe fürchtend und ehrend willig hört, der gehorcht auch.

Was Jeremia verbreitete, wo er konnte, war seinen Mitmenschen durchaus bekannt, sowohl dass Jewe geschworen hatte, ihnen das Land zu geben (Vers 5; 1. Mose 22:16; 26:3; Luk. 1:7:73), als auch, dass jeder verflucht ist, der nicht bei allen in der Rolle des Gesetzes geschriebenen Geboten bleibt, um sie zu erfüllen (Vers 3; Gal. 3:10;

5. Mose 27:26; 28:15). Was sollte nun aus der den Vätern gegebenen Verheißung werden? Unter dem Gesetz des Mose musste das Tun zum Glauben hinzukommen; nur die Täter des Gesetzes wurden gerechtfertigt (Röm. 2:13; 5. Mose 30:16; Hes. 20:11).

Jeremias Verkündigung und Ermahnung enthielt die Verheißung, dass derjenige, der die Worte des Bundes von Herzen hört, in die Lage versetzt werde zu tun, was geboten ist (Verse 4 + 6). Jenen wenigen gilt dann: »Der Gerechte wird aus Glauben leben« (Röm. 1:17; Hab. 2:4); sie werden im Lande wohnen.

Der Bundesbruch

9 Und Jewe sprach zu mir: Es findet sich ein verschwörerisches Einvernehmen in der Mannschaft Judas und bei den Bewohnern Jerusalems:

10 Sie wandten sich zurück zu den Vergehungen ihrer Vorväter, die sich weigerten, Meine Worte zu hören: und sie wandelten hinter anderen Elohim her, ihnen zu dienen. Das Haus Israel und das Haus Juda zerbröckelten Meinen Bund, den Ich mit ihren Vätern geschnitten (geschlossen) habe.

11 Daher, so spricht Jewe: Da! Ich bringe Böses zu ihnen, dem sie nicht entgehen können, und sie werden wehschreien zu Mir, aber Ich werde sie nicht hören.

12 Und es werden die aus den Städten Judas und die Bewohner Jerusalems hingehen und wehschreien zu den Elohim, denen sie räuchern, aber sie retten, ja retten sie nicht in ihrer bösen Zeit.

13 Denn an Zahl gleich deiner Städte sind deine Elohim geworden, Juda, und an Zahl gleich der Straßen Jerusalems legtet ihr dem Schandgötzen Altäre an, Altäre, um dem Baal zu räuchern.

...

Es war, als hätten sie sich verschworen, in den Sünden ihrer Väter fortzufahren (Verse 9 + 10; Apg. 7:51). Wer aber nicht auf Jewe hört ¬ damit begann die Zerbröckelung des Bundes ¬, wird sich anderen Elohim zuwenden und so den Bund brechen. Baal (Vers 13), auf Deutsch: Eigner, war ein Götze Kanaans.

Juda hörte nicht auf Jewe; so hört Jewe nicht mehr auf Juda (Verse 10 + 11). Wer Jewe ablehnt, den hört Er nicht (Spr. 1:24 - 32; Jes. 1:15).

Keine Fürbitte für Juda

14 Du (Jeremia) aber, bete nicht zugunsten dieses Volkes, und erhebe nicht ihnen zugunsten Flehen und Gebet, denn Ich höre nicht in der Zeit, da sie zu Mir rufen, weil ihnen Böses (widerfuhr).

15 Was will Mein befreundetes (Volk) (noch) in Meinem Haus (Tempel)? Sie (Jerusalem) bereitete die Ränke der Vielen und das Opferfleisch des Heiligtums. (Weib Jerusalem), sie (die Opfer) gehen (nutzlos) an dir vorüber, denn sie sind böse, dann (nach der Darbringung) wirst du (dich selbst täuschend) froh.

16 »Üppiger Ölbaum, schön der ansehnlichen Frucht«, (so) rief Jewe deinen Namen. Zum Schall einer großen Überfülle (feindlicher Heerscharen) zündete Er (Jewe) ein Feuer wider sie (Jerusalem) an, und seine (des Ölbaums) Äste brechen.

17 Und Jewe der Heere, der dich gepflanzt hat, redete Böses wider dich wegen des Bösen des Hauses Israel und des Hauses Juda, das sie sich selber antaten, dass sie dem Baal räucherten, um Mich zu grämen.

...

Unter dem Gesetz war es nur gerecht, Sünder zu richten. Fürbitte für in der Sünde Beharrende war fehl am Platze (Vers 14).

Da gingen sie in die Weihestätte und brachten Opfer dar (Vers 15), allerdings nur der Form nach, denn ihre Herzen waren weit entfernt von Jewe (Jes. 29:13; Jer. 5:23; Mat. 15:8). Nach dem leeren Ritual waren sie froh in der Meinung, nun von Jewe vor den Feinden bewahrt zu werden.

Ein prächtiger Ölbaum waren Israel und Juda gewesen, Jewe aber gab sie, die Abtrünnigen, dem Feuer dahin, denn: »Jeder Baum, der nicht edle Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen« (Mat. 3:10).

Jeremia wird verfolgt

18 Und Jewe gab mir zu erkennen, und (so) erkannte ich (Folgendes). Damals ließest Du mich ihre Handlungen sehen (durchschauen).

19 Und ich war wie ein Schäflein des Altvertrauten (von alters her Vertrauten, also Gottes), das zum Schlachten geholt wird, und ich erkannte (zunächst) nicht, dass sie wider mich berechnen, ja berechnen (Anschläge planen): Wir wollen den Baum (baumgleichen Mann) in seinem Brot (samt seiner Frucht) (oder: in seinem Brot

(seiner Frucht) stehend) verderben, und wir schneiden ihn ab aus dem Land der Lebenden, und dann wird seines Namens nicht mehr gedacht.

20 Du aber, Jewe der Heere, bist der gerechte Richter, Prüfer der Nieren (des Innersten) und des Herzens! Ich werde Deine Rache an ihnen sehen, denn vor Dir enthüllte ich meinen Hader (Rechtsstreit, Rechtssache).

21 Daher, so spricht Jewe wider die Mannen Anatots (Wohnort Jeremias im Losteil Benjamins), die deine Seele suchen und sprechen: Prophezeie (ja) nicht im Namen Jewes, sonst musst du durch unsere Hand sterben!

22 Daher, so spricht Jewe der Heere: Da! Ich bin der (ihre Bosheit) auf ihnen Heimsuchende: die Erwählten (wehrfähigen Jungmänner) sterben durch das Schwert, ihre Söhne und ihre Töchter sterben durch den Hunger.

23 Und ein Überrest bleibt ihnen nicht, denn Ich bringe den Mannen Anatots Böses, (das) Jahr ihrer Heimsuchung.

...

Der Prophet war in Lebensgefahr (Verse 19 + 21). Jewe hatte es ihn erkennen lassen (Vers 18). Da tat Jeremia das einzig Richtige: er legte seine Rechtssache Jewe vor (Vers 20).

»Ein Prophet ist nicht ungeehrt, außer in seiner eigenen Vaterstadt und seinem Haus« (Mat. 13:57). Es kommt nicht selten vor, dass die Nächststehenden die ärgsten Feinde werden (Micha 7:6; Mat. 10:36).

Jeremia als Schäflein des Altvertrauten (Vers 19) glich gewissermaßen unserem Herrn Jesus Christus, dem Lamm Gottes (Joh. 1:29), das zur Schlachtung geholt wurde (Jes 53:7). Übrigens achtet die Welt die Gläubigen prinzipiell wie Schlachtschafe (Ps. 44:23; Röm. 8:36).

Jewe wird die Gegner Seiner Gesandten richten (Verse 22 + 23). »Mein ist die Rache, Ich werde vergelten (5. Mose 32:35), so spricht der Herr« (Röm. 12:19). Mithin wird Jeremia sich nicht selbst rächen, sondern Frieden halten.

Kapitel 12

Weshalb geht es den Frevlern so gut?

1 Gerecht bist Du, Jewe, so denn ich mit Dir hadere (einen Wortstreit führe). Jedoch rede ich Rechtwiederherstellendes zu Dir: Weshalb hat der Weg der Frevler Gelingen, sind unbekümmert alle Verräter beim Verraten?

2 Du pflanztest sie, sie sind auch noch gewurzelt, sie wuchsen, sie trugen auch noch Frucht; nahe bist Du ihrem Mund, aber fern von ihren Nieren (fern davon, ihre Nieren (ihr Innerstes) zu züchtigen).

3 Aber Du, Jewe, Du erkennst mich, du siehst mich und prüfst mein Herz bei Dir. (Reiße) sie auseinander wie Kleinvieh zum Schlachten, und heilige sie (sondere sie aus) für den Tag des Umbringens.

4 Bis wann noch soll das Land trauern und das Gekräut all des Gefilds vertrocknen? Aufgrund des Bösen der Bewohner darin sammelte es (das Land) die Tiere und das Flatternde hinweg, denn sie sprachen: Nicht sieht Er unser Späteres (Zukünftiges).

Die Antwort Jewes

5 So denn du mit Fußgängern liefst und sie dich (schon) erschöpft machten, wie willst du mit den Rossen wetteifern? Und so du dich (schon) im Land des Friedens sicherst, wie willst du es im Hochstand (Hochwuchs, Dickicht) des Jordans tun?

6 Denn auch noch deine Brüder und das Haus deines Vaters, auch noch sie, sie verrieten dich, auch noch sie, sie riefen aus voller (Kehle) hinter dir her; vertraue ihnen nicht, so denn sie Gutes zu dir reden.

...

Auf die Mordabsichten seiner Mitbürger (Jer. 11:19 + 21) hin fragte Jeremia, warum es den Frevlern so gut gehe (Vers 1; Ps. 73:3 - 12). Er wusste, dass Jewe sie gepflanzt hatte (Vers 2); aber warum züchtigte Er sie nicht? So bat Jeremia Jewe, dass Er sie gerechterweise umbringen möge (Vers 3). Schließlich stand fest, dass sie umkommen werden, wenn ihr Tag gekommen ist (5. Mose 28:15 - 68).

Das ganze Land hatten sie durch ihre Ungerechtigkeiten zugrunde gerichtet, viele Tiere verschmachteten (Vers 4). Bei alledem sprachen sie: Jewe sieht unseren späteren Lebensverlauf nicht, wird uns später nicht richten, als ob Er gar nichts erkenne und wisse (Ps. 73:11).

Die Antwort Jewes war, anders als in Psalm 73:16, 17, nicht grundsätzlicher Art, sondern machte dem Propheten bewusst, was wohl in schwierigen Situationen aus ihm werden könnte, wenn er schon in ruhigen Zeiten ins Wanken gerät. Bedrohlicher als manche wilden Tiere im Dickicht des Jordans waren die Menschen. Jeremia musste sich auf gefährliche Konflikte vorbereiten, zumal er jetzt auch noch von der Feindseligkeit seiner Familie hörte, was ihn gewiss sehr schmerzte.

Jewes Schmerz

7 Ich (Jewe) verließ Mein Haus (den Tempel) und ließ Mein Losteil (Israel) fahren, Ich gab den Freund (Liebling) Meiner Seele in die Hand ihrer Feinde.

8 Mein Losteil wurde Mir wie ein Löwe im Wald; es erhob seine Stimme wider Mich, darum hasste Ich es.

9 Die farbigen Raubvögel sind Mir Mein Losteil, die Raubvögel rings über ihm. Geht, versammelt alles Getier des Gefilds, lasst's eintreffen zum Fressen.

10 Viele Hirten verdarben Meinen Weinberg (Israel), zertrampelten Meine Ebene (Mein Ackerland); sie machten Meine begehrte (wertvolle) Ebene zur öden Wildnis.

11 Sie machten sie zur Öde, verödet trauert sie vor Mir. Verödet ist all das Land, denn niemand nahm sich's zu Herzen.

12 Über alle Bergkämme in der Wildnis kamen Dahinraffende, denn ein Schwert ist Jewe (zu eigen), fressend von (einem) Ende des Landes bis (zum anderen) Ende des Landes; kein Friede ist allem Fleisch.

13 Sie säten Weizen und ernteten Dornen, sie kranken (quälen sich ab), es nützt ihnen nichts. Und sie werden beschämt aufgrund eures Ernteertrags durch das Entbrennen des Zornes Jewes.

...

Schmerzlich war es für Jewe, Sein geliebtes Volk preisgeben zu müssen (Vers 7). Er, der Vater des Mitleids (2. Kor. 1:3), litt mit ihnen, als Er sie in die Hände der Feinde gab.

Unter den Raubvögeln (Vers 9) und in diesem Falle auch unter den Hirten (Vers 10) sind die im Umkreis agierenden feindlichen Völker zu verstehen (2. Kön. 24:2). Sie machten das Land zur Öde (Vers 11).

Jewe Selbst wirkte dies alles, Er führte das Schwert der alles Dahinraffenden (Vers 12). Niemand findet mehr Frieden. Und wenn jemand noch säen und ernten wird ¬ der Ertrag wird beschämend gering sein (Vers 13).

Das Gericht über die Nachbarvölker

14 So spricht Jewe: Wider all Meine bösen Anwohner, die das Losteil angerührt haben, das Ich Meinem Volk Israel zugelost habe: Da! Ich reiße sie aus aus ihrem Erdboden, auch das Haus Juda reiße Ich aus aus ihrer Mitte.

15 Und es wird: Nachdem Ich sie (die Nachbarvölker)) ausgerissen habe, werde Ich zurückkehren und Mich ihrer erbarmen und sie zurückbringen jedermann zu seinem Losteil und jedermann zu seinem Land.

16 Und es wird: Wenn sie die Wege (die Weise) Meines Volkes lernen, ja lernen, (nämlich) in Meinem Namen zu schwören: Bei Jewe, dem Lebendigen!, so wie sie Mein Volk gelehrt hatten, bei Baal zu schwören, so werden sie inmitten Meines Volkes erbaut werden.

17 Wenn sie aber nicht hören, so reiße Ich (jene) Nation aus, sie auszureißen und verloren zu geben ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Auch die Syrer, Moabiter und Ammoniter (2. Kön. 24:2) werden von Babel ausgerissen werden (Vers 14). Und nun merke man auf: Wenn Jewe richtete, so um Sich derer, die daraus gelernt haben, zu erbarmen (Vers 16). Nach der Wiederkunft Jesu zu Israel werden die anderen Völker an dem Heil Israels teilhaben (Jes. 19:23 - 25; Jer. 46:26; 48:47; 49:6). Gott schließt im Übrigen alle in Widerspenstigkeit ein, um Sich aller zu erbarmen (Röm. 11:32).

Kapitel 13

Die Parabel vom linnenen Gürtel

1 So sprach Jewe zu mir: Gehe und erwerbe dir einen linnenen Gürtel und lege ihn um deine Lenden, aber bringe ihn nicht in Wasser.

2 Und ich erwarb den Gürtel gemäß dem Wort Jewes und legte ihn um meine Lenden.

3 Und das Wort Jewes geschah ein zweites Mal zu mir, sprechend:

4 Nimm den Gürtel, den du erworben hast, der deine Lenden umgibt, und stehe auf, gehe gen den Euphrat und vergrabe ihn dort in einer Ritze des Steilfelsens.

5 Und ich ging und vergrub ihn am Euphrat, so wie Jewe mir gebot.

6 Und es geschah am Ende vieler Tage, da sprach Jewe zu mir: Steh auf, gehe gen den Euphrat und nimm von dort den Gürtel weg, den Ich dir dort zu vergraben gebot.

7 Und ich ging gen den Euphrat und schachtete und nahm den Gürtel von der Stelle, wo ich ihn vergraben hatte, und da! Der Gürtel war verderbt, zu nichts taugte er.

8 Und das Wort Jewes geschah zu mir, sprechend:

9 So spricht Jewe: So werde Ich die Erhabenheit (den Hochmut) Judas verderben und die beträchtliche Erhabenheit Jerusalems.

10 Dieses böse Volk, das sich weigert, Meine Worte zu hören, das im Harnisch (der Verstockung) ihres Herzens wandelt und das hinter anderen Elohim herging, ihnen zu dienen und sich ihnen huldigend hinzuwerfen: Es wird wie dieser Gürtel, der zu nichts taugt.

11 Denn so wie der Gürtel den Lenden eines Mannes anhangt, so machte Ich Mir das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda anhangen ¬ Treuewort Jewes ¬, Mir zum Volk zu werden und zum (Mein Wesen ausstrahlenden) Namen und zum Lobpreis und zur Zierde, aber sie hörten nicht.

...

Es mag sein, dass statt »an den Euphrat« »nach Parah« zu lesen ist. Im Hebräischen gleichen sich diese Worte völlig. Parah (Jos. 18:23) lag nur etwa fünf Kilometer von Anatot entfernt, zum Euphrat hin waren es rund 600 km, eine gewaltige Strecke. Wenn »Parah« zutreffen sollte, haben die Mitmenschen Jeremias alles gut beobachten können. Dort liegt ein tiefes Tal, heute Ain Farah genannt, mit Felsspalten.

Da »Parah« an »Euphrat« anklingt oder eben doch vom Euphrat die Rede ist, wurde deutlich, dass das angekündigte Verderben Judas vom Euphrat her bestätigt und damit von Babel vollzogen wird.

Die Parabel von den Weinkrügen

12 Und du sprichst dieses Wort zu ihnen: So spricht Jewe, der Elohim Israels: Jeder Krug (oder: Schlauch) wird mit Wein gefüllt. Und sprechen sie dann zu dir: Sollten wir nicht wissen, ja wissen, dass jeder Krug mit Wein gefüllt wird?,

13 so sprichst du zu ihnen: So spricht Jewe: Da! Ich fülle alle Bewohner dieses Landes und die Regenten, die auf Davids Thron sitzen, und die Priester und die Propheten und alle Bewohner Jerusalems mit Berauschtsein.

14 Und Ich lasse sie zerschellen, jedermann an seinem Bruder und die Väter samt den Söhnen ¬ Treuewort Jewes ¬. Nicht verschone Ich und nicht schone Ich und nicht erbarme Ich Mich, (davon Abstand nehmend,) sie zu verderben.

...

So wie man Krüge mit Wein (hier allerdings ein Symbol für die Zorneshitze Jewes) füllt, werde Juda mit Trunkenheit gefüllt, mithin des Verstandes beraubt (Jes. 29:9), und so wie man Krüge zerschmettert, wird Juda zerschmettert werden.

Ermahnungen

15 Hört und leiht (euer) Ohr, seid nicht hochmütig, denn Jewe redete.

16 Gebt Jewe, eurem Elohim, Herrlichkeit, noch ehe Er verfinstert und noch ehe sich eure Füße an den Bergen der Dämmerung stoßen und ihr auf das Licht harrt und Er alles zu Todesschatten macht, es als Wetterdunkel setzt.

17 Wenn ihr aber dies nicht hört, so weint meine Seele im Verborgenen wegen (eures) Ehrgeizes. Und Tränen tränen, ja tränen und stürzen aus meinem Auge hinab, denn die Herde Jewes ist gefangen.

18 Sprich zum König und zur Königin: Setzt euch zuniederst hin, denn schon stürzte einer die Krone eurer Zierde von eurem Haupthaar hinab.

19 Die Städte im Süden sind verschlossen, und da ist keiner, der sie öffnet. Verschleppt ist Juda insgesamt, verschleppt ist's, ja sie, die Selbstzufriedenen.

...

Jeremia, der weinende Prophet. Das Ende des davidischen Königshauses nahte, und die Verschleppung Judas wird bald geschehen. Da blieb ihm nur das Weinen.

Die Städte im Süden, im Negev, zwar am weitesten vom babylonischen Heer entfernt, waren wahrscheinlich von den Edomitern eingeschlossen.

»Wehe dir, Jerusalem!«

20 Erhebt eure Augen und seht die aus dem Norden Kommenden! Wo ist die Herde, die dir (Jerusalem) gegeben wurde, das Kleinvieh deiner Zierde?

21 Was sprichst du, so denn er (der König Nebukadnezar) (einige), die du, du, lehrtest, ja die altvertrauten (Freunde), über dich bestimmt, ja zum Haupt über dich? Ist's nicht so, dass dich dann Umstrickungen (Wehen) erfassen werden wie eine gebärende Frau?

22 Und so denn du in deinem Herzen sprichst: Weshalb begegnete mir dieses? Infolge der Schwere deiner Vergehung werden (die Bereiche) deiner Schleppen enthüllt, wird deinen Fersen (Beinen) Gewalt angetan.

23 Kann ein Kuschiter seine Haut verwandeln oder ein Leopard seine Tarnflecken? Dann könntet auch ihr, des Bösen kundig, Gutes tun.

24 Und Ich zerstreue sie wie verfliegendes Stroh in den Wind der Wildnis.

25 Dies ist dein Los, die von Mir dir angemessene Zuteilung ¬ Treuewort Jewes ¬, weil du Mich vergessen und dich in Falschheit gesichert hast.

26 So legte auch Ich deine Schleppen frei, sie über dein Angesicht (hochziehend), sodass man deine Entehrung (Scham) sieht.

27 Deine Ehebrechereien und dein lautes Tönen (vor Lust Jauchzen), (das bewusste hurerische) Planen deiner Hurerei auf den Hügeln im Gefild: Ich sah deine abscheulichen (Götzen). Wehe dir, Jerusalem! Nicht reinigst du dich ¬ bis wann denn noch?

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Unter den Altvertrauten dürfen wir hier (Vers 21) Nationen verstehen, mit denen Israel einst ein Bündnis geschlossen hatte und befreundet war (Jes. 39:1 - 7; Hes. 23:14 - 27). Sie werden bald grausam über sie herrschen.

Die Kuschiter, Bewohner Nubiens und Äthiopiens, können ihre Hautfarbe wahrlich nicht ändern. Dementsprechend war Juda so tief in die Sünde verstrickt, dass es sich nicht daraus zu lösen vermochte (Vers 23). So wird es aufs Tiefste entehrt und beschämt werden (Verse 22 + 26). Die Frevler werden vom Winde verweht werden (Vers 24; Ps. 1:4).

Mögen die Völker auch noch heute durch die unter ihnen zerstreut lebenden Juden von der Gerechtigkeit Jewes erfahren und daraus lernen, sodass »jedem der Mund gestopft werde und die gesamte Welt unter den gerechten Spruch Gottes gerate« (Röm. 3:19).

Götzendienst war meist mit Hurerei verbunden (Vers 27). Wann wird Juda rein werden? Erst dann, wenn die Zorneshitze Jewes sie zurechtgebracht hat (Hes. 24:13).

Jeremias Fragen sowie Entsagungen

(Jer. 14 - 16)

Kapitel 14

Bitten und ihre Zurückweisungen

1 Das, was dem Jeremia als Wort Jewes aus Anlass der Dürren zuteilwurde:

2 Juda trauert, und seine Tore sind dahingewelkt, sind verdüstert zur Erde hin, und das Gekreisch Jerusalems steigt hinauf.

3 Und ihre Adeligen entsandten ihre Geringen (Diener) zum Wasser hin. Sie kamen an die Behältnisse (Brunnen, Zisternen), sie fanden kein Wasser, mit leeren Gefäßen kehrten sie zurück, wurden beschämt und wurden zuschanden und verdeckten ihr Haupt.

4 Wegen des Erdbodens, der bestürzt ist, weil kein Platzregen im Land geschah, wurden die Ackersleute beschämt, verdeckten ihr Haupt.

5 Denn auch noch das Schaf im Gefild hat geboren und (ihr Junges) verlassen, denn es gab nichts Keimendes mehr.

6 Und die Wildesel standen auf den Bergkämmen, schnappten nach Wind (Luft) wie die Untiere (Schakale); alldahin sind ihre Augen, denn kein Kraut ist mehr da.

...

Bitte um Gnade

7 Wenn unsere Vergehungen gegen uns antworten, Jewe, tue etwas um Deines Namens willen; denn unserer Abkehrigkeiten sind viele, Dir gegenüber verfehlten wir.

8 (Du) Erharrter Israels, (Du), sein Retter in der Zeit der Bedrängnis, warum wirst Du wie ein Gast im Land und wie ein Reisender, der sich zu nächtigen weggestreckt hat?

9 Warum willst Du wie ein eingeschüchterter Mann (befunden werden), wie ein Mächtiger, der nicht retten kann? Und Du bist doch in unserer Mitte, Jewe, und Dein Name wird über uns ausgerufen; nicht (mögest) Du uns (so) belassen.

...

Zurückweisung der Bitte

10 So spricht Jewe zu diesem Volk: Also liebten sie zu wanken, ihre Füße hielten sie nicht zurück, und nicht hatte Jewe Wohlgefallen an ihnen. Nun gedenkt Er ihrer Vergehung und sucht heim ihre Verfehlungen.

11 Und Jewe sprach zu mir: Bete nicht zugunsten dieses Volkes zum Guten.

12 So denn sie fasten, höre Ich nicht auf ihr Flehen, und so denn sie darbringen Hinaufweiheopfer und Gaben, habe Ich kein Wohlgefallen an ihnen, sondern mit Schwert und mit Hunger und mit Seuche mache Ich sie ganz dahin.

...

Von Dürren sprach Jeremia bereits in Kapitel 3:3 und 12:4. Sie waren Zeichen des Missfallens Jewes und gehörten zu den von Mose für den Fall des Ungehorsams angekündigten Gerichten (3. Mose 26:19; 5. Mose 28:22 - 24).

Die Dürrekatastrophe hatte große Not über alle gebracht (Verse 1 - 6). Der buchstäbliche Wassermangel entsprach der geistlichen Tatsache, dass Juda Jewe, den Brunnen lebendigen Wassers, verlassen hatte (Jer. 2:13)

Jetzt besannen sie sich auf ihren Elohim, der ihnen schließlich helfen müsse. So flehten sie Jewe an, nicht wie ein Fremder oder zurückgezogen Lebender unbeteiligt und untätig zuzuschauen (Verse 7 - 9).

Jewe aber wusste, dass ihr Schuldbekenntnis nicht echt war, sie waren nicht zerbrochenen Herzens (Jes. 61:1; 66:2; Ps. 34:19; 147:3), sondern wollten mit ihren Sünden fortfahren. Somit hatten sie die Konsequenzen zu tragen (Verse 10 - 12). Und wieder wurde Jeremia angewiesen, keine Fürbitte für das Volk einzulegen (Vers 11; Jer. 7:16; 11:14). Gebete gegen den Willen Gottes sind nicht recht (Jak. 5:14).

Nochmalige Bitte und ihre Zurückweisung

13 Und ich sprach: Mein Herr! Jewe! Da! Die Propheten sprechen zu ihnen: Nicht werdet ihr das Schwert sehen, und Hunger wird euch nicht (ergreifen), sondern wahren Frieden werde Ich euch an diesem Ort geben.

14 Und Jewe sprach zu mir: Die Propheten prophezeien Falschheit in Meinem Namen. Nicht entsandte Ich sie und nicht gebot Ich ihnen und nicht redete Ich zu ihnen. Schauung der Falschheit und Wahrsagerei und Abgöttisches und das Trügerische ihres Herzens prophezeien sie euch.

15 Daher, so spricht Jewe: Über die Propheten, die, die in Meinem Namen prophezeien ¬ Ich aber, Ich entsandte sie nicht, und sie, sie sprechen: Schwert und Hunger wird's in diesem Land nicht (geben) ¬: Infolge des Schwerts und infolge des Hungers werden jene Propheten ihr gänzliches Ende (finden).

16 Und das Volk, denen sie prophezeiten, werden auf die Straßen Jerusalems hingeworfen angesichts des Hungers und des Schwerts, und keiner begräbt sie, sie, ihre Frauen und ihre Söhne und ihre Töchter. Und Ich schütte ihr Böses auf sie aus.

...

Das Volk hätte von Anfang an anhand von 5. Mose 13:2 - 6 und 18:22 prüfen müssen, ob es sich um echte oder falsche Propheten handelte: Hingen sie fremden Elohim an; traf ein, was sie gesagt hatten? Jetzt war es zu spät.

Leider gibt es auch heute falsche Propheten, die die Gläubigen, die das Wort Gottes nicht genügend kennen und die gesamte Waffenrüstung (Eph. 6:10 - 17) nicht angelegt haben, irreführen.

Jeremia beweint den Zerbruch seines Volkes

17 Und du sprichst dieses Wort zu ihnen: Aus meinen Augen stürzen nachts und tags Tränen hinab, und nicht (mögen) sie aufhören, denn in großem Zerbruch ist die Jungfrau zerbrochen, die Tochter meines Volkes, die Schlagwunde (machte sie) überaus krank.

18 Wenn ich auf das Gefild hinausgehe, und da: Vom Schwert Durchbohrte!, und wenn ich in die Stadt komme, und da: Krankheiten (aufgrund des) Hungers!, denn auch noch der Prophet, auch noch der Priester, sie trieben Handel mit einem Land, das sie nicht näher kennen.

...

Das Volk sollte um die Tränen Jeremias wissen; sie waren Teil seiner Botschaft und müssten eigentlich die Herzen erweichen und zur Umsinnung beitragen.

Die Tränen des Propheten lehren: Möge niemand Gericht verkündigen, der nicht um die Sünder weinen kann. Auf die gegenwärtige, dem Paulus gegebene heilsgeschichtliche Verwaltung der überströmenden Gnade übertragen (Eph. 3:2), lautet dieser Lehrsatz: Niemand übe Gemeindezucht, der nicht über den Sünder trauert.

Ein Gebet Jeremias, wie es sein Volk hätte beten sollen

19 Hast Du Juda verworfen, ja verworfen; ob Deine Seele (das, was) in Zion ist, wegschleuderte? Weshalb schlugst Du uns, sodass uns keine Heilung ist? Ein Harren auf Frieden, aber da ist nichts Gutes, und auf die Zeit der Heilung, aber da: Schrecken!

20 Jewe, wir erkennen unser Freveln, auch die Vergehung unserer Väter, dass wir wider Dich verfehlten.

21 Verschmähe uns nicht um Deines Namens willen, mache nicht verrucht den Thron Deiner Herrlichkeit! Gedenke! Zerbröckle nicht Deinen Bund mit uns.

22 Sind inmitten der Dunstgebilde (Götzen) der Nationen Platzregenmachende; ob die Himmel Spätregen (Mehrungsregen) geben? Bist nicht Du es (der dies tut), Jewe, unser Elohim? Und wir harren auf Dich, denn Du, Du machtest all diese.

...

Es war sicherlich ein Herzenswunsch Jeremias, dass ganz Juda so beten würde. Alle sollten ihre Schuld erkennen und bekennen (Vers 20). Gegen Jewe hatten sie gesündigt, nicht nur an den Menschen.

Die Frage, ob Juda denn verworfen sei (Vers 19), müssen sich die Juden bis heute stellen. Sie wird in Römer elf beantwortet: »Ich frage nun: Sie straucheln doch nicht, damit sie fallen sollten? Möge das nicht gefolgert werden! Sondern um sie zur Eifersucht zu reizen, wurde durch ihre Kränkung den Nationen die Rettung zuteil« (Röm. 11:11; man lese das ganze Kapitel).

Jeremia hatte nicht nur das Schicksal Judas im Blick, sondern vor allem die Ehre Jewes, der alles herbeigeführt hat (Vers 21). Was sollten die Menschen und die Nationen von einem Gott halten, der nichts zur Verherrlichung Seines Namens tut? Israel entheiligte den Namen Jewes, der aber wird Sich Israels annehmen, sodass Ihm der Lobpreis aller zuteilwird (Hes. 36:22). Und alle werden sehen, dass Jerusalem der Thron Seiner Herrlichkeit ist (Jer. 3:17; 17:12).

Kapitel 15

Das Gericht ist unabwendbar

1 Und Jewe sprach zu mir: Wenn auch Mose und Samuel sich vor Mein Angesicht stellten, so würde Meine Seele (dennoch) diesem Volk nicht zugewandt werden. Entsende es von Meinem Angesicht weg, sodass sie hinausgehen.

2 Und es sei, so denn sie zu dir sprechen: Wohin sollen wir hinausgehen?, so sprichst du zu ihnen: So spricht Jewe: Was dem Tod (zu eigen ist), dem Tod sei's, und was dem Schwert, dem Schwert, und was dem Hunger, dem Hunger, und was der Gefangenschaft, der Gefangenschaft.

3 Und Ich bestimme vier Sippen (Netzwerke) über sie ¬ Treuewort Jewes ¬: das Schwert, um umzubringen, und die Hunde, um wegzuzerren, und das Flatternde der Himmel und das Getier des Landes, um zu fressen und zu verderben.

4 Und Ich setze sie allen Königreichen der Erde zum (Gegenstand des) (vor Angst) Schwitzens, Manasses halber, des Sohnes Hiskias, des Königs Judas, aufgrund dessen, was er in Jerusalem getan hat.

5 Denn wer wird dich verschonen, Jerusalem, und wer wandert zu dir hin, und wer wendet sich (von etwas anderem) ab, dich nach dem Frieden (Befinden) zu fragen?

6 Du, du (Jerusalem) ließest Mich fahren ¬ Treuewort Jewes ¬, den Rücken kehrst du Mir zu; und Ich reckte Meine Hand wider dich und verdarb dich. Ich bin's müde, umgestimmt werden (zu wollen).

7 Und Ich worfelte sie mit der Wurfschaufel in den Toren (Zugangsstraßen, Städtetoren) des Landes, Ich beraubte (sie) der Kinder, gab Mein Volk verloren, (dennoch) kehrten sie nicht um von ihren Wegen.

8 Überaus zahlreich sind mir seine Witwen, mehr als der Sand der Meere. Am (hellen) Mittag ließ Ich einen Dahinraffenden über die Mutter wie auch den Erwählten (wehrfähigen Jungmann) kommen, urplötzlich ließ Ich (bitteres) Erwecken (durch Gericht) und Rastlosigkeiten auf sie fallen.

9 Dahingewelkt ist die, die sieben gebar, sie blies (hauchte) ihre Seele aus. Ihre Sonne ging unter, als es noch Tag war: sie ist beschämt und entwürdigt. Und ihren Überrest gebe Ich angesichts ihrer Feinde dem Schwert (preis) ¬ Treuewort Jewes ¬.

...

Jewe hatte die Fürbitten Moses und Samuels erhört (2. Mose 32:11; 1. Sam. 7:9; Ps. 99:6)), die Sünde des Volkes war nun aber so groß, dass Er sogar diese beiden großen Männer nicht erhören würde, falls sie noch leben und für Juda ein Wort einlegen würden (Vers 1).

Ob des Gerichts Jewes über Juda werden alle Königreiche aus Angst vor einem entsprechenden Gericht über sie ins Schwitzen kommen (Vers 4; Jer. 24:9; Hes. 23:46).

Das Gericht kommt insbesondere wegen des Königs Manasse und seiner vielen Mitläufer über Juda (Vers 4). Manasse, der von 698 bis 643 v. Chr. regierte, hatte Götzendienst mit all seinen Gräueln maßlos betrieben und Jerusalem mit unschuldigem Blut erfüllt (2. Kön. 21:1 - 18; 23:26; 24:3, 4; 2. Chron. 33:1 - 29).

Jewe hatte Sein Volk wiederholt züchtigend zurechtbringen wollen, indem Er sie worfelte, also die Bösen wie Spreu dem Verderben preisgab (Vers 7).

Sieben Söhne waren ein großer Segen (Verse 8 + 9; 1. Sam. 2:5; Ps. 127:5; Hiob 1:2). Die Anfänglich glückliche Mutter steht für viele Mütter, deren Söhne dahingerafft wurden, was sie wie Tote werden ließ, und ist damit im Grunde ein Bild für ganz Juda.

Die beklemmende Lage Jeremias und Jewes Zuspruch

10 Wehe mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann des Wortstreits und einen Mann des Rechtsstreits für das ganze Land! Nicht habe ich (etwas) verliehen, und nicht verliehen sie mir (etwas) (dennoch) verfluchen sie mich allesamt.

11 Jewe spricht: (Wehe) wenn deine Nabelverbindung (Mutterbeziehung) nicht zum Guten war, wenn Ich in böser Zeit nicht für dich einstand und in der Zeit der Bedrängnis, gegenüber dem Feind.

12 Kann Eisen (bildlich für Juda) das Eisen aus dem Norden und das Kupfer (bildlich für Babel) zertrümmern?

13 Deine Wappnung (Güter) und deine Schatzkammern, (Juda), gebe ich als Plündergut (preis), nicht gegen einen Kaufpreis, und zwar infolge all deiner Verfehlungen, und zwar innerhalb deiner Grenzen.

14 Und Ich mache durch deine Feinde, dass (deine Güter) in ein Land hinübergehen, das du nicht näher kennst, denn ein Feuer fiebert in Meinem Zorn, über euch wird es glühend (gehalten).

15 Du, Jewe, Du erkennst es! Gedenke meiner und nimm Dich meiner an, und räche mich an den mich Verfolgenden! Nimm mich nicht zufolge des Langsamseins Deines Zorns (ihnen gegenüber) weg! Erkenne, dass ich aufgrund von Dir Schmach trage.

16 Deine Worte wurden (von mir) gefunden, und ich habe sie gegessen. Und es geschah, dass Deine Worte mir zur Wonne und zur Freude meines Brustraums wurden, denn Dein Name ist über mir ausgerufen, Jewe, Elohim der Heere!

17 Ich saß nicht im vertraulichen Kreis sich Erheiternder und war fröhlich; aufgrund des Angesichts Deiner Hand saß ich abgesondert, denn Du erfülltest mich mit Androhungen.

18 Warum wurde mein Schmerz dauernd und meine Schlagwunde unheilvoll? Sie weigert sich, geheilt zu werden. Du wirst, ja wirst mir wie Lügnerisches, wie Wasser, die nicht zuverlässig sind.

19 Daher, so spricht Jewe: Wenn du umkehrst (anderen Sinnes wirst), so bringe Ich dich (in deine bisherige Haltung) zurück, (sodass) du (aufs Neue) Mir angesichts stehst; und wenn du das Kostbare herausgehen machst (Bedeutung unklar: redest, oder die Rückgabe des Kostbaren veranlasst), das vom Fortgetriebenen genommene (Bedeutung unklar: vielleicht: weg vom Unedlen), wie Mein Mund wirst du (dann). Sie, sie (deine Mitmenschen) werden zu dir umkehren, du aber, du wirst nicht zu ihnen umkehren.

20 Und Ich gebe dich diesem Volk als verwehrte (unzugängliche) Mauer aus Kupfer, und sie werden gegen dich streiten, dich aber nicht überwinden können, denn Ich bin mit dir, dich zu retten und dich bergen ¬ Treuewort Jewes ¬.

21 Und Ich berge dich vor der Hand des Bösen, und Ich kaufe dich los aus der Hand der Schrecken Einjagenden.

...

Jeremia hatte keine frohe Botschaft zu verkündigen, sondern Gericht und Vernichtung. Das bedrückte ihn sehr. Mit einem Anflug von Verzweiflung beklagte er, dass er überhaupt geboren wurde (Vers 10; Jer. 20:14, 17). Seine Verkündigung führte nur zu Wortstreitereien. Das Gezänk war zermürbend. Und man begann Rechtsstreitigkeiten gegen ihn, als ob er etwas geliehen oder verliehen habe und daher etwas nicht in Ordnung gewesen sei.

Da erinnerte Jewe ihn daran, dass Er ihm stets alles zum Guten zusammengewirkt hatte (Vers 11, Röm. 8:28).

In den Versen 12 bis 14 bekräftigte Jewe Seine Zornesabsichten gegen Juda (vgl. Jer. 17:3, 4; zu Vers 14: 5. Mose 32:22).

Dann bat Jeremia für sich selbst, dass Jewe ihn bewahren möge (Vers 15). Wenn Jewe schon Geduld mit den Frevlern habe, dann doch bitte nicht so lange, bis sie ihn umgebracht haben konnten. Jeremia ertrage die Feindseligkeiten und Schmähungen schließlich um Jewes willen (vgl. Jer. 20:8).

Jeremia war glücklich ob der Worte Jewes, die er gern in sich aufnahm; sie waren ihm eine Wonne (Vers 16). Aber nun lebte er abgesondert, mit tiefem Schmerz in seinem Herzen (Verse 17 + 18); niemand wollte mit einem Mann Gottes etwas zu tun haben. Gläubige bekommen immer wieder zu spüren, dass sie Fremde in dieser Welt sind (vgl. Jak. 4:4). Jewe erschien ihm jetzt als trügerisch und unzuverlässig.

Die Ermutigung Jeremias konnte nur aus seiner Umkehr zu Jewe erwachsen. So ermahnte Jewe ihn: Wende dich Mir zu, dann festige Ich dich (Vers 19 a).

Jewe hatte Seine Worte bereits in Jeremias Mund gelegt (Jer. 1:9); im Falle der Umsinnung würde er wieder kraftvoll im Namen Jewes reden können (Vers 19 b). Und dann würden die Menschen sich ihm wieder zuwenden, und sei es nur, um ihm zu widersprechen. Der Jewe treue Prophet aber werde nicht zu ihnen umkehren, also keinesfalls ihre Gesinnung annehmen.

Unter dem widerspenstigen und widersprechenden Volk werde Jeremia wie eine hohe Mauer sein, die sie nicht überwinden können, weil Jewe mit ihm ist (Vers 20; Jer. 1:18, 19). Jewe garantierte ihm, dass Er ihn beschützen werde (Vers 21); so sprach Er Seinem Diener kraftvoll zu und richtete ihn wieder auf.

Kapitel 16

Zeichenhafte persönliche Entsagungen Jeremias

1 Und das Wort Jewes geschah mir, sprechend:

2 Nicht nimmst du dir eine Frau, und nicht sollen dir Söhne und Töchter an diesem Ort werden.

3 Denn so spricht Jewe wider die Söhne und wider die Töchter, die an diesem Ort geboren werden, und wider die Mütter, die sie gebären, und wider die Väter, die sie in diesem Land zeugen:

4 An todbringenden Krankheiten werden sie sterben; nicht werden sie beklagt und nicht begraben, zu Dung auf dem Angesicht des Erdbodens werden sie. Und infolge des Schwerts und infolge des Hungers werden sie gänzlich dahin sein, und ihre Leiche wird dem Flatternden der Himmel und dem Getier des Landes zur Speise.

5 Denn so spricht Jewe (wiederum): Komme nicht in ein Haus des Totengelages, und gehe nicht, um zu klagen, und wandere nicht zu ihnen hin, denn Ich sammelte weg (entzog) Meinen Frieden diesem Volk ¬ Treuewort Jewes ¬, auch die Huld und die Erbarmungen.

6 Und Große und Kleine sterben in diesem Land, nicht werden sie begraben, und nicht klagt man um sie, und nicht ritzt sich einer, und nicht schert sich einer ihretwegen kahl.

7 Und nicht wird man ihnen Trauerbrot brechen, um jemanden aufgrund eines Toten zu trösten (umzustimmen), und nicht gibt man ihnen aus dem Becher der Tröstungen zu trinken aufgrund jemandes Vaters oder aufgrund jemandes Mutter.

8 Auch kommst du nicht ins Haus des Trinkmahls, um bei ihnen zu sitzen, zu essen und zu trinken.

9 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! An diesem Ort vor euren Augen und in euren Tagen mache Ich ein Aufhören der Stimme der Wonne und der Stimme der Freude, der Stimme des Hochzeiters und der Stimme der Braut.

10 Und es wird (geschehen): So denn du all diese Worte diesem Volk berichtest und sie zu dir sprechen: Weswegen redete Jewe all dieses große Böse wider uns, und was ist unsere Vergehung und was unsere Verfehlung, in der wir gegenüber Jewe, unserem Elohim, verfehlten?,

11 so sprichst du zu ihnen: Aufgrund dessen, dass eure Väter Mich verließen ¬ Treuewort Jewes ¬ und hinter anderen Elohim hergingen und ihnen dienten und sich ihnen (huldigend) hinwerfen, Mich aber verließen und Meine Tora (Zielanweisung) nicht hüteten.

12 Und ihr, ihr tatet Böses, mehr als eure Väter, und da! Ihr wandelt, jedermann im Harnisch seines bösen Herzens, nimmer auf Mich hören.

13 Und so schmeiße Ich euch weg von diesem Land auf das Land, das ihr nicht näher gekannt habt, ihr und eure Väter, und ihr dient dort tags und nachts anderen Elohim, da Ich euch keine Gnade geben werde.

...

Ehelosigkeit war sehr ungewöhnlich, Meidung von Begräbnisfeierlichkeiten beleidigend. Die Entsagungen des Propheten waren auffallende Zeichen dafür, dass Juda keine Zukunft mehr haben wird. Wenn die Babylonier Jerusalem erobert haben, wird keiner mehr eine Familie gründen und niemand mehr die Toten beklagen. Die Überlebenden werden nicht getröstet werden. Anlässe zur Freude wird es nicht mehr geben.

Die Zerstreuten werden zurückgebracht

14 Daher, da! Tage kommen ¬ Treuewort Jewes ¬, und dann wird nicht noch gesprochen: Bei Jewe, dem Lebendigen, der die Söhne Israels aus Ägypten heraufgebracht hat,

15 sondern: Bei Jewe, dem Lebendigen, der die Söhne Israels aus dem Land des Nordens heraufbrachte und aus all den Ländern, wohin Er sie versprengt hatte! Und Ich werde sie auf ihren Erdboden zurückzubringen, den Ich ihren Vätern gegeben habe.

...

Israel wird aus der Zerstreuung in sein Land zurückgebracht werden. Das ist eine elementare Heilsverheißung für dieses Volk (Jer. 23:7, 8; 31:8), wie denn bereits Mose sagte: »Wenn deine Versprengten am Ende der Himmel wären, auch von dort wird Jewe, dein Elohim, dich zusammenscharen und von dort dich nehmen» (5. Mose 30:4). Unser Herr Jesus sprach: »Alsdann wird Er seine Boten mit lautem Posaunenton aussenden, und sie werden Seine Auserwählten von den vier Winden her versammeln, vom äußersten Ende der Himmel an bis wieder zu ihrem äußersten Ende« (Mat. 24:31).

Zunächst aber verhieß Jewe ihnen, sie aus Babel zurückzubringen (Jer. 3:18; 24:5, 6; 25:11; 30:3; 32:37; Esra 2:1 - 67; 7:9). Die erste Rückführung unter Serubabel geschah im Jahr 536 v. Chr., im siebzigsten Jahr nach der ersten Wegführung (606 v. Chr.; Jer. 25:1, 11).

Die Fischer und die Jäger

16 Da! Ich entsende zu vielen Fischern ¬ Treuewort Jewes ¬, und sie fischen sie; und danach entsende Ich zu vielen Jägern, und sie jagen sie von jedem Berg und von jedem Hügel weg und aus den Ritzen der Steilfelsen.

17 Denn Meine Augen sind über all ihren Wegen; nicht sind sie verborgen mir angesichts, und nicht ist ihre Vergehung weg von der Gegenwart Meiner Augen verwahrt.

18 Doch zunächst erstatte Ich das Doppelte ihrer Vergehung und ihrer Verfehlung, weil sie Mein Land mit den Zersetzungen (Leichen, Aasen) ihrer Scheusale (Götzen) entheiligten und ihre Gräuel Mein Losteil erfüllten.

...

Gott wird das nach wie vor widerspenstige Volk, das zum Teil gar nicht nach Israel zurückkehren will, auch aus den entlegensten Schlupfwinkeln und ihrer Assimilation zum Trotz aus den Nationen herausholen und sie mit der Absicht ihrer Rettung in ihr Land treiben. Wie die jüngste Geschichte zeigt, sind viele Juden nur unter Druck nach Israel eingewandert.

Die Nationen werden Jewe erkennen

19 Jewe, meine Stärke und meine Geborgenheit und meine Zuflucht am Tag der Bedrängnis! Zu Dir werden Nationen von den Rändern der Erde kommen und sprechen: Mit Falschheit doch wurden unsere Väter belost, mit Dunst, und nichts Nützliches war daran (an Falschheit und Dunst).

20 Kann sich ein Mensch Elohim machen? Und doch sind sie keine Elohim. ¬

21 Daher, da! Ich mache, dass sie dieses Mal erkennen; Ich mache, dass sie Meine Hand und Meine Macht erkennen, und sie werden erkennen, dass Mein Name »Jewe» ist.

...

Jeremia wusste sich in Jewe, bei dem er Zuflucht nahm, geborgen und gestärkt und pries ihn dafür (Vers 19 a). In jeder Situation und in jeder Not finden die Gläubigen neue Kraft und Zuversicht in Jewe.

Und wie frohmachend ist doch das Wissen, dass alle Nationen gar von den Enden der Erde her zur Anbetung Jewes nach Jerusalem kommen werden (Vers 19 b; Jes. 2:2).

Endlich werden die Völker erkennen, dass ihre Götzen ein Nichts sind (Vers 20; 1. Kor. 8:4) und all ihre Ideale und Ziele nur auf den Menschen bezogen und damit zu kurz gegriffen waren. Aufgrund des menschlichen Egoismus verflüchtigte sich das meiste wie Dunst.

Dann aber (Vers 21), nach der Wiederkunft Jesu zu Israel, dann aber, wenn sie wieder angenommen (Römer 11:15) und nicht mehr ein Fluch unter den Nationen, sondern ihnen zum Segen sind (Sach. 8:13), dann werden sie ihre Bestimmung erfüllen und den Nationen Jesus und den wahren Gott und Vater bekanntmachen (2. Mose 9:16, vgl. Röm. 9:17). Sie werden alle Nationen zu Jüngern Jesu machen (Mat. 28:19). Die Völker werden zur Erkenntnis der Wahrheit kommen

(1. Tim. 2:4).

Und sie werden den Namen »Jewe« und damit Jewe Selbst erkennen. »Erkennen« besagt: innerlich eins mit dem Wissen werden. »Jewe« bedeutet: der alles Werdenmachende; der da sein wird, der da ist und der da war. Sichtbar ist Jewe in Jesus, dessen Name Jehoschua sich aus der ersten Silbe von »Jewe« und »Hoschea/Hosea« (Retter, retten) zusammensetzt. Jesus ist der Jewe gleichende Retter aus Sünde und Tod.

Die Nationen wenden Jesus, den Sohn Gottes, den Herrn und Retter, erkennen. Wunderbar! Überwältigend! Lobpreis, Dank und Verherrlichung sei dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!

»Heile mich, Jewe, so bin ich geheilt«

(Jer. 17 - 19)

Kapitel 17

Mit eiserner Schreibfeder

1 Die Verfehlung Judas ist aufgeschrieben mit einer eisernen Schreibfeder, mit kralligen Spitzen des Wegdorns, ist gewalkt auf die Tafeln ihres Herzens und auf die Hörner eurer Altäre.

2 Wie sie ihrer Söhne gedenken, so auch ihrer (Götzen) Altäre und ihrer Ascheren (Aschera-Statuen) bei den üppigen Bäumen, auf den hohen Hügeln.

3 Mein Gebirge im Gefild, auch deine Wappnung (Güter der Vorsorge und des Schutzes), ja all deine Schätze gebe Ich als Plündergut (dahin), ebenso deine (Götzendienst-)Kuppen, als Gegenwert für die Verfehlung innerhalb all deiner Grenzen.

4 Und du (musst) ¬ und zwar infolge deiner selbst ¬ von deinem Losteil loslassen, das Ich dir gab, und Ich lasse dich deinen Feinden dienen in einem Land, das du nicht näher kennst, denn mit einem Feuer fiebert ihr infolge Meines Zorns; bis zum Äon wird es glühend (gehalten).

...

Die meist mit Holzsymbolen dargestellte Glücksgöttin Aschera ist eine Variante der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Astarte (griech. Artemis).

Die Sünden Judas waren überall sichtbar wie eingeritzt aufgeschrieben, sie ließen sich nicht wegwischen und leugnen. Besonders mit dem Götzendienst handelte Juda massiv gegen Jewe. Die Züchtigung war dementsprechend gewaltig, denn bis hin zum Äon des tausendjährigen Königreichs (Vers 4) liegt der Zorn Gottes auf Juda. Mit den Worten des Apostels Paulus gesagt: »Es kommt aber der Zorn, der zum Abschluss führt, schon im Voraus über sie«

(1. Thess. 2:16).

Auf wen Herzen vertrauen

5 So spricht Jewe: Verdammt ist der mächtige Mann, der sich im Menschen sichert und Fleisch zu seinem Arm (Handlungsstärke) macht und dessen Herz sich von Jewe abkehrt.

6 Und er wird wie ein Entblößter (kahler Wacholderstrauch) in der Steppe, und er wird nichts Guts kommen sehen; und er bewohnt verbrannte (Stätten) in der Wildnis, ein Land der Salzsteppe, das nicht besiedelt wird.

7 Gesegnet ist der mächtige Mann, der sich in Jewe sichert und dessen Sicherheit Jewe ist.

8 Und der wird wie dein Baum, eingepflanzt an Wassern, und auf die Wasserader zu entsendet er seine Wurzeln, und er sieht nicht (sorgenvoll) darauf, so denn die Wärme (die Hitze) kommt. Und seine Blätter sind üppig, und im Jahr der Dürre bangt er nicht, und nicht lässt er nach, Frucht zu bringen.

9 Nicht gradlinig ist das Herz, mehr als alles (andere), und unheilvoll ist es; wer erkennt es?

10 Ich, Jewe, untersuche das Herz, prüfe die Nieren, um jedem gemäß seinem Weg zu geben, gemäß der Frucht seiner Handlungen.

11 Wie ein Rebhuhn, das brütet, was es nicht gelegt hat, so ist, wer Reichtum sammelt, aber nicht in Gerechtigkeit. In der Hälfte seiner Tage verlässt er ihn, und in seinen späteren (Zeiten) wird er ein Verruchter.

...

Diese Verse haben ihre Parallele in Psalm eins.

Die anschauliche Gegenüberstellung des auf sich selbst und des auf Jewe Vertrauenden sei mit Psalm 92:13 unterstrichen: »Der Gerechte knospt wie die Palme, wie eine Zeder im Libanon wächst er.«

Das Herz, das Denken, Wissen und Wollen, alles, was im Menschen ist, ist unergründlich tief (Ps. 64:7). Es ist nicht gradlinig (Vers 9), es kann getäuscht werden (Jes. 44:20), es kann von der Begierde gezogen und gelockt werden (Jak. 1:14). »Von innen, aus dem Herzen der Menschen gehen üble Erwägungen hervor« (Mark. 7:21).

Nur einer kann das Herz ergründen, Jewe (Vers 11; Ps. 139:1; Röm. 8:27), nicht als ob Er nicht wüsste, was darin ist, hat Er die Herzen doch Selber gebildet (Ps. 33:15). Ob ein Mensch nun Gutes oder Böses tat, Jewe vergalt es ihm dementsprechend (Verse 5 - 8). Das war die Gerechtigkeit unter dem Gesetz, und so gilt sie auch zukünftig wieder (Off. 2:23; 22:12). Heute, in der heilsgeschichtlichen Verwaltung der überströmenden Gnade (Eph. 3:2), ist dies ganz anders. Die Gerechtigkeit Gottes beruht auf dem Glaubensgehorsam Jesu Christi (Röm. 3:22) bis hin zum Kreuzestod, womit der Gerechtigkeit Genüge getan ist, sodass nun der Gnade Tür und Tor geöffnet ist und sie überfließt, selbst da, wo die Sünde zunimmt (Röm. 5:20). Und Krankheiten und Nöte drücken nicht das Missfallen Gottes aus, sondern dienen dazu, uns in ihnen zu rühmen (Röm. 5:3); Drangsale bewirken für uns eine alles überragende und zum Überragenden führende äonische Gewichtigkeit der Herrlichkeit (2. Kor. 4:17).

Das Rebhuhn (Vers 11) mag zum Vergleich herangezogen worden sein, weil Reichtum so schnell verfliegen kann wie die fremden Jungvögel wegfliegen.

Der Thron der Herrlichkeit (Ein Gebet Jeremias)

12 Ein Thron der Herrlichkeit, eine Höhe (Erhabenheit) von Anfang an, ist die Stätte unseres Heiligtums.

13 (Du) Harren (Erwartung) Israels, Jewe! Alle Dich Verlassenden werden beschämt, und die von Mir Abgekehrten werden in den Erdboden geschrieben, denn sie verließen Jewe, den Born der lebendigen Wasser.

14 Heile mich, Jewe, so bin ich geheilt, rette ich, so bin ich gerettet, denn mein Lobpreis bist Du.

...

Jeremia nahm Zuflucht bei Jewe. Sein Gebet war ein einziger Lobpreis Jewes angesichts des Heiligtums in Jerusalem. War der Tempel schon so herrlich, wie viel mehr Jewe Selbst.

Die Namen der Abtrünnigen waren nicht mehr länger in den Himmeln eingeschrieben (2. Mose 32:32; Ps. 69:29; Luk. 10:20; Off. 3:5), sondern in den Sand geschrieben; der Wind wird sie verwehen (Joh. 8:6).

Gewiss erhörte Jewe das Flehen Jeremias um Heilung und Rettung, indem Er den Propheten, der um seines ungläubigen Volkes willen Schmerzen litt und unter dem psychischen Druck der Widersacher und Spötter stand, aufrichtete und mit Zuversicht erfüllte. Die im Glauben erkannte Macht und Herrlichkeit Jewes kräftigte den verachteten und einsamen Mann.

Jeremia bittet um Bergung

15 Da! Sie sprechen zu mir: Wo ist das Wort Jewes? Es möge doch kommen (eintreffen)!

16 Ich aber, ich entzog mich nicht dem Hirtendienst, Dir nachfolgend, und den unheilvollen Tag verlangte ich nicht (wünschte ich nicht herbei); Du, Du erkennst es. Was aus meinen Lippen herausging, vor Deinem Angesicht war es.

17 Werde mir nicht zum mageren Restgut. Meine Bergung bist Du am Tag des Bösen!

18 Beschämt werden die mich Verfolgenden, aber nicht möge ich, ja ich, beschämt werden; sie, sie werden bestürzt, aber nicht möge ich, ja ich, bestürzt werden. Zu bringen ist über sie der Tag des Bösen, und zerbrich sie mit doppeltem Zerbruch.

...

Die Leute verhöhnten Jeremia in der Meinung, dass dessen Botschaft falsch sein müsse, weil sie nicht eingetroffen ist (Vers 15).Wie unlogisch, wie verblendet!

Bei allem Spott suchte Jeremia Bergung bei Jewe (Vers 17). Dabei erwähnte er, dass er seinen Hirtendienst treu getan habe, des Weiteren, dass er das Gericht nicht von sich aus begehrt habe, und im Übrigen, dass alles, was über seine Lippen gekommen war, vor dem Angesicht Jewes und mithin in Aufrichtigkeit gesprochen war (Vers 16),.

So möge Jewe Sich dem Angefochtenen nicht als schwach erzeigen (Vers 17), sondern ihn kraftvoll vor den Widerspenstigen und Widersprechenden bergen. Die Bergung für die Gläubigen von heute übrigens ist die Gesamtwaffenrüstung Gottes (Eph. 6:10 - 17).

Die Heiligung des Sabbats

19 So spricht Jewe zu mir: Gehe und stelle dich in das Tor der Söhne des Volks, dort wo die Könige Judas ankommen und dort wo sie herausgehen, und stelle dich in alle Tore Jerusalems.

20 Und sprich zu ihnen: Hört das Wort Jewes, ihr Könige Judas und ganz Juda und alle Bewohner Jerusalems, die in diesen Toren ankommen.

21 So spricht Jewe: Hütet euch in euren Seelen und tragt keine Traglast am Tag des Sabbats, und bringt sie nicht innerhalb der Tore Jerusalems hinein.

22 Und nicht geht ihr mit einer Traglast aus euren Häusern heraus am Tag des Sabbats, und irgendeinen Auftrag (Werk) tätigt ihr nicht.- Und ihr heiligt den Tag des Sabbats, so wie Ich euren Vätern gebot.

23 Aber sie hörten nicht, und nicht reckten sie ihr Ohr; und sie verhärteten ihr Genick, um nimmer zu hören und nimmer Zucht anzunehmen.

24 Und es wird geschehen: Wenn ihr auf Mich hört, ja hört ¬ Treuewort Jewes ¬, nimmer eine Traglast innerhalb der Tore dieser Stadt hineinzubringen am Tag des Sabbats, und den Tag des Sabbats zu heiligen, indem ihr nimmer irgendeinen Auftrag (Werk) an ihm tätigt,

25 so werden in die Tore dieser Stadt kommen auf dem Thron Davids sitzende Könige und Fürsten, mit Fahrzeugen und mit Rossen Dahineilende, sie und ihre Fürsten, jedermann aus Juda und die Bewohner Jerusalems; und diese Stadt wird zum Wohnsitz für äonisch.

26 Und (dann) kommen aus den Städten Judas und aus der Umgebung von Jerusalem und aus dem Land Benjamin und aus der Niederung und aus den Bergen und aus dem Land im Süden (Negev) Hinaufweihegaben und Opfer Bringende und Gaben und Weihrauch und Dankopfer zum Haus Jewes Bringende.

27 Wenn ihr aber nicht auf Mich hört, den Tag des Sabbats zu heiligen, und nimmer eine Traglast zu tragen und (mit ihr) am Tag des Sabbats in den Toren Jerusalems anzukommen, so zünde Ich ein Feuer in ihren Toren an, und es frisst die Hochburgen Jerusalems und erlischt nicht.

...

Das Tor der Söhne des Volkes (Vers 19) ist nicht näher bekannt: man vermutet das Benjamintor in der Ostmauer (Jer. 38:7; Hes. 48:32).

Die Sabbatheiligung war ein unabdingbares Gebot (2. Mose 20:8 - 11). Das Volk sollte an einem Tag in der Woche auf die Sicherung des Lebensunterhalts durch eigene Arbeit verzichten und so lernen, auf Jewe zu vertrauen.

Nur Treue und Gehorsam konnten Juda Segen bringen.

Kapitel 18

Der Töpfer und sein Gefäß

1 Das Wort, welches dem Jeremias von Jewe (gegeben) wurde, sprechend:

2 Steh auf und steig hinab in das Haus des Töpfers, und dort lasse Ich dich Meine Worte hören.

3 Und ich stieg hinab in das Haus des Töpfers, und da! Er tätigte einen Auftrag auf dem Steinpaar (Gerät mit zwei Steinscheiben).

4 Und das Gefäß, das er mit porigem Ton machte, verdarb in der Hand des Töpfers. Und er tat es nochmals und machte daraus ein anderes Gefäß, so wie es in den Augen des Töpfers richtig zu machen war.

5 Und das Wort Jewes geschah mir, sprechend:

6 Kann Ich euch nicht wie dieser Töpfer tun, Haus Israel? Treuewort Jewes. Da! Wie der porige Ton in der Hand des Töpfers, also seid ihr in Meiner Hand, Haus Israel.

7 Ich rede (wann auch immer) (in einem) Augenblick über eine Nation und über ein Königtum, es auszureißen und abzubrechen und verloren gehen zu lassen.

8 Kehrt aber jene Nation, gegen die Ich geredet hatte, von ihrem Bösen um, so bin Ich umgestimmt hinsichtlich des Bösen, das Ich ihr zu tun plante.

9 Und im (nächsten) Augenblick rede Ich über eine Nation und über ein Königtum, es zu erbauen und zu pflanzen.

10 Tut sie aber das in Meinen Augen Böse, nimmer auf Meine Stimme zu hören, so bin Ich umgestimmt über dem Guten, womit ihr wohlzutun Ich gesprochen hatte.

11 Und nun, sprich doch zu den Leuten Judas und zu den Bewohnern Jerusalems, sprechend: So spricht Jewe: Da! Ich bin der Böses wider euch Formende und der Berechnungen (Pläne) wider euch Berechnende (Planende). Kehrt doch um, jedermann von seinem bösen Weg und lasst eure Wege und eure Handlungen gut werden.

12 Aber sie sprechen: Hoffnungslos (vergeblich) (sind diese Worte)! Denn wir gehen unseren Berechnungen (Plänen) nach, und wir wollen tun, jedermann gemäß dem Harnisch (Verstocktheit) seines bösen Herzens.

...

Eine einprägsame Ermahnung! Doch Juda wollte nicht.

Bedeutsam ist die Beharrlichkeit des Töpfers, ein gutes Gefäß herzustellen. Dies ist auch das Ziel des allgewaltigen, souveränen Gottes, dessen Hand Seine Geschöpfe und die Nationen formt. »Das Gebilde wird doch nicht dem Bildner erwidern: Warum hast du mich so gemacht? ¬ Hat der Töpfer nicht Vollmacht über den Ton, aus derselben Knetmasse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen? (Röm. 9:20, 21).

Das Volk vergaß Jewe

13 Daher, so spricht Jewe: Fragt doch unter den Nationen: Wer hat (so etwas) wie dieses (jemals) gehört? Überaus Schauderhaftes tat die Jungfrau Israel.

14 Lässt der Schnee des Libanons vom Felsen des Feldes ab, entfernen sich denn die fremden, kühlen, triefenden Wasser (aus ihrem Flussbett)?

15 Denn Mein Volk hat Mich vergessen, dem Wahnhaften räuchern sie. Und (dies) machte, dass sie straucheln auf ihren Wegen, den Schleppbahnen des Äons, um auf Stegen zu gehen, auf einem Weg, der nicht aufgeworfen ist (also leicht überspülbar),

16 (um so) ihr Land zu veröden, als Bezischelung (Hohn, Gespött) des Äons, jeder, der an ihm vorübergeht, entsetzt sich und wendet sein Haupt ab.

17 Wie der Ostwind werde Ich sie zerstreuen angesichts des Feindes; das Genick und nicht das Angesicht sehe Ich von ihnen am Tag ihres Unglücks.

...

Es war unvorstellbar, dass eine Nation ihre Götter vergaß. Aber die einstmals edle Jungfrau Israel betete Götzen an ¬ abscheulich! Der Schnee des Libanons war beständiger als die Treue Israels.

Die Nationen waren entsetzt und wandten sich angeekelt zischelnd und spöttelnd ab. Wie der heiße Wüstenwind (Vers 17) das Getreide verheert, so wird Jewe Sein Volk zerstreuen. Die Völker wissen sehr wohl: »Das Volk Jewes sind diese, aber aus seinem Land mussten sie herausgehen« (Hes. 36:20; Röm. 2:24).

Jeremias Gebet wider seine Gegner

18 Da sprachen sie (die Gegner): Geht (kommt), und wir wollen wider Jeremia Berechnungen berechnen (Pläne schmieden), denn nicht verliert sich die Tora (Zielanweisung) vom Priester weg und der Ratschluss vom Weisen weg und das Wort vom Propheten weg. Geht (kommt), und wir wollen ihn mit der Zunge schlagen und nicht zu all seinen Worten aufmerken.

19 Merke auf zu mir, Jewe, und höre die Stimme meiner Widersacher.

20 Wird (mir denn) Böses erstattet für das Gute? Denn eine Grube gruben sie meiner Seele. Gedenke, dass ich dir angesichts stand, Gutes über sie zu reden, um Deine Zorneshitze von ihnen abzukehren.

21 Daher, gib ihre Söhne dem Hunger (preis), und lass sie ausrinnen (ausbluten) aufgrund der Hände (Seiten, Schneiden) des Schwerts, und ihre Frauen werden der Kinder Beraubte und Witwen, und ihre Mannen werden zum Tode Umgebrachte, ihre Erwählten (wehrdiensttauglichen Jünglinge) werden mit dem Schwert im Kampf Erschlagene.

22 Wehgeschrei werde aus ihren Häusern gehört, so denn Du urplötzlich einen Stoßtrupp über sie bringst, denn sie gruben eine Grube, um mich zu verfangen, und Klappnetze vergruben sie meinen Füßen.

23 Du aber, Jewe, Du erkennst ihren ganzen Ratschluss wider mich zum Tode hin. Nicht verschirme über ihrer (Nicht bedecke ihre) Vergehung, und ihre Verfehlungen wische nicht weg Dir angesichts; und sie werden zum Straucheln Gesetzte Dir angesichts. In der Zeit Deines Zorns tue es an ihnen.

...

Die Verschwörer meinten, dass alles beim Alten bleibe, Jeremia lüge und dass dieser »wehrkraftzersetzende« Mensch beseitigt werden müsse.

Das Gebet Jeremias war gottgemäß, denn unter dem Gesetz wurde Untreue gegenüber dem Bund mit Jewe gerecht vergolten (5. Mose 28:15 - 69, 30:15 - 18). Heute strömt die Gnade über (Röm. 5:20; 8:1, 33, 34). Nach unserer Zeit allerdings folgt der Zorn und das gerechte Gericht Gottes (Röm. 2:5).

Kapitel 19

Das Zeichen der zerbrochenen Flasche

1 So spricht Jewe: Wandle und erwirb eine Flasche des Töpfers aus Durchwalktem (Ton), und (nimm mit dir welche) von den Alten des Volkes und von den Alten der Priester.

2 Und du gehst hinaus zur Schlucht des Sohnes Hinnoms, die vor der Öffnung des Scherbentors ist, und du rufst dort die Worte aus, die Ich zu dir rede.

3 Und du sprichst: Hört das Wort Jewes, ihr Könige Judas und ihr Bewohner Jerusalems! So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich bringe Böses über diesen Ort, dass jedem es Hörenden seine Ohren schwirren,

4 weil sie Mich verließen und diesen Ort verkannten (entstellten, entfremdeten) und dort anderen Elohim räucherten, die sie nicht näher kannten, sie und ihre Väter und die Könige Judas, und weil sie diesen Ort mit dem Blut Schuldloser füllten.

5 Und sie bauten die Kuppen des Baal, ihre Söhne im Feuer zu verbrennen als Hinaufweihegabe für den Baal, was Ich nicht geboten und nicht geredet habe und was nicht in Meinem Herzen aufstieg.

6 Daher, da! Tage kommen ¬ Treuewort Jewes ¬, und (dann) wird dieser Ort nicht mehr genannt »Das Tophet« (Opferstätte für Moloch) und »Schlucht des Sohnes Hinnoms«, sondern »Schlucht der Umbringung«.

7 Und Ich mache erfolglos den Ratschluss Judas und Jerusalems an diesem Ort, und Ich mache, dass sie fallen durch das Schwert angesichts ihrer Feinde und durch die Hand derer, die ihre Seele suchen, und Ich gebe ihre Leichen den Flatternden der Himmel und dem Getier des Landes zur Speise.

8 Und Ich setze diese Stadt zur Verödung und zum Gezischel; jeder, der an ihr vorübergeht, entsetzt sich und zischt über all ihre Schlagwunden.

9 Und Ich speise sie mit dem Fleisch ihrer Söhne und mit dem Fleisch ihrer Töchter, und jedermann isst das Fleisch seines Genossen in der Umdrängung und Einengung, womit ihre Feinde und die ihre Seele Suchenden sie beengen werden.

10 Und du zerbrichst die Flasche zu Augen der Mannen, die mit dir wandeln,

11 und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe der Heere: So zerbreche Ich dieses Volk und diese Stadt, so wie einer ein Gefäß des Töpfers zerbricht, das nicht mehr geheilt (wiederhergestellt) werden kann; und im Tophet begräbt man (euch), weil sonst kein Ort ist, um zu begraben.

12 Also tue ich diesen Ort ­ Treuewort Jewes ­ und seinen Bewohnern, um diese Stadt dem Tophet gleichzumachen.

13 Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige Judas werden zu verunreinigten wie der Ort des Tophet, all die Häuser, auf deren Dächern sie allem Heer der Himmel räucherten und anderen Elohim Trankopfer opferten.

14 Und Jeremia kam vom Tophet (zurück), wohin Jewe ihn entsandt hatte zu prophezeien, und er stellte sie in den Vorhof des Hauses Jewes und sprach zu all dem Volk:

15 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich bringe über diese Stadt und über all ihre Städte all das Böse, das Ich über sie geredet habe; denn sie verhärteten ihr Genick, um nimmer Meine Worte zu hören.

...

Die Botschaft war einprägsam: Ebenso wie die Flasche nicht mehr wiederhergestellt werden konnte, konnte auch Juda nicht mehr von der unentwirrbaren Verstrickung in die Sünde geheilt werden; es müsse völlig zerbrochen werden.

Über Hinnom und seinen Sohn ist nichts Näheres bekannt. Die Schlucht lag im Süden und Südwesten unterhalb von Jerusalem. Scherben und andere Abfälle brachte man durch das Scherbentor in der Südmauer aus der Stadt hinaus.

In jener Schlucht opferten die Ungläubigen dem Baal, einem Götzen Kanaans, und dem Moloch, einem Götzen der Ammoniter, sogar ihre Kinder, was strengt verboten war (3. Mose 18:21). Mit dem »Heer der Himmel« (Vers 13) waren die Gestirne gemeint wie auch die gedanklich damit verbundenen Götter oder Geister; die Anbetung der Schöpfung war ebenfalls dem Gesetz zuwider (5. Mose 4:19; 17:3; Ap. 7:42). Jewe, dem Elohim Israels, allein gebührt alle Anbetung und Verherrlichung!

Bekenntnisse Jeremias und seine Worte wider die Könige Judas

(Jer. 20 - 22)

Kapitel 20

Spruch wider Paschchur

1 Und Paschchur, der Sohn Imers, der Priester ­ und er war Vorgesetzter der Leitenden im Haus Jewes,­ hörte Jeremia diese Worte prophezeien.

2 Und Paschchur schlug Jeremia, den Propheten, und legte ihn in den Block (zum Festklemmen der Füße), der im oberen Benjamintor war, das nahe beim Haus Jewes war.

3 Und es geschah am Tag danach, da ließ Paschchur den Jeremia aus dem Block heraus. Und Jeremia sprach zu ihm: Nicht nennt Jewe deinen Namen Paschchur (übersetzt: umgebendes gebleichtes Tuch), sondern Magor Misabhibh (übersetzt: Begierde ringsum).

4 Denn so spricht Jewe: Da! Ich gebe dich dem gierigen (Feind) (dahin) – dich und alle dich Liebenden betrifft es – und sie fallen durch das Schwert ihrer Feinde, und deine Augen sehen es. Und ganz Juda gebe Ich in die Hand des Königs Babels, und er verschleppt sie gen Babel und schlägt sie mit dem Schwert.

5 Und Ich gebe dahin alles Vermögen dieser Stadt und all (den Ertrag) ihrer Mühe und all ihre Kostbarkeiten. Und alle Schätze der Könige Judas gebe Ich in die Hand ihrer Feinde; und sie plündern sie und nehmen sie und bringen sie gen Babel.

6 Und du, Paschchur, und alle Bewohner deines Hauses, ihr geht weg inmitten der Gefangenen. Und gen Babel kommst du, und dort stirbst du und dort wirst du begraben, du und alle dich Liebenden, denen du in Falschheit prophezeitest.

...

So war es schon immer: »Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2. Tim. 3:12). Paschchur schlug Jeremia, das heißt er ließ ihn mit 40 Schlägen peitschen (5. Mose 25:3). Das Benjamintor lag nördlich des Tempels in der Stadtmauer.

Nicht nur das Volk, sondern auch der Einzelne wird gerichtet; dem Paschchur wird genau gesagt, was ihm geschehen wird. Und überhaupt haben falsche Propheten (Vers 6) die Konsequenzen zu tragen. Der Apostel Petrus blickt über Babel hinaus und schreibt, dass Gott sie als zu Bestrafende zum Gericht verwahren wird (2. Pet. 2:1, 4, 9).

Bekenntnisse Jeremias

7 Du machtest mich zugänglich, Jewe, und ich wurde zugänglich (für Deinen Willen), Du hieltest mich und überwandtest mich. Ich wurde zum Gelächter all den Tag, jeder hohnlacht mir.

8 Denn sooft ich rede, wehschreie ich, »Gewalttat« und »Dahinraffen« rufe ich, denn das Wort Jewes wurde mir zur Schmach und zum Scherzobjekt all den Tag.

9 Und sprach ich: Nicht will ich Seiner gedenken, und nicht rede ich noch weiterhin in Seinem Namen!, so wurde es in meinem Herzen wie verzehrendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen, und ich wurde erschöpft, es zu ertragen, und (ich) kann nicht mehr.

10 Denn ich hörte das Gerede vieler, Begieriges ringsum: Berichtet! (Ja,) wir wollen über ihn berichten! Jeder Mann, mit dem ich Frieden (halte), beobachtet meine Zelle (Kammer oder Leib), (sprechend): Vielleicht (können wir) ihn zugänglich machen, und wir überwinden ihn und nehmen unsere Rache an ihm.

11 Aber Jewe ist mit mir wie ein schreckenerregender Mächtiger, darum straucheln meine Verfolger und überwinden mich nicht. Sie werden überaus beschämt, denn sie wurden nicht klug, eine Schande des Äons sind sie, die nicht vergessen wird.

12 Und Du, Jewe der Heere, prüfst den Gerechten, siehst Nieren und Herz; ich werde Deine Rache an ihnen sehen, denn vor Dir enthülle ich meinen Hader.

13 Singet und spielet dem Jewe, lobet Jewe! Denn Er birgt die Seele des Bedürftigen aus der Hand der Boshaften.

...

Der Dienst mit dem Schwerpunkt der Ankündigung des Gerichts Jewes brachte Jeremia nur Bedrängnisse von außen und Konflikte im Innern ein. Er hatte den Dienst nicht gesucht, sondern Jewe hatte ihn dazu bereit gemacht (Vers 7), ja ihn dazu bestimmt (Jer. 1:9). Und sprach er die Worte der Wahrheit aus, so schlug nur Übles gegen ihn zurück; er wurde zum Gespött, man verlachte und verhöhnte ihn.

Sooft er redete, schmerzte es ihn (Vers 8), weil es ihm Gewalttätigkeiten, wie zum Beispiel durch Paschchur (Vers 2), einbrachte und ihn dahinraffte, erschöpfte.

Kein Wunder, dass Jeremia daran dachte, seinen Dienst zu quittieren (Vers 9). Wenn er aber das Wort Jewes zurückhalten wollte, staute es sich und brannte es in ihm. Das zur Verkündigung drängende lebendige und kraftvolle Wort einzuhalten, kostete ihn alle Kraft ­ das konnte er nicht länger durchhalten.

Die gehorsame Hinwendung zu Jewe nur brachte die Lösung (Vers 11).

Jeremias Mitmenschen suchten Anklagepunkte gegen ihn zu sammeln, um ihn zu Fall zu bringen (Vers 10). Übrigens beobachtete man auch Jesus, um etwas wider Ihn zu finden (Luk. 11:54; 20:20).

Aber bei alledem: Jewe ist allmächtig (Vers 11); die Feinde werden zuschanden werden. In dieser Gewissheit wurde Jeremia wieder fest und stark.

Jeremia war sich gewiss, dass Jewe sein Herz erkannt hat (Vers 12). Angesichts seines herrlichen Gottes gelangte der Prophet zu Frieden und Freude und zum Lobpreis Jewes (Vers 13), des Weiteren zur Gewissheit, dass er vor den Bösen geborgen werden wird, wie Jewe es im zugesagt hatte (Jer. 15:21).

Jeremias dunkelste Stunde

14 Verdammt sei der Tag, an welchem ich geboren bin; der Tag, an dem meine Mutter mich gebar, nicht werde er ein gesegneter.

15 Verdammt sei der Mann, der meinem Vater kundtat, sprechend: Dir ist ein Sohn geboren, ein Männlicher!, um ihn zu erfreuen, ja zu erfreuen.

16 Und (jener) Mann werde wie die Städte (Sodom und Gomorra), die Jewe umgewendet (zerstörerisch von oben nach unten gekehrt) hat und Sich (darin) nicht umstimmen ließ ­ (jener Mann) höre Wehgeschrei am Morgen und Kriegslärm in der Mittagszeit ­,

17 Er (Jewe), der mich nicht tötete vom Mutterschoß an, sodass meine Mutter mir mein Grab geworden und ihr Mutterschoß für den Äon schwanger (geblieben) wäre.

18 Warum dies, dass ich aus dem Mutterschoß herausging, um Mühen und Kummer zu sehen? Und alldahin (verwelkt, nichtig, wertlos) sind meine Tage in Beschämung.

...

Jeremia hatte schon einmal darüber geklagt, dass er geboren wurde (Jer. 15:10). Jetzt aber hatte ihn die totale Verzweiflung gepackt! Das Volk hörte nicht auf ihn, und es war ihm feindlich gesonnen. So schwach ist der Mensch! Gott aber sprach Seinem Propheten zu und richtete ihn wieder auf (2. Kor. 1:3), wie wir an seinem weiteren treuen Dienst sehen.

Auch wir Glieder der Leibesgemeinde können Mutlosigkeit und Trübsal nicht aus uns heraus überwinden, sondern es verhält sich so: »Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft und der Liebe und der gesunden Vernunft gegeben« (2. Tim. 1:7).

Bekanntlich hatte auch Hiob den Tag seiner Geburt verflucht und sich gewünscht, bei der Geburt gestorben zu sein (Hiob 3:1, 3, 10 - 16; 10:18, 19).

Jeremias Selbstmitleid änderte nichts an der Tatsache ­ und nur diese wirkte sich kraftvoll aus und hatte Bestand ­, dass Jewe ihn bereits im Mutterleib ersehen, geheiligt und zum Dienst bestimmt hatte (Jer. 1:5).

Jeremia hatte das Gericht Jewes nicht teilnahmslos verkündigt, sondern dabei mitgelitten. Dies qualifizierte ihn für seinen Dienst. Die dunkle Stunde, die er erlebte und hier beschrieb, wird Juda in Babel erleben müssen. Wenn Jeremia den Zuspruch Jewes erfuhr, darf auch sein Volk darauf hoffen.

Jeremias persönliche Ohnmacht bereitete den Weg zur Erkenntnis der Macht Jewes. Der Apostel Paulus drückte es so aus: »Wenn ich schwach bin, dann bin ich kraftvoll« (2. Kor. 12:10), nachdem der Herr Jesus ihm gesagt hatte: »Dir genügt Meine Gnade; denn Meine Kraft wird in (deiner) Schwachheit vollkommen gemacht« (2. Kor. 12:9).

Kapitel 21

Zedekias Frage und Jewes Antwort

1 Das Wort Jewes, das zu Jeremia geschah, als der König Zedekia Paschchur, den Sohn Malkijas, und Zephanja, den Sohn Maasejas, den Priester, zu ihm entsandte, sprechend:

2 Forsche doch uns zugunsten (bei) Jewe nach, denn Nebukadnezar, der König Babels, kämpft gegen uns! Vielleicht tut uns Jewe gemäß all Seinen Wundern, sodass jener von uns weggeht.

3 Da sprach Jeremia zu ihnen: So sprecht ihr zu Zedekia:

4 So spricht Jewe, der Elohim Israels: Da! Ich wende die Kriegsgeräte um, die in eurer Hand sind, mit denen ihr gegen den König Babels streitet und gegen die Chaldäer, die euch außerhalb der Mauer umdrängen, und Ich versammle sie zur Mitte dieser Stadt.

5 Und Ich, ja Ich streite gegen euch mit ausgestreckter Hand und mit starkem Arm und im Zorn und in Zorneshitze und in großem Grimm.

6 Und Ich schlage die Bewohner dieser Stadt, sowohl die Menschen als auch das Getier; infolge einer großen Seuche werden sie sterben.

7 Und danach ­ Treuewort Jewes ­ gebe Ich Zedekia, den König Judas, und seine Diener und das Volk und die in dieser Stadt von der Seuche, vom Schwert und vom Hunger Verbliebenen in die Hand Nebukadnezars, des Königs Babels, und in die Hand ihrer Feinde und in die Hand der ihre Seele Suchenden. Und er schlägt sie, (sie dem) Mund (der Schneide) des Schwertes zuordnend, nicht schont er sie, und nicht verschont er, und nicht erbarmt er sich.

...

Zedekia regierte von 598/597 bis 587 v. Chr. Der gottlose König bekam eine deutliche Antwort, den Sünden und der fehlenden Umsinnung entsprechend.

Zedekia dachte sehr wahrscheinlich an das Wunder, das Jewe getan hatte, als Er im Jahr 707 v. Chr. alle Führungskräfte des Jerusalem belagernden assyrischen Heers schlug, sodass der König Sanherib die Belagerung aufgab und abzog (2. Chr. 32:21).

Als die Not am größten war ­ das ganze Land war bereits verheert ­ wandten sich Regierung und Priesterschaft eben doch an den verhassten Propheten. Dies mag als eine Anerkennung seiner Person und seines Auftrags zu deuten sein, war aber keine Hinwendung zu Jewe, dem Elohim Israels, zumal sie keine andere Antwort als die der Rettung gelten lassen würden.

Es gibt eine Rettungsmöglichkeit

8 Und zu diesem Volk sprichst du: So spricht Jewe: Da! Ich gebe vor euer Angesicht den Weg des Lebens und den Weg des Todes.

9 Der Bewohner dieser Stadt stirbt infolge des Schwerts und infolge des Hungers und infolge der Seuche, aber der, der hinausgeht und zu den Chaldäern überläuft, den euch Umdrängenden, wird leben bleiben, und seine Seele wird ihm zur Beute (das heißt: der kommt mit dem nackten Leben davon).

10 Denn Ich setzte Mein Angesicht zum Bösen und nicht zum Guten gegen diese Stadt ­ Treuewort Jewes ­, dass sie in die Hand des Königs Babels gegeben wird, und er verbrennt sie im Feuer.

...

Die Formulierung in Vers acht erinnert an Moses Worte, als er dem Volk in Bezug auf die Bundestreue den Weg des Lebens und des Guten und den des Todes und des Bösen vorlegte (5. Mose 30:15). Jewe unterstrich damit die Dringlichkeit der Entscheidung.

Nun stellte sich für jeden Einzelnen die Frage: bleiben oder überlaufen? Anders gesagt: dem Jeremia glauben oder nicht?

Wie mutig und kraftvoll Jeremia doch war, diese Worte zu verkündigen! Er rief ja praktisch zum Landesverrat auf, was ihm den Tod einbringen musste. Es ging ihm aber um die Rettung der Menschen, wie es das Erbarmen Jewes wollte. Die Antwort der Machthaber ließ nicht lange auf sich warten: Sie warfen ihn in eine leere Zisterne, und er versank im Schlamm, den Hungertod vor Augen (Jer. 38:1 - 6).

Wider das Haus des Königs

11 Und zum Haus des Königs sprichst du: Hört das Wort Jewes!

12 Haus David, so spricht Jewe: Lasst Recht walten zur Zeit des Morgens durch Rechtsprechung und bergt den Beraubten aus der Hand des Erpressers, dass Meine Zorneshitze nicht hinausgeht wie Feuer und aufzehrt ­ und kein Auslöschender ist da ­ aufgrund des Angesichts der Bosheit eurer Handlungen.

13 Da! Ich (komme) zu dir, du Bewohnerin der Tiefebene, des Felsens der Ebene ­ Treuewort Jewes ­, ihr, die ihr sprecht: Wer könnte auf uns herabstoßen und wer in unseren umhegten Bereichen ankommen?

14 Und Ich suche euch heim gemäß der Frucht eurer Handlungen ­ Treuewort Jewes ­, und Ich zünde ein Feuer in ihrem (der Bewohnerin) Wald an, und es frisst ihre ganze Umgebung.

...

Von den Königen des Hauses Davids (Vers 12) erwartete man gute Rechtsprechung in Treue gegenüber Jewe. Davon konnte zu Jeremias Zeiten keine Rede sein. Dies und jede Art von Hochmut (Vers 13) rief den Zorn Jewes hervor. Sein Gericht war gerecht, es entsprach der Frucht der bösen Handlungen (Vers 14).

Kapitel 22

Ermahnung des Königs

1 So spricht Jewe: Steige hinab zum Haus des Königs Judas, und du redest dort dieses Wort.

2 Und du sprichst: Höre das Wort Jewes, König Judas, (der du) auf dem Thron Davids sitzt, du und deine Diener und dein Volk, die in diesen Toren ankommen.

3 So spricht Jewe: Tätigt Recht und Rechtfertigung und bergt den Beraubten aus der Hand des Erpressers, und den Fremdling und die Waise und die Witwe schindet nicht, tut ihnen nicht Gewalt an; und schüttet schuldloses Blut nicht aus an diesem Ort.

4 Denn wenn ihr dieses Wort tut, ja tut, so kommen in den Toren dieses Hauses Könige an, für David auf seinem Thron sitzend, mit Fahrzeugen Fahrende und auf Rossen, er und seine Diener und sein Volk.

5 Aber wenn ihr nicht auf diese Worte hört: Ich habe bei Mir geschworen ­ Treuewort Jewes ­, dass dieses Haus zur verwüsteten (Stätte) wird.

6 Denn so spricht Jewe wider das Haus des Königs Judas: Ein (fruchtbares) Gilead warst du Mir, ein Haupt des (waldreichen) Libanon. (Wehe,) wenn Ich dich nicht als Wildnis setze, gleich Städten, die nicht bewohnt wurden.

7 Und Ich heilige (sondere ab; beauftrage) Verderber wider dich, den Mann und seine Waffen, und sie schneiden die Auswahl deiner Zedern ab und lassen sie auf das Feuer fallen.

8 Und viele Nationen werden an dieser Städte vorübergehen und sprechen, jeder zu seinem Gefährten: Weswegen hat Jewe dieser großen Stadt so getan?

9 Und man wird sprechen: Weil sie den Bund Jewes, ihres Elohims, verließen und sich anderen Elohim (huldigend) hinwarfen und ihnen dienten.

...

Das Haus des Königs war aus Zedern des Libanon erbaut (Vers 7). Unter der »Auswahl deiner Zedern« kann man daher den Palast verstehen, der auch »Libanon-Waldhaus« und »Waldhaus« genannt wurde (1. Kön. 7:2; Jes. 22:8). Er würde in Flammen aufgehen. Man darf aber unter der »Auswahl deiner Zedern« auch die Führungskräfte verstehen, da der König als das »Haupt des Libanon« (Vers 6) bezeichnet wird.

Ob der König ­ welcher auch gerade an der Regierung sei ­ sich die Ermahnung zu Herzen nimmt und gerecht handeln und den Götzen absagen wird?

Wider Schalum

10 Weint nicht bezüglich eines Toten, und wandert nicht zu ihm hin! Weint, ja weint bezüglich des Hinwegwandelnden, denn er kehrt nicht wieder zurück und sieht das Land seiner Verwandtschaft (nicht mehr).

11 Denn so spricht Jewe bezüglich des Schalum, des Sohnes Josias, des Königs Judas, des an Josias, seines Vaters statt regierenden, der von diesem Ort wegging; nicht kehrt er wieder dorthin zurück.

12 Denn an dem Ort, wohin sie ihn verschleppten, dort stirbt er, und dieses Land sieht er nicht wieder.

...

Josia, der 609 v. Chr. in der Schlacht von Megido starb (2. Kön. 23:29), hatte vier Söhne: Jochanan, Jojakim, Zedekia und Schalum (1. Chron. 3:15).

Schalum trug auch den Namen Joahas (2 Kön. 23:31; 2. Chron. 36:2).

Nach dem Tod seines Vaters regierte Schalum/Joahas nur drei Monate im Jahr 609 v. Chr. Er tat das in den Auen Jewes Böse. Als er nach Ribla in Nord-Kanaan zu Pharao Necho II zog, galt es nicht mehr, den toten Josia zu beweinen, sondern den König Joahas, der nicht wiederkehren wird (Vers 10). Der Pharao nahm ihn gefangen und verschleppte ihn nach Ägypten, wo er starb (2. Kön. 23:31 - 34).

Wider Jojakim

13 Wehe dem, der sein Haus ohne Gerechtigkeit und seine Obergemächer ohne Rechterweis mittels seines Genossen baut, der umsonst dient und für dessen Wirken er ihm nichts gibt!

14 Der da spricht: Ich baue mir ein Haus von Ausmaßen und Obergemächer mit winddurchlässigen (Teilen)! Und er schneidet sich Fenster ein und überdeckt mit Zedernholz und streicht mit Schutzfarbe.

15 Regierst du (etwa darin), dass du mittels des Zedernholzes wetteiferst? Hat nicht dein Vater gegessen und getrunken und Recht und Rechtfertigung getätigt? Damals geschah ihm Gutes.

16 Er verfügte (ordentliche) Rechtsprechung gegenüber dem Gedemütigten und Bedürftigen; damals geschah ihm Gutes. Ist nicht dies die Erkenntnis Meiner? Treuewort Jewes.

17 Denn auf nichts (anderes) sind deine Auen und dein Herz aus, als nur auf dein Dich-Bevorteilen und auf das Blut des Schuldlosen, um es auszuschütten, und auf Erpressung und auf die Art des Laufens (Vorgehensweise), also zu tun.

18 Daher, so spricht Jewe bezüglich des Jojakim, des Sohnes Josias, des Königs Judas: Nicht klagt man ihn betreffend: O, mein Bruder! und: O Schwester!, nicht klagt man ihn betreffend: O Herr! und: O, seine Majestät! (oder: ihre (der Königin) Majestät!).

19 In der Grabstätte eines Esels wird er begraben, hingezerrt und hingeworfen weiter weg von den Toren Jerusalems.

...

Jojakim regierte von 609 bis 598 v. Chr. Er dachte nur an sich selbst, tat viel Unrecht (2. Kön. 23:34 - 37), war stolz auf seine Prachtbauten und bezahlte seine Bauarbeiter nicht. Sein Silber und Gold gingen als Tribut an den Pharao.

Sein Vater Josia war zur rechten Erkenntnis Jewes gelangt (Vers 16). Nur Gerechtigkeit, Liebe und Bescheidenheit fordert Jewe vom Menschen (Mi. 6:8). Wer Jewe erkannt hat und Ihn liebt, der hält Seine Gebote (Joh. 14:15).

Wider Jerusalem

20 (Steige) auf den Libanon und schreie, und lass deine Stimme in Basan hören, und aus Abarim (Gebiete in Moab) schreie, denn all deine Liebhaber sind zerbrochen.

21 Ich redete zu dir in deinem Unbekümmertsein, (doch) du sprachst: Nicht höre ich! Dies war dein Weg von deinen Jugendzeiten an, dass du nicht auf Meine Stimme hörtest.

22 All deine Hirten wird der Wind hirten, und deine Liebhaber gehen in die Gefangenschaft, denn dann wirst du beschämt und wirst zuschanden aufgrund all deines Bösen.

23 (Du,) die im (Holzreichtum des) Libanon wohnt, (die ihr) Nest inmitten der Zedern hat: Wie (sehr) wirst du der Gnade bedürftig sein, wenn dir Umstrickungen (Einengungen) kommen, eine Wehe wie die einer Gebärenden.

...

Jerusalem verließ sich nicht auf Jewe, sondern auf seine Liebhaber, seine Verbündeten, früher Assur und jetzt Ägypten (Verse 20 + 22; Jer. 2:36). Wer nicht auf Jewe hört, wird vom Wind geleitet (Vers 22), von fremden, wetterwendischen Einflüssen, vom Satan, der die Vollmacht im Luftraum hat (Eph. 2:2).

Man hatte so viele Zedern nach Jerusalem gebracht und verbaut, dass man meinen konnte, im Libanon zu wohnen (Vers 23), einer Zierde des Stolzes.

Wider Konja

24 (So wahr) Ich der Lebendige bin ­ Treuewort Jewes ­, wenn auch Konja, der Sohn Jojakims, der König Judas, ein Siegelring an Meiner rechten Hand wäre, würde Ich dich von dort abziehen!

25 Und Ich gebe dich in die Hand der deine Seele Suchenden und in die Hand derer, aufgrund deren Angesicht du entmutigt bist, und in die Hand Nebukadrezars, des Königs Babels, und in die Hand der Chaldäer.

26 Und Ich schmeiße dich und deine Mutter, die dich gebar, weg auf das andere Land, wo ihr nicht geboren wurdet; und dort werdet ihr sterben.

27 Aber zu dem Land, zu welchem sie ihre Seele erheben, um dorthin zurückzukehren, dorthin werden sie nicht zurückkehren.

28 Ist dieser Mann Konja ein verachtetes, zerschelltes Gebilde? Ob er ein Gerät ist, an dem kein Gefallen ist? Weshalb (denn) wurden er und sein Same weggeschmissen und auf das Land geworfen, das sie nicht näher kannten?

29 Land, Land, Land, höre das Wort Jewes!

30 So spricht Jewe: Schreibt diesen Mann als kinderlos auf, als einen mächtigen Mann, der kein Gelingen hat in seinen Tagen, denn nicht gelingt es einem Mann aus seinem Samen, auf dem Thron Davids zu sitzen und noch weiterhin Herrscher über Juda zu sein.

...

Konja, auch Jojachin genannt, regierte drei Monate lang im Jahr 598 v. Chr. (2. Kön. 24:6, 8). Er handelte böse. Die gerechte Vergeltung widerfuhr ihm. Nebukadrezar (eine Namensvariante von Nebukadnezar) verschleppte ihn und seine Mutter im Jahr 598 v. Chr. nach Babel (2. Kön. 24:15).

Konja, in Matthäus 1:11 Jechonia genannt, hatte Söhne (1. Chron. 3:17), aber keiner von ihnen kam auf den Thron Davids. Konjas Nachfolger auf dem Thron wurde Zedekia, der letzte König Judas überhaupt, ein Bruder seines Vaters Jojakim.

Konja starb nach 36 Jahren im Gefängnis und weiteren Jahren des Gnadenbrots in Babel (Jer. 52:31 - 34).

Weitere Gerichtsprophetien

(Jer. 23 - 25)

Kapitel 23

Wider die Hirten

1 O die Hirten, die das Kleinvieh Meiner Herde verlorengeben und zerstreuen! Treuewort Jewes.

2 Daher, so spricht Jewe, der Elohim Israels, wider die Hirten, die Mein Volk hirten: Ihr, ihr habt Mein Kleinvieh zerstreut und sie versprengt und sie nicht heimgesucht (wohlwollend vor euer Angesicht gebracht)! Da! Ich bin der, der die Bosheit eurer Handlungen auf euch heimsucht ­ Treuewort Jewes ­.

...

Das Wort »heimsuchen« kann positiv wie negativ gebraucht werden. Jewe wird die bösen Führenden Seines Volkes heimsuchen, um sie zu richten.

Der gerechte Spross Davids

3 Und Ich, Ich werde den Überrest Meines Kleinviehs aus all den Ländern zusammenscharen, wohin Ich sie versprengt habe, und Ich bringe sie zurück in ihre Heimat, und sie sind fruchtbar und mehren sich.

4 Und Ich mache Hirten über sie erstehen, und diese hirten sie. Und sie fürchten sich nicht mehr, und sie werden nicht mehr bestürzt, und sie werden nicht mehr vermisst ­ Treuewort Jewes ­.

5 Da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da mache Ich dem David erstehen einen gerechten Spross, und Er regiert als König und gelangt zur Klugheit und tätigte Recht und Rechtfertigung im Land.

6 In Seinen Tagen wird Juda gerettet, und Israel wohnt in Sicherheit. Und dies ist Sein Name, mit welchem Ihn jeder ruft: Jewe, unsere Gerechtigkeit!

7 Daher, da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, und dann spricht man nicht mehr: Bei Jewe, dem Lebendigen, der die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufbrachte,

8 sondern: Bei Jewe, dem Lebendigen, der heraufbrachte und der den Samen des Hauses Israel aus dem Land des Nordens brachte und aus all den Ländern, wohin Ich sie versprengt hatte! Und sie wohnen auf ihrem Erdboden.

...

Israel wird wieder gesammelt und in sein Land zurückgebracht werden. Doch wer wird es regieren? Der Sohn Davids, Jesus, wird in Klugheit und Gerechtigkeit über Israel herrschen. Dann werden die Juden ausrufen: »Jewe, unsere Gerechtigkeit!« Sie werden nicht mehr ihre eigene Gerechtigkeit aufstellen wollen, sondern den Sohn Gottes als ihre Gerechtigkeit erkennen (Röm. 10:3). »Denn die Vollendung des Gesetzes ist Christus, zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt« (Röm. 10:4).

Jesus ist ein Sohn Davids (2. Sam. 7:12 - 14; Jes. 11:1 - 10; Ps. 132:11). In Ihm findet die königliche Linie ihre Erfüllung.

Wenn der König Israels Seine Engel aussendet, um Seine Auserwählten von den veir Winden zu sammeln (Mat. 24:31), und mit Seinem wiedervereinigten Volk (Jer. 31:31; Hes. 37:22; Heb. 8:8) Sein tausendjähriges Königreich aufrichtet, wird der Exodus aus Ägypten gegenüber diesem gewaltigen und überaus herrlichen Ereignis verblassen.

Wieder die falschen Propheten

9 Den Propheten: Zerbrochen ist mein Herz in meinem Innern, es vibrieren alle meine Gebeine, ich wurde wie ein berauschter Mann und wie ein Mächtiger, über den der Wein gegangen ist ­ aufgrund des Angesichts Jewes und aufgrund des Angesichts Seiner heiligen Worte.

10 Denn mit Ehebrechern ist das Land gefüllt ­ denn aufgrund des Angesichts des Fluchs trauert das Land, trocknen aus die Auen der Wildnis ­, und ihre Laufbahn wurde eine böse, und ihr Machtzuwachs ist ebenso nicht (rechtgemäß).

11 Denn auch noch der Prophet, auch noch der Priester, sie sind befleckt; auch noch in Meinem Haus fand Ich Böses ­ Treuewort Jewes ­.

12 Daher wird ihnen ihr Weg wie Glätte in der Dunkelheit, sie stürzen und fallen auf ihm, denn Ich bringe Böses über sie, das Jahr ihrer Heimsuchung ­ Treuewort Jewes ­.

13 Und auch bei den Propheten Samarias sah Ich Anstößiges: Sie prophezeien mittels des Baal und brachten Mein Volk Israel dahin, sich zu vergehen.

14 Und bei den Propheten Jerusalems sah Ich Schauderhaftes: Ehebruch und ein Wandel in Falschheit. Und sie geben den Händen der Boshaften Halt, dass sie nimmer umkehren ein jeder von seinem Bösen. Sie, sie alle wurden mir wie Sodom und ihre Bewohner wie Gomorra.

15 Daher, so spricht Jewe der Heere wider die Propheten: Da! Ich speise sie mit Wermut, und Ich tränke sie mit Giftwassern, denn von den Propheten Jerusalems ging die ging die Befleckung hinaus in all das Land.

...

Jeremia ­ der leidende Prophet; die Unvereinbarkeit der ihn prägenden Heiligkeit Jewes mit den Sünden der Menschen erschütterte ihn zutiefst.

Was die Propheten Samarias, also des Nordreichs, einst trieben (Vers 13), fand sich auch bei den Priestern und Propheten in Jerusalem, gar im Tempel (Verse 11 + 14). Ihre Untreue gegenüber Jewe riss nicht nur sie in den Strudel des Ehebruchs und der Lügen, sondern befleckte das ganze Land (Vers 10); es dörrte aus, wie in 5. Mose 28:23, 24 als Strafe Jewes angekündigt. Was ist nun fällig? Die Gerechtigkeit schreit nach dem Gericht!

Hört nicht auf sie!

16 So spricht Jewe der Heere: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch prophezeien! Sie umgeben euch mit Dunst, die Gesichtung ihres Herzens reden sie, nicht aus dem Mund Jewes ist's.

17 Sie sprechen, ja sprechen zu denen, die Mich verschmähen: Jewe redete: Friede wird euch (zuteil)!, und zu jedem, der da im Harnisch (in der Vorstockung) seines Herzens wandelt, sprechen sie: Nicht kommt Böses über euch.

18 Denn wer stand im geheimen (internen, vertraulichen) (Kreis) Jewes, sodass er sah und Sein Wort hörte? Wer merkte auf Sein Wort und hörte?

19 Da: Ein Sturm Jewes! Zorneshitze geht heraus und ein Wirbelsturm; gegen das Haupt der Frevler wirbelt er.

20 Nicht wendet sich der Zorn Jewes ab, bis Er die Planung Seines Herzens getan und sie zustande gebracht hat. In der Späte der Tage versteht, ja versteht ihr dies.

21 Ich entsandte die Propheten nicht, sie aber, sie liefen; Ich redete nicht zu ihnen, sie aber, sie prophezeiten.

22 Wenn sie aber in Meinem geheimen (Kreis) gestanden hätten, so würden sie Mein Volk Meine Worte hören lassen und sie zur Umkehr bewegen von ihrem bösen Weg und von der Bosheit ihrer Handlungen.

23 Bin Ich nur ein Elohim von naheher (der nur Nahes sieht) ­ Treuewort Jewes ­ und nicht auch ein Elohim von fernher?

24 Ob sich ein Mann in Verbergungen verbirgt und Ich, Ich ihn nicht sehe? Treuewort Jewes. Bin nicht Ich es, der die Himmel und die Erde erfüllt? Treuewort Jewes.

...

Falsche Propheten haben keine Gemeinschaft mit Jewe, keinen Auftrag, kein Wort der Wahrheit, kein Wort gegen die Sünde. Unser Herr Jesus Christus warnte vor ihnen: »Nehmt euch in Acht vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber räuberische Wölfe sind. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen« (Mat. 7:15).

Erst in der Späte der Tage (Vers 20), in der Zeit des Endes des gegenwärtigen bösen Äons, wird Israel die geistliche Weisheit erlangen, den Sinn der Gerichte Jewes zu verstehen. Seine Gerichte sind gerecht, sind um der Gerechtigkeit willen notwendig und bringen zurecht.

Böse Taten lassen sich vor Jewe nicht verbergen (Verse 23 + 24). Gott ist Geist (Joh. 4:24); so ist Er überall. Seine Augen sind an jedem Ort (Spr. 15:3). Er ist nicht fern von uns, denn in Ihm leben wir und bewegen wir uns und sind wir (Ap, 17:27).

»Ist Mein Wort nicht wie Feuer?«

25 Ich hörte, was die Propheten sprachen, die in Meinem Namen Falschheit prophezeienden, sprechend: Ich träumte, ich träumte!

26 Bis wann noch ist's so im Herzen der Propheten, der die Falschheit prophezeienden, und der Propheten des Truges ihres Herzens?

27 Planen sie, Mein Volk Meinen Namen vergessen zu machen mittels ihrer Träume, die sie erzählen, ein jeder seinem Genossen, so wie ihre Väter Meinen Namen infolge des Baal vergaßen?

28 Der Prophet, der einen Traum hatte, der erzähle den Traum, aber der, mit dem Mein Wort ist, der rede Mein Wort in Wahrheit! Was soll das Häcksel bei dem Korn? Treuewort Jewes.

29 Ist Mein Wort nicht so wie Feuer ­ Treuewort Jewes ­ und wie ein Schmiedehammer, der Steilfelsen in Zerstreubares zerschlägt?

30 Daher, da! Ich bin wider die Propheten ­ Treuewort Jewes ­, die Meine (angeblichen) Worte stehlen, ein jeder von seinem Genossen.

31 Da! Ich bin wider die Propheten ­ Treuewort Jewes ­, die ihre Zunge gebrauchen und beteuern: Ein Treuewort ist's!

32 Da! Ich bin wider die, die Träume der Falschheit prophezeien ­ Treuewort Jewes ­, und die, die sie erzählten und Mein Volk veranlassten, sich zu vergehen, mit ihren Falschheiten und mit ihrem Überschäumen. Ich aber, nicht entsandte Ich sie, und nicht entbot Ich sie, und nicht nützen, ja nützen sie diesem Volk ­ Treuewort Jewes ­.

...

Wohl sprach Gott auch durch Träume, in unserer heilsgeschichtlichen Verwaltung des durch Paulus vervollständigen Wortes Gottes (Kol. 1:25) gibt es keine neuen Offenbarungen mehr, aber die Träume der Lügenpropheten waren nur Trugbilder ihres Herzens.

Mose hatte Israel angewiesen, die Worte der Propheten zu prüfen

(5. Mose 13:1 - 4). Da sie dies nicht taten, waren sie empfänglich für Worte so wertlos wie Häcksel, der im Feuer des Wortes Jewes sofort vergeht (vgl. 1. Kor. 3:10 - 15).

Das Wort Jewes in Jeremias Mund war wie Feuer, weil er das baldige Verzehrtwerden des Volkes verkündigte (Jer. 5:14).

Das Wort Jewes ist lebendig und kraftvoll und wirksam (Heb. 4:12) und zertrümmert Felsen, stolze Herzensfelsen, wie ein Schmiedehammer. Der Apostel Paulus bezeugt: »Sind doch die Waffen unseres Krieges nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott: zum Einreißen von Bollwerken, wenn wir Vernunftschlüsse einreißen und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt« (2. Kor. 104).

Wider den Ausspruch »Traglast Jewes«

33 Und so denn dieses Volk dich fragt oder der Prophet oder ein Priester, sprechend: Was ist die Traglast Jewes?, so sprichst du zu ihnen: Was ist die Traglast? (Dies:) dass Ich euch fahren lasse! Treuewort Jewes.

34 Und der Prophet und der Priester und das Volk, welche sprechen: Traglast Jewes!, jenen Mann werde Ich heimsuchen und sein Haus.

35 So sollt ihr sprechen, jedermann zu seinem Genossen und jedermann zu seinem Bruder: Was antwortete Jewe? und: Was redete Jewe?

36 Aber (des Ausspruchs) »Traglast Jewes« sollt ihr nicht mehr gedenken, denn die Traglast wird für einen jeden sein (eigenes) Wort sein, weil ihr die Worte des lebendigen Elohim verdreht habt, Jewes der Heere, unseres Elohim.

37 So sprichst du zu jedem Propheten: Was antwortete dir Jewe? und: Was redete Jewe?

38 Aber (wehe), wenn ihr sprecht: Traglast Jewes! Daher, so spricht Jewe: Weil ihr dieses Wort sprecht: Traglast Jewes!, und Ich doch zu euch entsandte, sprechend: Nicht mehr sprecht ihr: Traglast Jewes!,

39 daher, da bin Ich! Und Ich entlaste Mich von euch, um euch mit Wahn (zu schlagen); und euch und die Stadt, die Ich euch und euren Vätern ab, lasse Ich fahren, weg von Meinem Angesicht.

40 Und Ich lege die Schmach des Äons auf euch und die Schande des Äons, die nicht vergessen wird.

...

Die von Jewe dem Volk auferlegte Traglast war, dass Er es fahren lassen wird (Vers 33). Es sollte aber nicht sagen, dass Jewe dies grundlos getan habe. Im Gegenteil: sie hatten Sein Wort verdreht und böse gehandelt und sich diese Traglast somit selbst aufgehalst (Vers 36). Ihre eigenen Lügenworte und die Folgen daraus war ihre Traglast.

Für den gegenwärtigen Äon (Vers 40) wird Israel diese Last zu tragen haben, dass sie wegen ihrer Untreue zu Jewe geschmäht und verachtet werden und zuschanden geworden sind.

Kapitel 24

Die zwei Körbe mit Feigen

1 Jewe ließ mich sehen, und da! Zwei Körbe Feigen, aufgestellt angesichts des Tempels Jewes, nachdem Nebukadrezar, der König Babels, Jechonja, den Sohn Jojakims, den König Judas, und die Fürsten Judas und die Schmiede und die Schlosser aus Jerusalem verschleppt und sie nach Babel gebracht hatte.

2 Der eine Korb (enthielt) überaus gute Feigen wie die Erstlingsfeigen, und der andere Korb (enthielt) überaus böse Feigen, die wegen (ihrer) Bosheit nicht gegessen wurden.

3 Und Jewe sprach zu mir: Was siehst du, Jeremia? Und ich sprach: Feigen, die guten Feigen sind überaus gute, und die bösen sind überaus böse, die wegen (ihrer) Bosheit nicht gegessen werden.

4 Da geschah das Wort Jewes zu mir, sprechend:

5 So spricht Jewe, der Elohim Israels: Wie diese guten Feigen, also werde Ich die Verschleppten Judas (sie) kennend (herausführen), die Ich aus diesem Ort zum Land der Chaldäer entsandte, ihnen zum Guten.

6 Und Ich lege Mein Auge auf sie, ihnen zum Guten, und Ich bringe sie zurück auf dieses Land; und Ich baue sie (auf) und zerstöre nicht, und Ich pflanze sie und reiße nicht aus.

7 Und Ich gebe ihnen ein Herz, Mich zu erkennen, dass Ich (es bin), Jewe. Und sie werden Mir zum Volk, und Ich, Ich werde ihnen zum Elohim, denn sie werden zu Mir umkehren mit all ihrem Herzen.

8 Aber wie die bösen Feigen, die wegen ihrer Bosheit nicht gegessen werden ­ denn so spricht Jewe: Also gebe Ich Zedekia, den König Judas, und seine Fürsten dahin und den Überrest Jerusalems, die in diesem Land Verbliebenen und die im Land Ägypten wohnen.

9 Und Ich setze sie zum schweiß(treibenden Entsetzen), zum Bösen allen Regierungen der Erde, zur Schmach und zum (spöttischen) Gleichnis, zur Witzrede und zum Fluch an allen Orten, wohin Ich sie

versprenge.

10 Und Ich entsende das Schwert gegen sie, den Hunger und die Seuche, bis es ganz aus mit ihnen ist, weg vom Erdboden, den Ich ihnen und ihren Vätern gab.

...

Jeremia erhielt diese Vision im Jahr 598 v. Chr., nachdem Jechonja, der auch Jojachin hieß und nur drei Monate regiert hatte, und die Oberschicht, die Krieger sowie die von kriegswichtigen Berufen nach Babel verschleppt worden waren (2. Kön. 24:14 - 16).

Die Prophezeiung muss mit Verwunderung und Skepsis aufgenommen worden sein: Nicht die Weggeführten werden umkommen, sondern die im Land Verbliebenen sowie nach Ägypten Geflohenen. Man merke auf: Die nach Babel Verschleppten wurden zu ihrer Rettung verschleppt (Vers 5)!

Die Weggeführten erfuhren in all ihrem Lied den Zuspruch, dass sie wieder zurückkehren werden (Vers 6) und Gott die babylonische Gefangenschaft zu ihrer geistlichen Erneuerung gebrauchen wird. Er wird ihnen ein neues Herz geben (Hes. 11:19; 36:26), und sie werden Ihm zum Volk (Vers 7). Damit deutete Jeremia den neuen Bund an (Jer. 31:31 - 34), der allerdings erst mit der Wiederkunft Jesu zu Israel in Kraft treten wird. Doch bereits die Zeit in Babel erbrachte den geistlichen Ertrag, dass viele zu Jewe umkehrten.

Kapitel 25

Ankündigung der siebzigjährigen Gefangenschaft in Babel

1 Das Wort, das an Jeremia erging, (ja) an all das Volk Juda, (und zwar) im vierten Jahr Jojakims (606 v. Chr.), des Sohnes Josias, des Königs Judas ­ es ist das erste Jahr Nebukadrezars, des Königs Babels ­,

2 (das Wort), das Jeremia, der Prophet, zu all dem Volk Juda redete, zu allen Bewohnern Jerusalems, sprechend:

3 Vom dreizehnten Jahr Josias (628 v. Chr.), des Sohnes Amons, des Königs Judas, bis zu diesem Tag (606 v. Chr.) ­ dies sind 23 Jahre ­ geschah das Wort Jewes zu mir, und ich redete zu euch, früh aufstehend und redend, aber ihr hörtet nicht.

4 Und Jewe entsandte zu euch all seine Diener, die Propheten, früh aufstehend und (sie) entsendend. Aber ihr hörtet nicht, und nicht recktet ihr euer Ohr, um zu hören,

5 dass Er sprach: Kehrt doch um, ein jeder von seinem bösen Weg und von der Bosheit eurer Handlungen, sodass ihr auf dem Erdboden wohnt, den Jewe euch und euren Vätern gab, vom Äon an bis zum Äon (tausendjährigen Königsreichsäon).

6 Und geht nicht hinter anderen Elohim her, ihnen zu dienen und euch ihnen (huldigend) hinzuwerfen, und grämt Mich nicht mit dem Machwerk eurer Hände, sodass Ich euch nicht Böses tue.

7 Aber ihr hörtet nicht auf Mich ­ Treuewort Jewes ­, um Mich zu grämen mit dem Machwerk eurer Hände, euch zum Bösen.

8 Daher, so spricht Jewe der Heere: Weil ihr nicht auf Meine Worte hörtet,

9 da! Ich bin der Entsendende, und Ich nehme alle Sippen des Nordens (das meint: Babels und seiner Verbündeten)­ Treuewort Jewes, und Ich entsende zu Nebukadrezar, den König Babels, Meinem Diener, und Ich bringe sie über dieses Land und über seine Bewohner und über all die Nationen ringsum; und Ich verbanne sie und mache sie zur Ödnis und zum Gezischel und zu den verwüsteten (Stätten) des Äons.

10 Und Ich lasse ihnen verloren gehen die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Hochzeiters (Bräutigams) und die Stimme der Braut, das Geräusch des Mühlsteinpaars und das Licht der Leuchte.

11 Und dieses ganze Land wird zur verwüsteten (Stätte), ja zur Verödung, und diese Nationen werden dem König Babels siebzig Jahre dienen.

12 Und es geschieht: Wenn etwa siebzig Jahre erfüllt sind, suche Ich auf dem König Babels und auf jener Nation ihre Vergehung heim ­ Treuewort Jewes ­ und auch auf dem Land der Chaldäer; und Ich setze es zur Ödnis des Äons.

13 Und Ich bringe all Meine Worte über jenes Land, die Ich über es geredet habe, all das in dieser (Schriftrolle) gezählter (Worte) Aufgeschriebene, was Jeremia wider all die Nationen prophezeite.

14 Denn mittels ihnen (den in Vers 11 genannten Nationen)), auch noch mittels ihnen (den in Vers 12 Genannten) (richteten) viele Nationen und große Könige Dienst (aus), und Ich erstatte ihnen gemäß ihrem Wirken und gemäß den Taten ihrer Hände.

...

23 Jahre lang hatte Jeremia das Wort Jewes bereits verkündigt, unermüdlich (Vers 3). Es schien vergeblich gewesen zu sein. Es war aber nicht vergeblich: die Verstocktheit der Herzen war deutlich geworden ebenso wie die Langmut Jewes.

Die lange Dienstzeit des Propheten erklärt die Wiederholung vieler Prophezeiungen im Buch Jeremia.

Nebukadnezar war ein Diener Jewes (Vers 9), weil er den heilsgeschichtlichen Zwecken diente und Jewes angekündigte Gerichte vollzog. Unserem Gott und Vater dient übrigens alles; alles steht Ihm zu Gebote; alles bewirkt Er (Ps. 115:3; 135:6).

70 Jahre lang werden die Verschleppten den Babyloniern dienen (Vers 11; Jer. 29:10; Dan. 9:2). Diese Begrenzung war den Gläubigen ein kraftvoller Zuspruch.

Warum gerade 70 Jahre? Wir begegnen der Zahl 70 in der Bibel oft und in mancherlei Bezügen. Nach der Zahlensymbolik bedeutet sie »Übergang« und »Auge«, so wie das Auge der Übergang von außen nach innen ist. Nach 3. Mose 26:33 - 35 und 2. Chronik 36:21 liegt die Annahme nahe, dass Israel den Erdboden über viele Jahre hin im Sabbatjahr nicht ruhen ließ, sondern ihn bearbeitete. Jetzt, sobald er als Wildnis daliegt, kann er die unterlassene Sabbatruhe nachholen.

Das gerechte Gericht kommt auch über Babel (Vers 12), wenn es an der Zeit ist, eben nach 70 Jahren. Im Jahr 539 v. Chr. eroberten die Meder und Perser Babel (Dan. 6:1). Das Jahr 536 n. Chr., das die erste Rückführung der Juden sah, war das 70. Jahr nach der ersten Wegführung im Jahr 606 v. Chr.

Der Becher des Zorns für die Nationen

15 Denn so sprach Jewe, der Elohim Israels, zu mir: Nimm diesen Becher des Weins der Zorneshitze aus Meiner Hand, und du tränkst mit ihm all die Nationen, zu denen Ich dich entsende.

16 Und sie trinken und werden schwankend und rasen aufgrund des Angesichts des Schwerts, das Ich zwischen sie entsende.

17 Da nahm ich den Becher aus der Hand Jewes und tränkte all die Nationen, zu denen Jewe mich entsandt hatte:

18 Jerusalem und die Städte Judas und ihre Regenten, ihre Fürsten, sie zur verwüsteten (Stätte) zu machen, zur Ödnis, zum Gezischel und zum Fluch, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

19 Ich tränkte den Pharao, den König Ägyptens, und seine Diener und seine Fürsten und all sein Volk

20 und all das Mischvolk und alle Regenten des Landes des Uz und alle Regenten des Landes der Philister und Askalon und Gaza und Ekron und den Überrest Asdods,

21 Edom und Moab und die Söhne Amons

22 und alle Regenten von Tyrus und alle Regenten Sidons und die Regenten der Küste jenseits des Meeres

23 und Dedan (Nordwestarabien) und Tema und Bus und alle gestutzten Bartes

24 und alle Regenten Arabiens und alle Regenten des Mischvolks, die in der Wildnis wohnen,

25 und alle Regenten von Simri und alle Regenten Elams (östlich von Babel mit der Hauptstadt Susa) und alle Regenten Mediens

26 und alle Regenten des Nordens, die einander nahen und fernen, und all die Königreiche der Erde auf dem Angesicht des Erdbodens. Und der König Scheckachs (Verschlüsselung für: Babels) trinkt nach ihnen.

27 Und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Trinkt und berauscht euch und speist und fallt! Und nicht steht ihr auf aufgrund des Angesichts des Schwerts, das ich zwischen euch sende.

28 Und es geschieht: So denn sie sich weigern, den Becher aus deiner Hand zu nehmen, um zu trinken, so sprichst du zu ihnen: So spricht Jewe der Heere: Trinken, ja trinken (müsst) ihr.

29 Denn da! In der Stadt, über der Mein Name ausgerufen wird, beginne Ich zu zertrümmern, und ihr, (solltet) ihr entschuldet, ja entschuldet werden? Nicht werdet ihr entschuldet, denn Ich rufe das Schwert über alle Bewohner des Landes ­ Treuewort Jewes der Heere ­.

...

Durch das alles erobernde Schwert Babels (Verse 9 + 11) gibt Jewe all den genannten Nationen von Seiner Zorneshitze zu trinken. Keine kann sich entziehen (Vers 28). Das Gericht beginnt in Jerusalem (Vers 29), wie denn auch Petrus schreibt, dass das Urteil beim Hause Gottes anfange (1. Pet. 4:17), und endet bei Babel (Vers 26). Die Verschlüsselung (Scheschach für Babel) erfolgt durch den Austausch des ersten Buchstabens des Alphabets gegen den letzen, des zweiten gegen den vorletzten, des dritten gegen den drittletzten usw.

Jewe brüllt von der Höhe her

30 Und du, du prophezeist ihnen all diese Worte, und du sprichst zu ihnen: Jewe brüllt von der Höhe her, und aus dem Gehege Seines Heiligtums lässt Er Seine Stimme hören; Er brüllt, ja brüllt über Seiner Heimat, wie die Keltertreter antwortet Er allen Bewohnern der Erde mit dem Hejdad (Ruf des Kelterers; übersetzt: Dank-Dank!).

31 Ein Brausen kommt bis ans Ende der Erde, denn Jewe streitet gegen die Nationen, ein Richter ist Er allem Fleisch; die Frevler, sie übergibt Er dem Schwert ­ Treuewort Jewes ­.

32 So spricht Jewe der Heere: Da! Böses geht aus von Nation zu Nation, und ein großes Stürmen wird erweckt von den Hüftseiten (Flanken; vom Norden und Süden) der Erde her.

33 Und die von Jewe Durchbohrten (Erschlagenen) (finden) sich an jenem Tag von dem einen Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde; nicht werden sie beklagt, und nicht werden sie gesammelt, und nicht werden sie begraben; zu Dung auf dem Angesicht des Erdbodens werden sie.

34 Heulet, ihr Hirten, und wehschreiet! Und bewegt euch in der Asche hin und her, ihr Adeligen (Führer) des Kleinviehs, denn eure Tage sind erfüllt, euch zu schlachten, und Ich zerstreue euch, und ihr fallt wie ein begehrtes (wertvolles) Gefäß.

35 Und die Zuflucht verliert sich (schwindet) von den Hirten weg und das Entronnene von den Adeligen (Führern) des Kleinviehs weg.

36 Das ist der Hall des Geschreis der Hirten und das Heulen der Adeligen des Kleinviehs, denn Jewe rafft ihre Herde dahin.

37 Und still (lautlos, weil verwüstet) werden die ersehnten (Fluren) des Friedens aufgrund des Angesichts des entbrannten Zorns Jewes.

38 Wie ein Junglöwe verließ Er Sein Dickicht, denn ihr Land wurde zur Ödnis aufgrund des Angesichts des Entbrennens des Schindens und aufgrund des Angesichts des Entbrennens Seines Zorns.

...

Es fragt sich, ob man das hebräische Wort ARZ, punktiert ÄRäZ, mit »Land« oder mit »Erde« (gesamter Erdkreis) übersetzen soll. Das Wort an sich kann beides bezeichnen. Uns drängt sich der Gedanke auf, dass in diesem Schriftabschnitt nicht nur das Gericht über Juda und die Nationen des Vorderen Orients beschrieben werden, sondern schon die Gerichte über die ganze Erde in der Endzeit im Blickfeld sind.

Als Hirten werden die leitenden Männer angesprochen, als Kleinvieh ihre Untertanen (Verse 34 - 36).

Der Gott, der voller Liebe ist (1. Joh. 4:8), der Gott und Vater des Herrn Jesus Christus, hält Gericht. Auf diese Weise erfahren die Menschen Seine Gerechtigkeit, vollends alsdann vor dem großen, weißen Thron. Dort, im Angesicht Jesu Christi, der für sie starb und auferweckt wurde, werden sie für den Empfang des Erbarmens Gottes vorbereitet. Schließlich, nach den Äonen, bei der Vollendung (1. Kor. 15:24), werden sie unvergängliches Leben erhalten und so die Liebe des himmlischen Vaters erfahren.

Jeremia vor Gericht

(Jer. 26 - 28)

Kapitel 26

Jeremias Rede im Vorhof des Tempels

1 Im Anfang (608/607 v. Chr.) der Regierung Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas, geschah dieses Wort von Jewe, sprechend:

2 So spricht Jewe: Nimm Stand im Vorhof des Hauses Jewes, und du redest wider alle Städte Judas, die da kommen, um sich im Haus Jewes (huldigend) hinzuwerfen, all die Worte, die Ich dir gebot, sie zu ihnen zu reden; mindere das Wort nicht!

3 Vielleicht hören sie und kehren um, ein jeder von seinem bösen Weg, und Ich werde umgestimmt bezüglich des Bösen, das Ich ihnen zu tun plante aufgrund des Angesichts der Bosheit ihrer Handlungen.

4 Und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe: Wenn ihr nicht auf Mich hört, gemäß Meiner Tora (Zielanweisung) zu wandeln, die Ich euch vor euren Angesichtern gab,

5 auf die Worte Meiner Diener, der Propheten, zu hören, die Ich zu euch entsandte, früh aufstehend und entsendend ­ aber ihr hörtet nicht ­,

6 so gebe Ich dieses Haus hin wie (das zu) Schilo, und diese Stadt gebe Ich (preis) als Fluch allen Nationen der Erde.

...

Schilo war eine Stadt im Losteil Ephraims und der Standort des Zeltes des Zeugnisses zur Zeit Josuas bis zur Zeit Davids (1. Sam. 4:3). Die in Schilo beheimatete Lade Elohims fiel im Jahr 1120 v. Chr. in die Hände der Philister (1. Sam. 4:11). Damit war Israel für eine gewisse Frist von Jewe verlassen. Dementsprechend wird Jewe jetzt den Tempel dahingeben und Israel verwerfen. Jeremia hatte dies schon einmal verkündigt (Kap. 7:12 - 15).

Noch hätte Juda umkehren können, aber sie hörten nicht (Vers 3).

»Mindere das Wort nicht!« (Vers 2: 5. Mose 4:2; Ap. 20:27; Off. 22:19). Alle Gläubigen aller Zeiten mögen sich dieses Wort zu Herzen nehmen und nicht davor zurückweichen, den gesamten Heilsratsschluss Gottes zu verkündigen.

Leider war es unvermeidlich, dass Jerusalem dahingegeben würde wie einst Schilo. So wurde die heilige Stadt ein Fluch für alle Nationen der Erde (Vers 6; Jer. 24:9; 25:18; Sach. 8:13). Noch heute ist es wieder so. Nach der Wiederkunft des Messias aber wird Israel zum Segen für die ganze Erde werden (Sach. 8:13; Mat. 28:19).

Die Verhaftung Jeremias

7 Und die Priester und die Propheten und all das Volk hörten Jeremia diese Worte im Haus Jewes reden.

8 Und es geschah: Als Jeremia alles, was Jewe geboten hatte, da ergriffen ihn die Priester und die Propheten und all das Volk, sprechend: Du stirbst, ja stirbst!

9 Weshalb prophezeist du im Namen Jewes, sprechend: Wie Schilo wird dieses Haus (dieser Tempel); und diese Stadt verwüstet, weil niemand (mehr) darin wohnt! Und all das Volk versammelte sich wegen Jeremia im Haus Jewes.

...

Die Menschen meinten trotz ihres Wissens um Schilo, dass Jewe auf keinen Fall gegen Seinen prächtigen Tempel handeln könne. Der tiefere Grund aber dafür, Jeremia festzunehmen und töten zu wollen, war der folgende Sachverhalt: »Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott« (Röm. 8:7). Diese Feindschaft zeigt sich an der gegen die Gläubigen.

Die Gerichtsverhandlung

10 Und die Fürsten Judas hörten diese Worte und (stiegen) vom Haus des Königs zum Haus Jewes hinauf und setzten sich in der Öffnung des neuen Tores Jewes (hin).

11 Und die Priester und die Propheten sprachen zu den Fürsten und all dem Volk, sprechend: Ein Richten zum Tode gebührt diesem Mann, denn er prophezeite über diese Stadt, so wie ihr mit euren Ohren hörtet.

12 Und Jeremia sprach zu all den Fürsten und all dem Volk, sprechend: Jewe entsandte mich, über dieses Haus und über diese Stadt all die Worte, die ihr gehört habt, zu prophezeien.

13 Und nun, macht eure Wege und eure Handlungen wohl (wendet sie zum Guten) und hört auf die Stimme Jewes, eures Elohim, so wird Jewe umgestimmt bezüglich des Bösen, das Er über euch geredet hat.

14 Und ich, da: Ich bin in euer Hand. Tut mir gemäß dem in euren Augen Guten und Geraden (Geradlinigen).

15 jedoch erkennt, ja erkennt, dass ihr, wenn ihr mich tötet, schuldloses Blut über euch bringt, und (dies) zu (Lasten) dieser Stadt und zu (Lasten) ihrer Bewohner; denn in Wahrheit (ist es so): Jewe entsandte mich zu euch, vor euren Ohren all diese Worte zu reden.

16 Da sprachen die Fürsten und all das Volk zu den Priestern und zu den Propheten: Nicht gebührt diesem Mann ein Richten zum Tode, denn im Namen Jewes redete er zu uns.

17 Und Mannen von den Alten des Landes standen auf und sprachen zu all dem versammelten Volk, sprechend:

18 Micha, der Moraschite, prophezeite in den Tagen Hiskias, des Königs Judas, und er sprach zu all dem Volk Juda, sprechend: So spricht Jewe der Heere: Zion wird als Gefild durchpflügt und Jerusalem wird zu Schutthaufen und der Berg des Hauses (Jewes) zu bewaldeten Kuppen.

19 Haben Hiskia, der König Judas und ganz Juda ihn getötet, ja getötet? Fürchtete er (denn) nicht Jewe und bestürmte das Angesicht Jewes, sodass Jewe bezüglich des Bösen umgestimmt wurde, dass Er wider sie geredet hatte? Wir aber würden eine große böse (Tat) wider unsere Seelen tun.

...

Jeremia war in Todesgefahr, wurde aber auf die Fürsprache der Fürsten, des Volkes und der Alten hin freigesprochen (Verse 16 - 19). Doch es gab nach wie vor Kräfte im Volk, die seinen Tod wünschten (Vers 24).

Jeremia verteidigte sich, gewiss innerlich gekräftigt durch die Zusagen Jewes, ihn zu bewahren (Kap. 1:8, 19; 155:20), mit seiner Beauftragung von Jewe (Vers 12), des Weiteren damit, dass Jewe im Falle der Umsinnung Judas Seinen Plan ändern würde (Vers 13) und dass ein ungerechtes Urteil unschuldiges Blut über Jerusalem bringen würde (Vers 14).

Die Alten kamen Jeremia zu Hilfe mit einer Prophezeiung Michas, der um 730 v. Chr. gewirkt hatte, indem sie Micha 3:12 zitierten (Vers 18). Nach dem flehentlichen Gebet Hiskias um Gnade hatte Jewe Jerusalem im Jahr 707 v. Chr. vor dem assyrischen Heer gerettet (Jes. 37:14 - 20, 33 - 36).

Der Prophet Uria wird getötet

20 Und es wurde auch noch ein Mann (befunden), ein im Namen Jewes Prophezeiender: Uria, der Sohn Schemajas, aus Kirjat-Jearim, und er prophezeite wider diese Stadt und wider dieses Land gemäß allen Worten Jeremias.

21 Und als der König Jojakim und all seine Mächtigen und all die Fürsten seine Worte hörten, da suchte der König ihn zu töten. Und Uria hörte es und fürchtete sich und entwich und kam nach Ägypten.

22 Da entsandte der König Jojakim Mannen nach Ägypten: Elnatan, den Sohn Achbors, und (andere) Mannen samt ihm nach Ägypten.

23 Und sie führten Uria aus Ägypten heraus und brachten ihn zu dem König Jojakim; und er erschlug ihn mit dem Schwert und warf seine Leiche in die Gräber der (gemeinen) Söhne des Volks.

24 Jedoch war die Hand Achikams, des Sohnes Schaphans, mit Jeremia, ihn nicht in die Hand des Volks zu geben, ihn zu töten.

...

Es gab neben Jeremia noch einen anderen wahren Propheten in Juda, der dasselbe wie er verkündigte, nämlich Uria. Sein Name bedeutet: Jewe ist mein Licht. Er wurde getötet und im Übrigen nicht ehrenvoll bestattet. Jeremia dagegen entging diesem Schicksal. Gottes Wege sind unausspürbar (Röm. 11:33). Alles aber bewirkt Er (Eph. 1:11), und alles dient Ihm (Röm. 14:8).

Achikam hielt seine schützende Hand über Jeremia. Er war bereits unter König Josias am Hofe (2. Kön. 22:12, 14). Sein Vater Schaphan hatte die vom Hohepriester Hilkia aufgefundene Tora dem König Josias überbracht und vorgelessen (2. Kön. 22:8, 10.

Kapitel 27

Beugt euch unter das Joch Nebukadnezars!

1 Am Anfang der Königsherrschaft Jojakims (vmtl. die dem Zedekia

übertragene Königsherrschaft Jojakims), des Sohnes Jowsias (Josias), des Königs Judas, geschah dieses Wort Jewes an Jeremia, sprechend:

2 So sprach Jewe zu mir: Mache dir Fesseln und Jochstangen, und du legst sie auf deinen Hals

3 und entsendest sie zum König Edoms und zum König Moabs und zum König der Söhne Amons und zum König von Tyrus und zum König Sidons in der Hand der gen Jerusalem zu Zedekia, dem König Judas, kommenden Beauftragten.

4 Und du entbietest sie zu ihren Herren, sprechend: So spricht Jewe, der Elohim Israels: So sprecht ihr zu euren Herren:

5 Ich, Ich machte die Erde, den Menschen und das Getier, das auf dem Angesicht der Erde ist, mit Meiner großen Kraft und mit Meinem ausgestreckten Arm, und Ich gebe es (das Land) dem, der in Meinen Augen gerade (unverbogen, aufrichtig) ist.

6 Und nun, Ich, Ich gab all diese Länder in die Hand Nebukadnezars, des Königs Babels, Meines Dieners, und die Tiere des Gefilds gab Ich ihm auch noch, dass es ihm dient.

7 Und ihm und seinem Sohn und dem Sohn seines Sohnes dienen all die Nationen, bis die Zeit seines Landes gekommen ist, (ja) auch noch sie (die Zeit) (oder: ja, auch noch für es (das Land)), und ihm dienen viele Nationen und große Könige.

8 Und es geschieht: Die Nation und das Königreich, die ihm, dem König Babels, nicht dienen, und (jede), die ihren Hals nicht in das Joch des Königs Babels gibt: mit dem Schwert und mit dem Hunger und mit der Seuche suche Ich (jene) Nation heim ­ Treuewort Jewes ­, bis Ich (gegen) sie voll zum Ende (gekommen bin) mittels seiner (Nebukadnezars) Hand.

9 Ihr aber, hört nicht auf eure Propheten und eure Wahrsager und auf eure Träume und auf eure Benebelnden und auf eure Zauberer, sie, die zu euch sprechen, sprechend: Ihr werdet dem König Babels nicht dienen!

10 Denn Falsches prophezeien sie euch, um euch von eurem Erdboden zu entfernen, sodass Ich euch versprenge und ihr euch verliert.

11 Aber die Nation, die ihren Hals in das Joch des Königs Babels bringt und ihm dient, sie belasse Ich auf ihrem Erdboden ­ Treuewort Jewes ­, sodass sie ihn bedient und auf ihm wohnt.

...

Bei Vers eins könnte es sich um einen Abschreibfehler handeln, er ähnelt dem ersten Vers des vorgehenden Kapitels sehr. Vielleicht war der Blick des Abschreibers dorthin gewandert. Jedenfalls erging dieses Wort Jewes am Anfang der Regierungszeit Zedekias, also etwa im Jahr 597 v. Chr.

Die Stricke und Jochstangen stellten eine markante symbolische Unterstützung des Prophetenwortes dar.

Alle die in Vers drei genannten Völker waren bereits von Babel unterworfen worden (außer Tyrus, das nicht erobert, aber abhängig war). Juda war nach den beiden Wegführungen von Teilen des Volkes in den Jahren 606 und 598 v. Chr. ausgezehrt. Ägypten aber war gerade erstarkt; da sahen die Völker eine Chance, ihre Freiheit wiederzuerlangen, ihre Abgesandten (Vers 3) sollten Jerusalem für einen Aufstand gegen Babel gewinnen. Da empfing Jeremia, der über viele Völker gesetzt war (Jer. 1:10), das Wort Jewes für sie, sich unbedingt weiterhin dem Joch Babels zu fügen, weil es der Wille Jewes war, dass diese Großmacht jetzt herrschen sollte. Nebukadnezar war der ausersehene Diener Jewes für jenen Abschnitt der Weltgeschichte (Jer. 25:9).

Wiederholung der Aufforderung gegenüber Zedekia,

den Priestern und dem Volk

12 Und zu Zedekia, dem König Judas, redete ich gemäß all diesen Worten, sprechend: Bringt eure Hälse in das Joch des Königs Babels und dient ihm und seinem Volk und bleibt leben.

13 Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, infolge des Schwerts, infolge des Hungers und infolge der Seuche, so wie Jewe bezüglich der Nation geredet hat, die dem König Babels nicht dient?

14 Und hört nicht auf die Worte der Propheten, der zu euch sprechenden, sprechend: Nicht werdet ihr dem König Babels dienen!, denn Falsches prophezeien sie euch.

15 Denn Ich entsandte sie nicht ­ Treuewort Jewes ­, sie aber prophezeien Falsches in Meinem Namen, damit ich euch versprenge und ihr euch verliert, ihr und die Propheten, die euch prophezeien.

16 Und zu den Priestern und zu all diesem Volk redete ich, sprechend: So spricht Jewe: Hört nicht auf die Worte eurer Propheten, der euch prophezeienden, sprechend: Da! Die Geräte des Hauses Jewes werden nun schnell aus Babel zurückgebracht!, denn Falsches prophezeien sie euch.

17 Hört nicht auf sie! Dient dem König Babels und lebt! Warum soll diese Stadt zur verwüsteten (Stätte) werden?

18 Wenn aber sie Propheten sind, und wenn das Wort Jewes bei ihnen ist, so mögen sie doch Jewe der Heere (bittend) entgegenkommen, dass die Geräte, die im Haus Jewes und im Haus des Königs Judas und in Jerusalem übriggelassen wurden, nicht nach Babel kommen.

19 Denn so spricht Jewe der Heere über die Säulen und über das Meer (das kupferne Waschbecken) und über die Gestelle und über das Übrige der Geräte, die in dieser Stadt übriggelassen wurden,

20 die Nebukadnezar, der König Babels, nicht mitnahm in der Zeit, da er Jechonja, den Sohn Jojakims, den König Judas, aus Jerusalem nach Babel verschleppte und alle Vornehmen Judas und Jerusalems,

21 denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels, über die im Haus Jewes und im Haus des Königs Judas und in Jerusalem übriggelassenen Geräte:

22 Nach Babel werden sie gebracht, und dort werden sie sein bis zu dem Tag, da Ich sie heimsuche ­ Treuewort Jewes ­ und sie hinaufbringe und sie zurückbringe zu diesem Ort.

...

Dass Juda überlebte (Vers 12), das war der Wille Jewes, und zu diesem Zweck mussten sie sich Babel unterwerfen. Auf keinen Fall sollten sie auf die falschen Propheten und die lügenden Priester hören, denen man allerdings gern glaubte, da sie der Form nach Amtsträger Jewes waren und Jewe im Verlauf der Geschichte schon oft eingegriffen und Israel gerettet hatte.

Ein kleiner Teil der Tempelgeräte war im Jahr 607 v. Chr. (Dan. 1:2) und ein großer Teil im Jahr 598 v. Chr. nach Babel verbracht worden (2. Kön. 24:13; 2. Chron. 36:7). Und auch der Rest wird, all das verlogene Geschwätz entlarvend, nach Babel geschafft werden (Vers 19), wie es sodann im Jahr 587 v.Chr. geschah (2. Kön. 25:13 - 17).

Die Tempelausstattung wird erst im 70. Jahr nach der ersten Wegführung (im Jahr 606 v. Chr.) nach Jerusalem zurückkehren (Vers 22; Jer. 25:11; 29:10). Dies geschah im Jahr 536 v. Chr. unter Esra (Esra 1:7 - 11).

Kapitel 28

Die falsche Prophetie Hananjas

1 Und es geschah in jenem Jahr, am Anfang der Regierungszeit Zedekias (598/97 - 587 v. Chr.), des Königs Judas, im vierten Jahr (594 v. Chr.), im fünften Monat, da sprach Hananja, der Sohn Asurs, der Prophet aus Gibeon, im Haus Jewes vor den Augen der Priester und all des Volkes zu mir, sprechend:

2 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels, sprechend: Ich zerbrach das Joch des Königs Babels.

3 Nach einem Doppeljahr an Tagen bringe Ich alle Geräte des Hauses Jewe zu diesem Ort zurück, die Nebukadnezar, der König Babels, aus diesem Ort genommen hat und nach Babel brachte.

4 Und Jechonja, der Sohn Jojakims, den König Judas, und all die nach Babel gekommenen Verschleppten Judas, bringe Ich zu diesem Ort zurück ­ Treuewort Jewes ­, denn Ich zerbreche das Joch des Königs Babels.

5 Da sprach Jeremia, der Prophet, zu Hananja, dem Propheten, vor den Augen der Priester und all des Volks, die im Haus Jewes standen,

6 und Jeremia, der Prophet, sprach: Amen! Also tue Jewe! Jewe mache deine Worte erstehen, die du prophezeit hast, zurückzubringen die Geräte des Hauses Jewes und all die Verschleppten aus Babel an diesen Ort!

7 Jedoch höre doch dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und vor den Ohren all des Volks rede:

8 Die Propheten, die vor mir und vor dir vom Äon an waren ­ und sie prophezeiten vielen Ländern und über große Königreiche Krieg und Böses und Seuche ­;

9 der Prophet, der Frieden prophezeit: Wenn das Wort des Propheten eintrifft, wird er als der Prophet erkannt, den Jewe in Wahrheit entsandte.

10 Da nahm Hananja, der Prophet, die Jochstange vom Hals Jeremias, des Propheten, und zerbrach sie.

11 Und Hananja sprach vor den Augen all des Volks, sprechend: So spricht Jewe: So zerbreche Ich das Joch Nebukadnezars, des Königs Babels, indem (Ich es) nach einem Doppeljahr an Tagen vom Hals all der Nationen (nehme). Aber Jeremia, der Prophet. ging seines Wegs.

...

Eines Tages forderte der sicherlich in bester Absicht handelnde Prophet Hananja Jeremia heraus. Hananja bedeutet: Jewe begnadet. Er rechnete hoffnungsvoll mit dem gnadenreichen Eingreifen Jewes. Seine Hoffnung aber blendete ihn. Doch dem Volk Juda konnte jetzt nur noch das Gericht dienen.

Hananja widersprach Jeremia öffentlich (Vers 2 - 4). Seine Verheißungen schienen Jewes Worte zu sein, die man freudig aufnahm. Der Form nach mussten es Jewes Worte sein. Gewiss wird Jewe dem Volk, das Sein ist, Seinem Tempel und Seinem König Recht verschaffen! Jechonja, der auch Jojachin hieß und im Jahr 598 v. Chr. nur drei Monate regiert hatte, war in jenem Jahr entmachtet und nach Babel gebracht worden (2. Kön. 24:8, 12).

Jeremia antwortete zunächst emotional mit Ironie (Vers 6), etwa in dem Sinne: Schön wär's! Dann wies er darauf hin, dass schon viele Propheten oft Böses und Gericht angekündigt hatten (Vers 8). Und dann nennt er den Prüfstein, an welchem die Gläubigen den falschen vom echten Propheten unterscheiden können (Vers 9): Wenn das Prophezeite eintrifft, war der Prophet von Jewe beauftragt. Der Beweis dafür, dass er die Wahrheit gesagt hatte, war die Erfüllung der Prophezeiung (vgl. 5. Mose 18:20, 21).

Da erdreistete sich Hananja, ein eindrückliches Zeichen für seine Verheißung zu setzen, indem er dem Jeremia die Jochstangen vom Hals nahm und sie zerbrach (Vers 10).

Jeremia ignorierten diese Tat wie auch die sie erläuternden Worte Hananjas (Vers 11). Eine Antwort Jeremias war nicht nötig, weil sich seine Prophezeiung bald erfüllen würde. Hananja war einer Antwort nicht würdig. Jeremia ließ ihn einfach stehen und ging seines Wegs; er überließ ihn dem unverzüglich folgenden Urteil Jewes.

Jewes Antwort

12 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia, nachdem Hananja, der Prophet, die Jochstange vom Hals Jeremias, des Propheten, zerbrochen hatte, sprechend:

13 Wandle, und du sprichst zu Hananja, sprechend: So spricht Jewe: Jochstangen aus Holz zerbrachst du, aber an ihrer statt machst du Jochstangen aus Eisen.

14 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Ein Joch aus Eisen gab Ich auf den Hals dieser Nationen, Nebukadnezar, dem König Babels, zu dienen; und sie werden ihm dienen, und die Tiere des Gefilds gab Ich ihm auch noch.

15 Und Jeremia, der Prophet, sprach zu Hananja, dem Propheten: Höre doch, Hananja! Nicht entsandte dich Jewe, du aber, du sichertest dieses Volk auf Falschheit.

16 Daher, so spricht Jewe: Da! Ich bin es, der dich vom Angesicht des Erdbodens hinweg entsendet; dieses Jahr stirbst du, denn Widerspenstigkeit redetest du gegenüber Jewe.

17 Und Hananja, der Prophet, starb in jenem Jahr, im siebenten Monat.

...

Jeremia war weggegangen. Aber Jewe schwieg nicht. Hananja hatte mit dem Zerbrechen der hölzernen Jochstangen gewissermaßen prophetisch gehandelt, weil ein eisernes Joch die besetzten Nationen erwartete. Mit seiner Widerspenstigkeit gegen Jewe trug er sogar dazu bei, dass das Los der Nationen noch härter wurde (Vers 13). Und es musste allen wohl auch klar werden, dass das eiserne Joch Babels nicht zerbrochen werden konnte.

Dann kündigte Jeremia dem Hananja den Tod an. Falsche Propheten müssen gemäß 5. Mose 18:20 sterben. Hananja war im fünften Monat des Jahres 594 v. Chr. aufgetreten (Vers 1). Schon zwei Monate später war er tot (Vers 17). So zeigte sich, dass Jeremia der wahre Prophet war. Ob Hananjas Tod noch welchen die Augen öffnete? Schließlich gebraucht Jewe alles für Seine Zwecke und Ziele.

Jeremias Brief an die Verschleppten

(Jer. 29 + 30)

Kapitel 29

Der Brief

1 Und dies sind die Worte des Schriftstücks, die Jeremia, der Prophet, aus Jerusalem zu den Übrigen der Alten der Verschlepptenschaft und zu den Priestern und zu den Propheten und zu all dem Volk, das Nebukadnezar aus Jerusalem nach Babel verschleppt hatte, entsandte, (und zwar)

2 nach dem Wegziehen des Königs Jechonja und von ihr, der Mächtigen (Regentin, der Königsmutter), und der Kämmerer, der Fürsten Judas und Jerusalems und der Schmiede und der Schlosser aus Jerusalem.

3 (Der Briefversand geschah) durch die Hand Elasas, des Sohnes Schaphans, und Gemarjas, des Sohnes Chilkias, die Zedekia, der König Judas, zu Nebukadnezar, dem König Babels, nach Babel entsandte. (Der Brief) lautete:

4 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Der gesamten Verschlepptenschaft (gilt's), die Ich aus Jerusalem gen Babel verschleppt habe:

5 Baut Häuser und wohnt darin und bepflanzt Gärten und esst ihre Frucht,

6 nehmt Frauen und zeugt Söhne und Töchter, und nehmt Frauen für eure Söhne, und gebt eure Töchter den Männern, sodass sie Söhne und Töchter gebären, und mehrt euch dort, und werdet nicht (gar) wenige.

7 Und forscht dem Frieden der Stadt nach (sucht das Wohl der Stadt), wohin Ich euch verschleppt habe, und betet ihr zugunsten zu Jewe, denn in ihrem Frieden (Wohl) wird euch Frieden (zuteil).

...

Jeremia verfasste seinen Brief nach der zweiten Wegführung des Volkes, die im Jahr 598 v. Chr. erfolgte und bei der auch König Jechonja (Jojachin) mitgenommen wurde (Verse 1 + 2; 2. Kön. 24:12 - 16).

Leider hörten die Verschleppten die falschen Prophetenworte einer baldigen Rückkehr. Hatte Jewe in der Vergangenheit nicht schon öfters wunderbar gehandelt? In diesem Falle aber würden sie gewaltig enttäuscht werden und hoffnungslos dahinvegetieren. Um dies abzuwenden, musste Jeremia ihnen das Wort Jewes überbringen lassen.

Es fällt auf, dass der Brief durch offizielle Gesandte des Königs Zedekia, gewiss also mit dessen Wissen und zumindest stillschweigender Billigung nach Babel gebracht wurde (Vers 3). Unter den Gesandten war Elasa, ein Sohn des unter König Josia tätig gewesenen Staatsschreibers Schaphan (2. Kön. 22:3). Einst hatte ein anderer seiner Söhne, und zwar Achikam, Jeremia beschützt (Jer. 26:24).

Der Text des Schriftstücks wird in den Versen 4 bis 23 zitiert.

Eingangs betont Jewe, dass Er es war, der Juda nach Babel verschleppt hatte (Vers 4). Nebukadnezar als Sein Diener in dieser Sache (Jer. 25:9) tat nur den Willen des allein weisen, allmächtigen, alles bewirkenden und alles hervorrufenden Verfügers (vgl. Ap. 4:27; 28).

Ohne (etwa vorwurfsvolle) Umschweife kommt Jeremia zur Sache: Baut Häuser, heiratet, mehrt euch (Verse 5 + 6)! Das war ein konstruktiver Aufruf und mithin ermutigend. Er wehrte dem unrealistischen Gedanken einer baldigen Rückkehr wie auch der Passivität, der Verzweiflung und dem Hass auf Babel.

Und das Beste für die Stadt sollten sie suchen ­ zu ihrem eigenen Besten (Vers 7), ja sogar für sie beten. Die Fürbitte für die Obrigkeiten ist eine hohe Aufgabe der Gläubigen (1. Tim. 2:1).

Der Brief bewahrte die Verschleppten vor der Selbstaufgabe. Das Wort Jewes gab ihnen die feste Aussicht auf zukünftiges Gutes und damit Zuversicht. Im Übrigen wird ihre gemeinsame Erwartung sie als Volk zusammenhalten.

Der Gottesdienst der Weggeführten sah plötzlich ganz anders aus. Fern der Heimat, dem heiligen Erdboden, und ohne den Tempel galt es jetzt, auf die Worte Jewes zu achten, zu glauben und zu gehorchen. Die Sabbate und Neumonde und Feste und all die anderen Rituale waren ihnen genommen, sodass sich ihr Blick auf den lebendigen Gott allein konzentriert haben dürfte. Gott ist im Geist und in der Wahrheit anzubeten (Joh. 4:24). Das Verständnis für dieses Wort Jesu hätten die an das Gesetz Gewöhnten nach Babel Verbrachten damals wohl kaum aufbringen können, sollte sich aber gerade dort anbahnen. Nicht nur in Jerusalem, sondern überall können sie Jewe anbeten (Joh. 4:21). Im Exil wurde Jewe ihnen »ein wenig zum Heiligtum« (Hes. 11:16).

Nach siebzig Jahren

8 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Nicht sollen euch eure Propheten, die inmitten von euch sind, in den Wahn (versetzen) und eure Wahrsager, und hört nicht auf eure Träume, die ihr euch erträumt.

9 Denn in Falschheit prophezeien sie euch in Meinem Namen; nicht entsandte Ich sie ­ Treuewort Jewes ­.

10 Denn so spricht Jewe: Denn (so ist's): Wenn siebzig Jahre für Babel erfüllt sind, werde Ich euch heimsuchen (eine neue Bestimmung über euch aussprechen), und Ich mache über euch erstehen (mache zur Tat) Mein gutes Wort, euch zurückzubringen an diesen Ort.

11 Denn Ich bin den Plänen inne, die Ich über euch plane ­ Treuewort Jewes ­, Pläne des Friedens und nicht zum Bösen, euch Späteres (Zukünftiges) und Erharrtes zu geben.

12 Und ihr werdet Mich rufen und hingehen und zu Mir beten, und Ich werde auf euch hören.

13 Und ihr werdet Mich suchen und (Mich) finden, denn ihr werdet Mir nachforschen mit all eurem Herzen (genau: mit ganzem Brustraum).

14 Und Ich werde von euch gefunden werden ­ Treuewort Jewes ­, und Ich kehre (wende) eure Gefangenschaft um (ab) und schare euch aus all den Nationen und aus all den Orten zusammen, wohin Ich euch versprengte ­ Treuewort Jewes ­, und Ich bringe euch zurück zu dem Ort, aus dem Ich euch verschleppte.

...

Die siebzig Jahre des babylonischen Exils (Vers 10) rechnen von der ersten Wegführung im Jahr 606 v. Chr. (Jer. 25:1, 9 - 11) bis zur ersten Rückführung im Jahr 536 v. Chr. (Esra 2). Jeremia hatte bereits in Kapitel 25:11 angekündigt, dass Juda dem König Babels siebzig Jahre lang dienen wird. Der Prophet Daniel durfte dies im Jahr eins des Meders Darius (539/38 v. Chr.) aus der Schriftrolle Jeremias, Kapitel 24:1 - 10, 25:11 und 29:1 - 14, erkennen (Dan. 9:2).

Jewe hat nur gute Absichten mit dem Überrest (Vers 11). Die Zeit in Babel hatte den Zweck, sie zu Jewe zurückzubringen (vgl. 5. Mose 30:1 - 10); sie sollten bewegt werden, umzusinnen und sich Jewe von ganzem Herzen unterzuordnen. Und es wird geschehen: Sie werden Jewe suchen und anrufen, und Er wird sie hören und Sich finden lassen (Verse 12 - 14; 5. Mose 4:29; Jer. 50:4). Gottes Gerichte bringen zurecht.

Was damals geschah, wird wieder geschehen (Pred. 1:5). Eines Tages wird ganz Israel, der gesamte Überrest nach der Gnadenauswahl, gerettet werden (Vers 14; Röm. 11:5, 26).

Unheil für die Zurückgebliebenen

15 So ihr denn sprecht: Propheten ließ uns Jewe (auch) in Babel erstehen!,

16 (so hört) denn, so spricht Jewe bezüglich des Königs, der auf dem Thron Davids sitzt, und bezüglich all des Volks, das in dieser Stadt wohnt, (ja) eurer Brüder, die nicht zusammen mit euch in die Verschlepptenschaft hinausgingen,

17 (ja) so spricht Jewe der Heere: Da! Ich entsende gegen sie das Schwert, den Hunger und die Seuche; und Ich mache sie wie die schauderhaften Feigen, die aufgrund ihrer Bosheit nicht gegessen werden.

18 Und Ich verfolge sie mit dem Schwert, mit dem Hunger und mit der Seuche. Und Ich gebe sie als (vor Angst) Schwitzende allen Königreichen der Erde, zum Fluch und zur Ödnis und zum Gezischel und zur Schmach in all den Nationen, wohin Ich sie versprengte,

19 dafür, dass sie nicht auf Meine Worte hörten ­ Treuewort Jewes ­, mit welchen Ich Meine Diener, die Propheten, zu ihnen entsandte, früh (aufstehend) und entsendend, aber ihr hörtet nicht ­ Treuewort Jewes ­.

...

Unter dem Gesetz hatte Ungehorsam schreckliche Folgen; wir in der dem Paulus gegebenen Gnadenzeit (Eph. 3:2) Lebenden können uns dies nur annähernd vorstellen.

Die in Babel waren versucht zu meinen, dass es denen in Jerusalem besser erginge als ihnen, da ihre Propheten so sprachen und zumal König Zedekia (598/97 - 587 v. Chr.) ­ wenn auch nur als Vasall Babels ­ noch auf dem Thron Davids saß.

Die nicht Weggeführten sollten aber Schlimmeres erleben als die in Babel: Schwert und Seuche bringen zu Tode und der Hunger vielfach auch. Die Zurückgebliebenen waren wie verdorbene Feigen, die weggeworfen werden mussten (Vers 17). Jeremias Vision von den guten und den schlechten Feigen (Kap. 24: 2, 8) war allgemein bekannt, sodass hier eine kurze Erwähnung genügte.

Jerusalem war verflucht. Heute ist Israel wieder ein Fluch unter den Nationen. Erst wenn sie den Messias Jesus annehmen, werden sei ein Segen sein, insbesondere dadurch, dass sie alle Nationen zu Jüngern Jesu machen (1. Mose 12:2; Jes. 19:24; Jer. 42:18; Sach. 8:13; Mat. 28:19).

Ein abschreckendes Beispiel für alle falschen Propheten

20 Ihr aber, hört das Wort Jewes, all (ihr) Verschleppten, die Ich aus Jerusalem nach Babel entsandt habe!

21 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels, bezüglich des Achab, des Sohnes Kolajas, und bezüglich des Zedekia, des Sohnes Maasejas, die euch in Meinem Namen Falsches prophezeien. Da! Ich gebe sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs Babels, und er schlägt sie vor euren Augen.

22 Und von ihnen (aus ihrem Geschick) wird ein Fluchwort (als Gleichnis) entnommen werden für all die Verschleppten Judas, die in Babel sind, sprechend: Jewe gebe dich hin wie Zedekia und Achab, die der König Babels im Feuer röstete!,

23 weil sie Verruchtes in Israel taten und mit den Frauen ihrer Genossen Ehebruch (trieben) und Worte, ja Falschheit, in Meinem Namen redeten, was Ich ihnen nicht geboten habe; und Ich bin der, der es erkannt hat, und (bin) der Zeuge ­ Treuewort Jewes ­.

...

Die beiden Männer sind uns nicht näher bekannt, dürften aber als Wortführer mit religiösem und politischem Eifer die baldige Rückkehr nach Jerusalem verkündigt haben, was den Fall Babels voraussetzt. Solch einem aufwieglerischen Treiben wird Nebukadnezar, der davon hören wird, ein Ende machen müssen. Er wird die beiden im Feuer rösten lassen.

Vielfach verhält es sich so, dass Lügenredner nicht nur lügen, sondern aufgrund ihres üblen sittlichen Charakters auch andere Sünden begehen, jene zum Beispiel Ehebruch, was nach 5. Mose 22:22 allein schon mit dem Tode zu bestrafen war.

Aufgrund des Todes der beiden Männer wird ein gängiges Fluchwort entstehen: »Jewe gebe dich hin wie Zedekia und Achab, die der König Babels im Feuer röstete!« Übrigens lassen sich die Worte »Fluch« (heb. QLLE, punktiert QöLaLaH) und »rösten« (heb. QLE, punktiert QaLaH) wegen ihrer gewissen Ähnlichkeit gedanklich leicht verbinden, was die Anwendung des Fluchs fördert.

Schemaja kämpft gegen Jeremia

24 Und zu Schemaja, dem Nechelamiter (dem Nachkommen Nechelams), sprichst du, sprechend:

25 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels, sprechend: Weil du, ja du, in deinem Namen Schriftstücke zu all dem Volk, das in Jerusalem ist, entsandtest, und zu Zephanja, dem Sohn Maasejas, dem Priester, und zu all den Priestern, lautend:

26 Jewe gab dich (Zephanja) als Priester an Jojadas, des Priesters, statt, damit Vorgesetzte im Haus Jewes seien über jeden Mann, der wahnhaft irrt und prophezeit, sodass du ihn in den Fußblock und in die Nackenzwinge gebest.

27 Doch nun, warum hast du nicht Jeremia, den Anatotier (aus Anatot), gescholten, den euch Prophezeienden,

28 darum, dass er (einen Brief) zu uns nach Babel sandte, lautend: Lang (dauert) es! Baut Häuser und wohnt (darin), und bepflanzt Gärten und esst ihre Frucht. ­

29 Und Zephanja, der Priester, las dieses Schriftstück vor den Ohren Jeremias, des Propheten.

30 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia, sprechend:

31 Entsende (einen Brief) an all die Verschleppten, lautend: So spricht Jewe bezüglich Schemajas, des Nechelamiters: Weil euch Schemaja prophezeite, Ich aber, Ich ihn nicht entsandt habe, und er euch mit Falschheit sicherte (Sicherheit vermittelte; zu vertrauen veranlasste),

32 daher, so spricht Jewe: Da! Ich suche Schemaja, den Nechelamiter, und seinen Samen heim: Nicht wird er einen Mann (Sohn) haben, der inmitten dieses Volkes wohnt, und nicht sieht er das Gute, das Ich Meinem Volk tue ­ Treuewort Jewes ­, denn Widerspenstigkeit redete er (zur Widerspenstigkeit gegen Jeremia rief er auf) ­ gegen Jewe.

...

Schemaja, ein patriotischer Mann unter den Verschleppten, war über Jeremias Brief empört und drang mit dem die Verse 26 bis 28 umfassenden Brief in Zephanja, den Tempelaufseher, Jeremia doch gefangenzusetzen und auf diese Weise mundtot zu machen. Zephanja hatte aber Respekt vor Jeremia und gab ihm das Schreiben zur Kenntnis (Vers 29).

Das Urteil Jewes über Schemaja folgte unverzüglich (Verse 30 - 32): Er wird ­ da die Vergehung der Väter an den Söhnen heimgesucht wird (2. Mose 20:5; 34:7) ­ keinen männlichen Nachkommen haben und nicht am zukünftigen Guten Israels, nämlich die in den Kapiteln 30 bis 33 geschilderte Wiederherstellung Israels, teilhaben.

Die Verse 31 und 32 stellen den zweiten Brief Jeremias an die in Babel dar.

Kapitel 30

(Vorbemerkung: Die Kapitel 30 bis 33 haben die Wiederherstellung Israels als gemeinsames Leitthema.)

Tröstlicher Ausblick

1 Das Wort, das zu Jeremia von Jewe geschah, sprechend:

2 So spricht Jewe, der Elohim Israels, sprechend: Schreibe dir all die Worte, die Ich zu dir geredet habe, in eine Urkunde.

3 Denn da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da (lasse) Ich die Gefangenen Meines Volkes Israel und Juda zurückkehren, spricht Jewe, und Ich bringe sie zurück zu dem Land, das Ich ihren Vätern gegeben habe, und sie übernehmen es rechtmäßig.

4 Und dies sind die Worte, die Jewe bezüglich Israels und bezüglich Judas geredet hat.

5 Denn so spricht Jewe: Eine Stimme des Zitterns hörten wir, da ist Ängstendes und kein Friede.

6 Fragt doch und seht, ob ein Mann gebären kann?

Weshalb sehe Ich jeden mächtigen (Mann) mit den Händen auf seinen Weichen (Flanken unter den Rippen) wie bei einer Gebärenden, und (weshalb) sind alle Angesichter verwandelt, aschfahl geworden?

7 O, denn groß ist jener Tag; gar keiner ist wie er! Und eine Zeit der Bedrängnis ist es für Jakob, aber er wird aus ihr gerettet werden.

8 Und es geschieht an jenem Tag ­ Treuewort Jewes der Heere ­, da zerbreche Ich sein Joch, weg von deinem Hals, und deine Fesseln (reiße) Ich auseinander, und nicht länger wird er Fremden dienen.

9 Und sie werden Jewe dienen, ihrem Elohim, und David, ihrem König, den Ich ihnen aufstellen werde.

10 Du aber, fürchte (dich) nicht, Mein Diener Jakob ­ Treuewort Jewes ­, und werde nicht bestürzt, Israel! Denn, da! Ich bin dein Retter von fernher und deines Samens aus dem Land seiner Gefangenschaft. Und Jakob wird zurückkehren und Muße haben und sorglos sein, und keiner (bringt ihn) zum Zittern.

11 Denn Ich bin mit dir ­ Treuewort Jewes ­, dich zu retten! Denn Ich tätige gänzliches (Gericht) an all den Nationen, wohin Ich dich zerstreute; dir jedoch tätige Ich nicht gänzliches (Gericht). Und Ich züchtige dich zur Zurechtbringung, aber Ich entschulde, ja entschulde dich nicht.

...

Jewe wird nicht nur die babylonische Gefangenschaft, sondern überhaupt die Zerstreuung Seines Volks beenden und sie in ihr Land zurückbringen. Gerichte sind nicht das Ende des Handelns Gottes. Eine lichtvolle Zukunft ist Israel beschieden. Jeremia musste also nicht nur Gericht verkündigen, sondern durfte seinem Volk auch Trost spenden und ihm eine kraftvolle Erwartung mit auf den Weg geben. Dies war sicherlich zugleich ein Zuspruch für den leidenden Propheten selbst.

Die Verse vier bis sieben greifen die damals auf Juda zukommende Drangsal auf, um eigentlich von der der Endzeit zu sprechen, von der großen Drangsal, wie sie seit Anfang der Welt bis heute noch nicht gewesen ist noch je sein wird (Mat. 24:21; Dan. 12:1). Groß ist der Tag, der Tag Jewes, in den griechischen heiligen Schriften Tag des Herrn genannt, ein Tag des Ingrimms und der Zorneshitze, der Finsternis und Dunkelheit, überaus gefürchtet (Jes. 13:9 - 13; Joel 2:2, 11; Zeph. 1:14, 15).

Doch ihr Retter kommt, Jesus! Und sie werden Ihm dienen und dem auferweckten König David (Vers 9; Hes. 34:23, 24; 37:24).

Und sie werden in Frieden und sorglos im tausendjährigen Königreich sowie dem der neuen Erde wohnen (Vers 10; Luk. 1:74). Nicht nur in diesem Vers, sondern viele Male ruft Jewe Seinem Volk zu: »Fürchte dich nicht!« (u. a. Jes. 41:10; 43:1).

Eins aber muss Jeremia doch noch bekräftigen (Vers 11): Israel wird nicht schlichtweg entschuldet, von der Schuld freigesprochen, sondern es wird mit Maßen gezüchtigt werden, wie es zu ihrer Zurechtbringung nötig ist. ­ Eine Rechtfertigung allein durch Glauben, wie sie der Leibesgemeinde zuteilwurde, gibt es unter dem Gesetz nicht.

Judas Zerbruch

12 Denn so spricht Jewe (zu Zion): Unheilvolles ist deinem Zerbruch (als Ursache eigen), krankmachend ist deine Schlagwunde.

13 Kein das Recht Verwaltender (hält) deine Rechtsausübung (aufrecht), (gebietet) dem Geschwür (Unrecht) Einhalt; kein Heilmittel, ja (Eiter) aufnehmendes (Tuch) ist dir.

14 All deine Liebhaber (befreundeten Nationen) vergaßen dich, sie forschen (fragen) nicht nach dir, denn mit einem feindlichen Schlag schlug Ich dich, mit grausamen Züchtigungen aufgrund deiner vielen Vergehungen, da deine Verfehlungen überaus gewaltig sind.

15 Was wehschreist du aufgrund deines Zerbruchs? Unheilvoll sind deine Schmerzen; aufgrund deiner vielen Vergehungen ­ überaus gewaltig sind deine Verfehlungen ­ tat Ich dir dieses.

16 Daher, alle dich Fressenden werden gefressen, und alle dich Bedrängenden, sie alle, sie gehen in die Gefangenschaft, und die dich ausrauben, werden zum Ausgeraubten, und all deine Plünderer mache Ich zum Plündergut.

17 Denn Ich verschaffe dir Genesung, und von deinen Schlagwunden heile Ich dich ­ Treuewort Jewes ­, denn »Versprengtes« nannten sie dich; Zion, sie ist's, niemand fragt nach ihr.

...

Die Wunden Judas, vollzogen durch die Nationen wie auch die eigene Unmoral des Volks, hatte Jewe ihnen geschlagen. Niemand auf der Erde konnte sie heilen, auch Juda selbst hatte keine Kraft mehr zu einer Erneuerung.

Doch, siehe da! Jewe greift ein! Er bleibt Seinem Volk treu. Unbereubar ist die Berufung Israels für Ihn (Röm. 11:29).

Auf die Israel Hassenden wird all das Böse kommen, was Israel erlitten hatte. Israel aber wird geheilt werden. Unter der Heilung verstehen wir nicht nur, dass sie als Nation in Freiheit und Frieden wohnen werden, sondern im Wesentlichen, dass die Ursache ihres Elends, nämlich ihre Sünden, überwunden werden und sie in Bundestreue zu Jewe zu ihrem geistlichen Heil gelangen.

Die zukünftige Herrlichkeit Israels

18 So spricht Jewe: Da! Ich lasse die Gefangenen der Zelte Jakobs zurückkehren, und seiner Wohnungen erbarme Ich Mich, und gebaut wird die Stadt auf ihrem Abhang, und die Hochburg (Königsburg) steht fest gegründet aufgrund ihrer (gerechten) Gerichtsausübung.

19 Und Dank geht aus ihnen heraus und die Stimme der sich Erheiternden. Und Ich mehre sie, und sie werden nicht wenige; und Ich mache sie herrlich, und sie werden nicht gering (niedrig).

20 Und seine (Jakobs) Söhne werden wie zur Vorzeit, und seine bezeugende Versammlung wird vor Meinem Angesicht bereitet; aber all seine Unterdrücker suche Ich heim.

21 Und aus ihm ersteht sein Adeliger, und aus seinem Innern kommt sein Herrscher hervor. Und Ich lasse ihn nahen, und er kommt zu Mir herzu; denn wer ist er, ja dieser, der sein Herz als Bürgschaft gab, herzukommen zu Mir? Treuewort Jewes.

22 Und ihr werdet Mir zum Volk, und Ich, Ich werde euch zum Elohim.

23 Da! Ein Sturm Jewes! Hitziger Zorn geht heraus, (alles) niedermachendes Stürmen wirbelt auf das Haupt der Frevler zu.

24 Nicht kehrt das Entbrennen des Zorns Jewes um, bis Er getan und bis Er die Planungen Seines Herzens verwirklicht hat. In der Späte der Tage versteht ihr (dies) infolgedessen.

...

Herrlich wird die Zukunft Israels sein!

Sie werden in ihr Land zurückkehren, die Stadt Jerusalem und die Königsburg werden wieder aufgebaut werden (Vers 18; Jes. 44:26), Gesänge der Freude und des Dankes wird man hören (Vers 19; Jes. 35:10), das Volk wird sich sehr vermehren (Jes. 60:22), als führende Nation wird Israel einen herrlichen, ruhmvollen Namen haben (Zeph. 3:19).

Ganz Israel wird eine einzige, den Messias, Sein Wort und Sein Heilswirken bezeugende Versammlung vor Jewes Angesicht sein (Vers 20). Und ihr König ist kein fremder Herrscher mehr, sondern stammt aus dem Volk; David ist's (Vers 21; 5. Mose 17:15; Hes. 37:24).

Vollkommene Gemeinschaft wird zwischen Elohims Volk und des Volkes Elohim bestehen (Vers 22), wie die Schrift viele Male sagt (vgl. Hes. 11:20; 36:28; Jer. 11:4; Sach. 8:8; Heb. 8:10).

Dies alles wird aber erst dann eintreten, wenn die Frevler vernichtet und das Volk in den Zornesgerichten geläutert wurde (Verse 23 + 24, diese Verse sind denen im Kapitel 23:19, 20 sehr ähnlich).

Der neue Bund

(Jer. 31)

Kapitel 31

Zuspruch der Gnade, Liebe und Huld

1 In jener Zeit ­ Treuewort Jewes ­ werde Ich allen Sippen Israels zum Elohim, und sie, sie werden Mir zum Volk.

2 So Spricht Jewe: Gnade fand das Volk der das Schwert Überlebenden in der Wildnis; es wandelte zu seiner Ausgeglichenheit hin.

3 Von fernher erschien mir Jewe, (sprechend): Und mit äonischer Liebe liebe Ich dich, darum verlängere Ich dir die Huld.

4 Nochmals erbaue Ich dich, und du wirst erbaut, Jungfrau Israels! Nochmals schmückst du deine Tamburine und gehst heraus im Wirbeltanz der sich Erheiternden.

5 Nochmals pflanzt du Weinberge auf den Bergen Samarias; Pflanzende werden pflanzen und (den Boden) entheiligen (das heißt: in Gebrauch nehmen).

6 Denn es ist ein Tag, da rufen die Hüter in den Bergen Ephraims: Steht auf, und wir steigen hinauf gen Zion zu Jewe, unserem Elohim.

...

Mit diesen Versen dürfte vor allem das 722 v. Chr. in die assyrische Gefangenschaft geführte Nordreich (»Israel«, Vers 1; »Samaria«, Vers 5; »Ephraim«, Vers 6) angesprochen sein. Alles aber wird sich erst nach der Wiederkunft Jesu an ganz Israel (Nord- und Südstämme vereint) erfüllen, am Überrest nach der Gnadenauswahl (Röm. 11:5). Dann werden sie im vollen Sinne Gottes Volk sein (Vers 1).

Vers 2 erinnert daran, dass das Volk dem Schwert des Pharaos in der Wildnis entkam (2. Mose 14:10) und die in Assur durch die Wildnis zurückkehren werden (Jer. 23:7, 8). In der Endzeit wird es dann endgültig geschehen, dass sie Gnade in der Wildnis finden (Off. 12:6). Und dann führt Jewe Sein Volk in der Gnade in die Sabbatruhe ein (Heb. 4:9; Hos. 2:16, 17).

Von fernher war Jewe dem Jeremia erschienen (Vers 3) ­ vom Himmel her ­. Jewes Liebe und Huld wird für die Äonen währen. »Nach der Auserwählung sind sie Geliebte um der Väter willen« (Röm. 11:28).

Freude wird im ganzen Land herrschen (Vers 4), es wird voller Jubel sein (Ps. 126:2). Israel wird wie eine reine Jungfrau sein. Die Zeiten ihrer Hurerei sind vorbei (Jer. 18:13).

Dass sie Weinberge anlegen (Vers 5) und ihre Frucht essen (Jes. 65:21), besagt auch, dass das Land in jeder Weise sehr fruchtbar ist und unter dem Bundessegen steht (5. Mose 7:13; 28:4).

Auf den Bergen Ephraims (Vers 6) wird dann nicht mehr aufgerufen, zu den von König Jerobeam in Bethel und Dan aufgestellten Götzenheiligtümern zu kommen (1. Kön. 12:26 - 33), sondern sie werden in Jerusalem den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh. 4:24), ebenso auch Jesus, Seinen Sohn, Sein Abbild, Sein Wort, den Messias.

Die Rettung des Überrests Israels

7 Denn so spricht Jewe: Jubelt dem Jakob zu in Freude und jauchzet als Haupt der Nationen! Lasst's hören, lobt und sprecht: Jewe, rette Dein Volk, den Überrest Israels.

8 Da! Ich bringe sie aus dem Land des Nordens, und Ich schare sie von den Hüftseiten (Nord- und Südseite) der Erde her zusammen. Inmitten von ihnen sind der Blinde und der Humpelnde, die Schwangere gemeinsam mit der Gebärenden; als große Versammlung kehren sie hierher zurück.

9 Weinend kommen sie, und unter ihren (Rufen) um Gnade hole Ich sie (geleite Ich sie). Ich lasse sie auf geradem (ebenem) Weg zu Wasserbächen gehen, sie werden auf ihm nicht straucheln. Denn Ich wurde Israel zum Vater, und Ephraim, Mein Erstling ist er.

...

Der auserwählte Überrest wird gerettet werden (Jes. 10:22; Röm. 9:27). Im ganzen Land ertönt der Jubel der Erlösten, zumal Jesus, der Heilige Israels, in Zion ist (Jes. 12:6). Israel wird das Haupt der Nationen sein (Vers 7). Sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit Ihm als Könige über die Nationen herrschen (Off. 20:6). Und die Nationen werden zusammen mit ihnen fröhlich sein (5. Mose 32:43; Röm. 15:10).

Nicht nur aus Babel, dem Land des Nordens, kommen sie, sondern von allen Teilen der Erde (Vers 8; Mat. 24:31). Auch die nicht Reisefähigen, die Gebrechlichen und Schwachen, werden dabei sein. Dies zeigt, dass die Rückkehr nicht in der Kraft des Menschen geschieht, sondern durch Jewes Geist (Sach. 4:6). Und staunend werden sie dann feststellen, wie groß ihr nunmehr versammeltes Volk ist.

Weinend kommen sie (Vers 9). Da mögen sich Tränen der Reue und Unwürdigkeit mit Tränen des Überwältigtseins von Jewes Macht und Liebe vermischen. Weinend suchen sie Jewe, ihren Elohim (Jer. 50:4), demütigen Geistes (Jes. 57:15). Und Jewe erhört ihr Flehen um Gnade. Ja, so ist es: »Die unter Tränen säen, in Jubel ernten sie« (Ps. 126:5).

Und dann erfahren sie mit ganzem Herzen, dass Jewe nicht nur ihr Elohim, ihr Verfüger, ist, sondern ihr Vater (2. Kor. 6:18). Unter Seiner Obhut wird ihnen alle Fürsorge und Geborgenheit, ja das umfassende Heil in Christus zuteil. Und sie erkennen und bekennen: »Du, Jewe, bist unser Vater, unser Erlöser vom Äon an; so ist Dein Name« (Jes. 63:16).

»Und Ephraim, Mein Erstling ist er.« Der sterbende Jakob hatte Joseph das Erstgeburtsrecht gegeben (1. Mose 49:26; 1. Chron. 5:1, 2) und Ephraim ausdrücklich vor Manasse gesegnet (1. Mose 48:14). Dieser Sohn Josephs bildete den bevölkerungsreichsten Stamm des Nordreichs, das vom Königshaus Davids abgefallen war. Dennoch ist Ephraim ein kostbarer Sohn für Jewe, dessen Er immer gedenkt (Jer. 31:20). Hosea 11:8 bekräftigt dies mit dem Wort Jewes: »Wie könnte Ich dich dahingeben, Ephraim?« Schließlich werden alle Stämme Israels zurückkehren, das Haus der Nordstämme und das Haus Juda (Vers 31; Heb. 8:8).

Segen über Segen

10 Hört das Wort Jewes, ihr Nationen, und berichtet es an den fernen Küsten und sprechet: Der Israel worfelte (verwehte, zerstreute), Er schart es zusammen und hütet es wie ein Hirte seine Herde.

11 Denn Jewe kaufte Jakob los und erlöste ihn aus der Hand eines Stärkeren als er (als Jakob).

12 Und sie kommen und jubeln auf der Höhe Zions, und sie strömen herbei zu (all dem) Guten Jewes, auf das Getreide und auf den Süßwein und auf das frisch ausgepresste Olivenöl und auf die Söhne (Jungen) des Kleinviehs und Rindviehs zu. Und ihre Seele wird wie ein durchtränkter Garten, und nicht fahren sie fort, noch (weiterhin) zu schmachten.

13 Dann freut sich die Jungfrau im Wirbeltanz gemeinsam mit den Erwählten (heeresdiensttauglichen Jungmannen) und Alten. Und ich verwandle ihre Trauer zur Wonne, und Ich tröste sie und erfreue sie, weg von ihrem Kummer.

14 Und Ich durchtränke die Seele der Priester mit Fett (strotzendem Überfluss), und Mein Volk wird (all) Meines Guten satt ­ Treuewort Jewes ­.

...

Jewes Taten sind ein Zeugnis an die ganze Welt. Selbst die entlegensten Nationen werden sehen, wie herrlich Jewe an Israel handelt (Vers 10). Zutiefst davon beeindruckt, wird es in allen Medien immer wieder berichtet.

Die Nationen wissen auch, dass Israel nicht die Kraft hatte, sich selbst aus den Händen der starken, sie unterdrückenden Nationen zu befreien, sondern dass Jewe es war, der sie erlöste (Vers 11). Die Erlösung geschah nicht nur schlichtweg, weil Jewe es wollte und verheißen hatte, sondern Israel wurde auf der gerechten Grundlage des kostbaren Blutes Jesu Christi als eines makellosen und fleckenlosen Lammes losgekauft (1. Pet. 1:19).

Jeder Jude wird ein erfülltes Leben in Wohlstand, Frieden und Freude führen (Verse 12 + 13). Dieser irdische Segen wird ihnen die Augen für die geistlichen Hintergründe öffnen. Sie werden die Herrlichkeit Jesu, ihres treuen Messias, erkennen. Und die Priester werden voll geistlicher Üppigkeit sein (Vers 14) und ihre Dienste im Tempel wahrhaft zur Verherrlichung Gottes durchführen.

Rachels Weinen und Ephraims Umkehr

15 So spricht Jewe: Eine Stimme wird in Ramah (Stadt im Losteil Benjamins) gehört: Wehgesang, verbittertes Weinen. Rachel beweint ihre Söhne; sie weigert sich, umgestimmt (getröstet) zu werden über ihren Söhnen (Joseph und Benjamin), denn keiner ist mehr da.

16 So spricht Jewe: Vorenthalte deine Stimme dem Weinen und deine Augen den Tränen, denn ein Lohn ist für dein Erwirktes (vorgesehen)! Treuewort Jewes. Und sie werden aus dem Land des Feindes zurückkehren.

17 Und es gibt ein erharrtes (Gut) für dein Späteres (deine Zukunft) ­ Treuewort Jewe ­, und die Söhne (Rachels) kehren zurück in ihre Grenze (ihr Gebiet).

18 Ich hörte, ja hörte Ephraim (als seelisch) Bewegten: Du züchtigtest mich, und ich wurde gezüchtigt wie ein Kalb, das (noch) nicht belehrt (abgerichtet) ist. Mache, dass ich umkehre, und ich will umkehren, denn Du bist Jewe, mein Elohim.

19 Denn nach meiner Umkehr werde ich umgestimmt (anderer Stimmung), und nach meinem Erkanntwerden (von Jewe, wie es mit mir steht, und folglich Angenommenwerden) klatsche ich auf die Hüfte. Ich schäme mich, und ich bin auch noch zuschanden, denn ich trage die Schmach meiner Jugendzeiten.

20 Ist Mir Ephraim (nicht) ein kostbarer Sohn, ob er ein Neugeborener der Erquickungen ist? Denn sooft Ich gegen ihn rede, gedenke, ja gedenke Ich seiner noch. Darum tumulten (sind erregt) Meine Eingeweide (Mein Innerstes) ihm zu; Ich erbarme Mich, ja erbarme Mich seiner ­ Treuewort Jewes ­.

21 Stelle dir Merkzeichen auf, lege dir hochstehende Wegzeichen an; neige dein Herz dem Hochweg zu, dem Weg, den Ich gewandelt bin. Kehre um, Jungfrau Israel, kehre um zu diesen deinen Städten.

22 Bis wann wippst du hin und her, du abtrünnige Tochter? Denn Jewe erschuf ein Neues im Land (oder: auf der Erde): Die Weibliche umkreist (umgibt) den Mächtigen (Mann).

...

Vers 15 zeugt von tiefstem Schmerz: Rachel beweint ihre Söhne und will sich nicht trösten lassen. Der Hintergrund dieses Verses ist die Wehklage Rachels, der Lieblingsfrau Jakobs, die bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Benjamin auf dem Weg gen Ephrat, das ist Bethlehem, starb (1. Mose 35:18). Ihr erster Sohn war Joseph, der Vater Ephraims und Manasses. Ihre Nachkommen, ja alle Nordstämme, die insgesamt Ephraim wie auch Israel genannt werden, waren 722 v. Chr. in die assyrische Gefangenschaft verschleppt worden. Darüber weint die Mutter Rachel, und dies besagt, dass das ganze Zehn-Stämme-Volk weint und keine Hoffnung mehr hat.

Jedoch weist Jewe Ephraim an, nicht mehr zu jammern, denn für alles Leid und was es an erzieherischer Frucht gebracht hat, steht ein Lohn bereit (Vers 16). Der Lohn ist, dass Ephraim wieder in sein Land zurückkehren, ja wie ein üppiger Wacholderbaum werden wird (Hos. 14:9). Das erharrte Gut ist ihre Rückkehr (Vers 17).

Die Züchtigung Ephraims führt zu seiner Umsinnung. Er betet: »Mache, dass ich umkehre, und ich will umkehren« (Vers 18), mithin sehr wohl wissend, dass er nur dann umkehrt, wenn Jewe es in ihm bewirkt (Jer. 17:14; Klgl. 5:21). Gott bewirkt das Wollen und das Tun (Phil. 2:13). Nach ihrer Umkehr zu Jewe werden sie sagen: »Glückselig der Mächtige, den Du züchtigst, Jewe« (Ps. 94:12).

Ephraim gewann Sündenerkenntnis (Vers 19). Noch immer schämen sie sich, noch immer sind sie zugrunde gerichtet, noch immer tragen sie an der Sünde und Schmach ihrer Jugendzeiten.

Dies aber wird ein Ende haben, weil Jewe Ephraim nicht vergessen kann (Vers 20). Ephraim bleibt Jewes kostbarer Sohn; voll innerster Regung wird Er Sich seiner erbarmen und Sich über ihn freuen. Schließlich ist Ephraim Jewes Erstling (Vers 9), der den Rang des Erstgeborenen unter den zwölf Söhnen Jakobs einnimmt.

Es folgt der Aufruf an die Jungfrau Israel, also alle Nordstämme, den Weg Jewes zu gehen (Vers 21), der durch das lebendige Wort deutlich markiert ist. Zu den eigenen Städten gelangt man nur, wenn man Jewe auf dessen Heilswegen nachfolgt, auf dem Weg des Guten, auf den Stegen des Äons (Jer. 6:16), die zum äonischen Leben führen.

Zögere nicht, Jungfrau Israel, denn du hast eine herrliche Verheißung: Jewe erschafft ein Neues (Vers 22)! Das Neue ist, dass du neu sein und in deinem Land wohnen wirst. Neu ist, dass die Weibliche den Mächtigen umkreist.« Ebenso wie die Frau den Mann in der Ehe umgibt, so wird die Jungfrau Israel den Mächtigen, nämlich Jesus, umfangen, an Ihm in Treue festhaltend.

Das wiedergeborene Israel wird in die wahre geistliche Gemeinschaft mit Jewe eintreten. Sie werden Ihm zurufen: »Mein Vater, der Altvertraute Meiner Jugendzeiten bist Du« (Jer. 3:4).

Die Wiederherstellung Judas und Israels

23 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Nochmals spricht man dieses Wort im Land Juda und in seinen Städten, wenn Ich ihre Gefangenen zurückkehren (lasse): Jewe segnet dich, du Heimat der Gerechtigkeit, du Berg des Heiligen!

24 Und darin werden Juda und seine Städte vereint wohnen, die Ackersleute und die mit der Herde ziehen.

25 Denn Ich durchtränkte die ermattete Seele, und jede Seele, die schmachtete, füllte (sättigte) Ich. ­

26 Über diesem erwachte ich (Jeremia) und sah, und meinen Schlaf (empfand) ich als für mich angenehm. ­

27 Da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da besäe Ich das Haus Israel und das Haus Juda mit Samen des Menschen und Samen des Getiers.

28 Und es geschieht: So wie Ich über sie wachte, auszureißen und abzubrechen und zu zerstreuen und verloren (gehen) zu lassen und zu zertrümmern, ebenso werde Ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen ­ Treuewort Jewes ­.

29 In jenen Tagen sprechen sie (dann) nicht mehr: Die Väter aßen den Herbling (Herling; unreife saure Traube), und den Söhnen wurden die Zähne stumpf!,

30 sondern: Jedermann stirbt infolge seiner eigenen Vergehung; jeder Mensch, der den Herbling isst, dessen Zähne werden stumpf.

...

Die Zurückgekehrten werden sich und ihre Heimat sowie den heiligen Berg Zion gesegnet wissen, den Berg, auf dem der Heilige Israels, Jesus, regiert (Vers 23). Das tausendjährige Königreich ist angebrochen! Jesus ist der Hort der Gerechtigkeit (Jer. 50:7) und Jerusalem die Stadt der Gerechtigkeit (Jes. 1:26).

Alle einst Ermatteten und Schmachtenden, nach der Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden werden gesättigt und gekräftigt werden (Vers 25; Mat. 5:6; Jes. 40:29).

Da erwachte Jeremia (Vers 26). Angesichts dieser wunderbaren Prophezeiungen fühlte er sich wohl und empfand er seinen Schlaf als angenehm.

Das Haus Israel und das Haus Juda werden sehr zahlreich werden (Vers 27; Hes. 36:11).

Vers 28 bekräftigt, dass dies alles gewiss geschehen wird.

Bislang konnten die in der Gefangenschaft Geborenen sagen: Wegen der Schuld unserer Väter leiden wir hier ungerechterweise (Vers 29). Auch meinten viele in Juda, an der babylonischen Bedrohung seien ihre Väter schuld; sie hatten vergessen, dass sie ebensolche Sünder waren (Jer. 7:13; 11:7).

Sterben wird jeder aufgrund seiner eigenen Sünde (5. Mose 24:16; Hes. 18:2 - 4). Die Nachkommen der Väter aber, die Götzen dienten und Jewe mithin hassten, diese werden aufgrund der Schuld der Väter zerstörerische soziale Folgen zu tragen haben (2. Mose 20:5; 4. Mose 14:18).

Der neue Bund

Der folgende Abschnitt der Verse 31 bis 34 ist so bedeutsam für Israel, dass er in Hebräer 8:8 - 11 komplett und nur leicht abgewandelt zitiert wird.

31 Da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da schneide (schließe) Ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund,

32 nicht wie den Bund, den Ich mit ihren Vätern schnitt an dem Tag, da Ich ihrer Hand Halt gab, dass sie aus dem Land Ägypten herausgingen, welche Meinen Bund zerbröckelten, Ich aber, Ich hatte Mich ihnen zugeeignet (war ihr Eigner) ­ Treuewort Jewes ­.

33 Sondern dies ist der Bund, den Ich nach jenen Tagen mit dem Haus Israel schneiden werde ­ Treuewort Jewes ­: Ich gebe Meine Tora (Zielanweisung) in ihr Inneres, und Ich schreibe sie auf ihr Herz, und Ich werde ihnen zum Elohim, und sie, sie werden Mir zum Volk.

34 Und nicht belehren sie noch ein jeder seinen Gefährten und ein jeder seinen Bruder, sprechend: Erkennet Jewe! Denn sie, sie alle werden Mich erkennen, von ihrem Kleinen bis zu ihrem Großen ­ Treuewort Jewes ­. Denn Ich werde ihre Vergehung verzeihen, und nicht gedenke Ich noch ihrer Verfehlung.

...

Der neue Bund wird mit demselben Volk geschlossen wie der alte, nämlich einzig und allein mit Israel, und zwar zu Beginn des tausendjährigen Königreichs. Der neue Bund ist durch Jesu Christi Blut bereits gestiftet (Mat. 26:28).

In Bezug auf uns, die Leibesgemeinde, schreibt der Apostel Paulus nur ein einziges Mal von einem neuen Bund, und zwar in 2. Korinther 3:6, der aber bildlich zu verstehen ist. Es handelt sich um die Redefigur des Beibehalts eines bekannten Begriffs. Paulus vergleicht das Glaubensgut, dem er dient, mit Gottes Bund mit Israel. Rein geistlich ist das uns Betreffende im Grunde genommen gar kein Bund (mit Rechten und Pflichten zweier Parteien), sondern ein pures Gnadengeschenk.

Welche wunderbaren Verheißungen Jeremia doch aussprechen darf!

Jesus wird nicht nur im letzten Äon der neuen Erde alles neu machen (Off. 21:5), sondern mit dem neuen Bund mit dem Haus Israel und dem Haus Juda, also mit ganz Israel, zu Beginn des nächsten Äons und des tausendjährigen Königreichs ein Neues schaffen (Vers 31). Das ist ein wichtiger heilsgeschichtlicher Schritt, denn nur das wiedergeborene Israel kann ein Segen für alle Nationen sein.

Jewe war Seinem Volk immer zugewandt, dennoch zerbröckelten sie den Bund (Vers 32). Sie zerbrachen ihn nicht in einem Akt, sondern höhlten ihn über die Jahre hin nach und nach aus. Zur Grundbefindlichkeit des Menschen gehört nun einmal, dass sie wegen der Schwachheit ihres Fleisches nicht in der Lage sind, den Willen Gottes zu tun (Röm. 8:3). Fleisch kann sich dem Gesetz Gottes nicht unterordnen (Röm. 8.7).

Der neue Bund ist ganz anders. Er ist nicht auf steinerne Tafeln geschrieben (2. Mose 34:1), sondern in ihr Herz (Vers 33). Jetzt werden sie von ihrer neuen inneren Natur geprägt, da sie nicht nur ein neues Herz, sondern auch einen neuen Geist empfingen (Hes. 36:26, 27; Joel 3:1, 2; Ap. 2:17). So werden sie Jewe zum Volk. Das abtrünnige Israel war nicht Sein Volk (Hos. 1:9; Röm. 9:26). Nun aber werden sie in lebendiger, also geistlicher Gemeinschaft mit Jesus und Seinem himmlischen Vater stehen. Es wird so sein, wie es bei uns, der Leibesgemeinde, heute schon der Fall ist: »Nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus« (Gal. 2:20).

Gegenseitige Belehrung wird nicht mehr nötig sein (Vers 34 a). Denn »die Salbung belehrt sie« (1. Joh. 2:27); »alle Söhne sind Belehrte Jewes« (Jes. 54:13); »sie werden alle von Gott gelehrt sein« (Joh. 6:45). Sie erkennen den allein wahrhaften Gott und den Er ausgesandt hat, Jesus Christus (Joh. 17:3). Ja, das ganze Land Israel wird mit der Erkenntnis Jewes erfüllt sein so wie Wasser den Meeresgrund bedeckt (Jes. 11:9; Hab. 2:14).

Voraussetzung dafür ist, dass ihre Sünden vergeben sind

(Vers 34 b), wie denn auch Zacharias betete: »... und Seinem Volk Erkenntnis durch die Erlassung ihrer Sünden zu geben um der innigsten Barmherzigkeit Gottes willen« (Luk. 1:77). Befreit von der lähmenden Kraft der Sünde werden sie den Vater und den Sohn völlig erkennen.

Die Verheißung ist unumstößlich

35 So spricht Jewe, der die Sonne als Licht bei Tag gibt, die Gesetze des Mondes und der Sterne als Licht bei Nacht, der das Meer Schockende, sodass seine Wogen tumulteten ­ Jewe der Heere ist Sein Name ­:

36 Wenn diese Gesetze von Meinem Angesicht weichen würden ­ Treuewort Jewes ­, dann auch noch der Same Israels; sie würden aufhören, eine Nation zu sein vor Meinem Angesicht all die Tage.

37 So spricht Jewe: Wenn die Himmel droben gemessen und die Fundamente der Erde drunten untersucht werden könnten, so könnte auch noch Ich, ja Ich allen Samen Israel verwerfen aufgrund all dessen, was sie getan haben ­ Treuewort Jewes ­.

...

Unbereubar ist die Berufung Israels (Röm. 11:29 Jer. 33:24 - 26). Israel ist die äonische Nation. Keine andere Nation weiß, ob sie in den kommenden Äonen noch Bestand hat. »Die Berge werden weichen und die Hügel gleiten, aber Meine Huld weicht nicht von dir, und der Bund Meines Friedens gleitet nicht, spricht Jewe, dein Erbarmer« (Jes. 54:10).

Die Stadt wird gebaut

38 Da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da wird dem Jewe die Stadt gebaut vom Turm Chananel bis zum Ecktor.

39 Und nochmals geht Ihm gegenwärtig die Messschnur heraus auf den Hügel Gareb zu und gen Goa kreisend.

40 Und die ganze Tiefebene, die (Plätze für die) Aase und die Fettasche und all die umzäunten (Fluren) bis zum Wirbelbach Kidron, bis zur Ecke des Rossetores gen Sonnenaufgang, ist Heiliges dem Jewe; nicht wird es ausgerissen und nicht wird es wieder zerstört für äonisch.

...

Die Stadt Jerusalem wird wieder aufgebaut werden und für den tausendjährigen Königreichsäon bestehen.

Jerusalem, die lichtvolle und herrliche Hauptstadt Israels und der Welt, in der Jesus Seinen Sitz hat, die dem Herrn heilig ist (Jer. 30:18; Hes. 43:7; Joel 4:17; Sach. 14:20, 21) ­ die Sehnsucht aller gläubigen Juden ging in Erfüllung!

Der Turm Chananel stand in der Nordost-Ecke der Stadt, das Ecktor vermutlich im Nordwesten. Gareb und Goa sind vermutlich auf der westlichen Seite zu suchen. Der Bach Kidron fließt zwischen Jerusalem und dem Ölberg. Die Tiefebene meint das Tal Ben Hinnom, wo die Überreste der Tieropfer hineingeworfen wurden. Das Rossetor stand sehr wahrscheinlich in der Südost-Ecke.

Verheißung der Wiederherstellung Judas und Israels

(Jer. 32 + 33)

Kapitel 32

Jeremia kauft ein Feld

1 (Dies ist) das Wort, das Jeremia von Jewe zuteilwurde im zehnten Jahr Zedekias (588 v. Chr.), des Königs Judas; es ist das Jahr, das achtzehnte Jahr Nebukadnezars.

2 Und damals umdrängte das Heer des Königs Babels Jerusalem. Jeremia aber, der Prophet, war im Gefängnishof eingesperrt, der am Haus des Königs Judas war,

3 wo Zedekia, der König Judas, ihn eingesperrt hatte, sprechend: Weshalb prophezeist du, sprechend: So spricht Jewe: Da! Ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs Babels, und er erobert sie.

4 Und Zedekia, der König Judas, entkommt nicht aus der Hand der Chaldäer, denn gegeben, ja gegeben wird er in die Hand des Königs Babels, und sein Mund redet zu dessen Mund, und seine Augen sehen dessen Augen.

5 Und gen Babel macht er Zedekia gehen, und dort wird er sein, bis Ich ihn heimsuche ­ Treuewort Jewes ­. So ihr denn gegen die Chaldäer streitet, habt ihr kein Gelingen!

6 Und Jeremia sprach: Das Wort Jewes wurde mir zuteil, sprechend:

7 Da! Chanamel, der Sohn Schalums, deines Onkels, kommt zu dir, sprechend: Erwirb dir mein Feld, das in Anatot ist, denn dein ist die Wahrnehmung des Lösungsrechts, es zu erwerben.

8 Und Chanamel, der Sohn meines Onkels, kam gemäß dem Wort Jewes zu mir in den Gefängnishof. Und er sprach zu mir: Erwirb doch mein Feld, das in Anatot im Land Benjamin ist, denn dein ist die Wahrnehmung des rechtmäßigen Besitzes und dein ist das Lösungsrecht. Erwirb es dir! Da erkannte ich, dass es das Wort Jewes war.

9 Und ich erwarb das Feld von Chanamel, dem Sohn meines Onkels, das in Anatot ist, und ich wog ihm das Silber dar, siebzehn Schekel wog das Silber.

10 Und ich schrieb es in eine Urkunde und versiegelte sie und (nahm) Zeugen zur Bezeugung; und ich wog das Silber in Waagschalen dar.

11 Und ich nahm die Erwerbsurkunde, die versiegelte, in der das Gebot (die Abmachung) und die Gesetze (Bedingungen) (standen), und auch die offene (Zweitausfertigung).

12 Und ich gab die Erwerbsurkunde dem Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, zu Augen Chanamels, des Sohnes meines Onkels, und zu Augen der Zeugen, die die Erwerbsurkunde zu Augen

aller Juden unterschrieben hatten, die im Gefängnishof saßen.

13 Und ich gebot Baruch vor ihren Augen, sprechend:

14 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Zu nehmen sind diese Urkunden, ja diese Erwerbsurkunde, sowohl die versiegelte als auch die offene Urkunde. Und du gibst sie in ein Tongefäß, damit sie viele Tage bestehen (bleiben).

15 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels. Noch weiterhin werden Häuser und Felder und Weinberge in diesem Land erworben werden.

...

Das Wort, das Jeremia ein Jahr vor der Eroberung Jerusalems zuteilwurde (Vers 1), war ein Offenbarungswort für das ganze Volk, das ihnen verhieß, dass sie ­ wenn sie auch verschleppt würden ­ doch wieder im Lande leben und alle privaten und geschäftlichen Beziehungen pflegen werden.

Jeremia saß deshalb im Gefängnis, weil seine Prophetie wehrkraftzersetzenden Charakter hatte und an Landesverrat grenzte, ja er sogar dem Feind zugeneigt schien (Verse 2 - 5).

Wenn Jewe jemanden heimsucht, dann bestimmt Er neu über ihn, etwa erbarmend oder richtend. Die Heimsuchung Zedekias (Vers 5) bestand in seinem Tod im Gefängnis zu Babel (Jer. 52:11).

Was ab Vers 7 berichtet wird, war der ausdrückliche Wille Gottes, der mit dem Grunderwerb eine Botschaft an das Volk richtete. Chanamel war wahrscheinlich verschuldet und wollte deshalb sein Feld verkaufen. Nach der Regelung des Lösungsrechts in 3. Mose 25:24 - 31 sollte das Vermögen der Großfamilie erhalten bleiben; so hatte Jeremia als naher Verwandter eine grundsätzliche Pflicht, das Feld auszulösen. Es lag in Anatot, dem Heimatort Jeremias (Jer. 1:1). Eigentlich war das Feld wertlos und der Erwerb sinnlos, weil Babel das Land besetzt hielt.

Doch Jeremia ordnete sich der Anweisung Jewes unter und erwarb das Feld rechtsgültig (Verse 9 - 11). Ein Schekel Silber wog vermutlich 12 g.

Baruch (Vers 12) war ein Freund Jeremias und sein Schreiber (Jer. 36:4, 8, 26). Er sollte die Urkunde in ein Tongefäß tun (Vers 14), damit sie lange erhalten bliebe, jedenfalls bis zur Erfüllung des prophetischen Wortes in Vers 15, nach welchem alles wieder in die Hände der Juden kommen wird.

Jeremias Gebet um Erklärung des Kaufs

16 Und ich betete zu Jewe, nachdem ich die Erwerbsurkunde dem Baruch, dem Sohn Nerijas, gegeben hatte, sprechend:

17 Ach, Jewe, mein Herr! Da! Du machtest die Himmel und die Erde mit Deiner großen Kraft und mit Deinem ausgestreckten Arm; nicht ist Dir irgendeine Sache zu wunderbar.

18 Gewährst Huld Tausenden und erstattest die Vergehung der Väter dem Gewandbausch ihrer Söhn nach ihnen, (bist) der El, der große, der mächtige, Jewe der Heere ist Sein Name.

19 Groß des Rates und vielfältig des Veranlassens (bist Du), dessen Augen geöffnet sind über allen Wegen der Söhne Adams, einem jeden gemäß seinen Wegen zu geben und gemäß der Frucht seiner Handlungen.

20 Der Du Zeichen und überführende Beweise im Land Ägypten gabst bis zu diesem Tag, sowohl in Israel als auch unter den Menschen, und Du machtest Dir einen Namen, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

21 Und du bewirktest, dass Dein Volk Israel aus dem Land Ägypten herausging infolge von Zeichen und infolge von überführenden Beweisen und infolge einer mächtigen Hand und infolge eines ausgestreckten Arms und infolge von großen Furchterregenden.

22 Und Du gabst ihnen dieses Land, das Du ihren Vätern zugeschworen hast, es ihnen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt.

23 Und sie kamen und nahmen es rechtmäßig in Besitz. Aber sie hörten nicht auf Deine Stimme und wandelten nicht in Deinen Zielanweisungen (Tora), alles, was Du ihnen zu tun geboten hattest, taten sie nicht; da ließest Du ihnen all dieses Böses begegnen.

24 Da! Die Erdaufschüttungen kamen schon an die Stadt heran, sie zu erobern, und die Stadt ist in die Hand der Chaldäer gegeben, der gegen sie Streitenden mit dem Angesicht des Schwerts und dem Hunger und der Seuche. Was Du geredet hast, es wurde, und da! Du siehst es.

25 Und Du, Du sprachst zu mir, Du Jewe, mein Herr: Erwirb dir das Feld mit Silber und (nimm) Zeugen zur Bezeugung, und (dabei) ist die Stadt (schon) in die Hand der Chaldäer gegeben.

...

Nicht dass Jeremia Zweifel gehabt hätte an der Richtigkeit der Anordnung Jewes, der in der Geschichte Israels stets mit großer Kraft und innigem Erbarmen und in aller Weisheit gehandelt hatte, nein, aber er war erstaunt und wollte deshalb genau wissen, warum der Kauf sein musste, wenn doch alles in die Hände Babels fällt.

Jewes Antwort

26 Und das Wort Jewes wurde Jeremia zuteil, sprechend:

27 Da! Ich bin Jewe, der Elohim allen Fleisches! Ist Mir irgendeine Sache zu wunderbar?

28 Daher, so spricht Jewe: Da! Ich gebe diese Stadt in die Hand der Chaldäer und in die Hand Nebukadrezars, des Königs Babels, und er erobert sie.

29 Und es kommen die Chaldäer, die gegen diese Stadt Streitenden, und sie zünden diese Stadt mit Feuer an und verbrennen sie und die Häuser, auf deren Dächern sie dem Baal geräuchert und anderen Elohim Trankopfer geopfert haben, um Mich zu grämen.

30 Ja, die Söhne Israels und die Söhne Judas taten nur das in Meinen Augen Böse von ihren Jugendtagen an; ja, die Söhne Israels waren nur (solche), die Mich mit dem Machwerk ihrer Hände grämten ­ Treuewort Jewes ­.

31 Denn zum (Anlass für) Meinen Zorn und Meine Zorneshitze wurde Mir diese Stadt von dem Tag an, da man sie baute, bis zu diesem Tag, dass Ich sie von Meinem Angesicht wegnehme

32 aufgrund all des Bösen der Söhne Israels und der Söhne Judas, das sie taten, Mich zu grämen, sie, ihre Regenten, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten und die Mannen Judas und die Bewohner Jerusalems.

33 Und sie wandten Mir das Genick zu und nicht das Angesicht, und wenn man sie lehrte, früh (aufstehend) und lehrend, hörten sie doch nicht, Zucht anzunehmen.

34 Und sie stellten ihre abscheulichen (Götzen) in das Haus, über dem Mein Name ausgerufen wird, um es zu verunreinigen.

35 Und sie bauten die Kuppen (Kulthöhen) des Baal, die in der Schlucht des Sohnes Hinoms sind, um ihre Söhne und ihre Töchter dem Moloch zu übergeben, was Ich ihnen nicht geboten habe und zu was Mein Herz nicht hinaufgestiegen ist, dass sie diesen Gräuel tun, um Juda zur Verfehlung zu bringen.

36 Und nun, daher, so spricht Jewe, der Elohim Israels, bezüglich dieser Stadt, von der ihr sprecht: Sie ist in die Hand des Königs Babels gegeben infolge des Schwerts und des Hungers und der Seuche.

37 Da! Ich bin der, der sie aus all den Ländern zusammenschart, wohin Ich sie in Meinem Zorn und Meiner Zorneshitze und in großem Grimm versprengte; und Ich bringe sie zu diesem Ort zurück, und Ich lasse sie als Gesicherte wohnen.

38 Und sie werden Mir zum Volk, und Ich, Ich werde ihnen zum Elohim.

39 Und Ich gebe ihnen ein Herz und einen Weg, Mich zu fürchten all die Tage, ihnen und ihren Söhnen nach ihnen zum Guten.

40 Und Ich schneide (schließe) ihnen einen äonischen Bund, dass Ich Mich nicht hinter ihnen abkehre (und aufhöre,) ihnen wohlzutun. Und Ich gebe in ihr Herz, dass sie Mich fürchten, sodass sie sich nimmer von Mir abkehren.

41 Und Ich bin voller Wonne über sie, ihnen Gutes zu tun, und Ich pflanze sie in Wahrheit in dieses Land ein mit Meinem Herzen und mit all Meiner Seele.

42 Denn so spricht Jewe: So wie Ich all dieses große Böse über dieses Volk brachte, so bringe Ich all das Gute über sie, das Ich über sie rede.

43 Und das Feld wird erworben werden in diesem Land, von dem ihr sprecht: Eine Öde ist es, weil kein Mensch und Getier darin ist; es ist in die Hand der Chaldäer gegeben.

44 Man wird Felder erwerben mittels Silber, und man schreibt es in eine Urkunde und versiegelt es und nimmt Zeugen zur Bezeugung im Land Benjamin und im Umkreis Jerusalems und in den Städten Judas und in den Städten der Berge und in den Städten der Niederung und in den Städten des Negev (oder: des Südens), denn Ich werde ihre Gefangenen zurückführen ­ Treuewort Jewes ­.

...

Wisse, Jeremia, dein Grundstückskauf war die prophetische Darstellung und Verheißung, dass dein Volk eines Tages wieder im Land wohnen und alle Rechtsgeschäfte tätigen wird.

Die eigentliche Antwort war aber bereits mit Vers 27 gegeben: Ich bin Jewe, der Elohim allen Fleisches. Er ist der alles Werdenmachende, der über alle Kreatur Verfügende. Alles, was Er tut, ist in Ihm begründet und daher vollkommen. Ebenso gewiss, wie der Allmächtige nach Seinem souveränen, weisen Ratschluss das Böse über Israel brachte, wird Er auch das Gute über es bringen. Da ist nichts aus dem Menschen, nichts aus Israel, sondern alles ist Erbarmen und Gnade. Denn Er ist es, der Israel ein neues Herz gibt (Verse 39 + 40). Und dann werden sie wahrhaft Sein Volk sein (Vers 38), das Seine Gesinnung hat und Ihm eine Freude ist, sodass Er ihnen voller Wonne und mit ganzem Herzen Gutes über Gutes tun wird (Vers 41).

Kapitel 33

Juda und Israel werden wiederhergestellt werden

1 Und das Wort Jewes wurde Jeremia ein zweites Mal zuteil ­ und er, er war noch im Gefängnishof eingesperrt ­, sprechend:

2 So spricht Jewe, der es macht, Jewe, der es formt (bildet), um es zu bereiten; Jewe ist Sein Name.

3 Rufe zu Mir, und Ich antworte dir und will dir große und verschlossene (geheime) (Dinge) berichten, die du nicht näher kennst.

4 Denn so spricht Jewe, der Elohim Israels, über die Häuser dieser Stadt und über die Häuser der Könige Judas, die abgebrochen werden, den Aufschüttungen und dem Schwert (anheimfallend),

5 über die, die da kommen, um gegen die Chaldäer zu streiten und jene (Häuser) mit den Leichen der Menschen zu füllen, die Ich schlug in Meinem Zorn und in Meiner Zorneshitze und vor denen Ich aufgrund all ihres Bösen Mein Angesicht verbarg, weg von dieser Stadt.

6 Da! Ich bringe ihr Genesung und Heilung, und Ich heile sie, und Ich enthülle ihnen überaus (großen) Reichtum des Friedens und der Wahrheit.

7 Und Ich mache, dass die Gefangenen Judas und die Gefangenen Israels zurückkehren, und Ich erbaue sie wie im Anfang.

8 Und Ich reinige sie von all ihrer Vergehung, in der sie Mir gegenüber verfehlten, und Ich verzeihe all ihre Vergehungen, in denen sie Mir gegenüber verfehlten und in welchen sie gegen Mich übertraten.

9 Und sie (die Stadt Jerusalem) wird Mir zum Namen der Wonne, zum Lobpreis und zur Zierde vor all den Nationen der Erde, die all das Gute hören, das Ich ihnen tue. Und sie werden sich ängstigen und erbeben über all dem Guten und über all dem Frieden, den Ich ihr mache.

10 So spricht Jewe: Nochmals wird gehört an diesem Ort, von dem ihr sprecht: Verwüstet ist er, weil kein Mensch und weil kein Getier darin ist!, (nochmals wird gehört) in den Städten Judas und in den verödeten Straßen Jerusalems, (von denen ihr sprecht, verwüstet sind sie), weil kein Mensch und kein Bewohner und weil kein Getier darin ist:

11(Es wird gehört) die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sprechen: Danket Jewe der Heere, denn gut ist Jewe, denn für äonisch (währt) Seine Huld!, (es wird gehört) (die Stimme) der Dankopfer in das Haus Jewes Bringenden, denn Ich werde bewirken, dass die Gefangenen des Landes zurückkehren wie im Anfang, spricht Jewe.

12 So spricht Jewe der Heere: Nochmals wird an diesem verwüsteten Ort, weil kein Mensch und Getier darin ist, und in all seinen (des Ortes) Städten eine Heimat der Hirten sein, die das Kleinvieh verweilen lassen.

13 In den Städten der Berge, in den Städten der Niederung und in den Städten des Negev (oder: des Südens) und im Land Benjamin und im Umkreis Jerusalems und in den Städten Judas wird nochmals das Kleinvieh unter den Händen des (zählenden) Zuteilers vorübergehen, spricht Jewe.

...

Das Wort Jewes (Vers 1) ist lebendig und wirksam (Heb. 4:12). Er tut, was Er ankündigt. Er tut alles, bildet alles und bereitet alles bis zur Vollendung zu (Vers 2). Denn aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm hin ist das All (Röm. 11:36).

Gewiss hat Jeremia Jewe auf die Aufforderung hin angerufen (Vers 3 Ps. 91:15). Und Jewe teilte ihm bisher noch nicht gekannte Herrlichkeiten mit, und zwar, dass Jerusalem Jewe zur Zierde und zum Lobpreis vor allen Nationen wird (Vers 9) und dem David ein Spross ersteht, der die ganze Erde in Gerechtigkeit regieren wird (Vers 15), Jesus, der Messias. Im Übrigen sprich Jewe durch die Propheten, weil Er keine Sache tut, es sei denn, dass Er Seinen Dienern, den Propheten, Sein Geheimnis enthüllte (Amos 3:7).

Was das Land durch die Sünden geworden ist, ist in den Versen 4 und 5 beschrieben. Was das Land nach der Reinigung von den Sünden (Vers 8) und der Heilung durch Jewe werden wird, haben wir in den weiteren Versen gelesen. Dem Segen und der Freude geht stets die Vergebung der Sünden voraus. Dem Volk Israel kann vergeben werden, denn Er (Jesus) ist die Sühne für unsere (Israels) Sünden, nicht allein aber für die unsrigen, sondern auch für die der ganzen Welt (1. Joh. 2:2).

Jerusalem wird die herrlichste Stadt der Erde sein, weil der König und Messias Jesus dort residiert (Vers 9). Die Nationen werden angesichts des alles menschliche Denken übersteigenden Handelns Gottes vor Ehrfurcht zittern. Freude und Wonne werden im Lande herrschen (Vers 11). Die Stimmen eines Brautpaars sind besonders erhebend. Eine Hochzeit ist übrigens ein Bild für erfüllte Verheißung.

Im Tempel bringen die Priester Opfer dar (Vers 11), und überall erschallt der Lobpreis Jewes: »Lobet Je! Danket dem Jewe, denn gut ist Er, denn für äonisch währt Seine Huld« (Ps, 106:1).

Der Spross Davids

14 Da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da mache Ich erstehen (da verwirkliche Ich) das gute Wort, das Ich bezüglich des Hauses Israel und über das Haus Juda geredet habe.

15 In jenen Tagen und zu jener Zeit mache Ich sprossen dem David einen Spross der Rechtfertigung, und Er tätigt Recht und Rechtfertigung im Lande.

16 In jenen Tagen wird Juda gerettet und Jerusalem wird in Sicherheit wohnen. Und dies (ist der Name), den man über ihr (der Stadt) ausruft: Jewe, unsere Gerechtigkeit!

17 Denn so spricht Jewe: Nicht wird abgeschnitten (fehlen) dem David ein Mann, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt.

18 Und den Priestern, den Leviten, nicht wird abgeschnitten ein Mann Mir angesichts, der Hinaufweihegaben (Brandopfer) hinaufweiht und Gaben (Speisopfer) zerräuchert und Opfer bereitmacht all die Tage.

...

Die Tage, die da kommen, sind die des tausendjährigen Königreichs Israels (Vers 14). Der Messias ist da, der Seinem Volk alle Verheißungen des Mose und der Propheten erfüllt. Das mit einem zweifachen Segensbund begnadete Volk ­ es ist sein königliches und ein priesterliches, es regiert die Welt und vermittelt ihr das Heil ­ steht in voller Blüte.

Jene Tage (Vers 15; eine Parallele zu Kap. 23:5) begannen ansatzweise bereits mit dem ersten Kommen Jesu zu Israel, denn Jesus ist der verheißene Nachkomme Davids (2. Sam. 7:12 - 14; Ps. 132:11; 1. Chron. 17:11; Mat. 1:7 - 16; Luk. 3:23 - 31; Off. 22:16).

Jesus wird Sein Königreich in Gerechtigkeit und Rechtfertigung regieren (Jes. 11:4,5). Er wird die vielen rechtfertigen, denn mit ihren Verfehlungen hatte Er Sich bebürdet (Jes. 11: 53:11).

Die von dem in Jerusalem weilenden Herrn Jesus ausgehende Herrlichkeit ist so gewaltig, dass sie die ganze Stadt Jerusalem prägt und jeder Jude sich nicht nur in Christus rühmen und sagen wird: »Jewe, unsere Gerechtigkeit« (Jer. 23:6), sondern sogar die Stadt selbst als Inbegriff der darin wohnenden Gerechtigkeit so genannt werden darf (Vers 16). Die ganze Stadt, alle ihre Einwohner werden gerecht sein, und Gerechtigkeit geht von ihr zu allen Nationen hinaus.

Bekanntlich saß nach 587 v. Chr. niemand mehr auf dem Thron Davids, doch seine Nachkommen reichen bis zu Jesus, der in jenen Tagen, nämlich im Königreich, auf dem Thron Davids sitzen wird (Vers 17). Jesus ist der oberste Herr und Regent, in dessen Vollmacht David die Regierungsgeschäfte führen wird, wie geschrieben steht: »Mein Diener David wird König über sie, und ein Hirte wird ihnen allen« (Hes. 37:24; 34:23, 24). Jesu eigener Thron wird im Tempel stehen. Jesus ist die Herrlichkeit Jewes (Hes. 43:4 - 7; Heb. 1:3). Er ist auch der Hohepriester (Heb. 6:20 7:21, 24, 15).

Da der priesterliche Dienst ebenso wichtig ist wie der königliche, werden auch die Leviten angesprochen (Vers 18); sie werden immer einen Nachkommen haben, der den priesterlichen Dienst fortführt. Oder sie sind Söhne der Auferstehung, die nicht sterben (Luk. 20:36).

Jewe hatte den Stamm Levi dafür abgesondert (5. Mose 10:8) und für den hohen Dienst im Tempel Aaron und seine Nachkommen bestimmt (2. Mose 28:1) sowie mit Pinehas, dem Sohn Eleasars und Enkel Aarons, einen äonischen Bund bezüglich des Priesteramts geschlossen (4. Mose 25:12, 13). Dieser Bund wird auch im tausendjährigen Königreichsäon bestehen. Erst auf der neuen Erde bedarf es keiner Priester mehr, da die Versöhnung Raum gewonnen hat und Gott Selbst bei den Menschen zeltet (Off. 21:3, 22).

Entsprechend dem Bund Jewes mit Tag und Nacht

19 Und das Wort Jewes wurde Jeremia (zuteil), sprechend:

20 So spricht Jewe: Wenn ihr Meinen Bund mit dem Tag zerbröckeln (könntet) und Meinen Bund mit der Nacht, sodass es nimmer Tag und Nacht würde zu ihrer Zeit,

21 (dann) würde auch noch Mein Bund mit David, Meinem Diener, zerbröckelt, weg davon, dass er einen Sohn hat, der auf seinem Thron regiert, und (auch der Bund) mit den Leviten, den Priestern, Meinen Amtierenden.

22 Wie man das Heer der Himmel nicht zählen (kann) und den Sand des Meeres nicht messen (kann), ebenso (unzählbar) werde Ich den Samen Davids, Meines Dieners, mehren und die Leviten, die Mir amtieren.

23 Und das Wort Jewes wurde Jeremia (zuteil), sprechend:

24 Hast du nicht gesehen, was dieses Volk geredet hat, sprechend: Die zwei Sippen (sind's), die Jewe erwählte, nun aber verwarf Er sie. Und so verschmähen sie Mein Volk, (indem sie sagen,) dass es vor ihrem Angesicht keine Nation mehr sei.

25 So spricht Jewe: Wenn Mein Bund mit Tag und Nacht nicht mehr (bestünde), wenn Ich die Satzungen der Himmel und der Erde nicht festgelegt hätte,

26 (dann würde) Ich auch noch den Samen Jakobs und Meines Dieners David verwerfen, davon (absehend), von seinem Samen Herrscher zu nehmen für den Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn Ich lasse ihre Gefangenen zurückkehren und erbarme Mich ihrer.

...

Um nun auch noch den letzten Zweifler zu überzeugen, bekräftigt Jewe die Verheißungen mit Hinweisen auf Seine Allmacht, die unwiderlegbare Naturordnung und die Heilsordnung, die mit den Zusagen an Abraham, Isaak und Jakob ihren Anfang nahm (1. Mose 22:17).

Mit den zwei Sippen (Vers 26) sind die Nordstämme und die Südstämme gemeint. Die Nordstämme gingen 722 v. Chr. in die assyrische Gefangenschaft, den Südstämmen steht bevor, nach Babel verschleppt zu werden. Folglich sei ganz Israel verworfen, sagten die Juden, die Nation existiere nicht mehr, ihre Sünden hätten alle Verheißungen zunichte gemacht.

Wir haben jedoch gerade gehört, dass Jewe mit beiden Häusern, Israel und Juda, einen neuen Bund schließen wird (Jer. 31:31); und Hesekiel betont, dass sie zu einer Nation werden (Hes. 37:19, 22). Jewe hält Sich an Seine Zusagen; Er ist getreu!

In letzter Tiefe gründet sich die Bestätigung der Erwählungsgnade auf das Erbarmen Jewes (Vers 26), »um Seiner vielen Liebe willen« (Eph. 2:4). So findet dieses Kapitel einen tröstlichen und festigenden Abschluss am Herzen Jewes.

Vor dem Untergang

(Jer. 34 - 36)

Kapitel 34

Ankündigung des Schicksals Zedekias

1 (Dies ist) das Wort, das Jeremia von Jewe zuteilwurde, als Nebukadrezar, der König Babels, und all sein Heer und all die Königreiche der Erde unter der Herrschaft seiner Hand und all die Völker wider Jerusalem und wider all ihre (Jerusalems) Städte stritten, sprechend:

2 So spricht Jewe, der Elohim Israels: Wandle (hin), und du sprichst zu Zedekia, den König Judas, ja du sprichst zu ihm: So spricht Jewe: Da! Ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs Babels, und er verbrennt sie im Feuer.

3 Und du, nicht entkommst du aus seiner Hand, denn du wirst ergriffen, ja ergriffen, und du wirst in seine Hand gegeben, und deine Augen sehen die Augen des Königs Babels, und sein Mund redet mit deinem Mund, und nach Babel kommst du.

4 Höre jedoch das Wort Jewes, Zedekia, König Judas! So spricht Jewe über dich: Du stirbst nicht durch das Schwert.

5 Im Frieden stirbst du, und gleich den Bränden (Ehrenfeuern anlässlich des Begräbnissen) deiner Väter, der früheren Könige, die vor dir waren, ebenso (wird man sie) dir anzünden. Und sagend: O Herr! (wird man) um dich klagen; denn Ich, Ich redete dieses Wort ­ Treuewort Jewes ­.

6 Und Jeremia, der Prophet, redete zu Zedekia, dem König Judas, all diese Worte in Jerusalem.

7 Und das Heer des Königs Babels stritt wider Jerusalem und wider all die übriggebliebenen Städte Judas, Lachisch und Aseka, denn sie waren von den Städten Judas als Städte der Wehrfeste verblieben.

...

Dieses Wort Jewes erging im Jahr 589 v. Chr. Und so kam es auch, und zwar im Jahr 587 v.Chr., wie in Kapitel 39:5 und 52:9 - 11 nachzulesen ist.

Die richtige Entscheidung Zedekias wäre gewesen, sich Babel zu ergeben und nicht auf die Rettung durch die Großmacht Ägypten zu hoffen.

Von den Begräbnisfeuern zu Ehren eines Verstorbenen (Vers 5) steht auch in 2. Chronik 16:14; 21:19 und Amos 6:10 geschrieben.

Bis auf die stark befestigten Städte Lachisch und Aseka und Jerusalem waren alle Städte Judas bereits von Babel erobert (Vers 7). Die auf Ton geschriebenen Lachis-Briefe stammen aus jener Zeit. In einem davon schreibt ein Lachisch und Aseka beobachtender Außenposten an Lachisch, dass er die Signalfeuer von Aseka nicht mehr sehen könne; mithin war Aseka gerade gefallen.

Strafrede wegen der zurückgenommenen

Freilassung hebräischer Sklaven

8 (Dies ist) das Wort, das Jeremia von Jewe zuteilwurde, nachdem der König Zedekia mit all dem Volk, das in Jerusalem ist, einen Bund geschnitten (geschlossen) hatte, ihnen die Freilassung auszurufen.

9 Jedermann hatte seinen Diener und jedermann seine Magd, den Hebräer und die Hebräerin, (als allen Verpflichtungen) Entledigte zu entsenden (entlassen), dass nie mehr jemand durch sie Dienst (ausrichte), ja durch einen Juden, seinen Bruder.

10 Und all die Fürsten und all das Volk, die den Bund (betreffend) kamen, hörten, dass jedermann seinen Diener und jedermann seine Magd als Entledigte zu entsenden hatte, sodass sie nicht mehr Dienst durch sie (ausrichten). Und sie hörten's und entsandten sie.

11 Aber danach kehrten sie (sich davon) ab und hießen die Diener und die Mägde (wieder) zurückzukehren, die sie als Entledigte entsandt hatten, und unterwarfen sie (wieder) als Diener und als Mägde.

12 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia von Jewe, sprechend:

13 So spricht Jewe, der Elohim Israels: Ich, Ich schnitt einen Bund mit euren Vätern an dem Tag, da Ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, aus dem Diensthaus, sprechend:

14 Im Enden von sieben Jahren entsendet ihr ein jeder seinen Bruder, den Hebräer, der dir verkauft wurde; und er soll dir sechs Jahre dienen, und dann entsendest du ihn als Entledigten von dir weg. Aber eure Väter hörten nicht auf Mich, und nicht reckten sie ihr Ohr (zu Mir hin).

15 Und ihr kehrtet euch (davon) ab, ja ihr, am heutigen Tag, und ihr tatet das in Meinen Augen Geradlinige, (nämlich) ein jeder seinem Genossen die Freilassung auszurufen, und ihr schnittet Mir angesichts einen Bund in dem Haus, über welchem Mein Name angerufen wird.

16 (Dann) aber kehrtet ihr euch (davon) ab und entheiligtet Meinen Namen und hießet (wieder) zurückzukehren ein jeder seinen Diener und ein jeder seine Magd, die ihr als Entledigte entsandt hattet, (dem Gewünschten) ihrer Seele zu, und ihr unterwarft sie (wieder), dass sie euch zu Dienern und zu Mägden werden.

17 Daher, so spricht Jewe: Ihr, ihr hörtet nicht auf Mich, die Freilassung auszurufen ein jeder seinem Bruder und ein jeder seinem Genossen. Da! Ich bin der, der euch Freilassung Ausrufende ­ Treuewort Jewes ­, und zwar dem Schwert zu, der Seuche zu und dem Hunger zu, und Ich gebe euch zum Schweißtreiben (zum Entsetzen) allen Königreichen der Erde.

18 Und Ich gebe die Meinen Bund übergehenden Mannen (dahin) ­ die die Worte des Bundes, den sie vor Meinem Angesicht geschnitten haben, nicht erstehen ließen ­ wie das Kalb, das sie in zwei Teile zerschnitten und zwischen dessen zwei Teilen sie hindurchgegangen sind.

19 Die Fürsten Judas und die Fürsten Jerusalems, die Kämmerer und die Priester und all das Volk des Landes, die zwischen den zwei Teilen des Kalbes hindurchgehenden,

20 Ich gebe sie in die Hand ihrer Feinde und in die Hand der ihre Seele Suchenden. Und ihre Leiche wird den Flüglern der Himmel zur Speise und dem Getier des Landes.

21 Aber Zedekia, den König Judas, und seine Fürsten gebe Ich in die Hand ihrer Feinde und in die Hand der ihre Seele Suchenden und in die Hand des Heeres des Königs Babels, ja all derer, die von euch weg abgezogen sind.

22 Da! Ich bin der Gebieter ­ Treuewort Jewes ­, und Ich mache, dass sie zurückkehren zu dieser Stadt, und sie streiten wider sie und erobern sie und verbrennen sie im Feuer, und die Städte Judas mache Ich zur Öde, weil kein Bewohner darin ist.

...

Vom babylonischen Heer belagert, entschloss sich Jerusalem, die hebräischen Sklaven freizulassen (vgl. 5. Mose 15:12), um durch diese edle Tat Jewes Wohlgefallen und Hilfe zu gewinnen. Und tatsächlich, das Heer Babels zog ab, und zwar dem sich nahenden Heer Ägyptens entgegen. Nun, da die Gefahr vorbei zu sein schien, machten sie die Freilassung rückgängig.

Sie hatten zur Freilassung einen Bund (Vers 8) im Tempel (Vers 15) geschlossen, vor Jewes Angesicht (Vers 18). Damit stellte die Rückgängigmachung einen gewaltigen Treuebruch gegenüber Jewe dar. Sie hatten Seinen Namen entheiligt (Vers 16).

So gab Jewe sie nun frei, allerdings dem Schwert, dem Hunger und der Seuche, ja Er machte sie zum Feindbild der Nationen.

Einen Bund schloss man über durchschnittenen Tieropfern, durch deren Hälften zur Rechten und zur Linken man hindurchging (vgl. 1. Mose 15:9, 10), was besagte, dass es dem, der den Bund brach, so ergehen soll wie diesen Tieren.

Kapitel 35

Die Tiere der Rechabiter

1 (Dies ist) das Wort, das dem Jeremia von Jewe (zuteil) wurde in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas, sprechend:

2 Gehe zum Haus der Rechabiter, und du redest mit ihnen und bringst sie zum Haus Jewes zu einem der Zimmer und tränkst sie mit Wein.

3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jeremias, des Sohnes Chabazinjas, und seine Brüder und all seine Söhne und das ganze Haus der Rechabiter

4 und brachte sie zum Haus Jewes zum Zimmer der Söhne Chanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Elohims, das neben dem Zimmer der Fürsten ist, das über dem Zimmer Maasejas, des Sohnes Schalums ist, des Hüters der Tür.

5 Und ich stellte mit Wein gefüllte Kelche und Becher angesichts der Söhne des Hauses der Rechabiter und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!

6 Sie aber sprachen: Nicht trinken wir Wein, denn Jonadab, der Sohn Rechabs, unser Vorvater, gebot über uns, sprechend: Nicht trinkt ihr Wein, ihr und eure Söhne, bis zum Äon,

7 und ein Haus baut ihr nicht, und Samen sät ihr nicht, und einen Weinberg pflanzt ihr nicht, ja nicht geschehe euch dies, sondern wohnt in Zelten all eure Tage, damit ihr viele Tage lebt auf dem Angesicht des Erdbodens, wo ihr Gäste seid.

8 Und wir hörten auf die Stimme Jehonadabs, des Sohnes Rechabs, unseres Vorvaters, bezüglich allem, was er uns gebot, niemals Wein zu trinken all unsere Tage, wir, unsere Frauen, unsere Söhne und unsere Töchter,

9 und niemals Häuser für unser Wohnen zu bauen, und Weinberg und Feld und Same geschieht uns nicht.

10 Und wir wohnten in Zelten, und wir hörten und taten gemäß allem, was uns unser Vorvater Jonadab gebot.

11 Und es geschah: Als Nebukadrezar, der König Babels, zu dem Land heraufstieg, da sprachen wir: Kommt, und wir gehen nach Jerusalem, weg vom Angesicht des Heeres der Chaldäer und weg vom Angesicht des Heeres Arams, und wir werden in Jerusalem wohnen.

12 Und das Wort Jewes wurde dem Jeremia (zuteil), sprechend:

13 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Gehe, und du sprichst zu den Männern Judas und zu den Bewohnern Jerusalems: Nehmt ihr keine Zucht an, auf Meine Worte zu hören? Treuewort Jewes.

14 Erstehen gemacht (getan) wurden die Worte Jehonadabs, des Sohnes Rechabs, die er seinen Söhnen geboten hatte, niemals Wein zu trinken, und nicht tranken sie (ihn) bis zu diesem Tag, denn sie hörten auf das Gebot ihres Vorvaters. Und Ich, Ich redete zu euch, früh (aufstehend) und redend, aber nicht hörtet ihr auf Mich.

15 Und Ich entsandte all Meine Diener, die Propheten, zu euch, früh (aufsehend) und entsendend, sprechend: Kehrt doch um, ein jeder von seinem bösen Weg, und handelt wohl (gut), und geht nicht hinter anderen Elohim her, um ihnen zu dienen, und wohnt auf dem Erdboden, den Ich euch und euren Vätern gab! Aber nicht recktet ihr euer Ohr (zu Mir hin), und nicht hörtet ihr auf Mich.

16 Denn (so ist's): Die Söhne Jehonadabs, des Sohnes Rechabs, machten das Gebot ihres Vorvaters erstehen (taten es), das er ihnen geboten hatte, aber dieses Volk, nicht hörten sie auf Mich.

17 Daher, so spricht Jewe, der Elohim der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich bringe über Juda und über all die Bewohner Jerusalems all das Böse, das Ich über sie geredet habe, weil Ich zu ihnen redete, sie aber nicht hörten, und Ich zu ihnen rief, sie aber nicht antworteten.

18 Aber zu dem Haus der Rechabiter sprach Jeremia: So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Weil ihr auf das Gebot eures Vorvaters Jehonadab hörtet und all seine Gebote hütetet und gemäß allem tatet, was er euch gebot,

19 daher, so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Nicht wird dem Jonadab, dem Sohn Rechabs ein Mann abgeschnitten (die Mannesfolge enden), ein all die Tage vor Meinem Angesicht Stehender.

...

Das war eine sehr anschauliche und eindrucksvolle Ermahnung für Juda!

Die Rechabiter waren Nomaden, verwandt mit den Kenitern (1. Chr. 2:54, 55), die von Moses Schwiegervater Jethro abstammten (Ri. 1:16). Ihr Vorvater Jonadab hatte Jehu, den König Israels (858 - 838 v. Chr.), bei der Ausrottung des Baalskultes unterstützt (2. Kön. 10:15 - 27).

Jeremia brachte die Rechabiter zu einem Zimmer am Tempel. Die Zimmer dienten als Priesterwohnungen und Vorratsräume. (Eine Anmerkung am Rande: Mit »Mann Elohims« (Vers 4) bezeichnete man einen Propheten.)

Jeremia setzte ihnen Wein vor, sie aber ehrten ihre Voreltern und gehorchten ihnen (2. Mose 20:12; Eph. 6:1) und tranken nicht davon.

»Bis zum Äon« (Vers 6), also bis zu der Segenszeit, in der auch unser Herr Jesus wieder Wein trinkt (Mat. 26:29), würden sie sich daran halten.

Jeremia hatte damit seinem Volk an den Rechabitern, die dem Gebot eines Menschen gehorchten, dargestellt, wie viel mehr es an ihnen wäre, den Geboten Jewes zu gehorchen.

Schließlich empfingen die Rechabiter die Verheißung, immer einen Nachkommen zu haben, der vor dem Angesicht Jewes steht (Vers 19). Das muss nicht bedeuten, dass einer von ihnen Priester oder Prophet würde, sondern sollte ganz allgemein verstanden werden, wie ja auch das ganze Volk Israel vor dem Herrn stand (3. Mose 9:5; Jer. 7:10).

Kapitel 36

Die Worte Jewes werden in eine Schriftrolle geschrieben

1 Und es geschah im vierten Jahr (606 v. Chr.) Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas, da geschah dieses Wort von Jewe zu Jeremia, sprechend:

2 Nimm dir eine Schriftrolle, und du schreibst all die Worte auf sie, die Ich zu dir über Israel und über Juda und über all die Nationen geredet habe, von dem Tag an, da Ich zu dir redete, von den Tagen Josias an bis zu diesem Tag.

3 Vielleicht hören die vom Hause Juda all das Böse, das Ich ihnen zu tun plane, damit sie umkehren, ein jeder von seinem bösen Weg, und Ich ihre Vergehung und ihre Verfehlung verzeihe.

4 Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb das aus dem Mund Jeremias (Kommende), alle Worte Jewes, die Er zu ihm geredet hatte, auf eine Schriftrolle.

5 Und Jeremia gebot Baruch, sprechend: Ich bin ein Gefangener, nicht kann ich zum Haus Jewes kommen.

6 Du aber, du kommst (dorthin), und das in der Rolle Geschriebene, was du schriebst ­ das aus meinem Mund (Gekommene), die Worte Jews ­, das liest du vor den Ohren des Volkes vor im Haus Jewes am Tag des Fastens, und auch noch vor den Ohren ganz Judas, die da aus ihren Städten kommen, liest du sie vor.

7 Vielleicht fällt ihr Ruf um Gnade (als ernsthaft) vor Jewes Angesicht (nieder) und sie kehren um, ein jeder von seinem bösen Weg, denn groß ist der Zorn und die Zorneshitze, von welchen Jewe zu diesem Volk redete.

8 Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat gemäß allem, was ihm Jeremia, der Prophet, gebot, vorzulesen die in der Schriftrolle (geschriebenen) Worte Jewes im Haus Jewes.

...

Nicht nur Mose sollte die Worte Jewes aufschreiben, sondern dies galt immer, damit es vielen vorgelesen werden konnte und es bis zum heutigen Tag bleibe.

Ob die vom Haus Juda wohl hören und umkehren werden (Vers 3)? Petrus musste ihnen auch zu seiner Zeit dasselbe sagen:

»Sinnet um und wendet euch um, damit eure Sünden ausgelöscht werden« (Ap. 3:19).

Baruch war Jeremias Schreiber und Freund, von dem wir bereits lasen, dass er Jeremias Urkunde über den Kauf eines Feldes aufbewahrte (Kap. 32:12 - 16).

Wie war es Jeremia möglich, Baruch alle Worte Jewes von Anfang seines Dienstes an aus dem Gedächtnis zu diktieren? Aus Jesu Mund wissen wir: »Der Geist wird euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe« (Joh. 14:26).

Wir merken uns, dass die Worte Jeremias und die Worte Jewes sowie das in die Schriftrolle Geschriebene identisch sind (Verse 4 + 6). Das muss man gerade in unserer Zeit wieder und wieder betonen.

Zum »Tag des Fastens« (Vers 6) ist anzumerken, dass man keine dafür festgelegte Tage hatte, sondern man von Fall zu Fall in Zeiten der Not zum Fasten aufrief.

Die Schriftrolle wird dem Volk vorgelesen

9 Und es geschah im fünften Jahr Jojakims (605/604 v. Chr.), des Sohnes Josias, des Königs Judas, im neunten Monat (Kislew, Nov./Dez. 605 v. Chr.), da rief man zu einem Fasten angesichts Jewes all das Volk in Jerusalem und all das Volk, das aus den Städten Judas in Jerusalem angekommen war.

10 Und Baruch las die in der Schriftrolle (geschriebenen) Worte Jeremias vor den Ohren all des Volks vor, (und zwar) im Haus Jewes, im Zimmer Gemarjas, des Sohnes Schaphans, des Schreibers, im oberen Hof, vor der Öffnung des neuen Tores des Hauses Jewes.

11 Und Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schaphans, hörte alle Worte Jewes aus der Schriftrolle,

12 und er ging zum Haus des Königs hinab zum Zimmer des Schreibers, und da! Da saßen all die Fürsten: Elischama, der Schreiber, und Delaja, der Sohn Schemajas, und Elnatan, der Sohn Achbors, und Gemarja, der Sohn Schaphans, und Zedekia, der Sohn Chananjas, ja all die Fürsten.

13 Und Michaja berichtete ihnen all die Worte, die er gehört hatte, als Baruch das in der Schriftrolle Geschriebene vor den Ohren des Volks vorlas.

14 Da entsandten all die Fürsten Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch, sprechend: Die Rolle, aus der du vor den Ohren des Volks gelesen hast, nimm sie in deine Hand und geh herzu! Da nahm Baruch, der Sohn Nerijas, die Rolle in seine Hand und kam zu ihnen.

15 und sie sprachen zu ihm: Setze dich doch und lese sie vor unseren Ohren vor! Da las Baruch vor ihren Ohren vor.

16 Und es geschah: Als sie all diese Worte hörten, ängstigten sie sich ein jeder vor seinem Genossen und sprachen zu Baruch: Wir werden all diese Worte dem König berichten, ja berichten.

17 Und sie fragten Baruch, sprechend: Berichte uns doch, wie hast du all diese Worte geschrieben, die aus seinem Mund kamen?

18 Da sprach Baruch zu ihnen: Aus seinem Mund rief er mir all diese Worte zu, und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle.

19 Und die Fürsten sprachen zu Baruch: Geh, verbirg dich, du und Jeremia, sodass niemand erkenne (wisse), wo ihr hier seid.

...

Schaphan, der Staatsschreiber, und seine Söhne waren Jeremia wohlgesonnen (Kap. 26:24); sein Sohn Gemarja stellte ihm sogar sein Zimmer im Tempelbereich zur Verfügung (Vers 10).

Da die Worte Jeremias den Staat und die politische Zukunft betrafen, wollten die Fürsten genau Bescheid wissen und ließen Baruch kommen (Vers 14). Nachdem er ihnen die Schriftrolle vorgelesen hatte, ängstigten sie sich (Vers 16), vielleicht weil sie persönlich betroffen waren oder weil sie erkannten, dass es Jewes unumstößliche Worte waren, auf jeden Fall aber, weil sie Jojakim zu berichten hatten, der ein böser König war (2. Kön. 24:19; Jer. 37:2).

Die Fürsten mussten damit rechnen, dass Jojakim Jeremia und Baruch als Staatsfeinde ansehen und ihnen Übles antun würde. So rieten sie ihnen mit einem gewissen Wohlwollen, sich zu verstecken (Vers 19).

Jojakim zerlappt und verbrennt die Schriftrolle

20 Und sie kamen zum König in den Hof ­ die Rolle aber hatten sie im Zimmer Elischamas, des Schreibers, zurückgelassen ­ und berichteten all diese Worte vor den Ohren des Königs.

21 Und der König entsandte Jehudi, die Rolle zu holen; und er nahm sie aus dem Zimmer Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las sie vor den Ohren des Königs vor und vor den Ohren all der Fürsten, die um den König stehen.

22 Und der König saß im Winterhaus im neunten Monat, und das Kohlenbecken wurde ihm angesichts entzündet.

23 Und es geschah: Sowie Jehudi drei oder vier Blätter gelesen hatte, zerlappte er (der König) sie mittels der Klinge (Federmesser) des Schreibers und warf sie in das Feuer des Kohlenbeckens, bis die ganze Rolle völlig (verbrannt) war im Feuer des Kohlenbeckens.

24 Aber nicht ängstigten sie sich, und nicht zerlappten sie ihre Gewänder, weder der König noch all seine Diener, die all diese Worte hörten.

25 Und (obwohl) auch Elnatan und Delaja und Gemarja vor dem König (dafür) eingestanden (waren), die Rolle (ja nicht) zu verbrennen, so hörte er (doch) nicht auf sie.

26 Und der König gebot Jerachmeel, dem Sohn des Königs, und Seraja, dem Sohn Asriels, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, Baruch, den Scheiber, und Jeremia, den Propheten, festzunehmen. Aber Jewe hatte sie verborgen.

...

Ein unfassbarer Vorgang! Der König des Bundesvolks verbrennt die Worte Jewes! Eine solche Verhöhnung Jewes muss dessen Zorneshitze nur noch steigern.

Keine Gottesfurcht ist im Hause Jojakims, auch nicht unter seiner Dienerschaft (Vers 24). Wie denn Sprüche 21:29 deutlich macht, dass der frevlerische Mann andere mit seinem Angesicht für sich einnimmt.

Jojakim gebot, Baruch und Jeremia festzunehmen (Vers 26), gewiss mit der Absicht, sie zu töten, wie er bereits Urija, den Sohn Schemajas, der gemäß Jeremia prophezeite, erschlagen hatte (Jer. 26:20 - 23). Aber Jewe bewahrte Jeremia und seinen Schreiber, wie Er es verheißen hatte (Jer. 1:8; 15:21).

Erneute Niederschrift der Worte Jewes

27 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia ­ nachdem der König die Rolle verbrannt hatte und die Worte, die Baruch aus dem Mund Jeremias aufgeschrieben hatte ­ sprechend:

28 (Tu's) wiederum, nimm dir eine andere Rolle und schreibe all die vorigen Worte auf sie, die auf der vorigen Rolle waren, die Jojakim, der König Judas, verbrannte.

29 Und über Jojakim, den König Judas, sprichst du: So spricht Jewe: Du, du verbranntest diese Rolle, (indem du) sprachst: Weshalb hast du sie beschrieben, sprechend: Es kommt, ja kommt der König Babels und verdirbt dieses Land und macht mit Mensch und Getier darin ein Ende.

30 Daher, so spricht Jewe über Jojakim, den König Judas: Nicht wird ihm (ein Nachkomme), der auf dem Thron Davids sitzt; und seine Leiche wird dem Vertrocknen am Tag und dem Eis in der Nacht hingeworfen.

31 Und Ich suche ihre Vergehung heim auf ihm und auf seinem Samen und auf seinen Dienern, und Ich bringe all das Böse über sie und über die Bewohner Jerusalems und über die Männer Judas, das Ich zu ihnen geredet habe, aber sie hörten nicht.

32 Und Jeremia nahm eine andere Rolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber. Und er schrieb das aus dem Mund Jeremias (Kommende) auf sie, alle Worte der Schriftrolle, die Jojakim, der König Judas, im Feuer verbrannt hatte; und es wurden denen noch hinzugefügt viele Worte wie diese.

...

Gottes Wort ist nicht zum Verstummen zu bringen. Und: »Nicht kehrt es leer zu Mir zurück, sondern es tut, was Mir gefällt, und lässt gelingen (auch den Widerspruch der dazu bestimmten Menschen), wozu Ich es entsandte« (Jes. 55:11).

»Tu's wiederum!« (Vers 28). Gläubige lassen sich nicht entmutigen, sondern setzen sich immer wieder für das Werk des Herrn ein.

Jojakim werde keinen Sohn haben, der auf dem Thron Davids sitzt (Vers 30). Sein Sohn Jojachin (auch Jechonja und Konja genannt) regierte nach ihm nur drei Monate lang, war aber zehn Jahre lang Mitregent gewesen (2. Kön. 24:8; 2. Chron. 36:9), sodass er in diesen Fluch einbezogen ist. Aber er wurde auch persönlich verflucht (Jer. 22:24 - 30).

Nun ist aber Jojachin/Jechonja im juristischen Stammbaum Jesu, der den Thron erlangt, in Matthäus 1:12 aufgeführt. Wie passt das zusammen?

Kein Same Jechonias kann also König Israels werden, auch Joseph nicht und, falls Jesus der leibliche Nachkomme Josephs gewesen wäre, auch Er nicht. Jesus ist aber nicht der Same Jechonias und Josephs, sondern der Maria. Mithin liegt der Jechonia aufgelegte Fluch nicht auf Jesus.

Das juristische Anrecht auf den Königshron verbleibt bei jedem gesetzmäßigen Nachkommen Jechonias ­ nicht umsonst führt Matthäus die Königslinie auf ­, nur soll kein leiblicher Nachkomme den Thron erlangen. Das Recht war auf Joseph gekommen und über diese rechtliche Linie auch auf Jesus, denn Jesus war der gesetzmäßige Sohn Josephs, oder wie Lukas sagt: »Er war nach dem Gesetz der Sohn des Joseph« (Luk. 3:23). Da Heli (Luk. 3:24) keinen Sohn hatte und Maria die Erbtochter war (4. Mose 27:8), war Joseph nicht nur ein Schwiegersohn Helis, sondern »der Sohn nach dem Gesetz«.

Somit ist nachgewiesen, dass Jesus das Recht hat, den Thron Davids einzunehmen, und dass Er der König Israels ist.

Zurück zu Jojakim (Vers 30). Sein Tod wurde nicht beklagt und seine Leiche in das Grab eines Esels geworfen (Jer. 22:18, 19).

Zum letzten Vers dieses Kapitels, dem Vers 32: Anlässlich der erneuten Niederschrift der Worte Jewes wurden weitere hinzugefügt, und zwar auf jeden Fall die Verse 9 bis 31 dieses Kapitels.

Jeremias Dienst unter dem Überrest

(Jer. 40 - 43)

Kapitel 40

Jeremia darf zu Gedalja gehen

1 (Dies ist) das Wort, das von Jewe zu Jeremia geschah, nachdem Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, ihn genommen (gefunden) und von der Stadt Rama aus entsandt (freigelassen) hatte; er aber war mit Handschellen gebunden inmitten aller Verschleppten Jerusalems und Judas, die nach Babel verschleppt werden sollten.

2 Und der Meister der Scharfrichter nahm Jeremia und sprach zu ihm: Jewe, dein Elohim, redete dieses Böse über diesen Ort.

3 Und Jewe ließ es kommen und tat so, wie Er geredet hatte, denn ihr verfehltet Jewe gegenüber und hörtet nicht auf Seine Stimme, und so geschah euch diese Sache.

4 Und nun, da! Ich öffne dir am heutigen Tag die Handschellen, die an deiner Hand sind. Wenn es in deinen Augen gut ist, mit mir nach Babel zu kommen, so komm, und ich lege mein Auge auf dich. Wenn es aber in deinen Augen böse ist, mit mir nach Babel zu kommen, so lass ab. Siehe, all das Land ist dir angesichts, um zum Guten und zum in deinen Augen Geraden zu gehen; ja dorthin gehe.

5 Und da (Jeremia) noch nicht umkehrte (sich nicht entschließen konnte umzukehren), sprach er: So kehre zurück zu Gedalja, dem Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, den der König Babels über alle Städte Judas bestimmt hat, und wohne mit ihm inmitten des Volks; oder zu all dem in deinen Augen Geraden, (dorthin) gehe, ja gehe! Und der Meister der Scharfrichter gab ihm Wegzehrung und ein Geschenk und entsandte ihn.

6 Und Jeremia kam zu Gedalja, dem Sohn Achikams, nach Mizpa. Und er wohnte mit ihm inmitten des Volks, der im Land Verbliebenen.

...

Wo finden wir in diesem Abschnitt das in Vers eins angekündigte Wort Jewes? Es ist das, was Nebusaradan aussprach, als ob Jewe reden würde; es ist die Weisheit der Verse zwei und drei und die frohe Botschaft der Verse vier und fünf für Jeremia.

Jeremia war zusammen mit anderen zur Deportation zusammengetrieben worden. In Rama wurden die Gruppen für die Verschleppung zusammengestellt. Nebusaradan erfuhr, dass Jeremia unter ihnen sei (Vers 1), und handelte, wie der König Babels ihm geboten hatte (Jer. 39:11, 12).

Wie Nebusaradan zum Ausdruck brachte, wussten die Nationen sehr wohl, warum Israel dieses Gericht erlitt (Verse 2 + 3; vgl. Röm. 2:24). Den Juden war es zwar längst vorher gesagt worden, aber sie wollten nicht glauben.

Nach dem großzügigen Angebot Nebusaradans (Vers 4) entschloss Jeremia sich schließlich, bei dem Überrest im Lande zu bleiben. Der Meister der Scharfrichter verwies ihn an den von Babel eingesetzten jüdischen Statthalter (Vers 5), der dem Propheten wohlgesonnen war.

Gedalja war ein Enkel Schaphans, der unter König Josia das hohe Amt des Schreibers innehatte und ihm die Tora vorgelesen hatte (2. Kön. 22:8 - 10), und ein Sohn Achikams, der Jeremia einst beschützt hatte (Jer. 26:24).

Gedalja sammelt die Versprengten in Mizpa

7 Und als alle Fürsten von Gütern, die im Gefild waren, sie und ihre Mannen, hörten, dass der König Babels Gedalja, dem Sohn Achikams, über ihr Land bestimmt hatte, und dass er samt ihm Mannen und Frauen und Kleinkinder (dorthin) bestimmt hatte und von den Armen des Landes, von denen, die nicht nach Babel verschleppt worden waren,

8 da kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, und zwar Ismael, der Sohn Netanjas, und Jochanan und Jonatan, die Söhne Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanchumats, und die Söhne Ophais, des Netophatiters, und Jesanja, der Sohn des Maachatiters, sie und ihre Mannen.

9 Und Gedalja, der Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, schwor ihnen und ihren Mannen, sprechend: Fürchtet euch nicht, den Chaldäern zu dienen! Wohnt im Land und dient dem König Babels, und es wird euch wohl werden.

10 Und ich, da! Ich wohne in Mizpa, um angesichts der Chaldäer zu stehen (Rechenschaft abzulegen), die zu uns kommen, ihr aber, sammelt Wein und Früchte und Öl und tut es in eure Gefäße, und wohnt in euren Städten, die ihr ergriffen (gerade besiedelt) habt.

11 Und auch noch all die Juden, die in Moab und inmitten der Söhne Amons und in Edom und die in all den (anderen) Ländern waren, hörten, dass der König Babels Juda einen Überrest gab (beließ) und dass er Gedalja, den Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, über sie bestimmt hatte.

12 Da kehrten all die Juden zurück aus all den Orten, wohin sie versprengt worden waren, und kamen ins Land Juda zu Gedalja nach Mizpa. Und sie sammelten Wein und Früchte in überaus (großer) Menge.

...

Gedalja bedeutet »Groß ist Jew«, Jew heißt »der da sein wird, der da ist«; das Schluss-e, »der da war«, entfiel, da Gedalja nicht zurückblickte.

Mizpa war eine Stadt im Losteil Benjamins.

Waren auch die Zeiten noch so finster ­ es geschah dennoch etwas Erfreuliches. Nebukadnezar hatte politisch klug gehandelt, einen Überrest im Land zu belassen; so versteppte es nicht, und er konnte mit Steuereinnahmen rechnen.

Die Unterordnung unter die Chaldäer, die Gedalja von allen verlangte (Vers 9), war der Wille Jewes; ja, die in Babel sollten sogar der Stadt Bestes suchen (Jer. 29:7). Die gute Ernte durfte als ein Segen Jewes für die sich dem Willen Jewes Fügenden angesehen werden (Jer. 27:11).

Gedalja wird vor Ismael gewarnt

13 Und Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Fürsten von Gütern, die im Gefild waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa

14 und sprachen zu ihm: (Ist's,) dass du erkennst, ja erkennst, dass Baalis, der König der Söhne Amons, Ismael, den Sohn Netanjas, entsandte, um deine Seele zu erschlagen? Aber Gedalja, der Sohn Achikams, glaubte ihnen nicht.

15 Und Jochanan, der Sohn Achikams, sprach in Verbergung (heimlich) zu Gedalja in Mizpa, sprechend: Ich will doch gehen und Ismael, den Sohn Netanjas, erschlagen, und niemand wird es erkennen. Warum soll er deine Seele erschlagen, sodass ganz Juda zerstreut wird, die zu dir hin Zusammengescharten, und der Überrest Judas verloren geht?

16 Aber Gedalja, der Sohn Achikams, sprach zu Jochanan, dem Sohn Kareachs: Tue diese Sache nicht, denn du redetest Falsches bezüglich Ismaels.

...

Baalis, der König Amons, war an einem friedlichen, Babel-freundlichen Juda nicht interessiert. Nur ein turbulentes, Babel-feindliches Juda unter Ismaels Führung konnte Truppen Nebukadnezars binden, sodass ein baldiger Angriff auf Amon unwahrscheinlich würde. Baalis fand einen niederträchtigen Mann, der mit der Ermordung Gedaljas den Weg dazu ebnen könnte.

Wie konnte Ismael sich für diesen Plan gewinnen lassen? Er war aus königlichem Hause (Jer. 41:1). Vielleicht war ihm von daher eine Unterordnung unter Babel höchst zuwider. Vielleicht war er auch gekränkt, dass Nebukadnezar nicht ihn, den Ranghöheren, sondern einen »Bürgerlichen« zum Statthalter eingesetzt hatte.

Und Gedalja? Aufrichtige und ehrenhafte Männer wie er tragen zu wenig Argwohn in ihrem Herzen. Welcher Jude könnte denn etwas gegen eine langsam aufblühende jüdische Gemeinschaft haben?

Kapitel 41

Die Ermordung Gedaljas

1 Und es geschah im siebenten Monat (Etanim/Tischri, September/Oktober) (587 v. Chr.), da kamen Ismael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, einer vom Samen des Regierungsgeschlechts und von den Meistern des (früheren) Königs, und zehn Mannen mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Achikams, nach Mizpa, und zusammen aßen sie dort in Mizpa Brot.

2 Und Ismael, der Sohn Netanjas, stand auf und die zehn Mannen, die mit ihm waren, und sie erschlugen Gedalja, den Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, mit dem Schwert. So tötete er ihn, (ja den), den der König Babels über (ihr) Land bestimmt hatte.

3 Und all die Juden, die mit ihm waren, ja samt Gedalja in Mizpa, und die Chaldäer, die dort waren, die Kriegsmannen, erschlug Ismael.

4 Und es geschah am zweiten Tag, nachdem er Gedalja getötet hatte, und es noch niemand erkannte,

5 da kamen Mannen aus Sichem, aus Schilo und aus Samaria, achtzig Mann, mit rasiertem Bart und in zerlappten Gewändern, die sich (Ritzmale) einschnitten; und Gaben und Weihrauch waren in ihrer Hand, sie zum Haus Jewes zu bringen.

6 Und Ismael, der Sohn Netanjas, ging hinaus aus Mizpa, ihnen zu begegnen, beim Wandeln und Wandeln immerfort weinend. Und es geschah: Als er sie traf, da sprach er zu ihnen: Kommt zu Gedalja, dem Sohn Achikams!

7 Und es geschah: Als sie in der Mitte der Stadt angekommen waren, da schächtete sie Ismael, der Sohn Netanjas, und warf sie mitten in die Zisterne, er und die Mannen mit ihm.

8 Aber inmitten von ihnen fanden sich zehn Mannen, und sie sprachen zu Ismael: Töte uns nicht, denn uns gehören vergrabene (Vorräte) im Gefild: Weizen und Gerste und Öl und Honig! Da ließ er ab und tötete sie nicht inmitten ihrer Brüder.

9 Und die Zisterne, wohinein Ismael die Leichen der Mannen warf, die er an der Seite Gedaljas erschlagen hatte, sie war die Zisterne, die König Asa angesichts Baschas, des Königs Israels, gemacht hatte, sie füllte Ismael, der Sohn Netanjas, mit den Durchbohrten.

10 Und Ismael führte den ganzen Überrest des Volks, das in Mizpa war, gefangen: die Töchter des Regenten und all das Volk, die in Mizpa Verbliebenen, über welche Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, Gedalja, den Sohn Achikams, bestimmt hatte. Und Ismael, der Sohn Netanjas, führte sie gefangen und ging, um zu den Söhnen Amons hinüberzugehen.

...

Wir sind zutiefst erschüttert! Wie kann dieser Mann nur so verkommen sein? Mit seinem schrecklichen Verbrechen leitete er das Ende des Überrests Judas im Lande ein.

Beim gemeinsamen Mahl erschlugen Ismael und seine Leute Gedalja und alle, die bei ihm waren (Verse 1 - 3). Der Missbrauch der Gastfreundschaft war im Orient eine der übelsten Schandtaten.

Die achtzig Pilger aus dem im Nordreich verbliebenen Überrest (Vers 5) ­ die Verbindung zum Tempel in Jerusalem war also nicht abgerissen ­ hatten sich zum Zeichen der Trauer über den Untergang Judas Ritzmale einschnitten (nach 5. Mose 14:1 verboten, hier aber nicht kritisiert). Ismael ging ihnen entgegen, ebenfalls ­ wie er vortäuschte ­ trauernd (Vers 6). Mit dieser Heuchelei gewann er die Sympathie der Männer, die eine Einladung zum Statthalter wohl kaum ausschlagen konnten. Die Pilger führten viele Gaben mit sich; aus reiner Habgier tötete Ismael sie und raubte sie aus. Zehn von ihnen ließ er am Leben, um auch noch an die vergrabenen Vorräte heranzukommen (Verse 7+ 8).

Die Zisterne (Vers 9) hatte einst König Asa von Juda (907 - 896 v. Chr.) im Rahmen der Verteidigung gegen König Bascha von Israel (925/24 - 902/01 v. Chr.) gebaut (1. Kön. 15:16; 2. Chron. 16:6).

Dann aber, als alles offenkundig wurde, musste Ismael Schutz vor den Chaldäern bei den Ammonitern suchen (Vers 19). Unter den von ihm gefangenen und weggeführten war vermutlich auch Jeremia.

Jochanan befreit das von Ismael gefangengenommene Volk

11 Und Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Fürsten der Güter, die mit ihm waren, hörten all das Böse, das Ismael, der Sohn Netanjas, getan hatte.

12 Und sie nahmen all die Mannen und gingen, um mit Ismael, dem Sohn Netanjas, zu streiten und fanden ihn bei den vielen Wassern, die in Gibeon waren.

13 Und es geschah: Als all das Volk, das bei Ismael war, Jochanan, den Sohn Kareachs, sah und all die Fürsten der Güter, die mit ihm waren, da freuten sie sich.

14 Und all das Volk, das Ismael aus Mizpa gefangen geführt hatte, sie drehten sich weg und kehrten um und gingen zu Jochanan, dem Sohn Kareachs.

15 Aber Ismael, der Sohn Netanjas, entkam mit acht Mannen, weg vom Angesicht Jochanans, und er ging zu den Söhnen Amons.

16 Da nahmen Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Fürsten der Güter, die bei ihm waren, den ganzen Überrest des Volks, den er von Ismael, dem Sohn Netanjas, von Mizpa (herkommend), zurückbrachte ­ nachdem (jener) den Gedalja, den Sohn Achikams, erschlagen hatte ­: mächtige Männer, Kriegsmannen und Frauen und Kleinkinder und Kämmerer, die er von Gibeon zurückbrachte.

17 Und sie gingen und lagerten bei der Gaststätte Kimhams, die bei Bethlehem ist, um zu gehen und nach Ägypten zu kommen

18 aufgrund des Angesichts der Chaldäer, denn sie fürchteten sich aufgrund ihres Angesichts, weil Ismael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Achikams, erschlagen hatte, den der König Babels über ihr Land bestimmt hatte.

...

»... um nach Ägypten zu kommen« (Vers 17). Ja, das könnte die Lösung sein, der befürchteten Rache der Chaldäer zu entgehen, denn wo sonst sollen diese Juden eine sichere Bleibe finden?

Kapitel 42

Jeremia warnt vor der Flucht nach Ägypten

1 Da (kamen) herzu alle Fürsten der Güter und Jochanan, der Sohn Kareachs, und Jesanja, der Sohn Hoschajas, und all das Volk, vom Kleinen bis zum Großen,

2 und sprachen zu Jeremia, dem Propheten: Es falle doch unser Ruf um Gnade (als demütig) vor deinem Angesicht (nieder), und bete du uns zugunsten zu Jewe, deinem Elohim, zugunsten dieses ganzen Überrests ­ denn wir verblieben als wenige von einer Menge, so wie deine Augen uns jetzt sehen ­,

3 und Jewe, dein Elohim, möge uns den Weg mitteilen, auf welchem wir gehen, und die Sache, die wir tun sollen.

4 Und Jeremia, der Prophet, sprach zu ihnen: Ich hörte es. Da! Ich bete zu Jewe, eurem Elohim, gemäß euren Worten. Und es wird geschehen: Ein jedes Wort, das Jewe euch antwortet, berichte ich euch, nicht vorenthalte ich euch ein Wort.

5 Und sie, sie sprachen zu Jeremia: Jewe werde gegen uns zum Zeugen der Wahrheit und des (dir) anvertrauten (zuverlässigen Wortes): Wehe, wenn wir nicht gemäß einem jeden Wort, mit welchem dich Jewe, dein Elohim, zu uns entsendet, tun.

6 Ob Gutes oder Böses, auf die Stimme Jewes, unseres Elohims, zu dem wir dich entsenden, wollen wir hören, damit es uns wohl ergehe, denn wir hören auf die Stimme Jewes, unseres Elohims.

...

Wie sollte es weitergehen? In dieser kritischen Situation wollten die Juden nicht ohne die Anweisung Jewes handeln. Es war ihnen ernst. Sie wollten auf jeden Fall gehorchen und stellten sich sogar für den Fall des Ungehorsams unter den Fluch (Vers 5). Sie hatten ja erfahren, wohin Ungehorsam führte, nämlich in die babylonische Gefangenschaft. ­ Oder wollten sie von Jewe nur die Bestätigung ihrer Absicht, nach Ägypten zu gehen, hören?

Jeremia warnt vor der Auswanderung

7 Und es geschah am Ende von zehn Tagen, da geschah das Wort Jewes zu Jeremia.

8 Und er rief den Jochanan, den Sohn Kareachs, und all die Fürsten der Güter, die mit ihm waren, und all das Volk, vom Kleinen bis zum Großen,

9 und sprach zu ihnen: So spricht Jewe, der Elohim Israels, zu welchem ihr mich entsandt hattet, euren Ruf um Gnade vor Seinem Angesicht (als demütig) niederfallen zu lassen;

10 Wenn ihr in diesem Land bleibt, ja bleibt (oder: (nach Mizpa) umkehrt und in diesem Land wohnt), so baue Ich euch auf und zerstöre nicht, und Ich pflanze euch und reiße nicht aus, denn Ich bin umgestimmt bezüglich all des Bösen, das Ich euch tat.

11 Fürchtet euch nicht aufgrund des Angesichts des Königs Babels, aufgrund dessen Angesicht ihr euch fürchtet. Fürchtet euch nicht aufgrund von ihm ­ Treuewort Jewes ­, denn Ich bin mit euch, euch zu retten und euch zu bergen vor seiner Hand.

12 Und Ich gebe euch Erbarmungen (bewirke Erbarmungen für euch), und er wird sich euer erbarmend und euch zu eurem Erdboden zurückkehren lassen.

13 Wenn ihr aber sprecht: Nicht wohnen wir in diesem Land, um auch nicht auf die Stimme Jewes, unseres Elohim, zu hören,

14 sprechend: Nicht so, denn zum Land Ägypten gehen wir, dass wir keinen Streit sehen und die Stimme des Schophars nicht hören und nicht nach Brot hungern, und dort wollen wir wohnen!

15 Und nun, daher hört das Wort Jewes, (ihr,) der Überrest Judas! So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Wenn ihr, ja ihr, euer Angesicht (darauf) ausrichtet, ja ausrichtet, nach Ägypten zu kommen, und ihr kommt hin, um dort zu Gast zu sein,

16 so geschieht es, dass das Schwert, das ihr fürchtet, euch dort einholen wird im Land Ägypten, und der Hunger, vor dem ihr bangt, euch nachgehend dort anhangen wird in Ägypten, und ihr werdet dort sterben.

17 Und all die Mannen, die ihr Angesicht (darauf) ausgerichtet haben, nach Ägypten zu kommen, um dort zu Gast zu sein, werden sterben infolge des Schwerts, infolge des Hungers und infolge der Seuche. Und keiner von ihnen wird überleben oder entrinnen, weg vom Angesicht des Bösen, das Ich über sie bringe.

18 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: So wie Mein Zorn und Meine Zorneshitze über die Bewohner Jerusalems hereinbrach, so bricht Meine Zorneshitze über euch herein, wenn ihr nach Ägypten kommt. Und ihr werdet zur Verwünschung und zum Entsetzen (abschreckenden Beispiel) und zum Fluch und zur Schmach, und diesen Ort seht ihr nicht wieder.

19 Jewe redete über euch, Überrest Israels: Geht nicht nach Ägypten! Erkennt, ja erkennt, dass ich (dies) am heutigen Tag gegen euch bezeugte.

20 Denn ihr vergingt euch in euren Seelen, denn ihr entsandtet mich zu Jewe, eurem Elohim, sprechend: Bete uns zugunsten zu Jewe, unserem Elohim, und gemäß allem, was Jewe, unser Elohim, spricht, berichte uns, und wir tun's.

21 Und ich berichte euch (dies) am heutigen Tag, aber ihr hörtet nicht auf die Stimme Jewes, eures Elohims, und auf alles, mit welchem Er mich zu euch entsandte.

22 Und nun, erkennt, ja erkennt ihr, dass ihr infolge des Schwerts, infolge des Hungers und infolge der Seuche sterben werdet an dem Ort, zu dem ihr zu kommen Gefallen habt, dort zu Gast zu sein.

...

Wenn auch in Angst vor der befürchteten Rache der Chaldäer, so warteten die Juden dennoch zehn Tage lang anerkennungswerterweise auf die Antwort Jewes. Diese Zeitspanne hätte ihnen schon zeigen können, dass die Gefahr nicht stieg.

Und dann kam die Antwort. Jeder konnte sie verstehen. Noch deutlicher hätte man es nicht sagen können! Hätten sie doch Jewe geglaubt!

Der Schophar, das Widderhorn (Vers 14), wurde zu Festen ­ daran dachte man aber jetzt nicht ­ und zu Beginn und Ende eines Kampfes geblasen.

Kapitel 43

Jeremia nach Ägypten mitgenommen

1 Und es geschah: Als Jeremia alle Worte Jewes, ihres Elohims, vollständig zu all dem Volk geredet hatte, mit welchen ihn Jewe, ihr Elohim, zu ihnen entsandt hatte, ja all diese Worte,

2 da sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Mannen, die Vermessenen, als zu Jeremia Sprechende: Falsches redest du! Nicht entsandte dich Jewe, unser Elohim, sprechend: Nicht sollt ihr nach Ägypten gehen, um dort zu Gast zu sein.

3 Denn Baruch, der Sohn Nerijas, verleitete dich gegen uns, um uns in die Hand der Chaldäer zu geben, uns zu töten oder uns nach Babel zu verschleppen.

4 Und Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Fürsten der Güter und all das Volk hörten nicht auf die Stimme Jewe, im Land Juda zu wohnen.

5 Und Jochanan, der Sohn Kareachs, und all die Fürsten der Güter nahmen den ganzen Überrest Judas, (sie,) die aus all den Nationen, wohin sie versprengt worden waren, zurückgekehrt waren, um im Land Juda zu Gast zu sein.

6 (Sie nahmen) die mächtigen Männer und die Frauen und die Kleinkinder und die Töchter des Regenten und all die Seelen, die Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, dem Gedalja, dem Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, belassen hatte, und (auch) Jeremia, den Propheten, und Baruch, den Sohn Nerijas.

7 Und sie kamen zum Land Ägypten, denn sie hörten nicht auf die Stimme Jewes. Und sie kamen bis Tachpanches (Stadt am Ostrand des Nildeltas).

...

Sie hörten nicht; sie wollten nicht. Wie oft denn noch? Auch unser Herr Jesus musste es schmerzhaft erfahren, als Er sagte: »Wie oft wollte Ich deine Kinder versammeln ...« (Mat. 23:37). Ihr Ersuchen an Jeremia, den Willen Jewes zu erfragen, und ihre Beteuerung gehorchen zu wollen (Jer. 42:1 - 6), waren unaufrichtig gewesen. Die Gesinnung des Fleisches ist nun einmal Feindschaft und Ungehorsam gegen Gott (Röm. 8:7). Dies bekommen die Gläubigen zu spüren, denn sogar Jeremia und seinen Vertrauten und Schreiber Baruch ­ der eine als Lügner hingestellt, der andere als Intrigant ­ zwangen sie mit auf die Wanderung.

Jeremia prophezeit die Unterwerfung Ägyptens

durch Nebukadnezar

8 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia in Tachpanches, sprechend:

9 Nimm große Steine in deine Hand und vergrabe sie in der Weichmasse am Ziegelofen, der vor der Tür des Hauses des Pharaos in Tachpanches ist, vor den Augen der Mannen aus den Juden.

10 Und du sprichst zu ihnen: So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich bin der Entsendende, und Ich nehme Nebukadrezar, den König Babels, Meinen Diener, und setze seinen Thron über diese Steine, die ich vergraben habe, und er wird sein Zeltdach über ihnen ausstrecken.

11 Und er wird kommen und das Land Ägypten schlagen; was dem Tod zugeordnet ist ­ dem Tod ist's, und was der Gefangenschaft ­ der Gefangenschaft ist's, und was dem Schwert ­ dem Schwert ist's.

12 Und Ich zünde ein Feuer an in den Häusern der Elohim Ägyptens, und er verbrennt sie und führt sie gefangen. Und er hüllt sich das Land Ägypten um, so wie der Hirte sein Gewand um sich hüllt, und er zieht in Frieden (unbehelligt) von dannen.

13 Und er zerbricht die Standbilder von Bejt Schemesch (auch On genannt, griech. Heliopolis), die im Land Ägypten sind, und die Häuser der Elohim Ägyptens verbrennt er im Feuer.

...

Jeremia war zwar wider Willen in Ägypten, gleichwohl hatte Jewe eine Aufgabe für ihn (Vers 8).

Die vergrabenen Steine stellen die den Flüchtlingen noch verborgene Tatsache des Sieges Nebukadnezars über Ägypten dar (Vers 9).

Das Haus des Pharaos in Tachpanches (Vers 9) war nicht sein Palast, sondern ein hoheitliches Gebäude, in welchem er sich bei einem dortigen Besuch aufhielt. Die Hauptstadt war Elephantine im Süden des Landes.

Bejt Schemesch, etwa 32 km nördlich von Memphis, war der Hauptort des Kultes um den Sonnengott Re, zu dessen Ehren dort viele Obelisken standen.

Nach einem Fragment dürfte die babylonische Invasion im Jahr 568 v.Chr. zur Zeit des Pharaos Amasis (570 - 526 v. Chr.) stattgefunden haben.

Jewe wollte über den Ungehorsam des Überrests Judas nicht hinweggehen; so holte sie das in ihrer Heimat Befürchtete dort ein.

Wider den Götzendienst Judas

(Jer. 44 - 47)

Kapitel 44

Die Mahnrede Jeremias

1 (Dies ist) das Wort, das zu Jeremia geschah bezüglich all der Juden, die im Land Ägypten wohnen, in Migdol (am Ostrand des Nildeltas) wohnen und in Tachpanches und in Noph (Memphis) und im Land Patros (Südland, Oberägypten), sprechend:

2 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Ihr, ihr saht all das Böse, das Ich über Jerusalem brachte und über alle Städte Judas, und da! Sie sind verwüstete (Stätten) an diesem Tag, und keiner wohnt in ihnen

3 aufgrund des Angesichts ihres Bösen, das sie getan hatte, um Mich zu grämen, hinzugehen, um zu räuchern, um anderen Elohim zu dienen, die sie nicht näher kannten, sie, auch ihr und eure Väter.

4 Und Ich entsandte zu euch all Meine Diener, die Propheten, früh aufstehend und entsendend, sprechend: Tut doch nicht diese Gräuelsache, die Ich hasse.

5 Aber sie hörten nicht, und sie reckten ihr Ohr nicht, umzukehren von ihrem Bösen (und) nicht mehr anderen Elohim zu räuchern.

6 Da brach Meine Zorneshitze und Mein Zorn herein und zehrte (sie) auf in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems. Und sie wurden zur verwüsteten (Stätte), zur Öde, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

7 Und nun, so spricht Jewe, der Elohim der Heere, der Elohim Israels: Warum tut ihr so großes Böses an euren Seelen, euch abzuschneiden Mann und Frau, Kind und Säugling aus Judas Mitte, euch nicht einen Überrest übrig zu lassen,

8 um Mich zu grämen mit den Machwerken eurer Hände, zu räuchern anderen Elohim im Land Ägypten, in das ihr gekommen seid, um dort zu Gast zu sein, um euch (selbst) abzuschneiden und damit ihr zum Fluch werdet und zur Schmach in allen Nationen der Erde?

9 Habt ihr vergessen die Bosheiten eurer Väter und die Bosheiten der Könige Judas und die Bosheiten ihrer Frauen und eure Bosheiten und die Bosheiten eurer Frauen, die sie im Land Juda und auf den Straßen Jerusalems getan haben?

10 Nicht sind sie zermalmt (zerknirscht) bis zu diesem Tag, und nicht fürchteten sie sich, und nicht wandelten sie in Meiner Tora (Zielanweisung) und in Meinen Satzungen, die Ich euch angesichts und angesichts eurer Väter gab.

11 Daher, so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich richte Mein Angesicht gegen euch zum Bösen und um ganz Juda abzuschneiden.

12 Und Ich werde den Überrest Judas nehmen, (sie,) die ihr Angesicht (darauf) ausgerichtet haben, zum Land Ägypten zu kommen, um dort zu Gast zu sein; und sie alle werden zu (ihrem) vollen Ende (gebracht werden), im Land Ägypten fallen sie. Infolge des Schwerts und infolge des Hungers sterben sie. Und sie werden zur Verwünschung, zur Verödung und zum Fluch und zur Schmach.

13 Die im Land Ägypten wohnen, suche Ich heim, so wie Ich Jerusalem heimgesucht habe mit Schwert, mit Hunger und mit Seuche.

14 Und nicht verbleibt ein Entronnener oder ein Überlebender dem Überrest Judas, denen, die da kamen, um dort im Land Ägypten zu Gast zu sein und dann zum Land Juda zurückzukehren, zu welchem zurückzukehren sich ihre Seele hebt (sehnt), um dort zu wohnen, denn sie werden nicht zurückkehren, sondern (nur einige) Entrinnende.

...

Nach dem niederschmetternden und zur Umkehr rufenden Rückblick (Verse 1 - 6) sprach Jeremia die Anwesenden an. Sie hatten sich nicht gebessert. Daher werden auch sie umkommen.

Es mag sein, dass Gerichte den einen oder anderen zur Umsinnung bringen, aber den Gerichten liegt dies nicht an sich inne, wie das Beispiel der verstockten jüdischen Kolonie in Ägypten zeigt (vgl. Off. 9:21; 16:9, 11).

Die ablehnende Antwort

15 Da antworteten dem Jeremia all die Mannen, die erkannten, dass ihre Frauen anderen Elohim räucherten, und all die Frauen, die dastanden, eine große Versammlung, und all das Volk, das im Land Ägypten, in Patros, wohnte, sprechend:

16 Das Wort, das du im Namen Jewes zu uns geredet hast: Nicht hören wir auf dich!

17 Denn wir tun, ja tun all das Wort, das aus unserem Mund herausging, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern, so wie wir es taten, wir und unsere Väter, unsere Könige und unsere Fürsten in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems; und wir wurden des Brotes satt, und uns geschah Gutes, und Böses sahen wir nicht.

18 Aber von da an, als wir abließen, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern, mangelte es uns an allem, und infolge des Schwerts und infolge des Hungers sind wir völlig am Ende.

19 Und so wir denn der Himmelskönigin räucherten und ihr Trankopfer opferten, (war das etwa) ohne die (zustimmende) Willensbezeugung unserer Mannen (Ehemänner) (geschehen), dass wir ihr (Opferkuchen) bereiteten, um sie (damit) nachzubilden und ihr Trankopfer zu opfern?

...

Das in den Götzendienst verstrickte Volk lehnte Jeremias Worte entschieden ab. Sie waren sich dabei ganz sicher, weil sie ihr einstiges Wohlergehen auf die Himmelskönigin zurückführten. Und die Frauen konnten sich zugute halten, dass sie nicht gegen den Willen ihrer Ehemänner gehandelt haben. So verblendet waren sie gewesen und waren sie auch jetzt noch. Sie erkannten nicht, »... dass Ich, ja Ich ihnen das Getreide und den Most und das Öl gegeben und ihr Silber und Gold gemehrt habe« (Hos. 2:10).

Die Himmelskönigin war die Göttin der Liebe, Sinneslust und Fruchtbarkeit, babylonisch Istar (Asthoreth), kanaanäisch Astarte, griechisch Artemis, römisch Diana.

Jeremias Gerichtswort

20 Und Jeremia sprach zu all dem Volk gegenüber den mächtigen Männern und gegenüber den Frauen und gegenüber all dem Volk, (zu denen,) die ihm mit (diesem) Wort geantwortet hatten, sprechend:

21 (War es etwa) nicht das Räucherwerk, das ihr räuchertet in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems, ihr und eure Väter, eure Könige und eure Fürsten und das Volk des Landes, dessen Jewe gedachte und das auf Sein Herz hinaufstieg?

22 Und nicht konnte Jewe dies noch länger tragen aufgrund des Angesichts der Bosheit eurer Handlungen, aufgrund des Angesichts der Gräuel, die ihr tatet. Und euer Land wurde zur verwüsteten (Stätte) und zur Verödung und zum Fluch, weil niemand darin wohnt, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

23 Weil ihr geräuchert habt und ihr gegenüber Jewe verfehltet und nicht auf die Stimme Jewes hörtet und nicht in Seiner Tora (Zielanweisung) und in Seinen Satzungen und in Seinen Zeugnissen wandeltet, darum begegnete euch dieses Böse, wie an diesem Tag (zu ersehen ist).

24 Und Jeremia sprach zu all dem Volk und zu all den Frauen: Hört das Wort Jewes, ganz Juda, das im Land Ägypten ist!

25 So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels, sprechend: Ihr und eure Frauen, ihr redetet mit eurem Mund, und ihr erfülltet es mit euren Händen, sprechend: Wir tun, ja tun gemäß unseren Gelübden, die wir gelobten, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern! Ihr erfüllt (oder: So erfüllt nun), ja erfüllt eure Gelübde, und ihr tut (oder: so tut nun), ja tut gemäß euren Gelübden.

26 Daher, hört das Wort Jewes, ganz Juda, die ihr im Land Ägypten wohnt: Da! Ich, Ich schwor bei Meinem großen Namen, spricht Jewe: (Wehe,) wenn Mein Name vom Mund irgendeines Mannes Judas ausgerufen wird, im ganzen Land Ägypten, sprechend: Bei dem Lebendigen, bei Jewe, meinem Herrn!

27 Da! Ich bin es, der über sie wacht zum Bösen und nicht zum Guten hin, und völlig zu Ende gehen wird die ganze Mannschaft Judas, die im Land Ägypten ist, infolge des Schwerts und infolge des Hungers, bis sie völlig dahin sind.

28 Aber dem Schwert Entronnene kehren aus dem Land Ägypten zurück zum Land Juda, Sterbliche, wenig an Zahl, und dann erkennt der ganze Überrest Judas, die zum Land Ägypten Gekommenen, um dort zu Gast zu sein, wessen Wort ersteht (Tatsache wird), das von Mir oder das von ihnen.

29 Und dies sei euch das Zeichen ­ Treuewort Jewes ­, dass Ich euch an diesem Ort heimsuchen werde, damit ihr erkennt, dass Meine Worte erstehen, ja erstehen werden über euch zum Bösen.

30 So spricht Jewe: Da! Ich gebe den Pharao Hophra (Chophra, geschichtlich: Apries, 589 - 570 v.Chr.), den König Ägyptens, in die Hand seiner Feinde und in die Hand der seine Seele Suchenden, so wie Ich Zedekia, den König Judas, in die Hand Nebukadrezars, des Königs Babels, gab, seines Feindes, des seine Seele Suchenden.

...

Ein letztes Mal sprach Jeremia zum Überrest Judas ­ vergeblich! Sie hatten Jewe schon längst abgelehnt; da hatte Jewe sie dahingegeben, dass sie dem Geist der Welt verfielen und völlig taub wurden (Vers 25; vgl. Röm. 1:18 - 32).

Sie hatten der Himmelskönigin Gelübde abgelegt; nun legte auch Jewe ein Gelübde ab und schwor, dass kein Jude in Ägypten jemals wieder Seinen Namen anrufen werde (Vers 26). Ihr Herz war Ihm abgestorben, so sollte auch ihr Mund tot bleiben.

Ein paar Entrinnende werden zu späterer Zeit erkennen, dass Jewes Worte wahr waren und erfüllt wurden (Vers 28). Was Er spricht, das geschieht (Ps. 33:9).

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (ca. 490 - 425 v. Chr.) berichtet (II, 161), dass Pharao Hophra zwei Jahre nach seiner Entthronung getötet wurde (Vers 30).

Mit Kapitel 44 endet der historische Bericht. Das bedeutet auch, dass wir über den weiteren Lebensweg Jeremias nichts wissen. Er stand seit 628 v. Chr. im Dienst und dürfte inzwischen wohl über sechzig Jahre alt gewesen sein.

Es muss sehr schmerzlich für ihn gewesen sein, die Halsstarrigkeit und den Widerspruch seines Volkes über die Jahrzehnte hin erleben zu müssen, ohne sie zur Umkehr bewegen zu können. War sein Wirken mithin etwa vergeblich gewesen? Man mag diese Ansicht vertreten; auf jeden Fall aber durften spätere Generationen die Wahrheit seiner Botschaft erkennen und großen geistlichen Gewinn erzielen.

Kapitel 45

Ein Trostwort für Baruch

1 (Dies ist) das Wort, das Jeremia, der Prophet, zu Baruch, dem Sohn Nerijas, geredet hat, als er diese Worte aus dem Mund Jeremias auf eine Urkunde schrieb, (und zwar) im vierten Jahr Jojakims (606 v. Chr.), des Sohnes Josias, des Königs Judas, sprechend:

2 So spricht Jewe, der Elohim Israels, zu dir, Baruch!

3 Du sprachst: Wehe doch mir, denn Jewe fügte meinen Schmerzen Kummer hinzu! Ich ermüde mich in meinem Seufzen, und ich finde keine Ruhestatt.

4 So sprichst du (Jeremia) zu ihm (Baruch): So spricht Jewe: Da! Was ich gebaut habe, zerstöre Ich, und was Ich gepflanzt habe, reiße Ich aus, und das (betrifft) das ganze Land.

5 Und du, du suchst dir Großes (trachtest nach Großem)! Suche es nicht, denn da! Ich bringe Böses über alles Fleisch ­ Treuewort Jewes ­; aber dir gebe Ich deine Seele zum Beute an allen Orten, wohin du gehst.

...

Das vierte Jahr Jojakims (606 v. Chr.), das Jahr der Niederschrift der Worte Jeremias durch Baruch (Jer. 36:4 - 8, 32), wird auch in den Kapiteln 25:17 und 36:1 angeführt (Vers 1).

Baruch, der Freund und treue Schreiber Jeremias, litt mit dem Propheten aufgrund der Gottlosigkeit des Volkes und des schweren Gerichts, wie zum Beispiel in Kapitel 25:1 - 11 verzeichnet. Baruch war ein gläubiger Mann, der die Botschaft mittrug und wohl ebenso schwer an ihr trug wie der Prophet selbst (Vers 3). Nicht nur Jeremia, sondern auch Baruch war stets in Gefahr, zum Beispiel sollten beide festgenommen werden, nachdem Jojakim die Schriftrolle verbrannt hatte (Jer. 36:23); aber Jewe verbarg sie (Jer. 36:26).

Baruch trachtete nach Großem, nach Erfolg, Wohlstand und Ansehen (Vers 5), musste aber angesichts des bevorstehenden Untergangs Judas erkennen, dass sich dies nicht verwirklichen ließ. Möge er von seiner egoistischen und damit ungeistlichen Gesinnung ablassen und sich an dem, was Jewe gibt, genügen lassen (vgl. 1. Tim. 6:6) sowie sich zu den Niedrigen zählen (vgl. Röm. 12:16). Die entsprechende Ermahnung dürfte auf fruchtbaren Boden gefallen sein, zumal an der persönlichen Verheißung für ihn erkennbar war, dass er nur mit knapper Not dem allgemeinen Sterben entgehen wird. Des Schutzes Jewes wird er gewürdigt; möge ihm dies genügen.

Kapitel 46

Die Niederlage Ägyptens in Karkemisch

1 (Dies ist) das Wort Jewes, das zu Jeremia, dem Propheten, geschah, (und zwar) wider die Nationen (Anmerkung: Es umfasst die Kapitel 46 bis 51).

2 Über Ägypten. Wider das Heer des Pharaos Necho, des Königs Ägyptens, das am Strom Euphrat in Karkemisch war, das Nebukadrezar, der König Babels, geschlagen hat im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas (605 v. Chr.).

3 Ordnet Rundumschutz-Großschild und Langschild und (kommt) heran zum Streit.

4 Schirrt die Rosse an und steigt auf, (ihr) Berittenen, und stellt euch auf in Helmen! Poliert die Spieße, bekleidet euch mit den Harnischen!

5 Weshalb sehe Ich sie als bestürzt, als nach hinten weggewandt? Und ihre Mächtigen werden zerschlagen, sie fliehen (nach einer) Zufluchtsstätte, und nicht wenden sie sich um; gierige (Gefahren) sind ringsum ­ Treuewort Jewes ­.

6 Nicht entfliehe der Flinke, und nicht entkomme der Mächtige! Gen Norden, an der Seite des Stromes Euphrat straucheln sie und fallen.

7 Wer ist dieser, der wie der Fluss (Nil) hinaufsteigt, dessen Wasser wie die Ströme schwanken?

8 Ägypten, wie der Fluss (steigt es) hinauf, und wie die Ströme schwanken die Wasser; und es sprach: Ich will hinaufsteigen, (will) bedecken das Land, will verloren gehen lassen die Stadt und die Bewohner in ihr.

9 Steigt hinauf, (ihr) Rosse, und raset, (ihr) Streitwagen! Und die Mächtigen mögen hinausgehen, Kusch und Put (Nubien/Äthiopien und ein Volk an der afrikanischen Küste des Roten Meers), sie ergreifen den Rundumschutz-Großschild, und die Luditer (Volk im Gebiet Ägyptens), sie ergreifen, ja spannen den Bogen.

10 Aber (jener) Tag ist meinem Herrn, Jewe der Heere, ein Tag der Rache, sich zu rächen an den Ihn Bedrängenden. und das Schwert frisst und wird satt und durchtränkt sich von ihrem Blut, denn ein Opfer (Opfermahl, Schlachtfest) (hält) mein Herr, Jewe der Heere, im Land des Nordens am Strom Euphrat.

11 Steige hinauf gen Gilead und nimm Mastix (ein Harz und vmtl. ein Balsam), Jungfrau, Tochter Ägyptens! Zum Wahnhaften (zur Ergebnislosigkeit) mehrte Ich (deine) Heilmittel, kein Pflaster (hilft) dir.

12 Die Nationen hörten deine Entehrung, und mit deinem Gekreisch war die Erde erfüllt, denn ein mächtiger (Krieger) infolge eines (anderen) mächtigen (Kriegers), sie strauchelten, gemeinsam fielen sie, sie beide.

...

Das dem Nil vergleichbare hochsteigende Ägypten, in Karkemisch lag es am Boden. Die Mehrung der Macht Babels war unaufhaltsam. Nebukadnezar sollte nach Jewes Willen der Beherrscher des Orients werden.

Die Eroberung Ägyptens

13 (Dies ist) das Wort, das Jewe zu Jeremia, dem Propheten, geredet hat bezüglich des Kommens Nebukadrezars, des Königs Babels, um das Land Ägypten zu schlagen.

14 Berichtet es in Ägypten und lasst's hören in Migdol, und lasst's hören in Noph und in Tachpanches (Städte in Ägypten). Sprecht: Stelle dich auf und bereite dich vor, denn (schon) frisst das Schwert rings um dich herum.

15 Weshalb sind deine Recken fortgeschwemmt? Nicht einer steht, denn Jewe stob einen jeden hinweg.

16 Er mehrte das Straucheln, auch fiel ein jeder über seinen Kameraden, und sie sprachen: Steh auf, und wir kehren zu unserem Volk zurück und zum Land unserer Verwandtschaft, weg vom Angesicht des Schwertes des Schindens.

17 Man rief dort: Der Pharao, der König Ägyptens, ist (nur) ein (hohles) Brausen. Er ließ die bezeugte (verabredete) (Zeit) vorübergehen (oder: Er (Nebukadnezar) brachte die (für den Pharao) bestimmte (Zeit) zum Vorübergehen).

18 Der Lebendige bin Ich ­ Treuewort des Königs, Jewe der Heere ist Sein Name ­: Denn wie der Tabor inmitten der Berge und wie der Karmel am Meer (Völkermeer) kommt er (Nebukadnezar).

19 Mache dir die Geräte für die Verschleppung, Bewohnerin, Tochter Ägyptens, denn Noph wird zur Ödnis und wird angezündet, weil ohne Bewohner.

20 Eine Jungkuh, schön ist ihr Mund, ist Ägypten. Eine Bremse (Insekt) vom Norden, er kommt, ja kommt.

21 Auch ihre (der Jungkuh) Gedungenen (Hilfstruppen aus anderen Völkern, Söldner) in ihrer Mitte sind wie Mastkälber, ja auch sie, sie wenden sich, sie fliehen gemeinsam, nicht stehen sie, denn der Tag ihres Unglücks ist über sie gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22 Ihre (der Jungkuh) Stimme ist, wie wenn eine Schlange dahingeht. Denn (stark) gewappnet gehen sie (die Chaldäer), und mit Beilen kommen sie zu ihr wie Baumfäller.

23 Sie hauen ihren Wald um ­ Treuewort Jewes ­, es ist nicht auszuforschen. Denn sie sind viele, mehr als die Heuschrecken, und sie sind zahllos.

24 Die Tochter Ägypten ist beschämt, sie ist in die Hand des Volks des Nordens gegeben.

25 Es spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich suche heim den Amon (Götze Ägyptens) von No (Stadt Ägyptens) und den Pharao und Ägypten und ihre Elohim (Götter, Götzen) und ihren König, ja den Pharao und die sich in ihm sichern.

26 Und Ich gebe sie in die Hand der ihre Seele Suchenden und in die Hand Nebukadrezars, des Königs Babels, und in die Hand seiner Diener. Aber danach wohnt sie (wieder) wie in den Tagen der Vorzeit ­ Treuewort Jewes ­.

...

Die Eroberung Ägyptens durch Nebukadnezar fand im Jahr 568 v. Chr. zur Zeit des Pharaos Amasis (570 - 526 v. Chr.) statt, 37 Jahre nach dem Sieg über Pharao Necho II in Karkemisch am Euphrat (Kap. 46:2). Der dies alles und überhaupt alles obwaltende und bewirkende ist stets Jewe, der Elohim Israels. Er ist der Herr der Weltgeschichte.

Übrigens: Es gibt noch Hoffnung für Ägypten. Es wird wieder bewohnt werden wie vor alters, vollends im tausendjährigen Königreich Israels (Jes. 19:23, 24).

Ein Trostwort für Israel

27 Du aber, fürchte (dich) nicht, Mein Diener Jakob, und werde nicht bestürzt, Israel! Denn da! Ich bin dein Retter aus der Ferne und für deinen Samen aus dem Land seiner Gefangenschaft. Und Jakob wird zurückkehren und Muße haben und sorglos sein, und keiner bringt ihn zum Zittern.

28 Du, fürchte (dich) nicht, Mein Diener Jakob ­ Treuewort Jewes ­, denn Ich bin mit dir! Denn Ich tätige gänzliches Gericht über all die Nationen, wohin Ich dich versprengt habe, aber über dich tätige Ich nicht gänzliches (Gericht). Aber Ich züchtige dich zur Zurechtbringung, und Ich entschulde, ja entschulde dich nicht.

...

Diese Wiederholung der Verse zehn und elf des Kapitels 30 tat den Leidenden und die Rettung von Jewe Erwartenden ganz gewiss in der Seele gut. Die Gläubigen aus Israel, die wahren Söhne Jakobs, werden aufgrund dieses Zuspruchs neue Kraft geschöpft haben.

Was Israel erfährt, ist Gericht, dessen Charakter aber Züchtigung ist und dessen Zweck die Zurechtbringung des Volkes Gottes. Wie denn im Übrigen überhaupt geschrieben steht: »Mein Sohn, achte die Zucht des Herrn nicht gering, und ermatte nicht, wenn du von Ihm überführt wirst« (Heb. 12:5) und »Alle, die Ich liebhabe, überführe und züchtige Ich« (Off. 3:19).

Kapitel 47

Wider die Philister

1 (Dies ist) das Wort Jewes, das zu Jeremia, dem Propheten, geschah bezüglich der Philister, noch ehe der Pharao (Necho II, 610 - 595 v. Chr.) die (Stadt) Asah (Gaza) schlug.

2 So spricht Jewe: Da! Wasser steigen herauf aus dem Norden (das bedeutet: Babel kommt), und sie werden zu einem (das Philisterland) überspülenden Bach, und sie überspülen das Land und seine Fülle, die Stadt und die Bewohner darin. Und die Menschen wehschreien, und jeder Bewohner des Landes heult

3 aufgrund des Geräuschs des Trommelns der Hufe seiner Recken, aufgrund der Erschütterung (durch) seine Streitwagen, (durch) das Getümmel seiner Räder. Die Väter wenden sich nicht ihren Söhnen zu, aufgrund der Schlaffheit ihrer Hände,

4 aufgrund des kommenden Tages, der alle Philister dahinrafft, der Tyrus und Sidon jeden Überlebenden, ja Helfer, abschneidet, denn Jewe ist's, der die Philister dahinrafft, den Überrest der Küste Kaphtors (Kretas).

5 Kahlheit kam über Asah, still gemacht ist Askalon. Du Überrest ihrer (der Bewohner der beiden Städte) Tiefebene, wie lange schneidest du dir Ritzmale ein?

6 O Schwert Jewes, bis wohin hast du nicht Muße? Gehe in deine Klingenscheide, sei beschwichtigt und sei still!

7 Wie könnte es Muße haben, so doch Jewe es entbot gegen Askalon und gegen den Hafen des Meeres hin; dorthin bestellte Er es.

...

Wann der Pharao die Stadt Asah (Vers 1) schlug, lässt sich nicht genau sagen. Man vermutet das Jahr 609 v. Chr., als er durch das Gebiet zog, um Babel entgegenzutreten. Askalon (Vers 7) wurde erst Ende des Jahres 604 v. Chr. von Nebukadnezar nach dem Sieg über Ägypten im Jahr 605 v. Chr. in Karkemisch zerstört.

Den mit den Philistern verbündeten phönizischen Städten Tyrus und Sidon konnten die Philister angesichts der Übermacht der Chaldäer nicht mehr helfen (Vers 4).

Die Philister stammen von Kreta (Vers 4).

Vers sechs darf als Schrei der Philister verstanden werden und Vers sieben als die Antwort Jeremias darauf. Jewes Schwert werde nicht eher ruhen, bis die Philister ihr gerechtes Urteil erfahren haben und vernichtet sind.

Wider Moab und andere Völker

(Jer. 48 + 49)

Kapitel 48

Wider Moab

1 Über Moab. So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Wehe (der Stadt) Nebo, denn sie ist dahingerafft! Beschämt wurde, erobert ist Kirjatajim, beschämt wurde Misgab und ist bestürzt.

2 Nichts zum Ruhm Moabs ist noch da, in Hesbon plante man Böses wider es (Moab). Kommt, und wir schneiden es ab, weg davon, eine Nation zu sein! Auch noch du, Madmen, wirst stillgemacht (vernichtet, verstummen), hinter dir her geht das Schwert.

3 Die Stimme des Geschreis (schallt) aus Choronajim, Dahinraffen und großer Zerbruch.

4 Zerbrochen ist Moab, Wehgeschrei ließen seine Geringen hören.

5 Denn den Aufstieg (die Anhöhe) von Luchit (nimmt man) im Weinen, ja im Weinen steigt jeder ihn hinauf; denn auch im Abstieg (im Abhang) gen Choronajim hört man bedrängende (Stimmen) des Geschreis über den Zerbruch.

6 Fliehet, macht, dass eure Seelen entkommen, und sie werden wie ein entblößter Strauch in der Wildnis.

7 Denn weil du dich in deinen Machwerken (Götzen) gesichert hattest und in deinen Schätzen, wirst auch du, ja du erobert. Und der Kamos (Hauptgötze der Moabiter) geht inmitten der Verschleppten hinaus samt seinen Priestern und seinen Fürsten.

8 Und ein Dahinraffender kommt zu jeder Stadt, und keine Stadt entkommt. Und die Tiefebene geht verloren, und die Ebene wird vertilgt, so wie Jewe gesprochen hat.

9 Lasst Moab erblühen, denn es (wird bald) hinauslaufen, ja hinausgehen (fortziehen), und seine Städte werden zur Verödung, weil keine Bewohner darin sind.

10 Verdammt ist, wer den Auftrag Jewes nachlässig tätigt, und verdammt ist, der sein Schwert dem Blut vorenthält.

11 Sorglos war Moab von seinen Jugendzeiten an, und es hatte Muße auf seinen Hefen, und es wurde nicht von Gefäß zu Gefäß entleert, und es wandelte nicht inmitten der Verschleppten; darum ist ihm sein Geschmack geblieben, und sein Geruch ist nicht verändert.

12 Daher, da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da entsende Ich Baumstarke zu ihm, und sie (hängen) es an Bäume, und seine Gefäße entleeren sie, und ihre (eigenen) Gefäße lassen sie zerschellen.

13 Und Moab wird aufgrund des Kamos beschämt, so wie beschämt wurden die des Hauses Israel aufgrund (des goldenen Kalbs) von Bethel (1. Kön. 12:29; Hos. 10:15; Amos 5:5), das ihre Sicherheit (darstellte).

14 Wie sprecht ihr (Moabiter)? Mächtige sind wir und zum Streit (stark) gewappnete Mannen!

15 Dahingerafft ist Moab, und seine Städte werden erstiegen, und die Auswahl seiner Erwählten (kriegstauglichen Jungmannen), sie stürzen hinab zur Schlachtung ­ Treuewort des Königs, Jewe der Heere ist Sein Name ­.

16 Nahe gekommen ist Moabs Unglück, und das Böse für ihn ist überaus schnell.

17 Wandert zu ihm hin, alle seines Umkreises und alle, die ihr seinen Namen näher kennt, sprecht: Ach, wie ist der Stab der Stärke zerbrochen, der Stock der Zierde!

18 (Steige) von der Herrlichkeit herab und wohne im Durst, Bewohnerin, Tochter Dibon (Stadt in Moab)! Denn der Moab Dahinraffende steigt gegen dich hinauf, er verdirbt deine Wehrfesten.

19 Stehe am Weg und spähe, Einwohnerschaft von Aroer! Frage den Fliehenden und Entkommenen, sprich: Was geschah?

20 Moab wurde beschämt, ja denn, es ist bestürzt. Heule und wehschreie, berichte am Arnon (Grenzfluss Moabs), dass Moab dahingerafft ist.

21 Und das Gericht kam zum Land der Ebene, gen Cholon und gen Jahzah und über Mejphaat

22 und über Dibon und über Nebo und über Bejt Diblatajim

23 und über Kirjatajim und über Bejt Gamul und über Bejt Meon

24 und über Kerijot und über Bozrah und über alle Städte des Landes Moab, die fernen und die nahen.

25 Abgehauen ist das Horn Moabs, und sein Arm ist zerbrochen ­ Treuewort Jewes ­.

26 Berauscht es ­ denn es hat sich wider Jewe großgetan ­, sodass Moab hineinklatscht (hineinfällt) in sein Gespei, und es wird zur Erheiterung, auch es noch.

27 War dir Israel (einst) etwa nicht zur Erheiterung? Hast du es etwa unter Dieben gefunden, dass, sooft deine Worte gegen es waren, du dich schütteltest?

28 Verlasst die Städte und wohnt im Steilfelsen, Bewohner Moabs, und werdet wie die Taube, die am Rande des Abgrunds nistet.

29 Wir hatten die Hoffart Moabs vernommen, des überaus hochmütigen, ja sein Aufgeblähtsein und seine Hoffart und seinen Stolz und die Erhöhung seines Herzens.

30 Ich, Ich erkenne Treuewort Jewes ­ sein Überwallen, und nicht rechtgemäß taten sie.

31 Darum heule Ich über Moab, und über Moab insgesamt wehschreie Ich; bezüglich der Mannen von Kir Cheres murmelt jeder.

32 Mehr als das Weinen um Jaser (eine Stadt) beweine Ich dich, den Rebstock Sibmas (eine Stadt); deine Schosse gingen über das Meer, bis zum Meer bei Jaser reichten sie. Über deine Sommerfrüchte und über deine Weinlese fiel der Dahinraffende her.

33 Und weggesammelt sind Freude und Frohlocken aus der fruchtbaren Flur und vom Land Moab, und dem Wein aus den Kufen machte Ich ein Aufhören: Nicht mehr tritt (einer die Kelter mit dem Ruf) Hejdad (Dank-Dank!), das Hejdad ist nicht mehr Hejdad.

34 Vom Wehgeschrei Hesbons an bis Alale, bis Jahaz ließen sie ihre Stimme hören, von Zoar bis Choronajim, bis Aglat Schelischijah; denn auch noch die Wasser Nimrims werden zu Ödnissen.

35 Und Ich mache Moab ­ Treuewort Jewes ­ ein Aufhören, den zur Kuppe Hinaufsteigenden und den ihren Elohim Räuchernden.

36 Darum tumultet (klagt) Mein Herz bezüglich Moabs wie Flöten und tumult Mein Herz bezüglich der Mannen von Kir Cheres wie Flöten. Darum, die restlichen (Güter), die sie erworben hatten, verloren sie.

37 Denn auf jedem Haupt ist Kahlheit, und jeder Bart ist gestutzt, an allen Händen sind Einschnitte, und auf den Lenden ist Sackgewand.

38 Auf allen Dächern Moabs und auf seinen Plätzen ­ alles dort ist Klage, denn Ich zerbrach Moab wie ein Gefäß, woran man kein Gefallen hat ­ Treuewort Jewes ­.

39 Wie ist es (doch) bestürzt! Heulet! Wie wandte Moab das Genick, ist beschämt. Und Moab wird zur Erheiterung und zum Restehaufen seinem ganzen Umkreis.

40 Denn so sprich Jewe: Da! Wie der Geier schwebt es und breitet seine Flügel zu Moab hin aus.

41 Erobert ist die (Stadt) Kerijot, und die Jagdhöhen sind ergriffen (eingenommen). Und das Herz der Mächtigen Moabs wird an jenem Tag wie das Herz einer Frau in Geburtsnöten.

42 Und Moab wird vertilgt, weg davon, ein Volk zu sein, denn es tat sich groß wider Jewe.

43 Ängstigendes und Klüfte und Klappnetz (kommen) auf dich zu, Bewohner Moabs! Treuewort Jewes.

44 Der weg vom Angesicht des Angsteinjagenden Fliehende fällt in die Felsenkluft, und der aus der Kluft Heraufsteigende wird im Klappnetz verfangen, denn Ich bringe über ihn, ja über die Moabs, das Jahr ihrer Heimsuchung ­ Treuewort Jewes ­.

45 Im Schatten Hesbons standen Fliehende ohne Kraft, denn Feuer ging aus Hesbon heraus und eine Lohe innerhalb Sichons, und es fraß die Ausmündung (Schläfe) Moabs und den Scheitel der Söhne des Kampfgebrauses.

46 Wehe dir, Moab! Das Volk des Kamos ging verloren, denn deine Söhne wurden in die Gefangenschaft geführt, und deine Töchter (ebenso) in die Gefangenschaft.

47 Aber Ich lasse die Gefangenen Moabs zurückkehren in der Späte der Tage ­ Treuewort Jewes ­. Bis hierher das Gericht über Moab.

...

Die Moabiter wohnten östlich des Toten Meeres; sie waren Nachkommen Lots und seiner älteren Tochter (1. Mose 19:30 - 38).

Sie hatten lange Zeit kein Gericht erlebt, ihre Bergfesten schienen uneinnehmbar zu sein; so wurden sie hochmütig und selbstsicher. Sie waren wie vernachlässigter Wein (Vers 11), der den Geschmack der Hefe angenommen hatte, weil der gärende Wein nicht umgefüllt worden war, mit anderen Worten: sie waren stolz geworden, weil sie keine Krise erlebt hatten, die sie hätte ändern können.

Nun aber naht ihr Gericht, und zwar weil sie sich gegen Jewe erhoben hatten (Vers 42), Israels Feinde gewesen waren (Vers 27) und wegen anderer Sünden, besonders ihres Götzendienstes.

Jewe vollzog das Gericht durch von Osten kommende nomadische Stämme (Hes. 25:10), die wie die Geier (Vers 40) über Moab kamen und es überrannten. Der Beitrag Nebukadnezars ist unklar. Wer auch immer es tat, der sollte diesen Aufrag Jewes nicht nachlässig tun (Vers 10).

Das Kapitel 48 hat eine deutliche Parallele in Jesaja 16:6 - 12.

Kapitel 49

Wider Ammon

1 Den Söhnen Ammons. So spricht Jewe: Hat denn Israel keine Söhne und keinen, der den Besitz übernimmt? Weshalb übernahm ihr (der Söhne Ammons) König Gad (das Gebiet des israelitischen Stammes Gad) und wohnte sein Volk in dessen (Gads) Städten?

2 Daher, da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da lasse Ich Kamfjauchzen gegen die Stadt Rabah der Söhne Ammons hin hören, und sie wird zum Abhang der Öde, und ihre Tochterstädte werden mit Feuer angezündet. Und Israel übernimmt das Übernommene wieder, spricht Jewe.

3 Heule, Hesbon, denn Ai ist dahingerafft! Schreit, Töchter Rahabs, umschürzt euch mit Sackgewändern, klagt und durchstreift (den Bereich) innerhalb der Mauern! Denn ihr König wird inmitten der Verschleppten gehen samt seinen Priestern und seinen Fürsten.

4 Was prahlst du in den Tiefebenen, in deinem wasserreichen Tal (des Jabbok), du abtrünnige Tochter, die sich in ihren Schätzen sichert, (sprechend): Wer sollte mir (nahe) kommen?

5 Da! Ich bringe Ängstigendes über dich ­ Treuewort meines Herrn, Jewe der Heere ­ aus deinem ganzen Umkreis. Und ihr werdet versprengt, ein jeder vor sich hin, und keiner sammelt den Verstoßenen.

6 Aber danach ist's so: Ich lasse die Gefangenen der Söhne Ammons zurückkehren ­ Treuewort Jewes ­.

...

Die Ammoniter waren Nachkommen Ben-Amis, des Sohnes Lots von seiner jüngeren Tochter (1. Mose 19:38). Sie siedelten östlich des im Osten des Jordans gelegenen Losteils Gads, nördlich von Moab.

Die Söhne Ammons waren Israel feindlich gesonnen. Es gab immer wieder Kämpfe um Gebietsteile. Nach der Wegführung der zehn Nordstämme in die assyrische Gefangenschaft übernahmen die Ammoniter das Gebiet Gads als wäre es das Ihre (Vers 1).

Aber auch Ammon bleibt nicht ohne Trost (Vers 6). Wer die Heiligkeit Jewes im Gericht erkannt hat, wird an den zukünftigen guten Zeiten teilhaben.

Wider Edom

7 Über Edom. So spricht Jewe der Heere: Ist keine Weisheit mehr in Teman (ein Gebiet, das für ganz Edom steht)? Der Rat verlor sich von den Vorstehenden weg, ihre Weisheit ist ohne Stütze.

8 Fliehet! Sie haben sich (zur Flucht) gewendet, sie vertieften (Löcher, Höhlen), um zu wohnen, die Bewohner Dedans; denn Ich brachte Esaus Unglück über sie, die Zeit, da Ich sie heimsuchte.

9 Wenn (dir die Frucht) Verwehrende zu dir kamen, nicht ließen sie die Kahllese verbleiben; wenn Diebe des Nachts kamen, so verdarben sie, bis sie genug hatten.

10 Denn Ich, Ich legte Esau (seine Festungen) bloß, Ich enthüllte sein Verborgenes, und will er sich verstecken, kann er's nicht. Dahingerafft ist sein Same und seine Brüder und seine Mitbewohner, und er ist nicht mehr da.

11 Verlasse deine Waisen ­ Ich, Ich erhalte sie am Leben, und deine Witwen sollen sich in Mir sichern.

12 Denn so spricht Jewe: Da! Sie, die nicht verurteilt waren, den Becher zu trinken, sie trinken, ja trinken ihn. Und du bist der, (der meint), dass du entschuldet, ja entschuldet wirst; nicht wirst du entschuldet, denn du trinkst, ja trinkst ihn.

13 Denn Ich schwor Mir ­ Treuewort Jewes ­ dass Bozra (eine Stadt Edoms) zur Öde, zur Schmach, zum Versiegen und zum Fluch wird, und all seine Städte werden zu verwüsteten (Stätten) des Äons.

14 Eine Kunde hörte ich von Jewe, und ein Eilbote ist entsandt, dass er unter den Nationen (heroldet): Schart euch zusammen und kommt über es (Edom) her, und steht auf zum Kampf.

15 Denn da! Ich setze dich als Kleinen unter den Nationen, als einen Verachteten inmitten der Menschen.

16 Dein Scheu-(Furcht-)Erregendes (versetzte) dich in einen Wahn, die Vermessenheit deines Herzens, da (du) in den Klüften des Steilfelsen wohnst, ergreifend die Höhe des Hügels. So du denn hochsteigst wie der Geier, dein Nest hoch anlegst: Von dort stürze Ich dich hinab! Treuewort Jewes.

17 Und Edom wird zur Öde; jeder, der an ihm vorübergeht, entsetzt sich und zischt aufgrund all seiner Schlagwunden.

18 Wie Sodom und Gomorra und ihre Mitbewohner (Nachbarstädte) wird es umgewendet, spricht Jewe; niemand wohnt dort, und kein Sohn Adams ist Gast darin.

19 Da! Wie ein Löwe steigt es (das Gericht?) herauf aus der Erhabenheit des Jordans zu urständigen Heimat. Denn so ist's: In einem Augenblick mache Ich ihn laufen, weg von ihm (Edom). Und wer ist erwählt? Ihn bestimme Ich zu ihm (Edom) hin. Denn wer ist wie Ich, und wer zitiert (bestellt) Mich (irgendwo hin), und wer ist dieser, der Hirte, der vor Meinem Angesicht besteht?

20 Daher, hört den Ratschluss Jewes, den Er bezüglich Edoms beraten hat, und Seine Berechnungen (Pläne), die Er bezüglich der Bewohner Temans berechnet hat: Ob nicht die jungen Hirten des Kleinviehs jene wegzerren, ob Er nicht über sie hinweg ihre Heimat öde macht?

21 Aufgrund der Stimme ihres Fallens schüttert (bebt) das Land; Geschrei ­ noch am Schilfmeer wird seine Stimme gehört.

22 Da! Wie der Geier steigt es (das Gericht) hinauf und schwebt und breitet seine Flügel über Bozra aus. Und das Herz der Mächtigen Edoms wird an jenem Tag wie das Herz einer Frau in Geburtsnöten.

...

Die Edomiter waren Nachkommen Esaus, des Bruders Jakobs, und wohnten südöstlich des Toten Meeres bis hin zum Golf von Akaba auf dem Gebirge Seir. Sie waren Israel feindlich gesonnen. Ihre Sünde war besonders schwerwiegend, weil sie nahe Verwandte der Juden waren. Sie unterstützten Babel im Kampf gegen Juda (Obadja 10 - 14; Ps. 137:7). Edom erhielt keine Verheißung. So ging es im Laufe der Zeit unter. Die Barmherzigkeit Jewes verschonte nur Witwen und Waisen (Vers 11).

Wider Damaskus

23 Über Damaskus. Beschämt ist Hamat und Arpad, denn böse Kunde hörten sie; sie zergehen. (So wie) das Meer bange (erregt) ist, nicht kann es Muße haben.

24 Damaskus ist erschlafft, sie (die Stadt) wandte sich zu fliehen, und reißender Schmerz hielt an. Bedrängnis und Umstrickung erfassten sie wie eine Gebärende.

25 Wie ­ die gelobte Stadt ist nicht verlassen, die Burgstadt Meiner Wonne?

26 Daher fallen ihre Erwählten (kriegstauglichen Jungmannen) auf ihren Plätzen, und alle Kriegsmannen werden an jenem Tag stillgemacht ­ Treuewort Jewes der Heere ­.

27 Und Ich zünde ein Feuer innerhalb der Mauer von Damaskus an, und es frisst die Hochburgen Ben-Hadads (aramäischer König zur Zeit des Königs Joas von Israel; 816/15 - 801/00 v. Chr.).

...

Wider Kedar und Hazor

28 Über Kedar (israelitischer Nomadenstamm) und die Königreiche Hazors (arabische nomadische Königreiche), die Nebukadrezar, der König Babels, geschlagen hatte. So spricht Jewe: Stehet auf, steigt hinauf gegen Kedar und rafft die Söhne des vorderen (östlichen) (Bereichs) dahin.

29 Ihre Zelte und ihr Kleinvieh wird man nehmen. Ihre Teppiche und all ihre Geräte und ihre Kamele wird man für sich wegtragen, und man ruft wider sie: Begierde ist ringsum!

30 Fliehet, wandert überaus schnell weg ­ die Bewohner Hazors verschanzten sich, um zu wohnen ­, Treuewort Jewes, denn Nebukadrezar, der König Babels, beriet, ja beriet wider euch, und er berechnet einen Plan wider euch.

31 Steht auf, steigt hinauf zu der unbekümmerten Nation, der als gesichert wohnenden ­ Treuewort Jewes ­; da ist keine Doppeltür und kein Riegel bei ihnen, abgesondert wohnen sie.

32 Und ihre Kamele werden zum Plündergut und das Getümmel ihrer Viehherden zur Beute. Und Ich worfele sie, die da gestutzten Bartes sind, zu einem jeden Wind hin, und von all ihren (der Nation) Nachbarn bringe Ich ihr Unglück her ­ Treuewort Jewes ­.

33 Und Hazor wird zum Gehege der Untiere (Schakale), eine Öde bis zum Äon; niemand wohnt dort, und kein Sohn Adams ist Gast in ihr.

...

Nach der babylonischen Chronik fand der Feldzug gegen die Wüstenstämme, die immer wieder in besiedelte Gebiete eingefallen waren, im Jahr 599 v. Chr. statt. Jewe hatte Nebukadrezar dazu aufgefordert (Verse 28 + 30).

Nur bis (so wörtlich) zum Äon, dem des tausendjährigen Königreichs, wird das Gebiet eine Wüste sein (Vers 33).

Wider Elam

Elam war ein Volksstamm und ein Gebiet weit östlich von Babel mit der Hauptstadt Susa. Susa war der Regierungssitz der Könige von Medien und Persien.

34 (Dies ist) das Wort Jewes, das zu Jeremia, dem Propheten, geschah bezüglich Elams am Anfang der Königsherrschaft Zedekias, des Königs Judas (598/97 - 587 v. Chr.), sprechend:

35 So spricht Jewe der Heere: Da! Ich zerbreche den Bogen Elams, das Hauptstück ihrer Macht.

36 Und Ich bringe gen Elam vier Winde von den vier äußersten (Gebieten) der Himmel, und Ich worfele sie zu all diesen Winden hin; und es gibt keine Nation, in der die Versprengten Elams nicht ankommen.

37 Und Ich mache Elam bestürzt angesichts ihrer Feinde und angesichts der ihre Seele Suchenden, und Ich bringe Böses über sie, das Entbrennen Meines Zorns ­ Treuewort Jewes ­, und Ich entsende das Schwert hinter ihnen her, bis Ich sie völlig vertilgt habe.

38 Und Ich stelle Meinen Thron in Elam auf, und Ich lasse König und Fürsten von dort verloren gehen ­ Treuewort Jewes ­.

39 Und es geschieht in der Späte der Tage, da kehre Ich die Gefangenheit (das einengende Geschick) Elams um ­ Treuewort Jewes ­.

...

Allem Eindruck nach kann es sich hier nicht um den Feldzug Nebukadnezars gegen Elam im Jahr 595 v. Chr. handeln, weil die Auswirkungen in keiner Weise dem Vers 36 entsprechen. Das Ereignis dürfte noch in der Zukunft liegen, in der Zeit des Endes dieses Äons (wir schreiben das Jahr 2018 n. Chr.).

Unter den vier äußersten Gebieten der Himmel (Vers 36) verstehen wir solche unter dem Himmel, also auf der Erde. Von fernher, aus allen vier Himmelsrichtungen, werden die vier Winde, vier Weltmächte, über Elam herfallen.

Jewe wird Seinen Thron in Elam aufstellen (Vers 38). Da von einem Thron aus auch Gerichtsurteile gesprochen werden (Ps. 9:5), darf man hier an einen Richterstuhl denken, von dem aus gar der Vollzug des Gerichts dirigiert wird.

Nach dem Kommen des Messias aber wird auch Elam in Frieden wohnen (Vers 39).

In dem Abschnitt über Elam spricht Jewe siebenmal das Wort »Ich« in Verbindung mit einem Tätigkeitswort aus. Ja, Er ist der alles Bewirkende, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Was Er will, dieses geschieht. Alles, was Ihm gefällt, das tut Er in den Himmeln und auf der Erde (Ps. 135:6).

Babels Fall und seine Auswirkung auf Israel

(Jer. 50 + 51)

Kapitel 50

Der Untergang Babels

1 (Dies ist) das Wort (die Prophetie auf Babels Fall im Jahr 539 v. Chr.), das Jewe durch die Hand (Handlungsvollmacht) Jeremias, des Propheten, über Babel, über das Land der Chaldäer, gesprochen hat.

2 Berichtet's unter den Nationen und lasst's hören, und erhebt ein Mahnzeichen! Lasst's hören, verhehlt's nicht! Sprecht: Babel ist erobert, Bel (ein Götze) ist beschämt, Merodach (ein Götze) ist bestürzt. Ihre (Babels) Gebilde (Götzenbilder) sind beschämt, bestürzt sind ihre Götzen.

3 Denn eine Nation aus dem Norden (Medien und Persien) stieg wider sie (Babel) hinauf; diese wird ihr (Babels) Land der Verödung preisgeben, sodass kein Bewohner darin ist; vom Menschen bis zum Getier wanderten sie aus, gingen sie weg.

4 In jenen Tagen und in jener Zeit ­ Treuewort Jewes ­ kommen die Söhne Israels, sie und die Söhne Judas vereint, zu wandeln und zu weinen gehen sie, und Jewe, ihren Elohim, suchen sie.

5 Sie verlangen nach Zion, ja nach einem Weg, wohin sie ihr Angesicht richten: Kommt! Und sie verpflichten sich dem Jewe in einem äonischen Bund, der nicht vergessen wird.

6 Wie verlorenes Kleinvieh wurde Mein Volk. Ihre Hirten (Oberen) führten es auf abtrünnige (dem Götzenkult dienende) Berge, damit es sich vergehe; von Berg zu Hügel wandelten sie, vergaßen ihre Ruhestätte.

7 Alle, die sie fanden, fraßen sie, und die sie Bedrängenden sprachen: Wir werden nicht schuldig, weil sie Jewe gegenüber verfehlten, der Heimstätte der Gerechtigkeit, und Jewe gegenüber, der Erwartung ihrer Väter.

8 Wandert aus Babels Mitte aus, und aus dem Land der Chaldäer sollen sie hinausgehen, und werdet wie Leitböcke angesichts des Kleinviehs.

9 Denn da! Ich erwecke und bringe wider Babel herauf eine Versammlung großer Nationen aus dem Land des Nordens, und sie ordnen sich gegen sie (Babel); von dort her wird sie erobert. Die Pfeile jener (Versammlung) sind wie eines kinderraubenden Mächtigen, der nicht leer zurückkehrt.

10 So wird das der Chaldäer zur Beute. Alle sie (Babel) Ausbeutenden werden satt ­ Treuewort Jewes ­.

11 Denn so ist's: Ihr (Feinde Israels) freut euch. Denn so ist's. Ihr seid froh, ihr Auswühler Meines Losteils. Denn so ist's: Ihr greift aus wie eine zerdreschende Kalbin und jauchst laut wie die Recken.

12 Überaus beschämt ist eure (Babels) Mutter, entwürdigt ist eure Gebärerin. Da! Das Spätere (zukünftige Geschick) der Nationen ist Wildnis, Dürre und Steppe.

13 Aufgrund des Grimmes Jewes hat es (Babel) keinen Wohnsitz, und all das Seine wird eine Öde. Jeder, der an Babel vorübergeht, entsetzt sich und zischt aufgrund all ihrer Schlagwunden.

14 Ordnet (euch) zum Kampf wider Babel ringsum, alle, die den Bogen spannen! Erhebt die Hand gegen sie, schont nicht an Pfeilen, denn Jewe gegenüber verfehlte sie.

15 Kampfesjauchzen wider sie ringsum! Sie ergab sich, es fielen ihre Feuerplätze, zerstört wurden ihre Mauern, denn die Rache Jewe ist's. Die Rache werde euch zuteil gegen sie. So wie sie tat, tut ihr.

16 Den Säenden schneidet von Babel ab und den die Sichel Ergreifenden in der Zeit der Ernte. Aufgrund des Angesichts des Schwertes des Schindens wendet sich jeder zu seinem Volk und flieht jeder zu seinem Land.

...

Babel wird erobert werden (Vers 2); damit sind ihre Götzen entthront; ihr Schutzgott Bel (Baal) und ihr Hauptgott Merodach (Marduk) sind zuschanden geworden. Jewe, der lebendige Gott, hat sie besiegt.

Wenn Medo-Persien auch im Osten von Babel liegt, so wird es gleichwohl von Norden her anstürmen (Vers 3). Öde werden die Stadt und das Land werden; dies trifft für das Jahr 539 v. Chr. nicht zu, da Babel zur Hauptstadt Medo-Persiens wurde. Jeremias Prophetie hat mithin auch die Zeit des Endes im Auge.

Weinend und Jewe suchend werden die Israeliten in ihr Land zurückkehren (Vers 4). Dies geschah durchaus im Jahr 536 v. Chr. unter Esra (Esra 1). Die volle Erfüllung ihrer Hinwendung zu Jewe liegt allerdings noch in der Zukunft, von der es heißt: »Siehe, Er (Jesus) kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird Ihn sehen, auch die Ihn durchstochen haben, und wehklagen werden um Ihn alle Stämme des Landes. Ja, Amen!« (Off. 1:7). Von Israels zukünftigem Weinen und reuiger Umkehr sprechen auch Jeremia 31:9, Hosea 3:5, Joel 2:12 und Psalm 126.

Wohl suchten sie unter den Persern, nach Zion zu gelangen

(Vers 5 a), von ganzem Herzen aber werden sie in der Endzeit das Angesicht Jewes suchen (Sach. 8:21). Alsdann erst, und zwar zu Beginn des tausendjährigen Königreichs, werden sie in den äonischen Bund eintreten (Vers 5 b; Jer. 31:31 - 34; Heb. 8:8 - 12).

Die Nationen, die Israel einst bedrängten und dezimierten, meinten zwar, nicht schuldig zu sein, weil Israel an Jewe schuldig geworden war und mithin Strafe verdiene (Vers 7), aber dies ist kein Grund, aus eigener Überzeugung und Lust auf Israel einzuschlagen.

Der Aufruf in Vers 8 a: »Wandert aus Babels Mitte aus!« war zwar schon damals gehört und befolgt worden, wird aber erst in der Endzeit seine Kraft entfalten. Johannes schreibt in Bezug auf Babel: »Dann hörte ich eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Kommt heraus aus ihr, Mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilnehmt und damit ihr nichts von ihren Plagen erhaltet!« (Off. 18:4; vgl. Jer. 51:45; Sach. 2:11; 2. Kor. 6:17).

Des Weiteren sollen die Oberen des Volkes Israel, die es in der Vergangenheit fehlgeleitet hatten, fähig werden (Vers 8 b), ihre Brüder gottgemäß zu leiten.

In Vers zwölf wird Babel als die Mutter der Einwohner bezeichnet. Wildnis und Ödnis (Vers 13) im vollen Sinne wird Babel aber erst dann, wenn die Stadt »Babylon, die Große« endlich für immer gefallen und eine Wohnstätte für Dämonen und unreine Geister und verhasste Vögel geworden ist (Off. 18:2). Niemals mehr wird das Licht einer Leuchte in ihr scheinen und wird man einen Wohlklang in ihr hören (Off. 18:21 - 23).

Vom zukünftigen Heil Israels

17 Ein hinausgestreutes Lamm ist Israel. Löwen versprengten es. Zuerst fraß es der König Assurs, und als der Spätere bedeckte Nebukadrezar es diesmal mit Knochen.

18 Daher, so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich suche den König Babels und sein Land heim, so wie Ich den König Assurs heimsuchte.

19 Und Ich bringe Israel zurück zu seiner Heimat, sodass es auf dem Karmel und in Basan weidet, und in den Bergen Ephraims und in Gilead wird seine Seele satt.

20 In jenen Tagen und in jener Zeit ­ Treuewort Jewes ­ wird die Vergehung Israels gesucht, und sie ist nicht mehr da, und die Verfehlungen Judas, und sie werden nicht gefunden, denn Ich verzeihe denen, die Ich übrig lasse.

...

Israel wird nicht nur zurückkehren und in seinem Land mit den in Vers 19 genannten besonders fruchtbaren Gebieten in Frieden und Wohlstand leben, sondern eine totale geistliche Wende erfahren.

Israel wird rein sein, fleckenlos und sündlos (Vers 20)! Israel ­ wie neu geboren! Ja, denn das Blut Jesu, des Sohnes Gottes, reinigte sie von jeder Sünde (1. Joh. 1:7). Jesus trug alle ihre Sünden (Joh. 2:2). Keine Sünde mehr haftet an Israel!

Dies steht auch in Jesaja 43:25; 44:22; Jeremia 31:34; 33:8; Micha 7:19; Psalm 85:3; 103:1 geschrieben.

Die Verheißung gilt dem Überrest (Vers 20 b; Jes. 1:9; Zeph. 3:12), den Kindern der Verheißung (Röm. 9:8), nach der Gnadenauswahl (Röm. 11:5), welcher das wahre und ganze Israel darstellt

(Röm. 9:6 - 8). So lesen wir in Römer 11:26, 27: »Und sodann wird Israel als Gesamtheit gerettet werden, so wie geschrieben steht: Eintreffen wird der Bergende aus Zion; abwenden wird Er die Unfrömmigkeit von Jakob. Und dies ist Mein Bund mit ihnen, wenn Ich ihre Sünden wegnehme.«

Ob auch die Gläubigen unserer Tage wissen, dass sie von Glaubensanfang an in Christi Blut gerechtfertigt, für gerecht erklärt sind und Gott ihnen keine Sünde anrechnet (Röm. 3:28; 4:16, 22 - 25; 5:9)? Schließlich sind sie zusammen mit Christus gekreuzigt und damit allem Hergebrachten weggestorben (Röm. 6:6, 10). An Sünde ist nicht mehr zu denken. Sie sind nun in Christus und in Ihm heilig, makellos und unbeschuldbar (Eph. 1:4; Kol. 1:22).

Zieht wider Babel!

21 Steige hinauf wider das Land Meratajim (»Doppeltrotz«; Gebiet in Babel), ja wider es, und zu den Bewohnern Pekods (»Heimsuchung«; Gebiet in Assur). Verwüste und verbanne hinter ihnen her ­ Treuewort Jewes ­, und tue gemäß allem, was Ich dir (der Gegnerschaft Babels) geboten habe.

22 Kriegslärm ist im Lande und großer Zerbruch.

23 Wie ist (doch) abgehauen und zerbrochen der Schmiedehammer all des Landes! Wie ist (doch) Babel zur Öde unter den Nationen geworden!

24 Ich legte die Schlingen, und du bist auch noch (darin) verfangen, Babel, und du, du erkanntest es nicht! Gefunden wurdest du und bist auch noch ergriffen, denn Jewe befehdetest du.

25 Jewe öffnete Seine Schatzkammer (Rüstkammer) und brachte die Waffen Seines Drohens heraus, denn ein (wichtiges) Werk ist es meinem Herrn, Jewe der Heere, im Land der Chaldäer.

26 Kommt zu ihm (dem Land) am Ende (von Tagen), öffnet seine Kornspeicher, werft es auf wie Haufen und verbannt es; nichts davon bleibe übrig.

27 Zerhaut mit dem Schwert all seine Farren (Jungstiere; gemeint sind die Krieger)! Sie stürzen hinab zur Schlachtung. Wehe über sie, denn gekommen ist ihr Tag, die Zeit ihrer Heimsuchung.

28 (Man hört) die Stimme der Fliehenden und aus dem Land Babel Entrinnenden, um in Zion zu berichten die Rächung Jewes, unseres Elohims, die Rächung Seines Tempels.

29 Machet hören (bietet auf) gegen Babel die meisterlichen (Bogenschützen), alle, die den Bogen spannen! Lagert ringsum wider sei, keiner entrinne! Erstattet ihr gemäß ihrem Wirken. Gemäß allem, was sie getan hat, tuet ihr, denn Jewe gegenüber war sie vermessen, dem Heiligen Israels gegenüber.

30 Daher fallen ihre Auserwählten (Jungkrieger) auf ihren Plätzen, und alle Kriegsmannen werden stillgemacht an jenem Tag ­ Treuewort Jewes ­.

31 Da! Ich wende Mich gegen dich, (du) Vermessenheit ­ Treuewort meines Herrn, Jewe der Heere ­, denn gekommen ist dein Tag, die Zeit, da Ich dich heimsuche.

32 Und die Vermessenheit wird straucheln und fallen, und niemand hilft ihr auf. Und Ich zünde ein Feuer in ihren Städten an, und es frisst alles rings um sie her.

...

Das Gericht über Babel im Jahr 539 v.- Chr. ist unter vielerlei Aspekten ausführlich beschrieben. Babel hatte nicht erkannt (Vers 24) oder nicht wahrhaben wollen, dass Medo-Persien über es kommen wird. So wurde die Zerstörung und Verbrennung des Tempels in Jerusalem durch die Babylonier im Jahr 587 v. Chr. nach 48 Jahren gerächt (Vers 28; Jer. 52:13).

Das Prophetenwort machte deutlich, dass Jewe stets der Handelnde ist; bei allem ist Jewe der Allesbewirkende.

Israels Erlöser

33 So spricht Jewe der Heere: Erpresste sind die Söhne Israels und die Söhne Judas gemeinsam, und all ihre Fänger halten sie fest, weigern sich, sie zu entsenden.

34 Ihr Erlöser ist der Starke, Jewe der Heere ist Sein Name; Er streitet, ja streitet ihren Streit (kämpft für sie), damit Er der Erde Beschwichtigung (Ruhe) (gebe), aber Erbeben den Bewohnern Babels.

35 Das Schwert ist gegen die Chaldäer (gerichtet) ­ Treuewort Jewes ­, gegen die Bewohner Babels und gegen ihre Fürsten und gegen ihre Weisen.

36 Das Schwert ist gegen die Besonderen (Herausragenden), sodass sie töricht werden, das Schwert ist gegen ihre Mächtigen, sodass sie bestürzt werden.

37 Das Schwert ist gegen seine (des Königs Babels) Rosse und gegen seine Streitwagen und gegen all das Mischvolk, das in ihrer Mitte ist, sodass sie zu Weibern werden. Das Schwert ist gegen ihre Schatzkammern, und sie werden geplündert.

38 Ihre Wasser versiegen, und sie trocknen aus, denn ein Land der Götzenskulpturen ist es, und infolge ihrer grauenerregenden (Schreckgestalten, Götzen) rasen sie (werden sie wahnhaft).

...

Israel ist unterdrückt, aber ihr Erlöser, Jewe, der Elohim Israels, der Lebendige, ist der Starke; Er wird Sein Volk befreien. Er erlöst es, indem Er Sein Schwert gegen Babel entsendet. Nach wie vor gilt, was Jewe dem Abraham sagte: »Ich will segnen, die dich segnen, und Ich verdamme den, der dich verflucht« (1. Mose 12:3).

Bekräftigungen

39 Daher werden dort Ausgezehrte samt Küstenbewohnern wohnen, und die Töchter der Straußin werden in ihr wohnen. Und nicht wohnt sie (Babel) auf Dauer, und nicht wohnt sie für Generation und Generation.

40 Wie Elohim Sodom und Gomorra und ihre Tochterstädte umgekehrt hat, so wird sie ­ Treuewort Jewes ­, niemand wohnt dort, und nicht ist dort ein Sohn Adams zu Gast.

41 Da! Ein Volk kommt aus dem Norden, und eine große Nation und viele Könige werden erweckt von den Flanken der Erde (oder: des Landes) her.

42 Bogen und Wurfspieß führen sie, sie sind grausam und erbarmen sich nicht. Ihre Stimme tumultet (tost) wie das Meer, und auf Rossen reiten sie, sind wie ein Mann, zum Kampf geordnet wider dich, Tochter Babel!

43 Der König Babels hörte das Gerücht über sie (die Feinde), und seine Hände erschlafften, Bedrängnis hielt ihn fest, eine Wehe wie die einer Gebärenden.

44 Da! Wie ein Löwe aus der Erhabenheit des Jordans steigt es (das Volk aus dem Norden) herauf zur urständigen Heimat. Denn so ist's: In einem Augenblick mache Ich sie laufen, weg von ihr (Babel). Und wer ist erwählt? Ihn bestimme Ich zu ihr hin. Denn wer ist wie Ich, und wer zitiert (bestellt) Mich (irgendwo hin) und wer ist dieser, der Hirte, der vor Meinem Angesicht besteht?

45 Daher hört den Ratschluss Jewes, den Er bezüglich Babels beraten hat, und Seine Berechnungen (Pläne), die Er bezüglich des Landes der Chaldäer berechnet hat: Ob nicht die jungen Hirten des Kleinviehs jene wegzerren, ob Er nicht über sie hinweg die Heimat öde macht?

46 Aufgrund des Rufs: »Babel ist ergriffen (erobert)!« ist die Erde erschüttert, und ein Wehgeschrei wird unter den Nationen gehört.

...

(Die auf Edom bezogenen Verse 19 und 20 des Kapitels 49 haben fast den gleichen Wortlaut wie die Verse 44 und 45.)

Babel wird nie mehr bewohnt werden (Verse 39 + 40). Dies erfüllt sich erst in der Endzeit (Off. 18:22, 23).

Die Weltgeschichte ­ Gottes Wille geschieht. Wer will Ihm wehren (Vers 44)? Wer ist wie Jewe (Jes. 45: 5 - 7; 46:9 - 11)? Wer könnte über Ihn verfügen? Welcher Hirte Babels, welcher König, könnte vor Jewes Angesicht bestehen?

Kapitel 51

Wider Babel

1 So spricht Jewe: Da! Ich erwecke wider Babel und die Bewohner der Lebh Qamaj (»Herz der Aufständischen«, ein Code-Name von »Chaldäer«) einen verderbenbringenden Wind.

2 Und Ich entsende Fremde nach Babel, und sie durchworfeln sie und machen ihr Land ertraglos, denn sie sind ringsum wider sie am Tag des Bösen (539 v. Chr.).

3 Gegen sie (die Stadt Babel) spannt, ja spannt der seinen Bogen Spannende, und gegen sie steigt er hinauf in seinem Harnisch. Und nicht verschont er ihre Erwählten (wehrfähigen Jungmannen), verbannt ihr ganzes Heer.

4 Und Durchbohrte werden im Land der Chaldäer fallen und Durchstochene auf ihren Straßen.

5 Denn nicht verwitwet ist Israel noch Juda von seinem Elohim, von Jewe der Heere weg, denn jener (der Chaldäer) Land ist mit Schuld gefüllt aufgrund des Heiligen Israels.

6 Fliehet aus Babels Mitte, und ein jeder mache, dass seine Seele entkomme! Nicht möget ihr stillgemacht (getötet) werden infolge ihrer Vergehung, denn dies ist die Zeit der Rache Jewes, Er erstattet ihr Vergeltung.

7 Ein Becher aus Gold war Babel in der Hand Jewes, die ganze Erde berauschend. Von ihrem Wein tranken die Nationen, darum rasen die Nationen.

8 Urplötzlich fiel Babel und ist zerbrochen. Heult über sie! Nehmt Mastix (ein Harz, ein Balsam) für ihre Schmerzen, vielleicht wird sie geheilt.

9 Wir (wollten) Babel heilen, aber sie ist nicht geheilt. Verlasst sie, und wir gehen ein jeder zu seinem Land, denn zu den Himmeln reicht ihr Gericht und ist erhoben bis zu den Äthern (feinste Substanzen zwischen den Gestirnen).

10 Jewe erließ unsere Rechtfertigungen. Kommt, und wir wollen in Zion das Tun Jewes, unseres Elohims, erzählen.

11 Macht klar die Pfeile, (ergreift) alle die Schilde! Jewe erweckte den Geist der Könige Mediens, denn er plant wider Babel, sie zu verderben, denn die Rache Jewes ist es, Rache Seines Tempels.

12 Erhebt ein Mahnzeichen (Panier) gegen die Mauern Babels; stellt die Bewachungsmannschaft auf, bestellt Wächter, bereitet den Hinterhalt! Denn auch Jewe plante, auch tut Er das, was Er geredet hat bezüglich der Bewohner Babels.

13 Die du an vielen Wassern wohnst, mit vielen Schätzen: Dein Ende kommt, die Elle (das Maß) deines Dich-Bevorteilens.

14 Jewe der Heere schwor in Seiner Seele: So denn ist's: Wenn Ich dich auch mit Menschen gefüllt habe wie mit Heuschrecken, so antwortet man doch wider dich mit dem Hejdad (Ruf des Kelterers; hier: Gerichtswort des Keltertreters).

...

Babel wird fallen, denn es ist voll von Sünden. Es ist an Juda schuldig geworden und damit an Jewe, dem Heiligen Israels (Vers 5). Israel und Juda aber werden nicht verwitwet bleiben. »Denn nicht lässt Jewe Sein Volk fahren, und Sein Losteil verlässt Er nicht« (Ps. 94:14).

Es folgt der dringende Aufruf, aus Babel zu fliehen (Vers 6). In der Endzeit wird diese Aufforderung erneut ertönen (Off. 18:4), und die gläubigen Juden werden gehorchen, um nicht mit Babel umzukommen.

Ein Becher aus Gold war Babel in der Hand Jewes insofern (Vers 7), als Jewe Babel gebrauchte, um Juda und andere Völker zu züchtigen.

Urplötzlich fiel Babel damals (Vers 8). Urplötzlich, an einem Tag wird auch das Babel der Endzeit fallen (Off. 18:8, 10). »Was ist's, was geschah? Es ist das, was wieder geschehen wird. Was ist's, was getan wurde? Es ist das, was wieder getan wird, und so ist nichts ganz neu unter der Sonne« (Pred. 1:9). ­ Heult über Babel (Vers 8)! Auch dieses wird wieder geschehen (Off. 18:9).

Bis zu den Himmeln reicht das Gericht über Babel (Vers 9), weil ihre Sünden sich bis zum Himmel auftürmten (Off. 18:5).

Die vielen Wasser Babels sind der Euphrat und die zahlreichen Bewässerungskanäle (Vers 13). Sie sind in Offenbarung 17:15 ein Bild für die Völker und Nationen, die die Hure Babylon beherrscht.

Jewes Souveränität

15 Der die Erde machte in Seiner Kraft, der den Erdkreis bereitete in Seiner Weisheit, in Seinem Verständnis streckte Er die Himmel aus.

16 Zu (donnernder) Stimme gab Er das Getümmel der Wasser in den Himmeln, und Er ließ Nebel hinaufsteigen vom Ende des Landes; Blitze machte Er dem Regen und hieß den Wind aus Seinen Schatzkammern herausgehen.

17 Dumm ist jeder Mensch, fern von der Erkenntnis, beschämt ist jeder Schmelzer aufgrund seiner Götzenskulptur, denn sein Trankopfergussbild ist Falschheit, und nicht ist Geist in ihnen (den Götzen).

18 Dunst sind sie, Machwerke der Hintergehungen; in der Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie verloren.

19 Nicht wie diese ist das Teil Jakobs, denn der Former des Alls, Er ist's, und Israel ist der Stamm (das Zepter) Seines Losteils, Jewe der Heere ist Sein Name.

20 Ein Zerscheller (ein Schmiedehammer; 50:23) bist du (Babel) mir gleich Kriegsgeräten, und Ich lasse durch dich Nationen zerschellen und verderbe Königreiche durch dich,

21 und Ich lasse durch dich zerschellen das Ross und seinen Reiter, und Ich lasse durch dich zerschellen das Fahrzeug (den Streitwagen) und seinen (darauf) Fahrenden,

22 und Ich lasse durch dich zerschellen Mann und Frau, und Ich lasse durch dich zerschellen den Alten und den Jüngling, und Ich lasse durch dich zerschellen den Erwählten (Jungkrieger) und die Jungfrau,

23 und Ich lasse durch dich zerschellen den Hirten und seine Herde, und Ich lasse durch dich zerschellen den Ackersmann und seine Koppel, und Ich lasse durch dich zerschellen die Statthalter und die Präfekten.

24 Und Ich erstatte Babel und allen Bewohnern Chaldäas all ihr Böses, das sie Zion angetan haben, euch (Juden) zu Augen ­ Treuewort Jewes ­.

25 Da! Ich bin gegen dich, Berg (im Sinne von Staatsmacht) des Verderbens ­ Treuewort Jewes ­, du, der das ganze Land verdirbt. Und Ich strecke Meine Hand wider dich aus, und Ich wälze dich von den Steilfelsen, und Ich mache dich zu einem ausgebrannten Berg.

26 Und nicht nimmt man von dir einen Stein zum Eckstein und Steine zu Fundamenten, denn zu Ödnissen des Äons wirst du ­ Treuewort Jewes ­.

...

Angesichts der Allmacht des lebendigen Gottes (Verse 15 + 16) zeugen leblose Götzenbilder von verfinstertem, wahnhaftem Denken (Verse 17 + 18). Das Teil Jakobs sind nicht nichtige Skulpturen, die nichts außer Verderben bringen, nein, Israel ist das Sondergut (2. Mose 19:5) Jewes und Sein Zepter, durch das Er die Erde regieren wird.

Noch ­ zur Zeit dieser Prophetie, etwa um 600 v. Chr. ­ zertrümmert Babel die Völker, aber zu einem wohlweislichen Zeitpunkt wird Jewe Babel alles vergelten. Niemand wird dann dort auch nur einen Stein holen, um ihn weiterzuverwenden.

Die Eroberung der Stadt

27 Stellt ein Mahnzeichen (Panier) im Land auf, blast mit dem Schophar unter den Nationen. Heiligt Nationen wider sie (die Stadt Babel), lasst wider sie hören die Königreiche Ararat, Mini und Askenas (assyrische Bezirke in Armenien). Bestimmt wider sie einen Angreifer (Heerführer), bringt Rosse hinauf wie die schaurige Leckschrecke (eine Heuschreckenart).

28 Heiligt Nationen wider sie, die Könige Mediens, seine Statthalter und all seine Präfekten und alles Land seiner Herrschaft.

29 Und das Land schüttert und krampft, denn die Berechnungen (Pläne) Jewes wider Babel erstehen, das Land Babel zur Öde zu machen, weil kein Bewohner darin ist.

30 Die Mächtigen (Krieger) Babels stehen ab vom Kämpfen, sie sitzen (bequem) in den Jagdburgen, ihre Kraft versickert, zu Weibern sind sie geworden. Man zündete ihre Wohnungen an, ihre Riegel sind zerbrochen.

31 Ein Läufer läuft, einem (anderen) Läufer zu begegnen, und ein Bote, einem (anderen) Boten zu begegnen, um dem König Babels zu berichten, dass seine Stadt vom Ende (von allen Enden) her erobert ist.

32 Und die Furten sind genommen, und die Teichgebiete verbrannte man im Feuer, und die Kriegsmannen sind rastlos (bestürzt).

33 Denn so spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne in der Zeit, da man sie festtreten lässt. Noch ein wenig, und es kommt für sie die Zeit der Ernte.

...

Der Tag, an welchem Babel gedroschen wird, naht.

Die Schuld Babels und Jewes Rache

34 Nebukadrezar, der König Babels, fraß mich (Juda), tummelte mich hin (bedrückte, jagte mich); er stellte mich hin als nutzloses Gefäß. Er verschlang mich wie ein Ungeheuer, füllte sein Gedärm aus dem, was dem, was meine Lust war (aus dem meiner Heimat), er beseitigte mich.

35 Die mir (angetane) Gewalttat und mein Überrest sind wider Babel, spricht die Bewohnerin Zions, und mein Blut ist wider die Bewohner Chaldäas, spricht Jerusalem.

36 Daher, so spricht Jewe: Da! Ich streite deinen Streit, und Ich räche deine Rächung (vollziehe die Rache für dich). Und Ich verwüste ihr (Babels) Meer und lasse vertrocknen ihren Born.

37 Und Babel wird zu Steinhaufen, zum Gehege der Untiere, zur Verödung und zum Gezischel, weil kein Bewohner (mehr darin ist).

38 Wie die Jungleuen brüllen sie allesamt, schütteln sich ab wie die Welpen der Löwinnen.

39 Ob ihrer Hitze (Gier) bereite Ich ihre Trinkmahle und berausche sie, damit sie fröhlich werden und den Schlaf des Äons schlafen und nicht erwachen ­ Treuewort Jewes ­.

40 Und Ich bringe sie hinab zum Schlachten wie die Jungtiere, wie die Widder samt den Leitböcken.

...

Nicht Israel wird Babel vergelten, sondern Jewe tut es. Er nimmt die Sache Israels in Seine Hand.

Mit dem Meer Babels (Vers 36) sind der Euphrat und die Bewässerungskanäle und Seen gemeint.

Den Schlaf des Äons wird Babel schlafen (Vers 39), also im kommenden Königsreichsäon nicht da sein (vgl. Off. 18:21).

Klagelied über den Fall Babels

41 Wie ist doch Scheschach (Code-Name von Babel) erobert und wurde der Ruhm allen Landes ergriffen (eingenommen)! Wie wurde Babel zur Verödung unter den Nationen!

42 Wider Babel stieg das Meer (das Völkermeer herauf, im Getümmel seiner Wogen ist's bedeckt.

43 Ihre Städte wurden zur Verödung, zum Land der Dürre und zur Steppe, ein Land, darin kein Mann in ihnen (den Städten) wohnt, und nicht geht ein Sohn Adams durch sie hindurch.

44 Und Ich suche den Bel (Götze) in Babel heim und bringe, was er verschlang, aus seinem Mund heraus; und nicht strömen noch Nationen zu ihm. Auch noch die Mauer Babels fiel.

45 Geht heraus aus ihrer Mitte, Mein Volk, und es entkommt eines jeden Seele vor dem Entbrennen des Zorns Jewes,

46 sodass euer Herz nicht weich wird und ihr euch infolge der Nachricht, die im Land gehört wird, fürchtet. Ja, in dem einen Jahr kommt die eine Nachricht und in dem Jahr danach kommt die andere Nachricht. Und Gewalttat ist im Land und Herrscher wider Herrscher.

47 Daher, da! Tage kommen, da suche Ich die Götzenskulpturen Babels heim, und ihr ganzes Land wird beschämt, und all ihre Durchbohrten fallen in ihrer Mitte.

48 Denn über Babel jubeln die Himmel und die Erde und alles, was in ihnen ist, denn aus dem Norden kommt's zu ihr, die Dahinraffenden sind's ­ Treuewort Jewes­.

49 Mehr noch: Babel war den Durchbohrten Israels zum Fall, so auch noch fielen für Babel Durchbohrte des ganzen Landes.

50 (Ihr) dem Schwert Entronnenen, wandelt weg, bleibt nicht stehen! Gedenket in der Ferne Jewes, und Jerusalem (steige im Gedenken) in eurem Herzen auf.

51 Wir sind beschämt, denn wir hörten Schmähreden; Schande bedeckt unser Angesicht, denn Fremde kamen über die Heiligtümer des Hauses Jewes.

52 Daher, da! Tage kommen ­ Treuewort Jewes ­, da suche Ich ihre Götzenskulpturen heim, und in ihrem ganzen Land stöhnen die Durchbohrten.

53 Selbst wenn Babel gen die Himmel hinaufsteigt, und so sie denn die Höhe ihrer Stärke (Mauern) befestigt, so kommen (dennoch) von Mir her Dahinraffende zu ihr ­ Treuewort Jewes ­.

54 Der Schall des Wehgeschreis kommt aus Babel und großer Zerbruch aus dem Land der Chaldäer.

55 Denn Jewe ist der, der Babel dahinrafft, und Er gibt das große Getön aus ihr verloren. Und ihre (der Chaldäer) Wogen tumulten wie große Wasser, es erschallt das Gebraus ihrer Stimme.

56 Denn der Dahinraffende kam über sie, über Babel, und ihre Mächtigen (Krieger) werden gefangen; dies bestürzte ihre Bogen. Denn ein El der Vergeltungen ist Jewe, Er erstattet, ja erstattet.

57 Und Ich berausche ihre Fürsten und ihre Weisen, ihre Statthalter und ihre Präfekten und ihre Mächtigen (Männer, Krieger). Und sie schlafen einen Schlaf des Äons und erwachen nicht ­ Treuewort des Königs, Jewe der Heere ist sein Name ­.

58 So spricht Jewe der Heere: Die Mauern Babels, (sie), die Weite (Ausgedehnte) (Stadt), entblößt, ja entblößt wird sie, und ihre hohen Tore zündet man mit Feuer an. Und so mühen sich Völker für das Nutzlose und Volksstämme für das Feuer, und sie werden matt.

...

Nochmals wird Israel aufgerufen (Vers 45), Babel wegen des kommenden Zorns Jewes zu verlassen (Jer. 50:8; Jes. 48:20; Sach. 2:11; 2. Kor. 6:17). Die Götzen können Babel nicht schützen (Vers 47).

Himmel und Erde werden über das Gericht Jewes über Babel und den Beweis der Nichtigkeit der Götzen jubeln ­ dies geschah damals und wird in naher Zukunft wieder geschehen ­ (Vers 48), weil Seine Gerichte gerecht sind (Off. 18:20; 19:2).

Israel soll Babel verlassen (Vers 50). Sie werden dies tun, insofern sie Jewe und Jerusalem im Herzen tragen und sich nach ihrer verheißenen, äonischen Heimat sehnen. Der Psalmist sprach: »Wenn ich dich vergesse, Jerusalem, so möge meine Hand vergessen (kraftlos werden)« (Ps. 137:5).

Babel war gen die Himmel hinaufgestiegen (Vers 53), es war die höchste Nation, Nebukadnezar war das goldene Haupt (Dan. 2:32, 37, 38). Außerdem strebte die Zikkurat, der hohe Stufenturm, der an der Stelle des einstigen, etwa um 2280 v. Chr. erbauten stolzen Turms zu Babel stand, aufgrund dessen Jewe die Sprache der Menschheit verwirrt hatte (1. Mose 11:1 - 9), gen die Himmel.

Von Babels Schlaf des Äons (Vers 57) war bereits in Vers 39 die Rede.

Es war unvorstellbar, dass die acht Meter breite Mauer Babels aufgebrochen werden könnte (Vers 58 a). Dennoch ...

Bis heute ist es eine Tatsache, dass die Völker sich für Nutzloses und für das Feuer mühen (Vers 58 b; Hab. 2:13), für ihren Ruhm und ihre Macht, die vergehen. Darum: Lasst uns prüfen, was wesentlich ist (Phil. 1:10).

Das über Babel Geschriebene ist im Euphrat zu versenken

59 (Dies ist) das Wort, das Jeremia, der Prophet, dem Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, gebot, als er mit Zedekia, dem König Judas (598/97 - 587 v. Chr.), in seinem vierten Regierungsjahr (594 v. Chr.) nach Babel ging; und Seraja war Fürst der Ruhestatt (Quartiermeister).

60 Und Jeremia schrieb all das Böse, das über Babel kommen wird in eine (Urkunde) gezählter (Worte), all diese bezüglich Babels aufgeschriebenen Worte.

61 Und Jeremia sprach zu Seraja: Sowie du nach Babel kommst, so siehst du zu und liest all diese Worte vor

62 und sprichst: Jewe, Du, Du redetest bezüglich dieses Ortes, ihn abzuschneiden (zu vernichten), sodass kein Bewohner mehr sei vom Menschen bis zum Getier, ja dass sie (die Stadt) zur Ödnis des Äons wird.

63 Und es geschehe: Sowie du diese (Urkunde) gezählter (Worte) zu lesen vervollständigt (beendet) hast, knüpfst du einen Stein an sie und wirfst sie mitten in den Euphrat

64 und sprichst: So wird sich Babel absenken und nicht (wieder) erstehen aufgrund des Angesichts des Bösen, das Ich über sie bringe; und sie werden matt. ­ Bis hierher die Worte Jeremias.

...

Diese symbolische Handlung sollte allen deutlich veranschaulichen, dass Babel untergehen wird. Dies geschah zwar erst im Jahr 539 v. Chr., dürfte aber vielen Verschleppten über all die Jahre hin ein großer Zuspruch gewesen sein.

Seraja war der Bruder Baruchs, des Freundes und Schreibers Jeremias (Jer. 4:32:12).

Hiermit enden die Worte Jeremias.

Die Eroberung und Zerstörung Jerusalems

(Jer. 52)

Flucht und Gefangennahme Zedekias

1 Ein Sohn von einundzwanzig Jahren war Zedekia, als er zu regieren begann, und elf Jahre regierte er in Jerusalem (598/97 - 587 v. Chr.). Der Name seiner Mutter war Charmutal, Tochter Jeremias, aus Libna.

2 Und er tat das in den Augen Jewes Böse gemäß allem, was Jojakim getan hatte.

3 Denn aufgrund des Zorns Jewes geschah dies in Jerusalem und Juda, bis Er sie von Seinem Angesicht hinwegwarf. Und Zedekia empörte sich (um 590 v. Chr.) gegen den König Babels.

4 Und es geschah im neunten Jahr seines Regierens (589 v. Chr.), im zehnten Monat (Thebhet, Dezember/Januar), am zehnten Tag des Monats, da kam Nebukadrezar, der König Babels, er und all sein Heer, wider Jerusalem. Und sie lagerten wider sie und bauten ringsum eine Verschanzung wider sie.

5 Und so kam die Stadt bis zum elften Jahr des Königs Zedekia (587 v. Chr.) in Umdrängung.

6 Im vierten Monat (Tamus, Juni/Juli), am neunten Tag des Monats ­ und der Hunger hatte die Stadt im Griff und das Volk des Landes hatte kein Brot (mehr) ­,

7 da wurde die Stadt aufgebrochen (eine Bresche in die Mauer geschlagen). Und alle Kriegsmannen entwichen und gingen nachts aus der Stadt hinaus den Weg durch das Tor zwischen der Doppelmauer, das am Garten des Königs gelegen war ­ die Chaldäer aber belagerten die Stadt ringsum ­ und gingen den Weg zur Steppe.

8 Und das Heer der Chaldäer, sie verfolgten den König und holten Zedekia in den Steppen Jerichos ein. Und sein ganzes Heer hatte sich zerstreut, von ihm weg.

9 Und sie ergriffen den König und brachten ihn hinauf zum König Babels nach Ribla im Land Chamat (Gebiet im Norden Kanaans), und dieser redete (hielt) Gericht über ihn.

10 Und der König Babels schächtete die Söhne Zedekias vor dessen Augen, und auch noch alle Fürsten Judas schächtete er in Ribla.

11 Und er blendete die Augen Zedekias und band ihn mit einem kupfernen Fesselpaar. Und der König Babels brachte ihn nach Babel und gab ihn in das Gefängnis bis zum Tag seines Todes.

...

Vorbemerkung: Von dem in den Versen eins bis elf Berichteten liest man auch in Kapitel 39:1 - 7. Außerdem ist das gesamte Kapitel 52 großenteils identisch mit 2. Könige 24:18 bis 25:30. Da stellt sich die Frage, warum das Kapitel 52 abschließend in das Buch Jeremia aufgenommen wurde. Wir wissen es nicht, aber zum einen war die Zerstörung Jerusalems ein so einschneidendes Ereignis, dass man nicht aufhören kann, davon zu erzählen, und zum anderen erinnert es daran, dass das Prophetenwort der Zerstörung eingetreten ist, was bekräftigt, dass auch die Verheißung der Rückkehr erfüllt werden wird.

Nun im Einzelnen zu den Versen eins bis elf:

Zedekias Mutter Chamutal (Vers 1) war die Frau des Königs Josia; sie war nicht die Tochter des Propheten Jeremia, denn er stammte aus Anatot (Jer. 1:1) und nicht aus Libna.

Die Empörung Zedekias, des Vasallenkönigs von Nebukadnezars Gnaden, musste sein (Vers 3), weil Jewe Gericht über Juda halten musste wegen all des Bösen, insbesondere weil Jewe Sein Volk mit Seinem Wort bedacht und durch Jeremia ermahnt hatte, sie aber all das verworfen hatten.

Nebukadnezar konnte den Aufstand nicht dulden und zog zum dritten Mal wider Jerusalem (Vers 4).

König Zedekia wurde, wie Jeremia vorausgesagt hatte (Kap. 38:14 - 23), gefangen genommen (Vers 9). Das Letzte, was Zedekia sah und in Erinnerung behalten sollte, was die Tötung seiner Söhne (Vers 10). dann wurde er nach Babel gebracht, wie prophezeit (Jer. 34:3).

Zerstörung der Stadt und des Tempels

12 Und im fünften Monat (Abh, Juli/August) (des Jahres 587 v. Chr.), am zehnten Tag des Monats ­ es war das neunzehnte Jahr (einschließlich des Jahres 607 v. Chr. als Mitregent) des Königs Nebukadrezar, des Königs Babels ­ da kam Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, der vor dem Angesicht des Königs Babels stand, nach Jerusalem.

13 Und er verbrannte das Haus Jewes und das Haus des Königs und alle Häuser Jerusalems, und jedes große Haus verbrannte er im Feuer.

14 Und alle Mauern Jerusalems ringsum brach all das Heer der Chaldäer ab, das mit dem Meister der Scharfrichter war.

15 Und von den Armen des Volks und das Übrige des Volks, die in der Stadt Verbliebenen, und die Abgefallenen, die zum König Babels abgefallen waren, und das Übrige der Zusammengetriebenen verschleppte Nebusaradan, der Meiser der Scharfrichter.

16 Aber von den Armen des Landes ließ Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, einige als Winzer und Ackerleute (oder: Holzgefäße-Hersteller) verbleiben.

17 Und die kupfernen Säulen des Hauses Jewes und die Gestelle und das kupferne Meerbecken, die im Haus Jewes sind, zerbrachen die Chaldäer, und sie trugen all ihr Kupfer nach Babel.

18 Und die Töpfe und die Schaufeln und die Messer und die Sprengschalen und die Schalen und all die kupfernen Geräte, mit denen man amtierte, nahmen sie mit.

19 Und die Flachschalen und die Scharrpfännchen (Kellen) und die Sprengschalen und die Töpfe und die Leuchter und die Schalen und die Schälchen, die aus Gold, ja Gold waren und die aus Silber, ja Silber waren, nahm der Meister der Scharfrichter mit,

20 auch die zwei Säulen, das eine Meerbecken und die zwölf Rinder aus Kupfer, die darunter waren, auch die Gestelle, die der König Salomo für das Haus Jewes gemacht hatte. Das Gewicht des Kupfers all dieser Geräte wurde nicht (bestimmt).

21 Und die Säulen: Achtzehn Ellen war die Höhe der einzelnen Säule, und ein Faden von zwölf Ellen konnte sei umspannen (= ca. 1,85 m Durchmesser), und ihre Dicke war vier Finger, sie war hohl.

22 Und ein Kapitell aus Kupfer war auf ihr, und die Höhe des einzelnen Kapitells war fünf Ellen. Und Maschenwerk und Granatfrüchte waren ringsum an dem Kapitell; das alles war aus Kupfer. Und wie dieses war's auch für die zweite Säule, und Granatfrüchte waren daran.

23 Und sechsundneunzig Granatfrüchte waren zu allen Windrichtungen hin; all die Granatfrüchte waren hundert an dem Maschenwerk ringsum.

...

Jerusalem ging samt dem Tempel in Flammen auf! Ein unvorstellbarer Schmerz für einen jeden Juden!

Einst hatte der falsche Prophet Hananja dem Wort Jeremias widersprochen, dass alle Tempelgeräte nach Babel gebracht würden (Kap. 27:19 - 28:17) ­ jetzt war offenkundig, wer der wahre Prophet war.

Hinrichtungen in Ribla

24 Und der Meiser der Scharfrichter nahm Seraja, den Hauptpriester, und Zephanja, den zweiten Priester, und die drei Hüter der Schwelle.

25 Und aus der Stadt nahm er einen Kämmerer, der Vorgesetzter über die Kriegsmannen war, und sieben Mannen aus denen, die das Angesicht des Königs sahen, die in der Stadt gefunden wurden, und der Schreiber des Fürsten des Heeres, den das Volk des Landes zum Heer(-Aushebenden), und sechzig Mann aus dem Volk des Landes, die inmitten der Stadt gefunden wurden.

26 Und Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, nahm sie und führte sie zum König Babels nach Ribla.

27 Und der König Babels erschlug sie und tötete sie in Ribla im Land Chamat. So wurde Juda verschleppt, weg von seinem Erdboden.

28 Dies ist das Volk, das Nebukadrezar verschleppte: im siebenten Jahr (598 v. Chr.) 3.023 Juden,

29 im achtzehnten Jahr Nebukadnezars (587 v. Chr.) 832 Seelen aus Jerusalem,

30 im dreiundzwanzigsten Jahr Nebukadrezars (583 v. Chr.) verschleppte Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, 745 Seelen der Juden; alle Seelen: 4.600.

...

Die in den Versen 28 bis 30 erwähnten Wegführungen waren kleinere neben den drei großen, die in den Jahren 606, 598 und 587 v. Chr. stattfanden.

Die Begnadigung Jojachins

31 Und es geschah im siebenunddreißigsten Jahr (561 v. Chr.) der Verschleppung Jojachins, des Königs Judas, im zwölften Monat (Adar; Februar/März), am fünfundzwanzigsten Tag des Monats, da erhob Ewil-Merodach, der König Babels (562 - 560 v. Chr.), im ersten Jahr seiner Regentschaft das Haupt Jojachins, des Königs Judas, und ließ ihn aus dem Gefängnis herausgehen.

32 Und er redete Gutes mit ihm und setzte seinen Thron über den Thron der (anderen) Könige, die samt ihm in Babel waren.

33 Und er tauschte die Gewänder seiner Gefangenschaft aus. Und er aß (sein) Brot stets ihm angesichts alle Tage seines Lebens.

34 Und sein Unterhalt, ein ständiger Unterhalt, wurde ihm vom König Babels gegeben, die tägliche Menge am jeweiligen Tag, bis zum Tag seines Todes, alle Tage seines Lebens.

...

Dies ist der tröstliche Abschluss des Buches Jeremia, der aufzeigt, dass sich das Blatt wenden kann. Das Ereignis dürfte vielen Israeliten zu einer Stärkung in der Erwartung ihres zukünftigen Heils geworden sein. Jojachin war gewissermaßen der erste der Freigelassenen.

Die Tatsache, dass Ewil-Merodach, der Sohn Nebukadnezars, Jojachin mehr würdigte als die übrigen Könige an seinem Hof, mag darauf zurückzuführen sein, dass er einige Kenntnisse über den allgewaltigen Gott Israels hatte, der Sich seinem Vater mehrfach erwiesen hatte, wie aus dem Buch Daniel hervorgeht.

Jeremias Verhaftung und Jerusalems Zerstörung

(Jer. 37 - 39)

Kapitel 37

Vorübergehender Abzug der Chaldäer

1 Und der König Zedekia (598 - 587 v. Chr.), der Sohn Josias, regierte an Konjas (auch Jechonja und Jojachin genannt), des Sohnes Jojakims, statt, da ihn Nebukadrezar, der König Babels, zum Regieren im Land Juda (eingesetzt) hatte.

2 Aber nicht hörte er, er und seine Diener und das Volk des Landes auf die Worte Jewes, die Er durch die Handhabung Jeremias, des Propheten, geredet hatte.

3 Und der König Zedekia entsandte Jahuchal, den Sohn Schelemjas, und Zephanja, den Sohn Maasejas, den Priester, zu Jeremia, dem Propheten, sprechend: Bete doch uns zugunsten zu Jewe, unserem Elohim.

4 Und (damals) ging Jeremia inmitten des Volkes ein und aus, und man hatte ihn noch nicht in das Gefängnis gegeben.

5 Und das Heer des Pharaos zog aus Ägypten aus (589 v. Chr.); und die Chaldäer, die Jerusalem bedrängten (belagerten), hatten die Kunde davon gehört und zogen von Jerusalem ab.

6 Und das Wort Jewes geschah zu Jeremia, dem Propheten, sprechend:

7 So spricht Jewe, der Elohim Israels: So sollt ihr zum König Judas sprechen, der euch zu mir entsandte, mich zu befragen: Da! Das Heer des Pharaos, das euch zur Hilfe auszog, kehrt zu seinem Land Ägypten zurück.

8 Und die Chaldäer werden zurückkehren und wider diese Stadt streiten und sie erobern und sie im Feuer verbrennen.

9 So spricht Jewe: (Hegt) eure Seelen nicht in dem Wahn, sprechend: Gehen, ja abziehen werden die Chaldäer von uns!, denn sie werden nicht weggehen.

10 Denn wenn ihr all das Heer der Chaldäer schlagen würdet, die gegen euch Streitenden, und es verblieben in ihrer Mitte durchstochene (schwer verwundete) Mannen, ein jeder in seinem Zelt, sie würden aufstehen und diese Stadt im Feuer verbrennen.

...

Zedekia, der Vasallenkönig Nebukadnezars in Juda, betrieb Widerstand gegen Babel, verstand sich mit Ägypten und hoffte auf dessen Sieg. Diese Unbotmäßigkeit musse zur Zerstörung Jerusalems führen.

In der Not suche Zedekia nun doch einen Mann, der zugunsten Judas beten sollte. Er selbst und seine Diener und Priester taten dies nicht, vermutlich weil sie wussten, dass Jewe Sünder nicht hört (Ps. 66:18; Spr. 15:29; Joh. 9:31). Vielleicht konnte Jeremia Jewe bewegen, Juda durch Ägypten zu retten.

Die gleiche Bitte hatte Zedekia bereits in Kapitel 21:2 ausgesprochen. Die Antwort Jewes bleibt gleich (Kap. 21:4 - 7). Jerusalem wird erobert werden, Rettung gibt es nur für die, die aus der Stadt hinaus zu den Chaldäern gehen und verschleppt werden (Kap. 21:9).

Der in Vers fünf erwähnte Pharao war Hophra, auch Apries genannt (589 - 570 v. Chr., XXVI. Dynastie). Er wich vor dem babylonischen Heer zurück, das die Belagerung Jerusalems hernach fortsetzte.

Ja, so ist es: »So spricht Jewe: Verdammt ist der Mächtige, der sich im Menschen sichert und Fleisch als seine Stärke ansieht und dessen Herz sich von Jewe abkehrt« (Jer. 17:5).

Jeremia wird festgenommen

11 Und es geschah: Als das Heer der Chaldäer von Jerusalem abgezogen war wegen des Heeres des Pharaos,

12 da ging Jeremia aus Jerusalem hinaus, um ins Land Benjamin zu gehen und dort einen Besitzausgleich zu tätigen inmitten des Volks.

13 Und er, ja er war am Benjamintor, und dort war ein Oberer der Wache, und sein Name war Jirija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Chananjas, und er ergriff Jeremia, den Propheten: sprechend: Ein zu den Chaldäern hin Abgefallener bist du!

14 Da sprach Jeremia: Falschheit ist's! Ich bin kein zu den Chaldäern hin Abgefallener! Aber er hörte nicht auf ihn, und Jirija ergriff Jeremia und brachte ihn zu den Fürsten.

15 Und die Fürsten waren ergrimmt über Jeremia und schlugen ihn und gaben ihn ins Haus der Haft, in das Haus Jonathans, des Schreibers, denn dieses hatten sie zum Haus der Einsperrung gemacht.

16 So kam denn Jeremia in das Gefängnis (wörtl. Haus der Zisterne) und in die Tiefgewölbe. Und Jeremia saß dort viele Tage.

...

Nach dem Abzug der feindlichen Truppen konnte man sich im Land frei bewegen. Da die Menschen sich aber in Zeiten politischer Hochspannung radikalisieren, war niemand vor Fanatikern sicher. Ein solcher musste Jirija gar nicht gewesen sein, als er Jeremia wegen des vermeintlichen Versuchs der Landesflucht festnahm; es genüge zu wissen, dass Jeremia gerade dazu mehrmals aufgerufen hatte: »Der, der hinausgeht und zu den Chaldäern überläuft, wird leben bleiben« (Jer. 21:9; 27:17).

Geschlagen worden (Vers 15) war Jeremia bereits schon einmal (vgl. Jer. 20:2).

Es mag sein, dass die Zeit Jeremias im Gefängnis, wiewohl von den politischen Feinden veranlasst, nach Gottes Weisheit auch dazu diente, ihn vor Extremisten zu schützen.

Zedekia befragt Jeremia heimlich

17 Und der König Zedekia entsandte (zu ihm) und nahm ihn (zu sich). Und der König fragte ihn in seinem Haus in Verbergung (heimlich) und sprach: Ist ein Wort von Jewe da? Und Jeremia sprach: Es ist eines da. Und er sprach: Du wirst in die Hand des Königs Babels gegeben.

18 Und Jeremia sprach zum König Zedekia: Worin verfehlte ich dir und deinen Dienern und diesem Volk gegenüber, dass ihr mich in das Haus der Einsperrung gabt?

19 Und wo ist auch nur einer eurer Propheten, die euch prophezeiten, sprechend: Nicht kommt der König Babels über euch und über dieses Land!

20 Und nun, höre doch, mein Herr, du, König: Mein Ruf um Gnade falle doch (als gewichtig) vor deinem Angesicht (nieder), und bringe mich nicht ins Haus Jonathans, des Schreibers, zurück, sodass ich dort nicht sterbe.

21 Da gebot der König Zedekia, und man wies Jeremia den Gefängnishof an, und man gab ihm einen Laib Brot für (jeden) Tag aus der Straße der Bäcker, bis all das Brot ausgegangen war in der Stadt. So saß Jeremia im Gefängnishof.

...

Zedekia befragte Jeremia heimlich, wohl aus Rücksicht auf seine Fürsten, die dies gar nicht gern gesehen haben würden. Und immerhin: Zedekia fragte nach einem Wort Jewes, wenngleich auf eine gute Nachricht hoffend. Aber Jeremia blieb auch in dieser für ihn gefährlichen Situation in Treue gegenüber Jewe bei seiner Gerichtsbotschaft (V. 17).

Bei dieser Gelegenheit bat Jeremia den König, ihn vor dem wahrscheinlich sicheren Tod in den Tiefgewölben zu bewahren (Vers 20). Zedekia schien Jeremia trotz allem einigermaßen zu schätzen und gewährte ihm seine Bitte.

So erlebte der Prophet eine gesegnete Fügung seines Gottes. Ja, das Auge Jewes ruht auf denen, die Ihn fürchten und auf seine Huld warten, um ihre Seele vor dem Tod zu bergen und sie in Hungersnot zu sättigen (Ps. 33:18, 19).

Jeremia blieb im Gefängnishof, bis das Brot ausging, bis zur Eroberung Jerusalems (Jer. 52:6; 2. Kön. 25:3), also etwa vom Ende des Jahres 589 v. Chr. an bis zum 9. Tamus (Juni/Juli) 587 v. Chr.

Kapitel 38

Anschlag der Fürsten gegen Jeremia

1 Und es hörten Schephatja, der Sohn Matans, und Gedalja, der Sohn Paschchurs, der Sohn Malkijas, die Worte, die Jeremia zu all dem Volk redete, sprechend:

2 So spricht Jewe: Der Bewohner dieser Stadt wird sterben infolge des Schwerts, infolge des Hungers und infolge der Seuche, aber der, der zu den Chaldäern hinausgeht, wird leben bleiben, und seine Seele wird ihm zur Beute, sodass er lebt.

3 So spricht Jewe: Gegeben, ja gegeben wird diese Stadt in die Hand des Heeres des Königs Babels, und er erobert sie.

4 Und die Fürsten sprachen zum König: Getötet werde doch dieser Mann, darum, dass er die Hände der in dieser Stadt verbliebenen Kriegsmannen und die Hände all des Volks zum Erschlaffen bringt, indem er gemäß diesen Worten zu ihnen redet, denn dieser Mann sucht nicht den Frieden für dieses Volk, sondern das Böse.

5 Da sprach der König Zedekia: Da! Er ist in eurer Hand, denn nichts kann der König gegen euch tun.

6 Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des Sohnes des Königs, die im Vorhof des Gefängnisses war, und sie entsandten Jeremia mittels Stricken dorthinein. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern (nur) Schlamm, und Jeremia versank im Schlamm.

...

Das Volk hatte Zugang bis zum Gefängnishof, sodass Jeremia die Gelegenheit nutzen konnte, das Wort Jewes wieder zu verkündigen. In dieser Zeit des Jahres 588 v. Chr. kaufte er übrigens das Feld in Anatot (Jer. 32).

Ausgerechnet dem Mann, der geistgeleitet von Herzen den Frieden für sein Volk suchte ­ in der babylonischen Gefangenschaft würde es den Götzendienst ablegen und eine innere Erneuerung erfahren ­, wurden böse Absichten, ja Landesverrat unterstellt (Vers 4). Folgerichtig wollten die Oberen den Propheten töten. Und der schwache König hatte nichts dagegenzusetzen (Vers 5). Ihr politisches Kalkül hatte Vorrang vor dem Offenbarungswort Jewes.

Und so ließen sie Jeremia in die Zisterne hinab. Sie wollten ihn dort verhungern lassen. Wie denn auch der Apostel Paulus schreibt: »Aber auch alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2. Tim. 3:12).

Die Rettung durch Ebed-Melech

7 Und Ebed-Melech, der Kuschite, ein Mann der Kämmererschaft, der im Haus des Königs war, hörte, dass sie Jeremia in die Zisterne getan hatten ­ der König aber saß gerade im Benjamintor ­;

8 da ging Ebed-Melech aus dem Haus des Königs hinaus und redete zum König, sprechend:

9 Mein Herr, du, König! Böses taten diese Mannen mit allem, was sie Jeremia, dem Propheten, taten, den sie in die Zisterne warfen. Und er stirbt an dieser Stätte angesichts des Hungers, denn kein Brot ist mehr in der Stadt.

10 Und der König gebot Ebed-Melech, dem Kuschiten, sprechend: Nimm aus diesem Ort dreißig Mannen in deine Hand, und bringe Jeremia, den Propheten, aus der Zisterne herauf, noch ehe er stirbt.

11 Da nahm Ebed-Melech die Mannen in seine Hand und kam zum Haus des Königs, unter die Schatzkammer, und er nahm von dort abgenutzte, zerrissene (Tuchbahnen) und abgenutzte Lumpen und entsandte sie mittels Stricken zu Jeremia in die Zisterne hinab.

12 Und Ebed-Melech, der Kuschite, sprach zu Jeremia: Lege doch die abgenützten, zerrissenen (Tuchbahnen) und abgenutzten Lumpen unter die Gelenke deiner Achselhöhlen unter die Stricke. Und Jeremia tat also.

13 Und sie zogen Jeremia mittels der Stricke empor und brachten ihn aus der Zisterne herauf. Und Jeremia saß im Vorhof des Gefängnisses.

...

Ein aufrechter Mann! Und mutig war er, vor den König zu treten und wie auch immer der entscheiden würde, sich auf jeden Fall die bleibende Feindschaft der Fürsten zuzuziehen.

Ob aus Mitleid oder weil ihm die Ernsthaftigkeit der Tötungsabsicht der Fürsten erst jetzt bewusst wurde und er ihnen nun doch noch seine Macht demonstrieren wollte oder weil er einen Mann wie Jeremia vielleicht doch noch einmal brauchen könnte ­ Zedekia gewährte Ebed-Melech die Bitte.

Jewe lenkte das Herz des Königs (Spr. 32:1). So wurde Jeremia gerettet.

Letzte Warnung an Zedekia

14 Und der König Zedekia entsandte (zu ihm) und nahm Jeremia, den Propheten zu sich am dritten Eingang im Haus Jewes. Und der König sprach zu Jeremia: Ich erfrage ein Wort von dir, verhehle mir das Wort nicht.

15 Und Jeremia sprach zu Zedekia: So denn ich's dir berichte, ist's nicht, dass du mich tötest, ja tötest? Und so denn ich dir rate, hörst du doch nicht auf mich.

16 Da schwor der König Zedekia dem Jeremia in (jener) Verbergung (im dritten Eingang verborgen), sprechend: Bei Jewe, dem Lebendigen, der uns diese Seele machte: (Wehe,) wenn ich dich töte oder wenn ich dich in die Hand dieser Mannen gebe, die deine Seele suchen.

17 Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht Jewe, der Elohim der Heere, der Elohim Israels: Wenn du hinausgehst, ja hinausgehst zu den Fürsten des Königs Babels, so bleibt deine Seele leben, und diese Stadt wird nicht im Feuer verbrannt; und du bleibst leben, du und dein Haus.

18 Wenn du aber nicht hinausgehst zu den Fürsten des Königs Babels, so wird diese Stadt in die Hand der Chaldäer dahingegeben, und sie verbrennen sie im Feuer, und du, nicht entkommst du aus ihrer Hand.

19 Und der König Zedekia sprach zu Jeremia: Ich bange wegen der Juden, die zu den Chaldäern hin abgefallen sind, dass man mich nicht in ihre Hand gibt, und sie mir's kahl (machen) (mir alle Würde nehmen, mich verspottend entehren).

20 Da sprach Jeremia: Man wird dich ihnen nicht hingeben. Höre doch auf die Stimme Jewes in dem, was ich zu dir rede, und es wird dir wohl werden, und deine Seele bleibt leben.

21 Wenn du (dich) aber verweigerst hinauszugehen, so ist dies das Wort, das Jewe mich sehen ließ:

22 Und da! All die Frauen, die im Haus des Königs Judas verblieben, werden hinausgeführt werden zu den Fürsten des Königs Babels. Und sie werden sprechen: Die Mannen deines Friedens (deine Freunde) verleiteten dich und überwanden dich; als deine Füße im Sumpf versanken, wandten sie sich ab (von dir) nach hinten.

23 Und sie werden all deine Frauen und deine Söhne zu den Chaldäern hinausführen. Und du, nicht entkommst du aus ihrer Hand, denn von der Hand des Königs Babels wirst du ergriffen. Und diese Stadt verbrennt im Feuer.

24 Und Zedekia sprach zu Jeremia: Niemand erkenne (wisse, erfahre) diese Worte, sodass du nicht stirbst.

25 Und so denn die Fürsten hören, dass ich mit dir geredet habe, und zu dir kommen und zu dir sprechen: Berichte und doch! Was redetest du zum König? Verhehle es uns nicht, sodass wir dich nicht töten! Und was redete der König zu dir?,

26 so sprichst du zu ihnen: Mein Ruf um Gnade fiel vor dem Angesicht des Königs (als gewichtig) (nieder), dass er mich nicht zurückbringe ins Haus Jonatans, dort sterben zu müssen.

27 Und all die Fürsten kamen zu Jeremia und fragten ihn; und er berichtete ihnen gemäß all diesen Worten, die der König geboten hatte. Und sie schwiegen und (gingen) weg von ihm, denn von der Sache hatte man nichts gehört.

28 Und Jeremia saß im Vorhof des Gefängnisses bis zu dem Tag, an welchem Jerusalem erobert wurde, und er war dort, als Jerusalem erobert wurde.

...

Juda war in der Hand Babels. Die ägyptische Hilfe war ausgeblieben. Nebukadnezar hatte das Heer des Pharaos geschlagen und nahm die Belagerung Jerusalems wieder auf. Zedekia war so verzweifelt, dass er den Staatsfeind Jeremia, mit dem er öffentlich nichts zu tun haben durfte, ein zweites Mal heimlich traf (Vers 14; Jer. 37:17 - 21). Der »dritte Eingang« des Tempels ist uns unbekannt, könnte aber der Privateingang des Königs gewesen sein.

Jeremia äußerte seine Befürchtungen (V. 15). Es musste sehr schmerzlich für ihn sein, dass sein guter Rat nicht gehört werden würde. Sein dringender Rat war, die Stadt an Nebukadnezar zu übergeben; dann bliebe sie erhalten (Vers 17). Andernfalls würde Babel den Widerstand bis zur völligen Zerstörung der Stadt brechen (Vers 18).

Statt an sein Volk zu denken, hatte Zedekia Angst vor den bereits übergelaufenen Juden, die ihm übel mitspielen würden (Vers 19).

In Vers 23 kann man für »Und diese Stadt verbrennt im Feuer« auch schreiben: »Und diese Stadt verbrennst du im Feuer.« Zedekia würde die Stadt durch seine Schuld verbrennen.

Zedekia ahnte, dass seine Oberen von der Begegnung hören und den Inhalt wissen wollen würden (Vers 25). Er fürchtete seine den Widersand betreibenden Minister mehr als den Feind vor der Stadt. Daher wies er dem Jeremia eine bestimmte Antwort an, mit der die Oberen sich denn auch zufrieden gaben (Vers 27).

Jeremia hatte gelogen (Vers 26). Er konnte nicht anders, denn er hatte dem Gebot des Königs strikt zu gehorchen und durfte ihn keinesfalls verraten. ­ Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein (Joh. 8:7).

Kapitel 39

Die Eroberung und Zerstörung Jerusalems

1 Im neunten Jahr Zedekias (589 v. Chr.), des Königs Judas, im zehnten Monat (Thebhet, Dezember/Januar), da kam Nebukadrezar, der König Babels und all sein Heer gen Jerusalem, und sie umdrängten (belagerten) sie.

2 Im elften Jahr Zedekias (587 v. Chr.), im vierten Monat (Tamus, Juni/Juli), am neunten Tag des Monats, wurde die Stadt aufgebrochen.

3 Und es kamen all die Fürsten des Königs Babels und nahmen Platz im Tor der Mitte: Neregal Sar-Ezer (Neriglissar), Samgar-Nebu, Sar-Sechim, der Meisterkämmerer, Neregal Sar-Ezer, der Meistermagier und all der Rest der Fürsten des Königs Babels.

4 Und es geschah: Als Zedekia, der König Judas, und all die Kriegsmannen sie sahen, da entwichen sie und gingen nachts den Weg des Gartens des Königs zum Tor zwischen der Doppelmauer aus der Stadt hinaus. Und man ging den Weg der Steppe hinaus.

5 Und die vom Heer der Chaldäer verfolgten sie hinter ihnen her und holten Zedekia in den Steppen Jerichos ein. Und sie nahmen ihn und brachten ihn hinauf zu Nebukadrezar, dem König Babels, gen Ribla im Land Chamat, und er redete richtende Worte gegen ihn.

6 Und der König Babels schächtete die Söhne Zedekias in Ribla vor seinen Augen, und alle Vornehmen Judas schächtete der König Babels.

7 Und die Augen Zedekias blendete er und band ihn mit einem kupfernen Fesselpaar, um ihn nach Babel zu bringen.

8 Und das Haus des Königs und die Häuser des Volks verbrannten die Chaldäer im Feuer, und die Mauern Jerusalems brachen sie ab.

9 Und das Übrige des Volks, die in der Stadt Verbliebenen, und die Abgefallenen, die zu ihm abgefallen waren, und das Übrige des Volks, die Verbliebenen, verschleppte Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, nach Babel.

10 Aber von dem Volk, ja den Armen, die nichts hatten, ließ Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, einige im Land Juda verbleiben, und er gab ihnen an jenem Tag Weinberge und Böttchergefäße.

...

Eineinhalb Jahre lang dauerte die Belagerung, unterbrochen allerdings vom Zug Nebukadnezars gegen den Pharao (Jer. 37:5, 8). In Jeremia 52:4 wird uns auch der Tag des Belagerungsbeginns gesagt: der zehnte Tag.

Die Babylonier waren von Norden her in die Stadt eingebrochen und bis zur Mitte vorgedrungen, als Zedekia und seine Leute die Stadt im Süden verließen (Vers 4).

Die Eroberung Jerusalems war eine entsetzliche Katastrophe für das ganze Volk Juda wie auch für den König persönlich. Man vergleiche Jeremia 52:4 - 11 und 2. Könige 25:1 - 7.

Die Verschleppung des Jahres 587 v. Chr. war die dritte Wegführung nach Babel (Vers 9).

Abgesehen von den Wenigen, die im Land belassen wurden, damit es nicht völlig verwildere (Vers 10), waren die zur Verschleppung Gekommenen die Geretteten. Sie sollten in der Verbannung eine sittliche Erneuerung erfahren.

Jeremias Befreiung

11 Und Nebukadrezar, der König Babels, gebot über Jeremia durch die Hand Nebusaradans, des Meisters der Scharfrichter, sprechend:

12 Nimm ihn, und lege deine Augen auf ihn, und tue ihm nicht etwas Böses, sondern so wie er zu dir redet, so tue mit ihm.

13 Da entsandten Nebusaradan, der Meister der Scharfrichter, und Nebuschasban, der Meiserkämmerer, und Neregal Sar-Ezer, der Meistermagier, und all die Meister des Königs Babels,

14 ja sie entsandten (welche) und nahmen Jeremia aus dem Vorhof des Gefängnisses. Und sie übergaben ihn dem Gedalja, dem Sohn Achikams, des Sohnes Schaphans, dass er ihn nach Hause gehen lasse. Und er wohnte inmitten des Volks.

...

Nebukadnezar wusste über Jeremia Bescheid; er hatte genügend Informanten, besonders aus den Reihen der übergelaufenen Juden.

Wenn Jewe Wohlgefallen an den Wegen eines Mannes hat, dann macht Er auch noch seine Feinde mit ihm zufrieden und müssen sie sogar zu seinem Guten beitragen (Spr. 16:7; Röm. 8:28).

Die Verheißung für Ebed-Melech

15 Und zu Jeremia war das Wort Jewes geschehen, als er noch im Vorhof des Gefängnisses eingeschlossen war, sprechend:

16 Gehe, und du sprichst zu Ebed-Melech, dem Kuschiten, sprechend: So spricht Jewe der Heere, der Elohim Israels: Da! Ich bringe Meine Worte über diese Stadt zum Bösen und nicht zum Guten, und sie (die Worte) geschehen an jenem Tag vor deinem Angesicht.

17 Aber dich berge ich an jenem Tag ­ Treuewort Jewes ­ und nicht wirst du in die Hand der Mannen gegeben, aufgrund deren Angesicht du entmutigt bist.

18 Denn Ich bewirke, dass du entkommst, ja entkommst, und infolge des Schwerts fällst du nicht, und deine Seele wird dir zu Beute, denn du sichertest dich in Mir ­ Treuewort Jewes ­.

...

Jewe vergilt alles in Gerechtigkeit und Treue. Ebed-Melech hatte dem Wort, das Jeremia verkündigte, vertraut und sich darin gesichert, als er den Propheten gegen den Willen der Fürsten aus der Zisterne ziehen ließ (Jer. 38:7 - 13). Demensprechend sicherte Jewe in Seiner Allmacht ihn im Getümmel der Eroberung.

»Jewe der Heere! Glückselig der Mensch, der sich in Dir sichert!« (Ps. 84:13).

Dieter Landersheim

Höhenstraße 11

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